Algenöl

Zuletzt aktualisiert: 12.02.26

Algenöl ist ein pflanzliches Öl, das aus der Mikroalge Schizochytrium sp. gewonnen wird. Es enthält die Omega-3-Fettsäuren DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure) in direkt verwertbarer Form – ganz ohne Fisch. DHA macht rund 97 Prozent der Omega-3-Fette im Gehirn aus und ist essenziell für Herz, Augen und kognitive Funktionen.[1] Da die meisten Menschen über die Ernährung zu wenig DHA und EPA aufnehmen, ist Algenöl eine nachhaltige und vegane Alternative zu herkömmlichem Fischöl.Algenöl – vegane Omega-3-Quelle aus Mikroalgen

Fetthaltiger Kaltwasserfisch wie Lachs gilt als klassische Quelle für die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. Doch die Fische produzieren diese Fettsäuren nicht selbst – sie reichern sie über den Verzehr von Mikroalgen an. Algenöl geht daher direkt an die Quelle: Die Mikroalgen werden in geschlossenen Systemen kultiviert und liefern hochwertiges DHA und EPA, ohne die Meere zu belasten. Algenöl wird als Nahrungsergänzungsmittel in Kapseln und als flüssiges Öl angeboten. Darüber hinaus wird es Lebensmitteln wie Margarine, Joghurt, Säften und Nährstoffriegeln zugesetzt.

Was ist Algenöl?

Algenöl ist ein aus Mikroalgen gewonnenes Öl, das reich an den mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA ist. Diese essenziellen Fettsäuren kann der menschliche Körper nicht selbst herstellen – sie müssen über die Nahrung aufgenommen werden.[2]

Es gibt drei wichtige Omega-3-Fettsäuren: Alpha-Linolensäure (ALA), Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). ALA kommt vor allem in pflanzlichen Ölen wie Leinöl, Rapsöl oder Walnussöl vor. Der Körper kann ALA zwar in EPA und anschließend in DHA umwandeln, doch die Umwandlungsrate ist mit 5–10 Prozent für EPA und nur 0,5–2 Prozent für DHA sehr gering.[3] Deshalb empfehlen Fachgesellschaften, EPA und DHA direkt über Fisch oder eben Algenöl aufzunehmen.

Die Europäische Union hat Öl aus der Mikroalge Schizochytrium sp. bereits 2003 als neuartiges Lebensmittel (Novel Food) zugelassen. 2014 folgte eine erweiterte Genehmigung für verschiedene Lebensmittelgruppen, einschließlich Nahrungsergänzungsmitteln.[4] Die Sicherheit wurde durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) geprüft und bestätigt.

Eine wegweisende Studie aus dem Jahr 2008, veröffentlicht im Journal of the American Dietetic Association, verglich DHA-Kapseln aus Algenöl mit gekochtem Lachs. Das Ergebnis: Die DHA-Aufnahme ins Blutplasma und in die roten Blutkörperchen war bei beiden Quellen vergleichbar – Algenöl und Lachs erwiesen sich als bioäquivalent.[5]

Wie wird Algenöl hergestellt?

Kommerzielles Algenöl wird heute fast ausschließlich aus der Mikroalge Schizochytrium sp. gewonnen. Dieser einzellige Organismus stammt ursprünglich aus den Mangrovenwäldern tropischer Küsten und zeichnet sich durch seine Fähigkeit aus, besonders große Mengen an DHA und EPA zu synthetisieren.[6]

Die Herstellung erfolgt in mehreren Schritten:

  • Kultivierung: Die Mikroalgen werden in geschlossenen Bioreaktoren oder Glasröhrensystemen mit künstlichem Meerwasser gezüchtet. Diese kontrollierte Umgebung an Land sorgt dafür, dass das Öl frei von Schwermetallen, Dioxinen und Mikroplastik bleibt.
  • Fermentation: Die Algen werden mit einer Nährlösung auf Basis von Glukose (aus Maisstärke) versorgt. Während des Fermentationsprozesses vermehren sich die Zellen und wandeln die Glukose in Omega-3-Fettsäuren um.
  • Ölgewinnung: Nach der Ernte werden die Zellwände aufgebrochen – etwa durch Druck, Hitze oder Ultraschall. Anschließend wird das Öl mithilfe einer Zentrifuge von der wässrigen Phase getrennt.
  • Raffination: Das Rohöl wird nach branchenüblichen Verfahren gereinigt und mit Antioxidantien wie Tocopherolen (Vitamin E) oder Rosmarinextrakt stabilisiert, da Omega-3-Fettsäuren oxidationsempfindlich sind.

Der gesamte Prozess findet unter Ausschluss von Sauerstoff statt, um die Frische des Öls zu bewahren. Ein niedriger TOTOX-Wert (Gesamtoxidationswert) gilt als Qualitätsmerkmal für frisches, hochwertiges Algenöl. Moderne Anlagen wie die des Unternehmens Veramaris erreichen einen EPA- und DHA-Gehalt von über 50 Prozent im Endprodukt – deutlich mehr als in herkömmlichem Fischöl mit 14–28 Prozent.[7]

Algenöl Inhaltsstoffe

Die Zusammensetzung von Algenöl variiert je nach Hersteller und Produkt. Die zentralen Inhaltsstoffe sind:

  • DHA (Docosahexaensäure): Der Hauptbestandteil von Algenöl. DHA ist die am häufigsten vorkommende Omega-3-Fettsäure im zentralen Nervensystem und in der Netzhaut des Auges. Typische Konzentrationen liegen bei 300–1.300 mg pro Portion.
  • EPA (Eicosapentaensäure): Spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation von Entzündungsprozessen und der Herzgesundheit. Der EPA-Gehalt in Algenöl liegt meist zwischen 150–800 mg pro Portion.
  • DPA (Docosapentaensäure): Einige hochwertige Algenöle enthalten zusätzlich DPA, eine weitere Omega-3-Fettsäure mit entzündungshemmenden Eigenschaften.
  • Antioxidantien: Zur Stabilisierung des oxidationsempfindlichen Öls werden Tocopherole (Vitamin E), Ascorbylpalmitat oder Rosmarinextrakt zugesetzt.

Im Unterschied zu Fischöl enthält Algenöl in der Regel einen höheren DHA-Anteil im Verhältnis zu EPA. Fischöl weist dagegen oft mehr EPA als DHA auf. Beide Fettsäuren liegen im Algenöl typischerweise in der natürlichen Triglyceridform vor, die der Körper besonders gut aufnehmen kann.[8]

Viele Produkte werden mit Sonnenblumenöl oder Olivenöl gemischt, um den DHA- und EPA-Gehalt zu standardisieren. Wer ein möglichst reines Produkt sucht, sollte auf den Algenölanteil in der Zutatenliste achten.

Wirkung von Algenöl

Die Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA aus Algenöl haben vielfältige positive Effekte auf den Körper. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat mehrere gesundheitsbezogene Angaben (Health Claims) für DHA und EPA zugelassen.[2]

Unterstützt die kardiovaskuläre Gesundheit

EPA und DHA tragen zu einer normalen Herzfunktion bei – diese Wirkung ist von der EFSA bei einer täglichen Aufnahme von mindestens 250 mg EPA und DHA bestätigt.[2] Die Omega-3-Fettsäuren aus Algenöl können den Blutdruck regulieren, die Blutfettwerte (insbesondere Triglyceride) senken und die Fließeigenschaften des Blutes verbessern. Bei einer täglichen Einnahme von mindestens 2 g EPA und DHA tragen sie zudem zur Aufrechterhaltung eines normalen Triglyceridspiegels bei, und bei 3 g täglich zu einem normalen Blutdruck.[9]

Darüber hinaus werden EPA und DHA im Körper zu Substanzen umgebaut, die Blutgefäße erweitern und Entzündungsprozesse in den Gefäßwänden hemmen können. Dies reduziert das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen.

