Lorbeeröl wird aus den Blättern und Früchten des Echten Lorbeers (Laurus nobilis L.) gewonnen, einem immergrünen Baum aus der Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae). Der auch als „Edler Lorbeer" oder „Gewürzlorbeer" bekannte Baum kann eine Höhe von bis zu 20 Metern erreichen, blüht hellgelb und trägt dunkle, olivenähnliche Beeren. Seine festen, lederartigen Blätter verströmen einen charakteristisch herb-würzigen Duft, der an Eukalyptusöl erinnert. Lorbeerbäume wachsen vor allem im Mittelmeerraum – insbesondere in der Türkei, Griechenland und Syrien – sowie in Teilen Westasiens, wo sie sowohl in privaten Gärten als auch in Parkanlagen kultiviert werden.

Die Geschichte des Lorbeers reicht bis in die Antike zurück: Bei den Griechen galt er als heiliger Baum des Gottes Apollon, und der berühmte Lorbeerkranz war das Symbol der Sieger bei Spielen und Wettbewerben. In der römischen Tradition wurden Lorbeerblätter verbrannt, um den Göttern Opfer zu bringen. Auch in der Volksmedizin des Mittelalters war Lorbeer unter dem Namen „Zauberkraut" bekannt und geschätzt.[1] Die traditionelle Verwendung der Pflanze ist so alt, dass sich nicht mehr genau feststellen lässt, wann ihre Heilkraft erstmals dokumentiert wurde.
Unter dem Begriff „Lorbeeröl" werden im Handel zwei verschiedene Produkte angeboten: Zum einen das ätherische Lorbeeröl, das durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern gewonnen wird. Es ist dünnflüssig, von intensivem Aroma und enthält eine hohe Konzentration an bioaktiven Wirkstoffen wie 1,8-Cineol und Eugenol. Zum anderen gibt es das fette Lorbeeröl (auch Lorbeer-Fruchtöl genannt), das aus den Beeren kaltgepresst wird. Es besitzt eine butter- oder wachsartige Konsistenz und eine satte grüne Farbe, da es reich an Chlorophyll ist.[2] Lorbeerblätter werden traditionell nicht nur zum Würzen in der Küche verwendet, sondern dienten auch als Räucherwerk, um den Geist zu beruhigen und die Konzentration zu fördern.
Gewinnung von Lorbeeröl
Für die Herstellung von einem Liter ätherischem Lorbeeröl durch Wasserdampfdestillation werden rund 50 bis 70 Kilogramm frische Lorbeerblätter benötigt. Die Blätter werden schonend mit Wasserdampf behandelt, wobei sich die flüchtigen Aromastoffe lösen und anschließend durch Kondensation aufgefangen werden. Das Ergebnis ist ein hochwertiges, intensiv duftendes ätherisches Öl mit einer Ausbeute von etwa 0,8 bis 3 Prozent, je nach Pflanzenteil und Herkunft.[3]
Das fette Lorbeeröl wird traditionell aus den reifen Beeren des Lorbeerbaums durch Kaltpressung oder Wasserextraktion gewonnen. Dieses Verfahren ist vermutlich deutlich älter als die Wasserdampfdestillation und wird insbesondere in der Türkei und Syrien seit Jahrhunderten praktiziert. Das fette Öl ist der Hauptbestandteil der legendären Aleppo-Seife, die seit über 1.000 Jahren aus einer Mischung von Lorbeer- und Olivenöl hergestellt wird.[4]
Lorbeeröl Inhaltsstoffe
Die chemische Zusammensetzung von Lorbeeröl variiert je nach Herkunft, Erntezeitpunkt und Verarbeitungsmethode. Wissenschaftliche Analysen mittels Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS) haben die wichtigsten Inhaltsstoffe beider Lorbeerölsorten identifiziert.[3]
Ätherisches Lorbeeröl enthält unter anderem folgende Inhaltsstoffe:
- 1,8-Cineol (Eucalyptol) – Hauptbestandteil mit 30–55 %
- α-Terpinylacetat (10–15 %)
- Sabinen (3–9 %)
- Methyleugenol (2–9 %)
- Linalool (3–5 %)
- α-Terpineol (2–4 %)
- Terpinen-4-ol
- Eugenol
- α-Pinen und β-Pinen
- Geraniol
- β-Phellandren
- Sesquiterpene
Fettes kaltgepresstes Lorbeeröl (Lorbeer-Fruchtöl) enthält:
- Ölsäure (als Hauptfettsäure)
- Palmitinsäure
- Linolsäure
- Laurinsäure
- Chlorophyll (für die typisch grüne Farbe)
- geringe Mengen ätherischen Öls
Der hohe Gehalt an 1,8-Cineol verleiht dem ätherischen Lorbeeröl seine schleimlösenden und entzündungshemmenden Eigenschaften. Eugenol und Methyleugenol tragen zur antibakteriellen und antifungalen Wirkung bei.[5]
Wirkung von Lorbeeröl
Die Wirkung von Lorbeeröl ist wissenschaftlich gut untersucht und unterscheidet sich je nach Öltyp. Das ätherische Lorbeeröl zeigt ein breites Spektrum an pharmakologischen Eigenschaften, während das fette Lorbeeröl vor allem als pflegender Wirkstoff für die äußerliche Anwendung geschätzt wird.
