Pistazienöl

Zuletzt aktualisiert: 12.02.26

Pistazienöl wird aus den Kernen der echten Pistazie (Pistacia vera L.) gewonnen, die botanisch zur Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae) gehört. Das kaltgepresste Öl ist ein hochwertiges Naturprodukt, das sich durch seine charakteristische dunkelgrüne Farbe und seinen intensiv nussigen Geschmack auszeichnet. Pistazienöl ist besonders reich an einfach ungesättigten Fettsäuren – allen voran Ölsäure – sowie an Vitamin E, Phytosterolen und Carotinoiden wie Lutein.[1] Pistazienöl – kaltgepresstes Öl aus Pistazienkernen

Pistazien zählen zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Archäologische Funde belegen ihren Anbau und Verzehr bereits seit dem sechsten Jahrtausend vor Christus im heutigen Iran und Afghanistan.[2] Das Öl der Steinfrüchte ist nicht nur ein geschätztes Speiseöl für die Gourmetküche, sondern wird in der arabischen und persischen Heilkunde seit Jahrhunderten als Hautpflege und Heilmittel verwendet. Heute findet Pistazienöl sowohl in der Küche als auch in der Kosmetik Anwendung und erfreut sich dank seines einzigartigen Fettsäureprofils wachsender Beliebtheit.

Gewinnung von Pistazienöl

Pistazienöl wird durch schonende Kaltpressung aus den Kernen der Pistazie gewonnen. Für ein besonders hochwertiges, kaltgepresstes Pistazienöl werden bevorzugt ungeröstete Kerne verwendet, da die Kaltpressung bei niedrigen Temperaturen (unter 50 °C) stattfindet und so die empfindlichen Fettsäuren, Vitamine und Aromastoffe erhalten bleiben.[3]

Die Ernte der Pistazien erfolgt traditionell in den frühen Morgenstunden oder bei Nacht. Die Blätter und Schalen des Pistazienbaumes enthalten Terpene wie α-Pinen und D-Limonen, die bei Sonneneinstrahlung verstärkt freigesetzt werden und bei empfindlichen Personen Kopfschmerzen und Schwindel auslösen können.[4] Nach der Ernte werden die Früchte gewaschen und anschließend zum Trocknen ausgelegt. Die getrockneten Kerne werden gemahlen und in einer hydraulischen Presse kaltgepresst. Das so gewonnene Rohöl wird anschließend gefiltert und in dunkle Flaschen abgefüllt.

Für ein besonders intensives Aroma werden die Pistazienkerne vor dem Pressen manchmal geröstet. Dieses geröstete Pistazienöl hat einen kräftigeren, leicht karamellisierten Geschmack und eignet sich hervorragend als Verfeinerungsöl. Die natürliche dunkelgrüne Farbe des Öls entsteht durch die in den Kernen enthaltenen Chlorophylle und Carotinoide – insbesondere Lutein und β-Carotin.[1] Bei der Raffination geht ein Teil dieser natürlichen Farbstoffe verloren und das Öl erhält einen helleren Gelbton.

Pistazienöl Inhaltsstoffe

Pistazien enthalten rund 45 bis 58 Prozent Fett, wobei die genaue Zusammensetzung je nach Sorte und Herkunft variiert.[5] Pistazienöl zeichnet sich durch ein günstiges Fettsäureprofil aus: Rund 54 Prozent entfallen auf die einfach ungesättigte Ölsäure (Omega-9), etwa 33 Prozent auf die mehrfach ungesättigte Linolsäure (Omega-6) und knapp ein Prozent auf Alpha-Linolensäure (Omega-3).[1] Der Anteil gesättigter Fettsäuren liegt bei moderaten 13 Prozent – überwiegend Palmitinsäure und Stearinsäure.

