Zitronenöl ist das reine ätherische Öl, das durch Kaltpressung aus der Schale der Zitrone (Citrus limon) gewonnen wird. Bereits im 10. Jahrhundert vor Christus wurde die Zitrone in China kultiviert und verbreitete sich über Persien und die arabischen Länder bis nach Europa, wo sie im Mittelalter durch die Kreuzritter bekannt wurde.[1] Der angenehm frische, spritzige und fruchtige Duft macht Zitronenöl zu einem der beliebtesten ätherischen Öle – sowohl in der Aromatherapie und Kosmetik als auch in der Küche.
Zitronenöl enthält wertvolle Inhaltsstoffe wie Limonen, Citral und verschiedene Terpene, die ihm zahlreiche therapeutische Eigenschaften verleihen. Botanisch gehören Zitronen zur Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Sie werden heute vor allem in den Mittelmeerländern, in Amerika und in Asien angebaut. Das reine ätherische Zitronenöl hat eine leicht gelbliche Farbe, einen intensiven Zitrusduft und kann sowohl äußerlich als auch innerlich – beispielsweise als natürliches Aroma in Speisen und Getränken – verwendet werden.
Gewinnung von Zitronenöl
Die Schale von Zitronen ist besonders reich an ätherischen Ölen. Zur Gewinnung von Zitronenöl werden die Schalen daher kalt ausgepresst (Kaltpressung), nicht mit Wasserdampf destilliert. Dieses schonende Verfahren bewahrt die empfindlichen Inhaltsstoffe, da sie nicht durch Hitze zerstört werden.[2]
Um einen Liter reines ätherisches Zitronenöl zu gewinnen, werden die Schalen von etwa 3.000 Zitronen benötigt. Das kaltgepresste Öl hat Lebensmittelqualität und wird in großem Maßstab in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie eingesetzt – unter anderem von The Coca-Cola Company als Aromakomponente.
Alternativ kann Zitronenöl auch durch Wasserdampfdestillation hergestellt werden. Dieses Verfahren ist aufwendiger und liefert ein etwas dickflüssigeres Öl, das allerdings länger haltbar ist, da es weniger oxidationsempfindliche Verbindungen wie Bioflavonoide enthält.[2] In der Praxis wird die Kaltpressung jedoch bevorzugt, da sie den charakteristischen, frischen Duft und das vollständige Wirkstoffspektrum am besten bewahrt.
Zitronenöl Inhaltsstoffe
Da reines ätherisches Zitronenöl direkt aus frischen Zitronenschalen gewonnen wird, enthält es ein breites Spektrum bioaktiver Verbindungen. Die Hauptinhaltsstoffe lassen sich in folgende Gruppen einteilen[3]:
- Monoterpenkohlenwasserstoffe (ca. 92–95 %): Limonen (60–75 %), β-Pinen (8–12 %), γ-Terpinen (8–10 %), Sabinen, α-Pinen
- Monoterpenaldehyde (ca. 2–3 %): Geranial und Neral (zusammen als Citral bezeichnet, verantwortlich für den typischen Zitronenduft), Citronellal
- Weitere Verbindungen: Linalylacetat, Linalool, Terpineol, Phellandren
- Furocumarine: Bergamottin, Psoralen, Bergapten (verantwortlich für die phototoxische Wirkung)
Kaltgepresstes Zitronenöl enthält darüber hinaus Spuren von Vitaminen (vor allem Vitamin C), Mineralstoffen und Bioflavonoiden, die beim Kaltpressverfahren aus der Schale mitextrahiert werden. Diese machen das Öl allerdings auch oxidationsempfindlicher.[2]
Wirkung von Zitronenöl
Reines ätherisches Zitronenöl besitzt aufgrund seiner vielfältigen Inhaltsstoffe – insbesondere des hohen Limonen-Anteils – zahlreiche therapeutische Eigenschaften, die in wissenschaftlichen Studien untersucht wurden[4][5]:
- Antimikrobiell: antibakteriell, antiviral, antimykotisch und antiseptisch – Zitronenöl hemmt das Wachstum zahlreicher Krankheitserreger[3]
- Entzündungshemmend: D-Limonen besitzt nachweislich entzündungshemmende Eigenschaften[4]
- Stimmungsaufhellend: fördert Entspannung, kann Symptome von Angst und Depression lindern und die Konzentrationsfähigkeit steigern[5]
