Ätherische Öle

Viele Duftstoffe in Parfums, Raumsprays oder auch in Kosmetika sind bedenklich. Allergische Reaktionen oder andere Unverträglichkeiten sind bei künstlichen Düften nicht selten. Anders ist es bei ätherischen Ölen, die eine hervorragende Alternative sind. Aus diesem Grund haben ätherische Öle schon lange einen festen Platz in der Naturheilkunde und können in vielen Bereichen angewendet werden. Ob als Raumduft oder zur Körpermassage - der Duft von ätherischen Ölen wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus und hat zudem Einfluss auf die Stimmung.

Gewonnen werden die Öle aus unterschiedlichen Teilen der verschiedenen Pflanzen. Die Drüsen, aus denen ätherisches Öl gewonnen wird, sitzen unter anderem an den Blättern und Blüten, im Holz, der Rinde oder der Wurzel. Bei Zitrusfrüchten finden sich die Drüsen an der Schale. Für einige ätherische Öle wird auch das Harz verwendet. Im Vergleich zu anderen Duftölen steckt in ihnen auch die Kraft der einzelnen Pflanzen. Es handelt sich um reine Pflanzendüfte, die nicht mit normalem Öl verglichen werden können. Ätherisch, was auch mit zart oder sehr fein vergleichbar ist, bedeutet im Zusammenhang mit ätherischen Ölen, dass diese sehr leicht und flüchtig sind. Es handelt sich hierbei nicht um fettiges Öl, sondern um ein öliges Extrakt, welches leicht verdampfen kann. Ätherische Öle eignen sich als Heil- und Hausmittel, werden aber auch zu therapeutischen Zwecken, wie Massagen, verwendet. In einer Duftlampe verbreiten sie einen angenehmen Raumduft.

Herstellung von ätherischen Ölen

Destillation

Am bekanntesten ist die Herstellung durch Wasserdampfdestillation. Bei dieser Herstellungsmethode werden die benötigten Pflanzenteile zuerst fein zerkleinert und in einen sogenannten Brennkessel gegeben. Anschließend wird der Kessel gut verschlossen und Wasserdampf in das Innere geblasen. Ein gut gekühltes Rohr, welches sich am Brennkessel befindet, sorgt dafür, dass das Wasser-Öl-Gemisch daran kondensieren kann. Von dort aus gelangt es in einen Auffangbehälter und wird voneinander getrennt.

Bei einigen Pflanzen ist eine Co-Destillation nötig. Diese Art der Destillation ist immer dann nötig, wenn sich aus einer Pflanze alleine kein ätherisches Öl herstellen lässt. Zu der eigentlichen Pflanze wird eine zweite hinzugegeben, welche dann als Träger fungiert. Nötig ist dies zum Beispiel bei Algen, welche in Kombination mit Zedernholz der Co-Destillation zugeführt werden.

Kaltpressung

Die Kaltpressung wir immer dann angewendet, wenn es um die Herstellung von Zitrusölen geht. Dabei kommen die Pflanzenteile, bei Zitrusfrüchten sind es die Schalen, in eine Ölmühle und werden dort gepresst. Beim Pressen entsteht eine emulsionsartige Masse, die zum einen aus dem ätherischen Öl und zum anderen aus der ausgepressten Flüssigkeit der Früchte besteht. Nach dem Pressen werden die Bestandteile mithilfe einer Zentrifuge voneinander getrennt.

Extraktion

Diese Herstellungsmethode kommt vor allem bei aus Blüten gewonnenen Ölen zum Einsatz. Sie ist immer dann angezeigt, wenn die verwendeten Pflanzenteile keine Hitze vertragen, oder beim Destillieren kein großer Ertrag zu erwarten ist. Die benötigten Blüten werden in ein besonderes Lösungsmittel eingelegt, welches den Pflanzen nicht nur Farbstoffe und Wachse, sondern auch alle löslichen Aromastoffe entzieht. Nachdem das verwendete Lösungsmittel destilliert, also verdampft wurde, bildet sich daraus eine dicke und wachsartige Masse. Diese Masse wird anschließend mit Alkohol nochmals extrahiert und in einem Vakuum destilliert. Die bei der Extraktion hergestellten Aromastoffe sind von einer dickflüssigen Konsistenz.

