Eukalyptusöl zählt zu den bekanntesten und vielseitigsten ätherischen Ölen weltweit. Seit mehreren Hundert Jahren wird es in der Naturheilkunde geschätzt – vor allem wegen seines Hauptwirkstoffs 1,8-Cineol (Eucalyptol), der für die charakteristischen Eigenschaften des Öls verantwortlich ist.[1] Reines ätherisches Eukalyptusöl ist hochkonzentriert und wird daher in der Regel nicht unverdünnt angewendet. Aufgrund seiner desinfizierenden Wirkung diente es einst zur Sterilisation medizinischer Instrumente. Heute findet es sich als bewährter Inhaltsstoff in Hustenbonbons, Mundwasser, Gelen und Salben – sowohl zur Linderung von Hustenreiz als auch zur Schmerzbehandlung.
Eukalyptusöl hat sich auch als Saunaöl etabliert. Der Duft ist angenehm erfrischend und dennoch unaufdringlich. Der Eukalyptusbaum (botanischer Name: Eucalyptus globulus), dessen Blätter für die Herstellung des Öls verwendet werden, stammt ursprünglich aus Tasmanien und Australien. Aufgrund seiner Beliebtheit wird er mittlerweile auch in China, Argentinien, Brasilien und im Mittelmeerraum kultiviert. Er gedeiht in Regionen mit subtropischem, warmem Klima. Der Eukalyptusbaum kann bis zu 60 Meter hoch werden und gehört botanisch zur Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae).[2] Die schmalen Blätter sind besonders reich an ätherischen Ölen mit ihrem intensiven, charakteristischen Duft.
Eukalyptusblätter sind das Hauptnahrungsmittel der Koalas – die trotz der umgangssprachlichen Bezeichnung „Koalabären" keine Bären, sondern Beuteltiere sind. Die Herstellung von reinem ätherischen Eukalyptusöl gilt als nachhaltig, da es sich um eine schnell nachwachsende Ressource handelt. Weltweit sind mehr als 700 verschiedene Eukalyptusarten bekannt, von denen jedoch nur wenige für die kommerzielle Ölgewinnung genutzt werden.[2]
Gewinnung von Eukalyptusöl
Die Gewinnung von Eukalyptusöl erfolgt stets durch Wasserdampfdestillation, wobei es je nach Verwendungszweck wichtige Unterschiede gibt. Es wird zwischen medizinischem und technischem Eukalyptusöl differenziert.
Im technischen Bereich werden Farben, Harze und Lacke mit dem ätherischen Öl gelöst, weswegen die natürlich enthaltenen Monoterpene erwünscht sind und nach der Destillation im Öl verbleiben. Für die Wasserdampfdestillation des technischen Eukalyptusöls werden neben Blättern auch Holzbestandteile des Eukalyptusbaums eingesetzt.
Bei der medizinischen Verwendung sind die natürlichen Monoterpene hingegen unerwünscht, da sie bei empfindlichen Personen hustenreizend wirken können. Daher werden nach der Destillation die Monoterpene durch Zugabe von Lauge abgetrennt. Dieser Vorgang wird als Rektifizierung bezeichnet. Die verwendete Lauge ist im fertigen Öl nicht mehr nachweisbar. Für die Herstellung von etwa 1 Liter reinem ätherischen Eukalyptusöl werden circa 50 Kilogramm getrocknete Eukalyptusblätter und feine Asttriebe benötigt. Das Pflanzenmaterial wird bevorzugt jung von der äußeren Baumkrone geerntet, damit die Blätter besonders fein und ölreich sind. Bei der Destillation entsteht ein durchsichtiges, klares bis leicht gelblich oder grünlich gefärbtes Öl, das frisch, grasig und ein wenig nach Kampfer duftet.
