Mandelöl

Zuletzt aktualisiert: 12.02.26

Mandelöl ist ein hochwertiges Pflanzenöl, das aus den Samen des Mandelbaums (Prunus dulcis) gewonnen wird. Es zählt zu den vielseitigsten Naturölen und wird sowohl in der Hautpflege, Haarpflege und Kosmetik als auch in der Küche geschätzt. Bereits in der traditionellen chinesischen Medizin sowie in der ayurvedischen und griechisch-persischen Heilkunde wurde Mandelöl zur Behandlung trockener Hauterkrankungen wie Psoriasis und Ekzeme eingesetzt.[1] Heute ist wissenschaftlich belegt, dass Mandelöl entzündungshemmende, immunstärkende und hautschützende Eigenschaften besitzt.[2]
Mandelöl

Der Mandelbaum gehört zur Gattung Prunus in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Er wird etwa 2 bis 8 Meter hoch, bildet breit nach oben gedrehte Äste und blüht zwischen März und April. Die Früchte reifen von Juli bis August heran. Die Art Prunus dulcis gliedert sich in drei Unterarten:

  • Prunus dulcis var. dulcis – die Süßmandel, Hauptquelle für Speise- und Kosmetiköl
  • Prunus dulcis var. fragilis – die Krachmandel, beliebt zum Rohverzehr
  • Prunus dulcis var. amara – die Bittermandel, aus der ätherisches Bittermandelöl gewonnen wird

Bittermandeln enthalten das Glykosid Amygdalin, aus dem durch enzymatische Spaltung giftige Blausäure freigesetzt werden kann. Daher werden sie nur in geringen Mengen und unter Vorsicht verwendet.

Krachmandeln sind besonders in der Weihnachtszeit beliebt, da ihre dünne Schale leicht geknackt werden kann. Ursprünglich aus Südwestasien stammend, wird der Mandelbaum heute vor allem in Kalifornien – dem weltweit größten Anbaugebiet – sowie im Mittelmeerraum in Spanien und Italien kultiviert.[3] In Mitteleuropa zieren Mandelbäumchen mit ihren rosa Blüten im Frühling viele Gärten.

Gewinnung von Mandelöl

Hochwertiges Mandelöl wird durch Kaltpressung aus reifen Mandelkernen gewonnen. Bei diesem Verfahren werden die Mandeln zunächst zerkleinert und anschließend in modernen Schneckenpressen mehrmals gepresst. Die Kaltpressung ist entscheidend, weil dabei bestimmte Temperaturgrenzen nicht überschritten werden und so die wertvollen Fettsäuren, Vitamine und Phytosterole erhalten bleiben.[2]

Der Wechsel zwischen Verdichtung und Entspannung im Pressvorgang ist für den reibungslosen Ablauf wichtig – bei der Entspannung wird das Öl zum Seiher befördert. Das gewonnene Rohöl durchläuft anschließend eine Reinigung durch Sedimentation und Filtration, um Sedimente und Schwebstoffe zu entfernen. Im Vergleich zu warm gepressten oder raffinierten Ölen, die geschmacksneutral sind, behält kalt gepresstes Mandelöl seinen charakteristischen milden, nussigen Geschmack sowie die natürliche blassgelbe Farbe. Neben der mechanischen Pressung kommen neuere Technologien wie die überkritische CO₂-Extraktion zum Einsatz, die eine besonders schonende und effektive Ölgewinnung ermöglichen.[2]

Mandelöl Inhaltsstoffe

Mandelöl ist eine klare, dünnflüssige Flüssigkeit von sanft gelber Farbe mit einem milden, mandeltypischen Eigengeruch. Die Zusammensetzung variiert je nach Sorte, Herkunft und Anbaubedingungen, umfasst aber folgende Hauptbestandteile:[3][4]

Fettsäuren
Die Fettsäurezusammensetzung von Mandelöl ist besonders günstig: Es enthält einen sehr hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, die zusammen etwa 90 % des gesamten Fettsäureprofils ausmachen.[4]