Fördert Gehirnfunktion und kognitive Leistung

Das Gehirn besteht zu einem erheblichen Anteil aus ungesättigten Fettsäuren, wobei DHA die vorherrschende Omega-3-Fettsäure im zentralen Nervensystem ist. Die EFSA bestätigt: DHA trägt zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion bei – bei einer täglichen Aufnahme von mindestens 250 mg DHA.[2]

Aktuelle Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Omega-3-Fettsäuren die Neurogenese (Bildung neuer Nervenzellen) unterstützen, die synaptische Plastizität verbessern und somit Lernfähigkeit und Informationsverarbeitung fördern können.[10] Eine ausreichende DHA-Versorgung kann zudem die Symptome von Angst und Depression lindern. Eine Studie im European Journal of Neuroscience zeigte, dass Omega-3-Fettsäuren angst- und depressionsbezogene Verhaltensänderungen rückgängig machen konnten – ein Hinweis auf die Bedeutung von DHA in kritischen Phasen der Gehirnentwicklung.[11]

Trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei

DHA ist ein wesentlicher Strukturbestandteil der Netzhaut (Retina) des Auges. Die Fotorezeptoren enthalten besonders viel DHA, das ihre Struktur und Flexibilität unterstützt. Die EFSA bestätigt die Wirkung: DHA trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei – ab einer täglichen Aufnahme von 250 mg DHA.[2]

DHA kann die Aktivität von membrangebundenen Enzymen modulieren, die für die Zellfunktion in der Netzhaut verantwortlich sind, und Rezeptoren sowie Transportprozesse regulieren. Bei der altersbedingten Makuladegeneration (AMD), einer häufigen Ursache für Sehverlust im Alter, deuten Studien darauf hin, dass eine gute Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen kann.[12]

Unterstützt eine gesunde Schwangerschaft

DHA ist für die Gehirnentwicklung und Sehkraft des ungeborenen Kindes essenziell. Die EFSA bestätigt: Die Aufnahme von DHA durch die Mutter trägt zur normalen Entwicklung der Augen und des Gehirns beim Fötus und beim gestillten Säugling bei – bei einer täglichen Aufnahme von mindestens 200 mg DHA zusätzlich zur empfohlenen Tagesdosis von 250 mg EPA und DHA.[2]

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt schwangeren und stillenden Frauen eine tägliche Zufuhr von mindestens 200 mg DHA.[13] Da viele Schwangere den Konsum von Fisch wegen möglicher Schadstoffbelastungen (Quecksilber, PCBs) einschränken, ist Algenöl eine besonders geeignete Alternative – schadstoffarm, vegan und in kontrollierter Qualität verfügbar. Insbesondere in der zweiten Schwangerschaftshälfte steigt der DHA-Bedarf, da sich das Gehirnwachstum des Fötus dann deutlich beschleunigt.

Wirkt entzündungshemmend

Chronische Entzündungen spielen bei zahlreichen Erkrankungen eine zentrale Rolle – von rheumatoider Arthritis über entzündliche Darmerkrankungen bis hin zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA wirken entzündungshemmend, indem sie im Körper zu sogenannten Resolvinen und Protektinen umgebaut werden, die Entzündungsprozesse aktiv auflösen.[14]

Bei rheumatoider Arthritis zeigte eine Studie, dass Teilnehmer, die über zehn Wochen Algenöl-angereicherte Nahrungsmittel verzehrten, weniger Gelenkschmerzen und Schwellungen aufwiesen als eine Kontrollgruppe.[15] Auch bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn können Omega-3-Fettsäuren die Entzündung im Magen-Darm-Trakt reduzieren und zur Linderung von Symptomen wie Durchfall beitragen.

