Manukaöl

Zuletzt aktualisiert: 12.02.26

Der neuseeländische Manuka-Strauch ist durch den Honig, der aus seinen Blüten gewonnen wird, weltweit bekannt. Dieser Manuka-Honig überzeugt nicht nur durch seinen Geschmack, sondern vor allem durch seine außergewöhnlichen Heilkräfte, durch die er auch in medizinischen und kosmetischen Mitteln zum Einsatz kommt. Noch viel konzentrierter sind die heilenden Wirkstoffe im ätherischen Öl, das aus den Zweigen und Blättern der Manuka-Pflanze (Leptospermum scoparium) gewonnen wird. Dieses Manukaöl verfügt über eine ausgesprochen starke antibakterielle, antifungale, antimikrobielle und entzündungshemmende Wirkung.[1] Es wird gerne mit Teebaumöl verglichen, da es eine ähnliche Wirkung hat, aber deutlich sanfter zur Haut und gleichzeitig bis zu 40-mal stärker gegen bestimmte Erreger wirkt.[2]
Manukaöl – ätherisches Öl aus der neuseeländischen Südseemyrte (Leptospermum scoparium)

Gewinnung von Manukaöl

Das hochkonzentrierte Manukaöl wird aus den Blättern und Zweigen der Südseemyrte gewonnen, die auch als Neuseeländischer Teebaum oder eben Manuka bekannt ist. Ihr botanischer Name lautet Leptospermum scoparium und sie gehört zur Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae).[1] Per Wasserdampfdestillation werden die wertvollen Inhaltsstoffe aus den Strauchabschnitten extrahiert und ein reines ätherisches Öl entsteht. Bei diesem schonenden Verfahren wird Wasserdampf durch das Pflanzenmaterial geleitet, der die flüchtigen Verbindungen löst und anschließend kondensiert.

Für einen Liter Manukaöl werden etwa 150 bis 300 kg Pflanzenmaterial vom Manuka-Strauch benötigt, der nur in Neuseeland und im Südosten Australiens natürlich vorkommt. Der anspruchslose Strauch wächst dort wild an Flussufern, Waldrändern und offenen Hängen und kann eine Höhe von bis zu vier bis fünf Metern erreichen. Für hochwertige Öle werden nur Pflanzenteile aus Wildsammlung oder kontrolliert biologischem Anbau verwendet, um die Reinheit des Öls zu gewährleisten und zu verhindern, dass Pestizide oder andere schädliche Pflanzenschutzmittel ins Öl gelangen. Die Farbe von reinem Manukaöl ist hellgelb bis gelbbraun, und es besitzt einen charakteristisch warm-würzigen, leicht honigartigen Geruch.

Manukaöl Inhaltsstoffe

Obwohl der Manuka-Strauch eng mit dem australischen Teebaum verwandt ist, unterscheiden sich Manukaöl und Teebaumöl in ihren Inhaltsstoffen deutlich voneinander. Manukaöl enthält mehr als 100 aktive Verbindungen in einer einzigartigen Kombination, wobei die wertvollen Wirkstoffe in höherer Konzentration vorliegen als in vergleichbaren ätherischen Ölen.[2]

Reines Manukaöl besteht zu etwa 65 bis 68 % aus Sesquiterpenen, auch Cadinenen genannt.[3] Diese Kohlenwasserstoffverbindungen sind in der Natur vor allem in den Harzen verschiedener Bäume zu finden und haben eine beruhigende Wirkung auf die Haut. Sie lindern Rötungen, Juckreiz und Entzündungsreaktionen, zudem beschleunigen sie die Wundheilung und regen die Regeneration von Haut und Schleimhaut an. Sesquiterpene wirken im Körper steuernd auf die ausgeschütteten Histamine, die für allergische Reaktionen und Juckreiz verantwortlich sind.

Weitere etwa 25 % des Manukaöls machen die Triketone Flaveson, Isoleptospermon und Leptospermon aus.[3] Diese Kombination von β-Triketonen ist einzigartig und kommt nur in Manuka vor – sie kann bislang auch nicht synthetisch hergestellt werden. Die Ketonkörper mit drei Carbonylgruppen besitzen eine ausgezeichnete antibakterielle und antifungale Wirkung.[4] Insbesondere das Leptospermon bekämpft Bakterien und Pilze mit einer vielfach erhöhten Wirksamkeit im Vergleich zu herkömmlichem Teebaumöl, ist dabei aber besonders sanft und gut hautverträglich. Neben der antimikrobiellen Wirkung regen die Triketone auch die Regeneration von Haut und Schleimhaut an und fördern die Wundheilung.

