Zitronengrasöl

Zuletzt aktualisiert: 12.02.26

Zitronengras ist auch unter dem englischen Namen „Lemongrass“ bekannt. Die Pflanze gehört zur Gattung Cymbopogon aus der Familie der Süßgräser (Poaceae), die weltweit rund 180 Arten, Unterarten und Varietäten umfasst [1]. Aus den Blättern und Stengeln von Cymbopogon citratus (Westindisches Zitronengras) und Cymbopogon flexuosus (Ostindisches Zitronengras) wird das wertvolle ätherische Zitronengrasöl gewonnen [2]. Das duftende Zitronengras hat seinen Ursprung in tropischen Regionen Südostasiens, Indiens, Afrikas und Südamerikas – Gebiete, in denen die Pflanze dank hoher Temperaturen und Luftfeuchtigkeit optimal gedeiht. In Indien wird ätherisches Zitronengrasöl seit Jahrhunderten in der traditionellen ayurvedischen Medizin eingesetzt. Die Gräser erreichen Wuchshöhen von bis zu einem Meter und werden nicht nur zu ätherischem Öl verarbeitet, sondern finden auch als Gewürz in der Küche und als Tee Verwendung. Die US-amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) stuft Zitronengrasöl als „generally recognized as safe“ (GRAS) ein [3].
Zitronengrasöl – Ätherisches Öl aus Cymbopogon citratus

Gewinnung von Zitronengrasöl

Das leicht gelb bis bernsteinfarben gefärbte Zitronengrasöl wird überwiegend durch Wasserdampfdestillation der frischen oder leicht angetrockneten Blätter und Stengel gewonnen [4]. Dieses Verfahren gilt als Standardmethode und liefert ein Öl mit besonders hohem Citral-Gehalt, dem wichtigsten Qualitätsmerkmal [5]. Die Ölausbeute liegt bei etwa 1,5 % bis 2,5 % (v/w bezogen auf die frische Biomasse), was deutlich höher ist als bei vielen anderen ätherischen Ölen wie etwa Basilikumöl (0,3–1,1 %) oder Thymianöl (0,5–1,3 %) [3]. Für die Herstellung von einem Liter reinem ätherischem Zitronengrasöl werden etwa 50 kg Pflanzenmasse benötigt. Die Duftrichtung ist frisch-zitronig und erinnert intensiv an Zitronen, wobei das Aroma kräftiger und kräutiger ist als das von echtem Zitronenöl.

Zitronengrasöl Inhaltsstoffe

Das reine ätherische Zitronengrasöl besitzt ein komplexes phytochemisches Profil. Der mit Abstand wichtigste Inhaltsstoff ist Citral, das in zwei isomeren Formen vorliegt – Geranial (E-Citral) und Neral (Z-Citral) – und zusammen 75–85 % der Gesamtölzusammensetzung ausmacht [3] [5]. Der hohe Citral-Gehalt ist maßgeblich für die antimikrobiellen, antioxidativen und antimykotischen Eigenschaften des Öls verantwortlich. Folgende weitere Inhaltsstoffe sind in Zitronengrasöl enthalten [2] [6]:

  • β-Myrcen (zweithäufigste Komponente, analgetisch und antibakteriell)
  • Geraniol
  • Citronellal
  • Citronellol
  • Linalool
  • Nerol
  • Geranylacetat
  • Limonen
  • Farnesol
  • β-Caryophyllen
  • 6-Methyl-5-hepten-2-on
  • Caprinsäure
  • Caprylsäure

Die genaue Zusammensetzung variiert je nach Anbaugebiet, Erntezeitpunkt, Pflanzenart (C. citratus vs. C. flexuosus) und Destillationsmethode [5].

Wirkung von Zitronengrasöl

Die Wirkung von Zitronengrasöl ist wissenschaftlich in zahlreichen Studien untersucht worden. Das Öl zeigt folgende nachgewiesene Eigenschaften [7] [8] [3]:

  • antibakteriell (wirksam gegen Staphylococcus aureus, E. coli, Salmonella u. a.)
  • antimykotisch (antifungal, wirksam gegen Candida-Arten)
  • antiviral
  • entzündungshemmend (antiinflammatorisch)
  • antioxidativ (fängt freie Radikale ab)
  • insektenabwehrend (repellent gegen Mücken und andere Insekten)
  • verdauungsfördernd und appetitanregend
  • fiebersenkend (antipyretisch)
  • durchblutungsfördernd
  • adstringierend (zusammenziehend)
  • antiseptisch und keimhemmend
  • schmerzlindernd (analgetisch, durch β-Myrcen)
  • beruhigend auf das Nervensystem
  • konzentrationsfördernd und anregend auf den Geist

