Hagebuttenöl

Zuletzt aktualisiert: 12.02.26

Sie finden sie in fast jeder Gartenhecke und gehen oft einfach an ihr vorbei. Manch einer kocht Marmelade aus ihr, und vielleicht lieben Sie wie viele andere den fruchtigen roten Tee. Die Rede ist von der Hagebutte – der hellroten, leicht herben Frucht der Wildrose. Hagebuttenöl (auch Wildrosenöl oder Rosehip Oil genannt) erfreut sich wachsender Beliebtheit in der Naturkosmetik und wird für seine vielfältigen Wirkungen auf Haut und Haare geschätzt. Das hochwertige Pflanzenöl wird aus den Kernen der Hagebutten verschiedener Wildrosen-Arten gewonnen und zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an essenziellen Fettsäuren, Vitaminen und Antioxidantien aus.Hagebuttenöl – Wirkung, Inhaltsstoffe und Anwendung von Wildrosenöl

Das Öl findet seinen Einsatz sowohl in der äußerlichen als auch in der innerlichen Anwendung und ist für die Gesundheit durch die vielen Inhaltsstoffe äußerst förderlich. Die Farbe des Hagebuttenöls variiert je nach Herkunft und Verarbeitung von hellgelb bis orangerot, sein Geruch ist fruchtig, nussig, süß-sauer und leicht floral. Bereits im antiken Griechenland wurde die Hagebutte als Schönheitsmittel verehrt – der Legende nach soll die Göttin Aphrodite ihre ewige Schönheit dem regelmäßigen Genuss der kleinen roten Früchte verdankt haben. Moderne wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen heute, dass Hagebuttenöl tatsächlich wertvolle Eigenschaften für Haut, Haare und den gesamten Organismus besitzt.[1]

Gewinnung von Hagebuttenöl

Hagebuttenöl wird aus den Samen der Früchte verschiedener Wildrosen gewonnen. Die Hagebutten – auch Rosenäpfel genannt – sind eiförmige bis ovale Sammelfrüchte, die an Wildrosen heranreifen. Besonders weit verbreitet und in fast jedem Garten beheimatet ist die Hundsrose (Rosa canina) aus der Familie der Rosengewächse. Sie bildet die am häufigsten genutzte Rohstoffpflanze für die Herstellung von Hagebuttenöl.

Weitere wichtige Rohstoffpflanzen sind die Rosa mosqueta (auch Rosa rubiginosa oder Rosa affinis rubiginosa), die vor allem in Chile angebaut wird, sowie die Rosa rugosa (Kartoffel-Rose) und die Rosa pendulina (Gebirgs-Rose). Je nach Rosenart können sich die Fettsäureprofile und damit die Eigenschaften des Öls leicht unterscheiden.[2]

Der optimale Erntezeitpunkt lässt sich an der Farbe der Früchte erkennen: Weist die Hagebutte einen satten Rotton auf und lässt sie sich leicht eindrücken, ist die Frucht vollständig ausgereift. Dies fällt meist in die späten Herbstmonate Oktober und November. Nach der Ernte werden die Hagebuttenkerne entnommen und im besten Fall kaltgepresst. Die Kaltpressung ist entscheidend für die Qualität des Öls, denn eine Studie im Journal of the American Oil Chemists' Society zeigte, dass kaltgepresstes Hagebuttenöl bis zu 700 Prozent mehr all-trans-Retinsäure (Tretinoin) enthält als durch Lösungsmittelextraktion gewonnenes Öl.[3] Alternativ wird das Öl durch CO₂-Extraktion oder Lösungsmittelextraktion mit anschließender Raffination gewonnen. Durch die Zugabe von Vitamin E (Tocopherol) erfolgt eine zusätzliche Stabilisierung des empfindlichen Öls, das bei kühler und dunkler Lagerung ungefähr zwölf Monate haltbar bleibt.