- Immunstärkend: regt die Bildung weißer Blutkörperchen an und unterstützt die körpereigene Abwehr[6]
- Krampflösend: wirkt spasmolytisch und kann Magen-Darm-Beschwerden lindern
- Durchblutungsfördernd: stärkt die Venen, regt den Lymphfluss an und kann Krampfadern sowie Cellulite entgegenwirken
- Adstringierend: wirkt zusammenziehend und hautstraffend
- Insektizid: vertreibt Mücken und andere Insekten[7]
- Antioxidativ: schützt Zellen vor oxidativem Stress durch freie Radikale[3]
- Harntreibend und entschlackend: fördert die Entgiftung und den Stoffwechsel
- Blutdrucksenkend: kann bei regelmäßiger Anwendung den Blutdruck positiv beeinflussen
- Verdauungsfördernd: regt den Gallenfluss an und lindert Blähungen
Besonders in der kalten Jahreszeit, wenn Erkältungskrankheiten und Entzündungen der Atemwege Hochsaison haben, kann Zitronenöl in einer Duftlampe die Raumluft nachweislich reinigen. Dr. Jean Valnet beschreibt in seinem Standardwerk „Aromathérapie" die antibakteriellen Eigenschaften verdunsteten Zitronenöls gegen verschiedene Erreger – darunter Meningokokken, Staphylokokken und Pneumokokken.[8]
Anwendungsgebiete von Zitronenöl
Reines ätherisches Zitronenöl wirkt auf Psyche, Haut, Haare und den gesamten Organismus. Daraus ergeben sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten in Aromatherapie, Körperpflege, Haushalt und Küche.
Die Anwendung als Raumduft
Der Duft frischer Zitronen wird mit Sauberkeit und Frische assoziiert, hebt die Stimmung und kann die Konzentrationsfähigkeit fördern.[5] Ein paar Tropfen Zitronenöl in einer Duftlampe oder einem Diffusor sorgen für ein angenehmes Raumklima und unterstützen gleichzeitig die Reinigung der Raumluft durch die antimikrobiellen Eigenschaften des Öls.
Zitronenöl kann einzeln verwendet oder mit anderen ätherischen Ölen wie Lavendelöl kombiniert werden. Diese Mischung verstärkt nicht nur den insektiziden Effekt[7], sondern schafft auch ein besonders harmonisches Dufterlebnis. Die vorsorgliche Beduftung der Wohnräume mit Zitrusölen im Herbst und Winter kann dazu beitragen, das Immunsystem zu unterstützen und Atemwegsinfektionen vorzubeugen.
Zitronenöl für die Haare
Die Haarpflege mit Zitrone hat eine lange Tradition und ist wissenschaftlich durch die antimikrobiellen und adstringierenden Eigenschaften des Öls begründet. Zitronenöl kann die Kopfhaut beruhigen, Schuppenbildung reduzieren und eine übermäßige Talgproduktion regulieren.
Anwendung im Shampoo: Geben Sie 10 bis 20 Tropfen hochwertiges Bio-Zitronenöl in Ihre Shampooflasche und schütteln Sie kräftig durch. Beim Waschen das Shampoo einige Minuten einwirken lassen, bevor es ausgespült wird.
Natürliche Aufhellung: Für eine sanfte Aufhellung vermischen Sie 1 EL Apfelessig mit 2 bis 3 Tropfen Zitronenöl in einem Liter Wasser. Diese Spülung nach der Haarwäsche anwenden und nicht ausspülen. Der Aufhellungseffekt zeigt sich am besten bei blondem Haar und Sonneneinwirkung.
Zitronenöl gegen Insekten und Schädlinge
Zitronenöl ist ein bewährtes natürliches Repellent gegen Mücken, Fliegen und andere Insekten.[7] Anstatt chemische Insektizide einzusetzen, können einige Tropfen Zitronenöl in einer Duftlampe oder auf einem Wattebausch Insekten auf natürliche Weise fernhalten.
Für eine verstärkte Wirkung kann Zitronenöl mit Eukalyptusöl, Geranienöl oder Lavendelöl gemischt werden. Auch das Einreiben von Fenster- und Türrahmen mit verdünntem Zitronenöl kann helfen, Insekten von den Wohnräumen fernzuhalten. Gegenüber Wespen hat sich die Kombination verschiedener Zitrusdüfte als besonders wirksam erwiesen.
