Salbeiöl

Zuletzt aktualisiert: 12.02.26

Salbeiöl wird aus dem Echten Salbei (Salvia officinalis) gewonnen, einer der ältesten und vielseitigsten Heilpflanzen der Welt. Die im Mittelmeerraum beheimatete Pflanze gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und kann bei ausreichend Sonne und Wärme eine Höhe von bis zu 80 cm erreichen. Der botanische Name „Salvia" leitet sich vom lateinischen „salvare" (heilen, retten) ab – ein Hinweis auf die lange Tradition als Arzneipflanze.[1]Salbeiöl – ätherisches Öl aus Salvia officinalis

Weltweit existieren rund 900 Salbei-Arten, doch nur drei Sorten werden für die Herstellung von reinem ätherischem Salbeiöl verwendet: Salvia officinalis (Echter Salbei), Salvia lavandulifolia (Spanischer Salbei) und Salvia triloba (Griechischer Salbei). Die samtigen, länglichen Blätter verströmen einen intensiv krautigen Duft und können sowohl frisch als auch getrocknet eingesetzt werden. Die ährenförmigen Blüten leuchten in Lilatönen. Bereits im Mittelalter wurde Salbei als Räucherwerk genutzt, etwa zur Desinfektion von Räumen während der Pest. Heute schätzt man das ätherische Salbeiöl vor allem für seine reinigende, desinfizierende und schweißhemmende Wirkung – besonders beliebt ist es zur Beduftung und Reinigung der Raumluft.[2]

Gewinnung von Salbeiöl

Reines ätherisches Salbeiöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den oberirdischen Pflanzenteilen (Blätter, Stängel und Blüten) der Salbeipflanze gewonnen. Bei diesem schonenden Verfahren wird heißer Wasserdampf durch das Pflanzenmaterial geleitet, wobei die flüchtigen ätherischen Bestandteile extrahiert werden. Sobald der Dampf im Kühler kondensiert, schwimmt das reine ätherische Öl auf dem entstandenen Kondenswasser (dem sogenannten Hydrolat) und kann von diesem getrennt werden.[3]

Die Ausbeute ist vergleichsweise gering: Je nach Pflanzengattung, Erntezeitpunkt und Anbauregion werden zwischen 35 und 100 kg frisches Pflanzenmaterial benötigt, um einen Liter reines ätherisches Salbeiöl zu gewinnen. Die besten Qualitäten stammen traditionell aus dem nördlichen Mittelmeerraum, insbesondere aus Dalmatien, Albanien und Südfrankreich.

Salbeiöl Inhaltsstoffe

Reines ätherisches Salbeiöl hat einen krautigen, leicht mentholartigen, frischen und würzigen Geruch. Das Öl selbst ist farblos bis blassgelb und enthält eine komplexe Mischung aus bioaktiven Verbindungen. Gaschromatographische Analysen (GC-MS) haben über 40 verschiedene Bestandteile identifiziert.[4] Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen gehören:

  • α-Thujon und β-Thujon (zusammen ca. 20–50 %, je nach Chemotyp)[5]
  • Campher (ca. 11–33 %)
  • 1,8-Cineol (Eucalyptol, ca. 8–45 %)
  • α-Pinen und β-Pinen
  • Borneol
  • Camphen
  • Linalool
  • p-Cymol
  • Viridiflorol
  • β-Caryophyllen
  • Rosmarinsäure
  • Kaffeesäure
  • Flavonoide (Luteolin, Apigenin)
  • Gerbstoffe und Bitterstoffe

Wichtiger Hinweis: Salbeiöl sollte stets vorsichtig dosiert werden. Die enthaltenen Thujone – vor allem α-Thujon – können bei Überdosierung neurotoxisch wirken, da sie als Modulatoren am GABA-Rezeptor angreifen.[6] Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat daher Grenzwerte für den Thujongehalt in Arzneimitteln festgelegt.