Hagebuttenöl Inhaltsstoffe

Die Zusammensetzung von Hagebuttenöl macht es zu einem der wertvollsten Pflanzenöle in der Naturkosmetik. Die Fettsäurezusammensetzung setzt sich hauptsächlich aus folgenden Glyceriden zusammen:[2]

  • Linolsäure (Omega-6): ca. 44 Prozent
  • α-Linolensäure (Omega-3): ca. 34 Prozent
  • Ölsäure (Omega-9): ca. 14 Prozent
  • Palmitinsäure: ca. 4–8 Prozent
  • Stearinsäure: ca. 1,7–2,5 Prozent
  • Arachinsäure: ca. 2 Prozent

Der besonders hohe Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (über 75 Prozent) unterscheidet Hagebuttenöl von vielen anderen Pflanzenölen und ist maßgeblich für seine Wirksamkeit verantwortlich. Darüber hinaus enthält Hagebuttenöl wichtige Phytosterine, Tocopherole (Vitamin E, ca. 800–1200 ppm) sowie Carotinoide wie Beta-Karotin und Lycopin, die dem Öl seine typische rötlich-orange Farbe verleihen.[4]

Ein besonders interessanter Inhaltsstoff ist die all-trans-Retinsäure (Tretinoin) – eine natürlich vorkommende Form von Vitamin A, die in kaltgepresstem Hagebuttenöl in relevanten Mengen enthalten ist.[3] Tretinoin ist in der Dermatologie als hochwirksamer Arzneistoff zur Behandlung von Hautalterung und Akne bekannt. Weitere Mikronährstoffe umfassen Vitamin C, Vitamin B1, Vitamin B2 sowie die Mineralstoffe Zink, Calcium, Magnesium, Natrium, Eisen, Kupfer und Phosphor.[5]

Wirkung von Hagebuttenöl

Die Wirkung von Hagebuttenöl beruht auf dem Zusammenspiel seiner gesättigten und ungesättigten Fettsäuren, Antioxidantien, Vitamine und Mineralstoffe. Wissenschaftliche Studien haben mehrere Wirkungsmechanismen belegt:[1]

Die langkettige, zweifach ungesättigte Linolsäure wirkt reizlindernd und entzündungshemmend. Als essenzieller Bestandteil der Hautbarriere eignet sie sich besonders zum Behandeln von trockener und empfindlicher bis irritierter Haut. Trotz ihres hohen Fettanteils wirkt sie nicht nachfettend und ist von nahezu allen Hauttypen gut verträglich. Die ebenfalls ungesättigte Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure weist eine hemmende Wirkung auf entzündliche Prozesse der Haut auf und gilt als ausschlaggebender Nährstoff im menschlichen Organismus. Beide Fettsäuren können gemeinsam UV-bedingte Hautschäden und Hyperpigmentierungen reduzieren.[6]

Die enthaltene Ölsäure (Oleinsäure) ist eine Omega-9-Fettsäure, die tief in die Haut eindringt und die Lipidbarriere durchlässiger macht. Sie optimiert dadurch den Transport fettlöslicher Wirkstoffe und sorgt für ein angenehm weiches Hautgefühl. Die Palmitinsäure als natürlicher Bestandteil der menschlichen Hautbarriere bildet einen schützenden und feuchtigkeitsbindenden Film auf der Haut und verringert den transepidermalen Wasserverlust.

Das enthaltene Provitamin A (Beta-Karotin) gehört zur Familie der Carotinoide – fettlösliche Farbpigmente, die ausschließlich von pflanzlichen Organismen bereitgestellt werden. In kosmetischen Produkten bieten Carotinoide den Vorteil, dass sie sich nicht abwaschen lassen und die Haut langanhaltend vor Feuchtigkeitsverlust schützen. Zudem fungieren sie als natürlicher Lichtschutzfaktor und als bedeutsame Radikalfänger.[4]

Das im Hagebuttenöl enthaltene Vitamin C stärkt als grundlegender Baustein gesunder Ernährung das Immunsystem, den Verdauungsapparat und die Knochen. Es bekämpft freie Radikale, schützt den Körper vor Viren und Bakterien und verstärkt die Wirkung weiterer Antioxidantien wie Vitamin E. Vitamin E wiederum spielt eine wesentliche Rolle bei der Wirksamkeit des Öls: Es schützt die Haut vor vorzeitiger Alterung, indem es als hochwirksames Antioxidans der Faltenbildung vorbeugt.[7] Die B-Vitamine B1 und B2 sind unverzichtbar für die Energieproduktion und den Zellschutz, während Mineralstoffe wie Zink (Immunsystem, Stoffwechsel), Calcium (Knochenaufbau), Magnesium (Muskelentspannung), Eisen (Sauerstofftransport) und Phosphor (Säure-Basen-Haushalt) den Nährstoffkomplex des Öls ergänzen.

