Rosenöl

Zuletzt aktualisiert: 12.02.26

Rosenöl zählt zu den wertvollsten und teuersten ätherischen Ölen der Welt. Der betörende Duft der Damaszener Rose (Rosa damascena) wird seit Jahrtausenden geschätzt – in der persischen Heilkunst ebenso wie in der modernen Aromatherapie. Das Öl enthält über 300 bioaktive Inhaltsstoffe, die nachweislich auf Haut, Psyche und Wohlbefinden wirken.[1] Gleichzeitig macht die äußerst aufwändige Gewinnung aus Millionen von Rosenblütenblättern reines Rosenöl zu einem der kostbarsten Naturprodukte überhaupt.
Rosenöl – ätherisches Öl aus Rosenblüten der Damaszener Rose

Gewinnung von Rosenöl

Reines ätherisches Rosenöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den frisch gepflückten Blütenblättern der Rose gewonnen. Die zwei bedeutendsten Rosenarten für die Ölgewinnung sind die Damaszener Rose (Rosa damascena) und die Rosa centifolia. Die großen Anbaugebiete liegen in Bulgarien – insbesondere im berühmten Rosental bei Kazanlak –, in der Türkei (Region Isparta), im Iran, in Marokko und in Südfrankreich (Grasse).[2]

Die Ernte ist ein zeitkritischer Prozess: Die frisch geöffneten Blüten müssen in den Morgenstunden vor Sonnenaufgang von Hand gepflückt werden. Im Laufe des Tages verringert sich der Anteil des ätherischen Öls in den Blütenblättern durch Sonneneinstrahlung und steigende Temperaturen um bis zu 70 %.[3] Ein einzelner Pflücker schafft dabei maximal etwa 50 Kilogramm Rosenblütenblätter pro Tag. Allein im bulgarischen Rosental werden pro Saison rund 35.000 Arbeiterinnen und Arbeiter für die manuelle Ernte eingesetzt.[2]

Für die Herstellung von Rosenöl werden enorme Mengen an Blüten benötigt: Aus einer Tonne Rosenblüten entstehen lediglich 200 bis 300 Gramm Rosenöl. Für einen Liter reines Rosenöl werden demnach etwa 4 bis 5 Tonnen Rosenblüten verarbeitet.[2] Hinzu kommt die kurze Erntezeit von nur etwa einem Monat zwischen Mitte Mai und Mitte Juni. Das erklärt den hohen Preis: Ein Liter echtes bulgarisches Rosenöl (Rosa damascena) kann bis zu 10.000 Euro kosten.[2]

Bei der Wasserdampfdestillation werden die Blütenblätter in große Kupfer- oder Edelstahlkessel gefüllt und mit der vierfachen Menge enthärteten Wassers eingeweicht. Durch den von unten aufsteigenden Wasserdampf werden die flüchtigen Aromastoffe aus den Blütenblättern gelöst und nach oben transportiert. In einer angeschlossenen Kühlanlage kondensiert der Dampf, und das flüssige Kondensat – das sogenannte Hydrolat – setzt sich am Boden als milchartige Flüssigkeit ab.[4]

In der ersten Phase der Destillation entsteht das sogenannte „grüne Öl" – ein höchstkonzentriertes, reinstes Öl mit intensivstem Rosenaroma. Nach dem Abschöpfen des ersten Destillats folgt ein zweiter Destillationsvorgang. Das dabei gewonnene „gelbe Öl" ist weniger konzentriert, ergänzt aber das Endprodukt. Beide Fraktionen werden dekantiert und filtriert. Um besonders hochwertiges Rosenöl zu erhalten, wird der Destillationsprozess bis zu siebenmal wiederholt.[2] Als wertvolles Nebenprodukt der Destillation entsteht Rosenwasser (Rosenhydrolat), das ebenfalls in der Kosmetik, der Küche und der Aromapflege breite Anwendung findet.