Mit einer Konzentration von ungefähr 5 bis 6 % machen die Sesquiterpenole einen etwas kleineren, aber keineswegs zu vernachlässigenden Anteil am Manukaöl aus. Diese Stoffe wirken auf die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) und den Hypothalamus, der die vegetativen und endokrinen Vorgänge im Körper reguliert. Über die Hypophyse wird so der Hormonhaushalt stabilisiert und die verschiedenen Transmitterstoffe werden reguliert. Die Lymphgefäße werden gestärkt, das Immunsystem aufgebaut und das Bindegewebe gekräftigt.

Monoterpene, die zu etwa 3 % enthalten sind, regen die Produktion von entzündungshemmenden Stoffen an.[3] Zu den Monoterpenen gehört auch Cineol (1,8-Cineol), das für seine antibakteriellen, antiviralen und entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt ist und deshalb gerne bei Erkältungen und Atemwegserkrankungen eingesetzt wird. In Manukaöl sind nur Spuren (weniger als 0,2 %) von Cineol nachweisbar, wodurch es deutlich besser hautverträglich ist als andere Teebaumöle, die meist einen Cineol-Anteil von etwa 2 bis 7 % aufweisen. Der leicht scharfe, frische Geruch, der dem Manukaöl anhaftet und die Atemwege frei macht, wird unter anderem durch das Cineol verursacht.

Wirkung von Manukaöl

Das Manukaöl ist durch die einzigartige Zusammensetzung seiner Wirkstoffe äußerst vielseitig einsetzbar. Die wissenschaftlich nachgewiesene Manukaöl Wirkung umfasst folgende Bereiche:

Es wirkt sehr effektiv gegen verschiedenste Mikroorganismen wie Bakterien, Viren und Pilze – und das bereits in sehr geringen Konzentrationen.[5] Es regeneriert die Haut, regt die Wundheilung an und unterstützt den Aufbau der Schleimhäute. Es hilft bei Entspannung und Stressabbau, da es einerseits Muskelverspannungen löst und andererseits den Hormonhaushalt reguliert.[6] Durch seine entzündungshemmende Wirkung eignet es sich ausgezeichnet bei allergischen Hautreaktionen, entzündlichen Hauterkrankungen und Insektenstichen. Darüber hinaus wirkt es antioxidativ und kann UV-bedingte Hautschäden lindern.[7]

Im Vergleich zu anderen ätherischen Ölen zeichnet sich Manukaöl durch seine besondere Hautverträglichkeit aus. Es ist eines der wenigen ätherischen Öle, das punktuell unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden kann – allerdings sollte zuvor immer ein Hauttest durchgeführt werden.

Anwendungsgebiete von Manukaöl

Durch seine besondere Wirkstoffkombination und die besonders gute Hautverträglichkeit eignet sich das Manukaöl für eine Vielzahl von Anwendungen. Es hilft beim Stressabbau, bei der Behandlung von Allergien, entzündlichen Hautreaktionen, verschiedenen Pilzerkrankungen und sogar Herpes und Warzen. Trotz seiner hohen Wirksamkeit ist Manukaöl so sanft, dass es – im Gegensatz zu den meisten anderen ätherischen Ölen – punktuell unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden kann.

Manukaöl gegen Fuß- und Nagelpilz

Bei Fuß- oder Nagelpilz kann das Manukaöl seine hohe antifungale Wirksamkeit unter Beweis stellen.[4] Die hochkonzentrierten Wirkstoffe, insbesondere die Triketone, bekämpfen den Pilzbefall sanft aber effektiv und bieten gerade bei beginnenden oder leichten Pilzerkrankungen hohe Erfolgsaussichten. Bereits wenige Milliliter genügen, um langfristige Resultate zu erzielen.

Um Fußpilz oder Nagelpilz zu bekämpfen, geben Sie einmal täglich etwa 2 bis 3 Tropfen Manukaöl mit einem Wattestäbchen auf die betroffenen Stellen oder verwenden Sie ein beträufeltes Pflaster als Umschlag. Achten Sie streng auf Hygiene und vermeiden Sie direkten Hautkontakt mit den befallenen Stellen, um eine weitere Verbreitung der Erkrankung zu vermeiden. Das Manukaöl dringt bei dieser Behandlung auch in die tieferen Nagel- und Hautschichten ein und bekämpft den Pilz langfristig. Da auch bei längerer Anwendung bisher keine Resistenzen der Erreger gegen Manukaöl nachgewiesen werden konnten, eignet es sich besonders für eine Langzeitbehandlung.[1] Sollte sich dennoch nach einigen Wochen keine Besserung einstellen, suchen Sie bitte einen Arzt auf.