Bevor medizinisches Eukalyptusöl in den Handel kommt, wird es im Labor auf seine Inhaltsstoffe und Unbedenklichkeit untersucht. Das Europäische Arzneibuch (Ph. Eur.) schreibt für medizinisches Eukalyptusöl einen Mindestgehalt von 70 % 1,8-Cineol vor.[3]
Eukalyptusöl Inhaltsstoffe
Die Zusammensetzung von Eukalyptusöl variiert je nach Art, Herkunft und Erntezeitpunkt. Der wichtigste Inhaltsstoff ist 1,8-Cineol (Eucalyptol), das in hochwertigem Eukalyptusöl (Eucalyptus globulus) einen Anteil von bis zu 85 % erreichen kann.[2] Cineol ist maßgeblich für die schleimlösenden, entzündungshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften des Öls verantwortlich.[1]
Folgende Inhaltsstoffe sind im reinen ätherischen Eukalyptusöl enthalten:
- 1,8-Cineol (Eucalyptol) – Hauptwirkstoff (44–85 %), verantwortlich für schleimlösende und entzündungshemmende Wirkung
- α-Pinen – Monoterpen mit entzündungshemmenden Eigenschaften
- Limonen – Monoterpen mit antibakterieller Wirkung
- p-Cymen – beteiligt an der antimikrobiellen Wirkung
- α-Terpineol – antimikrobiell und schmerzlindernd
- Geraniol – bekannt für antimikrobielle Eigenschaften
- Phellandren – mit schleimlösenden Eigenschaften
- Aromadendrene – zeigt in Studien antimikrobielle Aktivität
- Globulol – Sesquiterpenalkohol, typisch für E. globulus
- Gerbstoffe und Flavonoide – sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativen Eigenschaften
- Phenolcarbonsäuren und Euglobale – bioaktive Verbindungen
Reine ätherische Pflanzenöle enthalten häufig mehrere Hundert verschiedene Inhaltsstoffe, die in ihrer Gesamtheit noch nicht vollständig erforscht sind. Die synergistische Wirkung aller Bestandteile zusammen erklärt, warum das Gesamtöl in Studien oft eine stärkere antimikrobielle Aktivität zeigt als der Einzelwirkstoff 1,8-Cineol allein.[4]
Wirkung von Eukalyptusöl
Eukalyptusöl entfaltet seine Wirkung sowohl bei innerlicher als auch bei äußerlicher Anwendung. Da es sich um ein sehr intensives ätherisches Öl handelt, sollte es stets sparsam dosiert werden – eine Überdosierung kann unerwünschte Reaktionen hervorrufen. Die vielfältigen Wirkungen von Eukalyptusöl sind durch jahrhundertelange Erfahrung in der Volksmedizin bekannt und werden zunehmend durch wissenschaftliche Studien bestätigt.[1][5]
Folgende Wirkungen konnten beobachtet und in Studien belegt werden:
- schleimlösend (mukolytisch) und auswurffördernd (expektorierend)
- antibakteriell, antiviral und antimykotisch (fungizid)[4]
- entzündungshemmend (antiinflammatorisch)[1]
- schmerzlindernd (analgetisch)
- krampflösend (spasmolytisch) und bronchialerweiternd[5]
- durchblutungsfördernd
- fiebersenkend (antipyretisch)
- wundheilend und antiseptisch
- immunstimulierend – steigert die Phagozytoseaktivität von Makrophagen[6]
- insektizid und antiparasitär
- desodorierend (geruchsneutralisierend)
- konzentrationssteigernd und belebend
Eukalyptusöl Wirkung bei Erkältungen: Der frische, kampferartige Geruch von Eukalyptus wirkt auf die Atemwege besonders wohltuend. Dies macht Eukalyptusöl in der Erkältungszeit zu einem der beliebtesten Hausmittel. Die flüchtigen Inhaltsstoffe – allen voran 1,8-Cineol – stimulieren die Nervenfasern in den Atemwegen und steigern die Aktivität der Flimmerhärchen (Zilien). Durch diese erhöhte Zilienaktivität werden festsitzende Sekrete aufgelockert und können leichter abgehustet werden.[5] Eine klinische Studie zeigte, dass ein Spray mit ätherischen Ölen, darunter Eukalyptus, bereits nach 20 Minuten eine signifikante Linderung von Erkältungssymptomen bewirkte.[7] Eukalyptusöl kann daher bereits frühzeitig in der Erkältungszeit vorbeugend eingesetzt werden. Die antibakterielle, antivirale und keimtötende Wirkung unterstützt das körpereigene Immunsystem bei der Abwehr von Erkältungskrankheiten.
Eukalyptusöl Wirkung auf Psyche und Geist: Neben den körperlichen Wirkungen beeinflusst Eukalyptusöl auch die psychische Befindlichkeit positiv. Der belebende Duft kann Müdigkeit und Lethargie entgegenwirken, die Konzentrationsfähigkeit steigern und motivierend wirken. In der Aromatherapie wird Eukalyptusöl gezielt eingesetzt, um geistige Klarheit zu fördern und bei mentaler Erschöpfung zu unterstützen.
