Arganöl zählt zu den wertvollsten und teuersten Speiseölen der Welt. Es wird aus den Samenkernen des Arganbaums (Argania spinosa) gewonnen, der ausschließlich im Südwesten Marokkos beheimatet ist.[1] Das Öl überzeugt durch ein sanftes, nussiges Aroma und wird sowohl in der Küche als auch in der Haut- und Haarpflege geschätzt. In Europa hat sich Arganöl vor allem im Beauty- und Wellnessbereich als natürliches Pflegemittel etabliert. Die traditionelle Herstellung ist äußerst aufwendig und sichert die Existenz vieler marokkanischer Familien. Bereits 1998 erklärte die UNESCO das Gebiet rund um den Arganwald zum Biosphärenreservat, um die einzigartige Kulturlandschaft und die jahrhundertealte Tradition der Arganöl-Gewinnung langfristig zu schützen.[2]
Die Gewinnung von Arganöl
Bei der traditionellen Gewinnung von Arganöl kommt es auf die sorgfältige Auswahl und Verarbeitung der Arganfrüchte an. Die Früchte, die im Sommer auf natürliche Weise von den dornigen Arganbäumen fallen, werden von den Bauern aufgelesen und sortiert. Diese Arbeit ist nur per Hand möglich und beschäftigt jedes Jahr zahlreiche Arbeiterinnen und Arbeiter in den Kooperativen der Region Essaouira, Agadir und Taroudant.[1]
In Naturtaschen werden die gesammelten Beeren über die felsige Landschaft zur Weiterverarbeitung in die Dörfer getragen. Dort verarbeiten überwiegend Frauen in reiner Handarbeit die Früchte weiter: Fruchtreste werden penibel entfernt, bis nur noch der harte Kern übrig bleibt. In dessen Inneren befindet sich der flache, ovale Samen – das sogenannte Samenplättchen. Unter Zuhilfenahme von Natursteinen wird der Kern aufgeklopft, um an die wertvollen Samenplättchen zu gelangen. Alles, was nicht für die Ölherstellung benötigt wird, dient als Tierfutter oder Brennmaterial.
Je nach gewünschter Geschmacksrichtung können die Kerne vor dem Mahlen geröstet oder naturbelassen weiterverarbeitet werden. Geröstetes Arganöl besitzt ein intensiveres, kräftigeres Nussaroma, während ungeröstetes Öl milder schmeckt und bevorzugt in der Kosmetik zum Einsatz kommt.[3] Durch ein einfaches Steinmühlen- oder Blechmühlensystem mahlen die Arbeiterinnen die Samenplättchen. Anschließend wird Wasser hinzugegeben und der entstehende Brei ausdauernd gerührt und geknetet, bis sich das kostbare Öl absetzt. Für einen einzigen Liter reines Arganöl werden rund 30 Kilogramm Arganfrüchte und etwa zwei Tage Handarbeit benötigt – ein Grund für den hohen Preis dieses Naturprodukts.
