Rosenöl

Seit langer Zeit sind die Vorzüge des aromatischen Öls bekannt, nicht ohne Grund ist Rosenöl eines der Teuersten unter den Ölen. Zum einen wirken seine kostbaren Inhaltsstoffe und der betörende Duft positiv auf Wohlbefinden und Aussehen. Zu Recht wird es auch im medizinischen Bereich eingesetzt. Zum anderen erfolgt die Gewinnung reinen Öls in einem arbeitsaufwändigen und kostenintensiven Verfahren.
Rosenöl

Gewinnung von Rosenöl

Eines vorweg: Rosenöl ist nicht ohne Grund eines der teuersten ätherischen Öle. Die Gewinnung des reinen ätherischen Öls aus den Blütenblättern ist sehr arbeitsaufwändig und mit hohen Kosten verbunden. Große Anbaugebiete der Damaszener Rose sowie der Rosa Centifolia sind in Bulgarien, der Türkei und Südfrankreich. Bis heute werden in Bulgarien die frisch geöffneten Blüten in den Morgenstunden von Hand gepflückt. Im Laufe des Tages mit zunehmender Sonneneinstrahlung verringert sich der Anteil des ätherischen Öls um bis zu 70%. Deswegen müssen die Rosenpflücker bereits sehr früh auf den Beinen sein.

Für die Herstellung von Rosenöl werden sehr viele Blütenblätter benötigt. Sage und schreibe 1 Tonne Rosenblüten ergibt nur 200 bis 300 Gramm Rosenöl. Für einen Liter Rosenöl werden ungefähr 5 Tonnen benötigt! Hinzu kommt die kurze Erntezeit von ca. einem Monat in der Zeit von Mitte Mai bis Mitte Juni. Maximal 50 Kilogramm Rosenblütenblätter beträgt die Tagesernte eines Pflückers. Per Wasserdampfdestillation wird das ätherische Öl gewonnen. Nach der Ernte werden die Blüten in Kupferkessel gefüllt. Bis zu 5 Tonnen werden mit der vierfachen Menge von Mineralien befreitem Wasser eingeweicht. Per Wasserdampf wird der Rosen-Wasser-Mix von unten mit Druck erwärmt, sodass Wasserdampf nach oben steigt und den Duft der Rosenbüten an sich bindet. Anschließend erfolgt die Kondensation, indem der Wasserdampf in einer Kühlanlage übergeleitet wird. Das flüssige Kondensat setzt sich in Form einer milchartigen Flüssigkeit am Boden ab. Bei fünf Tonnen Rosenblütenblättern entstehen zunächst 300 Gramm höchstkonzentriertes, reinstes Öl, welches von den Bauern als "grünes Öl" bezeichnet wird. Danach wird das erste Destillat abgeschöpft und ein zweiter Vorgang wird durchgeführt. Das beim zweiten Durchgang gewonnene Öl ist weniger konzentriert als das erste und wird als "gelbes Öl" bezeichnet. Beide werden nun dekantiert und filtriert. Im fertigen natürlichen Rosenöl befinden sich mehr als 300 Inhaltsstoffe. Einige sind allerdings nur in geringer Konzentration vorhanden.

Rosenöl Inhaltsstoffe

Die beiden wichtigsten und hauptsächlichen Bestandteile im naturreinen Rosenöl sind Geraniol und Citronellol. Das sind Terpenalkohole. Diese sind jedoch nicht schädlich, wie die Bezeichnung zunächst vermuten lässt. Ganz im Gegenteil: Sie sind für ihre positiven medizinischen Eigenschaften bekannt. Bei Geraniol handelt es sich um eine farblose bis gelbliche Flüssigkeit. Citronellol ist für den typischen Rosenduft verantwortlich. Einige weitere der vielen Inhaltsstoffe sind:

  • Farnesol (Farnesol ist für seine antibakteriellen Eigenschaften bekannt.)
  • Nerol (Nerol ist eine farblose Flüssigkeit, die den typischen Rosenduft verströmt.)
  • Ethanol (Alkohol)
  • Linalool
  • Eugenol
  • Citral
  • Phenyläthylalkohol
  • Carvon
  • Aldehyde
  • Apfelsäure
  • Bernsteinsäure
  • Aliphatische Kohlenwasserstoffe
  • Eugenolmethyleter

Den vielen Inhaltsstoffen hat Rosenöl seine unschlagbare Wirkung zu verdanken.

