Grapefruitöl

Zuletzt aktualisiert: 12.02.26

Grapefruitöl ist ein ätherisches Öl, das aus der Schale der Grapefruit (Citrus paradisi) durch Kaltpressung gewonnen wird. Die Grapefruit selbst ist eine natürliche Kreuzung aus Pampelmuse (Citrus maxima) und süßer Orange (Citrus sinensis), die im 18. Jahrhundert auf der Karibikinsel Barbados entdeckt wurde. Ihren Namen verdankt die Frucht den traubenartigen Büscheln, in denen sie an den Ästen wächst – das englische Wort „grape" für Traube prägt die Bezeichnung „Grapefruit". Das ätherische Grapefruitöl besticht durch einen frischen, leicht herben Zitrusduft, der maßgeblich von seinem Hauptinhaltsstoff D-Limonen bestimmt wird. Neben dem angenehmen Aroma überzeugt Grapefruitöl mit einer Vielzahl wissenschaftlich untersuchter Wirkungen – von stimmungsaufhellenden Eigenschaften über Hautpflege bis hin zur Unterstützung bei Gewichtsmanagement.[1] Grapefruitöl – ätherisches Öl aus der Schale der Grapefruit (Citrus paradisi)

Gewinnung von Grapefruitöl

Reines ätherisches Grapefruitöl wird durch mechanische Kaltpressung der Fruchtschalen gewonnen. Bei diesem schonenden Verfahren werden die ölhaltigen Drüsen in der Schale unter hohem Druck aufgebrochen, sodass das ätherische Öl austritt – ganz ohne den Einsatz von Wärme oder chemischen Lösungsmitteln. Dadurch bleiben die empfindlichen Aromastoffe und bioaktiven Verbindungen weitgehend erhalten.[2]

Für die Herstellung von einem Liter Grapefruitöl werden etwa 200 bis 300 Kilogramm Grapefruitschalen benötigt, was dem Schalenanteil von rund 2.000 Grapefruits entspricht. Die Ausbeute des ätherischen Öls aus der Schale liegt bei etwa 0,2 bis 0,3 Prozent.[3] Neben der Kaltpressung kann Grapefruitöl auch durch Wasserdampfdestillation gewonnen werden. Dampfdestilliertes Öl enthält allerdings in der Regel weniger ätherische Öle und insbesondere deutlich weniger Furocumarine, weshalb es als weniger phototoxisch gilt.[4]

Grapefruitöl Inhaltsstoffe

Die Zusammensetzung von ätherischem Grapefruitöl wurde in zahlreichen Studien mittels Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS) analysiert. Im reinen kaltgepressten Grapefruitöl sind folgende Inhaltsstoffe enthalten:[2][5]

  • D-Limonen (Hauptbestandteil, ca. 85–95 %)
  • β-Myrcen (ca. 2–4 %)
  • α-Pinen (ca. 0,5–1 %)
  • Sabinen
  • Linalool
  • Citral
  • Geraniol
  • Nootkaton (verantwortlich für das charakteristische Grapefruitaroma)
  • Citronellol
  • Decanal
  • Sesquiterpene (u. a. Caryophyllen)
  • Furocumarine (Bergapten, Bergamottin)
  • Cumarine

D-Limonen ist mit einem Anteil von bis zu 95 % der mit Abstand dominanteste Bestandteil und verantwortlich für viele der biologischen Wirkungen des Öls.[2] Nootkaton, obwohl nur in Spuren vorhanden (0,05–0,3 %), besitzt eine extrem niedrige Geruchsschwelle und verleiht dem Öl sein unverwechselbares Grapefruitaroma.[5]

Wirkung von Grapefruitöl

Die Wirkung von Grapefruitöl ist wissenschaftlich in mehreren Bereichen untersucht worden. Die therapeutischen Eigenschaften lassen sich in psychische und körperliche Wirkungen unterteilen.