Manukaöl bei Herpes

Herpes lässt sich oft nur schwer behandeln, da das Virus nach einer einmaligen Infektion ein Leben lang im Körper bleibt und immer wieder ausbrechen kann. Die Bläschen, die sich in Folge bilden, sind schmerzhaft und unangenehm. Doch gerade hier zeigt Manukaöl eine bemerkenswerte Wirkung: In einer Studie der Universität Heidelberg (2005) wurde die antivirale Wirkung von Manukaöl gegen Herpes Simplex Virus Typ 1 (HSV-1) und Typ 2 (HSV-2) in Zellkulturen untersucht. Die Ergebnisse waren beeindruckend – bei nicht-zytotoxischen Konzentrationen wurde die Plaquebildung um 99,5 % (HSV-1) bzw. 98,9 % (HSV-2) reduziert.[5]

Den Triketonen Leptospermon und Flaveson wurde in dieser Studie eine ähnlich starke Wirkung wie dem häufig verwendeten Anti-Herpes-Wirkstoff Aciclovir nachgewiesen. In seiner natürlichen Zusammensetzung wirkt das Manukaöl sogar noch stärker als die isolierten Einzelwirkstoffe – die antiviralen Eigenschaften der einzelnen Stoffe verstärken sich durch die Kombination.[5] Die Viren werden durch das Manukaöl in ihrer Aktivität gehemmt, was vermutlich auf eine Veränderung der Virushülle zurückzuführen ist, durch die ein Eindringen in die Wirtszelle verhindert wird.

Diese Wirkweise bedeutet, dass das Manukaöl seine höchste Wirksamkeit bereits vor dem Eindringen des Virus in die Zellen entfaltet. Deshalb sollte Manukaöl gegen Herpes schon bei den ersten Anzeichen eines Ausbruchs angewendet werden, um die Entstehung der schmerzhaften Bläschen zu vermeiden. Tragen Sie das Öl im akuten Fall mehrmals täglich unverdünnt auf die betroffene Stelle auf. Verwenden Sie dazu entweder einige Tropfen reines Manukaöl oder einen Lippenpflegestift, der Manukaöl enthält.

Manukaöl in der Aromatherapie

Für eine entspannende Aromatherapie, die den Kreislauf anregt, Muskelverspannungen löst und beruhigend wirkt, geben Sie einfach 3 bis 5 Tropfen Manukaöl, mit Wasser verdünnt, in die Schale einer Duftlampe oder eines Diffusors. Bei der Verdampfung werden die ätherischen Öle freigesetzt und können durch Inhalieren im Körper ihre positive Wirkung entfalten. Die spasmolytische, also muskelentspannende, Wirkung von Manukaöl ist wissenschaftlich belegt.[6]

Für eine schnelle Anwendung unterwegs können Sie auch einfach 1 bis 2 Tropfen Manukaöl auf ein Taschentuch träufeln und inhalieren. Auch ein Vollbad mit 5 bis 10 Tropfen Manukaöl hat eine ausgesprochen entspannende Wirkung – geben Sie die Tropfen dabei in einen Emulgator wie etwas Milch, Sahne oder ein neutrales Badeöl, da sich ätherische Öle nicht direkt in Wasser lösen.

Gerade in der Aromatherapie ist es auch möglich, das Manukaöl mit weiteren ätherischen Ölen zu kombinieren, um zusätzliche Effekte zu erzielen. Es harmoniert zum Beispiel gut mit Lavendelöl, Bergamotteöl oder Sandelholzöl.

Manukaöl bei Warzen

Da auch Warzen durch einen Virus – den humanen Papillomavirus (HPV) – hervorgerufen werden, lassen sie sich gut mit Manukaöl behandeln. Geben Sie dazu einfach ein paar Tropfen des unverdünnten Öls auf die Warze und massieren Sie es mit einem Wattestäbchen etwas ein. Vermeiden Sie dabei direkten Hautkontakt mit den Fingern, um eine Verbreitung des Warzenbefalls zu verhindern. Das Öl dringt tief in die Haut ein, bekämpft die Warzen und schützt dank seiner antiviralen Wirkung auch vor weiteren Infektionen. Wiederholen Sie die Anwendung zwei- bis dreimal täglich über mehrere Wochen, bis die Warze vollständig zurückgegangen ist.