Eine im Journal of Cosmetic Dermatology veröffentlichte Übersichtsarbeit bestätigte zudem, dass Hagebuttenöl die Wundheilung fördert und Narbenbildung verbessern kann, indem es den Übergang von Makrophagen-Phänotypen beschleunigt und entzündliche Zytokine hemmt.[8]

Anwendungsgebiete von Hagebuttenöl

für das Gesicht

Hagebuttenöl ist als Pflege für das Gesicht aufgrund seiner antioxidativen Wirkung besonders empfehlenswert. Durch die Anwendung führen Sie Ihrer Gesichtshaut sekundäre Pflanzenstoffe zu und erhöhen den Beta-Karotin-Gehalt der Haut. Dadurch schützen Sie Ihre Gesichtshaut vor schädlichen Umwelteinflüssen, hemmen entzündliche Prozesse und beugen Unreinheiten vor.

Für die tägliche Gesichtspflege genügen bereits zwei bis drei Tropfen des Öls, die Sie auf die leicht feuchte, gereinigte Haut auftragen und sanft einmassieren. Hagebuttenöl zieht schnell ein und hinterlässt keinen fettigen Film – eine Eigenschaft, die es als sogenanntes „trockenes Öl" besonders beliebt für die Gesichtspflege macht. Ihrer Gesichtshaut verleiht die Tiefenpflege mit Hagebuttenöl einen jugendlich frischen Teint mit viel Feuchtigkeit und seidiger Konsistenz. Besonders wirksam ist die Kombination mit einem Serum, das ätherische Öle wie Lavendel oder Geranium enthält.

für Haut und Nägel

Regelmäßig zur Körperpflege verwendet sorgt Hagebuttenöl für eine straffe, geschmeidige Haut und mindert Unebenheiten wie Cellulitis. Die enthaltenen Fettsäuren regulieren die natürliche Talgproduktion der Haut, sodass es weder zu einer Unter- noch zu einer Überproduktion der Talgdrüsen kommt.[1] Das Öl reguliert den natürlichen Feuchtigkeitshaushalt und bildet einen Schutzfilm vor übermäßigem Austrocknen.

Bei der Anwendung an den Händen beugt Hagebuttenöl Hautrissen, rauen Stellen, brüchigen Nägeln und eingerissener Nagelhaut vor. Massieren Sie wenige Tropfen täglich in Ihre Nagelhaut und Nägel ein, um deren Festigkeit und Geschmeidigkeit zu verbessern. Wenn Sie sich gerne draußen aufhalten oder sonnenbaden, unterstützt das im Hagebuttenöl enthaltene Vitamin A zudem die natürliche Bräune Ihrer Haut. Auch bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte (Psoriasis) oder Rosacea kann Hagebuttenöl aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften die Symptome lindern und die gereizte Haut beruhigen.[6]

gegen Falten

Hagebuttenöl gilt als natürliches Anti-Aging-Mittel und wirkt durch die Vitamine E und C den Anzeichen vorzeitiger Hautalterung wie Falten, Lachfalten und Altersflecken entgegen. Eine randomisierte, doppelblinde klinische Studie mit 34 Teilnehmern im Alter von 35 bis 65 Jahren zeigte, dass die Einnahme eines standardisierten Hagebuttenpräparats nach acht Wochen zu einer signifikanten Reduktion von Krähenfüßen führte und die Hautfeuchtigkeit sowie Elastizität verbesserte.[9]

Eine besonders starke Wirkung entfaltet das Öl beim Anwenden um die Augenpartien, da es kleine Lachfältchen sichtbar minimiert und in ihrer Entstehung hemmt. Die enthaltene all-trans-Retinsäure (natürliches Tretinoin) fördert die Kollagenproduktion und die Zellerneuerung – beides Schlüsselfaktoren im Kampf gegen Falten.[3] Selbst wenn Sie Ihre Haut regelmäßig der Sonne aussetzen, bieten die im Öl enthaltenen Antioxidantien einen gewissen Schutz vor UV-bedingten Hautschäden. Verzichten Sie trotz der Nutzung von Hagebuttenöl jedoch nicht auf zusätzlichen Sonnenschutz, da das Öl allein keinen ausreichenden Lichtschutzfaktor bietet.

