Rosmarinöl

Reines ätherisches Rosmarinöl wird aus der Rosmarinpflanze gewonnen, die als Heil- und Gewürzpflanze bekannt ist. Bereits im Altertum wurde der Rosmarin, der aus dem Mittelmeerraum stammt sehr geschätzt. Rosmarin war das Symbol der Schönheit und Liebe, daher war er auch der Göttin Aphrodite geweiht. Mittlerweile hat sich die, als Küchengewürz beliebte Heilpflanze weit verbreitet.
Rosmarinöl

In Deutschland ist sie in unzähligen Gärten anzutreffen. Blüten und Blätter des Rosmarins enthalten eine einzigartige Wirkstoffkombination an wertvollen Inhaltsstoffen, die eine vielfältige Anwendung in der traditionellen Volksmedizin erlaubt, und die Pflanze zu einer begehrten Räucherpflanze machte. Der Rauch von Wacholder und Rosmarin wurde einst zur Reinigung und Desinfektion der Raumluft verwendet (sogar in Krankenhäusern). Früher begleitete die Würzpflanze die Menschen von der Geburt bis zum Tod. Rosmarinzweige wurden sowohl in die Wiege gelegt, wie auch als Brautschmuck und Grabschmuck nach der Beerdigung.

Mönche brachten die Würzpflanze etwa im Jahr 100 nach Christi Geburt in den Mittelmeerraum, sie galt in den Klöstern als Heilpflanze und ist ein wichtiger Bestandteil der mediterranen Küche geworden. Der Duft ist häufig ein Bestandteil würziger Parfums, wenn das reine ätherische Rosmarinöl in Alkohol gelöst wird. In der Regel werden die Rosmarinpflanzen etwa 50 Zentimeter hoch, können aber auch bis zu 2 Meter hoch wachsen. Die Blütezeit liegt zwischen März und Mai, wenn der balsamische Duft der Pflanze, ein wenig an Kampfer erinnernd, besonders betörend ist. Die Heilpflanze gehört zur Familie der Lippenblütler. Der Name der Pflanze leitet sich von dem lateinischen Begriff "ros maris" ab, der mit "Tau des Meeres" übersetzt wird.

Gewinnung von Rosmarinöl

Aufgrund der Herkunft gibt es beim Rosmarin unterschiedliche Chemotypen, die sich auch in der Wirkung ein wenig unterscheiden. Das reine ätherische Rosmarinöl wird aus dem blühenden Kraut der Pflanze destilliert, nachdem es getrocknet wurde. Je nach Pflanzenart werden für die Gewinnung von 1 Liter reinem ätherischen Rosmarinöl 50 bis 80 Kilogramm Kraut benötigt. Nach der Wasserdampfdestillation ist das reine ätherische Öl sofort verwendbar und muss nicht noch nachbehandelt werden. Als Nebenprodukt entsteht Rosmarinhydrolat, ein nach Rosmarin duftendes Wasser, das sich nach der Wasserdampfbildung bei der Wasserdampfdestillation niederschlägt und zu einem angenehm duftenden Hydrolat wird.

Rosmarinöl Inhaltsstoffe

Das reine ätherische Rosmarinöl besteht aus unzähligen Inhaltsstoffen, die zumeist noch gar nicht erforscht sind. Folgende Substanzen gehören zu den wichtigsten, bekannten Inhaltsstoffen: Termineol, Monoterpene, Borneol, Ketone, Campher, Oxide, Cineol, Phenole, Thymol, Sesquiterpene, Camphen, Monoterpenole, Pinen, Ester und Linalool.

Wirkung von Rosmarinöl

Reines ätherisches Rosmarinöl gehört zu den ätherischen Ölen, die reich an Monoterpenen sind, daher ist es hautreizend und wird für die äußerliche Anwendung schwach dosiert. Trotz der geringen Dosierung sind folgende Wirkungen auf den menschlichen Organismus deutlich spürbar:

  • belebend
  • entkrampfend
  • durchblutungsfördernd
  • antibakteriell
  • schleimlösend
  • entzündungshemmend
  • keimtötend
  • stärkt das Immunsystem
  • lindert rheumatische Beschwerden, antirheumatisch
  • steigert den Blutdruck
  • steigert den Antrieb
  • sorgt für ein seelisches Gleichgewicht
  • steigert die Konzentrationsfähigkeit und die Kreativität
  • stärkt das Selbstvertrauen
  • lindert Stresssymptome
  • stärkt Herz und Leber
  • antiviral
  • antimykotisch
  • antiseptisch
  • entwässernd
  • regt die Wundheilung an
  • regt die Verdauung an