Wirkung von Rosenöl

Ätherisches Rosenöl weist zahlreiche medizinische und kosmetische Eigenschaften auf, die sich positiv auf Gesundheit, Wohlbefinden und Aussehen auswirken. Nicht ohne Grund schreiben Rosenblütenblätter Geschichte, und die Menschen jagen seit der Antike dem Duft der edlen Rose hinterher. Die Aromastoffe der Rose wirken harmonisierend auf die Psyche. Rosenöl hilft bei Schlafstörungen, und es wird ihm eine antidepressive Wirkung nachgesagt. Bereits der wunderbare Duft, der über den Geruchssinn unsere Synapsen stimuliert, sorgt für eine euphorische Stimmung. Denn ätherische Öle -insbesondere das Rosenöl- wirken einerseits auf das limbische System im Gehirn über ihren aromatischen Duft und können dort einen positiven Einfluss auf die Stimmung nehmen andererseits sind sie in der Lage Hautschichten zu durchdringen und sowohl im Körper als auf der Haut ihre Wirkung zu entfalten. Deswegen kommt das Öl in der Hautpflege voll zum Einsatz. Seine antiseptischen Eigenschaften wirken dabei unterstützend. Weil es die Wundheilung fördert, kann es auch gut bei kleinen Wunden und Entzündungen eingesetzt werden. Körperlichen Beschwerden wirkt es insofern entgegen, dass es Schmerzen lindert und Verspannungen sowie Krämpfe löst.

Anwendungsgebiete von Rosenöl

Rosenöl für die Haut

Jeder Hauttyp kann Rosenöl anwenden. Es wirkt durchblutungsfördernd, verbessert aufgrund seines Anteils an ungesättigten Fettsäuren die Spannkraft der Haut und gleicht Feuchtigkeitsdefizite aus. Außerdem wird ihm nachgesagt, dass es zellererneuernd wirkt und Hautrötungen mildert. Deswegen wird findet es in vielen Pflegeprodukten Anwendung. Neben reinem Rosenöl gibt es im Handel Gesichtspflege und -reinigungsprodukte, die Rosenölanteile aufweisen. Auch im Bereich Anti-Aging haben Kosmetikhersteller sich das wertvolle Öl zu Nutze gemacht und in ihren Produkten verarbeitet. Ein Geheimtipp ist Rosenöl bei Pickeln und unreiner Haut, durch die antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften sorgt es dafür, dass Entzündungen schneller abheilen und die Haut porentief gereinigt wird. Hierfür können ein paar Tropfen Rosenöl pur auf die entsprechenden Hautstellen mit einem Wattestäbchen aufgetupft werden oder das Öl wird mit Wasser verdünnt als Gesichtswasser benutzt. Anstelle von Öl kann aber auch Rosenwasser angewendet werden. Dieses entsteht bei der Herstellung von Rosenöl als Nebenprodukt, hat aber auch viele Vorzüge. Es ist ebenfalls universell einsetzbar, sowohl im kosmetischen, medizinischen als auch im kulinarischen Bereich.Narben lassen sich gut mit Wildrosenöl behandeln. Denn es enthält die Vitamine A und C, Omega-6- und Omega-9- Fettsäuren, Beta-Carotin sowie Lycopin. Diese Wirkstoffe sind allesamt gute Antioxidantien und helfen dabei Hautschäden weitestgehend zu reparieren.

Rosenöl für die Haare

Wie bereits erwähnt, ist Rosenöl reich an ungesättigten Fettsäuren. Das kommt natürlich auch dem Haar zugute. Denn Haar und Kopfhaut werden mit viel Feuchtigkeit versorgt. Trockenes und sprödes Haar wirkt nach einer Behandlung mit dem ätherischen Öl schnell wieder glänzender und gesünder. Es kann direkt auf das Haar aufgetragen oder mit anderen Pflegeprodukten, wie Spülungen, gemischt werden. Mit seinen antiseptischen Eigenschaften kann Rosenöl optimal zur Behandlung von problematischer Kopfhaut eingesetzt werden. Sicherlich ist das reine Öl sehr teuer, sodass es sparsam verwendet werden sollte. Im Handel sind auch Haar- und Kopfhautpflegemittel mit Rosenöl erhältlich, deren Anteile jedoch viel niedriger sind. Last but not least verfängt sich der zauberhaft blumige Duft im Haar und begleitet uns den ganzen Tag, was nachweislich unser Wohlbefinden steigert.