gegen Pigmentflecken

Hagebuttenöl kann das Erscheinungsbild von Pigmentflecken, Altersflecken und Hyperpigmentierungen sichtbar verbessern. Die darin enthaltenen Vitamine A und C spielen dabei eine zentrale Rolle: Vitamin C hemmt die Melaninproduktion und kann so dunkle Verfärbungen aufhellen, während Vitamin A die Zellerneuerung beschleunigt und für ein ebenmäßigeres Hautbild sorgt.[4] In klinischen Studien zeigte eine Behandlungsgruppe, die Hagebuttenöl zweimal täglich über sechs Wochen auf postoperative Narben auftrug, signifikant weniger Dyschromie (Hautverfärbung) als die Kontrollgruppe: 63 Prozent der behandelten Patienten wiesen keinerlei Verfärbungen auf, verglichen mit nur 21 Prozent in der Kontrollgruppe.[8]

Tragen Sie bei Pigmentflecken abends einige Tropfen pures Hagebuttenöl gezielt auf die betroffenen Stellen auf und lassen Sie es über Nacht einwirken. Die regelmäßige Anwendung über mehrere Wochen ist empfehlenswert, um sichtbare Ergebnisse zu erzielen.

gegen Akne und Pickel

Hagebuttenöl ist besonders wegen des enthaltenen Provitamin A und der natürlichen Retinsäure als Nachtpflege bei unreiner Haut interessant. Nachts regeneriert die Haut am besten, und die Inhaltsstoffe des Öls können während der Nachtruhe ihre volle Wirksamkeit entfalten.

Besonders die enthaltene Vitamin-A-Säure (all-trans-Retinsäure) findet in der Dermatologie Anwendung beim Behandeln von Akne und Pickeln.[3] Die Linolsäure im Hagebuttenöl wirkt zudem entzündungshemmend und reguliert die Talgproduktion, was bei zu Akne neigender Haut einen doppelten Nutzen bietet. Hagebuttenöl beugt Hautunreinheiten vor, reduziert die Narbenbildung, verringert bereits entstandene Aknenarben und gleicht Hautunebenheiten aus. Da Hagebuttenöl mit einem Komedogenitätsgrad von 1 als nicht komedogen gilt, verstopft es die Poren nicht und eignet sich auch für empfindliche, zu Unreinheiten neigende Haut. Bei schwerer Akne sollten Sie dennoch einen Dermatologen konsultieren.

gegen Narben und Dehnungsstreifen

Hagebuttenöl zeigt eine bemerkenswerte Wirkung bei der Behandlung von Narben und Dehnungsstreifen. Eine Übersichtsarbeit im Journal of Cosmetic Dermatology, die Studien von PubMed und MEDLINE auswertete, fand Hinweise darauf, dass Hagebuttenöl postoperative Narben verbessern kann.[8] In einer Studie mit 108 Patienten, die sich einer Hauttumor-Entfernung unterzogen hatten, zeigte die Behandlungsgruppe, die Hagebuttenöl zweimal täglich über sechs Wochen auftrug, signifikant niedrigere Raten von Rötung (Erythem) und Hautverfärbung. Nach zwölf Wochen wiesen 73 Prozent der behandelten Patienten keinerlei Erythem auf – in der Kontrollgruppe waren es nur 50 Prozent.[8]

Auch eine tierexperimentelle Studie bestätigte, dass Hagebuttenöl die Wundheilung signifikant fördert und die Narbenqualität verbessert, indem es den Phänotyp-Übergang der Makrophagen beschleunigt und den Prozess der epithelialen-mesenchymalen Transition hemmt.[10] Für die Anwendung bei Dehnungsstreifen massieren Sie das Öl täglich in die betroffenen Hautstellen ein – idealerweise morgens und abends über einen Zeitraum von mehreren Wochen. Die Kombination mit Mandelöl kann die pflegende Wirkung zusätzlich verstärken.

für die Haare

Ihre Kopfhaut freut sich über die vielseitigen Wirkungsweisen von Hagebuttenöl. Massieren Sie wenige Tropfen des Öls in Ihre Kopfhaut ein, wenn Sie an Schuppen oder irritierter Kopfhaut leiden. Hagebuttenöl beruhigt die Haut und spendet ihr Feuchtigkeit – ähnlich wie Arganöl, mit dem es sich auch gut kombinieren lässt.