Die meisten Menschen empfinden den Duft von Zitronengrasöl als sehr angenehm, da er frisch und belebend, aber nicht aufdränglich ist. Müdigkeit und Schlappheit werden gemindert, wenn das Öl in einer Duftlampe, einem Diffusor oder bei einer Massage verwendet wird. Die flüchtigen Aromastoffe stimulieren die linke Gehirnhälfte und fördern so die Konzentration und geistige Klarheit.

Aufgrund seiner immunstimulierenden Wirkung wird Zitronengrasöl gern vorbeugend während der Grippe- und Erkältungszeit eingesetzt. Auch bei einem bereits ausgebrochenen fiebrigen Infekt kann das Öl unterstützend wirken, da es fiebersenkende und keimhemmende Eigenschaften vereint. Das Inhalieren ätherischer Öle mit Zitronengras kann bei Atemwegsinfekten wohltuend sein.

In der Kosmetik wirkt Zitronengrasöl straffend und zusammenziehend. Verdünnt in einem Trägeröl kann es zur Vorbeugung von Schwangerschaftsstreifen und zur Linderung von Cellulite beitragen. Durch die durchblutungsfördernde Wirkung regt es zudem den Appetit an.

Die Verwendung in einer Duftlampe fördert die Ausschüttung von Neurotransmittern, insbesondere Noradrenalin, das den Geist aktiviert und den Organismus stimuliert. Depressive Phasen und Antriebsschwäche können gemildert werden, wenn Bäder, Massagen oder eine Duftlampe mit Zitronengrasöl zum Einsatz kommen. Die Kreativität wird angeregt und neue Lösungswege werden leichter gefunden.

Anwendungsgebiete von Zitronengrasöl

Ätherisches Zitronengrasöl ist äußerst vielseitig einsetzbar. Es kann äußerlich (verdünnt auf der Haut), aromatisch (per Diffusor oder Duftlampe) und – in Lebensmittelqualität – auch innerlich angewendet werden. Im Folgenden finden Sie die beliebtesten Anwendungsgebiete:

Zitronengrasöl für die Duftlampe

Die Raumbeduftung ist eine der häufigsten Anwendungen von Zitronengrasöl. Geben Sie 3–5 Tropfen des ätherischen Öls in eine Duftlampe oder einen elektrischen Diffusor mit Wasser. Der frische, zitronige Duft wirkt belebend auf den Geist, steigert die Konzentration und vertreibt gleichzeitig Insekten aus den Wohnräumen. Besonders in den Sommermonaten ist dies ein angenehmer natürlicher Schutz.

Zitronengrasöl harmoniert von der Wirkung und vom Geruch her besonders gut mit folgenden ätherischen Ölen:

Zitronengrasöl als Massageöl

Für eine Massage mischen Sie 2–3 Tropfen Zitronengrasöl mit einem Esslöffel Trägeröl wie Mandelöl, Jojobaöl oder Kokosöl. Eine Studie zeigte, dass eine Massage mit Zitronengrasöl den diastolischen Blutdruck senken und eine harmonisierende Wirkung auf das Nervensystem haben kann [9]. Die durchblutungsfördernde Eigenschaft macht das Öl besonders geeignet bei Muskelverspannungen, Cellulite und zur Straffung des Bindegewebes.

Zitronengrasöl als Badezusatz

Für ein belebendes Bad geben Sie 3–5 Tropfen Zitronengrasöl zusammen mit einem Emulgator (z. B. ein Esslöffel Sahne, Honig oder Meersalz) ins warme Badewasser. Da ätherische Öle nicht wasserlöslich sind, ist ein Emulgator wichtig, damit sich das Öl gleichmäßig verteilt und keine unverdünnten Tropfen auf der Hautoberfläche schwimmen. Ein solches Bad wirkt wohltuend bei Erschöpfung, nervlicher Anspannung und Muskelschmerzen.