Eukalyptusöl Wirkung auf Haut und Muskeln: Aufgrund seiner entkrampfenden, durchblutungsfördernden und schmerzlindernden Wirkung wird Eukalyptusöl gerne als Zusatz in Schmerzsalben, Gelzubereitungen und Massageölen verwendet. Da das Öl in Salben und Gelen verdünnt angewendet wird, kommt es nur selten zu Hautreizungen – eher zu einem angenehmen, kühlenden Effekt. Produkte mit Eukalyptusöl eignen sich bei Verspannungen, Arthrose, Rheuma, Muskelkater, aber auch bei Kopfschmerzen und Migräne. Die entspannende Wirkung kommt nicht nur bei Muskelbeschwerden und Rückenverspannungen zugute, sondern auch bei Erkältungen: Die Bronchialmuskulatur wird entspannt, wodurch sich die Oberflächenspannung in den Lungenbläschen verändert, der Gasaustausch erleichtert wird und das Atmen leichter fällt.[5]
Die keimhemmende und antimykotische Wirkung von Eukalyptus erklärt seinen Einsatz in Fußbalsamen, Shampoos und Duschgelen. Fußpilzerkrankungen, Schuppen und parasitäre Hautkrankheiten können so vorgebeugt werden. Zudem kann bei Kosmetik in Bioqualität auf Konservierungsmittel verzichtet werden, da Eukalyptus diese Funktion auf natürliche Weise übernimmt.
Anwendungsgebiete von Eukalyptusöl
Aufgrund seiner vielseitigen Wirkung auf den Organismus gibt es eine große Bandbreite an Anwendungsgebieten, bei denen Eukalyptusöl therapeutische Linderung bieten kann:
- Brustenge (Angina pectoris) – Eukalyptus wirkt entkrampfend auf die Brustmuskulatur
- Grippe und Erkältungskrankheiten – die keimtötende, antimykotische und antivirale Wirkung unterstützt das Immunsystem; erste Anzeichen wie Heiserkeit werden gemindert
- Fieber – Eukalyptusöl kann fiebersenkend wirken, wobei auf der Haut ein angenehmes Kühlegefühl entsteht, wenn das Öl mit einem Trägeröl verdünnt aufgetragen wird
- Erkältung, Bronchitis und Asthma bronchiale – festsitzender Schleim löst sich und kann abgehustet werden, die Lungenatmung wird erleichtert[5]
- Lethargie und Konzentrationsprobleme – der belebende Duft steigert Motivation und geistige Leistungsfähigkeit
- Stirnhöhlenentzündungen und Sinusitis – die schleimlösende und entkrampfende Wirkung verschafft Linderung; begleitende Kopfschmerzen werden reduziert
- Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Rheuma und Nervenentzündungen – Salben, Gele und Kompressen mit Eukalyptusöl lindern Schmerzen und fördern die Durchblutung
- Insektenabwehr – im Verdampfer oder in der Duftlampe vertreibt der Geruch von Eukalyptus Mücken und andere Insekten
- Blasenentzündung – äußerliche Anwendung wirkt schmerzlindernd, entkrampfend und antibakteriell
Verschiedene Möglichkeiten zur Verwendung von reinem ätherischen Eukalyptusöl
Reines ätherisches Eukalyptusöl lässt sich ebenso vielseitig anwenden wie es wirkt. Dabei gilt grundsätzlich: Reine ätherische Öle sind hochkonzentriert und sollten stets sparsam dosiert werden – das Prinzip „viel hilft viel" trifft hier nicht zu. Eukalyptusöle werden in Tropfflaschen angeboten, die eine einfache, genaue und gezielte Dosierung ermöglichen.
Eukalyptusöl zur Inhalation
Das Inhalieren mit ätherischen Ölen ist eine der klassischsten Anwendungsformen von Eukalyptusöl. Die Inhalation kann zu Hause über einer Schüssel mit heißem Wasser durchgeführt werden, aber auch in der Sauna, im Dampfbad oder in der Badewanne. Dabei wird das ätherische Öl mit dem Wasserdampf in die Atemluft gebracht und direkt über die Atemwege aufgenommen.