Darüber hinaus liefert Pistazienöl wertvolle Mikronährstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Mit rund 19 mg Vitamin E (Tocopherol) pro 100 g gehört es zu den Vitamin-E-reicheren Pflanzenölen.[1] Die Mineralstoffe Kalium, Magnesium, Phosphor und Calcium sind ebenfalls enthalten. Phytosterole im Öl können nachweislich zur Senkung des Cholesterinspiegels beitragen.[6] Weitere bemerkenswerte Inhaltsstoffe sind Biotin (Vitamin B7), das Haare und Nägel stärkt, sowie Folsäure (Vitamin B9), die besonders in der Schwangerschaft eine wichtige Rolle spielt. Die im Öl enthaltenen Carotinoide Lutein und Zeaxanthin gelten als protektiv für die Augengesundheit.[2]

Pistazienöl Kalorien und Nährwerttabelle

Pistazienöl
Pistazienöl Nährwerte und Kalorien
100 g Pistazienöl enthält durchschnittlich:
NährstoffMenge
Kalorien900 kcal (3.700 kJ)
Fettgehalt100 g
Gesättigte Fettsäuren13 g
Ungesättigte Fettsäuren87 g
Einfach ungesättigte Fettsäuren (Ölsäure)54 g
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Linolsäure)33 g
Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure)0,8 g
Cholesterin0 mg
Natrium0 mg
Kohlenhydrate0 g
Ballaststoffe0 g
Zucker0 g
Protein0 g
Vitamin E (Tocopherol)19 mg

Wirkung von Pistazienöl

Die Wirkung von Pistazienöl basiert auf seinem Zusammenspiel aus ungesättigten Fettsäuren, Antioxidantien und Phytosterolen. Der hohe Anteil an Ölsäure und Linolsäure kann nachweislich dazu beitragen, den LDL-Cholesterinspiegel zu senken und gleichzeitig das schützende HDL-Cholesterin zu erhalten. Eine Meta-Analyse aus zwölf randomisierten kontrollierten Studien bestätigt, dass der Verzehr von Pistazien den Gesamtcholesterinspiegel, das LDL-Cholesterin und die Triglyceridwerte signifikant senken kann.[7]

Vitamin E im Pistazienöl wirkt als starkes Antioxidans und schützt die Zellen vor oxidativem Stress durch freie Radikale. Gemeinsam mit den Carotinoiden Lutein und β-Carotin stärkt es die Immunabwehr und unterstützt die Zellgesundheit.[2] Die enthaltenen B-Vitamine – insbesondere B6 – fördern die kognitive Funktion und unterstützen den Nervenstoffwechsel.

Für die Haut ist Pistazienöl besonders wertvoll: Die Phytosterole regen die Regeneration der Hautzellen an und stärken die natürliche Hautbarriere. Die große Menge an Ölsäure unterstützt die Barrierefunktion der Haut zusätzlich und hilft, die Feuchtigkeit zu speichern. Antioxidantien aus dem Vitamin-E-Komplex neutralisieren freie Radikale und tragen so zur Verlangsamung der Hautalterung bei.[8] Auch auf den Blutzuckerspiegel kann Pistazienöl einen positiven Einfluss haben: Eine klinische Studie zeigte, dass der regelmäßige Verzehr von Pistazien sowohl die Lipidwerte als auch den Nüchternblutzucker verbessern kann.[9]

Ist Pistazienöl gesund?

Pistazienöl gilt aufgrund seines Nährstoffprofils als ausgesprochen gesund – vorausgesetzt, es wird in Maßen und als Teil einer ausgewogenen Ernährung konsumiert. Das günstige Verhältnis von ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren (ca. 87:13) macht es zu einem der empfehlenswerten Pflanzenöle für die tägliche Ernährung.