Industrialisierung der Arganöl-Produktion
Neben der traditionellen Methode hat sich auch die maschinelle Gewinnung von Arganöl etabliert. Mit Hilfe leistungsstarker Pressen lässt sich das Öl schneller und in größeren Mengen herstellen, wobei die Kaltpressung als schonendste industrielle Methode gilt.[3] Der steigende internationale Bedarf lockt Investoren in die marokkanischen Anbaugebiete. Um die Existenz der lokalen Bevölkerung zu sichern, bestehen zahlreiche kooperative Vereinbarungen zwischen Herstellern und ansässigen Bauern. Insbesondere Frauenkooperativen spielen eine zentrale Rolle: Sie ermöglichen den Frauen ein eigenes Einkommen und tragen maßgeblich zum Erhalt der traditionellen Herstellungsmethoden bei.[4]
Arganöl Inhaltsstoffe
Arganöl zeichnet sich durch eine besonders reichhaltige Zusammensetzung an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen aus. Es besteht zu etwa 80 % aus ungesättigten und zu rund 19 % aus gesättigten Fettsäuren.[3] Die dominierenden Fettsäuren sind Ölsäure (43–49 %) und Linolsäure (29–37 %), ergänzt durch geringe Anteile an Palmitinsäure und Stearinsäure.[5]
Besonders wertvoll macht das Arganöl sein hoher Gehalt an Tocopherolen (Vitamin E). Der Gesamttocopherolgehalt liegt zwischen 60 und 90 mg pro 100 g Öl, wobei γ-Tocopherol mit 81–92 % den Hauptanteil bildet.[3] Vitamin E ist als starkes Antioxidans bekannt: Es fängt freie Radikale ab und schützt die Zellen vor oxidativem Stress.[5]
Eine Besonderheit des Arganöls ist sein einzigartiges Phytosterol-Profil. Anders als die meisten Pflanzenöle enthält Arganöl vor allem die seltenen Sterole Schottenol (44–49 %) und Spinasterol (34–44 %) statt des verbreiteten β-Sitosterols.[3] Der Phytosterolgehalt kann bis zu 220 mg pro 100 g betragen.[3] Diese Phytosterole hemmen nachweislich die Cholesterinabsorption im Darm und können so zu einem gesünderen Lipidprofil beitragen.[6] Darüber hinaus enthält Arganöl Polyphenole wie Ferulasäure, Squalen sowie Carotinoide, die alle zur antioxidativen Gesamtwirkung des Öls beitragen.[5]
Arganöl Kalorien und Nährwerttabelle
| Arganöl | |
|---|---|
![]() | |
| 100 g Arganöl enthält durchschnittlich: | |
| Nährstoff | Menge |
| Kalorien | 900 kcal (3.700 kJ) |
| Fettgehalt | 100 g |
| Gesättigte Fettsäuren | 19 g |
| Ungesättigte Fettsäuren | 81 g |
| Einfach ungesättigte Fettsäuren (Ölsäure) | 47 g |
| Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Linolsäure) | 34 g |
| Cholesterin | 0 mg |
| Natrium | 0 mg |
| Kohlenhydrate | 0 g |
| Ballaststoffe | 0 g |
| Zucker | 0 g |
| Protein | 0 g |
| Vitamin E (Tocopherole) | 60–90 mg |
| Phytosterole | bis 220 mg |
| Rauchpunkt | ab 220 °C (raffiniert) / ab 180 °C (nativ) |
Arganöl Wirkung – Nutzen für Gesundheit und Körper
Arganöl bietet ein breites Spektrum an gesundheitsfördernden Wirkungen, die sowohl innerlich als auch äußerlich zum Tragen kommen. Die bioaktiven Inhaltsstoffe – insbesondere Tocopherole, Phytosterole, Polyphenole und ungesättigte Fettsäuren – wirken synergistisch und verleihen dem Öl antioxidative, entzündungshemmende und zellschützende Eigenschaften.[5]
Wissenschaftliche Studien belegen, dass der regelmäßige Verzehr von Arganöl das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken kann. In einer klinischen Studie senkten Probanden, die täglich 15 ml Arganöl zu sich nahmen, ihre LDL-Cholesterinwerte innerhalb von drei Wochen signifikant, während gleichzeitig das schützende HDL-Cholesterin anstieg.[6] Auch antithrombotische und blutdruckregulierende Effekte wurden in Untersuchungen beobachtet.[7]
Darüber hinaus deuten erste Studien auf krebspräventive Eigenschaften hin, die auf die antiproliferative Wirkung der enthaltenen Phytosterole und Polyphenole zurückgeführt werden.[8] Auch positive Effekte auf die Darmgesundheit sind dokumentiert: Die präbiotischen Eigenschaften des Arganöls können zur Bildung eines ausgewogenen Darmmikrobioms beitragen und entzündliche Prozesse im Darm lindern.[2] Viele dieser Erkenntnisse stammen allerdings aus Tier- und In-vitro-Studien; größere klinische Humanstudien sind notwendig, um die Wirkungen vollständig zu bestätigen.[5]
Vielfältige Anwendungsgebiete von Arganöl
Die Anwendungsgebiete von Arganöl sind vielfältig und reichen von der Küche über die Hautpflege bis hin zur Haarkosmetik. Die besondere Zusammensetzung des Öls macht es zu einem geschätzten Allrounder in unterschiedlichsten Bereichen.