Wirkung von Salbeiöl

Die Wirkung von Salbeiöl ist sowohl aus der traditionellen Volksmedizin überliefert als auch in modernen Studien zunehmend wissenschaftlich untersucht. Die pharmakologischen Eigenschaften von Salvia officinalis umfassen ein breites Spektrum[2]:

  • Schweißhemmend (antihidrotisch): Klinische Studien belegen die Wirksamkeit von Salbeiextrakten bei übermäßigem Schwitzen, insbesondere bei menopausalen Hitzewallungen[7]
  • Antimikrobiell: Wirksam gegen verschiedene Bakterien und Pilze, darunter Staphylococcus aureus und Candida albicans[8]
  • Antioxidativ: Schützt Zellen vor oxidativem Stress durch Radikalfänger-Aktivität[4]
  • Entzündungshemmend: Kann Entzündungsprozesse modulieren[2]
  • Durchblutungsfördernd: Regt die lokale Durchblutung an
  • Adstringierend: Wirkt zusammenziehend auf Gewebe und Haut
  • Wundheilungsfördernd: Unterstützt die Heilung kleiner Wunden
  • Milchfluss-hemmend: Kann die Laktation verringern
  • Schleimlösend und hustenlindernd: Löst festsitzenden Schleim bei Erkältungen
  • Appetitanregend: Fördert die Verdauung und den Appetit

Das ätherische Salbeiöl sollte aufgrund seines hohen Thujongehalts nur nach ärztlicher oder heilpraktischer Absprache innerlich angewendet werden. Eine Überdosierung kann zu Nervenschädigungen oder Vergiftungserscheinungen führen. Für die innerliche Anwendung eignen sich daher besser die frischen Salbeiblätter als Küchenkraut oder Teeaufguss, bei denen eine Überdosierung bei sachgemäßer Verwendung vermieden wird.

Anwendungsgebiete von Salbeiöl

Da die innere Anwendung von reinem ätherischem Salbeiöl nur unter fachkundiger Aufsicht erfolgen sollte, empfiehlt sich für die Selbstanwendung die äußerliche Nutzung. Das Anwendungsspektrum ist dabei bemerkenswert breit und umfasst sowohl Beschwerden des Mund- und Rachenraums als auch dermatologische und kosmetische Bereiche.

Bei der äußerlichen Anwendung lässt sich Salbeiöl unter anderem bei folgenden Beschwerden einsetzen:

  • Entzündungen im Mundraum (Mundschleimhaut, Zahnfleisch, Aphten), Kehlkopfentzündungen, Bronchitis, Halsschmerzen und Stimmschwäche
  • Hautprobleme wie schlecht heilende Wunden und Hautgeschwüre
  • Insektenstiche und Hautreizungen
  • Übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose)
  • Unreine Haut und Pickel
  • Trockene Haut und Kopfhautprobleme
  • Zyklusprobleme und Menstruationsbeschwerden

Waschungen mit Salbeiöl

Bei Hautgeschwüren, schlecht heilenden Wunden, Insektenstichen sowie starkem Schwitzen können Waschungen mit verdünntem Salbeiöl hilfreich sein. Mischen Sie dafür etwa 15–20 Tropfen des ätherischen Salbeiöls (vorzugsweise Salvia lavandulifolia oder Salvia triloba) in ein Glas abgekochtes, lauwarmes Wasser. Tränken Sie Tücher oder Kompressen mit dieser Mischung und legen Sie sie auf die betroffenen Hautstellen. Bei Wundverbänden können Sie die Lösung ebenfalls zum Tränken verwenden.

Salbeiöl gegen Schwitzen

Salbei ist eines der bekanntesten pflanzlichen Mittel gegen übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose). Klinische Studien zeigen, dass Salbeiextrakte die Häufigkeit und Intensität von Schweißausbrüchen – etwa bei menopausalen Hitzewallungen – deutlich reduzieren können.[7] Die schweißhemmende Wirkung wird auf die adstringierenden Gerbstoffe und die Modulation von Neurorezeptoren zurückgeführt.[9]

Für die praktische Anwendung eignen sich besonders die Salbeiarten Salvia triloba und Salvia lavandulifolia. Geben Sie einige Tropfen Salbeiöl in Ihr Duschgel für einen schweißhemmenden Start in den Tag. Alternativ lässt sich ein wirkungsvolles natürliches Salbeiöl-Deo selbst herstellen: Vermengen Sie 3 EL Kokosöl, 2 EL Speisestärke, 1 EL Natron und je 3–5 Tropfen Salbeiöl, Teebaumöl, Lavendelöl und Zitronenöl. Dieses Deo hemmt nicht nur die Schweißproduktion, sondern wirkt durch die antibakteriellen ätherischen Öle und das basische Natron auch geruchsneutralisierend. Gegen Fußschweiß hilft ein Fußbad mit warmem Wasser, einer Prise Natron und 5–8 Tropfen Salbeiöl.