Rosenöl Inhaltsstoffe

Im naturreinen Rosenöl wurden bislang über 300 verschiedene Verbindungen identifiziert.[1] Die beiden wichtigsten Hauptbestandteile sind Citronellol (ca. 34–55 %) und Geraniol (ca. 30–40 %). Beide gehören zur Gruppe der Terpenalkohole – sie sind nicht schädlich, wie die chemische Bezeichnung zunächst vermuten lässt, sondern für ihre vielfältigen positiven medizinischen Eigenschaften bekannt.[5]

Citronellol ist maßgeblich für den typischen Rosenduft verantwortlich und besitzt zudem entzündungshemmende sowie antiseptische Eigenschaften. Geraniol hingegen ist eine farblose bis gelbliche Flüssigkeit mit stark antimikrobieller Wirkung.[1] Weitere bedeutende Inhaltsstoffe im Rosenöl sind:

  • Nerol (ca. 5–10 %) – eine farblose Flüssigkeit mit süßem Rosenduft und nachgewiesener antibiotischer Wirkung
  • Farnesol – bekannt für seine antibakteriellen Eigenschaften, findet sich auch in Jasmin und Ylang-Ylang
  • Linalool – ein Terpenalkohol mit beruhigenden und angstlösenden Eigenschaften
  • Eugenol – ein starkes Antioxidans, das auch in Nelkenöl vorkommt
  • Phenyläthylalkohol – trägt zum blumigen Duft bei und besitzt antibakterielle Wirkung
  • Citral – ein starkes Antimikrobiotikum, das für die Vitamin-A-Synthese bedeutsam ist
  • Carvon – unterstützt die Verdauung
  • Ethanol (Alkohol)
  • Aldehyde, Apfelsäure, Bernsteinsäure
  • Aliphatische Kohlenwasserstoffe (Nonadecane, Heneicosane)
  • Eugenolmethylether

Dieses komplexe Zusammenspiel hunderter Inhaltsstoffe verleiht dem Rosenöl sein breites Wirkspektrum – von antibakteriell über entzündungshemmend bis hin zu beruhigend und hautpflegend.[1]

Wirkung von Rosenöl

Ätherisches Rosenöl weist zahlreiche wissenschaftlich untersuchte Eigenschaften auf, die sich positiv auf Gesundheit, Psyche und Hautbild auswirken. Die Wirkstoffe entfalten ihre Wirkung dabei auf zwei Wegen: Einerseits gelangen die Aromastoffe über den Geruchssinn direkt in das limbische System im Gehirn – jene Region, die Emotionen, Erinnerungen und das vegetative Nervensystem steuert. Andererseits können die lipophilen Moleküle des ätherischen Öls Hautschichten durchdringen und sowohl auf der Haut als auch im Körper ihre Wirkung entfalten.[1]

Wirkung auf die Psyche: Eine umfassende Metaanalyse aus 32 randomisierten kontrollierten Studien (2021) bestätigte, dass Rosa damascena Angst, depressive Symptome und Stress bei Erwachsenen signifikant reduzieren kann.[6] In einer klinischen Studie mit 98 Patienten vor einer Koronarangiographie senkte die Inhalation von Rosenöl-Aroma signifikant die Herzfrequenz (p=0,001), den systolischen Blutdruck (p=0,003) sowie das Angstniveau (p=0,005).[7] Der Duft des Rosenöls wirkt dabei nachweislich harmonisierend, entspannend und stimmungsaufhellend.

Wirkung auf die Haut: Rosenöl besitzt ausgeprägte antibakterielle, antifungale und entzündungshemmende Eigenschaften. Eine Studie aus dem Jahr 2010 zeigte, dass bulgarisches Rosenöl eine der stärksten bakteriziden Wirkungen unter zehn getesteten ätherischen Ölen aufwies – es konnte das Akne-verursachende Bakterium Propionibacterium acnes in einer Verdünnung von 0,25 % innerhalb von nur fünf Minuten vollständig abtöten.[8]

Weitere nachgewiesene Eigenschaften von Rosenöl:

  • schmerzlindernd und krampflösend – hilfreich bei Verspannungen und Menstruationsbeschwerden[1]
  • antiseptisch und wundheilungsfördernd
  • antioxidativ – schützt vor freien Radikalen und vorzeitiger Hautalterung
  • schlaffördernd – verbessert nachweislich die Schlafqualität[9]
  • durchblutungsfördernd und feuchtigkeitsspendend

Anwendungsgebiete von Rosenöl

Rosenöl für die Haut und das Gesicht

Rosenöl ist ein vielseitiger Pflegewirkstoff für jeden Hauttyp. Durch seinen hohen Gehalt an Geraniol und Citronellol wirkt es antibakteriell und entzündungshemmend – zwei Eigenschaften, die es besonders bei Pickeln, Akne und unreiner Haut wertvoll machen.[8] Gleichzeitig fördert es die Durchblutung, verbessert dank seiner ungesättigten Fettsäuren die Spannkraft der Haut und gleicht Feuchtigkeitsdefizite aus.

Im Bereich der Gesichtspflege wird Rosenöl sowohl pur als auch als Bestandteil von Seren, Cremes und Reinigungsprodukten eingesetzt. Es soll zellerneuernd wirken und Hautrötungen mildern, weshalb es auch im Anti-Aging-Bereich zunehmend beliebt ist. Die antioxidativen Eigenschaften helfen dabei, freie Radikale zu neutralisieren, die maßgeblich zur vorzeitigen Hautalterung beitragen.[1]

Ein praktischer Tipp bei Pickeln und unreiner Haut: Einige Tropfen reines Rosenöl können mit einem sauberen Wattestäbchen direkt auf die betroffenen Stellen aufgetupft werden. Alternativ lässt sich das Öl mit Wasser verdünnt als klärendes Gesichtswasser verwenden. Wer empfindliche Haut hat, kann stattdessen auf Hagebuttenöl (Wildrosenöl) zurückgreifen, das reich an den Vitaminen A und C, Omega-6- und Omega-9-Fettsäuren, Beta-Carotin sowie Lycopin ist. Diese Wirkstoffe sind starke Antioxidantien und unterstützen die Regeneration von Narbengewebe und Hautschäden.

Rosenöl für die Haare

Dank seines Reichtums an ungesättigten Fettsäuren versorgt Rosenöl Haar und Kopfhaut mit intensiver Feuchtigkeit. Trockenes, sprödes Haar wirkt nach einer Behandlung mit dem ätherischen Öl wieder glänzender und geschmeidiger. Das Öl kann entweder direkt auf die Haarspitzen aufgetragen oder mit Shampoo, Spülung oder Haarpflegeprodukten gemischt werden.

Mit seinen antiseptischen Eigenschaften eignet sich Rosenöl auch zur Behandlung problematischer Kopfhaut, etwa bei Schuppen oder Reizungen. Da reines Rosenöl sehr konzentriert und kostspielig ist, empfiehlt es sich, wenige Tropfen einem milden Trägeröl beizumischen. Im Handel sind zudem Haar- und Kopfhautpflegeprodukte mit Rosenöl erhältlich, deren Konzentrationen allerdings deutlich niedriger sind. Ein angenehmer Nebeneffekt: Der blumige Duft verfängt sich im Haar und begleitet den ganzen Tag.

Rosenöl in der Aromatherapie

In der Aromatherapie gehört Rosenöl zu den am besten erforschten ätherischen Ölen. Klinische Studien belegen, dass die Inhalation von Rosenöl-Aroma signifikant Angst und Stresslevel senkt sowie die Schlafqualität verbessert.[6][9] Eine Studie mit Herzpatienten zeigte, dass bereits drei aufeinanderfolgende Nächte der Aromatherapie mit Rosa damascena die Angst messbar reduzierte und die Schlafqualität verbesserte.[10]

Die Anwendung ist einfach: Einige wenige Tropfen in einer Duftlampe oder einem Diffuser genügen, um einen ganzen Raum mit dem Rosenduft zu erfüllen. Die Therapie kann bewusst als Wellness-Ritual gestaltet werden – etwa als abendliche Auszeit vor dem Schlafengehen – oder nebenbei den Alltag begleiten. Wer unter Schlafproblemen leidet, kann auch ein paar Tropfen des Öls auf eine kleine Schale am Nachttisch geben oder ein Vollbad mit Rosenöl nehmen.

