Basilikum, auch bekannt unter dem Namen Königskraut, ist eine grüne Pflanze mit zarten glänzenden Blättern, die ein frisches, würziges Aroma besitzen. Der botanische Name lautet Ocimum basilicum und die Pflanze gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).[1] Traditionell wird Basilikum gerne mit Tomaten kombiniert, weil sich die Aromen perfekt ergänzen. Der leicht süßliche Geruch, der ein wenig an Anis erinnert, ist auf das enthaltene Estragol (Methylchavicol) zurückzuführen.[2] Basilikum wächst in Europa und im gesamten Mittelmeerraum, ist aber auch in Asien, Ägypten und Indien heimisch.
Die aromatische Gewürzpflanze ist so beliebt, dass viele Basilikumliebhaber sie frisch auf der Fensterbank stehen haben, wo sie das ganze Jahr über wächst und gedeiht. Bereits im antiken Rom, in Griechenland, Ägypten und in der altindischen ayurvedischen Heilkunde hatte Basilikum einen festen Platz als Heil- und Gewürzpflanze. Aus dem Basilikum wird durch Wasserdampfdestillation das wertvolle ätherische Basilikumöl gewonnen, das in der Aromatherapie, Naturheilkunde und Kosmetik vielfältig eingesetzt wird.[3]
Gewinnung von Basilikumöl
Für die Herstellung von Basilikumöl werden Blätter, Stängel und Blüten der frischen Pflanze mittels Wasserdampfdestillation verarbeitet. Für einen Liter des reinen ätherischen Basilikumöls werden je nach Sorte und Standort zwischen 500 und 1000 Kilogramm Pflanzenteile benötigt.[4] Das gewonnene Öl ist leicht gelblich und besitzt einen intensiven, frisch-würzigen Duft mit einer süßen, leicht anisartigen Note. Die Qualität und Zusammensetzung des ätherischen Öls hängt stark vom Chemotyp, der Anbauregion und den klimatischen Bedingungen ab.[2]
Basilikumöl Inhaltsstoffe
Reines ätherisches Basilikumöl enthält eine komplexe Mischung aus flüchtigen sekundären Pflanzenstoffen. Die Zusammensetzung variiert je nach Chemotyp, jedoch wurden folgende Hauptinhaltsstoffe wissenschaftlich identifiziert:[2][5]
- Linalool (im europäischen Chemotyp dominant, 45–62 %)
- Estragol/Methylchavicol (je nach Chemotyp 0,5–74 %)
- Eugenol (2–15 %)
- 1,8-Cineol (Eucalyptol)
- β-Caryophyllen (2–3 %)
- α-Bergamoten
- Methyleugenol
- Monoterpenole (u. a. α-Fenchylalkohol)
- Sesquiterpene
- Oxide
- Phenole
- Ester
- Aldehyde
- Ketone
Die Hauptbestandteile Linalool und Eugenol gelten als maßgeblich für viele der pharmakologischen Eigenschaften des Basilikumöls. Linalool verleiht dem Öl eine blumig-würzige Note und wirkt beruhigend, während Eugenol für die antimikrobielle und schmerzlindernde Wirkung verantwortlich ist.[1]
Wirkung von Basilikumöl
Die pharmakologischen Wirkungen von Basilikumöl sind mittlerweile durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt. Reines ätherisches Basilikumöl besitzt folgende nachgewiesene Eigenschaften:[1][3][6]
- entzündungshemmend (antiinflammatorisch)
- antibakteriell
- antiviral
- antimykotisch (pilzhemmend)
- schmerzlindernd (analgetisch)
- krampflösend (antispasmodisch)
- schleimlösend (expektorierend)
- antioxidativ
- durchblutungsfördernd
- verdauungsfördernd
- immunmodulierend
- beruhigend und ausgleichend
- antidepressiv und stimmungsaufhellend
- konzentrationssteigernd
- menstruationsregulierend
- wehenfördernd
- insektenabweisend (repellent)
Wirkung von Basilikumöl auf die Psyche
Basilikumöl hat auf den Organismus und auf das Nervensystem eine ausgleichende und stärkende Wirkung. Die Stress senkende Wirkung lässt sich dadurch erklären, dass Basilikumöl die Bildung von Anti-Stress-Hormonen im Körper anregen kann.[3] Der Inhaltsstoff Linalool, der im europäischen Basilikumöl besonders reichlich vorhanden ist, hat in Studien beruhigende und angstlösende Eigenschaften gezeigt.[6] Dadurch werden auch depressive Verstimmungen gemildert und die Gedächtnisleistung gefördert. In der Aromatherapie wird Basilikumöl deshalb häufig bei nervöser Erschöpfung, Prüfungsangst, Konzentrationsschwäche und stressbedingter Schlaflosigkeit eingesetzt.