Grapefruitöl Wirkung auf die Psyche

Grapefruitöl wirkt stimmungsaufhellend und stressreduzierend. Eine im Journal of Japanese Pharmacology veröffentlichte Studie untersuchte die Wirkung der Inhalation von Grapefruitöl auf die sympathische Gehirnaktivität bei Erwachsenen. Die Probanden zeigten eine 1,5- bis 2,5-fache Steigerung der relativen sympathischen Aktivität, was zu einer verbesserten Stimmung, verringerten Stressgefühlen und einer messbaren Senkung des systolischen Blutdrucks führte.[6]

Darüber hinaus hemmt Grapefruitöl die Aktivität des Enzyms Acetylcholinesterase (AChE) um bis zu 24 %. Dieses Enzym baut den Neurotransmitter Acetylcholin im Gehirn ab. Durch die Hemmung dieses Abbaus steigt der Acetylcholinspiegel an, was sich positiv auf Stimmung, Konzentration und kognitive Leistungsfähigkeit auswirkt.[7] Dieser Wirkmechanismus ist vergleichbar mit dem von Medikamenten, die bei Alzheimer und Demenz eingesetzt werden.

Weitere psychische Wirkungen umfassen die Senkung des Stresshormons Cortisol – dies wurde in Studien bestätigt, bei denen Probanden Grapefruitöl in Kombination mit Lavendelöl über sechs Wochen regelmäßig inhalierten.[8] Auch in einer Untersuchung der Gehirnwellenaktivität zeigte sich, dass Grapefruitöl Alpha- und Theta-Wellen verstärkt, was auf eine tiefere Entspannung hindeutet.[9]

Grapefruitöl Wirkung auf den Körper

Neben den psychischen Effekten zeigt Grapefruitöl eine Reihe körperlicher Wirkungen, die in Labor- und Tierstudien nachgewiesen wurden:

  • Antibakteriell: Grapefruitöl zeigt ein breites Spektrum antimikrobieller Aktivität gegen Bakterien wie Staphylococcus aureus, Enterococcus faecalis, Escherichia coli und Salmonella typhimurium.[5]
  • Antioxidativ: Die DPPH- und ABTS-Assays belegen eine gute antioxidative Aktivität, die freie Radikale neutralisiert.[2]
  • Durchblutungsfördernd: Das Öl regt die Mikrozirkulation an, was zu einem frischeren Hautbild beitragen kann.
  • Adstringierend: Grapefruitöl wirkt zusammenziehend auf das Gewebe, was bei schlaffer Haut und geschwächtem Bindegewebe unterstützend wirken kann.
  • Entwässernd: Es fördert den Abbau von Wassereinlagerungen im Gewebe, was insbesondere bei Cellulite relevant ist.
  • Verdauungsanregend: Das Öl kann die Verdauungstätigkeit sanft stimulieren und bei Blähungen und Völlegefühl lindernd wirken.
  • Appetitregulierend: Tierstudien zeigen, dass der Duft von Grapefruitöl den Appetit reduzieren und die Nahrungsaufnahme senken kann.[10]

Allgemein wird die Wirkung von Grapefruitöl als anregend, straffend, euphorisierend, antiseptisch und stärkend beschrieben. Es steigert nachweislich das Wohlbefinden und kann als natürlicher Stimmungsaufheller im Alltag genutzt werden.

Anwendungsgebiete von Grapefruitöl

Die Anwendungsgebiete von Grapefruitöl sind vielfältig und reichen von der Hautpflege über Massagen bis hin zur Aromatherapie. Das Öl lässt sich äußerlich als Badezusatz, Massageöl, Shampoo-Zusatz und in der Duftlampe verwenden. Grapefruitöl kombiniert dabei körperliche Pflege mit psychischem Wohlbefinden – eine Massage mit Grapefruitöl pflegt die Haut, fördert die Durchblutung und hebt gleichzeitig die Stimmung.