  • Gesättigte Fettsäuren (ca. 7–10 %): Fettsäuren ohne Doppelbindung zwischen C-Atomen
  • Einfach ungesättigte Fettsäuren (ca. 60–78 %): Fettsäuren mit einer C=C-Doppelbindung
  • Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (ca. 13–30 %): Fettsäuren mit mehr als einer C=C-Doppelbindung

Der hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren senkt nachweislich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Studien zeigen, dass der Austausch von gesättigten durch ungesättigte Fettsäuren den kardiovaskulären Risikofaktor deutlich verbessert.[5] Besonders hervorzuheben sind die essenziellen Fettsäuren, die der menschliche Organismus nicht selbst synthetisieren kann und die über die Nahrung zugeführt werden müssen.

Ölsäure (Omega-9)
Den größten Anteil im Mandelöl macht die Ölsäure aus – je nach Sorte zwischen 60 und 78 %.[4] Als einfach ungesättigte Omega-9-Fettsäure ist sie gering oxidationsempfindlich und kann durch ihre chemische Struktur leicht in tiefere Hautschichten eindringen. Das macht Mandelöl zu einem idealen Trägeröl in der Kosmetik.

Linolsäure (Omega-6)
Mit einem Anteil von etwa 13 bis 30 % ist Linolsäure die zweithäufigste Fettsäure im Mandelöl.[4] Sie gehört zu den Omega-6-Fettsäuren und ist ein essenzieller Nährstoff. Als Bestandteil der Epidermis und wesentlicher Teil von Ceramid 1 kann Linolsäure bei äußerlicher Anwendung:

  • Hautreizungen entgegenwirken
  • chronischer Lichtschädigung an der Haut entgegenwirken
  • bei lichtgeschädigter Altershaut Flecke zurückbilden
  • die Mitessergröße reduzieren

Linolsäure wird daher häufig in kosmetischen Präparaten eingesetzt, weil sie den UV-Schutz verbessert, Hautreizungen vermindert und die Widerstandsfähigkeit gegen Infektionen erhöht.[6]

Palmitinsäure
Rund 5 bis 8 % des Mandelöls bestehen aus Palmitinsäure.[4] Diese gesättigte Fettsäure stärkt den natürlichen Säureschutzmantel der Haut und bildet eine wirksame Barriere gegen äußere Einflüsse. Zum Vergleich: In Palmöl macht Palmitinsäure rund 44 % aus.

Vitamin E (Tocopherol)
Mandelöl enthält pro 100 g durchschnittlich 39 bis 45 mg α-Tocopherol und gehört damit zu den vitamin-E-reichsten Pflanzenölen.[3] Vitamin E ist ein starkes Antioxidans, das als Radikalfänger die Zellen vor oxidativem Stress schützt. Es spielt eine wichtige Rolle für die Hautgesundheit, indem es Feuchtigkeit speichert, die Zellbildung unterstützt und die Haut vor UV-bedingten Schäden schützt.[7] Tierversuche bestätigten, dass Vitamin E auf der Haut DNA-Schäden und strukturelle Hautveränderungen durch Sonnenstrahlung reduzieren kann.[8][9]

Phytosterole
Mandelöl enthält eine bedeutende Menge an Phytosterolen, insbesondere β-Sitosterol. Diese pflanzlichen Sterole unterstützen die Hautbarrierefunktion und können zur Senkung des Cholesterinspiegels beitragen.[2]

B-Vitamine
In Mandelöl sind verschiedene B-Vitamine enthalten, darunter B1 (Thiamin), B2 (Riboflavin), B6 (Pyridoxin) und B7 (Biotin). Vitamin B1 stärkt die Nerven, Vitamin B2 unterstützt den Energiestoffwechsel der Zellen und Biotin ist besonders wichtig für gesunde Haut, Haare und Nägel.