Die schmerzlindernde Wirkung von Basilikumöl
Basilikumöl besitzt wissenschaftlich belegte analgetische Eigenschaften. In Tiermodellen konnte das ätherische Öl von Ocimum basilicum Schmerzreaktionen um 48 bis 78 % reduzieren.[7] Bei Arthritis bietet es eine spürbare Linderung, denn es steigert die Durchblutung und sorgt dafür, dass die Niere verstärkt durchblutet wird. Infolgedessen wird der Harnsäurespiegel im Blut gesenkt und die kristallisierte Harnsäure in den Gelenken langsam abgebaut, sodass nicht nur die Schmerzen geringer werden, sondern auch die Schwellungen abnehmen. Eine klinische Studie zur topischen Anwendung von Basilikumöl bei Kniearthrose zeigte vergleichbare Ergebnisse zu Diclofenac-Gel.[8]
Die schleimlösende Wirkung von Basilikumöl
Durch die Verwendung von Basilikumöl wird die Flüssigkeitsbildung der Bronchien angeregt, was eine schleimlösende Wirkung entfaltet, die sich auch auf die Lungen erstreckt. Ein umfassender Review in Frontiers in Pharmacology bestätigt die positiven Effekte von Ocimum basilicum auf die Atemwege.[9] Hinzu kommt eine antibakterielle Wirkung, die Erkältungen und Schnupfen im Keim bekämpft. Zusätzlich ist das Basilikumöl in der Lage, krampfartigen Husten zu stillen. Das Inhalieren von ätherischen Ölen bei Atemwegsbeschwerden hat eine lange Tradition in der Naturheilkunde.
Verdauungsfördernd durch Basilikumöl
Die Verdauung wird durch Basilikumöl erleichtert, weil der Magen dazu angeregt wird, mehr Magensaft zu produzieren. Eine geregelte Verdauung ermöglicht eine bessere Nährstoffaufnahme. Basilikum wird in der traditionellen Medizin seit Jahrhunderten bei Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Krämpfen und Appetitlosigkeit eingesetzt.[3]
Basilikumöl bei Hautproblemen und Akne
Da Basilikumöl nicht nur durchblutungsfördernd, sondern auch antibakteriell wirkt, können entzündliche Hauterkrankungen, Pickel und Akne auf unterschiedlichen Ebenen bekämpft werden.[1] Entzündungen werden gehemmt und zugleich die Zellregeneration gefördert, was zu einer sichtbaren Verjüngung der Haut führen kann. Basilikumöl besitzt ein ausgeglichenes Verhältnis an Ethern und Monoterpenolen, wodurch es bei korrekter Dosierung hautfreundlich ist. Bei Überdosierung kann es allerdings hautreizend wirken. Geben Sie etwa 2 bis 3 Tropfen Basilikumöl in das Shampoo Ihrer Wahl, wenn Sie unter einer schuppenden und juckenden Kopfhaut leiden – die Beschwerden können so effektiv gelindert werden.