Grapefruitöl in der Duftlampe

In der Duftlampe oder im Diffusor entfaltet Grapefruitöl seine stimmungsaufhellende Wirkung besonders effektiv. Geben Sie 3 bis 5 Tropfen in die Wasserschale Ihrer Duftlampe oder Ihren Diffuser. Grapefruitöl harmoniert hervorragend mit anderen Zitrusölen – eine Kombination aus jeweils einem Tropfen Grapefruitöl, Zitronenöl und Orangenöl ergibt eine belebende Duftmischung, die Konzentration und Wachheit fördert.

Bereits die alleinige Inhalation des Duftes kann laut Studien den Fettstoffwechsel positiv beeinflussen und die Stimmung heben.[6] Diese Wirkung lässt sich durch eine begleitende Massage mit einem Grapefruitöl-haltigen Massageöl noch verstärken.

Grapefruitöl als Massageöl

Für ein wirksames Grapefruitöl-Massageöl verdünnen Sie das ätherische Öl stets in einem hochwertigen Trägeröl. Achten Sie auf eine maximale Konzentration von 1 bis 3 Prozent Grapefruitöl in der Mischung. Ein bewährtes Rezept für ein pflegendes Körperöl, das Haut und Bindegewebe strafft:

Mischen Sie alle Zutaten in einer dunklen Glasflasche und bewahren Sie das Massageöl kühl und lichtgeschützt auf. Massieren Sie das Öl regelmäßig in kreisenden Bewegungen in die Haut ein. Verwenden Sie das Massageöl am besten abends, da Grapefruitöl phototoxisch wirken kann und die Haut danach nicht der Sonne ausgesetzt werden sollte.

Grapefruitöl für die Haut

Grapefruitöl für die Haut bietet mehrere Vorteile: Die antibakteriellen Eigenschaften helfen bei unreiner Haut und Akne, indem sie die Vermehrung von Propionibacterium acnes hemmen.[11] Die adstringierende Wirkung verfeinert das Hautbild, reguliert die Talgproduktion bei fettiger Haut und kann das Erscheinungsbild von Falten mildern. Für die tägliche Gesichtspflege geben Sie 1 bis 2 Tropfen Grapefruitöl zu 30 ml eines nicht komedogenen Trägeröls wie Jojobaöl oder Hagebuttenöl. Die durchblutungsfördernde Wirkung sorgt für ein frisches, rosiges Aussehen.

Besonders empfehlenswert ist Grapefruitöl für die Hautpflege bei folgenden Anliegen:

  • Fettige und unreine Haut
  • Akne und Hautunreinheiten
  • Großporige Haut
  • Schlaffe Haut und Falten
  • Schwaches Bindegewebe
  • Fahler Teint

Grapefruitöl gegen Cellulite

Grapefruitöl gegen Cellulite ist einer der bekanntesten Anwendungsbereiche des ätherischen Öls. Die Kombination aus adstringierender, entwässernder und durchblutungsfördernder Wirkung macht es zu einem beliebten Inhaltsstoff in Anti-Cellulite-Produkten. Das Öl wirkt zusammenziehend auf das Gewebe, fördert den Abtransport eingelagerter Flüssigkeit aus den Zellen und verbessert die Mikrozirkulation in der Haut. Eine Humansstudie zeigte, dass die Anwendung von Grapefruitöl in der Massagetherapie den Bauchumfang und das Unterhautfettgewebe reduzieren kann.[10]

Für eine Anti-Cellulite-Massage mischen Sie 10 Tropfen Grapefruitöl mit 50 ml Mandelöl und massieren Sie die betroffenen Stellen an Oberschenkeln, Po und Bauch täglich in kreisenden, aufwärts gerichteten Bewegungen. Die regelmäßige Anwendung kann auch vorbeugend gegen die Entwicklung von Cellulite und Krampfadern eingesetzt werden.