Mineralstoffe
Mineralstoffe kommen im Mandelöl in Form von Kalium, Magnesium, Kalzium und Phosphor vor.[3] Kalium reguliert den Blutdruck und schützt vor Herzerkrankungen. Magnesium fördert die Verdauung, wirkt entzündungshemmend und stabilisiert die Zellwände. Kalzium sorgt für eine gesunde Hautschicht und unterstützt die Knochengesundheit.

Mandelöl Kalorien und Nährwerttabelle

Mandelöl
Mandelöl
100 g Mandelöl enthält durchschnittlich:
NährstoffMenge
Kalorien884 kcal (3.701 kJ)
Fettgehalt100 g
Gesättigte Fettsäuren8 g
Ungesättigte Fettsäuren92 g
Einfach ungesättigte Fettsäuren70 g
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren22 g
Cholesterin0 mg
Natrium0 mg
Kohlenhydrate0 g
Ballaststoffe0 g
Zucker0 g
Protein0 g
Vitamin E39,2 mg
Rauchpunktab 216 °C (raffiniert), ab 130 °C (kaltgepresst)

Wirkung von Mandelöl

Mandelöl wirkt auf mehreren Ebenen positiv auf den Körper. Die wissenschaftliche Forschung hat diverse gesundheitsfördernde Eigenschaften bestätigt:[1][2]

Die Kombination aus Ölsäure, Linolsäure, Vitamin E und Phytosterolen verleiht dem Mandelöl seine besondere Wirkung. Es wirkt feuchtigkeitsspendend, entzündungshemmend und antioxidativ. Durch die hautähnliche Fettsäurezusammensetzung wird es besonders gut von der Haut aufgenommen und stärkt die natürliche Hautbarriere.[6]

Mandeln und Mandelöl können bei regelmäßigem Verzehr den Stoffwechsel positiv beeinflussen. Die optimale Zusammensetzung aus Fettsäuren, Mineralstoffen wie Magnesium und Kalzium sowie Vitaminen wie B und E unterstützt unter anderem das Immunsystem, die Herzgesundheit und das Nervensystem.[5] Polyphenole in Mandeln senken aktiv den Cholesterinspiegel, und schon 20 % der täglichen Kalorien in Form von Mandeln können zu einem gesünderen Stoffwechsel und einer verbesserten Insulinproduktion führen.[10]

Anwendungsgebiete von Mandelöl

Mandelöl für die Haut

Mandelöl ist eines der mildesten Pflanzenöle und eignet sich hervorragend zur Pflege trockener, empfindlicher und reifer Haut. Ein hochwertiges Hautpflegeöl wird ausschließlich aus Süßmandeln durch Kaltpressung hergestellt – nur so bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten. Es kann bedenkenlos unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden und zieht relativ schnell ein, ohne einen schweren Fettfilm zu hinterlassen.[6]

Mandelöl eignet sich sowohl als Tages- als auch als Nachtpflege. Es bringt Mineralstoffe in die Zellen, spendet Feuchtigkeit und unterstützt die Zellneubildung. Zur Reinigung kann Mandelkleie empfohlen werden, und Kombinationen mit Jojobaöl, Sesam oder Honig sind für eine natürliche Hautpflege ideal. Dem Mandelöl wird ein natürlicher Lichtschutzfaktor von etwa 5 zugeschrieben, der UVA-Strahlen teilweise filtern kann – als alleiniger Sonnenschutz reicht dies jedoch nicht aus.[6] Klinische Studien zeigen, dass Vitamin E auf der Haut die Zellen vor UV-bedingten Schäden schützt, indem es DNA-Schäden und strukturelle Veränderungen in der Haut reduziert.[8][9]

Mandelöl für die Haare

Mandelöl wird sehr gern verwendet, um das Haar glänzend und geschmeidig zu machen. Die enthaltenen Fettsäuren umhüllen die Haare und schützen sie vor schädlichen Umwelteinflüssen. Mit einem natürlichen Lichtschutzfaktor von etwa 5 kann es die Haare auch vor Sonnenschäden bewahren.[6] Besonders bei sprödem und brüchigem Haar empfiehlt sich die Anwendung: Die Haarspitzen werden geglättet, Spliss reduziert und die Kopfhaut von Schuppen befreit. Der hohe Biotin-Gehalt (Vitamin B7) unterstützt zusätzlich gesunde Haare und Nägel. Mandelöl kann als Leave-in-Conditioner in die Haarspitzen einmassiert oder als Haarmaske über Nacht einwirken.