Zitronenöl in der Kosmetik
Die straffenden, klärenden und durchblutungsfördernden Eigenschaften von Zitronenöl machen es zu einem wertvollen Bestandteil in der natürlichen Hautpflege. Studien bestätigen antioxidative und hautschützende Wirkungen des im Öl enthaltenen D-Limonens.[4]
Gesichtspflege: Einige Tropfen Bio-Zitronenöl in der Gesichtscreme können bei Rosazea, erweiterten Gefäßen und unreiner Haut unterstützend wirken. Das Öl strafft die Haut, reguliert die Talgproduktion und wirkt antibakteriell gegen Pickel und Mitesser.
Peelings und Masken: Gesichts-, Dekolleté- oder Handpeelings lassen sich mit Zitronenöl aufwerten. Die Haut wird gestrafft, durchblutet und mit Feuchtigkeit versorgt.
Hand- und Fußpflege: Zitronenöl reduziert Hornhaut, wirkt desodorierend und antimykotisch. Regelmäßige Anwendung kann Pilzerkrankungen der Haut und Nägel vorbeugen.
Lippenpflege: Aus hochwertigen Fetten und Bienenwachs lässt sich eine natürliche Lippenpflege herstellen, die mit Zitronenöl beduftet wird und zugleich pflegend wirkt.
Natürliches Mückenspray: Einige Tropfen Zitronenöl in der Sonnenmilch oder Bodylotion halten Mücken auf Abstand. Der Duft harmoniert besonders gut mit Lavendel, Eukalyptus, Geranium und Rosmarin.
Deodorant: Die desodorierende Wirkung von Zitronenöl eignet sich hervorragend für selbstgemachte Deodorants, beispielsweise auf Basis von Kokosöl, Speisestärke und Natron.
Wichtig: Beginnen Sie bei der ersten Anwendung von Zitronenöl in der Kosmetik vorsichtig und testen Sie die Verträglichkeit an einer kleinen Hautstelle. Es kann zu Rötungen oder allergischen Reaktionen kommen. Da Zitronenöl die Haut lichtempfindlicher macht (Phototoxizität), sollte es nicht vor Sonnenbädern aufgetragen werden.
Zitronenöl in der Küche
Reines ätherisches Bio-Zitronenöl in Lebensmittelqualität ist ein vielseitiges Aroma für die Küche. Es eignet sich für Fisch, Saucen, Kekse, Kuchen, Süßspeisen, Salate und Dressings. Bereits wenige Tropfen genügen, um Gerichten eine frische Zitrusnote zu verleihen – eine praktische Alternative, wenn keine frischen Zitronen zur Hand sind.
Ein paar Tropfen Bio-Zitronenöl im Tee (nicht heißer als 50 °C) oder im Mineralwasser ergeben ein erfrischendes und aromatisches Getränk. Achten Sie bei der Verwendung in der Küche unbedingt auf Bio-Qualität und eine Zertifizierung als Nahrungsergänzungsmittel (NEM), um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten.
Hinweis: Geben Sie Zitronenöl niemals in heißes Wasser oder heißen Tee, da Hitze die empfindlichen flüchtigen Verbindungen zerstört.
Weitere Anwendungsgebiete von Zitronenöl
Zahn- und Mundpflege: Zitronenöl wirkt bleichend und kann zu weißeren Zähnen beitragen. Im Gegensatz zur direkten Anwendung von Zitronensaft enthält reines ätherisches Zitronenöl keine Fruchtsäuren, die den Zahnschmelz angreifen könnten. Geben Sie ein paar Tropfen Bio-Zitronenöl in Ihre Zahnpasta oder Ihr Mundwasser. Die enthaltenen Bioflavonoide wirken adstringierend und können bei Zahnfleischbluten unterstützend helfen. Bei Verletzungen der Mundschleimhaut kann verdünntes Zitronenöl (mit Wasser oder Kokosöl) punktuell aufgetragen werden. Eine regelmäßige Mundspülung mit Zitronenöl ergänzt das Ölziehen als natürliche Mundpflegemethode.