Entgiftung mit Basilikumöl
Nicht nur bei Arthritis zeigt das reine ätherische Basilikumöl positive Effekte, auch die Entgiftung des Körpers wird unterstützt. Durch die durchblutungsfördernde Wirkung werden die Nieren verstärkt durchblutet und können ihre Filterfunktion effizienter erfüllen.[6] Dadurch werden mehr Stoffwechselabfallprodukte ausgeschieden und zugleich Nährstoffe besser aufgenommen.
Basilikumöl bei Kopfschmerzen und Migräne
Die schmerzlindernde Wirkung von Basilikumöl ist in der Lage, Kopfschmerzen und Migräne spürbar zu lindern. Das reine ätherische Öl wird dabei nicht vorbeugend eingesetzt, sondern bei akut auftretenden Schmerzen. Tragen Sie dazu verdünntes Basilikumöl auf die Schläfen und den Nacken auf oder inhalieren Sie den Duft. Die Kombination aus analgetischen und krampflösenden Eigenschaften kann die Intensität von Kopfschmerzen deutlich reduzieren.[7]
Basilikumöl bei Menstruationsbeschwerden
Sollten Sie unter einer unregelmäßigen Menstruation oder dem Prämenstruellen Syndrom (PMS) leiden, kann die Verwendung von Basilikumöl hilfreich sein. Es regt die Bildung der Hormone an, die die Menstruation einleiten. Somit kann es dazu beitragen, dass die Periode nicht ausbleibt oder sich verzögert.[3] Bei Menstruationskrämpfen wirkt es zudem krampflösend. Beachten Sie jedoch, dass Basilikumöl in der Schwangerschaft nicht angewendet werden darf.
Übelkeit und Erbrechen mit Basilikumöl lindern
Übelkeit und Erbrechen werden häufig durch Bakterien ausgelöst, die mit der Nahrung aufgenommen wurden. Diese Beschwerden lassen sich durch die antibakterielle Wirkung von Basilikumöl mindern. Darüber hinaus werden auch unerwünschte Bakterien im Darm abgetötet, die unangenehme Bauchkrämpfe und Durchfall auslösen können. Das Basilikumöl wirkt zusätzlich den Krämpfen entgegen, weil die Bildung von Neurotransmittern, die Reize an die periphere Darmmuskulatur weiterleiten, gehemmt wird.[6]
Basilikumöl für die Haare
Basilikumöl erfreut sich in der natürlichen Haarpflege wachsender Beliebtheit. Die im ätherischen Öl enthaltenen Wirkstoffe Linalool und Eugenol fördern die Durchblutung der Kopfhaut und schaffen ein gesundes Milieu für die Haarfollikel.[1] Die antimikrobielle und antimykotische Wirkung hilft zudem gegen Schuppen und Kopfhautreizungen, die häufig mit Haarausfall in Verbindung stehen.
Basilikumöl gegen Haarausfall
Basilikumöl kann auf mehrere Weisen gegen Haarausfall wirken. Eugenol besitzt starke entzündungshemmende Eigenschaften, die chronische Mikro-Entzündungen an der Kopfhaut reduzieren – ein bekannter Hemmfaktor im Haarwachstumszyklus.[1] Linalool wiederum hemmt das Wachstum von Malassezia-Hefepilzen, die für Schuppenbildung und Follikulitis verantwortlich sein können. Durch die verbesserte Durchblutung gelangen zudem mehr Nährstoffe an die Haarwurzeln, was die Anagenphase (Wachstumsphase) des Haares unterstützen kann.
Basilikumöl Haare – Anwendung
Für die Anwendung von Basilikumöl an den Haaren mischen Sie 3 bis 5 Tropfen des reinen ätherischen Öls in einen Esslöffel Jojobaöl oder ein anderes Trägeröl. Massieren Sie die Mischung sanft in die Kopfhaut ein und lassen Sie sie mindestens 15 bis 30 Minuten einwirken, bevor Sie sie mit einem milden Shampoo auswaschen. Diese Behandlung kann ein- bis zweimal pro Woche durchgeführt werden. Alternativ geben Sie einfach 2 bis 3 Tropfen Basilikumöl in Ihre gewohnte Shampoo-Portion. Auch ein Haaröl aus Rosmarinöl und Basilikumöl hat sich für die Förderung des Haarwachstums bewährt.