Mandelöl für das Gesicht

Für die Gesichtspflege ist Mandelöl besonders wertvoll, da es mild, reizarm und gut verträglich ist. Es eignet sich als natürlicher Make-up-Entferner und kann als Gesichtsöl oder gemischt mit einer Tagescreme verwendet werden. Die Ölsäure dringt leicht in tiefere Hautschichten ein und versorgt die Haut mit Feuchtigkeit, während Linolsäure das Hautbild verfeinert und Mitesser reduzieren kann. Eine Studie an postmenopausalen Frauen zeigte, dass täglicher Mandelverzehr über 16 Wochen die Faltentiefe und -breite signifikant verringern konnte – ein Effekt, der den enthaltenen Antioxidantien wie Vitamin E und Polyphenolen zugeschrieben wird.[11]

Mandelöl gegen Falten

Mandelöl wird auf die gereinigte Haut aufgetragen und pflegt sie mit hautfettähnlichen Bestandteilen sowie wertvollen Mineralstoffen. Es polstert und glättet die Haut, da Vitamin E als Antioxidans freie Radikale neutralisiert und so die vorzeitige Hautalterung verlangsamt. Mit einer Kurpackung von 10 bis 15 Minuten dringen die wertvollen Bestandteile tief in die Haut ein und entfalten ihre glättende Wirkung. Klinische Forschung bestätigt den Anti-Aging-Effekt: Eine randomisierte kontrollierte Studie der UC Davis zeigte signifikant reduzierte Faltenbreite und -tiefe bei Probandinnen, die über 16 Wochen täglich Mandeln konsumierten.[11] Bei Augencremes mit Mandelöl ist eine leichte Textur mit guter Streichfähigkeit wichtig, da die Haut am Auge dünn und empfindlich ist.

Mandelöl bei Neurodermitis

Bei offenen Wunden einer akuten Neurodermitis darf kein Mandelöl aufgetragen werden – die Wunde muss zunächst geschlossen sein. Auf intakter Haut kann das Öl anschließend leicht einmassiert werden. Mandelöl wirkt hier kühlend und beruhigend. Neurodermitis-Patienten haben eine gestörte Hautbarriere, bei der die Hautzellen die Fähigkeit verloren haben, ausreichend Feuchtigkeit zu speichern. Mandelöl reguliert den Feuchtigkeitshaushalt und führt die fehlende Feuchtigkeit der Haut durch Substitution wieder zu. Studien zeigen, dass Emollienzien mit raffiniertem Mandelöl den Juckreiz lindern und die Hautbarrierefunktion bei xerotischem Ekzem verbessern können.[6] In der traditionellen chinesischen Medizin wird Mandelöl bereits seit Jahrhunderten bei trockenen Hauterkrankungen wie Ekzemen und Psoriasis eingesetzt.[1]

Mandelöl in der Schwangerschaft

Mandelöl ist ein beliebtes Pflegeöl während der Schwangerschaft, insbesondere zur Vorbeugung und Pflege von Schwangerschaftsstreifen. Es wird häufig für die Bauchmassage eingesetzt, um die Haut geschmeidig zu halten und das Bindegewebe zu unterstützen. Eine nicht-randomisierte Studie zeigte, dass regelmäßige Massagen mit Bittermandelöl das Auftreten neuer Dehnungsstreifen verringern und bestehende Striae mildern können.[6] Für die Dammmassage zur Geburtsvorbereitung wird Mandelöl ebenfalls häufig empfohlen, da es die Haut elastisch hält und gut verträglich ist. Da vereinzelte Studien einen möglichen Zusammenhang zwischen täglicher Anwendung von Mandelöl und Frühgeburten untersucht haben, sollte die Anwendung im letzten Schwangerschaftsdrittel mit der Hebamme oder dem Arzt besprochen werden.[12]