Massageöl und Badezusatz: In einem Trägeröl verdünnt, eignet sich Zitronenöl hervorragend als Massageöl. Die durchblutungsfördernde und adstringierende Wirkung kann bei Krampfadern, Cellulite, Bindegewebsschwäche und Besenreisern unterstützend wirken. Auch als Badezusatz (5–10 Tropfen, gemischt mit einem Emulgator wie Milch oder Sahne) entfaltet es seine pflegenden und entspannenden Eigenschaften.
Bei Erkältungsbeschwerden: Eine heiße Kompresse mit ein paar Tropfen Zitronenöl kann bei Halsschmerzen und Schluckbeschwerden lindernd wirken. Brust- oder Wadenwickel mit etwa 5 Tropfen Zitronenöl auf einen Liter Wasser unterstützen bei Fieber und Bronchitis – auch bei Kindern anwendbar. Alternativ können Sie mit einer Mischung aus einem Teelöffel Meersalz und einigen Tropfen Zitronenöl in einem Glas Wasser mehrmals täglich gurgeln. Das Inhalieren mit Zitronenöl befreit zudem die Atemwege und stärkt die Abwehrkräfte.
Gegen Hautprobleme: Verdünntes Zitronenöl kann bei juckenden Insektenstichen, Sonnenbrand, Pickeln oder Herpesbläschen aufgetragen werden. Die bleichende Wirkung hilft auch bei Altersflecken und Sommersprossen. Verwenden Sie das Öl dabei immer verdünnt, um Hautreizungen zu vermeiden.
Zitronenöl herstellen
Reines ätherisches Zitronenöl lässt sich nur durch Kaltpressung oder Wasserdampfdestillation gewinnen. Sie können jedoch ein aromatisches Zitronenöl als Mazerat (Ölauszug) selbst herstellen. Eine detaillierte Anleitung finden Sie in unserem Rezept für selbstgemachtes Zitronenöl.
Grundrezept:
- Frische Bio-Zitronen mit heißem Wasser gründlich waschen und die Schale mit einem Sparschäler dünn abschälen.
- Zitronenschalen in ein sauberes Schraubglas geben und mit einem hochwertigen, kaltgepressten Pflanzenöl vollständig bedecken.
- Das verschlossene Glas an einem dunklen, kühlen Ort 2 bis 3 Wochen ziehen lassen.
- Das fertige Öl abseihen und in eine dunkle Glasflasche umfüllen. Kühl und dunkel gelagert ist es etwa 6 Monate haltbar.
Je geschmacksneutraler das gewählte Pflanzenöl ist, desto intensiver kommt das Zitrusaroma zur Geltung. Das Mazerat eignet sich für Kosmetik, Salate, Dressings und Marinaden – es ist weniger konzentriert als reines ätherisches Öl und kann daher großzügiger dosiert werden.
Tipp: Nach dem gleichen Prinzip können Sie auch einen Zitronenessig herstellen, indem Sie Apfelessig statt Pflanzenöl verwenden. Dieser eignet sich als Salatdressing sowie verdünnt als Haar- und Kopfhautspülung. Verwenden Sie ausschließlich Bio-Zitronenschalen, um Rückstände von Pflanzenschutzmitteln zu vermeiden.
Dosierung und Einnahme von Zitronenöl
Reines ätherisches Zitronenöl darf niemals unverdünnt eingenommen oder auf die Haut aufgetragen werden.
Innere Anwendung: In eine Tasse abgekühlten Tee oder ein Glas Mineralwasser (300–400 ml) können bis zu 5 Tropfen reines ätherisches Bio-Zitronenöl gegeben werden. Diese Dosierung kann mehrmals täglich angewendet werden. Verwenden Sie ausschließlich Öl in Lebensmittelqualität.
Äußere Anwendung: Bei der Verwendung auf der Haut sollte der Anteil des reinen ätherischen Öls maximal 2 % betragen. Verdünnen Sie es stets mit einem geeigneten Trägeröl wie Mandelöl, Jojobaöl oder Kokosöl.
In der Duftlampe: 3 bis 5 Tropfen Zitronenöl in Wasser sind ausreichend für die Raumbeduftung.