Mundhygiene mit Salbeiöl

Salbeiöl gilt als eines der wirksamsten natürlichen Mittel für die Mundhygiene. Die antimikrobiellen Inhaltsstoffe – insbesondere Campher, Thujon und 1,8-Cineol – können schädliche Bakterien im Mundraum bekämpfen.[8] Besonders geeignet für Mundspülungen und zum Gurgeln sind die ätherischen Öle der Salbeiarten Salvia lavandulifolia und Salvia triloba.

Für eine natürliche Mundspülung geben Sie auf ein Glas lauwarmes, abgekochtes Wasser einen Spritzer naturtrüben Apfelessig (Bio-Qualität) und 2–3 Tropfen des ätherischen Salbeiöls. Bei Zahnfleischentzündungen, Aphten oder Kehlkopfreizungen können Sie diese Mischung mehrmals täglich zum Spülen oder Gurgeln verwenden – spucken Sie die Flüssigkeit anschließend immer aus. Die Mundspülung lässt sich ergänzend durch das regelmäßige Trinken von Salbeitee unterstützen. Auch das Ölziehen mit einem Salbei-Mazerat kann die Mundgesundheit fördern.

Salbeiöl für die Haut

Die adstringierenden, entzündungshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften machen Salbeiöl zu einem wertvollen Bestandteil der natürlichen Hautpflege. Es kann die Haut straffen, die Talgproduktion regulieren und Unreinheiten mildern. Bei trockener Haut wirkt es pflegend und feuchtigkeitsspendend, wenn es mit einem Trägeröl verdünnt aufgetragen wird.[10]

Gegen Pickel und unreine Haut hat sich folgende Anwendung bewährt: Mischen Sie 2–3 Tropfen Salbeiöl mit einem Esslöffel Jojobaöl und tupfen Sie die Mischung gezielt auf betroffene Stellen. Für eine hautstraffende Gesichtspflege können Sie dem Salbeiöl auch Hagebuttenöl beimischen. Verwenden Sie reines ätherisches Salbeiöl niemals unverdünnt auf der Haut, sondern immer mit einem Trägeröl verdünnt (Empfehlung: 1–2 Tropfen auf 50 ml Trägeröl).

Salbeiöl für die Haare

Salbeiöl kann die Kopfhaut stimulieren, die Talgproduktion regulieren und so für gesundes, kräftiges Haar sorgen. Es wird traditionell bei fettiger Kopfhaut, Schuppen und dünner werdendem Haar eingesetzt. Geben Sie 3–5 Tropfen Salbeiöl zu einer Portion eines milden Shampoos oder mischen Sie es mit Arganöl für eine intensive Kopfhautmassage vor der Haarwäsche. Das Öl kann zudem dunklem Haar zusätzlichen Glanz verleihen.

Salbeiöl inhalieren

Das Inhalieren von Salbeiöl kann bei Erkältungsbeschwerden, Husten und Bronchitis Linderung verschaffen. Die schleimlösenden Eigenschaften des enthaltenen 1,8-Cineols und Camphers helfen, festsitzenden Schleim zu lösen und die Atemwege zu befreien.

Für eine Dampfinhalation geben Sie 3–5 Tropfen ätherisches Salbeiöl in eine Schüssel mit heißem (nicht kochendem) Wasser. Beugen Sie sich mit einem Handtuch über dem Kopf über die Schüssel und inhalieren Sie den aufsteigenden Dampf für etwa 5–10 Minuten. Atmen Sie dabei ruhig und tief durch Nase und Mund. Diese Anwendung eignet sich besonders bei beginnenden Erkältungen und Nebenhöhlenproblemen.

Salbeiöl in der Aromatherapie

In der Aromatherapie wird Salbeiöl zur Reinigung der Raumluft, zur Stärkung der Konzentration und zur Förderung des allgemeinen Wohlbefindens eingesetzt. Studien deuten darauf hin, dass der Duft von Salbei die kognitive Leistungsfähigkeit steigern und stimmungsaufhellend wirken kann.[11]

Geben Sie bereits wenige Tropfen des ätherischen Öls – vorzugsweise Salvia officinalis – in eine Duftlampe oder einen Diffusor. Besonders harmonisch lässt sich Salbeiöl mit Rosmarinöl, Lavendelöl oder Zitronenöl kombinieren. Der reinigende, klare Duft ist bei beginnenden Erkältungen besonders wohltuend und kann helfen, die Raumluft von Keimen zu befreien.

