Kaktusfeigenkernöl

Kaktusfeigenöl aus Nordafrika wird aktuell als der Geheimtipp in der Kosmetik für Haut, Haare und Nägel gehandelt. Das in einem extrem aufwendigen Verfahren gewonnene Öl soll dabei ein echter Jungbrunnen sein. Das liegt an dem hohen Teil an Antioxidantien, vor allem Vitamin E, das die Zellen vor den freien Radikalen schützt und somit der natürlichen Hautalterung Einhalt gebietet. Was steckt alles in dem wohl teuersten Öl der Welt?Kaktusfeigenkernöl

Gewinnung von Kaktusfeigenkernöl

Die Kaktusfeige findet sich in Nordafrika, Mittelamerika und der Karibik sowie Teilen Australiens. Das Kakteengewächs gedeiht am besten in einem trockenen und heißen Klima, wie es typisch für Wüstenregionen ist, zeigt sich jedoch trotzdem stabil gegenüber anderen Witterungseinflüssen. Früchte und Blätter der Kaktusfeige sind essbar. In der mexikanischen Küche schätzt man die Pflanze sehr, und in Ägypten werden während der Saison an jeder Straßenecke auf Eselskarren die dort Tin Shoki genannten Früchte verkauft. Kaktusfeigen erreichen eine Höhe von bis zu sechs Metern und bilden eiförmige Früchte mit einem satten orangegelben Farbton aus. Im Gegensatz zu anderen Kakteenarten sind die Dornen der Kaktusfeige nicht besonders stark ausgeprägt und fehlen manchmal sogar komplett.

Während die Verarbeitung der Früchte und Blätter zu Speisen und Säften aller Art recht bekannt ist, wissen nur wenige, dass aus der Kaktusfeige ein sehr ergiebiges Öl gewonnen werden kann. Dieses Öl ist ideal für kosmetische Anwendungen, da es hautverbessernd wirkt und so ersten Falten sowie der Alterung der Haut vorbeugt. Um das Kaktusfeigenkernöl zu gewinnen, werden die besten Früchte von Hand geerntet, geschält und behutsam entkernt. Die Schalen werden als Tierfutter benutzt oder manchmal auch einfach entsorgt. Danach werden die Kerne gewaschen, an der Luft getrocknet und ihr Gewicht berechnet. Im Anschluss werden sie bis zur weiteren Verwendung an einem kühlen und dunklen Ort gelagert. Um eine optimale Qualität des Kaktusfeigenkernöls zu erreichen, werden die Kerne erst dann gepresst, wenn ein Bedarf an diesem Öl besteht. Um eine möglichst schonende Verarbeitung und den Schutz der wertvollen Bestandteile der Kerne zu gewährleisten, wird zur Ölgewinnung ein Kaltpressverfahren angewendet. Davor werden die Kerne jedoch noch einmal auf 50 Grad erwärmt, da sie durch die Lagerung relativ hart geworden sind. Die Hitze sorgt dafür, dass sie wieder etwas weicher und geschmeidiger werden. Kaktusfeigenkernöl ist ein sehr hochwertiges Produkt, da rund 450 Kilogramm Früchte notwendig sind, um einen Liter Öl zu gewinnen. Das bedeutet etwa 4000 Früchte, die knapp eine Million Kerne enthalten. Damit ist die Arbeit allerdings noch nicht beendet. Damit das Kaktusfeigenkernöl seine typische goldgelbe Farbe erhält, wird es mehrfach gefiltert. In kleineren Manufakturen geschieht das oft sogar noch von Hand. Somit erklärt sich ebenfalls, warum Kaktusfeigenkernöl seinen Preis hat. Auf dem Markt gibt es leider schwarze Schafe, die das Öl durch eine Wärmebehandlung und die Zugabe von Chemikalien gewinnen. Dadurch gehen nicht nur die Wirkstoffe verloren, sondern es bleiben auch gefährliche Rückstände der Chemikalien im Öl.

Kaktusfeigenkernöl Inhaltsstoffe

In Kaktusfeigenkernöl sind jede Menge lebenswichtiger Fettsäuren in einer sehr hohen Konzentration enthalten. So wartet das Öl mit einem Anteil an ungesättigten Fettsäuren von mehr als 88 Prozent auf, davon beträgt alleine der Gehalt an Linolsäure, die auch unter dem Namen Omega-6-Fettsäure ein Begriff ist, rund 70 Prozent. Bei Linolsäure handelt es sich um eine zweifach ungesättigte Fettsäure. Als essenzielle Fettsäure wird sie vom Organismus für verschiedene Stoffwechselprozesse benötigt, doch der Körper ist nicht in der Lage, sie selbst herzustellen. Kaktusfeigenkernöl schließt diese Lücke, was es vom ernährungsphysiologischen Standpunkt aus sehr wertvoll macht und daher als Nahrungsergänzungsmittel unbedingt zu empfehlen ist. Linolsäure regt überdies die Produktion von Prostaglandin an. Dieses Gewebehormon unterstützt die Blutgerinnung und beugt somit entzündlichen Prozessen aller Art im Körper vor, was Kaktusfeigenkernöl prädestiniert für die Verwendung in Hautpflegemitteln.