Studien zu Zitronenöl
Die therapeutischen Eigenschaften von Zitronenöl und seinem Hauptinhaltsstoff D-Limonen sind Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen:
Antimikrobielle Wirkung: Eine umfassende Studie von Ben Hsouna et al. (2017) untersuchte die chemische Zusammensetzung sowie die antioxidativen und antimikrobiellen Eigenschaften von Zitronenöl. Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Wirksamkeit gegen grampositive und gramnegative Bakterien, darunter Listeria monocytogenes und Staphylococcus aureus.[3]
Entzündungshemmende Wirkung: Guo et al. (2022) wiesen in einer Tierstudie nach, dass Zitronenöl und D-Limonen entzündungshemmend auf die Darmschleimhaut wirken und antioxidative Parameter signifikant verbessern können.[4]
Stimmungsaufhellende Wirkung: Komiya et al. (2006) zeigten an der Mie-Universität in Japan, dass Zitronenöl bei Mäusen angstlösende und antidepressive Effekte besitzt. Diese Wirkungen wurden auf eine Modulation der Serotonin- und Dopamin-Aktivität im Gehirn zurückgeführt. Zitronenöl war dabei wirksamer als Lavendel- und Rosenöl.[5]
Antitumorale Wirkung von D-Limonen: D-Limonen, der Hauptbestandteil von Zitronenöl, wurde in zahlreichen präklinischen Studien auf krebshemmende Eigenschaften untersucht. Crowell (1999) fasste zusammen, dass D-Limonen in Tiermodellen chemo-präventive und chemotherapeutische Aktivität gegen verschiedene Tumorarten zeigt – darunter Brustkrebs, Hautkrebs und Leberkrebs.[9] Eine systematische Übersichtsarbeit von Zhu et al. (2021) bestätigte, dass Limonen die Tumorlast in Nagetiermodellen dosisabhängig reduzieren kann.[10] Allerdings liegen bislang keine ausreichenden klinischen Studien am Menschen vor, die diese Wirkungen bestätigen.[11]
Insektizide Wirkung: Wu et al. (2021) untersuchten die insektizide Aktivität von Zitronenöl und konnten eine deutliche Wirksamkeit gegen verschiedene Schadinsekten nachweisen, was den traditionellen Einsatz als natürliches Repellent wissenschaftlich untermauert.[7]
Hinweis: Viele der genannten Studien basieren auf Tierversuchen oder In-vitro-Experimenten. Die Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer einen Arzt oder Heilpraktiker.
Zitronenöl Nebenwirkungen
Trotz seiner vielfältigen positiven Eigenschaften sollten bei der Anwendung von Zitronenöl einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden:
- Hautreizungen: Unverdünntes Zitronenöl kann Hautreizungen, Rötungen und allergische Reaktionen auslösen. Es sollte immer mit einem Trägeröl verdünnt werden (maximal 2 % Anteil).
- Phototoxizität: Zitronenöl enthält Furocumarine, die die Haut lichtempfindlicher machen. Nach dem Auftragen auf die Haut sollte direkte Sonneneinstrahlung für mindestens 12 Stunden vermieden werden, da es sonst zu Pigmentflecken oder Verbrennungen kommen kann.[2]
- Allergien: Führen Sie vor der ersten Anwendung einen Verträglichkeitstest an der Innenseite des Unterarms durch.
- Begrenzte Haltbarkeit: Kaltgepresstes Zitronenöl ist aufgrund seiner oxidationsempfindlichen Verbindungen nur begrenzt haltbar (6–12 Monate). Lagern Sie es kühl und dunkel und verbrauchen Sie es zügig.
- Schwangerschaft und Kinder: Schwangere Frauen sollten vor der Anwendung von Zitronenöl einen Arzt konsultieren. Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel über ätherische Öle in der Schwangerschaft. Bei Kindern sollte die Dosierung deutlich reduziert werden.
Zitronenöl kaufen – Worauf sollte man achten?
Beim Kauf von Zitronenöl ist es entscheidend, auf die Qualitätsbezeichnung zu achten. Nur Öle, die als „reines ätherisches Zitronenöl" (100 % naturrein, Citrus limon) deklariert sind, bieten das volle Wirkstoffspektrum.
Unterschiedliche Qualitätsstufen:
- Reines ätherisches Öl (naturrein): Durch Kaltpressung oder Destillation aus echten Zitronenschalen gewonnen. Für therapeutische und kulinarische Anwendung geeignet.
- Naturidentisches Öl: Enthält synthetisch hergestellte Einzelkomponenten, die dem natürlichen Duft ähneln. Nicht für innere Anwendung oder Kosmetik geeignet.
- Duftöl (synthetisch): Vollständig synthetisch hergestellt. Nur zur Raumbeduftung geeignet, keine therapeutische Wirkung.