Anwendungsgebiete von Basilikumöl
Basilikumöl lässt sich auf vielfältige Weise anwenden – sowohl äußerlich als auch innerlich. Die gängigsten Anwendungsformen sind:
- zur Inhalation in der Duftlampe oder im Diffusor
- als Badezusatz
- als Zusatz von Cremes, Lotionen und Shampoo
- für die Zubereitung von selbst gemachtem Parfüm
- als Bestandteil von Massageöl
- für Kompressenanwendungen
- zur innerlichen Einnahme (stark verdünnt)
- als aromatisches Speiseöl in der Küche
Bei folgenden Beschwerden ist eine Anwendung mit Basilikumöl empfehlenswert:
- Erbrechen und Übelkeit
- verschleimte Atemwege und Bronchitis
- Blähungen und Verdauungsbeschwerden
- Muskelkrämpfe
- Keuchhusten und Husten
- Fieber und Erkältungen
- Stress und Angstzustände
- Appetitlosigkeit
- depressive Verstimmungen
- juckende Insektenstiche
- geistige und körperliche Erschöpfung
- Migräne und Kopfschmerzen
- Nervosität und Schlaflosigkeit
- Prämenstruelles Syndrom (PMS)
- Konzentrationsschwäche
- Haarausfall und Kopfhautprobleme
- Arthritis und Gelenkschmerzen
Inhalation gegen Schnupfen und Erkältungen
Für eine Inhalation mit Basilikumöl geben Sie auf eine Schüssel mit heißem Wasser maximal 5 Tropfen reines ätherisches Basilikumöl. Legen Sie ein Handtuch über den Kopf und atmen Sie die Dämpfe für 5 bis 10 Minuten tief ein. Bei der Nutzung einer Duftlampe oder einem Diffusor können Sie zusätzlich 3 Tropfen Zitronenöl und 2 Tropfen Pfefferminzöl hinzugeben, um die schleimlösende Wirkung zu verstärken. Auch Eukalyptusöl eignet sich hervorragend als Ergänzung bei Erkältungsbeschwerden.
Bei Insektenstichen den Juckreiz mit Basilikumöl mindern
Obwohl Sie Basilikumöl normalerweise nicht pur auftragen sollten, können Sie auf einen juckenden Insektenstich etwa alle 2 Stunden einen Tropfen des puren Basilikumöls geben. Beobachten Sie bei der Erstbehandlung die Reaktion Ihrer Haut sorgfältig. Sollten sich gerötete und juckende Stellen auf der Hautoberfläche zeigen, ist von einer weiteren Behandlung mit dem unverdünnten Basilikumöl abzusehen und stattdessen eine verdünnte Variante zu wählen.
Die innerliche und äußerliche Anwendung von Basilikumöl
Basilikumöl lässt sich nicht nur äußerlich in Cremes, Massageölen und Badezusätzen anwenden, sondern auch innerlich. Vermischen Sie dazu einen Tropfen Basilikumöl mit einem Teelöffel Honig und rühren Sie die Mischung in eine Tasse lauwarmen Tee. Diese Methode eignet sich besonders bei Verdauungsbeschwerden und Übelkeit. Sprechen Sie die innerliche Einnahme von ätherischen Ölen jedoch vorab mit einem Arzt oder Heilpraktiker ab.
Inhalation von Basilikumöl unterwegs
Sollten Sie unter einem Reizdarm oder nervösen Magen leiden, hilft eine kurzzeitige Inhalation mit Basilikumöl. Geben Sie dafür einfach einen Tropfen des reinen ätherischen Öls auf ein Taschentuch und inhalieren Sie den Duft, bis sich die Beschwerden mindern. Diese einfache Methode hilft Ihnen auch, wenn Sie unter Lampenfieber, Prüfungsangst oder innerer Unruhe leiden.