Die gesundheitlichen Vorteile von Pistazienöl sind vielfältig und wissenschaftlich gut belegt: Es unterstützt die Herzgesundheit, indem es den Cholesterinspiegel reguliert und zur Verbesserung der Gefäßfunktion beitragen kann.[10] Die PREDIMED-Studie – eine der größten Ernährungsstudien – zeigte, dass eine mediterrane Ernährung mit Nüssen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um bis zu 30 Prozent senken kann.[11] Pistazienöl enthält zudem Melatonin, das als natürlicher Schlafregulator wirken kann. Mit seinem hohen Vitamin-E-Gehalt schützt es die Zellen vor vorzeitiger Alterung, und die enthaltenen Phytosterole können die Cholesterinaufnahme im Darm hemmen.

Allerdings ist Pistazienöl mit rund 900 kcal pro 100 ml sehr kalorienreich. Es sollte daher andere Fette in der Ernährung ersetzen und nicht zusätzlich verwendet werden, um den Kaloriengehalt im Rahmen zu halten.

Anwendungsgebiete von Pistazienöl

Pistazienöl in der Küche

Die Verwendung von Pistazienöl in der Küche macht es zu einem geschätzten Gourmetöl, das mit gesundheitsfördernden Eigenschaften überzeugt. Sein vollmundiger, nussiger Geschmack harmoniert hervorragend mit einer Vielzahl von Gerichten und verleiht Vorspeisen, Hauptspeisen und süßen Desserts eine exklusive Note.

Besonders gut eignet sich Pistazienöl zum Verfeinern fertiger Speisen: Wenn Sie wenige Tropfen über Pasta, gedämpftes Gemüse, gegrillten Fisch oder Kürbissuppe träufeln, entfaltet sich das volle Aroma. Frischkäse, Risotto oder Kartoffelsuppen erhalten damit einen betörenden Geschmack. Das Öl passt mit seiner nussigen Note auch ausgezeichnet zu verschiedenen Essigsorten im Dressing und eignet sich hervorragend zum Dippen mit frischem Brot. In der Patisserie entfaltet Pistazienöl in Verbindung mit Birnen, Äpfeln oder Schokolade sein volles Potenzial. Madeleines, Shortbread und Kuchen profitieren vom dezenten Nussaroma.

Wenn Sie das Öl den fertig zubereiteten Speisen erst kurz vor dem Servieren zugeben, bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe und der Geschmack vollständig erhalten. Aufgrund seines hohen Kaloriengehalts empfiehlt es sich, Pistazienöl sparsam zu dosieren und die Speisen damit gezielt zu verfeinern.

Pistazienöl zum Braten und Erhitzen

Ein häufiges Missverständnis betrifft die Frage, ob man mit Pistazienöl braten kann. Kaltgepresstes Pistazienöl hat einen niedrigen Rauchpunkt von etwa 120 bis 160 °C und ist daher zum scharfen Anbraten oder Frittieren nicht geeignet.[12] Bei zu starker Hitze zersetzen sich die empfindlichen ungesättigten Fettsäuren, das Aroma geht verloren und es können unerwünschte Stoffe entstehen.

Für leichtes Sautieren bei niedriger bis mittlerer Temperatur kann Pistazienöl jedoch verwendet werden. Am besten entfaltet es seine Qualitäten allerdings als Finishing-Öl – also zum Verfeinern bereits fertig zubereiteter Speisen. Wenn Sie ein Öl zum Braten bei hohen Temperaturen benötigen, greifen Sie besser auf hitzebeständigere Alternativen wie Avocadoöl oder raffiniertes Olivenöl zurück. Weitere Informationen über den Rauchpunkt von Ölen und Fetten finden Sie in unserem Ratgeber.

Salatdressing mit Pistazienöl

Pistazienöl ist eine hervorragende Grundlage für ein exklusives Salatdressing. Die nussige Note des Öls harmoniert besonders gut mit Balsamico-Essig, Zitronensaft oder Himbeeressig. Für ein einfaches Pistazienöl-Dressing verrühren Sie drei Teile Pistazienöl mit einem Teil hochwertigem Essig, etwas Honig, Salz und Pfeffer. Frische Kräuter wie Basilikum oder Minze verleihen dem Dressing eine zusätzliche Geschmacksdimension.