Manukaöl für die Haut

Das besonders sanfte Manukaöl gehört zu den wenigen ätherischen Ölen, die punktuell unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden können. Dank seiner zahlreichen Wirkstoffe können dabei unterschiedlichste Hautprobleme behandelt werden: Bei allergischen Reaktionen lindert es den Juckreiz, wirkt entzündungshemmend und beschleunigt die Wundheilung. Die Manukaöl Wirkung auf die Haut umfasst:

Auch bei Psoriasis (Schuppenflechte), Neurodermitis, Ekzemen und Ausschlägen hat es eine lindernde und heilende Wirkung. In der Alten- und Krankenpflege kann das Öl verwendet werden, um einen Dekubitus (Wundliegen) zu behandeln. Sonnenbrand verheilt schneller, wenn er mit Manukaöl behandelt wird – Forscher der Korea University Medical School konnten 2013 einen Anti-Aging- und hautschützenden Effekt belegen, da Manukaöl UV-bedingte Hautentzündungen und Faltenbildung deutlich reduzierte.[7] Auch Narben gehen schneller zurück, und dank der antimykotischen Eigenschaften können verschiedene Pilzerkrankungen der Haut behandelt werden.

Zur Wundversorgung kleinerer Verletzungen ist Manukaöl durch seine antiseptischen und wundheilenden Eigenschaften ebenfalls gut geeignet. Bei kleineren Anwendungsbereichen können Sie das Manukaöl einfach unverdünnt auf die betroffenen Hautpartien auftupfen, während es sich für eine großflächige Anwendung anbietet, einige Tropfen des ätherischen Öls in ein neutrales Trägeröl (etwa Jojobaöl oder Mandelöl) oder eine Creme oder Lotion zu mischen. Obwohl Manukaöl sehr gut hautverträglich ist, kann es in seltenen Fällen zu allergischen Reaktionen kommen. Testen Sie also zunächst an einer kleinen Stelle – vorzugsweise auf der Innenseite des Unterarms –, ob Sie das Öl vertragen.

Manukaöl gegen Akne und Pickel

Manukaöl gegen Akne und Pickel ist besonders wirksam, da es gleich mehrere der Ursachen von Hautunreinheiten angeht: Die antibakteriellen Triketone bekämpfen das Bakterium Cutibacterium acnes (ehemals Propionibacterium acnes), das maßgeblich an der Entstehung von Akne beteiligt ist.[8] Gleichzeitig wirkt das Öl entzündungshemmend und reduziert Rötungen und Schwellungen. Eine Studie konnte zeigen, dass Manukaöl bereits in einer Konzentration von 0,07 % das Wachstum aller getesteten Akne-Bakterien vollständig hemmen konnte.[8]

Für die Anwendung im Gesicht tupfen Sie ein bis zwei Tropfen reines Manukaöl mit einem Wattestäbchen direkt auf einzelne Pickel auf. Bei großflächiger Akne empfiehlt es sich, 2 bis 3 Tropfen Manukaöl in eine leichte, nicht-komedogene Feuchtigkeitspflege einzurühren. Da Manukaöl nicht komedogen ist, verstopft es die Poren nicht und eignet sich daher ideal für unreine Haut.

Manukaöl bei Mückenstichen

Bei Mückenstichen wirkt das Manukaöl entzündungshemmend und beruhigt die Haut. Der Juckreiz wird gelindert und die entzündliche Reaktion geht schneller zurück. Geben Sie einfach wenige Tropfen des Manukaöls unverdünnt auf die betroffenen Stellen und wiederholen Sie diesen Vorgang mehrmals täglich. Bei sehr starkem Juckreiz können Sie auch ein beträufeltes Pflaster über den Stich kleben.

Manukaöl bei Karies und Zahnfleischentzündung

Die Manukaöl Anwendung im Mund ist besonders zur Kariesprophylaxe oder zur Behandlung von Zahnfleischentzündungen wie Gingivitis und Stomatitis geeignet. Eine japanische Studie des Department of Microbiology in Tokyo belegte, dass bereits eine 0,2%ige Lösung von Manukaöl als Mundspülung ausreicht, um schädliche orale Bakterien abzutöten – und zwar wirksamer als Teebaumöl, Eukalyptusöl und Rosmarinöl.[9]

Für eine Manukaöl-Mundspülung geben Sie 1 bis 2 Tropfen Manukaöl in ein Glas mit warmem Wasser, spülen den Mund damit aus und gurgeln bei Bedarf. Die antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften des Manukaöls schützen vor Karies, indem sie schädliche Bakterien abtöten, und lindern Zahnfleischentzündungen. Achten Sie darauf, die Mundspülung nicht herunterzuschlucken. Bei lokal begrenzten Entzündungen können Sie das Manukaöl auch mit einem Wattestäbchen unverdünnt auf die betroffene Stelle auftupfen, um die Heilung zu beschleunigen.

