Zedernöl (auch Zedernholzöl) gehört zu den ältesten ätherischen Ölen der Menschheit und begeistert mit seinem warmen, holzig-balsamischen Duft. Das vielseitige Öl wird aus dem Holz verschiedener Zedernarten gewonnen und besitzt nachweislich antimikrobielle, entzündungshemmende und beruhigende Eigenschaften.[1] Ob zur Unterstützung bei Hautproblemen, als natürlicher Mottenschutz, zur Zeckenabwehr oder für die seelische Balance – Zedernöl ist ein echter Allrounder unter den ätherischen Ölen.
Das hell honigfarbene Öl erinnert im Geruch an edles Holz und wird seit Jahrtausenden geschätzt. Bereits im alten Ägypten nutzte man Zedernholzöl zum Einbalsamieren, zur Imprägnierung von Papyrusrollen und als Insektenschutz. In der modernen Aromatherapie und Naturheilkunde zählt es dank seiner vielfältigen Wirkungen zu den besonders gefragten ätherischen Ölen. Die Hauptwirkstoffe – Sesquiterpene wie β-Himachalen, α-Himachalen und Cedrol – sind für die antimikrobielle, entzündungshemmende und sedierende Wirkung verantwortlich.[2]
Heute ist Zedernöl eine beliebte Zutat in Parfums und Pflegeprodukten. Das Öl wird besonders von Männern geschätzt, da sein maskuliner, erdiger Duft Kraft und Gelassenheit vermittelt. Doch auch Frauen profitieren von seinen hautpflegenden und stimmungsaufhellenden Eigenschaften.
Gewinnung von Zedernöl
Ätherisches Zedernöl wird durch Wasserdampfdestillation des Kernholzes hergestellt. Für einen Liter reines Öl werden etwa 30 kg Holz benötigt – die Ölausbeute liegt bei rund 1 %.[3] Beim Zedernbaum (Gattung Cedrus) handelt es sich um einen immergrünen Nadelbaum aus der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae), der Wuchshöhen von 30 bis 35 Metern erreichen kann.
Es gibt vier anerkannte Zedernarten, aus denen echtes Zedernöl gewonnen wird:
Cedrus atlantica (Atlas-Zeder): Heimisch im Atlasgebirge in Marokko und Algerien, liefert sie das am häufigsten gehandelte Zedernöl. Die Atlas-Zeder ist seit 2013 von der IUCN als gefährdete Art (Endangered) eingestuft.[4] Ihr Öl ist reich an β-Himachalen (bis zu 54 %) und α-Himachalen.[2]
Cedrus deodara (Himalaya-Zeder): Stammt aus dem westlichen Himalaya und liefert ein chemisch ähnliches Öl wie die Atlas-Zeder. Sie gilt als nachhaltigere Alternative, da sie als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft ist.[4]
Cedrus libani (Libanon-Zeder): Die historisch bedeutsamste Zedernart, Nationalsymbol des Libanon und Motiv auf der libanesischen Flagge. Echtes Öl dieser Art ist heute im Handel praktisch nicht mehr erhältlich. Im Libanongebirge sind nur noch wenige Exemplare erhalten, von denen die ältesten mehr als 2500 Jahre überdauert haben.
Cedrus brevifolia (Zypern-Zeder): Die seltenste Zedernart, endemisch auf Zypern, mit begrenzter Öl-Gewinnung.
Im Altertum war Zedernholz bei Herrschern heiß begehrt – nicht nur als Baumaterial, sondern auch als Zeichen von Prestige und Stärke. Der legendäre Tempel Salomons in Jerusalem wurde der Überlieferung nach aus Zedernholz errichtet. Im alten Ägypten diente das wertvolle Holz zum Bau von Möbeln, Schiffen und sogar Sarkophagen.