Besonders empfehlenswert ist Pistazienöl-Dressing zu Salaten mit Ziegenkäse, Feigen, Rucola oder gegrilltem Gemüse. Auch zu einem frischen Feldsalat mit gerösteten Pistazienkernen ist dieses Dressing ein Genuss.

Rezepte mit Pistazienöl

Pistazienöl lässt sich vielfältig in der Küche einsetzen. Hier einige Inspirationen für die Verwendung:

Für ein aromatisches Pesto ersetzen Sie das übliche Olivenöl teilweise durch Pistazienöl und kombinieren es mit frischem Basilikum, Parmesan und gerösteten Pinienkernen. Als elegantes Dessert-Topping träufeln Sie einige Tropfen über Vanilleeis, Panna Cotta oder griechischen Joghurt mit Honig. Ein besonderes Geschmackserlebnis bietet Pistazienöl über lauwarmem Ziegenfrischkäse mit Feigen und einem Spritzer Balsamico. Auch in selbstgemachten Kräuterölen und aromatisierten Ölen ist Pistazienöl eine hervorragende Basis. Es eignet sich ebenfalls zum Backen, insbesondere in Verbindung mit Gebäck, das von einer nussigen Note profitiert.

Pistazienöl in der Kosmetik

Im kosmetischen Bereich hat sich Pistazienöl dank seiner vielfältigen Eigenschaften als hochwertiger Pflegewirkstoff etabliert. Bereits im antiken Griechenland und im persischen Reich wurden Pistazien wegen ihrer verjüngenden Wirkung geschätzt.[2] Das Öl der Steinfrüchte findet sich heute in Cremes, Seren, Haarpflegeprodukten und Seifen. Die türkische Traditionsseife Mardin etwa enthält seit Jahrhunderten Pistazienöl und wird nach überliefertem Rezept hergestellt.

Pistazienöl für die Haut

Pistazienöl ist aufgrund seines hohen Vitamin-E-Gehalts ein wirkungsvolles Hautpflegemittel. Vitamin E wirkt als Antioxidans, fördert die Durchblutung, unterstützt die Wundheilung und kann Entzündungen reduzieren – Eigenschaften, die zur Kontrolle von Unreinheiten und zur Behandlung von Narben beitragen können.[8] Die emollienten Eigenschaften des Öls verhindern Feuchtigkeitsverlust und helfen, trockene und rissige Haut zu pflegen.

Die enthaltenen Phytosterole stärken die Hautbarriere und kurbeln die Zellregeneration an. Der hohe Ölsäuregehalt unterstützt die Lipidschicht der Haut zusätzlich, sodass Feuchtigkeit besser gebunden wird. Die Antioxidantien im Öl – insbesondere die Kombination aus Vitamin E und Carotinoiden – neutralisieren freie Radikale und können so zur Verminderung feiner Linien und Fältchen beitragen. Pistazienöl eignet sich für empfindliche, trockene und reife Hauttypen und bietet zudem einen gewissen Schutz vor kalten oder windigen Witterungsbedingungen. Auch als Trägeröl für ätherische Öle ist es geeignet.

Pistazienöl für die Haare

Die Kombination aus Vitamin E, Biotin und Fettsäuren macht Pistazienöl zu einem wertvollen Haarpflegemittel. Der hohe Anteil an Vitamin E und ungesättigten Fettsäuren nährt die Haarstruktur von innen, verleiht Glanz und kann das Wachstum kräftiger, gesunder Haare stimulieren. Biotin (Vitamin B7) – ein anerkannter Nährstoff für Haar und Nägel – kann Haarausfall entgegenwirken und sorgt für mehr Fülle und Stärke.