Manukaöl bei Erkältung und Bronchitis

Bei Erkältung und Bronchitis kann Manukaöl die Atemwege befreien, Schleim lösen und die Schleimhäute beruhigen. Die enthaltenen ätherischen Wirkstoffe wirken antibakteriell und antiviral, was den Heilungsprozess unterstützt. Zum Inhalieren geben Sie 2 bis 3 Tropfen Manukaöl in eine Schüssel mit heißem Wasser, beugen sich darüber und atmen den Dampf für 5 bis 10 Minuten tief ein. Legen Sie dabei ein Handtuch über den Kopf, damit der Dampf nicht entweicht.

Auch ein warmes Bad mit 5 bis 10 Tropfen Manukaöl (in einem Emulgator gelöst) kann bei Erkältungen Linderung verschaffen. Die Kombination aus warmen Dampf und ätherischem Öl entspannt die Muskulatur und befreit die oberen Atemwege. In der Duftlampe oder im Diffusor sorgt Manukaöl zudem für eine antimikrobielle Raumluft während der Erkältungszeit.

Manukaöl für Haare und Kopfhaut

Dank seiner antimikrobiellen und entzündungshemmenden Eigenschaften eignet sich Manukaöl hervorragend für die Pflege von Haaren und Kopfhaut. Es hilft bei Schuppen, juckender Kopfhaut und fettigen Haaren, indem es die Talgproduktion reguliert und Bakterien sowie Pilze bekämpft, die Kopfhautprobleme verursachen können. Geben Sie 1 bis 2 Tropfen Manukaöl zu einer Portion Ihres gewohnten Shampoos und massieren Sie es sanft in die Kopfhaut ein. Lassen Sie es kurz einwirken, bevor Sie es gründlich ausspülen. Bei besonders hartnäckigen Schuppen können Sie auch einige Tropfen Manukaöl in ein Trägeröl wie Kokosöl mischen und als intensive Kopfhautmaske vor der Haarwäsche einwirken lassen.

Manukaöl oder Teebaumöl – Unterschiede und Vergleich

Manukaöl und Teebaumöl werden häufig miteinander verglichen, da beide aus Pflanzen der Familie der Myrtengewächse stammen und ähnliche antimikrobielle Eigenschaften besitzen. Dennoch gibt es wesentliche Unterschiede:

Manukaöl stammt von der neuseeländischen Südseemyrte (Leptospermum scoparium), während Teebaumöl aus dem australischen Teebaum (Melaleuca alternifolia) gewonnen wird. Die Wirkstoffprofile der beiden Öle unterscheiden sich erheblich: Manukaöl enthält die einzigartigen β-Triketone (Leptospermon, Flaveson, Isoleptospermon), die in keinem anderen ätherischen Öl in dieser Konzentration vorkommen.[3] Diese Triketone sind für die besonders starke antibakterielle und antifungale Wirkung verantwortlich.

In vergleichenden Studien zeigte Manukaöl eine stärkere Wirksamkeit gegen grampositive Bakterien wie Staphylokokken als herkömmliches Teebaumöl.[2] Gleichzeitig enthält Manukaöl deutlich weniger Cineol (unter 0,2 % gegenüber 2 bis 7 % bei Teebaumöl), was es wesentlich hautverträglicher macht. Manukaöl ist daher besonders für empfindliche Haut und für die Gesichtspflege geeignet, während Teebaumöl aufgrund seines höheren Cineol-Gehalts stärker hautreizend wirken kann.

Wer die Wahl zwischen Manukaöl oder Teebaumöl hat, sollte abwägen: Manukaöl bietet die stärkere antimikrobielle Wirkung bei besserer Hautverträglichkeit, ist allerdings aufgrund der aufwendigen Gewinnung und der begrenzten Anbaugebiete deutlich teurer. Teebaumöl ist günstiger und breiter verfügbar, aber für empfindliche Hautpartien weniger gut geeignet.