Wichtig: Auf dem Markt werden häufig Öle von Zypressengewächsen (Cupressaceae) – etwa aus Virginia-Zeder (Juniperus virginiana) oder Texas-Zeder (Juniperus ashei) – als „Zedernöl" verkauft. Diese Öle unterscheiden sich chemisch deutlich von echtem Cedrus-Öl.[1] Öle aus einigen Zypressen- oder Thujagewächsen können zudem einen höheren Gehalt an Thujon aufweisen und sollten mit besonderer Vorsicht verwendet werden. Achten Sie beim Kauf daher stets auf die botanische Bezeichnung auf dem Etikett.
Zedernöl Inhaltsstoffe
Die chemische Zusammensetzung von Zedernöl variiert je nach Zedernart, Herkunft und Gewinnungsverfahren. Die Hauptkomponenten von echtem Cedrus-Zedernöl (insbesondere Cedrus atlantica) sind Sesquiterpene und deren Derivate:[2][3]
β-Himachalen – mit bis zu 54 % der Hauptbestandteil, verantwortlich für antimikrobielle und insektizide Eigenschaften. α-Himachalen – zweithäufigste Komponente (ca. 13–17 %), mit antioxidativen und entzündungshemmenden Wirkungen. γ-Himachalen – ergänzt das Wirkprofil der Himachalene mit ähnlichen biologischen Aktivitäten. (E)-α-Atlantone – ein Sesquiterpen-Keton, das zum charakteristischen holzigen Duft beiträgt. Cedrol – ein Sesquiterpenalkohol mit nachgewiesener sedierender und angstlösender Wirkung auf das zentrale Nervensystem.[5] α-Pinen – in geringeren Mengen vorhanden, bekannt für entzündungshemmende Effekte.
Die Himachalene und ihre Derivate kommen in der Pflanzenwelt nahezu ausschließlich in echten Zedern der Gattung Cedrus vor – sie sind damit ein zuverlässiges Erkennungsmerkmal für authentisches Zedernöl.[4]
Wie riecht Zedernöl?
Zedernöl besitzt einen warmen, holzig-balsamischen Duft mit leicht süßer, erdiger Note. Der Geruch wird häufig als maskulin, beruhigend und erdend beschrieben. Im Vergleich zu anderen Holzölen wie Sandelholzöl ist Zedernöl weniger süß und cremig, dafür kräftiger und präsenter.
Der Duft von Atlas-Zedernöl wurde in einer olfaktorischen Analyse als „leicht kampferartig mit süßem, hartnäckigem, holzigem Unterton" charakterisiert, der an Kassie und Mimose erinnert.[6] Der Duft hält lange an und eignet sich daher hervorragend als Basisnote in natürlichen Parfumkompositionen.
Wirkung von Zedernöl
Ätherisches Zedernöl verfügt über ein breites Spektrum wissenschaftlich untersuchter Wirkungen. Die pharmakologischen Eigenschaften sollten dabei immer artspezifisch betrachtet werden, da sich die Zedernöl-Typen in ihrer Zusammensetzung unterscheiden.[1]
Die wichtigsten nachgewiesenen Wirkungen von Zedernöl im Überblick: Antimikrobiell und antimykotisch – Zedernöl zeigt in Laborstudien eine wirksame Hemmung verschiedener Bakterienstämme (darunter Staphylococcus aureus und Klebsiella pneumoniae) sowie Pilzarten.[2] Entzündungshemmend und schmerzlindernd – die Sesquiterpene im Öl wirken nachweislich antiinflammatorisch, vergleichbar mit herkömmlichen Schmerzmedikamenten.[1] Sedierend und angstlösend – insbesondere der Inhaltsstoff Cedrol zeigt in Studien eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem.[5] Antioxidativ – Zedernöl besitzt die Fähigkeit, freie Radikale zu neutralisieren und oxidativem Stress entgegenzuwirken.[3] Insektizid und insektenabweisend – wirksam gegen Zecken, Motten und andere Insekten.[7] Hautregenerierend – unterstützt die Heilung und Beruhigung gereizter Haut.[1]