Als Haarkur eingesetzt, dringt Pistazienöl tief in die Haarstruktur ein, repariert Spliss und macht trockenes, sprödes Haar wieder geschmeidig. Besonders gut eignet es sich für coloriertes, lockiges oder strapazierten Haar, da es nährt, ohne einen fettigen Film zu hinterlassen. Einige Tropfen in das feuchte Haar oder die Haarspitzen einmassiert, verleihen dem Haar einen natürlichen Glanz.

Pistazienöl selber machen

Pistazienöl lässt sich prinzipiell auch selbst herstellen, erfordert allerdings eine geeignete Ölpresse. Für die Heimherstellung benötigen Sie eine Kaltpresse, die speziell für Nüsse und Kerne geeignet ist. Da der Ertrag bei der häuslichen Pressung relativ gering ausfällt – aus einem Kilogramm Pistazienkernen gewinnt man nur wenige hundert Milliliter Öl – sollten Sie abwägen, ob sich der Aufwand lohnt.

Verwenden Sie für ein hochwertiges Öl nur reife, naturbelassene Pistazienkerne in bester Qualität. Für ein besonders intensives Aroma können Sie die Kerne vor dem Pressen leicht rösten. Die Qualität des selbst hergestellten Pistazienöls hängt neben dem Herstellungsverfahren auch von der Frische und Lagerung der Kerne ab.

Das frisch gepresste Pistazienöl ist nur begrenzt haltbar und sollte in dunklen, gut verschlossenen Flaschen kühl gelagert werden. Die Zufuhr von Sauerstoff beschleunigt die Oxidation der empfindlichen ungesättigten Fettsäuren, daher sollte die Flasche stets luftdicht verschlossen sein. Im Kühlschrank bleibt das Öl etwa vier bis sechs Wochen frisch. Für eine längere Haltbarkeit von Speiseölen empfiehlt es sich, das Öl unmittelbar nach der Pressung einzufrieren.

Dosierung und Einnahme von Pistazienöl

Für die Einnahme von Pistazienöl als Nahrungsergänzung genügen ein bis zwei Teelöffel (ca. 5–10 ml) täglich. Diese Menge liefert bereits eine nennenswerte Portion Vitamin E und ungesättigte Fettsäuren, ohne die Kalorienaufnahme übermäßig zu steigern. Das Öl kann pur eingenommen oder in Smoothies, Müsli oder über fertige Speisen gegeben werden.

In der Küche empfiehlt sich eine sparsame Dosierung als Verfeinerungsöl: Wenige Tropfen genügen, um Salaten, Suppen oder Desserts eine nussige Note zu verleihen. Bei der kosmetischen Anwendung auf der Haut reichen wenige Tropfen für das Gesicht oder einzelne Hautpartien. Für eine Haarkur können Sie etwa einen Teelöffel in die Längen und Spitzen einmassieren und 20 bis 30 Minuten einwirken lassen.

Pistazienöl Nebenwirkungen

Pistazienöl gilt bei sachgemäßer Anwendung als gut verträglich. Dennoch gibt es einige Punkte, die beachtet werden sollten:

Der Pistazienbaum gehört zur Familie der Anacardiaceae, zu der auch Cashewbäume und Mangos zählen. Personen mit einer Nussallergie – insbesondere gegen Cashewkerne oder Pistazien – sollten Pistazienöl meiden, da es allergische Reaktionen wie Hautausschlag, Juckreiz oder in schweren Fällen Anaphylaxie auslösen kann. Die Pflanze enthält zudem Urushiol, ein Kontaktallergen, das auch in Giftsumach vorkommt.[13]

Aufgrund des hohen Kaloriengehalts von rund 900 kcal pro 100 ml sollte Pistazienöl in Maßen verwendet werden, insbesondere bei einer kalorienreduzierten Ernährung. Unsachgemäß gelagerte Pistazien und ihr Öl können mit Aflatoxinen belastet sein – daher ist es wichtig, auf geprüfte Qualität und korrekte Lagerung zu achten.[13] Bei bestehenden Gallenblasenproblemen ist wegen des hohen Fettgehalts Vorsicht geboten. Personen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, sollten vor einer regelmäßigen Einnahme von Pistazienöl Rücksprache mit ihrem Arzt halten, da der hohe Vitamin-E-Gehalt die Blutgerinnung beeinflussen kann.