Wissenschaftlich belegte Wirkungen des ätherischen Lorbeeröls:
- Antibakteriell und antimikrobiell: In vitro-Studien zeigen eine deutliche Hemmwirkung gegen verschiedene Bakterienstämme wie Staphylococcus aureus, Escherichia coli und Bacillus cereus. Die antimikrobielle Aktivität ist vergleichbar mit der von Tetracyclin.[5]
- Entzündungshemmend und schmerzlindernd (analgetisch): Eine Studie an der Universität Teheran (Sayyah et al., 2003) belegte eine signifikante analgetische und antiinflammatorische Wirkung des ätherischen Lorbeeröls, die mit Referenzanalgetika wie Morphin und Piroxicam vergleichbar war.[6]
- Antioxidativ: Das ätherische Öl zeigte in mehreren Untersuchungen eine ausgeprägte antioxidative Aktivität, die Zellen vor oxidativem Stress schützen kann.[7]
- Antifungal: Gegen verschiedene Pilzstämme wie Candida albicans und Aspergillus niger wurde eine wirksame fungizide Aktivität nachgewiesen.[8]
- Durchblutungsfördernd: Das Öl regt die lokale Durchblutung an, was es für die Anwendung bei Muskelschmerzen und Verspannungen prädestiniert.
- Hautpflegend und antiseptisch: Durch seine desinfizierende und gleichzeitig pflegende Wirkung eignet sich Lorbeeröl zur Behandlung von Hautunreinheiten und zur Regulierung der Talgproduktion.
- Stimmungsaufhellend und konzentrationsfördernd: In der Aromatherapie wird Lorbeeröl traditionell eingesetzt, um das Selbstvertrauen zu stärken, die Konzentration zu fördern und depressive Verstimmungen zu mildern.
Das fette, kaltgepresste Lorbeeröl wird ausschließlich äußerlich angewendet und wirkt traditionell als pflegende Salbe bei Schmerzen, rheumatischen Beschwerden und trockener Haut.
Anwendungsgebiete von Lorbeeröl
Im Orient war die positive Wirkung von Lorbeeröl auf den Organismus bereits vor Jahrhunderten bekannt. Aufgrund seiner vielseitigen Eigenschaften wird Lorbeeröl bei zahlreichen Beschwerden traditionell und in der modernen Naturheilkunde eingesetzt:
- Muskelschmerzen, Verspannungen, Muskelkater und Arthritis
- Rheumatische Beschwerden und Gicht
- Hautprobleme wie Akne, Schuppenflechte (Psoriasis) und Neurodermitis
- Unreine Haut und Talgdrüsenüberfunktion
- Depressionen und Schwermütigkeit
- Atemwegserkrankungen: Husten, Bronchitis und Erkältungen
- Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Krämpfe
- Geschwollene Lymphknoten und geschwächtes Immunsystem
- Insektenabwehr (Mücken, Fliegen)
- Haarausfall und Kopfhautprobleme
Aromatherapie, Bäder und Massagen mit Lorbeeröl
In der Aromatherapie entfaltet der würzig-warme Duft des Lorbeeröls eine harmonisierende Wirkung auf die Psyche. Waschungen und Kompressen bei Muskelschmerzen, Hautausschlägen oder Rheuma stärken daher immer gleichzeitig das seelische Wohlbefinden und das Immunsystem.