Eine In-vitro-Studie zeigte, dass niedrig konzentriertes Eukalyptusöl die Zilienaktivität in den Atemwegen steigern kann, während hohe Konzentrationen den gegenteiligen Effekt haben können.[8] Daher ist eine geringe Dosierung bei der Inhalation besonders wichtig.
Für die einfache Dampfinhalation zu Hause benötigen Sie eine große Schüssel mit heißem, dampfendem Wasser, etwa 3 bis 5 Tropfen Eukalyptusöl und ein großes Handtuch, das während der Inhalation über den Kopf gelegt wird. Mediziner empfehlen eine Inhalationszeit von 5 bis 7 Minuten bei ruhigem, tiefem Ein- und Ausatmen. Bei Überempfindlichkeit kann es zu Schwindel oder Kreislaufproblemen kommen – in diesem Fall muss die Inhalation sofort beendet werden. Beginnen Sie stets mit einer sehr geringen Dosierung, um die individuelle Verträglichkeit zu prüfen.
Eukalyptusöl eignet sich auch für elektrische Diffuser und Vernebler. Bei der Verwendung im Diffuser werden die ätherischen Öle schonend als feiner Nebel in die Raumluft abgegeben. Für Kinderzimmer gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen (siehe Abschnitt Nebenwirkungen).
Eukalyptusöl als Massageöl und zum Einreiben
Gegen Schmerzen, Verspannungen, Rheuma, Arthrose, aber auch gegen Erkältungen und Atembeschwerden, werden Salben, Gele und Massageöle mit Eukalyptus verwendet. Diese können fertig gemischt im Handel erworben oder bei Bedarf selbst angemischt werden.
Für ein selbst hergestelltes Massageöl benötigen Sie ein neutrales Pflanzenöl wie Mandelöl und eine Tropfflasche mit reinem ätherischen Eukalyptusöl. Für eine Salbe wird zusätzlich etwa 2 Gramm Bienenwachs auf 30 ml Pflanzenöl benötigt, für ein Gel ein Aloe-Vera-Gel mit natürlichem Verdicker. Auf 10 ml Pflanzenöl sind 6 bis 15 Tropfen des reinen ätherischen Eukalyptusöls ausreichend.
Die Wirkstoffe des Eukalyptusöls gelangen beim Einreiben direkt durch die Haut an die betroffene Stelle. Bei einer Brusteinreibung gegen Erkältungsbeschwerden werden die Duftstoffe zudem über die Atemwege aufgenommen. Mischen Sie stets nur kleine Mengen an, damit die Mischung frisch verbraucht werden kann. Wird bei der Salbenherstellung das Trägeröl gemeinsam mit dem Bienenwachs erhitzt, muss die Mischung vor der Zugabe des Eukalyptusöls deutlich abgekühlt sein, da Wärme die Wirkung des ätherischen Öls mindern kann.
Heiße oder kalte Kompressen mit Eukalyptusöl
Kompressen – ob heiß oder kalt – haben seit jeher in der Volksmedizin eine große Bedeutung. Für die Anwendung wird eine Kompresse mit heißem oder kaltem Wasser angefeuchtet und anschließend mit einigen Tropfen ätherischem Eukalyptusöl beträufelt. Die Kompresse wird auf schmerzende Stellen (beispielsweise Verspannungen im Rücken- oder Nackenbereich) oder auf den Unterbauch bei einer Blasenentzündung aufgelegt. Um den wärmenden Effekt einer heißen Kompresse zu verlängern, kann zusätzlich eine Wärmflasche aufgelegt werden. Eine solche Kompressenbehandlung wirkt entkrampfend, entspannend und schmerzlindernd.
Eukalyptusöl als Badezusatz
Warme oder heiße Wannenbäder mit Eukalyptusöl kombinieren die äußerliche und innerliche Anwendung: Die Wirkstoffe gelangen einerseits über die Haut in den Körper und werden andererseits mit dem aufsteigenden Wasserdampf eingeatmet. Ein Eukalyptusbad kann bei Erkältungen, Kopfschmerzen, Blasenentzündungen, Atemwegserkrankungen, Grippe und Bronchitis wohltuend wirken und gleichzeitig Schmerzen, Verspannungen oder Muskelkater lindern.