Zitronengrasöl gegen Mücken und Insekten

Zitronengrasöl ist einer der bekanntesten natürlichen Insektenschutzmittel. Die enthaltenen Wirkstoffe Citral, Citronellal und Geraniol überlagern die menschlichen Körpergerüche, die Mücken anziehen, und wirken so als natürliches Repellent [10]. In einer thailändischen Studie tötete Zitronengrasöl in einer Konzentration von 10 % innerhalb von 24 Stunden 100 % der getesteten Mückenarten (Aedes aegypti, Culex quinquefasciatus und Anopheles dirus) ab [10].

Gegenüber synthetischen Mitteln wie DEET ist die Schutzwirkung allerdings kürzer (in der Regel unter 2 Stunden), weshalb eine regelmäßige Auffrischung empfohlen wird [11]. Für einen wirkungsvollen natürlichen Mückenschutz können Sie das Zitronengrasöl in einer Duftlampe verdampfen oder ein Spray herstellen: Mischen Sie 10–15 Tropfen Zitronengrasöl mit 100 ml Wasser und einem Spritzer Alkohol oder Hamamelis in einer Sprühflasche.

Zitronengrasöl für die Haut

In der Hautpflege wird Zitronengrasöl vor allem für fettige und großporige Haut geschätzt. Seine adstringierende (zusammenziehende) Wirkung hilft, die Poren zu verfeinern, und seine antimikrobiellen Eigenschaften können bei Akne unterstützend wirken [8]. Wichtig: Verwenden Sie Zitronengrasöl auf der Haut stets verdünnt in einem Trägeröl mit einer maximalen Konzentration von 0,7 %, um Hautreizungen zu vermeiden [12]. Für empfindliche oder beschädigte Haut ist das Öl weniger geeignet. Ein Patch-Test auf einer kleinen Hautstelle (z. B. Innenseite des Unterarms) vor der ersten Anwendung ist empfehlenswert.

Auch bei Fußpilz kann Zitronengrasöl dank seiner antimykotischen Wirkung unterstützend eingesetzt werden. Geben Sie hierfür 2–3 Tropfen in ein Fußbad mit warmem Wasser.

Mundspülung mit Zitronengrasöl

Zitronengrasöl zeigt vielversprechende Ergebnisse in der Mundgesundheit. Studien belegen, dass bereits eine 2-prozentige Zitronengrasöl-Lösung das Wachstum von Bakterien hemmen kann, die Zahnfleischerkrankungen verursachen [13]. Eine indische Studie konnte zeigen, dass Zitronengrasöl die orale Biofilm-Bildung um bis zu 76 % reduziert – ein vielversprechendes Ergebnis für die natürliche Zahnpflege [13]. Außerdem zeigte eine Untersuchung mit 40 Teilnehmern, dass eine Mundspülung mit Zitronengrasöl in verschiedenen Konzentrationen antioxidative Aktivität aufwies und eine sinnvolle Ergänzung zur regelmäßigen Zahnhygiene darstellen könnte [14].

Für eine natürliche Mundspülung mit Zitronengrasöl geben Sie 1–2 Tropfen eines biologischen, lebensmitteltauglichen Zitronengrasöls in ein Glas warmes Wasser und spülen Sie den Mund 30–60 Sekunden lang. Alternativ kann das Ölziehen mit einigen Tropfen Zitronengrasöl in Kokosöl die Mundflora unterstützen. Beachten Sie, dass Zitronengrasöl in hoher Dosierung die Mundschleimhaut reizen kann – verwenden Sie es daher stets stark verdünnt.

Zitronengrasöl zum Kochen

Ätherisches Zitronengrasöl in Lebensmittelqualität kann als konzentrierte Alternative zu frischem Zitronengras in der Küche verwendet werden. Bereits 1 Tropfen genügt, um Suppen, Currys, Dressings oder Smoothies ein intensives Zitronengras-Aroma zu verleihen. Achten Sie unbedingt darauf, ein Zitronengrasöl in Bio-Qualität zu verwenden, das ausdrücklich zum Einnehmen geeignet ist. Ätherische Öle sind hochkonzentriert – weniger ist hier immer mehr.

In der asiatischen Küche wird Zitronengras traditionell für Tom Kha Gai, Pad Thai oder grünes Curry verwendet. Mit einem hochwertigen Zitronengrasöl zum Kochen können Sie dieses Aroma ganzjährig nutzen, auch wenn kein frisches Zitronengras verfügbar ist.