Rosenöl in der Aromatherapie

Es findet in Kosmetikstudios im Rahmen einer Wellness-Behandlung Anwendung. Aber auch in Eigenregie mithilfe einer Duftlampe kann es verwendet werden. Die Therapie kann im Rahmen einer bewusst gewählten Auszeit, eines Wellness-Tages oder neben der Hausarbeit durchgeführt werden. Der Duft beflügelt unsere Sinne und versetzt uns in eine entspannte, euphorische Stimmungslage. Nachweislich sorgt Rosenöl dafür, dass der Herzschlag herabgesetzt und der Rhythmus gleichmäßiger wird. Das wiederum hilft uns entspannter ein- und durchzuschlafen. Wer also unter Schlafproblemen leidet, sollte regelmäßig vor dem zu Bett gehen eine Aromatherapie durchführen oder ein Vollbad mit ein paar Tropfen des Öls nehmen. Auf eine Schale geträufelt, sorgen ein paar Tröpfchen des Öls für einen erholsamen Schlaf.
Dem Duft des Rosenöls wird eine

  • antidepressive
  • harmonisierende
  • entspannende
  • erotisierende und
  • anregende

Wirkung nachgesagt.

Rosenöl als Massageöl

Ebenfalls sind fertige Massageöle, die Rosenöl enthalten, im Handel erhältlich. In einer Kombination mit weiteren pflegenden bzw. entspannenden Ölen, wie z. B. Lavendelöl oder Jojobaöl wirkt es hautpflegend, ausgleichend und entkrampfend. Wer das Rosenöl ohne andere Öle nutzen möchte, sollte es auf jeden Fall verdünnen.

Rosenöl selbst herstellen

Um Rosenöl selbst herzustellen, müssen nicht tonnenweise Rosenblüten gepflückt werden. Die Zutaten sind in Online-Shops, Apotheken oder Reformhäusern erhältlich. Ein Versuch ist es wert, denn das eigens hergestellte Öl kann mit dem Gekauften konkurrieren. Benötigte Zutaten/Arbeitsutensilien:

  • 30 Gramm getrocknete Rosenblüten oder -knospen
  • 1 Liter natives, kaltgepresstes Öl, vorzugsweise Mandelöl oder Sesamöl
  • 1 Topf
  • 1 großes Glas mit Schraubverschluss oder Deckel
  • 1 Küchentuch
  • 1 Rührlöffel
  • zum Abfüllen saubere Flaschen

Es gibt zwei Varianten der Rosenölherstellung. Bei der ersten wird das Öl in einen Topf gegossen und leicht (handwarm) erwärmt. Die Rosenblüten werden in das Glas gegeben und das warme Öl darüber gegossen. Anschließend muss die Mixtur mit einem Rührlöffel vorsichtig so lange verrührt werden, bis jede Knospe oder Blüte mit Öl bedeckt ist. Anschließend muss die Mischung zwei Wochen im verschlossenen Glas an einem warmen Ort durchziehen. Nach Ablauf der Zeit wird das Öl durch ein sauberes Küchentuch gefiltert und in eine oder mehrere -je nach Größe- Flaschen gefüllt.

Bei der zweiten Variante wird das Öl gemeinsam mit den Blüten in ein Glas gegeben. Ein Topf mit Wasser wird erhitzt, jedoch nicht gekocht! Das Glas wird nun in das Wasserbad gegeben. Auf sehr kleiner Flamme muss die Mischung ca. 2 Stunden so durchziehen. Wichtig ist, dass das Wasser nicht zu kochen anfängt. Hin und wieder soll die Mischung durchgerührt werden. Nach Ablauf der Ziehzeit erfolgt das gleiche Prozedere wie bei der ersten Variante. Die geöffnete Flasche hält sich ein paar Monate, wenn sie im Kühlschrank gelagert wird.

Wer es geschafft, erfolgreich Rosenöl zu produzieren, der darf sich mithilfe dieser Basis auch an Gesichtscreme heranwagen. Die Zutaten sind in Apotheken oder Reformhäusern erhältlich.
Rezept zur Herstellung von Rosenöl-Gesichtscreme
Zutaten:

  • 4 g fein geriebenes Bienenwachs oder Carnaubawachs
  • 100 Milliliter reines Rosenöl
  • 100 Gramm naturbelassenes Aloe-Vera-Gel
  • 1 Teelöffel Vitamin E
  • 1 Topf
  • 1 Glas
  • 1 Löffel
  • Cremedöschen

Zubereitung: Einen Topf mit Wasser zum Erhitzen bringen. Rosenöl und Wachs in ein Glas geben und in das Wasserbad setzen. Unter ständigem Rühren muss die Mischung verschmelzen. Anschließend Topf vom Herd nehmen und Vitamin E sowie Aloe-Vera-Gel hinzufügen und alles gut verrühren. Die Creme in die Tiegel umfüllen und fest verschließen. Die selbst hergestellte Gesichtscreme hält sich ungefähr 6 Monate.