Als Massageöl: Für ein wirksames Massageöl mischen Sie 5 bis 10 Tropfen ätherisches Lorbeeröl mit 30 ml eines Trägeröls wie Jojobaöl oder Mandelöl. Beobachten Sie Ihre körperliche Reaktion und steigern Sie die Dosierung bei Bedarf langsam. Dieses Massageöl eignet sich besonders bei Gelenkschmerzen, Verspannungen und Muskelkater.
Als Badezusatz: Für ein entspannendes Wannenbad geben Sie 10 bis 15 Tropfen ätherisches Lorbeeröl in etwa 30 ml Sahne oder ein neutrales Basisöl, damit sich das Öl gleichmäßig im Badewasser verteilt. Lorbeeröl harmoniert hier besonders gut mit Lavendelöl und hilft bei Schmerzen, Verspannungen, Stress und depressiven Verstimmungen.
Für Waschungen und Kompressen: Lösen Sie 10 bis 20 Tropfen Lorbeeröl in handwarmem, abgekochtem Wasser auf und verwenden Sie die Mischung für Waschungen oder Kompressen. Besonders hilfreich bei Hautproblemen, Schmerzen und Husten, da das Öl festsitzenden Schleim lösen kann.
Für die Duftlampe: 6 bis 8 Tropfen ätherisches Lorbeeröl genügen für eine Duftlampe. Bei Kombination mit anderen Ölen sollte die Gesamtdosierung 8 Tropfen nicht überschreiten.
Wichtiger Hinweis: Lorbeeröl enthält einen hohen Anteil an Eugenol, das in hoher Konzentration sogar Metall angreifen kann. Verwenden Sie das Öl daher nicht in Kontakt mit metallischen Oberflächen.
Lorbeeröl für die Haut
Lorbeeröl ist ein bewährtes Mittel für die Hautpflege. Es wirkt antiseptisch, entzündungshemmend und reguliert die Talgproduktion, ohne die Haut auszutrocknen. Diese Eigenschaften machen es zu einem wertvollen Inhaltsstoff in Seifen, Cremes und Lotionen – insbesondere bei folgenden Hautproblemen:
- Akne und unreine Haut: Die antibakterielle Wirkung bekämpft Hautunreinheiten, während die Poren gereinigt und die Talgproduktion reguliert wird.
- Schuppenflechte (Psoriasis) und Neurodermitis: Die entzündungshemmende Wirkung kann Symptome dieser Hauterkrankungen lindern.
- Ekzeme und Allergien: Als Zusatz in Cremes oder Lotionen kann Lorbeeröl gereizte Haut beruhigen.
- Faltenprävention: Die antioxidativen Eigenschaften können dazu beitragen, die Hautalterung zu verlangsamen. Nach der Anwendung wirkt die Haut prall, frisch und gepflegt.
Eine bewährte Kombination für die Hautpflege ist die Verwendung der traditionellen Aleppo-Seife, deren Rezeptur sich seit über 1.000 Jahren nicht verändert hat. Das Lorbeeröl öffnet die Hautporen, desinfiziert, wirkt entzündungshemmend und sorgt gleichzeitig für eine ausreichende Rückfettung.
Lorbeeröl für die Haare
Lorbeeröl kann die Haargesundheit auf verschiedene Weise unterstützen. Die durchblutungsfördernde Wirkung stimuliert die Haarfollikel und kann so das Haarwachstum positiv beeinflussen. Zugleich pflegt es die Kopfhaut und wirkt Schuppen entgegen.
Für eine nährende Haarkur mischen Sie 3 bis 5 Tropfen ätherisches Lorbeeröl mit 2 Esslöffeln Kokosöl oder Arganöl. Massieren Sie die Mischung sanft in die Kopfhaut ein, lassen Sie sie 30 Minuten einwirken und waschen Sie sie anschließend mit einem milden Shampoo aus. Diese Behandlung kann Haarausfall entgegenwirken, die Haarstruktur stärken und Schuppen reduzieren.
Lorbeeröl bei Gelenkschmerzen und Rheuma
Die schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung von Lorbeeröl ist wissenschaftlich belegt und mit der Wirkung nichtsteroidaler Antirheumatika vergleichbar.[6] Bei Gelenkschmerzen, Arthritis und rheumatischen Beschwerden kann Lorbeeröl daher eine natürliche Unterstützung bieten. Auch bei Gicht und Muskelschmerzen wird es in der Naturheilkunde traditionell eingesetzt.