Pistazienöl kaufen – Worauf sollte geachtet werden?

Pistazienöl gehört zu den hochpreisigen Speiseölen, da für die Gewinnung einer relativ kleinen Menge Öl eine beachtliche Menge Pistazienkerne benötigt wird. Beim Kauf sollten Sie auf folgende Qualitätsmerkmale achten:

Wählen Sie ein kaltgepresstes (natives) Pistazienöl in Bio-Qualität, um sicherzustellen, dass das Öl möglichst naturbelassen ist und die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Die Bezeichnung „kaltgepresst" garantiert, dass bei der Herstellung keine hohen Temperaturen eingesetzt wurden. Achten Sie auf eine dunkelgrüne Farbe und ein intensives, nussiges Aroma – beides sind Kennzeichen eines hochwertigen Pistazienöls. Je dunkler die Farbe, desto höher ist in der Regel der Gehalt an Chlorophyll und Carotinoiden.[1]

Da Pistazienöl nur begrenzt haltbar ist, empfiehlt sich der Kauf in kleinen Flaschen (100–250 ml). Das Öl sollte im Laden kühl und dunkel gelagert sein – starkes Tageslicht oder Wärme im Supermarkt beeinträchtigen die Qualität. Nach dem Öffnen sollte Pistazienöl im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von sechs bis zwölf Wochen verbraucht werden. Prüfen Sie zudem die Zutatenliste: Ein reines Pistazienöl enthält keine Zusatzstoffe oder Trägerstoffe. Pistazienöl ist online, in Feinkostgeschäften und gelegentlich bei gut sortierten Supermärkten erhältlich.

Häufige Fragen zu Pistazienöl

Wofür verwendet man Pistazienöl?

Pistazienöl ist vielseitig einsetzbar: In der Küche dient es als Finishing-Öl für Salate, Pasta, Suppen und Desserts. In der Kosmetik pflegt es Haut und Haare dank seines hohen Vitamin-E-Gehalts und der ungesättigten Fettsäuren. Es eignet sich auch als Massageöl oder Trägeröl für ätherische Öle.

Kann man mit Pistazienöl braten?

Kaltgepresstes Pistazienöl hat einen niedrigen Rauchpunkt von ca. 120–160 °C und ist daher zum Braten bei hohen Temperaturen nicht empfehlenswert. Es eignet sich am besten als Finishing-Öl oder für leichtes Sautieren bei niedriger Hitze. Zum scharfen Anbraten oder Frittieren sollten Sie auf hitzebeständigere Öle wie Avocadoöl ausweichen.

Ist Pistazienöl gesund?

Ja, Pistazienöl gilt als gesundes Öl. Es enthält rund 87 % ungesättigte Fettsäuren – überwiegend herzschützende Ölsäure (Omega-9) und Linolsäure (Omega-6). Studien zeigen, dass Pistazien den Cholesterinspiegel senken und die Gefäßgesundheit verbessern können. Das Öl ist außerdem reich an Vitamin E, Phytosterolen und Carotinoiden.

Wie schmeckt Pistazienöl?

Pistazienöl hat einen intensiven, nussig-süßen Geschmack, der an geröstete Pistazien erinnert. Im Vergleich zu anderen Nussölen verfügt es über ein besonders kräftiges Aroma. Geröstetes Pistazienöl schmeckt noch intensiver, mit einer leicht karamellisierten Note.

Wie lange ist Pistazienöl haltbar?