Basilikumöl in der Duftlampe und im Diffusor
Damit Sie psychisch nicht verspannen, ist die Inhalation von Basilikumöl über eine Duftlampe oder einen Diffusor eine wirksame Maßnahme. Als Ergänzung zum reinen ätherischen Basilikumöl eignen sich folgende Öle für harmonische Duftmischungen:
Eine Entspannung der Nerven mithilfe einer aromatischen Inhalation bietet dem Organismus vielfältige Unterstützung – von der Linderung von Erkrankungssymptomen bis hin zu einer Stärkung des Immunsystems. Bei der Inhalation ist eine hautreizende Wirkung, die bei Überdosierung bei der äußerlichen Anwendung auftreten kann, nicht zu befürchten.
Basilikumöl als Massageöl
Bei der Anmischung eines therapeutischen Massageöls geben Sie auf 10 ml Trägeröl Ihrer Wahl maximal 3 Tropfen Basilikumöl, damit Sie die hautreizende Wirkung bei Überdosierung vermeiden können. Als Trägeröl eignen sich folgende Öle besonders gut:
Achten Sie bei der Auswahl eines Trägeröls nicht nur auf die Qualität (am besten Bio-Qualität und kalt gepresst), sondern auch auf den Geruch. Milde Öle, die kaum einen Eigengeruch haben, eignen sich als Trägeröle am besten, da Sie den Duft des Basilikumöls dann noch intensiver wahrnehmen können.
Basilikumöl als Badezusatz
Sie können Basilikumöl auch als wohltuenden Badezusatz verwenden. Geben Sie dazu ein paar Tropfen Basilikumöl zusammen mit anderen ätherischen Ölen Ihrer Wahl in ein kleines Glas mit Sahne (ca. 2 EL Sahne oder Molke) und vermischen Sie alles gründlich. So emulgieren die ätherischen Öle mit dem Badewasser und schwimmen nicht auf der Oberfläche. Ein Basilikum-Aromabad wirkt entspannend auf Muskulatur und Geist und kann bei Gelenkbeschwerden und Stress wohltuend sein.
Basilikumöl gegen Zecken
Das ätherische Basilikumöl besitzt insektenabweisende Eigenschaften, die auch gegen Zecken wirksam sein können.[1] Für einen natürlichen Zeckenschutz mischen Sie 5 bis 8 Tropfen Basilikumöl mit 50 ml eines Trägeröls und tragen Sie die Mischung vor dem Aufenthalt in der Natur auf die unbedeckte Haut auf. Die Schutzwirkung ist allerdings zeitlich begrenzt und muss regelmäßig aufgefrischt werden. Ergänzend wirken auch Kokosöl und Schwarzkümmelöl als natürliche Zeckenabwehr. Beachten Sie, dass natürliche Repellents keinen hundertprozentigen Schutz bieten und bei Zeckengebieten weitere Schutzmaßnahmen erforderlich sein können.
Basilikumöl in der Küche
Neben dem reinen ätherischen Öl findet vor allem selbst hergestelltes Basilikumöl – ein sogenanntes Mazerat – Verwendung in der Küche. Es eignet sich hervorragend als Würzöl für Salate, Pasta, Pizza und mediterrane Gerichte. Das aromatische Speiseöl verleiht Gerichten eine frische, würzige Note und kann als Finishing-Öl über fertige Speisen geträufelt werden. Selbst gemachtes Basilikumöl ist wesentlich milder als das reine ätherische Öl und kann daher bedenkenlos in der Küche verwendet werden. Tipps zur Herstellung von aromatisierten Kräuterölen finden Sie in unserem Ratgeber.