Für eine schmerzlindernde Einreibung mischen Sie 8 bis 10 Tropfen ätherisches Lorbeeröl mit 30 ml Sesamöl oder einem anderen wärmenden Trägeröl und massieren Sie die betroffenen Gelenke sanft ein. Das fette, kaltgepresste Lorbeeröl kann hierbei ebenfalls direkt aufgetragen werden, da es seit Jahrhunderten als traditionelle Schmerzsalbe Verwendung findet.
Lorbeeröl bei geschwollenen Lymphknoten
Lorbeeröl kann das Lymphsystem positiv beeinflussen. Die durchblutungsfördernde und immunstärkende Wirkung unterstützt den Lymphfluss, weshalb bei geschwollenen Lymphknoten eine sanfte Massage mit einem Lorbeeröl-Massageöl (5 Tropfen auf 30 ml Trägeröl) eine entlastende Wirkung haben kann.
Innerliche Anwendung von Lorbeeröl
Das reine ätherische Lorbeeröl kann in sehr geringer Dosierung auch innerlich angewendet werden. Maximal 1 bis 2 Tropfen, gelöst in einem Teelöffel Honig und lauwarmem Tee, können zweimal täglich eingenommen werden bei:
- Gicht oder rheumatischen Beschwerden
- Husten, Bronchitis und Atemwegsinfekten
- Verdauungsbeschwerden, Blähungen oder Krämpfen
- zur Stärkung des Immunsystems
Achtung: Das fette, kaltgepresste Lorbeeröl (Fruchtöl) ist für die innere Anwendung nicht geeignet. Bei Unsicherheiten sollte vor der innerlichen Einnahme von ätherischen Ölen grundsätzlich ein Arzt oder Heilpraktiker konsultiert werden. Auch während der Schwangerschaft sollte auf die innere Anwendung verzichtet werden.
Lorbeeröl gegen Fliegen und Mücken
Fliegen und Mücken meiden den intensiven Duft des Lorbeeröls. Das ätherische Öl eignet sich daher als natürlicher Insektenschutz – sowohl für die Raumbeduftung als auch zum Auftragen auf die Haut.
Für die insektenvertreibende Wirkung in Wohnräumen geben Sie einige Tropfen ätherisches Lorbeeröl in eine Aromalampe oder einen Diffusor. Besonders effektiv ist die Kombination mit anderen insektenabweisenden Ölen wie Zitronenöl, Rosmarinöl, Pfefferminzöl oder Zitronengrasöl.
Für den körperlichen Insektenschutz mischen Sie die gleichen Öle in ein Trägeröl und tragen die Mischung auf unbedeckte Hautpartien auf. Vor der ersten Anwendung empfiehlt sich ein Verträglichkeitstest: Geben Sie einen Tropfen des ätherischen Öls auf die Innenseite des Unterarms und beobachten Sie die Stelle 24 Stunden lang. Zeigen sich keine Rötungen oder Reizungen, können Sie das Öl bedenkenlos verwenden.
Lorbeeröl für Pferde und Hufe
In der Pferdepflege hat das fette, kaltgepresste Lorbeeröl eine lange Tradition. Es wird vor allem als Huföl geschätzt und bietet folgende Vorteile:
- Hufpflege: Das butterartige Öl pflegt die Hornschicht der Hufe, macht sie geschmeidig und verhindert Austrocknung und Brüchigkeit.
- Hufwachstum: Durch die durchblutungsfördernde Wirkung wird das Hufwachstum positiv beeinflusst.
- Schutzbarriere: Das Öl bildet eine natürliche Schutzschicht, die das Eindringen von Feuchtigkeit in spröde Hufe verhindert und die Hornqualität bei regelmäßiger Pflege sichtbar verbessert.
- Insektenschutz: Das ätherische Lorbeeröl, gemischt mit dem fetten Lorbeeröl, kann als natürlicher Schutz gegen lästige Insekten auf das Fell aufgetragen werden.
Vor der Hufpflege sollten die Hufe gründlich von Schmutz und Verunreinigungen befreit werden. Anschließend wird das fette Öl dünn auf den Huf aufgetragen und mit den Fingern einmassiert.
Lorbeeröl und die Aleppo-Seife
Die Aleppo-Seife gilt als eine der ältesten Seifen der Welt und ist untrennbar mit Lorbeeröl verbunden. Sie wird seit über 1.300 Jahren in der syrischen Stadt Aleppo aus Olivenöl und Lorbeerfruchtöl im traditionellen Heißverfahren (Hot Process) hergestellt.[4] Die Seife enthält je nach Qualitätsstufe zwischen 2 und 70 Prozent Lorbeeröl – je höher der Anteil, desto wertvoller und pflegender die Seife.