Zitronengrasöl in der Aromatherapie

In der Aromatherapie ist Zitronengrasöl ein fester Bestandteil. Der belebende Duft wird gezielt eingesetzt, um die Stimmung zu heben, geistige Erschöpfung zu lindern und die Konzentration zu verbessern [7]. Aromatherapeuten verwenden das Öl häufig bei:

  • Stress und nervöser Erschöpfung
  • Konzentrationsschwierigkeiten und geistiger Müdigkeit
  • depressiven Verstimmungen und Antriebslosigkeit
  • Kopfschmerzen (traditionelle australische Anwendung)
  • Erkältungskrankheiten und Atemwegsbeschwerden

Für eine schnelle Anwendung unterwegs können Sie 1–2 Tropfen Zitronengrasöl auf ein Taschentuch geben und daran riechen. Diese einfache Inhalation kann bei aufkommender Müdigkeit oder Konzentrationsproblemen helfen.

Zitronengrasöl zur Reinigung und Desinfektion

Dank seiner keimhemmenden Eigenschaften eignet sich Zitronengrasöl hervorragend als natürlicher Zusatz für Reinigungsmittel. Um eine Flächendesinfektion herzustellen, mischen Sie:

  • 1 Liter Wasser
  • 8 ml Alkohol (70-prozentig)
  • 4 ml Zitronengrasöl

Geben Sie die Mischung in eine Sprühflasche und verwenden Sie sie zur Desinfektion von Oberflächen. Besonders in Krankenzimmern oder Räumen mit hoher Personenfrequenz kann diese Lösung zur Reduzierung von Krankheitserregern beitragen. Bei glänzenden Kunststoffoberflächen sollten Sie zunächst an einer unauffälligen Stelle testen, um Beschädigungen zu vermeiden.

Alternativ können Sie 2 ml Zitronengrasöl in 500 ml flüssige Schmierseife mischen und damit Fußböden reinigen. Die enthaltenen Wirkstoffe lösen hartnäckige Flecken und hinterlassen einen frischen, sauberen Duft.

Zitronengrasöl und Katzen

Wichtiger Sicherheitshinweis: Zitronengrasöl ist für Katzen potenziell giftig. Katzen fehlt das Leberenzym Glucuronyltransferase, das für den Abbau vieler ätherischer Öle notwendig ist. Die im Zitronengrasöl enthaltenen Terpene und Phenole können sich im Körper der Katze anreichern und zu Vergiftungserscheinungen führen. Symptome einer Vergiftung können Erbrechen, Durchfall, Zittern, Lethargie und Atemnot umfassen.

Wenn Sie Katzen im Haushalt haben, sollten Sie Zitronengrasöl nur in gut belüfteten Räumen verwenden, zu denen die Katze keinen Zugang hat, oder gänzlich darauf verzichten. Sprays oder offene Duftlampen mit Zitronengrasöl sind in Haushalten mit Katzen nicht zu empfehlen. Konsultieren Sie im Zweifel immer Ihren Tierarzt.

Zitronengrasöl selber machen

Ein echtes ätherisches Zitronengrasöl können Sie zu Hause nur durch Wasserdampfdestillation herstellen – dafür benötigen Sie eine kleine Destille und eine beträchtliche Menge frisches Zitronengras. Die Destillation ist zeitaufwändig und die Ölausbeute für den Hausgebrauch eher gering, weshalb sich der Aufwand wirtschaftlich kaum lohnt.

Was Sie jedoch einfach selbst herstellen können, ist ein Zitronengras-Ölauszug (Mazerat): Geben Sie frisches, fein geschnittenes Zitronengras in ein sauberes Glasgefäß und übergießen Sie es vollständig mit einem hochwertigen Trägeröl wie Olivenöl oder Sesamöl. Lassen Sie den Ansatz 2–4 Wochen an einem warmen, dunklen Ort ziehen und schütteln Sie ihn täglich. Anschließend abseihen – fertig ist Ihr selbst gemachtes Zitronengrasöl für die Küche oder als Massageöl-Grundlage. Dieses Mazerat ist allerdings kein konzentriertes ätherisches Öl und besitzt eine deutlich mildere Wirkung.