Arganöl für die Haare
Strapaziertes und brüchiges Haar braucht Pflege und Feuchtigkeit. Durch Föhnen, Glätten und UV-Strahlung verlieren Haare an Elastizität und Geschmeidigkeit. Arganöl zieht tief in die Haarstruktur ein und spendet langanhaltende Feuchtigkeit, ohne das Haar zu beschweren oder einen fettigen Film zu hinterlassen. Studien zeigen, dass Pflanzenöle mit einem ähnlichen Fettsäureprofil wie Arganöl Spliss und Haarschäden reduzieren können.[9]
Auch für die Kopfhaut ist Arganöl eine Wohltat: Die enthaltene Linolsäure unterstützt die Hautbarriere und kann Schuppenbildung entgegenwirken. Die durchblutungsfördernden Eigenschaften stimulieren zudem die Haarfollikel, was einem gesunden Haarwachstum zugutekommt. Bei beginnendem Haarausfall setzen viele Betroffene auf Arganöl als natürliche Unterstützung. Die Anwendung ist einfach: Das Öl kann als Haarkur vor dem Waschen einmassiert, als Leave-in-Pflege in die Spitzen gegeben oder dem Shampoo beigemischt werden.
Arganöl für die Haut
Arganöl gehört zu den am häufigsten verwendeten Pflanzenölen in der Hautpflege. Eine klinische Studie an 60 postmenopausalen Frauen zeigte, dass sowohl die tägliche Einnahme als auch die äußerliche Anwendung von Arganöl die Hautelastizität signifikant verbessern konnte.[10] Die gleiche Forschergruppe wies in einer weiteren Untersuchung nach, dass Arganöl den transepidermalen Wasserverlust reduziert und den Feuchtigkeitsgehalt der Haut erhöht.[11]
Die in Arganöl enthaltene Linolsäure ist ein wichtiger Bestandteil von Ceramid-1-Linoleat – einem Baustein der Hautbarriere, der bei trockener Haut häufig vermindert ist. Die äußerliche Anwendung kann den Ceramidgehalt der Haut erhöhen und so Trockenheit lindern.[12] Arganöl wird traditionell zur Behandlung von Schwangerschaftsstreifen, Dehnungsstreifen und Narben eingesetzt. Bei Hautproblemen wie Schuppenflechte, Neurodermitis oder Akne kann es die Symptome lindern und die Hautregeneration unterstützen. Da es als nicht komedogen gilt, verstopft es die Poren in der Regel nicht.
Arganöl für das Gesicht
Arganöl eignet sich aufgrund seiner ausgleichenden Eigenschaften hervorragend für die Gesichtspflege. Es kann sowohl bei fettiger als auch bei trockener Haut eingesetzt werden. Diese regulierende Wirkung macht es besonders wertvoll für die Gesichtshaut, auf der häufig unterschiedliche Hautzustände auf kleinem Raum nebeneinander existieren.
Auf die Gesichtshaut aufgetragen, steigert Arganöl die Durchblutung und verbessert den Teint. Feine Linien und Fältchen können durch die verbesserte Hautelastizität gemildert werden.[10] Besonders trockene Hautpartien werden mit Feuchtigkeit versorgt und regeneriert. Für die tägliche Anwendung genügen bereits wenige Tropfen, die auf die leicht feuchte Haut aufgetragen und sanft einmassiert werden. Arganöl kann dabei pur verwendet oder mit der gewohnten Tagescreme gemischt werden.
Arganöl in der Kosmetik
Die Palette an Arganöl-Produkten hat sich in den letzten Jahren enorm vergrößert. Von Luxus-Kosmetikmarken bis hin zu Naturkosmetiklinien – immer mehr Hersteller setzen auf die pflegenden Eigenschaften des marokkanischen Öls. In renommierten Kur- und Wellnesshäusern ist Arganöl ein fester Bestandteil des Behandlungsangebots.
Schon die Berber nutzten das kostbare Öl traditionell zur Pflege von Haut und Haar.[4] Von besonderem Interesse für die moderne Kosmetikindustrie ist die Anti-Aging-Wirkung: Die Kombination aus antioxidativem Vitamin E, hautstärkenden Phytosterolen und feuchtigkeitsspendenden Fettsäuren macht Arganöl zu einem natürlichen Wirkstoff gegen vorzeitige Hautalterung. So findet sich Arganöl mittlerweile in Seren, Cremes, Haarpflegeprodukten, Masken und Sonnenschutzprodukten in allen Preissegmenten wieder.