Anwendungsgebiete von Rosmarinöl

Da reines ätherisches Rosmarinöl sehr vielseitig wirkt, gibt es einige Erkrankungen und Beschwerden, die durch verschiedenste Anwendungen mit Rosmarin gelindert werden können:

  • Konzentrations- / Gedächtnisschwäche
  • Apathie
  • geistige und körperliche Erschöpfung
  • unreine, fettige Haut / Akne
  • Asthma
  • Ödeme
  • Diabetes
  • Bronchitis
  • Neuralgien
  • Erkältung, Grippe
  • Gallensteine
  • Ohrenschmerzen
  • Gicht
  • Leber- und Herzerkrankungen
  • Rheuma
  • zu niedriger Blutdruck
  • schlechte Durchblutung
  • Schuppen auf der Kopfhaut
  • Krämpfe
  • Muskelschmerzen, Muskelkater
  • schlecht heilende Wunden
  • Haarausfall

Massagen mit Rosmarinöl

Reines ätherisches Rosmarinöl steigert die Durchblutung und den Blutdruck, daher kann eine Massage mit dem heilsamen Öl bei vielen Beschwerden Linderung bringen. Das reine ätherische Öl darf nicht unverdünnt auf der Haut angewendet werden, daher muss es vor einer geplanten Massage immer mit einem eher geruchslosen Trägeröl vermischt werden. Je nach Empfindlichkeit der Haut reichen bereits 2 Tropfen Rosmarinöl auf 50 ml Trägeröl aus, um eine angenehme Wirkung verspüren zu können. Massagen mit Rosmarinöl sind eine gute Vorbereitung vor dem Sport, weil die Durchblutung gesteigert und die Muskeln aufgewärmt, werden. Die Massage mit einer Rosmarinölmischung ruft, aufgrund der gesteigerten Durchblutung, ein subjektives Wärmegefühl, das nicht nur von Sportlern als besonders angenehm empfunden wird. Nicht nur vor dem Sport, sondern auch nach dem Sport kann eine Massage mit einem Trägeröl und reinem ätherischen Rosmarinöl angenehm sein. Muskelkater und Muskelschmerzen werden vorgebeugt, kleine Wunden heilen schneller und der angenehme Duft wirkt der körperlichen und geistigen Erschöpfung entgegen. Während einer Massage werden zudem Ödeme und Lymphstauungen gemindert. Muskeln entkrampfen und der wärmende Nebeneffekt einer Massage wirkt sich positiv auf den gesamten Organismus aus. Beim Sport ergeben sich immer leichte Verstauchungen, Prellungen, Sehnenentzündungen oder stumpfe Verletzungen, diese Schäden werden bei einer Massage mit Rosmarinöl gleich therapiert und können besser ausheilen. Bei der Anmischung von einem Massageöl mit Rosmarinöl können andere reine ätherische Öle, wie z. B. Rosmarinöl oder Wintergrünöl, hinzugefügt werden, um die Wirkung der Massage zu intensivieren.

Eine Kopfhautmassage mit einer Mischung aus einem pflegenden Trägeröl und Rosmarinöl kann Kopfschmerzen lindern, Schuppen auf der Kopfhaut lösen und Haarausfall entgegenwirken. Gegen juckende und schuppige Kopfhaut wird Rosmarin sehr häufig verwendet, sogar in Shampoos, die bereits fertig zubereitet im Handel erhältlich sind. Das Rosmarinöl durchblutet die Kopfhaut gezielt, wirkt antibakteriell, zellregenerierend und antimykotisch. Sie können die Kopfhaut mit einem Rosmarinmassageöl nicht nur massieren, sondern auch unterstützend einige Tropfen des reinen ätherischen Rosmarinöls in Ihr Lieblingsshampoo geben.