Dem Duft des Rosenöls wird eine

  • antidepressive
  • harmonisierende
  • entspannende
  • erotisierende und
  • anregende

Wirkung zugeschrieben – viele dieser Effekte sind durch klinische Studien belegt.[6]

Rosenöl als Massageöl

Für eine Massage wird Rosenöl idealerweise mit einem hochwertigen Trägeröl wie Jojobaöl, Mandelöl oder Arganöl verdünnt. In einer Konzentration von 0,5 bis 1 % (ca. 3–5 Tropfen pro 10 ml Trägeröl) wirkt die Mischung hautpflegend, entkrampfend und ausgleichend. In Kombination mit Lavendelöl entsteht ein besonders entspannendes Massageöl. Im Handel sind auch fertige Massageölmischungen mit Rosenöl erhältlich. Wichtig: Reines, unverdünntes Rosenöl sollte aufgrund seiner hohen Konzentration nicht direkt großflächig auf die Haut aufgetragen werden.

Rosenöl in der Schwangerschaft

In der traditionellen Heilkunde wird Rosenöl zur Geburtsvorbereitung und zur Linderung schwangerschaftstypischer Beschwerden eingesetzt. Klinische Studien deuten darauf hin, dass Rosenöl-Aromatherapie Ängste und Schmerzen während der Wehentätigkeit lindern kann.[11] Auch bei Verstopfung – einem häufigen Problem in der Schwangerschaft – wird Rosenöl traditionell als mildes Abführmittel genutzt.[1] Da die Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft bekanntermaßen eingeschränkt ist, kann die äußerliche Anwendung oder das Inhalieren von Rosenöl eine sanfte Alternative darstellen. Vor der Anwendung in der Schwangerschaft sollte jedoch immer Rücksprache mit der Hebamme oder dem behandelnden Arzt gehalten werden.

Rosenöl selber machen

Um Rosenöl zu Hause selbst herzustellen, braucht man keine Tonnen von Rosenblüten. Die benötigten Zutaten sind in Apotheken, Reformhäusern oder Online-Shops erhältlich. Das Ergebnis ist zwar kein reines ätherisches Öl, sondern ein sogenanntes Mazerat (Ölauszug) – dieses besitzt jedoch einen wunderbaren Duft und eignet sich hervorragend für die Hautpflege und als Massageöl.

Benötigte Zutaten und Utensilien:

  • 30 Gramm getrocknete Rosenblüten oder -knospen (idealerweise Bio-Qualität, unbehandelt)
  • 1 Liter natives, kaltgepresstes Öl – vorzugsweise Sesamöl oder süßes Mandelöl
  • 1 Topf
  • 1 großes Glas mit Schraubverschluss oder Deckel
  • 1 sauberes Küchentuch zum Filtern
  • 1 Rührlöffel
  • saubere, dunkle Flaschen zum Abfüllen

Variante 1 – Kaltauszug (ca. 2 Wochen): Das Trägeröl in einem Topf leicht (handwarm) erwärmen. Die Rosenblüten in das Glas geben und das warme Öl darüber gießen. Vorsichtig umrühren, bis alle Blüten vollständig mit Öl bedeckt sind. Das Glas verschließen und die Mischung zwei Wochen lang an einem warmen, dunklen Ort ziehen lassen. Anschließend das Öl durch ein sauberes Küchentuch filtern und in dunkle Flaschen abfüllen.

Variante 2 – Warmauszug (ca. 2 Stunden): Öl und Rosenblüten gemeinsam in ein Glas geben. Einen Topf mit Wasser erhitzen (nicht kochen!) und das Glas in das Wasserbad stellen. Auf sehr kleiner Flamme die Mischung etwa 2 Stunden ziehen lassen, dabei alle 30 Minuten vorsichtig umrühren. Wichtig: Das Wasser darf nicht kochen. Anschließend filtern und abfüllen. Diese Methode extrahiert die Wirkstoffe intensiver als der Kaltauszug.