Manukaöl Studien

Manuka hat eine lange Tradition als Naturheilmittel. Die Māori, die neuseeländischen Ureinwohner, erkannten schon früh den Nutzen dieser außergewöhnlichen Pflanze und verwendeten Blätter, Zweige und Blüten, um verschiedene Erkrankungen zu behandeln.[1] Heutzutage werden die heilenden Kräfte der Pflanze durch Destillation im hochkonzentrierten Manukaöl gebündelt, das wegen seiner herausragenden Eigenschaften zu einem der gefragtesten ätherischen Öle wurde.

Die beobachteten Erfolge bei Behandlungen mit Manukaöl weckten das Interesse zahlreicher Wissenschaftler. Weltweit wird an Universitäten und in Forschungslaboren das Manukaöl untersucht, um seine Wirksamkeit wissenschaftlich zu bestätigen. Ein umfassender Review aus dem Jahr 2020 fasste die verfügbare Evidenz zur antimikrobiellen, antiparasitären und entzündungshemmenden Wirkung von Manukaöl zusammen und bestätigte das breite therapeutische Potenzial.[1]

Im Folgenden die wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse im Überblick:

Spasmolytische (muskelentspannende) Wirkung: Bereits im Jahr 2000 bestätigte eine britische Studie von Lis-Balchin et al. dem Manukaöl eine spasmolytische Wirkung auf glatte Muskulatur. Eine Massage oder ein Vollbad mit dem ätherischen Öl wirken also nachgewiesenermaßen Muskelverspannungen entgegen.[6]

Antimykotische Wirkung: Die antifungale Wirksamkeit von Manukaöl ist vielfach belegt. In einer Studie wurde gezeigt, dass Manukaöl gegen klinisch relevante Pilzarten wie Candida albicans, Candida tropicalis, Malassezia furfur und Trichosporon mucoides wirksam ist.[10]

Anti-Aging und Hautschutz: 2013 konnten Kwon et al. in einer Studie an der Korea University of Medicine einen hautschützenden Effekt belegen. Manukaöl reduzierte UV-B-bedingte Hautschäden wie Faltenbildung, Kollagenverlust und Hautentzündungen in einem dosisabhängigen Ausmaß.[7]

Wirkung gegen Akne: Mehrere Studien bestätigten die Wirksamkeit von Manukaöl gegen das Akne-Bakterium Cutibacterium acnes. Forschungsergebnisse der Universität Otago in Neuseeland zeigten, dass Manukaöl bereits in einer Konzentration von 0,07 % das Bakterienwachstum vollständig hemmen konnte.[8]

Antivirale Wirkung: Die Universität Heidelberg befasste sich mit der antiviralen Wirkung des ätherischen Öls. Reichling et al. wiesen 2005 nach, dass Manukaöl die Plaquebildung von HSV-1 um 99,5 % und von HSV-2 um 98,9 % reduzierte. Die Wirkung beruht vermutlich auf einer Veränderung der Virushülle, die ein Eindringen in die Wirtszelle verhindert.[5] Eine Folgestudie von 2007 zeigte zudem, dass ätherische Öle sogar gegen Aciclovir-resistente HSV-1-Stämme wirksam sind.[11]

Antibakterielle Wirkung und MRSA: In den vergangenen Jahren ist vor allem die antimikrobielle Wirkung des Manukaöls in den Vordergrund getreten, da sich Wissenschaftler davon Erfolge im Kampf gegen multiresistente Erreger (MRE) erhoffen. Studien konnten belegen, dass Manukaöl eine besonders effektive Wirkung gegen Staphylokokken und Streptokokken aufweist, darunter auch der gefürchtete multiresistente Staphylococcus aureus (MRSA).[4] Auch bei längerfristiger Anwendung konnten keine Resistenzen festgestellt werden, da es für Bakterien offenbar schwieriger ist, sich auf die Kombination verschiedener Wirkstoffe einzustellen, als auf einen einzelnen Wirkstoff wie bei herkömmlichen Antibiotika.

Veterinärmedizin: Getestet wurde diese Theorie auch im Bereich der Tiermedizin. Song et al. (2013) erzielten bei der Behandlung von Haut- und Ohrerkrankungen von Hunden, die durch den Methicillin-resistenten Staphylococcus pseudintermedius (MRSP) hervorgerufen wurden, sehr gute Ergebnisse mit Manukaöl.[12]

Entzündungshemmende Eigenschaften: Taiwanesische Forscher (Chen et al., 2016) kamen zu dem Schluss, dass Manukaöl durch seine antimikrobiellen und entzündungshemmenden Eigenschaften zur Anwendung bei immunbedingten Erkrankungen und Infektionen geeignet sein könnte.[10]

Manukaöl Nebenwirkungen und Hinweise

Manukaöl gilt als gut verträglich und zeigt in der Regel bei sachgemäßer Anwendung wenige Nebenwirkungen. Dennoch gibt es einige wichtige Punkte zu beachten:

Obwohl Manukaöl hautverträglicher ist als viele andere ätherische Öle, können in seltenen Fällen allergische Reaktionen wie Hautrötungen, Juckreiz oder Kontaktdermatitis auftreten. Führen Sie daher vor der ersten Anwendung immer einen Patch-Test auf der Innenseite des Unterarms durch und warten Sie 24 Stunden.