Verbessert das Gedächtnis

Eine höhere Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren wird mit einem reduzierten Risiko für Alzheimer-Krankheit und vaskuläre Demenz in Verbindung gebracht. Eine 2012 im Journal of Alzheimer's Disease veröffentlichte Studie ergab, dass die Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren die kognitive Funktion bei Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung verbessern konnte.[16]

DHA ist ein zentraler Baustein der Zellmembranen im Gehirn und macht etwa 30 Prozent der Fettsäuren in der grauen Substanz aus. Ein ausreichender DHA-Spiegel unterstützt die Signalweiterleitung zwischen Nervenzellen und fördert die synaptische Plastizität – beides entscheidend für Lernprozesse und Gedächtnisleistung. Defizite bei der DHA-Versorgung sind dagegen mit Lernschwächen und einem beschleunigten kognitiven Abbau im Alter verbunden.

Ist Algenöl besser als Fischöl?

Die Frage, ob Algenöl besser als Fischöl ist, lässt sich nicht pauschal beantworten – in Bezug auf die enthaltenen Omega-3-Fettsäuren sind beide Quellen gleichwertig. Studien bestätigen, dass DHA und EPA aus Algenöl genauso bioverfügbar sind wie aus Fischöl.[5] Dennoch gibt es wesentliche Unterschiede, die für Algenöl sprechen:

Nachhaltigkeit: Nach Schätzungen internationaler Organisationen sind über 70 Prozent der weltweiten Fischbestände vollständig ausgebeutet oder in ihrer Regeneration bedroht. Die Produktion von Algenöl in geschlossenen Anlagen an Land schont die marinen Ökosysteme. Ein Kilogramm Algenöl kann die gleiche Menge EPA und DHA liefern wie 60 Kilogramm Fisch.[7]

Reinheit: Fisch kann Schadstoffe wie Quecksilber, Dioxine und polychlorierte Biphenyle (PCBs) anreichern. Algenöl aus kontrollierter Kultivierung ist von Natur aus frei von solchen Verunreinigungen, da die Algen nicht dem offenen Meer ausgesetzt sind.[4]

Zusammensetzung: Algenöl enthält typischerweise mehr DHA im Verhältnis zu EPA, während Fischöl oft mehr EPA als DHA aufweist. Für Menschen, die gezielt ihre DHA-Versorgung steigern möchten (etwa in der Schwangerschaft), kann Algenöl daher vorteilhafter sein.

Eignung für Vegetarier und Veganer: Algenöl ist 100 Prozent pflanzlich und damit die einzige direkte vegane Quelle für DHA und EPA. Auch für Menschen mit Fischallergie ist es eine sichere Alternative.

Algenöl oder Leinöl?

Leinöl ist zwar die reichhaltigste pflanzliche Quelle für die Omega-3-Fettsäure ALA, liefert jedoch weder EPA noch DHA in nennenswerten Mengen. Der Körper kann ALA nur zu etwa 5–10 Prozent in EPA und lediglich 0,5–2 Prozent in DHA umwandeln.[3] Diese geringe Umwandlungsrate bedeutet in der Praxis: Um die gleiche Menge EPA und DHA wie aus 2,5 ml Algenöl aufzunehmen, müssten täglich mehrere Hundert Milliliter Leinöl konsumiert werden – eine unrealistische Menge.

Studien zeigen, dass Leinöl zwar den EPA- und DPA-Gehalt in roten Blutkörperchen erhöhen kann, jedoch nicht den DHA-Wert. Für eine Erhöhung des DHA-Spiegels sind direkte DHA-Quellen wie Algenöl notwendig.[17] Beim Fettstoffwechsel hat Algenöl ebenfalls die Nase vorn: Nur Algenöl senkte in Studien signifikant die Triglyceridwerte, während Leinöl stärker bei der Senkung von Entzündungsmarkern punktete.