Grapefruitöl zum Abnehmen

Grapefruitöl zum Abnehmen nutzt vor allem die appetitregulierenden und stoffwechselanregenden Eigenschaften des D-Limonens. In Tierstudien wurde gezeigt, dass die Inhalation von Grapefruitöl die Aktivität des Vagusnervs stimuliert, den Appetit senkt und die Nahrungsaufnahme reduziert.[10] Die Ergebnisse sind vielversprechend, allerdings sind weitere klinische Studien am Menschen notwendig, um diese Effekte zu bestätigen.

Unterstützend kann Grapefruitöl bei einer Diät folgendermaßen eingesetzt werden: Geben Sie 3 bis 5 Tropfen in den Diffusor, besonders vor den Mahlzeiten. Die Kombination aus Aromatherapie und einem Massageöl mit Grapefruitöl kann den Erfolg einer Gewichtsreduktion ergänzend begleiten – als alleiniges Mittel zum Abnehmen ist ätherisches Grapefruitöl jedoch nicht geeignet.

Grapefruitöl für die Haare

Bei fettigem Haar kann Grapefruitöl die übermäßige Talgproduktion auf der Kopfhaut regulieren. Geben Sie 2 bis 3 Tropfen in Ihre gewohnte Portion Shampoo und massieren Sie es gründlich in die Kopfhaut ein. Die antiseptischen Eigenschaften reinigen die Kopfhaut sanft und die durchblutungsfördernde Wirkung kann das Haarwachstum unterstützen. Rosmarinöl ist eine ideale Ergänzung für eine stärkende Haarpflege-Mischung.

Innerliche Anwendung von Grapefruitöl

Die innerliche Anwendung von ätherischem Grapefruitöl ist in der Naturheilkunde verbreitet, sollte aber stets mit Vorsicht erfolgen. Wenn Sie Grapefruitöl zum Einnehmen verwenden möchten, geben Sie maximal 1 bis 2 Tropfen eines reinen, biologisch zertifizierten Grapefruitöls in ein Glas Wasser oder Tee. Der erfrischende Geschmack harmoniert gut mit Mineralwasser.

Das im Öl enthaltene D-Limonen wird in Forschungsstudien auf seine chemoprotektiven Eigenschaften hin untersucht. Laborstudien und Tierversuche zeigen, dass D-Limonen antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen besitzt und möglicherweise das Wachstum bestimmter Krebszellen hemmen kann.[12][13] Diese Ergebnisse stammen jedoch überwiegend aus präklinischen Studien – gesicherte Erkenntnisse zur Krebsprävention beim Menschen stehen noch aus.

Wichtig: Verwenden Sie für die innerliche Anwendung ausschließlich als lebensmitteltauglich deklariertes Grapefruitöl in Bio-Qualität und konsultieren Sie bei Unsicherheiten einen Arzt oder Heilpraktiker.

Grapefruitöl in der Aromatherapie

In der Aromatherapie gehört Grapefruitöl zu den beliebtesten Zitrusölen. Sein frischer, leicht herber Duft wird als belebend und klärend beschrieben. Grapefruitöl wirkt als Kopfnote in ätherischen Ölmischungen und harmoniert besonders gut mit Bergamotteöl, Lavendelöl, Ylang-Ylang-Öl, Rosmarinöl, Zedernöl, Geraniumöl und Pfefferminzöl.

Typische Einsatzbereiche in der Aromatherapie sind die Linderung von Stress und Angstzuständen, die Steigerung der Konzentration, die Reduktion von Kopfschmerzen und mentaler Erschöpfung sowie die Förderung einer positiven Grundstimmung.[9]

Achtung bei Haustieren: Ätherische Zitrusöle wie Grapefruitöl sind für Katzen potenziell giftig. Katzen fehlt ein bestimmtes Leberenzym (Glucuronyltransferase), das für den Abbau von Terpenen wie D-Limonen notwendig ist. Verwenden Sie Grapefruitöl daher niemals in Räumen, in denen sich Katzen aufhalten, und halten Sie Diffusoren außerhalb ihrer Reichweite.[14] Bei Hunden hingegen kann Grapefruitöl in stark verdünnter Form zur Insektenabwehr eingesetzt werden – die Dosierung sollte jedoch äußerst gering sein und idealerweise mit dem Tierarzt abgesprochen werden.