Bereits im 17. Jahrhundert dokumentierten Ärzte die Wirkung von Zedernöl als Lungen- und Harnantiseptikum. Französische Mediziner erzielten bei chronischer Bronchitis gute Ergebnisse. Heute bestätigt die moderne Forschung viele dieser traditionellen Anwendungen, auch wenn die Datenlage teilweise noch auf präklinischen Studien basiert.[1]
Zedernöl Wirkung auf die Psyche
Die psychische Wirkung von Zedernöl gehört zu den am besten erforschten Eigenschaften dieses ätherischen Öls. Studien zeigen, dass insbesondere der Inhaltsstoff Cedrol eine sedierende und angstlösende Wirkung besitzt, die über serotonerge und dopaminerge Signalwege vermittelt wird.[8]
Eine Studie an der Universität zeigte, dass die Inhalation von Cedrol die spontane motorische Aktivität bei Versuchstieren signifikant senkte und die Schlafzeit verlängerte – ein klarer Hinweis auf eine sedierende Wirkung.[5] In einer weiteren Untersuchung konnte nachgewiesen werden, dass Cedrol beim Menschen Herzfrequenz, systolischen und diastolischen Blutdruck sowie die Atemfrequenz senkt, indem es die parasympathische Aktivität steigert und die sympathische Aktivität reduziert.[9]
Auf spiritueller Ebene wird Zedernöl in vielen Kulturen als heilig betrachtet. Der Zedernbaum symbolisiert Weisheit, Fülle und Schutz. In der Aromatherapie wird das Öl zur Stärkung des Selbstvertrauens, zur Erdung bei innerer Unruhe und zur Unterstützung in seelisch herausfordernden Lebensphasen wie Pubertät oder Wechseljahren eingesetzt. Es wirkt ausgleichend, fördert Klarheit und kann bei depressiven Verstimmungen zu neuer Kraft verhelfen.
Zedernöl Wirkung auf die Haut
Zedernöl entfaltet auf der Haut eine beruhigende, entzündungshemmende und regenerierende Wirkung. Studien belegen antiinflammatorische und dermatoprotektive Eigenschaften der Inhaltsstoffe.[10] Das Öl kann bei fettiger und unreiner Haut regulierend wirken und wird traditionell bei Hautausschlägen, Ekzemen, Schuppenflechte und Neurodermitis eingesetzt.
In einer Überblicksarbeit zu ätherischen Ölen für entzündliche Hauterkrankungen wurde dem Zedernöl ein vielversprechendes Potenzial bei Juckreiz und Hautirritation bescheinigt.[10] Da Zedernöl adstringierend und antiseborrhoisch wirkt, findet es sich häufig als Zutat in Pflegeprodukten für fettige Haut und fettiges Haar.
Zedernöl Wirkung auf die Haare
Eine vielzitierte randomisierte, doppelblinde Studie am Aberdeen Royal Infirmary in Schottland untersuchte den Effekt von ätherischen Ölen bei Alopecia areata (kreisrundem Haarausfall). Die Behandlungsgruppe massierte täglich eine Mischung aus Thymian-, Rosmarinöl, Lavendelöl und Zedernöl in einer Basis aus Jojobaöl und Traubenkernöl in die Kopfhaut ein. Nach sieben Monaten zeigten 44 % der Behandlungsgruppe eine Verbesserung, gegenüber nur 15 % in der Kontrollgruppe (p = 0,008).[11]
Einschränkend ist zu sagen, dass die Studie eine Mischung ätherischer Öle verwendete und nicht isoliert belegt, welches einzelne Öl für das Haarwachstum verantwortlich war. Zedernöl wird darüber hinaus bei Schuppen und gereizter Kopfhaut eingesetzt, da es die Kopfhaut beruhigt und die Durchblutung fördern kann. Bei erblich bedingtem Haarausfall (androgenetische Alopezie) ist eine Wirkung allerdings nicht belegt.