Salbeiöl und die Psyche

Neben den körperlichen Wirkungen wird Salbeiöl auch für seine positiven Effekte auf die Psyche geschätzt. Laborstudien zeigen, dass Salvia officinalis eine modulierende Wirkung auf verschiedene Neurotransmitter-Systeme hat, darunter GABA-, Serotonin- und Opioid-Rezeptoren.[9] Traditionell wird Salbei daher bei Erschöpfung, Nervosität und geistiger Müdigkeit eingesetzt.

Die Kombination mit Muskatellersalbeiöl (Salvia sclarea) – einem verwandten, aber thujonarmen Salbeiöl – kann in der Aromatherapie besonders beruhigend und stimmungsaufhellend wirken. Muskatellersalbeiöl enthält vor allem Linalylacetat und gilt als milder und besser verträglich für die rein psychische Anwendung.

Stärkendes Bad mit Salbeiöl

Nach einem anstrengenden Tag kann ein Salbeiöl-Bad wahre Wunder wirken. Geben Sie 10–15 Tropfen des ätherischen Salbeiöls zusammen mit 5–10 ml Sahne oder einem Esslöffel Meersalz als Emulgator in das Badewasser. Die Sahne hilft, das ätherische Öl gleichmäßig im Wasser zu verteilen.

Zum Abschluss des Bades können Sie sich mit einem selbst hergestellten Salbei-Mazerat oder einer Mischung aus wenigen Tropfen Salbeiöl mit Mandelöl, Hanföl oder Olivenöl einmassieren, um die Haut weich, gepflegt und gut durchfeuchtet zu halten. Für die Anwendung auf der Haut eignen sich die ätherischen Öle der Salbeiarten Salvia lavandulifolia und Salvia triloba besonders gut. Ein angenehmer Nebeneffekt: Der Duft des Salbeis vertreibt zudem Mücken.

Salbeiöl zum Kochen

Neben dem reinen ätherischen Öl, das aufgrund seiner hohen Konzentration nicht direkt zum Kochen geeignet ist, lässt sich ein mildes Salbeiöl als Mazerat hervorragend in der Küche verwenden. Dieses selbst hergestellte Salbei-Speiseöl eignet sich zum Verfeinern von Pasta, Fleischgerichten, Risotto und Gemüse. Es verleiht Speisen einen feinen, mediterranen Geschmack. Besonders die italienische Küche schätzt die Kombination aus Salbei und Butter – etwa für das klassische „Burro e Salvia" zu gefüllter Pasta.

Hinweis: Verwenden Sie zum Kochen ausschließlich Salbei-Mazerate (Ölauszüge) oder frische Salbeiblätter, niemals reines ätherisches Salbeiöl. Die Herstellung eines Salbei-Mazerats zum Kochen wird im folgenden Abschnitt beschrieben.

Salbeiöl selber machen

Reines ätherisches Salbeiöl lässt sich nur mittels Wasserdampfdestillation mit einer professionellen Destille herstellen. Für den Hausgebrauch kann jedoch ein wirksames und schmackhaftes Salbeiöl-Mazerat aus frischem Salbei und hochwertigem Olivenöl einfach selbst angesetzt werden. Das Mazerat ist deutlich milder als reines ätherisches Öl – es besteht keine Gefahr der Überdosierung, daher kann es sowohl äußerlich als auch innerlich (zum Kochen oder als Salatöl) verwendet werden.

Die Zutaten:

  • 1 sauberes, sterilisiertes Twist-off-Glas (Schraubglas)
  • Frische Salbeiblätter (Menge passend zur Glasgröße, das Glas sollte etwa zu zwei Dritteln gefüllt sein)
  • Kalt gepresstes Olivenöl in Bio-Qualität (alle Pflanzenteile müssen vollständig mit Öl bedeckt sein)

Die Zubereitung Schritt für Schritt:

  • Die frischen Salbeiblätter gründlich waschen und vollständig trockentupfen (Restfeuchte kann Schimmelbildung begünstigen)
  • Die Blätter leicht zerschneiden und in das Schraubglas füllen
  • Mit dem Olivenöl übergießen, bis alle Pflanzenteile gut bedeckt sind
  • Das Glas fest verschließen und an einen warmen, sonnigen Ort stellen
  • Täglich einmal durchschütteln, damit die Mazeration gleichmäßig verläuft
  • Nach 2–3 Wochen das Öl durch ein feines Tuch (Moltontuch) oder einen Kaffeefilter abseihen
  • Das fertige Salbeiöl in eine dunkle Glasflasche abfüllen und kühl lagern

Das selbst gemachte Salbeiöl sollte innerhalb von 2–3 Monaten verbraucht werden. Sie können es als Speiseöl, für Hautpflege-Anwendungen oder als Massageöl verwenden.