Qualitätsmerkmale beim Kauf:
- Vollständige Deklaration mit botanischem Namen (Citrus limon), Gewinnungsmethode und Herkunftsland
- Dunkle Tropfflasche zum Schutz vor Licht
- Bio-Zertifizierung (garantiert unbehandelte Zitronenschalen)
- Abfülldatum und Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackung
- Angenehmer, frischer Zitronenduft – ranzige oder muffige Noten deuten auf überaltertes Öl hin
- Bei Verwendung in Speisen: NEM-Zertifizierung für Lebensmittelqualität
Kaufen Sie nur die Menge, die Sie innerhalb von 6 bis 12 Monaten verbrauchen können, da Zitronenöl im Vergleich zu vielen anderen ätherischen Ölen eine begrenzte Haltbarkeit besitzt.
Wo kann Zitronenöl gekauft werden?
Zitronenöl ist in Apotheken, Reformhäusern, Drogerien (z. B. Rossmann, dm), in ausgewählten Supermärkten sowie in spezialisierten Online-Shops erhältlich. Wer eine fundierte Beratung zur therapeutischen Anwendung wünscht, sollte sich an eine Apotheke oder einen Fachhändler für ätherische Öle wenden.
Bewährte Marken für hochwertige ätherische Öle sind unter anderem: Primavera, Weleda, Bergland, Farfalla und Neumond. Achten Sie bei jeder Marke auf die oben genannten Qualitätsmerkmale und lassen Sie sich im Zweifel fachkundig beraten.
Quellen
- Lama, P. (2020). A Historical and Botanical Overview of Citrus Fruits. In: Ferrara, A. (Hrsg.), Citrus – Research, Development and Biotechnology. IntechOpen. doi:10.5772/intechopen.91515
- Ferrara, L. (2020). Citrus limon and Lemon Essential Oil: Chemical Composition and Applications. In: Ferrara, A. (Hrsg.), Citrus – Research, Development and Biotechnology. IntechOpen.
- Ben Hsouna, A., Ben Halima, N., Smaoui, S., & Hamdi, N. (2017). Citrus lemon essential oil: chemical composition, antioxidant and antimicrobial activities with its preservative effect against Listeria monocytogenes inoculated in minced beef meat. Lipids in Health and Disease, 16(1), 146. doi:10.1186/s12944-017-0487-5
- Guo, C., Peng, X., Hou, Y., & Wu, J. (2022). Protective Effect of Lemon Essential Oil and Its Major Active Component, D-Limonene, on Intestinal Injury and Inflammation of E. coli-Challenged Mice. Frontiers in Nutrition, 9, 860741. doi:10.3389/fnut.2022.860741
- Komiya, M., Takeuchi, T., & Harada, E. (2006). Lemon oil vapor causes an anti-stress effect via modulating the 5-HT and DA activities in mice. Behavioural Brain Research, 172(2), 240–249. doi:10.1016/j.bbr.2006.05.006
- Komori, T., Fujiwara, R., Tanida, M., Nomura, J., & Yokoyama, M. M. (1995). Effects of citrus fragrance on immune function and depressive states. Neuroimmunomodulation, 2(3), 174–180. doi:10.1159/000096889
- Wu, P., Tang, X., Jian, R., et al. (2021). Chemical Composition, Antimicrobial and Insecticidal Activities of Essential Oils of Discarded Perfume Lemon and Leaves (Citrus Limon (L.) Burm. F.). Frontiers in Chemistry, 9, 679116. doi:10.3389/fchem.2021.679116
- Valnet, J. (1982). The Practice of Aromatherapy: A Classic Compendium of Plant Medicines and Their Healing Properties. Rochester: Healing Arts Press.
- Crowell, P. L. (1999). Prevention and therapy of cancer by dietary monoterpenes. The Journal of Nutrition, 129(3), 775S–778S. doi:10.1093/jn/129.3.775S
- Zhu, L., & Chen, L. (2021). Effect of Limonene on Cancer Development in Rodent Models: A Systematic Review. Frontiers in Sustainable Food Systems, 5, 725077. doi:10.3389/fsufs.2021.725077
- Memorial Sloan Kettering Cancer Center. D-Limonene. Abgerufen von: https://www.mskcc.org/cancer-care/integrative-medicine/herbs/d-limonene