Die Kombination beider Öle kann sinnvoll sein: Leinöl liefert ALA und unterstützt die Senkung von Entzündungsmarkern, während Algenöl den Bedarf an DHA und EPA direkt deckt. Wer sich für die Unterschiede zwischen Leinöl und Leindotteröl interessiert, findet weitere Informationen in unserem Vergleich.

Dosierung und Einnahme von Algenöl

Die richtige Dosierung von Algenöl hängt vom individuellen Bedarf und dem jeweiligen Produkt ab. Als allgemeine Orientierung gelten folgende Empfehlungen:

  • Allgemeine Gesundheitsvorsorge: Die EFSA empfiehlt eine tägliche Aufnahme von mindestens 250 mg DHA und EPA zusammen für eine normale Herz- und Gehirnfunktion.[2]
  • Schwangere und Stillende: Mindestens 200 mg DHA täglich zusätzlich zur Basisempfehlung von 250 mg EPA und DHA.[13]
  • Erhöhter Bedarf: Bei chronischen Erkrankungen, Entzündungsprozessen oder erhöhtem kardiovaskulärem Risiko werden in Studien oft Dosierungen von 1–2 g EPA und DHA pro Tag eingesetzt. Solche höheren Dosen sollten mit einem Arzt abgesprochen werden.
  • Kinder: Für Säuglinge (Folgenahrung) empfiehlt die EFSA mindestens 100 mg DHA täglich. Für ältere Kinder gibt es keine einheitliche Empfehlung – die Dosierung sollte mit dem Kinderarzt abgestimmt werden.[2]

Tipps zur Einnahme: Algenöl wird am besten zu einer Mahlzeit eingenommen, da die Fettsäuren zusammen mit anderen Fetten besser aufgenommen werden. Flüssiges Algenöl eignet sich auch als Zutat in Smoothies, Dressings oder Müsli. Da Omega-3-Fettsäuren oxidationsempfindlich sind, sollte Algenöl im Kühlschrank aufbewahrt und nach dem Öffnen innerhalb weniger Wochen verbraucht werden.

Die EFSA stuft eine tägliche Gesamtaufnahme von bis zu 5 g EPA und DHA für Erwachsene als gesundheitlich unbedenklich ein. Bei Produkten mit mehr als 2 g Tagesdosis ist ein Warnhinweis vorgeschrieben.[9]

Algenöl Nebenwirkungen

Algenöl ist bei bestimmungsgemäßem Gebrauch für die meisten Menschen gut verträglich. Bei der Einnahme hoher Dosen können jedoch Nebenwirkungen auftreten:

  • Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Blähungen, Durchfall oder Aufstoßen mit fischigem Geschmack – insbesondere bei der Einnahme auf nüchternen Magen.
  • Blutverdünnung: Omega-3-Fettsäuren können die Blutgerinnung beeinflussen. Menschen, die gerinnungshemmende Medikamente (z. B. Marcumar, Aspirin) einnehmen, sollten vor der Einnahme von Algenöl ihren Arzt konsultieren.[9]
  • Blutzucker: Bei Diabetikern kann eine hohe EPA- und DHA-Zufuhr die Einstellung des Blutzuckerspiegels erschweren.[18]
  • Vorhofflimmern: Eine Auswertung klinischer Studien durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) ergab, dass hochdosierte Omega-3-Präparate bei Menschen mit bestehenden Herzerkrankungen das Risiko für Vorhofflimmern erhöhen können. Betroffene sollten die Einnahme mit ihrem Arzt besprechen.[19]
  • Schilddrüse: Obwohl der Jodgehalt in Algenöl aus Schizochytrium sp. in der Regel sehr gering ist, sollten Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen wie Hashimoto den Jodgehalt des jeweiligen Produkts prüfen.[18]

Schwarzkümmelöl wird gelegentlich als ergänzendes Öl zusammen mit Algenöl eingenommen, da es ebenfalls entzündungshemmende Eigenschaften besitzt. Bei einer Kombination verschiedener Nahrungsergänzungsmittel empfiehlt sich eine ärztliche Beratung.