Dosierung und Einnahme von Salbeiöl

Die richtige Dosierung von Salbeiöl hängt von der Anwendungsform und der Art des Öls ab. Grundsätzlich gilt: Weniger ist mehr. Aufgrund des hohen Thujongehalts im ätherischen Salbeiöl ist eine vorsichtige Dosierung besonders wichtig.

Empfohlene Dosierungen für reines ätherisches Salbeiöl:

  • Duftlampe / Diffusor: 3–5 Tropfen in einer Duftlampe für die Raumbeduftung
  • Inhalation: 3–5 Tropfen in eine Schüssel mit heißem Wasser
  • Badezusatz: 10–15 Tropfen mit einem Emulgator (Sahne, Meersalz) ins Badewasser
  • Massageöl: 1–2 Tropfen auf 50 ml Trägeröl (z. B. Mandelöl oder Jojobaöl)
  • Mundspülung: 2–3 Tropfen in ein Glas lauwarmes Wasser – nur spülen und gurgeln, nicht schlucken
  • Fußbad: 5–8 Tropfen in eine Schüssel warmes Wasser mit etwas Meersalz

Innere Einnahme: Die orale Einnahme von reinem ätherischem Salbeiöl sollte ausschließlich unter Anleitung eines Arztes, Heilpraktikers oder erfahrenen Aromatherapeuten erfolgen. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) empfiehlt, die tägliche Thujonaufnahme auf maximal 6 mg zu begrenzen.[6] Salbeitee (2–3 Tassen pro Tag) oder selbst hergestellte Salbei-Mazerate sind für die innerliche Anwendung deutlich sicherer.

Nebenwirkungen von Salbeiöl

Aufgrund des hohen Thujonanteils (je nach Chemotyp 20–50 % α- und β-Thujon) kann es bei einer Überdosierung von ätherischem Salbeiöl zu ernsthaften Nebenwirkungen kommen. Thujone wirken als Modulatoren am GABA-Rezeptor im zentralen Nervensystem und können in hohen Dosen neurotoxisch sein.[6]

Mögliche Nebenwirkungen bei Überdosierung sind:

  • Übelkeit und Schwindel
  • Herzrasen und Blutdruckanstieg
  • Nervenschädigungen
  • In schweren Fällen: Krämpfe und Vergiftungserscheinungen

Salbeiöl sollte nicht angewendet werden von:

  • Schwangeren und Stillenden – Salbei kann Wehen fördern und den Milchfluss hemmen[2] (Mehr Informationen zu ätherischen Ölen in der Schwangerschaft)
  • Epileptikern – Thujone können die Krampfschwelle senken
  • Menschen mit Bluthochdruck – Salbei kann den Blutdruck steigern
  • Kleinkindern und Säuglingen – ätherische Öle mit Thujon und Campher sind für Babys nicht geeignet

Die innere Anwendung von reinem ätherischem Salbeiöl darf nur nach Absprache mit dem behandelnden Arzt oder Heilpraktiker erfolgen. Salbei-Mazerate und Salbeitee sind bei normaler Dosierung in der Regel unbedenklich.

Salbeiöl kaufen – Worauf sollte man achten?

Beim Kauf von ätherischem Salbeiöl gibt es einige wichtige Qualitätsmerkmale zu beachten, um ein wirksames und sicheres Produkt zu erhalten.

Achten Sie auf folgende Kriterien:

  • 100 % naturreines ätherisches Öl: Es muss sich um ein echtes, durch Wasserdampfdestillation gewonnenes Öl handeln – nicht um ein synthetisches Duftöl oder naturidentisches Öl. Nur dann sind die gewünschten Wirkstoffe enthalten.
  • Bio-Qualität: Wählen Sie ein Salbeiöl aus kontrolliert biologischem Anbau (erkennbar an Bio-Siegeln wie EU-Bio oder Demeter). So stellen Sie sicher, dass keine Pestizide oder chemischen Pflanzenschutzmittel im Endprodukt enthalten sind.
  • Botanische Bezeichnung: Auf dem Etikett sollte der botanische Name (z. B. Salvia officinalis) vermerkt sein, damit Sie genau wissen, welche Salbeiart verarbeitet wurde.
  • Dunkle Glasflasche: Hochwertige ätherische Öle sind immer in braunen oder blauen Glasflaschen abgefüllt. Meiden Sie Produkte in Kunststoffflaschen, da die ätherischen Öle den Kunststoff angreifen können.
  • Tropferaufsatz: Eine Flasche mit integriertem Tropfer ermöglicht eine sichere und einfache Dosierung.
  • Kleine Füllmengen bevorzugen: Kaufen Sie lieber kleinere Gebinde (5–10 ml), auch wenn diese auf den ersten Blick teurer erscheinen. So haben Sie stets frisches, wirksames Öl zur Hand.
  • Kühle und dunkle Lagerung: Bewahren Sie das Öl an einem kühlen, lichtgeschützten Ort auf, um die Haltbarkeit und Wirksamkeit zu erhalten.