Bei Kopfschmerzen und Migräne reicht es sogar aus, wenn ein Tropfen der Mischung aus Trägeröl und Rosmarinöl auf der Stirn verteilt wird. Sie können sich Ihr "Migräneöl" selber mischen und in einem kleinen Ölfläschchen mit Rollkappe immer mit sich führen, wenn Sie häufig unter Migräne oder Kopfschmerzen leiden. Ein paar Tropfen Rosmarinöl können die Wirkung des Rosmarinöls in der Mischung noch steigern.

Inhalationen mit Rosmarinöl

Ob nun mithilfe einer Duftlampe, eines Verneblers oder als Dampfinhalation, eine Inhalation mit Rosmarinöl ist bei grippalen Infekten, Husten und Erkältung besonders angenehm. Kopfschmerzen werden gelindert, Schleim gelöst, die Nase wieder frei, die Schleimhäute schwellen ab und die körperliche Schwäche wird gelindert. Rosmarin entspannt nicht nur Muskeln, sondern auch den Geist, sobald der Stress gemindert wird, kann das Immunsystem vom Organismus gestärkt werden. Es lohnt sich daher wirklich, in der Grippe- und Erkältungszeit öfter einmal eine Duftlampe mit Rosmarinöl, zu verwenden.

Die Verwendung von reinem ätherischen Rosmarinöl in der Duftlampe ist auch empfehlenswert, wenn Sie sich auf bestimmte Arbeiten besonders konzentrieren müssen. Ihre Nerven und Ihr Durchhaltevermögen werden durch den angenehmen Duft ebenfalls gestärkt, sodass auch schwierige Arbeiten leichter fallen. Um die Merk- und Konzentrationsfähigkeit auch unterwegs steigern zu können, benötigen Sie lediglich ein Fläschchen mit reinem ätherischen Rosmarinöl und ein Taschentuch. 1 bis 2 Tropfen von dem reinen ätherischen Öl auf dem Taschentuch reichen aus, um die Gedächtnisleistung ansteigen zu lassen, weil sich mehr Blut im Gehirn konzentriert. Die desinfizierende Wirkung von Rosmarinöl kann auch mit einer Duftlampe verbreitet werden. Besonders in der Erkältungszeit ist die Verwendung von reinem ätherischen Rosmarinöl in der Duftlampe empfehlenswert, weil das Atmen erleichtert wird und zugleich die Raumluft gereinigt und desinfiziert wird. Dieser Effekt kann noch gesteigert werden, wenn Sie sich zeitgleich einen Rosmarintee kochen.

Zusätzlich zu einer Massage der Kopfhaut bei Kopfschmerzen und Migräne mit Rosmarinöl, kann die Verwendung einer Duftlampe den Kopfschmerz mindern. Eine Tasse Rosmarintee kann die lindernde Wirkung der Duftlampe unterstützen.

Mücken mögen den Duft von Rosmarin gar nicht, daher kann die Verwendung des reinen ätherischen Rosmarinöls in der Duftlampe den angenehmen Nebeneffekt haben, dass Mücken und Insekten vertrieben werden. Um Mücken und Insekten effektiv mit dem Duft ätherischer Öle vertreiben zu können, ist die Kombination mit reinem ätherischen Eukalyptusöl und Citronellaöl, möglich.

Zu niedriger Blutdruck, daraus resultierender Schwindel, Herzrhythmusstörungen oder Herzrasen, die zusätzlich durch Stress ausgelöst werden, können mit Rosmarinöl therapiert werden. Da Sie bei Herzbeschwerden allerdings ganz genau dosieren müssen, sollten Sie sich vor einer geplanten Therapie mit Rosmarinöl bei Ihrem behandelnden Arzt, Heilpraktiker oder Aromatherapeut, erkundigen.

Sie fühlen sich matt und abgeschlagen, ein stressiger Tag liegt hinter Ihnen, Sie finden aber keinen Grund, glücklich zu sein. Nehmen Sie sich an einem solchen Tag die Zeit, für entspannte Stunden mit Ihrer Duftlampe und ein paar Tropfen Rosmarinöl. Das reine ätherische Öl wirkt ausgleichend auf die Psyche und unterstützt die körpereigene Dopaminproduktion. Atmen Sie tief ein und aus, wenn die Duftlampe brennt, die geistige Erschöpfung, die Anspannung und nervöse Depressionen, weichen einem Glücksgefühl, dem Sie sich nicht entziehen können, da reine ätherische Öle direkt auf das Unterbewusstsein wirken.