Ätherische Öle Wirkungen

Ätherische Öle wirken auf zwei verschiedene Weisen. Da die Öle eine sehr feine und kleine Molekularstruktur besitzen, können sie sowohl über die Haut, als auch über die Schleimhäute aufgenommen werden. Von dort aus gelangen sie in das Gewebe und den Blutkreislauf. Dadurch wird es möglich, dass die Öle den gesamten Organismus beeinflussen können. Auch beim Einatmen gelangen die Düfte ätherischer Öle über die Lunge und die Schleimhaut in den Blutkreislauf. Aus diesem Grund sollten die Öle auch nur auf Anraten bei Babys und Kleinkindern angewendet werden. Starke Öle, wie zum Beispiel das Eukalyptusöl, sollten Sie nicht im Gesichtsbereich oder an anderen empfindlichen Hautstellen auftragen. Während einer Schwangerschaft wird ebenfalls davon abgeraten, einige bestimmte Öle zu verwenden.

Eine weitere Möglichkeit, wie die Öle aufgenommen werden, ist über die Sinneszellen der Nase. Von dort aus gelangen die verschiedenen Duftinformationen direkt ins Gehirn. Verschiedene Düfte haben unterschiedliche Wirkungen. Einige sind anregend oder belebend, andere beruhigend oder entspannend. Zudem können Düfte Ihr Wohlbefinden positiv beeinflussen und somit zu einer guten Gesundheit beitragen. Vom limbischen System sofort an das Gehirn übermittelt, können die verschiedenen Duftstoffe zahlreiche Gefühle und Emotionen beeinflussen.

Mithilfe von ätherischen Ölen lässt sich die Konzentration steigern und verbessern, Schmerzen können gelindert werden, sie können entzündungshemmend wirken oder Einfluss auf die Sexualität haben.

Anwendungsgebiete der ätherischen Öle

Massage

Die Massage gehört zu den angenehmsten Anwendungen. Bei der Aromamassage werden zusätzlich ätherische Öle mit unterschiedlicher Wirkung verwendet. Allerdings werden die ätherischen Öle nie pur verwendet, sondern müssen vor der Massage mit einem Trägeröl gemischt, bzw. ausreichend verdünnt werden. Eine Massage mit ätherischen Ölen ist eine Abwandlung der klassischen Massage, denn bei ihr kommen zusätzlich auch entspannende Handgriffe und Duftstoffe zum Tragen. Die bei der Massage verwendeten Öle können wärmend, entspannend, harmonisierend oder anregend wirken. Ihre Wirkung entfalten sie über die Meridiane, Nerven und Energiekanäle. Das entsprechende Öl wird schnell vom Gewebe aufgenommen und kann dort seine Wirkung entfalten. In Kombination mit klassischen und entspannenden Handgriffen wirken Aromamassagen entspannend, sodass sich auch Verhärtungen der Muskulatur behandeln lassen.

Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig, denn neben der Teilmassage eignen sich ätherische Öle auch für eine Ganzkörpermassage. Wird der ganze Körper massiert, aktiviert und stimuliert die Massage das Lymphfluss, wodurch der Körper besser entgiftet werden kann. Teilmassagen eignen sich immer dann, wenn nur bestimmte Körperstellen von Verspannungen und Muskelschmerzen betroffen sind. Massagen können auch vorbeugend angewendet werden. So zum Beispiel bei Sportlern, wo die Massage vor dem Sport die Durchblutung fördert, den Körper aufwärmt und dem Muskelkater vorbeugt.