Dosierung und Einnahme von Rosenöl

Reines Rosenöl kann bedenkenlos verzehrt werden. Ein paar Tropfen im Tee oder dergleichen gibt, profitiert von der positiven medizinischen Wirkung. Denn die orale Einnahme des Öls lindert aufgrund seiner antibakteriellen und blutreinigenden Eigenschaften:

  • Depressionen
  • Entzündungen der Bronchien
  • Gebärmuttererkrankungen
  • Hauterkrankungen
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Entzündungen der Scheide
  • innerliche Unruhe
  • virale Infekte.

Auch bei Frauenbeschwerden während der Menstruation hilft das Öl nach der oralen Einnahme, Krämpfe zu lösen. Während der Schwangerschaft wird Rosenöl auch zur Geburtsvorbereitung eingesetzt. Sogar bei Verstopfungen soll es helfen. Dies ist insbesondere in der Schwangerschaft ein wertvoller Geheimtipp, da die Medikamente Einnahme dann bekanntermaßen eingeschränkt ist.

Worauf Sie beim Kauf von Rosenöl achten sollten

Für eine positive Wirkkraft ist die Qualität des Öls entscheidend. Bereits beim Anbau trennt sich die Spreu vom Weizen. Um die Belastung mit Pestiziden so gering wie möglich zu halten, ist ein biologischer Anbau wünschenswert. Da die Herstellung so kostenaufwändig ist, wird das Öl oft gepanscht. Den Aufschluss über die tatsächliche Zusammensetzung geben Gaschromotographen. Seriöse Firmen prüfen den Peroxid-Wert, der Aussagen über den Frischegehalt trifft. Mancher Hersteller bieten auf ihre Produkte Echtheitszertifikate an, die die Reinheit bestätigen. Es empfiehlt sich, einen Blick darauf zu werfen. Kenner wissen: Es bedarf nur eines Tropfens, um die Echtheit zu bestätigen. Naturreines Rosenöl umhüllt den Benutzer mit einem sanften Duft, ohne aufdringlich zu wirken. Es wurde bereits mehrfach erwähnt, dass das kostbare Öl nicht gerade preisgünstig ist. Dafür gibt reines ätherisches Rosenöl in winzigen Flaschen (ca. 10 ml). Bei sparsamen Umgang hält es auch eine Weile. Ob industriell hergestellt oder naturrein: Im Handel existieren diverse Darreichungsformen mit unterschiedlichen Konzentrationen des aromatisch duftenden Öls.

Fazit

Rosenöl mit seinen vielen positiven Eigenschaften für unsere Gefühlswelt und unseren Körper ist ein Allround-Talent. Es lohnt sich einen Blick auf die Reinheit zu werfen.

Rosenöl Verkaufsformen

Seine hervorragenden Eigenschaften werden für Gesichtscremes genutzt. Dabei spielen Alter und Hauttyp keine Rolle. Die pflegenden und zellerneuernden Eigenschaften der Rose kommen jedem Hauttyp zugute. Deswegen gibt es im Handel unzählige Gesichtscremes -auch von führenden Kosmetikherstellen mit Rosenölanteilen.

Körperlotionen und Badezusätze mit Rosenöl

Rosenöl in Körperlotionen haben den gleichen Effekt und sind genauso wie Gesichtscremes von vielen Herstellern erhältlich. Der betörende Rosenduft umschmeichelt Haut und Sinne gleichermaßen. Da das Öl zur Entspannung von Körper und Geist beiträgt, sind Massage-Öle mit Anteilen von Rosenöl auch oft im Handel erhältlich. Meistens handelt es sich um Kombinationen mit anderen Ölen, die den Entspannungs- und Pflegefaktor verstärken und außerdem noch einen lieblichen Duft verströmen. Badezusätze und Duschgels aus Rosenöl sind oft aufgrund ihrer pflegenden Bestandteile für die tägliche Reinigung der Haut und sogar des Haars zu empfehlen. Sie verleihen ein angenehmes Frische- und Reinheitsgefühl und schützen die Haut vor dem Austrocknen.
Nicht zu vergessenen sind die zahlreichen Parfums, der Kopfnote der blumige Rosenduft ist.

Rosenzäpfchen

Aber auch in Form von Zäpfchen ist Rosenöl erhältlich. Rosenzäpfchen kommen im gynäkologischen Bereich zum Einsatz und stellen eine Alternative zu herkömmlichen Arzneimitteln dar. Bei Scheideninfekten bzw. -pilzen töten sie Keime ab. Des Weiteren halten sie die Vaginal-Schleimhaut feucht. Insbesondere in den Wechseljahren ist das von Bedeutung.