Manukaöl ist ausschließlich zur äußerlichen Anwendung gedacht – eine innere Anwendung wird nicht empfohlen, da ätherische Öle in konzentrierter Form die Schleimhäute reizen und toxisch wirken können.[1] Die Mundspülung mit Manukaöl sollte nicht heruntergeschluckt werden. Bei der Verwendung in der Duftlampe oder im Diffusor sollten Sie auf gute Belüftung achten und die Dauer der Inhalation begrenzen.

In der Schwangerschaft und Stillzeit ist bei der Verwendung von Manukaöl besondere Vorsicht geboten. Die britische Studie von 2000 zeigte eine entspannende Wirkung auf die Uterusmuskulatur, was theoretisch die Wehentätigkeit beeinflussen könnte.[6] Konsultieren Sie daher in der Schwangerschaft vor der Anwendung Ihren Arzt oder Ihre Hebamme.

Manukaöl sollte nicht in die Augen gelangen und von Kindern ferngehalten werden. Für die Anwendung bei Hunden ist Manukaöl grundsätzlich geeignet, bei Katzen sollte es – wie alle ätherischen Öle – jedoch nicht verwendet werden, da Katzen bestimmte Terpene nicht verstoffwechseln können. Bewahren Sie Manukaöl stets dunkel und kühl auf, um die Wirksamkeit der Inhaltsstoffe zu erhalten.

Manukaöl kaufen – Qualitätsmerkmale und Bezugsquellen

Bei allen ätherischen Ölen ist es wichtig, dass es sich um hochwertige, reine Öle handelt. Beim Kauf von Manukaöl sollten Sie auf folgende Qualitätsmerkmale achten:

Das Öl sollte als 100 % naturreines ätherisches Manukaöl (Leptospermum scoparium) gekennzeichnet sein. Durch die erhöhte Nachfrage in den vergangenen Jahren drängten immer mehr unseriöse Anbieter auf den Markt, die andere ätherische Öle – zum Beispiel herkömmliches Teebaumöl – mit Manukaöl vermischen und unter dem Namen Manukaöl verkaufen. Achten Sie also beim Kauf stets auf die Reinheitsangabe.

Da Manuka nur in Neuseeland und Australien natürlich vorkommt, sollte das Manukaöl auch aus diesen Ländern – meist aus Neuseeland – stammen. Bio-Manukaöl aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) oder aus Wildsammlung bietet die höchste Qualität, da die Pflanzen und somit auch das Öl garantiert frei von Pestiziden sind. Achten Sie auf Zertifizierungen, die die Herkunft und Reinheit bestätigen.

Ein wichtiges Qualitätskriterium ist der Triketongehalt: Hochwertiges Manukaöl enthält mindestens 20 bis 25 % β-Triketone, da diese maßgeblich für die antimikrobielle Wirksamkeit verantwortlich sind. Seriöse Hersteller geben den Triketongehalt auf der Verpackung oder im Datenblatt an.

Bezugsquellen – Apotheke, DM, Rossmann, Online-Handel

Erhältlich ist Manukaöl in Deutschland vor allem in Apotheken und im Online-Handel. Bekannte Marken wie Primavera, Taoasis und Living Nature bieten qualitativ hochwertige Manukaöle an. In Drogerien wie DM oder Rossmann ist Manukaöl nicht immer im stationären Sortiment zu finden – hier lohnt sich der Blick in den Online-Shop, denn teilweise kann das ätherische Öl dort bestellt werden. Auch Internetapotheken und spezialisierte Naturkosmetik-Shops wie das Neuseelandhaus sind gute Anlaufstellen für reines Manukaöl.

Achten Sie bei allen Käufen im Internet darauf, dass der Anbieter vertrauenswürdig ist und es sich um reines, zertifiziertes Manukaöl handelt. Kaufen Sie nicht von dubiosen Händlern, die mit besonders günstigen Preisen locken – hochwertiges Manukaöl hat seinen Preis, da für die Gewinnung große Mengen Pflanzenmaterial benötigt werden. Wenn Sie lieber im stationären Handel einkaufen möchten, ist die Apotheke die zuverlässigste Anlaufstelle.