Bei trockenem oder beschädigtem Haar in die Haarspitzen geknetet wirkt das reichhaltige Hagebuttenöl gegen die Bildung von Spliss, hält die Haare geschmeidig und verleiht ihnen einen gesunden Glanz. Als Leave-in-Behandlung geben Sie drei bis fünf Tropfen in das handtuchtrockene Haar und kämmen es vorsichtig durch. Auch als Haarkur eignet sich Hagebuttenöl: Verteilen Sie großzügig Öl im Haar, wickeln Sie ein Handtuch darum und lassen Sie es mindestens 30 Minuten oder über Nacht einwirken, bevor Sie es gründlich ausspülen.

in der Schwangerschaft

Hagebuttenöl wird von vielen Hebammen und Experten als natürliches Pflegemittel während der Schwangerschaft empfohlen, insbesondere zur Vorbeugung von Schwangerschaftsstreifen. Die enthaltenen essenziellen Fettsäuren und Vitamine unterstützen die Elastizität der Haut, die während der Schwangerschaft stark beansprucht wird. Studien deuten darauf hin, dass Hagebuttenöl als Teil der vorbeugenden Dammmassage dazu beitragen kann, Geburtsverletzungen zu minimieren.[11]

Massieren Sie ab dem zweiten Trimester täglich einige Tropfen Hagebuttenöl in Bauch, Hüften und Oberschenkel ein, um die Haut geschmeidig zu halten und Dehnungsstreifen vorzubeugen. Da es sich um ein reines Pflanzenöl ohne ätherische Öle handelt, gilt es in der Schwangerschaft als sicher in der äußerlichen Anwendung. Für die innerliche Einnahme während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie sicherheitshalber Ihren Arzt oder Ihre Hebamme befragen.

innerliche Anwendung

Die innere Wirkung von Hagebuttenöl ist zuträglich für Ihr Immunsystem, Ihren Stoffwechsel und damit für die Energieproduktion Ihres Körpers. Die innerliche Anwendung führt Ihrem Körper wertvolle Inhaltsstoffe zu, die beispielsweise eine positive Wirkung beim Reizdarmsyndrom aufweisen können: Eine Studie im International Journal of Food Microbiology zeigte, dass die Einnahme eines fermentierten Hagebutten-Getränks das Stuhlvolumen signifikant erhöhte und Blähungen reduzierte.[12] Zudem liefert Hagebuttenöl Alpha-Linolensäure, die Ihr Körper in lebenswichtige langkettige Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) umwandeln kann.

Verwenden Sie Hagebuttenöl pur in Smoothies, Fruchtsäften oder zum Verfeinern von Obstsalaten, um durch das enthaltene Vitamin C Ihr Immunsystem zu stärken und Ihre Verdauung zu unterstützen. Wichtig: Erhitzen Sie Hagebuttenöl nicht, da die empfindlichen ungesättigten Fettsäuren und Vitamine durch Hitze zerstört werden. Es ist daher nicht zum Braten geeignet. Informationen zu hitzebeständigen Alternativen finden Sie in unserem Artikel zum Rauchpunkt von Ölen und Fetten.

Ist Hagebuttenöl komedogen?

Eine häufig gestellte Frage lautet: Ist Hagebuttenöl komedogen – verstopft es also die Poren? Die Antwort ist erfreulich: Hagebuttenöl hat auf der Komedogenitätsskala von 0 bis 5 einen Wert von 1 und gilt damit als nicht komedogen.[13] Das bedeutet, dass es die Poren nicht verstopft und auch von Menschen mit öliger, unreiner oder zu Akne neigender Haut bedenkenlos verwendet werden kann.

Der Grund dafür liegt im hohen Anteil an Linolsäure: Studien zeigen, dass ein Mangel an Linolsäure im Hauttalg die Porenverstopfung begünstigen kann, während die Zufuhr von linolsäurereichen Ölen die Talgqualität verbessert und Unreinheiten reduziert. Hagebuttenöl gehört damit in die gleiche Kategorie wie andere nicht komedogene Öle wie Jojobaöl (Komedogenitätsgrad 1) oder Hanföl (Komedogenitätsgrad 0). Dennoch ist die Komedogenität individuell verschieden – testen Sie jedes neue Öl zunächst an einer kleinen Hautstelle.