Rosmarinöl in der Badewanne

Die vielseitige Wirkung von reinem ätherischen Rosmarinöl können Sie besonders intensiv in der Badewanne verspüren. Mischen Sie etwa 20 ml Sahne (als Emulgator) mit einigen Tropfen Rosmarinöl und geben Sie die Mischung in Ihr Badewasser. Sie können mit einem Rosmarinbad in den Tag starten und richtig munter werden (steigert den Blutdruck), aber auch am Abend entspannen. Bei einer beginnenden Erkältung ist ein Rosmarinbad empfehlenswert, weil der Körper intensiv durchwärmt, der Schleim gelöst und Schwellungen der Schleimhäute gelindert werden, sogar beginnende Kopf- und Gliederschmerzen lassen nach, wenn Sie sich für ein Rosmarinbad entscheiden.

Rosmarinöl wirkt antimykotisch, das heißt, dass äußerliche Pilzerkrankungen der Haut mithilfe eines Rosmarinbades therapiert werden können. Bedenken Sie aber, dass es nicht ausreicht, wenn Sie einmal ein Bad mit einigen Tropfen Rosmarinöl einlassen, Sie müssen die Badeprozedur bei einer Pilzerkrankung (z. B. Fußpilz) regelmäßig durchführen. Unterstützend können Sie regelmäßig die betroffenen Stellen mit einem Rosmarinmassageöl einmassieren. Geben Sie zusätzlich ein paar Tropfen Rosmarinöl in Ihr Duschgel oder in Ihre Körpermilch.

Nach dem Sport oder nach einem anstrengenden Tag, ist ein wärmendes Rosmarinbad eine Wohltat. Aufgrund der gesteigerten Durchblutung werden Ödeme und Lymphstauungen, Schmerzen im HWS und LWS Bereich (Wirbeln), aber in den Gelenken gemindert. Vor allem, wenn Sie Bäder und Massagen in Kombination mit Rosmarinöl durchführen, können Sie eine Besserung Ihres Gesundheitszustands und Ihres Wohlbefindens verzeichnen.

Rosmarinwickel und -kompressen

Rosmarinwickel oder -kompressen sind einfach durchzuführen. Sie nehmen eine Kompresse und legen Sie in heißes oder kaltes Wasser, bevor Sie einige Tropfen Rosmarinöl darauf tropfen. Danach legen Sie die Kompresse auf die unterschiedlichsten Körperteile, die Sie therapieren wollen. Sie können schmerzende Verspannungen therapieren, aber auch nach Fastenkuren die Körperentgiftung anregen, wenn Sie eine Bauchwickel (Leberwickel) verwenden. Durch eine Rosmarinwickel wird der Gallefluss und Gallesekretion angeregt, wodurch die Körperentgiftung unterstützt wird. Die Wirkung einer warmen Rosmarinwickel kann noch unterstützt werden, wenn eine warme Wärmflasche zusätzlich auf die Wickel gelegt wird.

Bei Menstruationsstörungen ist Rosmarin eine gute Wahl, wenn diese stressbedingt, aber nicht organisch sind. Rosmarinwickel oder -kompressen können hilfreich sein, wenn die Menstruation ausbleibt. Ein ähnlicher Effekt kann auch durch ein Wannenbad mit Rosmarin oder eine Massage mit Rosmarinöl erreicht werden. Alternativ zum Wannenbad kann regelmäßig ein heißes Fußbad durchgeführt werden, mit dem etwa 3 Tage vor dem errechneten Menstruationsbeginn angefangen werden sollte. Die Fußbäder werden alle 3 Tage wiederholt, bis die Menstruation einsetzt.

Harnwegsinfekte können entweder mit einer Rosmarinkompresse oder einem Rosmarinbad therapiert werden, am besten noch in Verbindung mit ausreichend viel Rosmarintee. Bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung sollten Sie sofort reagieren.

Ohrenschmerzen können ebenfalls mit dem ätherischen Öl des Rosmarins behandelt werden, allerdings darf das reine ätherische Öl keinesfalls, wie bei Ohrentopfen gewohnt, direkt in den Gehörgang getropft werden. Damit keine Reizung des Gehörgangs entstehen kann, wird das reine ätherische Rosmarinöl gering dosiert (1 Tropfen) auf einen Wattebausch getropft, der dann locker in den Gehörgang eingelegt wird. Der Wattebausch sollte regelmäßig gewechselt werden, damit die gewünschte, schmerzlindernde Wirkung eintritt.