Sie können fertige Badeöle mit Eukalyptus im Handel kaufen oder selbst eine Mischung anrühren: Als Emulgator eignen sich etwa 20 ml Sahne, in die 20 bis 50 Tropfen (je nach Größe der Wanne) des reinen ätherischen Eukalyptusöls eingerührt werden. Die Sahne sorgt dafür, dass sich das ätherische Öl gleichmäßig im Badewasser verteilt und nicht unverdünnt auf der Wasseroberfläche schwimmt.
Eukalyptusöl zur oralen Einnahme
Reines ätherisches Eukalyptusöl kann in geringen Dosen oral eingenommen werden, wobei eine exakte Dosierung entscheidend ist. Eine Überdosierung kann Magenbeschwerden, Übelkeit oder Erbrechen auslösen. Sicherer und praktischer für die innere Anwendung sind im Handel erhältliche Eukalyptusöl-Kapseln (häufig mit 100 oder 200 mg Cineol), Mundwasser mit Eukalyptus oder Hustenbonbons. Alle Darreichungsformen lindern Beschwerden bei Husten, Kopfschmerzen, Atemwegserkrankungen und Erkältungen. Halten Sie sich bei Kapseln stets an die Dosierungsangaben des Herstellers.
Eukalyptusöl für Haare und Kopfhaut
Eukalyptusöl wird zunehmend in der Haarpflege geschätzt. Eine Studie aus dem Jahr 2009 zeigte, dass Eukalyptusextrakt bei regelmäßiger Anwendung die Haarstruktur verbessern, den Glanz steigern und die Elastizität der Haarfasern erhöhen kann.[9] Obwohl die direkte Förderung des Haarwachstums durch Eukalyptusöl nicht in klinischen Studien am Menschen belegt ist, gehen Befürworter davon aus, dass die entzündungshemmenden Eigenschaften des Öls die Kopfhaut beruhigen und dadurch eine günstigere Umgebung für das Haarwachstum schaffen können. Für die Anwendung werden einige Tropfen Eukalyptusöl in ein Trägeröl wie Jojobaöl oder Kokosöl gemischt und in die Kopfhaut einmassiert.
Eukalyptusöl gegen Kopfläuse
Eine australische Studie aus dem Jahr 2018 untersuchte die Wirksamkeit von Eukalyptusöl (in Kombination mit Leptospermum petersonii) bei der Behandlung von Kopfläusen bei Kindern. Die Ergebnisse zeigten, dass diese Kombination eine sichere und wirksame Alternative zu herkömmlichen Behandlungen darstellt.[10]
Eukalyptusöl gegen Schuppen
Schuppen betreffen schätzungsweise die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung. Ein 2012 im Asia Pacific Journal of Tropical Disease veröffentlichter Bericht wies darauf hin, dass Eukalyptusöl antimykotische und antiseptische Eigenschaften besitzt, die gegen den Hefepilz Malassezia furfur – einen der Hauptverursacher von Schuppen – wirksam sein können.[11] Für die Anwendung können wenige Tropfen Eukalyptusöl dem Shampoo beigemischt oder in ein Trägeröl gegeben und in die Kopfhaut einmassiert werden.
Eukalyptusöl gegen Pilzinfektionen
Piedra ist eine Pilzinfektion, die sich durch die Bildung von Knoten auf den Haaren äußert. Knoten der weißen Piedra finden sich typischerweise im Gesichts- und Körperhaar, schwarze Piedra tritt eher im Kopfhaar auf. Eine Studie aus dem Jahr 2012 belegte, dass Eukalyptusöl wirksam gegen den Pilz Trichosporon ovoides ist, der diese Infektion verursacht.[12] Auch bei Nagelpilz wird Eukalyptusöl aufgrund seiner antimykotischen Wirkung in der Volksmedizin angewendet, wobei hierfür kontrollierte klinische Studien noch ausstehen. Bei Fußpilz kann ein verdünntes Fußbad mit wenigen Tropfen Eukalyptusöl unterstützend wirken.
Eukalyptusöl in der Aromatherapie
In der Aromatherapie wird reines ätherisches Eukalyptusöl in der Duftlampe oder im Diffuser zur Raumbeduftung eingesetzt. Der Duft vertreibt nicht nur Insekten, sondern erfrischt und desinfiziert auch die Raumluft. Schlechte Gerüche werden neutralisiert und Krankheitserreger gehemmt.[4]
Für eine intensivere Wirkung gegen Insekten kann Eukalyptusöl mit anderen ätherischen Ölen kombiniert werden, beispielsweise mit Lavendelöl, Zitronengrasöl oder Rosmarinöl. Die ätherischen Öle werden nicht pur in die Duftlampe gegeben, sondern lediglich einige Tropfen in das Wasser getropft. Der Duft von Eukalyptus in der Duftlampe steigert zudem die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit – ideal für Arbeits- und Lernräume.