Dosierung und Einnahme von Zitronengrasöl

Die richtige Dosierung hängt von der Anwendungsform ab:

  • Duftlampe/Diffusor: 3–5 Tropfen in Wasser
  • Massageöl: 2–3 Tropfen auf 1 Esslöffel (15 ml) Trägeröl (entspricht ca. 0,5–1 %)
  • Badezusatz: 3–5 Tropfen mit Emulgator ins Badewasser
  • Hautpflege: Maximal 0,7 % Konzentration im Trägeröl [12]
  • Innerliche Einnahme: Nur in Bio-/Lebensmittelqualität, maximal 1–2 Tropfen mit einem TL Honig in lauwarmem Tee, bis zu 3-mal täglich
  • Mundspülung: 1–2 Tropfen in einem Glas warmem Wasser
  • Insektenspray: 10–15 Tropfen auf 100 ml Wasser mit Emulgator

Grundsätzlich gilt: Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenwirkstoffe. Beginnen Sie mit einer niedrigen Dosierung und erhöhen Sie bei Bedarf schrittweise. Die orale Einnahme sollte nur nach Rücksprache mit einem Arzt, Heilpraktiker oder erfahrenen Aromatherapeuten erfolgen.

Nebenwirkungen und Sicherheitshinweise

Obwohl Zitronengrasöl von der FDA als sicher eingestuft wird, sind bei unsachgemäßer Anwendung Nebenwirkungen möglich [12] [15]:

  • Hautreizungen: Bei zu hoher Konzentration oder unverdünnter Anwendung kann es zu Rötungen, Juckreiz und Brennen kommen. Besonders empfindliche Haut reagiert stark auf den hohen Citral-Gehalt.
  • Allergische Reaktionen: Personen mit Allergien gegen Gräser der Familie Poaceae (Süßgräser) können allergisch auf Zitronengrasöl reagieren.
  • Schleimhautreizung: Im Bereich der Augen, Ohren, Nase, Mund und Genitalbereich kann das Öl Trockenheit und Brennen verursachen. Nicht ins Badewasser ohne Emulgator geben.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Schwangere und stillende Frauen sollten Zitronengrasöl meiden oder nur nach ärztlicher Rücksprache verwenden, da es uterusstimulierende Wirkung haben kann. Lesen Sie mehr über ätherische Öle in der Schwangerschaft.
  • Kinder: Bei Kindern unter 6 Jahren sollte Zitronengrasöl nicht oder nur in minimaler Dosierung und unter Aufsicht eingesetzt werden.
  • Geistige Verwirrtheit: In übermäßiger Dosierung kann das Öl Verwirrtheit und Unwohlsein auslösen.

Hinweis zur Phototoxizität: Entgegen weit verbreiteter Annahmen ist Zitronengrasöl nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand nicht phototoxisch. Laut dem Standardwerk „Essential Oil Safety“ von Robert Tisserand und Rodney Young sowie einer Studie zur Photohämolyse-Testung von Duftstoffen wurde bei Zitronengrasöl keine phototoxische Reaktion nachgewiesen [15] [16]. Es kann dennoch bei empfindlicher Haut zu Reizungen kommen, wenn die Haut nach der Anwendung starker Sonnenstrahlung ausgesetzt wird – dies ist jedoch eine allgemeine Hautreizung, keine Phototoxizität im eigentlichen Sinne.

Bewahren Sie Ihr Zitronengrasöl stets in einer dunklen Glasflasche, kühl und fest verschlossen auf. Das Öl ist hoch flüchtig und verliert bei unsachgemäßer Lagerung schnell an Qualität.

Zitronengrasöl kaufen – Worauf sollte geachtet werden?

Beim Kauf von Zitronengrasöl sollten Sie auf folgende Qualitätsmerkmale achten:

  • 100 % reines ätherisches Öl: Achten Sie darauf, dass es sich um ein naturrein ätherisches Öl handelt – nicht um ein synthetisches Duftöl oder ein naturidentisches Öl, da diese keinerlei therapeutische Wirkung bieten.
  • Botanische Bezeichnung: Auf dem Etikett sollte Cymbopogon citratus oder Cymbopogon flexuosus als Pflanzenart angegeben sein.
  • Bio-Qualität: Insbesondere wenn Sie das Zitronengrasöl zum Einnehmen oder als Mundspülung verwenden möchten, ist Bio-Qualität aus kontrolliert biologischem Anbau empfehlenswert.
  • Herkunft und Gewinnungsverfahren: Hochwertiges Zitronengrasöl wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Die Angabe des Herkunftslandes (z. B. Indien, Nepal, Madagaskar) ist ein Qualitätszeichen.
  • Verpackung: Dunkle Glasflaschen mit Tropfeinsatz schützen das Öl vor Lichteinwirkung und erleichtern die Dosierung.
  • Chargenprüfung: Seriöse Hersteller bieten GC/MS-Analysezertifikate (Gaschromatographie/Massenspektrometrie) an, die die Reinheit und Zusammensetzung belegen.