Die Herstellung folgt einem jahrhundertealten Prozess: Olivenöl wird mit Lauge und Wasser in großen Kesseln über mehrere Tage erhitzt. Zum Schluss wird das Lorbeeröl hinzugefügt. Die Masse wird auf den Boden gegossen, nach dem Erkalten in Würfel geschnitten und mindestens 6 bis 9 Monate luftgetrocknet. Dabei verändert sich die Farbe der Außenseite von Grün zu Gold, während das Innere grün bleibt.
Aleppo-Seife ist frei von synthetischen Zusatzstoffen, biologisch abbaubar und besonders geeignet für empfindliche Haut, bei Ekzemen, Psoriasis und Akne.[9] Sie kann für Körper, Gesicht und Haare verwendet werden.
Lorbeeröl selber machen
Lorbeeröl lässt sich als Kräuteröl-Mazerat (Ölauszug) relativ einfach selbst herstellen. Die Qualität des selbst gemachten Öls erreicht zwar nicht die Konzentration eines dampfdestillierten oder kaltgepressten Lorbeeröls, eignet sich aber hervorragend als pflegendes Haut- und Haaröl oder für die Hufpflege bei Pferden.
Rezept für selbstgemachtes Lorbeeröl:
- Schritt 1: 30 bis 50 Gramm getrocknete Lorbeerblätter in einer Küchenmaschine oder einem Mörser fein zerkleinern. Je feiner die Blätter, desto besser lösen sich die ätherischen Öle und Fette aus der Blattstruktur.
- Schritt 2: Die zerkleinerten Blätter in ein sauberes, verschließbares Schraubglas geben und mit 250 ml hochwertigem Mandelöl oder Olivenöl übergießen, bis die Blätter vollständig bedeckt sind.
- Schritt 3: Das Glas verschließen und 4 bis 6 Wochen bei Raumtemperatur an einem dunklen Ort ziehen lassen. Das Glas täglich einmal kräftig schütteln.
- Schritt 4: Das Öl durch ein feines Sieb oder Mulltuch abseihen und in dunkle Glasflaschen abfüllen. Kühl und lichtgeschützt aufbewahrt ist das Öl etwa 6 bis 12 Monate haltbar.
Tipp: Wer zusätzlich Rosmarin hinzufügt, erhält ein Rosmarin-Lorbeeröl, das traditionell bei Krampfadern und zur Durchblutungsförderung eingesetzt wird.
Lorbeeröl Nebenwirkungen
Lorbeeröl gilt bei sachgemäßer Anwendung und korrekter Dosierung als gut verträglich. Dennoch gibt es einige wichtige Hinweise zu beachten:
- Hautreizungen: Bei empfindlicher Haut kann das unverdünnte ätherische Öl Reizungen oder allergische Reaktionen auslösen. Ein Hautverträglichkeitstest (Patch-Test) vor der ersten Anwendung ist empfehlenswert.
- Allergien: Personen mit einer bekannten Allergie gegen Lorbeer oder andere Lauraceae-Pflanzen sollten Lorbeeröl meiden. Der Eugenol- und Methyleugenol-Gehalt kann bei sensibilisierten Personen Kontaktallergien auslösen.
- Methyleugenol-Gehalt: Ätherisches Lorbeeröl enthält natürlicherweise Methyleugenol (2–9 %), das von der International Fragrance Association (IFRA) und der European Food Safety Authority (EFSA) als potenziell bedenklich bei hoher und langfristiger Exposition eingestuft wird.[10] Bei gelegentlicher, sachgemäßer Anwendung in der Aromatherapie gilt die Konzentration als unbedenklich.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte auf die innerliche Anwendung von Lorbeeröl verzichtet werden. Auch die äußerliche Anwendung sollte nur nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen.
- Kinder: Bei Säuglingen und Kleinkindern sollte Lorbeeröl aufgrund des hohen 1,8-Cineol-Gehalts nicht im Gesichtsbereich angewendet werden, da es Atemkrämpfe auslösen kann.
- Innere Anwendung: Die innerliche Einnahme sollte nur in minimaler Dosierung (1–2 Tropfen) und nicht über längere Zeiträume erfolgen. Das fette Lorbeeröl (Fruchtöl) ist für die innerliche Einnahme nicht geeignet.