Rosmarinkosmetik

Obwohl Rosmarin, wenn das reine ätherische Öl überdosiert wird, eine hautreizende Wirkung hat, bietet die Verwendung in der Kosmetik viele positive Effekte, wenn die Dosierung angepasst ist. Aufgrund der gesteigerten Durchblutung wirkt das Öl wie eine Verjüngungskur, Zellen werden regeneriert, die Hautzellen transportieren mehr Sauerstoff, Cellulite gemindert und die Hautalterung eingeschränkt. Besonders bei fettender Haut, die zu Unreinheiten neigt, können mit Rosmarinöl ausgleichende Erfolge verzeichnet werden. Das reine ätherische Öl können Sie für Cremezubereitungen, aber auch als Zusatz in Ihrem Shampoo, Duschgel oder Badezusatz verwenden. Wird Rosmarinöl gegen Haarausfall im Shampoo verwendet, sollte das Shampoo beim Waschen der Haare einige Minuten auf die Kopfhaut einwirken können, bevor es wieder gründlich ausgespült wird. Bei einer zu kurzen Einwirkzeit gehen nicht ausreichend viele Inhaltsstoffe des Rosmarins vom Shampoo in die Kopfhaut über, dadurch wird der Erfolg der Behandlung gemindert.

Rosmarinöl in der Nahrung

Nicht umsonst hat Rosmarin einen festen Platz in der in der Küche gefunden. Es wirkt nach einem üppigen Essen ausgleichend, lindert Völlegefühl, Blähungen, Krämpfe oder Verstopfungen. Alternativ zum frischen Rosmarin aus dem Garten, können Sie einen Tropfen reines ätherisches Rosmarinöl in Ihr Essen oder in den Tee geben. Die Verdauung wird angeregt und Diäten können unterstützt werden.

Rosmarinöl selbst herstellen

Reine ätherische Rosmarinöle können Sie nur mit einem Destillator herstellen. Hierzu werden die getrockneten Pflanzenteile fein zerteilt und in den Drahtkorb im Destillator gelegt. Durch Wasserdampfdestillation werden die ätherischen Öle des Rosmarins mit dem Wasserdampf aus den Pflanzenteilen herausgelöst und schwimmen hinterher auf der Oberfläche des Hydrolats, wenn der Wasserdampf wieder abgekühlt ist. Selber destillieren ist nicht immer ganz einfach.

Alternativ können Sie sich ein leichtes Rosmarinöl durch Mazeration herstellen. Hierfür benötigen Sie ebenfalls getrocknete Pflanzenteile des Rosmarins, die Sie möglichst klein zerteilen. Danach geben Sie die Pflanzenteile in ein gut verschließbares Twist-Off-Glas und füllen es mit einem geruchsarmen Trägeröl (am besten Mandelöl) auf, bis alle Pflanzenteile großzügig bedeckt sind. Schrauben Sie das Twist-Off-Glas fest zu und schütteln Sie es gründlich. In den nächsten 4 bis 6 Wochen sollte das Glas an einem warmen, sonnigen Ort stehen und jeden Morgen und Abend einmal geschüttelt werden. Nach Ablauf dieser Reifezeit sind die ätherischen Öle aus den Pflanzenteilen in das Trägeröl übergegangen. Sie können Ihr Rosmarinöl dann absieben und durch ein Moltontuch filtern. Füllen Sie das Rosmarinöl in eine dunkle Flasche, die Sie fest verschließen können, und lagern Sie das Öl an einem dunklen und kühlen Ort. Sie können das Öl für Körper- und Kopfhautmassagen, für die Würze in der Küche, aber auch für die Zubereitung von Ölbädern oder Kosmetik verwenden. Es ist nicht so intensiv, wie das reine ätherische Rosmarinöl und wird daher nur selten überdosiert.