Eukalyptusöl gegen Mücken und Insekten
Eukalyptusöl, insbesondere Zitronen-Eukalyptusöl (Eucalyptus citriodora), ist ein bewährtes natürliches Mittel zur Insektenabwehr. Am besten ist es, Mückenstiche von vornherein zu vermeiden: Eine Duftlampe mit Eukalyptusöl auf der Terrasse oder Fensterbank hält Mücken effektiv fern.
Kommt es dennoch zu einem Mückenstich, kann ein kleiner Tropfen des ätherischen Öls auf einem Wattestäbchen vorsichtig auf die Einstichstelle getupft werden. Das Öl kann dazu beitragen, dass die Schwellung zurückgeht und der Juckreiz gelindert wird. Diese Anwendung sollte nur erfolgen, wenn keine Überempfindlichkeit oder Allergie gegen Eukalyptusöl besteht. Bei Zecken bietet Eukalyptusöl ebenfalls einen gewissen natürlichen Schutz – als Ergänzung zu bewährten Zeckenschutzmitteln.
Eukalyptusöl für Pferde und Haustiere
Atemwegserkrankungen kommen bei Pferden häufig vor. Getrocknete Eukalyptusblätter können dem Futter beigemischt oder einige Tropfen Eukalyptusöl auf das Futter gegeben werden, um die Schleimlösung und Atmung zu unterstützen. Zur Insektenabwehr wird reines ätherisches Eukalyptusöl mit etwas Rimulgan (einem Emulgator aus Neemöl) und zehn Teilen Wasser vermischt und in eine Sprühflasche gefüllt. Vor der ersten großflächigen Anwendung sollte ein Verträglichkeitstest durchgeführt werden: Geben Sie ein bis zwei Sprühstöße der Mischung auf die Innenseite des Oberschenkels Ihres Pferdes und beobachten Sie 24 Stunden, ob Rötungen auftreten.
Bei Hunden kann die Eukalyptusölmischung ebenfalls zur Insekten- und Flohabwehr verwendet werden. Achtung bei Katzen: Eukalyptusöl wirkt auf Katzen toxisch und darf bei ihnen auf keinen Fall angewendet werden. Katzen fehlt ein bestimmtes Leberenzym (Glucuronyltransferase), das für den Abbau von Terpenen notwendig ist, weshalb ätherische Öle für sie gefährlich sein können.
Eukalyptusöl selber machen
Da reines ätherisches Eukalyptusöl durch Wasserdampfdestillation gewonnen wird und dies spezielle Ausrüstung erfordert, ist eine alternative Methode für zu Hause die Mazeration (Kaltauszug).
Für die Mazeration benötigen Sie:
- getrocknete Eukalyptusblätter (erhältlich in der Apotheke oder im Kräuterhandel)
- ein geruchsneutrales, hochwertiges Pflanzenöl (am besten Mandelöl oder Jojobaöl)
- ein sauberes, dicht schließendes Twist-Off-Glas
- ein feines Sieb und ein Moltontuch zum Abseihen
So geht die Mazeration: Zerreiben Sie die Eukalyptusblätter zwischen den Händen, um die ätherischen Öle freizusetzen, und geben Sie sie in das Glas. Übergießen Sie die zerkleinerten Blätter vollständig mit dem Trägeröl. Verschließen Sie das Glas fest und stellen Sie es an einen sonnigen, warmen Ort. Die Mazeration dauert etwa 6 Wochen – in dieser Zeit müssen Sie das Glas morgens und abends gut durchschütteln. Die ätherischen Öle aus den Blättern gehen dabei langsam in das Trägeröl über.
Nach 6 Wochen gießen Sie die Mischung durch ein feines Sieb und ein Moltontuch. Füllen Sie das fertige Mazerat in eine dunkle Flasche und bewahren Sie es an einem kühlen, dunklen Ort auf. So ist es mindestens 6 Monate haltbar. Das Mazerat ist weniger intensiv als das reine ätherische Öl und kann daher auch unverdünnt äußerlich angewendet werden.