Basilikumöl in der Schwangerschaft
Basilikumöl ist während der gesamten Schwangerschaft ein Tabu, weil es wehenfördernd und menstruationsanregend wirkt.[10] Erst am Ende der Schwangerschaft kann das reine ätherische Basilikumöl unter Anweisung des behandelnden Gynäkologen oder der Hebamme verwendet werden, wenn die Wehen gezielt gefördert werden sollen. Auf frisches Basilikum als Gewürz – etwa auf Tomate-Mozzarella – brauchen Sie in der Schwangerschaft nicht zu verzichten, weil die im frischen Kraut enthaltenen Wirkstoffe wesentlich geringer konzentriert sind als im reinen ätherischen Öl. Wenden Sie daher das reine ätherische Basilikumöl in der Schwangerschaft unter keinen Umständen ohne ärztliche Genehmigung an.
Basilikumöl selber machen – Rezept
Basilikumöl können Sie als Mazerat einfach selber herstellen. Das selbst gemachte Basilikumöl eignet sich hervorragend für die Küche und ist wesentlich milder und geringer dosiert als das reine ätherische Basilikumöl.
Klassisches Basilikumöl selber machen (Kaltauszug)
Die Zutaten:
- zwei Hände voll frische Basilikumblätter und -stängel, grob zerkleinert
- kalt gepresstes Olivenöl (alternativ Rapsöl oder Sonnenblumenöl)
Die Zubereitung: Geben Sie den zerkleinerten, frischen Basilikum in ein sauberes Schraubglas. Übergießen Sie die Pflanzenteile mit dem Öl, bis alle Teile vollständig bedeckt sind. Schwenken Sie das gut verschlossene Schraubglas täglich einmal durch, damit die Mazeration gleichmäßig verläuft. Überzeugen Sie sich dabei immer wieder, dass alle Pflanzenteile mit Öl bedeckt sind – andernfalls könnte die Mischung schimmeln. Lassen Sie das Glas ca. 4 Wochen lang an einem dunklen, warmen Ort ziehen.
Nach Ablauf der 4 Wochen filtern Sie das fertige Basilikumöl durch ein feines Sieb oder Baumwolltuch ab und füllen es in eine dunkle Ölflasche. Lagern Sie es kühl und dunkel.
Schnelles Basilikumöl – Basilikumöl mit Erhitzen herstellen
Wenn es schneller gehen soll, können Sie Basilikumöl auch durch sanftes Erhitzen herstellen. Erwärmen Sie dazu 250 ml Olivenöl in einem Topf auf ca. 60 bis 70 °C (nicht kochen!) und geben Sie eine große Handvoll gewaschene und trocken getupfte Basilikumblätter hinzu. Lassen Sie die Mischung bei niedriger Temperatur etwa 10 Minuten ziehen, nehmen Sie den Topf vom Herd und lassen Sie das Öl vollständig abkühlen. Anschließend abseihen und in eine saubere Flasche füllen. Dieses Basilikumöl ist sofort verwendbar.
Basilikumöl Haltbarkeit
Selbst hergestelltes Basilikumöl (Kaltauszug) hält sich im Kühlschrank etwa 2 bis 4 Wochen. Das durch Erhitzen gewonnene Öl ist bei kühler, dunkler Lagerung bis zu 4 Wochen haltbar. Achten Sie darauf, dass keine Wasserreste in das Öl gelangen, da diese die Haltbarkeit verkürzen und Schimmelbildung begünstigen. Das reine ätherische Basilikumöl ist bei korrekter Lagerung (dunkel, kühl, gut verschlossen) hingegen etwa 2 bis 3 Jahre haltbar. Allgemeine Informationen zur Haltbarkeit von Speiseölen finden Sie in unserem Ratgeber.