Hagebuttenöl selber machen

Neben dem käuflichen Erwerb haben Sie die Möglichkeit, Hagebuttenöl selbst herzustellen. Beachten Sie jedoch, dass selbst hergestelltes Hagebuttenöl ein Mazerat (Ölauszug) ist und sich in Zusammensetzung und Wirkstoffgehalt von kaltgepresstem, reinem Hagebuttenkernöl unterscheidet. Für ein Hagebuttenöl-Mazerat benötigen Sie:

  • Zwei große Hände voll reife Hagebutten, frisch gepflückt, gewaschen und trocken getupft
  • Ungefähr 500 Milliliter naturreines Basisöl (z. B. Mandelöl oder Jojobaöl)

Nach dem Säubern und Trockentupfen der reifen Hagebutten schneiden Sie diese in kleine Stücke, die anschließend für rund zwei Stunden bei maximal 40 Grad im Backofen getrocknet werden. Achten Sie darauf, den Backofen regelmäßig für einige Minuten zu öffnen, damit die Feuchtigkeit austreten kann und die Fruchtstücke gleichmäßig trocknen. Alternativ trocknen die Hagebutten an der frischen Luft, was allerdings einige Tage in Anspruch nimmt und eine geringe Luftfeuchtigkeit voraussetzt.

Legen Sie die getrockneten Hagebuttenstücke in ein großes, gut verschließbares Glas und füllen Sie dieses bis zum Rand mit Basisöl auf. Ihr Hagebuttenöl-Ansatz darf jetzt mindestens eine Woche an einem warmen, dunklen Ort ruhen. Schütteln Sie das Glas täglich, damit sich die Wirkstoffe gut lösen. Anschließend gießen Sie das Öl durch ein feines Sieb oder ein Baumwolltuch in ein dunkles Glasgefäß ab. Bewahren Sie das fertige Mazerat an einem kühlen, dunklen Ort auf – so bleibt es mehrere Monate lang frisch und aromatisch. Genießen Sie Ihr selbst hergestelltes Hagebuttenöl zur Hautpflege oder als duftenden Badezusatz.

Hagebuttenöl kaufen – Worauf sollte geachtet werden?

Beim Kauf von Hagebuttenöl entscheidet die Qualität über die Wirksamkeit. Achten Sie auf folgende Kriterien, um ein hochwertiges Produkt zu erkennen:

Empfehlenswert ist ein 100-prozentig natives, kaltgepresstes Bio-Hagebuttenöl ohne Zusatzstoffe, Silikone oder Beimischungen anderer Öle. Bio-zertifiziertes Hagebuttenöl garantiert, dass im Anbau keine chemisch-synthetischen Pestizide eingesetzt wurden, die sich als Rückstände im Öl absetzen könnten.[4] Die Kaltpressung stellt sicher, dass die empfindlichen Vitamine, Fettsäuren und insbesondere die wertvolle all-trans-Retinsäure erhalten bleiben.

Achten Sie beim Kauf darauf, ob es sich um reines Hagebuttenkernöl (Rosa canina seed oil oder Rosa rubiginosa seed oil) handelt oder um ein mit anderen Pflanzenölen gemischtes Produkt. Auf der INCI-Liste (Inhaltsstoffdeklaration) sollte ausschließlich „Rosa Canina Seed Oil" oder „Rosa Rubiginosa Seed Oil" stehen – gegebenenfalls ergänzt um Tocopherol als natürlichen Stabilisator.

Ein dunkles Glasgefäß schützt das Hagebuttenöl vor dem Einwirken von Licht und Oxidation und garantiert eine längere Haltbarkeit. Hagebuttenöl ist in Drogerien (DM, Rossmann, Müller), Reformhäusern, Apotheken und online erhältlich. Bekannte Marken sind unter anderem Primavera, Pai, Weleda, The Ordinary, Junglück und Satin Naturel. Die Preise für 100 ml hochwertiges Bio-Hagebuttenöl liegen je nach Anbieter zwischen 10 und 25 Euro. Mehr zum Unterschied zwischen kaltgepressten und raffinierten Ölen erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Nebenwirkungen und Haltbarkeit

Hagebuttenöl gilt als gut verträglich und Nebenwirkungen sind selten. In Einzelfällen können allergische Reaktionen auftreten, insbesondere bei bekannter Allergie gegen Rosengewächse. Testen Sie das Öl bei Erstanwendung an einer kleinen Hautstelle in der Armbeuge und warten Sie 24 Stunden, um mögliche Reaktionen auszuschließen.