- Verwechslungsgefahr: Verwechseln Sie den Echten Lorbeer (Laurus nobilis) nicht mit dem giftigen Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus).
Lorbeeröl kaufen – Worauf sollte geachtet werden?
Beim Kauf von Lorbeeröl ist es wichtig, zunächst zu klären, welches Produkt benötigt wird – ätherisches oder fettes Lorbeeröl. Beide unterscheiden sich grundlegend in ihrer Konsistenz, Anwendung und Verpackung.
Ätherisches Lorbeeröl wird in kleinen Tropfflaschen (meist 5–10 ml) angeboten. Achten Sie auf folgende Qualitätsmerkmale:
- Genaue botanische Deklaration: Laurus nobilis (nicht Kirschlorbeer!)
- 100 % naturreines, ätherisches Öl (keine synthetischen Zusätze)
- Angabe der Herkunft und des Herstellungsverfahrens (Wasserdampfdestillation)
- Bio-Zertifizierung als zusätzliches Qualitätsmerkmal
- Abfülldatum oder Mindesthaltbarkeitsdatum
- Dunkle Glasflasche zum Schutz vor Lichteinwirkung
Fettes, kaltgepresstes Lorbeeröl (Lorbeer-Fruchtöl) wird aufgrund seiner butter- oder wachsähnlichen Konsistenz häufig in Dosen oder Tiegeln verkauft. Es ist in Apotheken, Reformhäusern, spezialisierten Onlineshops sowie teilweise in Drogerien wie dm oder Rossmann erhältlich.
Hochwertiges Lorbeeröl stammt häufig aus der Türkei, Griechenland oder dem Mittelmeerraum. Achten Sie auf eine transparente Herkunftsangabe und, wenn möglich, auf Bio-Qualität.
Quellen
- Anzano, A., de Falco, B., Grauso, L., Motti, R., & Lanzotti, V. (2022). Laurel, Laurus nobilis L.: a review of its botany, traditional uses, phytochemistry and pharmacology. Phytochemistry Reviews, 21, 565–615. doi:10.1007/s11101-021-09791-z
- Paparella, A., Nawade, B., Shaltiel-Harpaz, L., & Ibdah, M. (2022). A Review of the Botany, Volatile Composition, Biochemical and Molecular Aspects, and Traditional Uses of Laurus nobilis. Plants, 11(9), 1209. doi:10.3390/plants11091209
- Ferrara, L., Ferrara, M., & Ferrara, G. (2019). Chemical Composition and Antimicrobial Activity of Laurus nobilis L. Essential Oils from Bulgaria. Molecules, 24(4), 804. doi:10.3390/molecules24040804
- Wikipedia: Aleppo soap. Abgerufen am 12. Februar 2026 von https://en.wikipedia.org/wiki/Aleppo_soap
- Caputo, L., Nazzaro, F., Souza, L. F., Aliberti, L., De Martino, L., Fratianni, F., Coppola, R., & De Feo, V. (2017). Laurus nobilis: Composition of Essential Oil and Its Biological Activities. Molecules, 22(6), 930. doi:10.3390/molecules22060930
- Sayyah, M., Saroukhani, G., Peirovi, A., & Kamalinejad, M. (2003). Analgesic and anti-inflammatory activity of the leaf essential oil of Laurus nobilis Linn. Phytotherapy Research, 17(7), 733–736. doi:10.1002/ptr.1197
- Sahin Basak, S., & Candan, F. (2013). Effect of Laurus nobilis L. Essential Oil and its Main Components on α-glucosidase and Reactive Oxygen Species Scavenging Activity. Iranian Journal of Pharmaceutical Research, 12(2), 367–379.
- Mssillou, I., Agour, A., Slighoua, M., et al. (2020). Chemical Composition, Antioxidant Activity, and Antifungal Effects of Essential Oil from Laurus nobilis L. Flowers Growing in Morocco. Journal of Food Quality, 2020, 8819311. doi:10.1155/2020/8819311
- Ferraro, V., Ferrante, C., & Ferro, G. (2023). Laurus nobilis Leaves and Fruits: A Review of Metabolite Composition and Interest in Human Health. Applied Sciences, 13(7), 4606. doi:10.3390/app13074606
- EFSA FEEDAP Panel (2023). Safety and efficacy of a feed additive consisting of an essential oil from the leaves of Laurus nobilis L. (laurel leaf oil) for all animal species. EFSA Journal, 21(3), e07875. doi:10.2903/j.efsa.2023.7875