Das Öl weist zudem eine hohe Konzentration an Tokopherolen auf, auf einen Liter kommen 720 Milligramm. Unter dem Begriff Tokopherolen sind mehrere Verbindungen zusammengefasst, deren chemische Struktur große Ähnlichkeiten aufweist. In Kaktusfeigenkernöl beträgt der Anteil an Gamma-Tokopherol 81,9 Prozent, an Beta-Tokopherol 3 Prozent sowie an Delta-Tokopherol 1,2 Prozent und Alpha-Tokopherol 13,9 Prozent. Alpha-Tokopherol wird oft als Vitamin E bezeichnet, doch ist dies nicht korrekt. Unter dem Begriff Vitamin E wird eine Gruppe von sechzehn verschiedenen fettlöslichen chemischen Verbindungen zusammengefasst. Darunter fallen auch die Tokopherole. Diese Substanzen sind für die antioxidative Wirkung des Kaktusfeigenkernöls verantwortlich. Sie sorgen vor allem dafür, dass die in dem Öl enthaltenen ungesättigten Fettsäuren nicht von freien Radikalen zerstört werden. Denn freie Radikale zeichnen sich für den Hautalterungsprozess verantwortlich. Sie entstehen, wenn der Organismus Zigarettenrauch, Umweltgiften, ionisierter Strahlung von Mobiltelefonen, Computer oder Fernsehen, Alkohol, Medikamenten und vermehrter körperlicher Anstrengung ausgesetzt ist. Das Kaktusfeigenkernöl ist in der Lage, eine Barriere zu bilden, die den freien Radikalen Einhalt gebietet und die Immunzellen schützt. Aus diesem Grund werden Tokopherole auch als Radikalfänger bezeichnet.

Wirkung von Kaktusfeigenkernöl

Kaktusfeigenkernöl wartet nicht nur mit vielen hervorragenden Nährstoffen auf, sondern wird vor allem aufgrund der Antioxidantien als Mittel gegen Alterungsprozesse aller Art in letzter Zeit immer mehr äußerlich angewendet. Das Öl wird entweder pur verwendet oder kann mit Cremes und Lotionen vermischt werden. Der Körper kann die in Kaktusfeigenkernöl enthaltenen essenziellen Fettsäuren sehr gut aufnehmen. Die Linolsäure sorgt dafür, dass Schmerzen gelindert und Hautirritationen beruhigt werden. Die wasserabweisenden Eigenschaften der enthaltenen Prostaglandine schützen vor Austrocknung und regen die Wundheilung an.

Anwendungsgebiete von Kaktusfeigenkernöl

Kaktusfeigenkernöl für die Haut

Bereits im Jahr 2003 wurde Kaktusfeigenkernöl auf eine antioxidative Wirkung hin für die innere und äußere Einnahme untersucht. Das Ergebnis der Studie zeigte, dass durch das Öl Zellschäden verhindert werden können, die durch oxidativen Stress entstehen. Unter oxidativem Stress versteht man Zellschäden, die durch die sogenannten freien Radikale verursacht werden. Durch die Verhinderung dieser Zellschädigung sowie die enthaltenen Inhaltsstoffe Betanin und Indicaxathin ist Kaktusfeigenkernöl geradezu ein Jungbrunnen für die Haut. Das Öl unterstützt die natürliche Zellerneuerung, bremst die Entstehung feiner Fältchen sowie Augenringen und den berüchtigten Schatten unter den Augen. Alters- und Pigmentflecken verblassen deutlich unter der Anwendung, das gleiche wird bei Krähenfüßen beobachtet. Die positiven Effekte treten bereits nach einer relativ kurzen Anwendung auf. Das Hautbild präsentiert sich deutlich vitaler, straffer und gesünder, denn die in Kaktusfeigenkernöl enthaltenen Wirkstoffe wirken zudem feuchtigkeitsspendend.