Salbeiöl ist in Apotheken, Reformhäusern, Drogerien (z. B. dm, Rossmann, Müller) sowie online erhältlich. Bekannte Marken für naturreines ätherisches Salbeiöl sind unter anderem Primavera, Bombastus und Weleda. Beim Vergleich von Angeboten lohnt es sich, auf die Herkunftsangabe zu achten – Öle aus Dalmatien oder dem nördlichen Mittelmeerraum gelten als besonders hochwertig.

Hinweis: Salbei-Mazerate sind aufgrund der einfacheren Herstellung und der geringeren Wirkstoffkonzentration deutlich günstiger als reine ätherische Öle. Sie eignen sich nicht für die Duftlampe, sind jedoch eine hervorragende Alternative für die Hautpflege und die Küche.

Quellenverzeichnis

  1. Ghorbani, A., & Esmaeilizadeh, M. (2017). Pharmacological properties of Salvia officinalis and its components. Journal of Traditional and Complementary Medicine, 7(4), 433–440. doi:10.1016/j.jtcme.2016.12.014
  2. Hamidpour, M., Hamidpour, R., Hamidpour, S., & Shahlari, M. (2014). Chemistry, Pharmacology, and Medicinal Property of Sage (Salvia) to Prevent and Cure Illnesses such as Obesity, Diabetes, Depression, Dementia, Lupus, Autism, Heart Disease, and Cancer. Journal of Traditional and Complementary Medicine, 4(2), 82–88. doi:10.4103/2225-4110.130373
  3. Raal, A., Orav, A., Ilina, T., et al. (2024). Variation in the Composition of the Essential Oil of Commercial Salvia officinalis L. Leaves Samples from Different Countries. Phyton – International Journal of Experimental Botany, 93(7), 1703–1716. doi:10.32604/phyton.2024.052790
  4. Mitic, M. N., et al. (2022). Salvia officinalis L. Essential Oil: Characterization, Antioxidant Properties, and the Effects of Aromatherapy in Adult Patients. Antioxidants, 11(5), 808. doi:10.3390/antiox11050808
  5. Russo, A., et al. (2013). Chemical composition and biological activities of Salvia officinalis essential oil from Tunisia. EXCLI Journal, 12, 223–237. PMID: 26648828
  6. Lachenmeier, D. W., et al. (2010). Risk assessment of thujone in foods and medicines containing sage and wormwood – evidence for a need of regulatory changes? Regulatory Toxicology and Pharmacology, 58(3), 437–443. doi:10.1016/j.yrtph.2010.08.012
  7. Bommer, S., Klein, P., & Suter, A. (2011). First time proof of sage's tolerability and efficacy in menopausal women with hot flushes. Advances in Therapy, 28(6), 490–500. doi:10.1007/s12325-011-0027-z
  8. Šilha, D., et al. (2022). Variation of Salvia officinalis L. Essential Oil and Hydrolate Composition and Their Antimicrobial Activity. Processes, 10(8), 1608. doi:10.3390/pr10081608
  9. Hatami, T., et al. (2019). Modulation of neurological pathways by Salvia officinalis and its dependence on manufacturing process and plant parts used. BMC Complementary Medicine and Therapies, 19, 128. doi:10.1186/s12906-019-2549-x
  10. Abu-Darwish, M. S., et al. (2013). Essential Oil of Common Sage (Salvia officinalis L.) from Jordan: Assessment of Safety in Mammalian Cells and Its Antifungal and Anti-Inflammatory Potential. BioMed Research International, 2013, 538940. doi:10.1155/2013/538940
  11. Lizarraga-Valderrama, L. R. (2021). Effects of Essential Oils on Central Nervous System: Focus on Mental Health. Phytotherapy Research, 35(2), 657–679. doi:10.1002/ptr.6854