Als milde Alternative für empfindliche Haut oder größere Anwendungsflächen bieten einige Hersteller auch ein „mildes Manukaöl" an, bei dem das reine ätherische Öl bereits in ein Trägeröl eingebettet ist. Diese Variante ist besonders für Einsteiger geeignet und kann direkt auf die Haut aufgetragen werden.

Quellenverzeichnis

  1. Mathew, C., Tesfaye, W., Rasmussen, P., Peterson, G. M., Bartholomaeus, A., Sharma, M., & Thomas, J. (2020). Mānuka Oil – A Review of Antimicrobial and Other Medicinal Properties. Pharmaceuticals, 13(11), 343. doi:10.3390/ph13110343
  2. Christoph, F., Kubeczka, K. H., & Stahl-Biskup, E. (2000). The composition of commercial manuka oils from New Zealand. Journal of Essential Oil Research, 12(6), 715–720. doi:10.1080/10412905.2000.9712199
  3. Porter, N. G., & Wilkins, A. L. (1999). Chemical, physical and antimicrobial properties of essential oils of Leptospermum scoparium and Kunzea ericoides. Phytochemistry, 50(3), 407–415. doi:10.1016/S0031-9422(98)00548-2
  4. Jeong, E. Y., Lee, M. J., & Lee, H. S. (2018). Antimicrobial activities of leptospermone isolated from Leptospermum scoparium seeds and structure-activity relationships of its derivatives against foodborne bacteria. Food Science and Biotechnology, 27(5), 1541–1547. doi:10.1007/s10068-018-0391-4
  5. Reichling, J., Koch, C., Stahl-Biskup, E., Sojka, C., & Schnitzler, P. (2005). Virucidal activity of a β-triketone-rich essential oil of Leptospermum scoparium (manuka oil) against HSV-1 and HSV-2 in cell culture. Planta Medica, 71(12), 1123–1127. doi:10.1055/s-2005-873175
  6. Lis-Balchin, M., Hart, S. L., & Deans, S. G. (2000). Pharmacological and antimicrobial studies on different tea-tree oils (Melaleuca alternifolia, Leptospermum scoparium or Manuka and Kunzea ericoides or Kanuka), originating in Australia and New Zealand. Phytotherapy Research, 14(8), 623–629. doi:10.1002/1099-1573(200012)14:8<623::AID-PTR638>3.0.CO;2-Z
  7. Kwon, O. S., Jung, S. H., & Yang, B. S. (2013). Topical Administration of Manuka Oil Prevents UV-B Irradiation-Induced Cutaneous Photoaging in Mice. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine, 2013, 930305. doi:10.1155/2013/930305
  8. University of Otago, Department of Microbiology (1998). Antibacterial activity of East Cape Manuka essential oil against bacteria associated with acne vulgaris. Research Report.
  9. Takarada, K., Kimizuka, R., Takahashi, N., Honma, K., Okuda, K., & Kato, T. (2004). A comparison of the antibacterial efficacies of essential oils against oral pathogens. Oral Microbiology and Immunology, 19(1), 61–64. doi:10.1046/j.0902-0055.2003.00111.x
  10. Chen, C. C., Yan, S. H., Yen, M. Y., Wu, P. F., Liao, W. T., Huang, T. S., Wen, Z. H., & David Wang, H. M. (2016). Investigations of kanuka and manuka essential oils for in vitro treatment of disease and cellular inflammation caused by infectious microorganisms. Journal of Microbiology, Immunology and Infection, 49(1), 104–111. doi:10.1016/j.jmii.2013.12.009
  11. Schnitzler, P., Koch, C., & Reichling, J. (2007). Susceptibility of Drug-Resistant Clinical Herpes Simplex Virus Type 1 Strains to Essential Oils of Ginger, Thyme, Hyssop, and Sandalwood. Antimicrobial Agents and Chemotherapy, 51(5), 1859–1862. doi:10.1128/AAC.00426-06
  12. Song, C. Y., Nam, E. H., Park, S. H., & Hwang, C. Y. (2013). In vitro efficacy of the essential oil from Leptospermum scoparium (manuka) on antimicrobial susceptibility and biofilm formation in Staphylococcus pseudintermedius isolates from dogs. Veterinary Dermatology, 24(4), 404–408. doi:10.1111/vde.12045