Zitronengrasöl ist in Apotheken, Reformhäusern, Drogeriemärkten wie dm und Rossmann sowie im Online-Fachhandel erhältlich. Vergleichen Sie Preise und Qualitätsangaben, da die Unterschiede erheblich sein können. Ein reines ätherisches Zitronengrasöl in Bio-Qualität kostet in der Regel zwischen 5 und 12 Euro für 10 ml.

Quellen

  1. Akhila, A. (2010). Essential Oil-Bearing Grasses: The Genus Cymbopogon. CRC Press. ISBN 978-0-8493-7857-6.
  2. Avoseh, O., Oyedeji, O., & Rungqu, P. (2015). Cymbopogon species; ethnopharmacology, phytochemistry and the pharmacological importance. Molecules, 20(5), 7438–7453. doi:10.3390/molecules20057438
  3. Rhimi, W. et al. (2022). In: Recent Advances in Lemongrass Essential Oil: Food Safety, Preservation, and Bioactivity in Food Systems. Comprehensive Reviews in Food Science and Food Safety. PMC12679344.
  4. Oyen, L. P. A., & Dung, N. X. (1999). Plant resources of South-East Asia. No. 19. Essential-oil plants. Backhuys Publishers.
  5. Salimi, F., Abdollahi, F. & Yavari, A. (2024). Investigating the Quantitative and Qualitative Changes of Lemongrass (Cymbopogon citratus) Essential oil in Response to Drying Methods. Chemistry Africa, 7, 3077–3085. doi:10.1007/s42250-024-01023-z
  6. Poonpaiboonpipat, T. et al. (2023). Essential Oil Composition Analysis of Cymbopogon Species from Eastern Nepal by GC-MS and Chiral GC-MS, and Antimicrobial Activity of Some Major Compounds. Molecules, 28(2), 746. doi:10.3390/molecules28020746
  7. Shah, G., Shri, R., Panchal, V., Sharma, N., Singh, B., & Mann, A. S. (2011). Scientific basis for the therapeutic use of Cymbopogon citratus, stapf (Lemon grass). Journal of Advanced Pharmaceutical Technology & Research, 2(1), 3–12. doi:10.4103/2231-4040.79796
  8. Boukhatem, M. N., Ferhat, M. A., Kameli, A., Saidi, F., & Kebir, H. T. (2014). Lemon grass (Cymbopogon citratus) essential oil as a potent anti-inflammatory and antifungal drugs. Libyan Journal of Medicine, 9(1), 25431. doi:10.3402/ljm.v9.25431
  9. Ali, B., Al-Wabel, N. A., Shams, S., Ahamad, A., Khan, S. A., & Anwar, F. (2015). Essential oils used in aromatherapy: A systemic review. Asian Pacific Journal of Tropical Biomedicine, 5(8), 601–611. doi:10.1016/j.apjtb.2015.05.007
  10. Baldacchino, F. et al. (2013). The repellency of lemongrass oil against stable flies, tested using video tracking. Parasite, 20, 21. doi:10.1051/parasite/2013021
  11. Maia, M. F., & Moore, S. J. (2011). Plant-based insect repellents: a review of their efficacy, development and testing. Malaria Journal, 10(Suppl 1), S11. doi:10.1186/1475-2875-10-S1-S11
  12. Tisserand, R., & Young, R. (2014). Essential Oil Safety: A Guide for Health Care Professionals (2nd ed.). Churchill Livingstone/Elsevier. ISBN 978-0-443-06241-4.
  13. Dwivedi, D. et al. (2019). Effect of lemongrass essential oil on oral biofilm formation – an in vitro study. Journal of International Oral Health, 11(1), 18–22.
  14. Sivaranjani, A. et al. (2019). Antioxidant and antimicrobial activity of lemongrass essential oil mouthwash: A randomized, double-blind, controlled trial. Journal of Indian Society of Periodontology, 23(2), 138–143. doi:10.4103/jisp.jisp_302_18
  15. Leite-de-Moraes, M. et al. (2020). Safety assessment of Cymbopogon citratus essential oil: Comprehensive toxicological evaluation. Regulatory Toxicology and Pharmacology, 113, 104651.
  16. Placzek, M. et al. (2007). Evaluation of Phototoxic Properties of Fragrances. Acta Dermato-Venereologica, 87(4), 312–316. doi:10.2340/00015555-0251