Das selbst hergestellte Rosenöl hält sich bei Lagerung im Kühlschrank in einer verschlossenen, dunklen Flasche mehrere Monate.

Rezept: Rosenöl-Gesichtscreme
Wer erfolgreich Rosenöl hergestellt hat, kann sich auch an eine eigene Gesichtscreme wagen.

Zutaten:

  • 4 g fein geriebenes Bienenwachs oder Carnaubawachs
  • 100 Milliliter selbstgemachtes Rosenöl
  • 100 Gramm naturbelassenes Aloe-Vera-Gel
  • 1 Teelöffel Vitamin E (als natürliches Antioxidans und Konservierungsmittel)

Zubereitung: Einen Topf mit Wasser erhitzen. Rosenöl und Wachs in ein Glas geben und in das Wasserbad setzen. Unter ständigem Rühren verschmelzen lassen. Topf vom Herd nehmen, Vitamin E und Aloe-Vera-Gel hinzufügen und alles gründlich verrühren. Die Creme in saubere Tiegel umfüllen und fest verschließen. Die selbst hergestellte Gesichtscreme hält sich bei kühler Lagerung ungefähr 6 Monate.

Dosierung und Einnahme von Rosenöl

Hochwertiges, naturreines Rosenöl in Lebensmittelqualität kann grundsätzlich auch innerlich angewendet werden. In der traditionellen Medizin werden ein bis zwei Tropfen im Tee oder in Honig gelöst eingenommen, um von den antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften zu profitieren.[1]

Die empfohlene Dosierung richtet sich nach der Anwendungsform:

  • Duftlampe / Diffuser: 1–3 Tropfen reines Rosenöl genügen, um einen Raum zu beduften
  • Massageöl: 3–5 Tropfen auf 10 ml Trägeröl (z. B. Jojoba- oder Mandelöl)
  • Badezusatz: 2–4 Tropfen, zuvor in einem Emulgator gelöst (z. B. Sahne, Honig oder Meersalz)
  • Gesichtspflege: 1–2 Tropfen auf 10 ml Trägeröl (ca. 0,2–0,5 %)
  • Innerliche Einnahme: nur 1–2 Tropfen pro Tag, in Lebensmittelqualität, verdünnt in Tee oder Honig

Der oralen Einnahme werden in der Volksmedizin folgende Wirkungen zugeschrieben:

  • Linderung von Kopfschmerzen und Migräne
  • Unterstützung bei depressiven Verstimmungen
  • Linderung von Menstruationskrämpfen
  • Milderung von Entzündungen der Bronchien
  • Unterstützung der Verdauung bei Verstopfung

Hinweis: Die innerliche Anwendung von ätherischen Ölen sollte grundsätzlich nur mit hochwertigen, als Lebensmittel zugelassenen Produkten und in sehr geringer Dosierung erfolgen. Bei Unsicherheiten empfiehlt sich die Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker.

Rosenöl Nebenwirkungen

Rosenöl gilt als eines der verträglichsten ätherischen Öle und wird in der Regel gut vertragen.[12] Dennoch gibt es einige Punkte zu beachten:

  • Allergische Reaktionen: Geraniol und Linalool – zwei Hauptbestandteile des Rosenöls – sind deklarationspflichtige Allergene. Personen mit bekannter Duftstoffallergie sollten vor der ersten Anwendung einen Verträglichkeitstest auf der Innenseite des Unterarms durchführen.
  • Hautreizungen bei unverdünnter Anwendung: Reines, unverdünntes ätherisches Rosenöl kann bei empfindlicher Haut zu Reizungen führen. Es empfiehlt sich immer die Verdünnung mit einem geeigneten Trägeröl.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Obwohl Rosenöl traditionell in der Geburtsvorbereitung eingesetzt wird, sollte die Anwendung – insbesondere die innerliche Einnahme – in der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.
  • Kinder und Kleinkinder: Bei der Anwendung an Babys und Kleinkindern ist besondere Vorsicht geboten. Das Öl sollte nur stark verdünnt und in minimaler Dosierung eingesetzt werden.
  • Wechselwirkungen: Bei gleichzeitiger Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten ist Vorsicht geboten, da Rosenöl nachweislich den Blutdruck senken kann.[7]