Badezusatz

Ein Vollbad ist entspannend, ein Vollbad mit ätherischen Ölen als Badezusatz kann weitaus mehr, als den Körper nur entspannen. Wird dem Badewasser ein ätherisches Öl zugesetzt, können die Inhaltsstoffe des Öls von Nase und Haut aufgenommen werden. Zusätzlich verstärkt das warme Wasser deren Wirkung. Damit das Öl seine volle Wirksamkeit entfalten kann, darf es erst nach dem Einlassen des Wassers dazu gegeben werden. Kommt das Öl zu früh, also noch beim Einlassen mit dazu, ist der größte Teil bereits verdampft. Da sich ätherische Öle nur schlecht mit Wasser vermischen, ist eine Trägersubstanz hilfreich. Besonders bekannt sind ätherische Öle als Badezusatz von Entspannungsbädern oder auch dem Erkältungsbad.

Aromatherapie

Innerhalb der Aromatherapie werden ätherische Öle eingesetzt, um das Wohlbefinen zu steigern oder Krankheiten zu lindern. Die Aromatherapie gehört zu den alternativen Heilmethoden und darf daher nur von Ärzten oder Heilpraktikern durchgeführt werden. Die Verwendung von Duftstoffen im Gesundheitsbereich ist nicht neu, denn schon die alten Ägypter haben Räucherwerk für rituelle und therapeutische Zwecke benutzt. Sie gehört zur Pflanzenheilkunde und ist eine besondere Form der Phytotherapie. Genutzt werden die Kräfte der Pflanzen, welche gut für den Körper, den Geist und die Seele sind. Mit der Aromatherapie wird versucht, die Selbstheilungs- und Lebenskraft wieder zu wecken. Bereits 1928 wurden die ersten Versuche mit dieser Art Behandlung gestartet. Zu den verschiedenen Techniken der Aromatherapie gehören unter anderem:

  • Aromamassagen
  • Aromabäder
  • das Verdampfen in Duftlampen
  • Inhalieren
  • und das Einnehmen sehr stark verdünnter Öle

Ätherische Öle für Babys

Aufgrund ihrer raschen und oft starken Wirkung dürfen ätherische Öle bei Babys nie in unverdünnter Form verwendet werden. Nicht nur das Auftragen auf die Haut, sondern auch das Inhalieren von konzentriertem Öl kann bei Kleinkindern zu starken Krämpfen oder gar einem Atemstillstand führen. Einige ätherische Öle, wie zum Beispiel Campher und Menthol sollten bei Babys überhaupt nicht verwendet werden. Es gibt viele fertige Produkte für Babys, die schleimlösend sind und ätherische Öle enthalten. Fenchel, Anis oder Mandarinenöl, stark verdünnt mit einem Trägeröl, darf auch bei Babys angewendet werden. Bei Blähungen lindern sie häufig die Symptome und sorgen dafür, dass sich das Baby durch die sanfte Massage schnell beruhigen lässt. Um die Raumluft zu beduften, eignet sich bei Babys eine Wasserschale besser als eine Duftlampe. Zwei bis drei Tropfen des entsprechenden Öls reichen aus.

Ätherische Öle in der Schwangerschaft

Mithilfe von ätherischen Ölen lassen sich viele kleine Beschwerden und Probleme während einer Schwangerschaft lindern. In den ersten 14 Wochen sollten sie jedoch nicht zur Massage verwendet werden. In der ersten Schwangerschaftsphase ist es jedoch möglich, die Aromen zu inhalieren oder in einer Lampe zu verdampfen.

Zur Massage während der Schwangerschaft werden zwei Tropfen des Öls mit mindestens 10 ml neutralem Öl gemischt. Als Badezusatz reichen fünf Tropfen für ein Vollbad, während zum Einatmen entweder fünf Tropfen von einem ätherischen Öl in eine Duftlampe oder zwei Tropfen auf ein Taschentuch gegeben werden. Diesen Duft inhalieren Sie beim Atmen tief ein und werden rasch die wohltuende Wirkung spüren.