Arganöl für die Wimpern
Arganöl wird gerne zur natürlichen Pflege von Wimpern und Augenbrauen verwendet. Als reines Bio-Produkt bieten verschiedene Hersteller kleine Fläschchen mit Applikator an, die eine gezielte Anwendung ermöglichen. Der Vorteil bei der Pflege mit Arganöl ist die gute Verträglichkeit: Selbst Menschen mit empfindlicher Haut, Neurodermitis oder Allergien können es in der Regel problemlos anwenden.
Arganöl stärkt die Elastizität der Wimpernhärchen und kann bei regelmäßiger Anwendung dazu beitragen, dass diese dichter und kräftiger wirken. Auch zum sanften Entfernen von wasserfestem Make-up rund um die empfindliche Augenpartie lässt sich das Öl einsetzen. Dazu einfach wenige Tropfen auf ein Wattepad geben und vorsichtig über die Augenpartie streichen.
Arganöl gegen Pickel
Dank seiner antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften kann Arganöl bei Hautunreinheiten und Pickeln unterstützend wirken.[5] Das enthaltene Vitamin E und die Linolsäure helfen, Entzündungen zu reduzieren und die Hautregeneration zu fördern. Anders als viele aggressive Anti-Pickel-Produkte trocknet Arganöl die Haut nicht aus und kann auch auf bereits gereizten Hautstellen aufgetragen werden.
Arganöl lässt sich sowohl äußerlich direkt auf betroffene Hautstellen auftragen als auch innerlich einnehmen. Für die innerliche Anwendung werden üblicherweise ein bis zwei Teelöffel täglich empfohlen. Da die Ursachen von Pickeln und Akne vielfältig sind (hormonell, bakteriell, ernährungsbedingt), wirkt Arganöl bei manchen Betroffenen besser als bei anderen. Eine regelmäßige Anwendung als Teil der täglichen Hautpflegeroutine kann jedoch vorbeugend wirken und das Hautbild langfristig verbessern.
Arganöl in der Küche
In der marokkanischen Küche ist Arganöl ein unverzichtbarer Bestandteil. Geröstetes Arganöl verleiht Salaten, Couscous-Gerichten und Dips wie Amlou – einer traditionellen Paste aus Arganöl, Mandeln und Honig – seinen charakteristischen, nussig-intensiven Geschmack. In der europäischen Küche eignet sich das Öl hervorragend als Finish-Öl für Salate, Gemüsegerichte oder Fischspeisen.
Natives Arganöl sollte nicht zu stark erhitzt werden, um die wertvollen Fettsäuren und Vitamine zu bewahren. Der Rauchpunkt von nativem Arganöl liegt bei etwa 180 °C. Für schonendes Braten oder Backen kann es in kleinen Mengen verwendet werden; ideal ist es jedoch als Würzöl, das erst nach dem Kochen über das fertige Gericht geträufelt wird. So bleiben Geschmack und Nährstoffe optimal erhalten. Zur Aufbewahrung empfiehlt sich ein kühler, dunkler Ort; geöffnet hält sich Arganöl in der Regel sechs bis zwölf Monate.
Worauf beim Kauf von Arganöl achten?
Nicht jedes Produkt, das als Arganöl vermarktet wird, enthält tatsächlich hochwertiges, reines Öl. Beim Kauf sollte auf folgende Qualitätsmerkmale geachtet werden:
Ein gutes Arganöl erkennt man an seinem vollen, nussigen Aroma und mildem Geruch. Hochwertiges Arganöl findet sich in gut sortierten Feinkostläden, Reformhäusern, Bioläden und Apotheken. Namhafte Hersteller von Ölen und Spezialitäten bieten ebenfalls geprüfte Arganöle an.