Ungeöffnetes Pistazienöl ist bei kühler, dunkler Lagerung bis zu 24 Monate haltbar. Nach dem Öffnen sollte es im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von 6 bis 12 Wochen verbraucht werden. Der hohe Gehalt an ungesättigten Fettsäuren macht es anfällig für Oxidation, weshalb die Flasche stets gut verschlossen sein sollte.

Was ist der Unterschied zwischen Pistazienöl und Schwarzkümmelöl?

Pistazienöl wird aus Pistazienkernen gewonnen und hat einen nussig-süßen Geschmack, während Schwarzkümmelöl aus den Samen des Echten Schwarzkümmels stammt und würzig-scharf schmeckt. Beide Öle sind reich an ungesättigten Fettsäuren, unterscheiden sich aber deutlich in Geschmack, Anwendung und Wirkstoffprofil.

Quellen

  1. Wikipedia contributors. Pistachio oil. Wikipedia, The Free Encyclopedia. Abgerufen von: https://en.wikipedia.org/wiki/Pistachio_oil
  2. Dreher, M. L. (2012). Pistachio nuts: composition and potential health benefits. Nutrition Reviews, 70(4), 234–240. In: Hernández-Alonso, P., et al. (2016). Pistachios for Health: What Do We Know About This Multifaceted Nut? Nutrition Today, 51(3), 133–138. doi:10.1097/NT.0000000000000160
  3. Rabadán, A., Álvarez-Ortí, M., Pardo, J. E., & Alvarruiz, A. (2018). Characterization of pistachio oils and defatted flours regarding cultivar and geographic origin. Journal of Food Composition and Analysis, 71, 56–64. doi:10.1016/j.jfca.2018.05.014
  4. Ferrante, C., et al. (2020). The Effect of Plant Water Status on the Chemical Composition of Pistachio Nuts (Pistacia vera L. Cultivar Bianca). Agriculture, 10(5), 167. doi:10.3390/agriculture10050167
  5. Catalán, L., et al. (2017). In: Mahmoodabadi, S. K., et al. (2012). Oil quality of pistachios (Pistacia vera L.) grown in East Azarbaijan, Iran. Journal of Food Quality and Hazards Control, 6(1), 37–42.
  6. Gebauer, S. K., West, S. G., Kay, C. D., et al. (2008). Effects of pistachios on cardiovascular disease risk factors and potential mechanisms of action: a dose-response study. American Journal of Clinical Nutrition, 88(3), 651–659. doi:10.1093/ajcn/88.3.651
  7. Asbaghi, O., et al. (2021). Consumption of pistachio nuts positively affects lipid profiles: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Critical Reviews in Food Science and Nutrition, 62(27), 7428–7437. doi:10.1080/10408398.2021.1916736
  8. Sabzi, S. & Kuhnert, N. (2023). Lipid composition of pistachio nuts. In: Herbal Dynamics Beauty. Pistachio Oil Benefits for Skin: The Wonders of Vitamin E. Abgerufen von: herbaldynamicsbeauty.com
  9. Sauder, K. A., McCrea, C. E., Ulbrecht, J. S., et al. (2014). Effects of pistachios on the lipid/lipoprotein profile, glycemic control, inflammation, and endothelial function in type 2 diabetes: a randomized trial. Metabolism, 63(9), 1131–1138. doi:10.1016/j.metabol.2014.06.003
  10. Kasliwal, R. R., et al. (2015). Effect of pistachio nut consumption on endothelial function and arterial stiffness. Nutrition, 31(5), 678–685. doi:10.1016/j.nut.2014.10.019
  11. Estruch, R., et al. (2013). Primary prevention of cardiovascular disease with a Mediterranean diet. New England Journal of Medicine, 368(14), 1279–1290. doi:10.1056/NEJMoa1200303
  12. vomFASS (2025). Smoke Point of Oils. Abgerufen von: vomfassusa.com
  13. GBIF Secretariat. Pistacia vera L. Global Biodiversity Information Facility. Abgerufen von: gbif.org