Da werdende Mütter viele Medikamente nicht einnehmen dürfen, sind ätherische Öle eine sanfte und gute Alternative. Kopf- und Rückenschmerzen oder Wassereinlagerungen lassen sich mit Lavendelöl lindern, Krampfadern mit Zitronenöl und gegen Verstopfung hilft Fenchelöl. Wehenhemmende Öle, wie zum Beispiel Majoran, eignen sich ideal als Badezusatz und können dabei gleichzeitig für mehr Entspannung sorgen.

Ätherische Öle für die Haut

Aufgrund ihrer Natürlichkeit sind ätherische Öle besonders gut zur Hautpflege geeignet. Nicht nur im Kampf gegen alternde Haut, sondern auch bei unreiner oder trockener Haut und bei Akne können ätherische Öle eine gute Wirkung erzielen. Viele Öle wirken entspannend, andere zeigen ihren Nutzen durch die antioxidative Wirkung und sind besonders hilfreich im Kampf gegen Falten. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Öle schnell in die Haut eindringen und ebenso schnell wirken. Ätherische Öle sind als Gesichts- und Körperöl, Gesichtsdampfbad, Massageöl, Creme oder Tonikum anwendbar.

  • Für empfindliche Haut eigenen sich Jasmin, Geranium, Römische Kamille, Lavendel und Rose.
  • Ältere Haut wird mit Weihrauch, Lavendel, Geranium, Karotte Myrrhe und Rose gut versorgt.
  • Fettige Haut hingegen benötigt Zypresse, Zedernholz, Sandelholz oder Bergamotte.

Bei Hautallergien ist die Römische Kamille als ätherisches Öl oft sehr hilfreich. Teebaumöl oder blaue Kamille lindern die Symptome bei Neurodermitis. Im Bereich der Hautpflege können die Öle sowohl am ganzen Körper, als auch nur an bestimmten Körperstellen aufgetragen oder einmassiert werden.

Wirkung von ätherischen Ölen auf die Psyche

Ätherische Ölen wirken sich nicht nur positiv auf Ihr Wohlbefinden aus, sondern können auch Einfluss auf die Psyche nehmen. Sie steigern das emotionale Wohlbefinden und sorgen so für ein stabiles und besseres Leben. Auch wenn die Aromatherapie keine Wunder vollbringen kann, so kann sie doch unterstützend bei emotionalen Problem angewendet werden. Der Duft der Öle gelangt schnell zum Gehirn und löst dort die entsprechenden Reaktionen aus. Düfte können Sie an schöne Momente und vergangene Zeiten erinnern. Da nicht alle Personen auf jeden Duft gleich reagieren, kommen unterschiedliche Öle zum Einsatz. Mit ätherischen Ölen lassen sich viele Stimmungslagen behandeln und die typischen Beschwerden lindern.

Ätherische Öle wie Jasmin, Orange oder Römische Kamille sind bei Ärger angezeigt. Bei Angstzuständen haben sich Lavendel, Rose, Weihrauch, Sandelholz und andere ätherische Öle bewiesen. Speziell gegen Depressionen sollte an die Römische Kamille, Geranie, Mandarine, Sandelholz, Ylang-Ylang oder auch Grapefruit gedacht werden. In vielen Fällen eignen sich auch Duftmischungen anstatt einzelner Öle. Um die Psyche mit Düften zu beeinflussen, können Massagen und Vollbäder, aber auch Duftlampen zur Anwendung kommen.

Ätherische Öle inhalieren

Neben der Massage oder einem entspannenden Vollbad können ätherische Öle auch inhaliert werden. Sie werden dabei von der Lunge und den Schleimhäuten aufgenommen, wodurch sie schnell in den Blutkreislauf gelangen und wirken können. Natürlich spielt beim Inhalieren auch die Nase als Sinnesorgan eine wichtige Rolle. Besonders bekannt ist das Inhalieren von ätherischen Ölen bei Atemwegserkrankungen und grippalen Infekten.