Ein wichtiger Indikator ist der Preis: Echtes, reines Arganöl ist ein Luxusgut. Liegt der Preis verdächtig niedrig (beispielsweise 250 ml unter 20 Euro), handelt es sich häufig um ein Mischprodukt, bei dem günstigeres Sonnenblumenöl oder anderes Pflanzenöl beigemischt wurde. Die Verfälschung lässt sich im Labor unter anderem anhand des Fettsäure- und Sterolprofils nachweisen.[3]
Bei der Qualität wird grundsätzlich zwischen zwei Varianten unterschieden:
Natives Arganöl aus gerösteten Kernen: Intensiveres, nussiges Aroma. Wird bevorzugt zum Verzehr in der Küche verwendet.
Arganöl aus ungerösteten (natürlichen) Kernen: Milderer Geschmack. Empfiehlt sich besonders für die kosmetische Anwendung und als Hautpflegeöl.
Beim Kauf eines Bio-Produkts sollte gezielt auf ein zertifiziertes Bio-Siegel (z. B. EU-Bio-Siegel, Ecocert) geachtet werden. Manche Hersteller verwenden zweideutige Slogans, die den Eindruck eines Bio-Produkts erwecken, ohne dass eine tatsächliche Zertifizierung vorliegt.
Arganöl Verkaufsformen
Bio Arganöl
Arganöl in Bioqualität garantiert den Verzicht auf chemische Zusatzstoffe und Pestizide. Zudem wird bei zertifizierten Bioprodukten auf ökologische und nachhaltige Anbaumethoden geachtet. Die Zertifizierung erfolgt durch unabhängige Prüfstellen wie Ecocert, die eine strenge Kontrolle nach europäischen Standards gewährleisten. Wer sichergehen möchte, ein reines, unverfälschtes Produkt zu erhalten, sollte gezielt nach dem Bio-Siegel Ausschau halten.
Arganöl Shampoo
Arganöl wirkt reinigend und pflegend zugleich und eignet sich daher als Bestandteil von Shampoos. Es befreit das Haar von Schmutz, Talg und Stylingrückständen, während es gleichzeitig die Haarstruktur stärkt, den Glanz verbessert und das Volumen erhöht. Besonders feines Haar kann durch die regelmäßige Nutzung aufleben, da die nährenden Fettsäuren und Vitamin E die Haarfollikel mit Nährstoffen versorgen. Zahlreiche Naturkosmetikmarken vertreiben entsprechende Shampoos auf Arganölbasis. Wie alle Arganöl-Produkte sind auch die Shampoos in der Regel besonders mild und somit auch für empfindliche Kopfhaut geeignet.
Arganöl Creme
Naturkosmetik-Cremes mit Arganöl wirken nachweislich durchblutungsfördernd und vitalisierend auf die Haut.[10] Bei der Wahl der richtigen Creme sollte auf einen hohen Arganölanteil geachtet werden. Die enthaltenen Phytosterole und Tocopherole schützen die Haut vor UV-bedingten Alterungsprozessen und stimulieren die Regeneration. Auch empfindliche Bereiche wie die Augenpartie lassen sich mit Arganöl-Cremes pflegen. Für Allergikerinnen und Personen mit Problemhaut bieten Arganöl-basierte Produkte eine schonende Alternative, da die natürliche, antioxidative Wirkung das hauteigene Immunsystem unterstützt und Irritationen reduzieren kann.
Arganöl Kapseln
Die Einnahme von Arganöl-Kapseln ist eine bequeme Alternative für alle, die von den gesundheitsfördernden Wirkungen des Öls profitieren möchten, aber den Geschmack nicht mögen oder eine exakte Dosierung bevorzugen. Die Kapseln lassen sich flexibel in den Alltag integrieren und sind in Apotheken sowie im Onlinehandel erhältlich. Auch vegetarische und vegane Varianten, die auf tierische Geliermittel verzichten, werden angeboten.
Arganöl Seife
Arganöl-Seife ist besonders bei empfindlicher und trockener Haut eine sanfte Alternative zu herkömmlichen Reinigungsprodukten. Die im Arganöl enthaltene Linolsäure schützt die Hautbarriere vor schädlichen Umwelteinflüssen und unterstützt den natürlichen Eigenschutz der Haut.[12] Da Arganöl pH-neutral ist, reinigt die Seife auch sensible Haut schonend von Schmutz und Bakterien. Arganöl-Seife wird von vielen Dermatologen als milde Reinigungsoption empfohlen. Auch für die Babyhaut gilt sie als geeignet. Durch die entzündungshemmenden Eigenschaften lassen sich zudem gereizte und beanspruchte Hautpartien pflegen.