Dosierung und Einnahme von Basilikumöl
Die richtige Dosierung von Basilikumöl ist entscheidend, um die gewünschte Wirkung zu erzielen und Nebenwirkungen zu vermeiden. Folgende Richtwerte gelten für Erwachsene:
- Duftlampe/Diffusor: 3 bis 5 Tropfen, bei Bedarf mit anderen ätherischen Ölen mischen
- Inhalation über heißem Wasser: maximal 5 Tropfen auf eine Schüssel Wasser
- Massageöl: maximal 3 Tropfen auf 10 ml Trägeröl (entspricht ca. 1,5 % Verdünnung)
- Badezusatz: 5 bis 8 Tropfen, emulgiert in 2 EL Sahne oder Molke
- Shampoo-Zusatz: 2 bis 3 Tropfen pro Waschgang
- Innerliche Einnahme: 1 Tropfen mit einem TL Honig in lauwarmen Tee (nur nach Rücksprache mit Arzt oder Heilpraktiker)
Basilikumöl sollte niemals unverdünnt großflächig auf die Haut aufgetragen werden. Führen Sie vor der ersten Anwendung stets einen Verträglichkeitstest an einer kleinen Hautstelle (z. B. an der Innenseite des Unterarms) durch und warten Sie 24 Stunden auf mögliche Hautreaktionen.[10]
Basilikumöl Nebenwirkungen
Je nach Chemotyp und Sorte des Basilikumöls enthält es unterschiedliche Mengen an Estragol (Methylchavicol). Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat Estragol als potenziell bedenklich bei übermäßigem Konsum eingestuft.[11] Allerdings konnten aktuelle Übersichtsarbeiten zeigen, dass das in der Pflanzenmatrix enthaltene Nevadensin die potenziell schädlichen Effekte von Estragol neutralisieren kann, sodass Basilikum in üblicher Anwendung als sicher gilt.[8]
Bei Überdosierung von Basilikumöl sind folgende Nebenwirkungen möglich:
- Hautreizungen und allergische Reaktionen (bei äußerlicher Anwendung)
- Übelkeit, Schwindel und Benommenheit
- Ohnmacht (bei starker Überdosierung)
Basilikumöl sollte in folgenden Fällen nicht angewendet werden:
- In der Schwangerschaft und Stillzeit (wehenfördernd)
- Bei Epilepsie
- Bei Kleinkindern und Säuglingen
- Bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Lippenblütlern
Bevorzugen Sie stets das europäische Basilikumöl mit hohem Linaloolgehalt, da es als sicherer gilt als der asiatische Chemotyp mit hohem Estragolanteil.[5]
Basilikumöl kaufen – Worauf sollte geachtet werden?
Beim Kauf von reinem ätherischen Basilikumöl sollten Sie auf folgende Qualitätsmerkmale achten:
Es wird zwischen zwei grundlegenden Chemotypen unterschieden, die sich in ihrer Zusammensetzung und Verträglichkeit deutlich unterscheiden:
Das europäische Basilikumöl (botanisch: Ocimum basilicum L. subsp. basilicum) zeichnet sich durch einen hohen Linaloolgehalt (45–62 %) aus und wirkt hautpflegend. Es ist für aromatherapeutische und kosmetische Anwendungen die bevorzugte Wahl.[5]
Das asiatische bzw. tropische Basilikumöl (Ocimum basilicum subsp. minimum L.) weist einen hohen Estragolgehalt auf und ist für therapeutische Anwendungen weniger gut geeignet, da es bei empfindlichen Personen Nebenwirkungen auslösen kann.[2]
Achten Sie beim Kauf auf folgende Punkte:
- 100 % naturrein und nicht synthetisch hergestellt
- Bio-Qualität (kontrolliert biologischer Anbau)
- Angabe des botanischen Namens und Chemotyps auf dem Etikett
- Angabe des Herkunftslandes
- Abfüllung in dunklen Glasflaschen zum Schutz vor Licht
- Chargennummer und Mindesthaltbarkeitsdatum
Hochwertige ätherische Basilikumöle sind in Apotheken, Bioläden, Reformhäusern und bei spezialisierten Anbietern wie Primavera oder Taoasis erhältlich. Günstige Basilikumöle aus Drogeriemärkten wie dm oder Rossmann können qualitativ stark variieren – prüfen Sie stets die Inhaltsstoff-Angaben auf dem Etikett.
Quellenverzeichnis
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