Bei empfindlicher Haut kann die enthaltene natürliche Retinsäure anfänglich leichte Rötungen oder ein Spannungsgefühl verursachen. Beginnen Sie in diesem Fall mit einer geringen Menge und steigern Sie die Anwendungshäufigkeit langsam. Hagebuttenöl bietet keinen ausreichenden Sonnenschutz – tragen Sie bei Aufenthalt in der Sonne stets zusätzlich Sonnencreme auf.

Zur Haltbarkeit: Ungeöffnet ist hochwertiges Hagebuttenöl bei kühler, dunkler Lagerung circa zwölf Monate haltbar. Nach dem Öffnen sollten Sie es innerhalb von drei bis sechs Monaten aufbrauchen, da die hohe Konzentration an mehrfach ungesättigten Fettsäuren das Öl anfällig für Oxidation macht. Bewahren Sie es idealerweise im Kühlschrank auf und achten Sie darauf, dass die Flasche stets gut verschlossen ist. Wird das Öl ranzig (erkennbar an einem unangenehmen, stechenden Geruch), sollten Sie es nicht mehr verwenden. Informationen zur Haltbarkeit von Speiseölen finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber.

Quellenverzeichnis

  1. Oargă Porumb, D. P., Cornea-Cipcigan, M., & Cordea, M. I. (2024). Unveiling the mechanisms for the development of rosehip-based dermatological products: an updated review. Frontiers in Pharmacology, 15, 1390419. doi:10.3389/fphar.2024.1390419
  2. Franco, D., Pinelo, M., Sineiro, J., & Nuñez, M. J. (2007). Processing of Rosa rubiginosa: Extraction of oil and antioxidant substances. Bioresource Technology, 98(18), 3506–3512. doi:10.1016/j.biortech.2006.11.012
  3. Concha, J., Soto, C., Chamy, R., & Zúñiga, M. E. (2006). Effect of rosehip extraction process on oil and defatted meal physicochemical properties. Journal of the American Oil Chemists' Society, 83(9), 771–775. doi:10.1007/s11746-006-5013-2
  4. Oargă Porumb, D. P., et al. (2025). The Effectiveness of a Topical Rosehip Oil Treatment on Facial Skin Characteristics: A Pilot Study. Cosmetics, 12(3), 125. doi:10.3390/cosmetics12030125
  5. Özcan, M. (2002). Nutrient composition of rose (Rosa canina L.) seed and oils. Journal of Medicinal Food, 5(3), 137–140. doi:10.1089/10966200260398161
  6. Lin, T. K., Zhong, L., & Santiago, J. L. (2018). Anti-Inflammatory and Skin Barrier Repair Effects of Topical Application of Some Plant Oils. International Journal of Molecular Sciences, 19(1), 70. doi:10.3390/ijms19010070
  7. Phetcharat, L., Wongsuphasawat, K., & Winther, K. (2015). The effectiveness of a standardized rose hip powder, containing seeds and shells of Rosa canina, on cell longevity, skin wrinkles, moisture, and elasticity. Clinical Interventions in Aging, 10, 1849–1856. doi:10.2147/CIA.S90092
  8. Belkhelladi, M., & Bougrine, A. (2024). Rosehip extract and wound healing: A review. Journal of Cosmetic Dermatology, 23(1), 1–6. doi:10.1111/jocd.15971
  9. Phetcharat, L., Wongsuphasawat, K., & Winther, K. (2015). The effectiveness of a standardized rose hip powder on cell longevity, skin wrinkles, moisture, and elasticity. Clinical Interventions in Aging, 10, 1849–1856. doi:10.2147/CIA.S90092
  10. Lei, Z., et al. (2019). Rosehip Oil Promotes Excisional Wound Healing by Accelerating the Phenotypic Transition of Macrophages. Planta Medica, 85(1), 56–64. doi:10.1055/a-0725-8456
  11. Valerón-Almazán, P., et al. (2015). Evolution of Post-Surgical Scars Treated with Pure Rosehip Seed Oil. Journal of Cosmetics, Dermatological Sciences and Applications, 5, 157–167. doi:10.4236/jcdsa.2015.52019
  12. Johannesson, E., et al. (2005). Fermented rosehip and Lactobacillus plantarum DSM 9843 reduce symptoms of irritable bowel syndrome. International Journal of Food Microbiology.
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