Grapefruitöl selber machen

Sie können ein Grapefruitöl-Mazerat selbst herstellen, auch wenn dieses nicht mit einem professionell kaltgepressten ätherischen Öl vergleichbar ist. Für das selbstgemachte Grapefruitöl benötigen Sie:

  • 5–6 ungespritzte Bio-Grapefruits
  • Hochprozentigen Vodka (mindestens 40 %)
  • Ein sauberes Schraubglas (Twist-off)
  • Einen Sparschäler
  • Ein Moltontuch oder feines Sieb
  • Eine dunkle Tropfflasche zur Aufbewahrung

Waschen Sie die Bio-Grapefruits gründlich mit heißem Wasser ab. Schälen Sie die Schalen mithilfe eines Sparschälers dünn ab – achten Sie darauf, möglichst wenig weiße Haut (Mesokarp) mitzunehmen, da diese bitter schmeckt. Lassen Sie die Schalen einige Tage an der Luft trocknen. Zerkleinern Sie die getrockneten Schalenstücke und geben Sie sie in das Schraubglas. Füllen Sie den Vodka auf, bis die Schalen vollständig bedeckt sind.

Stellen Sie das verschlossene Glas für etwa sechs Wochen an einen sonnigen, warmen Ort und schütteln Sie es täglich einmal durch. Nach Ablauf der Ziehzeit filtern Sie die Schalenstücke mithilfe eines Moltontuchs heraus. Füllen Sie den duftenden Vodka zurück ins Glas und bedecken Sie es lediglich mit dem Moltontuch – der Alkohol muss vollständig verdunsten können. Nach einigen Tagen bis Wochen bleibt das selbst hergestellte Grapefruitöl-Mazerat zurück, das Sie in eine dunkle Tropfflasche umfüllen sollten.

Hinweis: Dieses DIY-Verfahren ergibt ein Mazerat, kein reines ätherisches Öl. Für therapeutische Zwecke empfiehlt sich der Kauf eines professionell hergestellten, kaltgepressten Bio-Grapefruitöls.

Dosierung und Einnahme von Grapefruitöl

Die richtige Dosierung von Grapefruitöl hängt von der jeweiligen Anwendungsform ab. Grundsätzlich gilt: Weniger ist mehr. Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenstoffe, deren Wirkung bereits in geringen Mengen spürbar ist.

  • Duftlampe / Diffusor: 3–5 Tropfen auf die Wasserschale
  • Massageöl: 1–3 % Grapefruitöl im Trägeröl (ca. 6–18 Tropfen auf 30 ml Trägeröl)
  • Badezusatz: 5–8 Tropfen, gemischt mit einem Emulgator (z. B. Sahne, Meersalz oder neutralem Badeöl)
  • Shampoo-Zusatz: 2–3 Tropfen pro Haarwäsche
  • Innerliche Anwendung: Maximal 1–2 Tropfen in einem Glas Wasser oder Tee (nur lebensmitteltaugliches Bio-Öl verwenden)
  • Gesichtspflege: 1–2 Tropfen auf 30 ml Trägeröl

Testen Sie vor der ersten Anwendung immer die individuelle Verträglichkeit, indem Sie eine kleine Menge der verdünnten Mischung auf die Innenseite des Unterarms auftragen und mindestens 24 Stunden beobachten. Bei empfindlicher Haut die Dosierung entsprechend reduzieren.