Rosenöl kaufen – worauf Sie achten sollten

Die Qualität des Öls ist entscheidend für seine Wirksamkeit. Da die Herstellung von reinem Rosenöl so kostenintensiv ist, finden sich im Handel zahlreiche gestreckte oder synthetische Produkte. Folgende Kriterien helfen beim Kauf:

  • Bezeichnung prüfen: Nur „100 % naturreines ätherisches Rosenöl" oder „Rosa damascena" garantiert ein unverfälschtes Produkt. Die Bezeichnung „naturidentisch" deutet auf synthetische Herstellung hin.
  • Botanischer Name: Auf dem Etikett sollte der lateinische Pflanzenname (Rosa damascena oder Rosa centifolia) vermerkt sein.
  • Herkunftsland: Bulgarien, Türkei, Iran und Marokko gelten als die renommiertesten Herkunftsregionen.
  • Bio-Zertifizierung: Um die Belastung mit Pestiziden gering zu halten, ist eine Bio-Zertifizierung empfehlenswert.
  • Gaschromatographische Analyse: Seriöse Hersteller bieten ein GC/MS-Analysezertifikat an, das die tatsächliche Zusammensetzung und Reinheit des Öls dokumentiert.
  • Preis als Qualitätsindikator: Reines ätherisches Rosenöl wird typischerweise in kleinen Fläschchen (2–5 ml) angeboten und kostet ab ca. 15–30 Euro pro Milliliter. Auffällig günstige Angebote sind in der Regel gestreckte oder synthetische Produkte.

Kenner erkennen echtes Rosenöl am Duft: Naturreines Rosenöl verströmt einen sanften, vielschichtigen Duft – intensiv, aber nie aufdringlich oder chemisch. Bei sparsamer Verwendung hält ein kleines Fläschchen überraschend lange. Wer andere hochwertige Öle zu schätzen weiß, wird auch an echtem Rosenöl Freude haben.

Rosenöl Verkaufsformen

Dank seiner hervorragenden Eigenschaften für Haut und Sinne wird Rosenöl in einer Vielzahl von Produkten verarbeitet:

Gesichtscremes und Anti-Aging-Produkte

Die pflegenden und zellerneuernden Eigenschaften der Rose machen Rosenöl zum begehrten Inhaltsstoff in Gesichtscremes – unabhängig von Alter und Hauttyp. Zahlreiche Kosmetikhersteller bieten Gesichtspflegeprodukte mit Rosenölanteilen an, von Tagescremes über Seren bis hin zu Nachtpflege.

Körperlotionen und Badezusätze mit Rosenöl

Rosenöl in Körperlotionen bietet denselben pflegenden Effekt wie in Gesichtscremes und umschmeichelt gleichzeitig die Sinne mit seinem betörenden Duft. Da Rosenöl zur Entspannung von Körper und Geist beiträgt, sind auch Massage-Öle, Badezusätze und Duschgels mit Rosenöl im Handel erhältlich. Badezusätze eignen sich dank ihrer pflegenden Bestandteile ideal für die tägliche Hautreinigung. Auch in der Parfümerie spielt der blumige Rosenduft als Kopf- oder Herznote eine zentrale Rolle.

Rosenzäpfchen

In der Gynäkologie werden Rosenzäpfchen als sanfte Alternative zu herkömmlichen Arzneimitteln eingesetzt. Sie können bei Scheideninfektionen und -pilzen keimhemmend wirken und helfen, die Vaginalschleimhaut feucht zu halten – was insbesondere in den Wechseljahren von Bedeutung ist. Die Anwendung sollte in Absprache mit dem behandelnden Gynäkologen erfolgen.