Vielleicht ist Ihnen das Inhalieren besser als Dampfbad bekannt. Dazu wird das Öl in eine Schüssel voll heißes Wasser gegeben. Der Kopf wird so nah wie möglich über die Schüssel gehalten und am besten mit einem Handtuch abgedeckt und der aufsteigende Dampf kann ruhig und gleichmäßig eingeatmet werden.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, ein paar Tropfen Öl auf ein Tuch zu träufeln, daran zu riechen und dabei so tief wie möglich einzuatmen. Zum Inhalieren werden oft ätherische Öle wie Eukalyptus, Kiefer, Kampfer, Fichte, Rosmarin oder Pfefferminze verwendet.

Ätherische Öle für die Haare

Ätherische Öle sind nicht nur gut für die Haut, sondern können auch zur Pflege der Haare und Kopfhaut verwendet werden. In der Regel werden sie auch bei diesen Anwendungen immer ausreichend mit einem Basisöl verdünnt und kommen nie konzentriert ins Haar. Anders ist es, wenn das Öl nur als Beautyprodukt, zum Beduften der Haare, verwendet werden soll. In diesem Fall kann zum Beispiel jeweils ein Tropfen Rosenöl direkt auf die Bürste gegeben werden. Es verteilt sich beim Kämmen nur sehr fein im Haar und sorgt für den gewünschten Duft.

Wenn Sie auf fertige Haarspülungen verzichten, und die Haare mit rein natürlichen Mitteln pflegen möchten, können Sie nach dem Haarewaschen bis zu drei Tropfen Rosmarinöl mit etwas Trägeröl mischen und verteilen diesen Conditioner im feuchten Haar. Rosmarin hilft sowohl bei trockenem Haar, als auch bei schuppiger Kopfhaut. Oft gefürchtet ist auch der Haarausfall. Ätherische Öle, wie Lavendel, Rosmarin und Basilikum können zusammen mit einem Trägeröl zu einem Tonikum gemischt werden. Nur wenig davon, einmal wöchentlich in das Haar und die Kopfhaut einmassiert, können die ätherischen Öle das Haarwachstum anregen. Bei der Anwendung in Haar ist eine ausreichend lange Einwirkzeit ebenso notwendig, wie das gründliche Ausspülen der Haare nach der Anwendung.

Ätherische Öle gegen Kopfschmerzen

Ätherische Öle sind eine gute Möglichkeit im Kampf gegen Kopfschmerzen und können zudem auch vorbeugend angewendet werden. Da es viele Arten von Kopfschmerz gibt, eignen sich auch bei der Aromatherapie verschiedene Anwendungsmöglichkeiten, wie das Einreiben oder das Verdampfen in einer Duftlampe. Unterstützend zur Aromatherapie kann auch eine Kopfmassage erfolgen. Häufig verwendete Öle bei Kopfschmerzen sind:

  • Ingwer
  • Pfefferminze
  • Basilikum
  • Melisse
  • Lavendel
  • Rose
  • Thymian
  • Eukalyptus
  • Zitrone

Pfefferminzöl, welches Menthol enthält, regt die Kälterezeptoren der Haut an und hat eine kühlende Wirkung. Diese kann den Kopfschmerz lindern. Wie alle anderen Öle, sollten Sie auch dieses nur verdünnt auf die Haut aufgetragen. Eine Massage der Schläfen wird helfen, Spannungskopfschmerzen zu lösen. Zusätzlich kann eine Duftlampe im Zimmer aufgestellt werden. Für unterwegs hat sich ein Riechfläschchen bewährt, welches mit verschiedenen ätherischen Ölen gefüllt ist.

Kopfschmerzen entstehen häufig dann, wenn es im Nacken zu Verspannungen kommt. Massagen mit ätherischen Ölen oder Umschläge eignen sich auch als vorbeugende Maßnahme gegen Kopfschmerzen.