Algenöl kaufen – Worauf achten?

Beim Kauf von Algenöl spielen mehrere Qualitätskriterien eine Rolle:

  • DHA- und EPA-Gehalt: Achten Sie auf die tatsächliche Menge an DHA und EPA pro empfohlener Tagesdosis – nicht nur auf den Gesamtgehalt an Omega-3-Fettsäuren. Hochwertige Produkte liefern mindestens 250 mg DHA und EPA pro Portion.
  • Reinheit: Prüfen Sie, ob das Öl überwiegend aus Algenöl besteht oder stark mit Pflanzenölen wie Sonnenblumenöl verdünnt ist.
  • TOTOX-Wert: Dieser Gesamtoxidationswert gibt Auskunft über die Frische des Öls. Je niedriger, desto besser – Werte unter 10 gelten als gut.
  • Bio-Zertifizierung: Bio-Algenöle unterliegen zusätzlichen Qualitätskontrollen.
  • Darreichungsform: Algenöl ist als Kapseln (meist vegane Softgels) und als flüssiges Öl erhältlich. Kapseln sind geschmacksneutral und praktisch für unterwegs. Flüssiges Öl lässt sich besser dosieren und ist oft kostengünstiger pro mg Omega-3.
  • Zusätze: Viele Hersteller setzen Zitrusaromen, Vitamin E oder Rosmarinextrakt zu, um den Geschmack zu verbessern und die Haltbarkeit zu verlängern.

Algenöl ist in Apotheken, Reformhäusern, Biomärkten und online erhältlich. In Drogeriemärkten wie dm und Rossmann finden sich ebenfalls ausgewählte Produkte. Beim Online-Kauf lohnt sich ein Blick auf unabhängige Testergebnisse und Kundenbewertungen.

Fazit

Algenöl ist eine wissenschaftlich fundierte, nachhaltige und vegane Quelle für die essenziellen Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA. Es bietet die gleiche Bioverfügbarkeit wie Fischöl, ist frei von Meeresschadstoffen und schont die Fischbestände. Für Vegetarier, Veganer, Schwangere und alle, die ihre Omega-3-Versorgung gezielt verbessern möchten, stellt Algenöl eine ausgezeichnete Option dar. Achten Sie beim Kauf auf einen hohen DHA- und EPA-Gehalt, einen niedrigen TOTOX-Wert und möglichst wenige Zusatzstoffe. Bei bestehenden Erkrankungen oder der Einnahme von Medikamenten empfiehlt sich eine Rücksprache mit dem Arzt.

Quellenverzeichnis

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  2. EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (2010). Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to docosahexaenoic acid (DHA) and eicosapentaenoic acid (EPA). EFSA Journal, 8(10), 1796. doi:10.2903/j.efsa.2010.1796
  3. Burdge, G. C., & Calder, P. C. (2005). Conversion of alpha-linolenic acid to longer-chain polyunsaturated fatty acids in human adults. Reproduction Nutrition Development, 45(5), 581–597. doi:10.1051/rnd:2005047
  4. Europäische Kommission (2014). Durchführungsbeschluss zur Genehmigung des Inverkehrbringens von Öl aus der Mikroalge Schizochytrium sp. als neuartige Lebensmittelzutat. DVO (EU) 2017/2470.
  5. Arterburn, L. M., Oken, H. A., Bailey Hall, E., Hamersley, J., Kuratko, C. N., & Hoffman, J. P. (2008). Algal-oil capsules and cooked salmon: nutritionally equivalent sources of docosahexaenoic acid. Journal of the American Dietetic Association, 108(7), 1204–1209. doi:10.1016/j.jada.2008.04.020
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