Nebenwirkungen von Rosmarinöl

Rosmarinöl ist ein sehr intensiv wirkendes ätherisches Öl, daher sollten Kinder (unter 6 Jahren), Schwangere in den ersten vier Schwangerschaftsmonaten (wehen- und menstruationsfördernd) und Menschen, die unter Epilepsie leiden, von der Anwendung absehen. Rosmarinöl wirkt menstruationsfördernd, bei Überdosierung toxisch und sehr anregend. Da das ätherische Öl gegen niedrigen Blutdruck wirkt, sollten Menschen, die unter zu hohem Blutdruck leiden, ebenfalls auf die Anwendung verzichten oder den Hausarzt befragen. Erwachsene sollten bei der Verwendung von Rosmarinöl immer auf eine genaue Dosierung achten, soll das Öl bei älteren Kindern verwendet werden, ist eine geringere Dosierung als bei Erwachsenen empfehlenswert, es könnte ansonsten zu unerwünschten Nebenwirkungen, wie z. B. Atemnot kommen. Bei Überdosierung in Kosmetika oder Massageölen können Hautreizungen oder Überempfindlichkeiten auftreten, vor der ersten Verwendung sollte daher die Verträglichkeit des Rosmarinöls getestet werden. Hierfür wird ein wenig Trägeröl mit Rosmarinöl gemischt und an der Innenseite des Unterarms aufgetragen. Haben sich nach 24 Stunden noch keine Hautreizungen, Hautrötungen oder Hautjucken gezeigt, wird das Öl gut vertragen.

Rosmarinöl kaufen - Worauf sollte geachtet werden?

Beim Kauf von reinem ätherischen Rosmarinöl sollten Sie auf die Qualität und des Chemothyp des Rosmarinöls achten. Rosmarinöle werden auch in Bio-Qualität angeboten, wodurch Sie die Sicherheit erlangen, dass das ätherische Öl frei von Pestiziden und Pflanzenschutzmitteln ist.

Der Chemotyp des Rosmarinöls hängt mit dem Herkunftsort der Pflanzenteile zusammen, die bei der Herstellung des ätherischen Öls verwendet wurden. Besonders beim reinen ätherischen Rosmarinöl können sich unterschiedliche Wirkungsweisen bei der Anwendung ergeben. Informieren Sie sich daher vor dem Kauf, welcher Chemotyp am besten zu Ihren eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen passt.

Achten Sie beim Kauf darauf, dass Sie kein Parfumöl kaufen, das nach Rosmarin duftet, sondern tatsächlich ein reines ätherisches Öl. Nur reine ätherische Öle, die zu 100 Prozent aus natürlichen Pflanzenteilen destilliert werden, beinhalten die hochwirksamen natürlichen Inhaltsstoffe, die die Wirkweisen der reinen ätherischen Öle ausmachen. Damit es beim Kauf nicht zu Verwechslungen kommt, sind "reine ätherische Öle" auch immer so deklariert. Bei naturidentischen Aromaölen erinnert zwar der Duft an die gewünschte Pflanze, die Zusammensetzung aber nicht. Kaufen Sie daher keine Duftöle, keine naturidentischen Aromaöle, sondern nur reine ätherische Öle, auf denen der botanische Pflanzenname, die Herkunft der Pflanze und die Haltbarkeit vermerkt sind.

Rosmarinöl Verkaufsformen

Reines ätherisches Rosmarinöl können Sie in Tropfflaschen in unterschiedlichen Größen (10 ml, 30 ml, 50 ml, 100 ml) im Handel erwerben. Die Glasflaschen sind dunkel getönt, damit der hochwertige Inhalt gegen Licht geschützt ist, und die wertvollen Inhaltsstoffe nicht oxidieren. Der Tropfeinsatz der Glasflaschen ermöglicht Ihnen ein genaues Dosieren bei der Verwendung. Da sie ätherische Öle, besonders Rosmarinöl, sehr sparsam verwenden sollten, wird die Gefahr einer Überdosierung gemindert. Bereits fertig gemischte Massageöle, die Rosmarinöl enthalten sind ebenfalls im Handel erhältlich, haben aber den Nachteil, dass Sie selber nicht nachvollziehen können, welche Qualitäten bei den ätherischen Ölen für die Zubereitung verwendet wurden. Das reine ätherische Rosmarinöl in der Tropfflasche bietet Ihnen die Möglichkeit, Anwendungen selber anmischen zu können, die genau Ihren persönlichen Bedürfnissen entsprechen.