Anwendungsgebiete von Zedernöl
Zedernöl gegen Zecken
Zedernöl zählt zu den vielversprechendsten natürlichen Mitteln zur Zeckenabwehr. Eine Studie des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) belegte, dass Zedernöl 80 bis 94 % der Nymphen von Schwarzbeinigen Zecken (Ixodes scapularis) abwehrt – eine Wirksamkeit, die in diesem Fall mit dem synthetischen Repellent DEET vergleichbar war.[7] Der Wirkstoff Cedrol spielt dabei die zentrale Rolle: Bei einer Konzentration von 6,3 mg/ml tötete er 100 % der Zecken im Laborversuch.[12]
Für die praktische Anwendung als Zeckenspray verreiben Sie zwei bis drei Tropfen verdünntes Zedernöl an Knöcheln, Handgelenken, Kniekehlen und im Nacken. Beachten Sie, dass die Schutzwirkung im Vergleich zu DEET schneller nachlässt und regelmäßig aufgefrischt werden muss.[7] Alternativ können Sie ein Zedernöl-Spray selbst mischen: 50 Tropfen Zedernöl auf 240 ml Wasser mit einem Emulgator, der das Öl in der Wasserphase verteilt.
Auch für Hunde eignet sich Zedernöl als natürliche Zeckenabwehr. Hunde reagieren jedoch sehr sensibel auf Gerüche – beschränken Sie die Dosierung daher auf je einen Tropfen pro Schulterblatt und einen weiteren auf der Oberseite des Schwanzes. Die Region um Gesicht und Nase ist unbedingt auszusparen. Für Katzen ist ätherisches Zedernöl nicht geeignet, da Katzen Schwierigkeiten mit der Verstoffwechslung ätherischer Öle haben. Mehr über natürlichen Zeckenschutz erfahren Sie auch im Ratgeber zu Kokosöl gegen Zecken.
Zedernöl gegen Motten
Zedernöl ist eines der bekanntesten natürlichen Mittel gegen Motten. Während Menschen den warm-holzigen Duft als angenehm empfinden, wirkt er auf Motten und andere Textilschädlinge abschreckend. Die insektiziden Eigenschaften sind vor allem auf die Sesquiterpene Cedren und Cedrol zurückzuführen.[12]
So verwenden Sie Zedernöl als Mottenschutz: Beträufeln Sie einen Wattebausch oder ein Holzstück mit einigen Tropfen Zedernöl und platzieren Sie es im Kleiderschrank zwischen Ihren Textilien. Frischen Sie die Duftintensität alle zwei bis vier Wochen auf, da die Wirkstoffkonzentration mit der Zeit nachlässt. Im Handel sind außerdem Zedernholzringe, Mottengel und Duftblöcke aus Zedernholz erhältlich, die sich bequem auffrischen lassen. Ergänzend kann auch Lavendelöl gegen Motten wirksam sein.
Zedernöl für die Haut
Zedernöl ist ein wirksames Hautpflegemittel für irritierte, entzündete oder fettige Haut. Es wirkt antiseptisch, adstringierend und hautberuhigend. Das Öl entfaltet seine besondere Wirkung bei Hautausschlägen, Ekzemen, Schuppenflechte und leichten Formen von Neurodermitis.[10]
Zur Behandlung von Hautausschlägen und Ekzemen mischen Sie sechs Tropfen Zedernöl mit vier Teelöffeln Weizenkeimöl als Trägeröl und tragen die Mischung zwei- bis dreimal täglich auf die betroffenen Stellen auf. Bei fettiger oder unreiner Haut empfiehlt sich die Kombination mit Jojobaöl, das als leichtes Trägeröl die Poren nicht verstopft. Führen Sie vor der ersten Anwendung stets einen Verträglichkeitstest am Unterarm durch.
Zedernöl in der Aromatherapie
In der Aromatherapie zählt Zedernöl zu den wichtigsten erdenden und zentrierenden Ölen. Es wird aus den zwei echten Zedernarten – Atlas- und Himalayazeder – gewonnen und kann laut Studien die Produktion von Pheromonen anregen – körpereigene Signal- und Sexuallockstoffe, die unsere persönliche Ausstrahlung und Anziehungskraft beeinflussen.