Die Verwendung ätherischer Öle in der Kosmetik

Ätherische Öle eignen sich nicht nur zur Aromatherapie, sondern finden auch in der Kosmetik ihre Verwendung. Zum einen können natürliche Kosmetika mit den richtigen Zutaten selbst hergestellt werden, zum anderen sind sie in vielen fertigen Produkten als Bestandteil zu finden. Die Pflanzenessenzen versorgen die Haut mit wichtigen Nährstoffen und verwöhnen gleichzeitig mit ihrem Duft die Sinne. Ätherische Öle lassen sich aus zahlreichen Pflanzen gewinnen. Jede Pflanze besitzt wichtige, und immer wieder andere Stoffe, mit denen sich die Haut pflegen und reichhaltig versorgen lässt. Kosmetik, in der ätherische Öle enthalten sind, können daher eine entzündungshemmende, eine antibakterielle, eine reinigende oder erfrischende und aufpolsternde Wirkung haben. Auch aphrodisierende und hormonausgleichende Wirkungen sind bei der entsprechenden Pflanzenwahl möglich.

Bei einer guten Naturkosmetik ist daher in erster Linie die Qualität der Duftstoffe wichtig, denn diese ist ausschlaggebend für die Wirkung. Wichtig ist, dass die enthaltenen ätherischen Öle zu 100 % rein sind. Besonders beliebt ist Rosenöl in Kosmetikprodukten. Es besitzt mehr als 300 Inhaltsstoffe und wirkt nicht nur erweichend, sondern auch feuchtigkeitsspendend. Es sorgt für eine weiche, zarte und geschmeidige Haut, wobei Rosenöl gleichzeitig auch antiseptisch, antiviral, entzündungshemmend und zusammenziehend wirkt. Weiterhin stärkt es die Spannkraft Ihrer Haut.

Ätherische Öle als Raumduft

Ätherische Öle eignen sich sehr gut, um Zuhause, im Büro oder an jedem anderen Ort, für einen angenehmen Duft zu sorgen. Das Verdampfen geht sehr einfach, denn neben einer Duftlampe wird nur Wasser und das entsprechende Öl benötigt. Je nachdem, kann ein einzelner Duft, oder eine Mischung aus mehreren Düften, in der Lampe verdampft werden. Ganz egal, ob es der Lieblingsduft von Rosen ist oder Ihnen der Sinn nach einem holzigen Duft steht - ätherische Öle sorgen für einen angenehmen Duft und können natürlich auch in bestimmten Lebensphasen helfen.

Das Öl sorgt dann nicht einfach nur für einen angenehmen Geruch, sondern kann seine Wirkung entfalten und so zum Beispiel bei Stress, Einschlafproblemen oder einer Erkältung helfen. Gerade in den Wintermonaten ist man oft müde, lustlos und leidet unter schlechter Laune. Ätherische Öle aus Blumen und Kräutern können die Stimmung schnell heben. Gegen Traurigkeit hilft es, etwas Vanilleöl zu verdampfen, während ein paar Tropfen Lavendelöl in der Duftlampe eher beruhigend und entspannend wirken.

Ätherische Öle selbst herstellen

Besonders Hobbygärtner, die unzählige, Blumen, Pflanzen und Kräuter im eigenen Garten haben, möchten gerne selbst einmal ätherisches Öl herstellen. Mit einer Destille, die sich in kleiner Form kaufen lässt, können durch die Wasserdampfdestillation ätherische Öle aus den eigenen Pflanzen hergestellt werden. Aufgrund der Gesetzeslage haben diese Destillieranlangen aber nur ein geringes Volumen, wodurch nur sehr wenig ätherisches Öl gewonnen werden kann.

Lavendelöl lässt sich jedoch für den Hausgebrauch auch direkt in einem guten Trägeröl ansetzen. Am besten wird Mandelöl als Basisöl verwendet, da dieses auch eine hohe Verträglichkeit besitzt. Die getrockneten Lavendelblüten haben einen starken und intensiven Duft, der noch intensiviert wird, wenn die Blüten zwischen den Fingern etwas zerrieben werden. Die so behandelten Lavendelblüten sollten in eine dunkle Glasflasche gefüllt und mit dem Trägeröl aufgefüllt werden. An einem warmen Ort, aber nicht in der Sonne, muss das Öl ungefähr einen Monat ziehen, wobei die Flasche mindestens einmal wöchentlich aufgeschüttelt werden sollte. Nach vier Wochen kann das Öl gefiltert und in eine andere Flasche umgefüllt werden. Rosenöl lässt sich ebenso herstellen, jedoch sollten die Rosenblätter mit erwärmten Mandelöl angegossen werden.