Lagerung und Haltbarkeit von Eukalyptusöl
Ätherische Öle sollten stets dunkel und kühl aufbewahrt werden, damit die wertvollen Inhaltsstoffe nicht durch Licht, Wärme oder Oxidation geschädigt werden. Ideal ist eine Lagerung in dunklen Glasflaschen bei Temperaturen unter 25 °C. Die Haltbarkeit ist auf dem Produktetikett vermerkt. Verändern sich Duft oder Farbe des Öls negativ, sollte es nicht mehr verwendet werden – bei reinen Eukalyptusölen kommt dies bei sachgerechter Lagerung allerdings selten vor. Nach dem Öffnen sollte das Öl innerhalb von 12 bis 24 Monaten verbraucht werden.
Dosierung und Einnahme von Eukalyptusöl
Richten Sie sich bei der Dosierung immer nach den Angaben des Herstellers auf der Produktpackung oder dem Beipackzettel. Im Zweifelsfall sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Hausarzt oder Apotheker halten. Beginnen Sie grundsätzlich mit einer niedrigen Dosierung und beobachten Sie Ihre individuelle Reaktion.
Allgemeine Dosierungsempfehlungen (als Richtwerte):
- Inhalation: 3–5 Tropfen auf eine Schüssel mit heißem Wasser
- Massageöl: 6–15 Tropfen auf 10 ml Trägeröl
- Badezusatz: 20–50 Tropfen in 20 ml Sahne als Emulgator
- Duftlampe/Diffuser: 3–5 Tropfen in das Wasser der Lampe
- Kapseln: laut Herstellerangabe, häufig 100–200 mg Cineol pro Kapsel
Führen Sie vor der ersten Anwendung auf der Haut einen Allergietest durch: Geben Sie einen Tropfen verdünntes Eukalyptusöl auf die Innenseite des Unterarms und beobachten Sie 24 Stunden. Tritt keine Hautrötung oder Juckreiz auf, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Allergie vor.
Nebenwirkungen von Eukalyptusöl
Wie bei allen ätherischen Ölen kann es auch bei Eukalyptusöl zu Unverträglichkeiten oder Nebenwirkungen kommen. Informieren Sie sich vor der Verwendung über die Sicherheitshinweise des Herstellers und testen Sie Ihre individuelle Verträglichkeit.
Eukalyptusöl in der Schwangerschaft und Stillzeit: Die Anwendung von Eukalyptusöl wird in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen. Die Inhaltsstoffe ätherischer Öle können über die Plazenta oder die Muttermilch auf das Kind übergehen. Sprechen Sie vor einer Anwendung immer mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme.
Eukalyptusöl bei Kindern: Bei Säuglingen und Kleinkindern unter drei Jahren wird ausdrücklich vor der Verwendung von Eukalyptusöl gewarnt, da es in seltenen Fällen zu einem lebensgefährlichen Stimmritzenkrampf (Glottiskrampf) mit akuter Atemnot kommen kann.[1] Eukalyptusöl sollte daher bei Kleinkindern nicht im Gesichtsbereich angewendet werden.
Weitere Risikogruppen: Asthmatiker und Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen sollten Eukalyptusprodukte nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt verwenden, da die Inhalation eine Reizung der Atemwege auslösen kann. Auch bei Gallen- oder Lebererkrankungen ist Vorsicht geboten.
Eukalyptusöl und Katzen: Eukalyptusöl ist für Katzen giftig und darf in deren Umgebung nicht angewendet werden.
Bei einer Überdosierung oder Überempfindlichkeit kann es zu folgenden Reaktionen kommen:
- Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Aufstoßen (bei oraler Einnahme)
- Schwindel und Kreislaufbeschwerden
- Hautrötungen, Ausschlag oder Juckreiz
Eukalyptusöl sollte daher nie unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden (einzige Ausnahme: ein einzelner Tropfen am Wattestäbchen bei einem Mückenstich). Beachten Sie außerdem, dass ätherische Öle auf Kunststoffoberflächen matte, nicht entfernbare Flecken hinterlassen können.