Zedernöl harmoniert besonders gut mit Rosenöl, Lavendelöl, Bergamotteöl, Zypressenöl und Neroliöl. Für die Duftlampe geben Sie etwa vier Teelöffel Wasser und acht bis zehn Tropfen Zedernöl in die Verdunstungsschale. Lassen Sie die Lampe maximal zwei Stunden brennen – unter Aufsicht. Die Schale sollte nicht zu klein sein; der Abstand zur Wärmequelle muss mindestens 10 cm betragen, damit das Wasser nicht zu schnell verdampft und die Ölrückstände nicht einbrennen.
Zur Reinigung der Duftlampe verwenden Sie Alkohol, Essig und Spülmittel – damit lassen sich Harze und Kalkreste zuverlässig entfernen. Alternativ zum klassischen Verdunster eignen sich auch elektrische Diffuser, die das Öl kalt vernebeln und dadurch die empfindlichen Inhaltsstoffe schonen.
Zedernöl in der Kosmetik
Ätherisches Zedernöl findet sich in einer Vielzahl von Kosmetikprodukten: in Zederncreme, Gesichts- und Anti-Aging-Cremes, Körperlotionen, Körperölen, Badezusätzen, Duschgels, Zahnpasten, Haarpackungen sowie in natürlichen Glycerinseifen. Der maskuline, warme Duft macht Zedernöl besonders beliebt als Inhaltsstoff in Rasierölen, Herrenseifen und natürlichen Deodorants.
Bei Kosmetikprodukten mit Zedernöl kommt neben dem ätherischen Öl häufig auch Zedernnussöl zum Einsatz – ein fettes Öl aus den Samen der sibirischen Zeder (Pinus sibirica), das streng genommen kein echtes Zedernöl, sondern ein Speiseöl ist. Sibirisches Zedernussöl ist reich an ungesättigten Fettsäuren und wird in der russischen Naturheilkunde traditionell geschätzt.
Zedernöl für die Haare
Zedernöl kann bei Schuppen, gereizter Kopfhaut und Haarausfall unterstützend eingesetzt werden. Das Öl wirkt adstringierend und antiseborrhoisch – Eigenschaften, die es bei fettender Kopfhaut und Schuppenbildung besonders wertvoll machen.
Für eine Haaranwendung mischen Sie zwei Esslöffel Traubenkernöl und einen Teelöffel Olivenöl, dazu fünf Tropfen Weizenkeimöl und fünfzehn Tropfen Zedernöl. Massieren Sie diese Mischung etwa drei Stunden vor der Haarwäsche in die Kopfhaut ein. Alternativ geben Sie drei bis fünf Tropfen Zedernöl in ein mildes, parfümfreies Shampoo, um den Haarboden zu reinigen und die Durchblutung zu fördern.
Die oben erwähnte Studie von Hay et al. (1998) zeigte vielversprechende Ergebnisse bei Alopecia areata mit einer Ölmischung aus Thymian, Rosmarin, Lavendel und Zedernöl in Jojoba- und Traubenkernöl als Basis.[11] Wer die Mischung nachahmen möchte, verwendet je 1 ml Thymianöl, Rosmarinöl, Lavendelöl und Zedernöl, gemischt in 13 ml Jojobaöl und 87 ml Traubenkernöl.
Zedernöl gegen Husten
Zedernöl besitzt schleimlösende und antiseptische Eigenschaften, die bei Atemwegserkrankungen unterstützend wirken können. Das Öl wird traditionell als Lungen-Antiseptikum eingesetzt – eine Anwendung, die bereits im 17. Jahrhundert dokumentiert wurde.[1]
Um Husten oder Bronchitis zu lindern, geben Sie fünf Tropfen Kamillenöl und fünf Tropfen Zedernöl in eine Duftlampe. Die Kamille wirkt entzündungswidrig, das Zedernöl stark antiseptisch – zusammen können sie die Beschwerden mildern. Alternativ eignet sich das Inhalieren mit Zedernöl: Geben Sie drei bis fünf Tropfen in eine Schüssel mit heißem Wasser und inhalieren Sie den Dampf unter einem Handtuch für etwa zehn Minuten.