Aus stark duftenden Pflanzen können ätherische Öle durch einen Ansatz hergestellt werden. Dazu eignen sich nicht nur duftende Blumen wie Rosen oder Lavendel, sondern auch zahlreiche frische Kräuter. Rosmarin kann als ganzer Zweig in eine dekorative Flasche gegeben, mit Öl aufgefüllt und anschließend luftdicht verschlossen, zu einem duftenden Erlebnis werden. Je mehr Pflanzenstoffe in das Trägeröl kommen, desto stärker und intensiver ist das fertige Duftöl.

Ätherische Öle kaufen - Darauf sollten Sie achten

Der Reinheitsgehalt bei ätherischen Ölen ist absolut wichtig. Je reiner das Öl ist, desto höher ist seine Wirksamkeit. Da solche hochwertigen Öle im oberen Preisbereich liegen, kommt es leider immer wieder dazu, dass auch gepanschte Öle als reine Produkte angeboten werden. Mittlerweile gibt es ätherische Öle nicht nur im Drogeriemarkt, dem Reformhaus oder im Supermarkt - selbst Baumärkte führen die kleinen Flaschen mit dem duftenden Inhalt.

Ein wirklich gutes und hochwertiges Öl zu erkennen, ist also nicht immer ganz leicht. Es gibt jedoch einige Angaben auf dem Produkt, die Ihnen bei der Auswahl helfen und an denen Sie ein reines ätherisches Öl erkennen können.

Auf der Deklaration sollten die folgenden Angaben zu finden sein:

  • Botanischer und deutscher Name der verwendeten Pflanze
  • 100 % naturreines Öl (g&a)
  • Pflanzenteil (Blüte, Zweig, Blatt usw.)
  • Anbauart (zum Beispiel kbA - kontrolliert biologischer Anbau)
  • Gewinnungsverfahren
  • Füllmenge in ml
  • Chargennummer
  • Sicherheitshinweis
  • ggf. Mischverhältnis/Zusatz
  • Hersteller
  • MHD

Naturreine ätherische Öle bekommen Sie in der Regel in der Apotheke, im Reformhaus und in Naturkostläden. Möchten Sie die Öle online bestellen, dann nutzen Sie die direkten Shopangebote von renommierten Herstellern. Wie bei allen anderen Produkten ist auch bei ätherischen Ölen nicht immer der Preis entscheidend. Hochwertige Öle sind wesentlich teurer, als Duftöl vom Weihnachtsmarkt. Zudem haben die Öle meist einen unterschiedlichen Preis, denn dieser wird auch von der gewonnenen Ölmenge bestimmt. Hochwertiges Rosenöl ist beispielsweise hochpreisiger als Zitrusöl, da aus der Frucht sehr viel mehr Öl gewonnen werden kann, als aus den Blüten der Rose.

Ätherische Öle richtig aufbewahren und lagern

Auch die besten ätherischen Öle verlieren ihre Wirkung, wenn sie abgelaufen sind oder falsch gelagert wurden. Die Öle sind temperatur- und lichtempfindlich. Vom Hersteller werden sie daher meist in dunklen kleinen Glasflaschen angeboten. Auch zu Hause sollten Sie die ätherischen Öle möglichst kühl und an einem dunklen Ort aufbewahren. Kühl bedeutet nicht, dass die Öle in den Kühlschrank müssen, denn 5 - 10 Grad sind das Maximum. Die Obergrenze liegt bei ca. 20 Grad. Viele Öle halten sich bei richtiger Lagerung mehrere Jahre. Ätherisches Öl, wie zum Beispiel Zitrus- oder Teebaumöl hält sich nur ein Jahr. Rosenöl hingegen kann im Laufe der Jahre sogar noch reifen, wodurch es einen noch tieferen und weicheren Geruch bekommt.