Arganöl Nebenwirkungen und Hinweise
Arganöl gilt grundsätzlich als sehr gut verträglich und weist bei bestimmungsgemäßer Anwendung keine bekannten schwerwiegenden Nebenwirkungen auf. Dennoch gibt es einige Punkte, die beachtet werden sollten:
Allergien: In seltenen Fällen können allergische Reaktionen auftreten, insbesondere bei Personen mit einer bekannten Nussallergie. Es wird empfohlen, vor der ersten Anwendung einen kleinen Hauttest durchzuführen. Vereinzelt wurden in der Fachliteratur anaphylaktische Reaktionen auf Arganöl beschrieben.[13]
Hautverträglichkeit: Obwohl Arganöl als nicht komedogen gilt, kann es bei einzelnen Personen, insbesondere bei stark öliger Haut, zu verstopften Poren oder vermehrten Unreinheiten kommen. In solchen Fällen sollte die Anwendung reduziert oder das Produkt gewechselt werden.
Schwangerschaft und Stillzeit: Die äußerliche Anwendung von reinem Arganöl gilt in der Schwangerschaft als unbedenklich und wird sogar häufig zur Vorbeugung von Schwangerschaftsstreifen empfohlen. Vor einer regelmäßigen innerlichen Einnahme in größeren Mengen sollte jedoch ärztlicher Rat eingeholt werden.
Qualität und Lagerung: Ranziges oder überaltertes Arganöl kann die Haut reizen. Das Öl sollte kühl und dunkel gelagert und nach dem Öffnen innerhalb von sechs bis zwölf Monaten verbraucht werden.
Quellenverzeichnis
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- Tabarki, S., El Kadiri Boutchich, G., Hammouch, H. et al. (2024). The Importance of Argan Oil in Medicine and Cosmetology. Nutrients, 16(20), 3573. doi:10.3390/nu16203573
- Gharby, S. (2022). Argan Oil: Chemical Composition, Extraction Process, and Quality Control. Frontiers in Nutrition, 8, 804587. doi:10.3389/fnut.2021.804587
- Charrouf, Z. & Guillaume, D. (2008). Argan oil: Occurrence, composition and impact on human health. European Journal of Lipid Science and Technology, 110(7), 632–636. doi:10.1002/ejlt.200700220
- El Fadili, M., Agour, A., El Abdali, Y. et al. (2025). Argan Oil: A Natural Bioactive Lipid Modulating Oxidative Stress and Inflammation. Antioxidants, 14(5), 590. doi:10.3390/antiox14050590
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- Berrougui, H., Ettaib, A., Herrera Gonzalez, M. D. et al. (2003). Hypolipidemic and hypocholesterolemic effect of argan oil in Meriones shawi rats. Journal of Ethnopharmacology, 89(1), 15–18. doi:10.1016/s0378-8741(03)00176-4
- Ait Lhaj, Z., Brah, Y., Benkhalti, F. et al. (2025). Unveiling the health benefits of argan oil: Bioactive molecules and phytochemical insights for food applications. Journal of Food Composition and Analysis. doi:10.1016/j.jfca.2025.107405
- Gavazzoni Dias, M. F. R. (2015). Hair Cosmetics: An Overview. International Journal of Trichology, 7(1), 2–15. doi:10.4103/0974-7753.153450
- Boucetta, K. Q., Charrouf, Z., Aguenaou, H., Derouiche, A., Bensouda, Y. (2015). The effect of dietary and/or cosmetic argan oil on postmenopausal skin elasticity. Clinical Interventions in Aging, 10, 339–349. doi:10.2147/CIA.S71684
- Boucetta, K. Q., Charrouf, Z., Aguenaou, H., Derouiche, A., Bensouda, Y. (2013). Does Argan oil have a moisturizing effect on the skin of postmenopausal women? Skin Research and Technology, 19(3), 356–357. doi:10.1111/srt.12053
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