Zedernöl zur Holzpflege
Neben seinen gesundheitlichen Anwendungen eignet sich Zedernöl auch hervorragend für die Pflege von Holzmöbeln und Holzoberflächen. Das Öl schützt das Holz auf natürliche Weise vor Schimmel, Pilzbefall und Holzwürmern, da es antimykotische und insektizide Eigenschaften besitzt.[12]
Für die Holzpflege mischen Sie einige Tropfen Zedernöl mit einem neutralen Pflanzenöl (zum Beispiel Leinöl) und tragen die Mischung dünn auf die Holzoberfläche auf. Besonders für Gartenmöbel aus Lärche oder Zeder kann diese natürliche Behandlung eine wirksame Alternative zu chemischen Holzschutzmitteln sein. Auch zur Auffrischung des Duftes von Zedernholzmöbeln im Innenbereich genügen wenige Tropfen reines Zedernöl auf einem Tuch.
Zedernöl gegen Mücken
Neben der Wirkung gegen Zecken und Motten zeigt Zedernöl auch repellente Eigenschaften gegen Mücken. Eine Studie ergab, dass ätherisches Zedernöl (Cedrus atlantica) eine larvizide Wirkung gegen die Hausmücke (Culex pipiens) aufweist.[3] Die Sesquiterpene im Öl stören die Pheromonsignale der Insekten und wirken so als natürlicher Mückenschutz.
Für den Mückenschutz eignet sich ein selbstgemachter Spray aus 30 ml Hamameliswasser (Witch Hazel), 10 ml Kokosöl und 15 bis 20 Tropfen Zedernöl. Tragen Sie den Spray auf exponierte Hautstellen auf und frischen Sie ihn regelmäßig auf. Wer den Schutz verstärken möchte, kombiniert Zedernöl mit Zitronengrasöl oder Eukalyptusöl. Weitere natürliche Mückenschutzmittel finden Sie im Ratgeber ätherische Öle gegen Mücken.
Innere Anwendung von Zedernöl
Die innerliche Einnahme von ätherischem Zedernöl ist ein kontrovers diskutiertes Thema. Grundsätzlich gilt: Echtes ätherisches Zedernöl (Cedrus atlantica, Cedrus deodara) sollte nicht ohne fachkundige Begleitung innerlich eingenommen werden. Ätherische Öle sind hochkonzentriert und können bei oraler Einnahme die Schleimhäute reizen oder toxisch wirken.
Von der inneren Anwendung klar zu unterscheiden ist das sibirische Zedernussöl (aus Pinus sibirica) – ein fettes Speiseöl, das in Russland als Nahrungsmittel und Nahrungsergänzung verwendet wird. Dieses Öl ist reich an Vitamin E, Linolsäure und Linolensäure und wird zum Kochen, in Salaten oder pur als Nahrungsergänzung eingenommen. Es handelt sich jedoch nicht um ein ätherisches Öl. Die in der Buchreihe „Die klingenden Zedern Russlands" von Wladimir Megre beschriebenen Anwendungen beziehen sich auf dieses Zedernussöl – nicht auf das ätherische Öl.
Wichtig: Wer Zedernöl innerlich anwenden möchte, sollte dies ausschließlich unter Anleitung eines erfahrenen Aromatherapeuten oder Heilpraktikers tun. Achten Sie darauf, nur Produkte zu verwenden, die explizit als Lebensmittel zugelassen und für den Verzehr deklariert sind.