Eukalyptusöl Studien
Eukalyptusöl und sein Hauptwirkstoff 1,8-Cineol sind Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen. Die folgenden Studien sind besonders relevant:
- Modes of Action of 1,8-Cineol in Infections and Inflammation – umfassende Übersichtsarbeit zu den Wirkmechanismen von 1,8-Cineol bei Infektionen und Entzündungen (PMC, 2023)
- Antibakterielle Aktivität der ätherischen Öle aus Eukalyptus-Globulus-Blättern gegen E. coli und S. aureus (PMC, 2013)
- Stimulierende Wirkung von ätherischem Eukalyptusöl auf die angeborene zellvermittelte Immunantwort (PMC, 2008)
- Suppression of Inflammatory and Infection Responses in Lung Macrophages by Eucalyptus Oil – Studie zur Immunmodulation in Lungenmakrophagen (PMC, 2017)
- Effects of Different Doses of Eucalyptus Oil on Respiratory Tract Immunity – Dosisabhängige Effekte auf die Atemwegsimmunität (Frontiers in Pharmacology, 2020)
- 1,8-Cineole (Eucalyptol): A Versatile Phytochemical with Therapeutic Applications – umfassende Review zu den therapeutischen Anwendungen (Biomedicine & Pharmacotherapy, 2023)
Eukalyptusöl kaufen – Worauf sollte geachtet werden?
Beim Kauf von Eukalyptusöl ist es entscheidend, zwischen reinen ätherischen Ölen, naturidentischen Ölen und synthetischen Duftölen zu unterscheiden. Nur ein reines ätherisches Öl, das durch Wasserdampfdestillation aus natürlichem Pflanzenmaterial gewonnen wurde, bietet die beschriebenen therapeutischen Wirkungen. Synthetische Duftöle riechen zwar ähnlich, enthalten jedoch nicht die wirksamen Inhaltsstoffe.
Achten Sie beim Kauf auf folgende Qualitätsmerkmale:
- Bezeichnung: „100 % reines ätherisches Öl" oder „naturreines ätherisches Öl"
- Botanischer Name: Eucalyptus globulus (am häufigsten) oder Eucalyptus radiata (milder, besser für empfindliche Personen)
- Herkunftsland: Angabe des Anbaugebiets
- Gewinnungsverfahren: Wasserdampfdestillation
- Bio-Zertifizierung: idealerweise aus kontrolliert biologischem Anbau
- Chargennummer und Analysezertifikat: seriöse Hersteller stellen GC/MS-Analysen zur Verfügung
Eukalyptusöl ist in Apotheken, Drogerien (dm, Rossmann), Reformhäusern sowie online erhältlich. Vergleichen Sie die Angaben auf dem Etikett, um sicherzugehen, dass es sich um ein hochwertiges Produkt handelt.
Eukalyptusöl Verkaufsformen
Eukalyptusöl in der Tropfflasche
Für die Anwendung in der Duftlampe, zur Inhalation und zur Herstellung eigener Salben, Cremes oder Massageöle benötigen Sie das reine ätherische Eukalyptusöl in einer Tropfflasche. Der integrierte Tropfer ermöglicht eine genaue Dosierung. Die Flasche sollte aus dunklem Glas gefertigt sein, damit das Öl vor Licht geschützt ist. Erhältliche Größen sind 10, 30, 50 und 100 ml. Kaufen Sie zu Beginn eine kleine Menge, bis Sie Ihre persönliche Verträglichkeit und Ihren Bedarf einschätzen können.
Eukalyptusöl Kapseln zur oralen Einnahme
Eukalyptusöl-Kapseln enthalten in der Regel 100 oder 200 mg rektifiziertes Eukalyptusöl (überwiegend 1,8-Cineol) und ermöglichen eine exakte Dosierung für die innere Anwendung bei Erkältungskrankheiten. Die magensaftresistenten Kapseln sind so konzipiert, dass sie im Magen keine Reizungen auslösen. Als mögliche Nebenwirkung kann ein leichtes Aufstoßen mit Eukalyptusgeschmack auftreten. Die Kapseln bieten gegenüber der Tropfflasche den Vorteil einer gleichmäßigen, verlässlichen Dosierung und sind daher besonders für die orale Einnahme empfehlenswert. Bekannte Hersteller von Eukalyptusöl-Kapseln sind unter anderem tetesept, Soledum und verschiedene Apothekenmarken.
Quellenverzeichnis
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- Europäisches Arzneibuch (Ph. Eur.), Monographie „Eucalypti aetheroleum" – Mindestgehalt 70 % 1,8-Cineol für medizinisches Eukalyptusöl.
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