Fazit

Rosenöl ist eines der vielseitigsten und am besten erforschten ätherischen Öle. Mit über 300 bioaktiven Inhaltsstoffen wirkt es nachweislich auf Haut, Haare, Psyche und allgemeines Wohlbefinden. Ob in der Aromatherapie, als Gesichtspflege oder als Massageöl – die Einsatzmöglichkeiten sind breit gefächert. Entscheidend für die Wirksamkeit ist die Qualität des Öls: Achten Sie auf naturreines, zertifiziertes Rosenöl aus renommierten Anbaugebieten. Trotz des hohen Preises lohnt sich die Investition – denn wenige Tropfen genügen bereits, um den vollen Nutzen dieses kostbaren Naturprodukts zu entfalten.

Quellenverzeichnis

  1. Boskabady, M. H., Shafei, M. N., Saberi, Z., & Amini, S. (2011). Pharmacological Effects of Rosa Damascena. Iranian Journal of Basic Medical Sciences, 14(4), 295–307. PMC3586833
  2. Wikipedia-Autoren (2024). Rosenöl. Wikipedia – Die freie Enzyklopädie. Abgerufen von https://de.wikipedia.org/wiki/Rosenöl
  3. Ghavam, M., et al. (2021). Variability in chemical composition and antimicrobial activity of essential oil of Rosa × damascena from mountainous regions of Iran. Chemical and Biological Technologies in Agriculture, 8(22). doi:10.1186/s40538-021-00219-6
  4. Guilhon, C. C., et al. (2016). Chemical composition of essential oil from Rosa damascena Mill., growing in a new region of Bulgaria. Ukrainian Food Journal, 5(3), 492–498.
  5. Verma, R., Padalia, R., Chauhan, A., et al. (2011). Volatile constituents of essential oil and rose water of Damask rose (Rosa damascena Mill.) cultivars from North Indian hills. Natural Products Research, 25(17), 1577–1584. doi:10.1080/14786419.2010.497564
  6. Nasiri, M., et al. (2021). Rosa Damascena Mill for treating adults' anxiety, depression, and stress: A systematic review and dose-response meta-analysis of randomized controlled trials. Complementary Therapies in Medicine, 60, 102746. doi:10.1016/j.ctim.2021.102746
  7. Bikmoradi, A., Roshanaei, G., Moradkhani, S., & Fatahi, A. (2022). Impact of inhalation aromatherapy with Damask Rose on stress, anxiety and hemodynamic parameters. Journal of Complementary and Integrative Medicine, 19(3), 753–761. doi:10.1515/jcim-2020-0415
  8. Zu, Y., Yu, H., Liang, L., et al. (2010). Activities of ten essential oils towards Propionibacterium acnes and PC-3, A-549 and MCF-7 cancer cells. Molecules, 15(5), 3200–3210. doi:10.3390/molecules15053200
  9. Ghorbani Rami, M. S., Nasiri, M., et al. (2021). Effect of Rosa damascena on improvement of adults' sleep quality: a systematic review and meta-analysis. Sleep Medicine, 87, 8–19. doi:10.1016/j.sleep.2021.07.017
  10. Najafi, Z., et al. (2020). Effect of Rosa damascene aromatherapy on anxiety and sleep quality in cardiac patients: A randomized controlled trial. Complementary Therapies in Clinical Practice, 42, 101299. doi:10.1016/j.ctcp.2020.101299
  11. Hamdamian, S., Nazarpour, S., Simbar, M., et al. (2018). Effects of aromatherapy with Rosa damascena on nulliparous women's pain and anxiety of labor during first stage of labor. Journal of Integrative Medicine, 16(2), 120–125. doi:10.1016/j.joim.2018.02.005
  12. Nayebi, N., Khalili, N., Kamalinejad, M., & Emtiazy, M. (2017). A systematic review of the efficacy and safety of Rosa damascena Mill. with an overview on its phytopharmacological properties. Complementary Therapies in Medicine, 34, 129–140. doi:10.1016/j.ctim.2017.08.014