Zedernöl herstellen
Die professionelle Gewinnung von ätherischem Zedernöl erfordert eine Wasserdampfdestillation, die spezielle Ausrüstung voraussetzt. Ein einfaches Zedernöl-Mazerat für den Hausgebrauch lässt sich jedoch mit wenigen Zutaten selbst herstellen:
Zutaten: Eine Handvoll Zedernholzspäne oder -chips (aus dem Bastelladen oder Tierfachhandel), 200 ml hochwertiges Basisöl wie Mandelöl oder Jojobaöl, ein sauberes Glas mit Schraubverschluss.
Anleitung: Geben Sie die Zedernholzspäne in das Glas und übergießen Sie sie vollständig mit dem Basisöl. Verschließen Sie das Glas und stellen Sie es an einen warmen, dunklen Ort. Lassen Sie das Mazerat vier bis sechs Wochen ziehen, schütteln Sie es regelmäßig. Danach filtern Sie die Holzspäne ab und füllen das duftende Öl in eine dunkle Flasche um.
Dieses Mazerat besitzt nicht die gleiche Intensität und Wirkstoffkonzentration wie ein destilliertes ätherisches Öl, eignet sich aber hervorragend als duftendes Körper- und Massageöl. Wer ätherische Öle selbst destillieren möchte, benötigt eine Destillationsapparatur und entsprechendes Fachwissen.
Dosierung und Einnahme von Zedernöl
Die richtige Dosierung von Zedernöl hängt von der jeweiligen Anwendungsform ab. Als Faustregel für die äußerliche Anwendung gilt: Ätherisches Zedernöl stets verdünnt verwenden, nie unverdünnt auf die Haut auftragen.
Duftlampe und Diffuser: 5 bis 10 Tropfen auf ca. 100 ml Wasser. Die Anwendungsdauer sollte zwei Stunden nicht überschreiten, danach gut lüften. Massage: 3 bis 5 Tropfen Zedernöl auf 10 ml Trägeröl (Verdünnung ca. 1,5–2,5 %). Geeignete Trägeröle sind Jojobaöl, Mandelöl oder Kokosöl. Badezusatz: 5 bis 8 Tropfen, gelöst in einem Emulgator (z. B. Sahne, Honig oder Meersalz), ins Badewasser geben. Nicht pur ins Wasser tropfen, da sich ätherische Öle nicht in Wasser lösen. Haut- und Haarpflege: 2 bis 4 Tropfen auf 10 ml Basisöl oder in eine haselnussgroße Menge Shampoo/Creme einmischen. Inhalation: 3 bis 5 Tropfen in eine Schüssel mit heißem Wasser.
Bei der Anwendung von Zedernöl sollten Sie mit einer niedrigen Dosierung beginnen und die Verträglichkeit beobachten. Bei empfindlicher Haut oder Allergien einen Hauttest am Unterarm durchführen und 24 Stunden abwarten.
Zedernöl Nebenwirkungen
Ätherisches Zedernöl (Cedrus atlantica) gilt bei sachgemäßer äußerlicher Anwendung als gut verträglich. Das Sicherheitsprofil von Atlas-Zedernöl wird in der aromatherapeutischen Fachliteratur als unbedenklich eingestuft, mit dem Vermerk: „Keine Kontraindikationen und Gefahren bekannt" (Tisserand & Young, 2014).[4]
Dennoch gibt es wichtige Hinweise und mögliche Nebenwirkungen: Hautreizungen können bei hoher Dosierung oder unverdünnter Anwendung auftreten. Empfindliche Personen sollten vorab einen Patch-Test durchführen. Allergische Reaktionen sind bei ätherischen Ölen nie ganz auszuschließen. Brechen Sie die Anwendung bei Rötung, Juckreiz oder Schwellung sofort ab. Verwechslungsgefahr: Öle aus Zypressen- oder Thujagewächsen, die als „Zedernöl" verkauft werden, können einen erhöhten Thujon-Gehalt aufweisen und bei unsachgemäßer Anwendung neurotoxisch wirken. Achten Sie auf die botanische Bezeichnung.
Schwangerschaft: Verwenden Sie Zedernöl während der Schwangerschaft nicht – dem Öl wird traditionell eine wehenauslösende Wirkung zugeschrieben. Auch in der Stillzeit ist Vorsicht geboten.