Gesicht, Hals und Hände stellen die Hauptareale dar, in denen das Öl zur Hautpflege angewendet wird. Es ist ebenfalls möglich, Massagen oder andere Heilanwendungen mit Kaktusfeigenkernöl durchzuführen. Öle, die wie Kaktusfeigenkernöl einen hohen Gehalt an Linolsäure aufweisen, werden begleitend bei der Behandlung von Neurodermitis angewendet. Kaktusfeigenkernöl wird auf die gereinigte Haut von Gesicht und Hals aufgetragen und mit sanften Bewegungen einmassiert. Es kann auch eingeklopft werden. Das Öl zieht sehr schnell in die Haut ein und fettet nicht nach.

Kaktusfeigenkernöl für die Haare

Kaktusfeigenkernöl ist zudem ein Wundermittel für die Haare. Denn das aus den Samen gewonnene Öl glättet die Haarstruktur, wobei gleichzeitig Glanz und Geschmeidigkeit des Haares wiederhergestellt werden. Ideal ist es, Haar und Kopfhaut eine regelmäßig Ölmassage zu gönnen, um die Haarfasern zu stärken. Denn diese Anwendung entspannt nicht nur, sondern die Wirkstoffe aus dem Kaktusfeigenkernöl können so tief in die Haut einziehen. So entfalten sich die pflegenden Effekte am besten. Daneben eignet sich das Öl natürlich auch, um es wie eine Kur in die Haarspitzen zu deren Kräftigung einzumassieren.

Kaktusfeigenkernöl in der Kosmetik

Kaktusfeigenkernöl kann mit Hyralorongel vermischt werden und gibt so einen hervorragenden Make up-Entferner ab. Wird das Öl auf die Nägel aufgetragen, wird die Oberfläche spürbar glatter. Das verleiht den Fingernägeln insgesamt einen gepflegteren Eindruck. Die Aminosäure Polin ist reichlich in Kaktusfeigenkernöl enthalten. Sie ist für die Neubildung von Bindegewebe und Knorpel von Bedeutung, was einen Vorteil hat, wenn Kaktusfeigenkernöl bei Cellulite zur Massage und Körperpflege benutzt wird. Nach dem Duschen oder Baden sollte das Öl sparsam aufgetragen und sanft in die noch leicht feuchte Haut einmassiert werden. Kaktusfeigenkernöl ist dann richtig, wenn nach Kosmetika gesucht wird, die nachhaltig sind, aber gleichzeitig mit einer hohen Wirkstoffdichte überzeugen. Bereits nach kurzer Anwendungsdauer zeigen sich erstaunliche Ergebnisse. Doch auch langfristig kann das wohl teuerste Öl der Welt problemlos angewendet werden.

Worauf Sie beim Kauf von Kaktusfeigenkernöl achten sollten

Viele erschrecken zunächst einmal, wenn sie mit dem relativ hohen Preis des Kaktusfeigenkernöls konfrontiert werden. Für 80 Milliliter müssen rund 20 Euro bezahlt werden. Grund für diesen stolzen Preis ist der aufwendige Herstellungsprozess. Denn Kaktusfeigenkernöl ist ein Produkt, das in Handarbeit hergestellt wird. Zur Ernte und dem immensen Verarbeitungsaufwand kommt noch die stattliche Anzahl der benötigten Kerne hinzu. Verwirrung wird oft mit Namen betreiben, da ist oft auch Kaktusöl oder Kaktusfeigenblütenöl zu lesen. Bei Produkten, die unter diesen Bezeichnungen angeboten werden, ist davon auszugehen, dass kein Kaltpressverfahren stattfand. Entweder wurde das Öl mittels Mazeration hergestellt.

Darunter versteht man das Einlegen der Blüten der Kaktusfeige in ein anderes Öl bei Zimmertemperatur. Diese Öle besitzen nur andeutungsweise die Effekte von reinem Kaktusfeigenkernöl, werden jedoch in der Industrie aufgrund des günstigen Preises verwendet. Daher sollten auch die Augen aufgehalten werden, wenn Kosmetika mit Bestandteilen der Kaktusfeige angeboten werden. Denn wenn reines Kaktusfeigenkernöl enthalten ist, muss das auch genauso auf dem Etikett stehen. Das reine Öl sollte daher durch Kaltpressung gewonnen sein. Wenn auf dem Etikett weitere Inhaltsstoffe wie Duftstoffe, Farbstoffe, Konservierungsmittel oder andere Zusätze aufgeführt sind, handelt es sich um ein Produkt, das gestreckt wurde. Das ist nicht verboten, rechtfertigt jedoch auf keinen Fall einen hohen Preis. Idealerweise wird das Öl in Flaschen aus dunklem Glas angeboten, falls nicht, sollte es zu Hause unbedingt umgefüllt werden. Je nach Verwendungszweck kann eine Pipette zum genaueren Dosieren des Kaktusfeigenkernöls gute Dienste leisten.