Grapefruitöl Nebenwirkungen

Trotz seiner vielen positiven Eigenschaften sind bei der Anwendung von Grapefruitöl einige Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen zu beachten.

Die wichtigste Nebenwirkung ist die Phototoxizität. Wie die meisten kaltgepressten Zitrusöle enthält Grapefruitöl Furocumarine (insbesondere Bergapten und Bergamottin), die bei Kontakt mit UV-Strahlung zu Hautreaktionen führen können. Diese Reaktionen reichen von dunklen Pigmentflecken über Rötungen bis hin zu blasenartigen Verbrennungen.[4][15] Das Risiko einer phototoxischen Reaktion hängt dabei von der Konzentration des Öls und der Intensität der UV-Exposition ab.

Die International Fragrance Association (IFRA) empfiehlt für Grapefruitöl in Produkten, die auf der Haut verbleiben, eine maximale sichere Verdünnung von 4 Prozent.[15] Zum Vergleich: Bei Bergamotteöl liegt dieser Wert bei nur 0,4 Prozent, Grapefruitöl ist also deutlich weniger phototoxisch.

Beachten Sie folgende Sicherheitshinweise:

  • Tragen Sie Grapefruitöl-haltige Hautpflegeprodukte bevorzugt am Abend auf.
  • Setzen Sie die behandelte Haut mindestens 12 bis 18 Stunden nach der Anwendung keinem direkten Sonnenlicht oder UV-Strahlung aus.[15]
  • Verwenden Sie kaltgepresstes Grapefruitöl niemals unverdünnt auf der Haut.
  • Bei heiß-langen Bädern mit Grapefruitöl kann es zu Hautreizungen kommen – begrenzen Sie die Badedauer und verwenden Sie maximal 5–8 Tropfen mit einem Emulgator.
  • In der Duftlampe oder im Diffusor besteht kein phototoxisches Risiko.
  • In Produkten, die abgespült werden (Shampoo, Duschgel, Seife), besteht ebenfalls kein phototoxisches Risiko.[15]

Selten können allergische Hautreaktionen auftreten. D-Limonen kann bei manchen Menschen nach Oxidation an der Luft sensibilisierend wirken.[16] Lagern Sie Grapefruitöl daher stets gut verschlossen, kühl und dunkel und verwenden Sie es innerhalb der Haltbarkeitsfrist.

Grapefruitöl in der Schwangerschaft

Zur Anwendung von Grapefruitöl in der Schwangerschaft sollte generell Vorsicht walten. Grundsätzlich gilt: Verwenden Sie ätherische Öle in der Schwangerschaft nur in niedriger Dosierung und nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme. Grapefruitöl gilt zwar als eines der besser verträglichen ätherischen Öle, da es keine bekannten embryotoxischen oder wehenauslösenden Eigenschaften besitzt, aber die Studienlage ist begrenzt. In der Aromatherapie kann es in stark verdünnter Form zur Linderung von Übelkeit und Stimmungsschwankungen beitragen.

Grapefruitöl kaufen – Worauf sollte geachtet werden?

Beim Kauf von Grapefruitöl ist die Qualität entscheidend für die Wirksamkeit und Sicherheit des Produkts. Achten Sie auf folgende Kriterien:

  • Bio-Zertifizierung: Da Grapefruitöl aus den Schalen gepresst wird, würden Pestizidrückstände direkt ins Öl gelangen. Ein Bio-Siegel (z. B. EU-Bio, Naturland, Demeter) garantiert pestizidfreien Anbau.
  • 100 % naturreines ätherisches Öl: Achten Sie auf die Bezeichnung „100 % naturrein" oder „genuine and authentic". Vermeiden Sie Produkte mit synthetischen Duftstoffen oder Streckmitteln – diese bieten keine therapeutischen Vorteile.
  • Botanischer Name: Auf dem Etikett sollte der wissenschaftliche Name Citrus paradisi angegeben sein.
  • Gewinnungsverfahren: Kaltgepresstes Grapefruitöl ist die hochwertigste Variante. Das Herstellungsverfahren sollte auf dem Etikett vermerkt sein.
  • Ursprungsland: Qualitativ hochwertiges Grapefruitöl stammt häufig aus den USA (Florida, Kalifornien), Israel, Brasilien oder dem Mittelmeerraum.
  • Haltbarkeitsdatum: Zitrusöle haben eine begrenzte Haltbarkeit von etwa 1 bis 2 Jahren. Ein Herstellungs- oder Mindesthaltbarkeitsdatum sollte auf dem Etikett erkennbar sein.
  • Dunkle Glasflasche: Ätherische Öle sollten stets in dunklem Glas (braun oder blau) abgefüllt sein, um sie vor Lichteinwirkung zu schützen.

Grapefruitöl kaufen können Sie in Apotheken, Bioläden, Reformhäusern und bei spezialisierten Online-Händlern. Bekannte Marken für hochwertige ätherische Öle sind unter anderem Primavera, Farfalla, Neumond und Taoasis. Auch bei Drogerieketten wie dm und Rossmann sind ätherische Grapefruitöle erhältlich – prüfen Sie hier besonders sorgfältig die Inhaltsstoffangaben und achten Sie auf den Hinweis „100 % naturrein".

Quellenverzeichnis

  1. Viuda-Martos, M., Ruiz-Navajas, Y., Fernández-López, J. & Pérez-Álvarez, J. A. (2008). Antifungal activity of lemon (Citrus lemon L.), mandarin (Citrus reticulata L.), grapefruit (Citrus paradisi L.) and orange (Citrus sinensis L.) essential oils. Food Control, 19(12), 1130–1138. doi:10.1016/j.foodcont.2007.12.003
  2. Deng, W., Liu, K., Cao, S., Sun, J., Zhong, B. & Chun, J. (2020). Chemical Composition, Antimicrobial, Antioxidant, and Antiproliferative Properties of Grapefruit Essential Oil Prepared by Molecular Distillation. Molecules, 25(1), 217. doi:10.3390/molecules25010217
  3. Njoroge, S. M., Koaze, H., Karanja, P. N. & Sawamura, M. (2005). Volatile constituents of redblush grapefruit (Citrus paradisi) and pummelo (Citrus grandis) peel essential oils from Kenya. Journal of Agricultural and Food Chemistry, 53(25), 9790–9794. doi:10.1021/jf051373s
  4. Tisserand, R. & Young, R. (2014). Essential Oil Safety: A Guide for Health Care Professionals. 2nd Edition. Churchill Livingstone Elsevier, Edinburgh.
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  10. Healthline (2019). 6 Benefits and Uses of Grapefruit Essential Oil. Abgerufen von: https://www.healthline.com/nutrition/grapefruit-essential-oil – basierend auf: Shen, J. et al. (2005). Olfactory stimulation with scent of grapefruit oil affects autonomic nerves, lipolysis and appetite in rats. Neuroscience Letters, 380(3), 289–294.
  11. Li, Y., Liu, S., Zhao, C., Zhang, Z., Nie, D., Tang, W. & Li, Y. (2022). The Chemical Composition and Antibacterial and Antioxidant Activities of Five Citrus Essential Oils. Molecules, 27(20), 7044. doi:10.3390/molecules27207044
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  15. Tisserand Institute (2023). Phototoxicity: Essential Oils, Sun and Safety. Abgerufen von: https://tisserandinstitute.org/phototoxicity-essential-oils-sun-and-safety/
  16. Matura, M., Goossens, A., Bordalo, O., Garcia-Bravo, B., Magnusson, K., Wrangsjö, K. & Karlberg, A. T. (2002). Oxidized citrus oil (limonene): a frequent skin sensitizer in Europe. Journal of the American Academy of Dermatology, 47(5), 709–714. doi:10.1067/mjd.2002.124817