Kinder und Babys: Bei Kindern unter sechs Jahren sollte Zedernöl nur sehr sparsam und stark verdünnt eingesetzt werden. Ein Tropfen auf einem Tüchlein unter dem Kopfkissen kann bei Kindern mit Alpträumen beruhigend wirken – hier ist weniger mehr.
Haustiere: Hunde vertragen Zedernöl in sehr geringer Dosierung, Katzen hingegen sollten generell nicht mit ätherischen Ölen in Kontakt kommen.
Zedernöl kaufen – Worauf sollte geachtet werden?
Hochwertiges Zedernöl ist in Apotheken, Reformhäusern, Drogerien (dm, Rossmann, Müller) sowie in spezialisierten Online-Shops erhältlich. Zum Kauf kommen insbesondere das Öl der Atlas-Zeder (Cedrus atlantica) und der Himalaya-Zeder (Cedrus deodara) in Betracht.
Beim Kauf von Zedernöl sollten Sie auf folgende Qualitätskriterien achten:
Botanische Bezeichnung: Auf dem Etikett muss die lateinische Artbezeichnung stehen – nur bei Cedrus atlantica, Cedrus deodara, Cedrus libani oder Cedrus brevifolia handelt es sich um echtes Zedernöl. Öle von Juniperus-Arten (Virginia-Zeder, Texas-Zeder) sind botanisch keine echten Zedern.
Reinheit: Achten Sie auf die Angabe „100 % naturreines ätherisches Öl" oder „naturrein". Vertrauenswürdige Anbieter stellen GC/MS-Analysezertifikate (Gaschromatographie/Massenspektrometrie) zur Verfügung, die Aufschluss über die exakte Zusammensetzung geben.
Bio-Qualität: Bio-zertifiziertes Zedernöl (z. B. mit EU-Bio-Siegel oder Demeter) garantiert, dass beim Anbau keine synthetischen Pestizide eingesetzt wurden.
Herkunft und Nachhaltigkeit: Da die Atlas-Zeder als gefährdete Art gilt, ist nachhaltiger Anbau besonders wichtig. Seriöse Anbieter geben die Herkunft und Zertifizierungen transparent an. Himalaya-Zedernöl ist eine ökologisch verantwortungsvolle Alternative.[4]
Verpackung: Ätherisches Öl sollte immer in einer dunklen Glasflasche (braun oder blau) geliefert werden, da Licht die empfindlichen Inhaltsstoffe zersetzen kann. Ein Tropfeneinsatz erleichtert die exakte Dosierung.
Preis: Echtes Zedernöl hat seinen Preis. Besonders günstige Angebote können auf Streckung oder synthetische Beimischungen hindeuten. Qualitativ hochwertiges Zedernöl (10 ml) kostet in der Regel zwischen 5 und 15 Euro – Bio-Qualität kann etwas teurer sein.
Bewährte Marken für hochwertiges Zedernöl sind unter anderem Primavera, Baldini, Neumond, Taoasis und Farfalla. In der Apotheke erhalten Sie zudem fachkundige Beratung zur richtigen Auswahl.
Quellenverzeichnis
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- Laalaoui, A., Oualdi, I., et al. (2023). Chemical Composition, Antioxidant and Antibacterial Activities and Acute Toxicity of Cedrus atlantica Essential Oils. Molecules, 28(7), 2936. doi:10.3390/molecules28072936
- Belkacem, N., Khettal, B., et al. (2021). Antioxidant, Antibacterial, and Cytotoxic Activities of Cedrus atlantica Organic Extracts and Essential Oil. European Journal of Integrative Medicine, 42, 101292. doi:10.1016/j.eujim.2021.101292
- Ablard, K. (2020). Atlas Cedarwood (Cedrus atlantica) Essential Oil: Exploring Alternatives. Airmid Institute. Online verfügbar unter: airmidinstitute.org
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