Mandelöl für Babys

Mandelöl ist ein Standardöl in der Säuglings- und Kinderpflege. Hebammen und Pflegekräfte verwenden es regelmäßig für die sanfte Babymassage und zur Pflege empfindlicher Babyhaut. Dank seiner milden und hypoallergenen Eigenschaften ist Mandelöl gut verträglich und wird in vielen Kliniken als natürliche Alternative zu synthetischen Babypflegeprodukten eingesetzt.[6] Auch beim Baden kann ein kleiner Schuss Mandelöl dem Badewasser zugegeben werden, um trockene Babyhaut geschmeidig zu halten. Für Babys sollte stets kaltgepresstes Bio-Mandelöl aus Süßmandeln ohne Zusätze gewählt werden.

Mandelöl für Cholesterinwerte und Blutzuckerspiegel

Mandeln und Mandelöl wirken positiv auf den Stoffwechsel und die Insulinproduktion. Studien belegen, dass sowohl der Verzehr ganzer Mandeln als auch von Mandelöl das Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin um 4 bis 6 % senken und die Nüchtern-Triglyceridwerte um bis zu 14 % reduzieren kann, während das schützende HDL-Cholesterin ansteigt.[5]

Eine Studie zeigte zudem, dass Teilnehmer, die ein Frühstück mit Mandelöl zu sich nahmen, im Vergleich zur Kontrollgruppe niedrigere Blutzuckerwerte sowohl nach dem Essen als auch im Tagesverlauf aufwiesen.[10] Der Wirkstoff Polyphenol in Mandeln senkt aktiv den Cholesterinspiegel. Cholesterin dient als Ausgangsstoff für wichtige Hormone wie Testosteron, Östradiol und Cortisol. Ein erhöhter Cholesterinwert kann jedoch zu Arteriosklerose und koronarer Herzkrankheit führen – hier kann der regelmäßige Verzehr von Mandeln präventiv wirken.

Mandelöl für die Knochendichte

Von Osteoporose sind besonders Frauen nach den Wechseljahren, Männer über 50, Raucher und Menschen mit vermindertem Vitamin-D-Spiegel betroffen. Bei Osteoporose ist die Knochendichte vermindert, sodass vermehrt Knochenbrüche auftreten – besonders an Wirbelkörpern, am Schenkelhals und am Handgelenk. Mandeln enthalten wertvolles Kalzium, Magnesium und Phosphor, die für den Knochenaufbau essenziell sind.[3] Darüber hinaus senken Mandeln die Bildung von Osteoklasten (knochenabbauende Zellen), wodurch die Freisetzung von Kalzium aus den Knochen vermindert und die Knochendichte erhalten wird.

Mandelöl für das Immun- und Herz-Kreislaufsystem

Durch regelmäßigen Mandelverzehr sinkt das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung deutlich.[5]

  1. Das Immunsystem wird durch den regelmäßigen Verzehr von Mandeln gestärkt, insbesondere durch die entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften.[1]
  2. Mandeln fördern die Bildung von Antioxidantien, wodurch sich Vitamin E stark anreichert, der Blutfluss verbessert und der Blutdruck gesenkt wird.
  3. Durch die Senkung des Blutdrucks werden die Blutgefäße geschont und das Risiko einer Herz-Kreislauferkrankung erheblich reduziert.

Mandelöl bei Darmerkrankungen

Mandeln fördern die Bildung gesunder Bakterienstämme im Darm. Die positiven Darmbakterien werden durch kaltgepresstes Mandelöl, gemahlene Mandeln oder ganze Mandeln stimuliert und tragen so zu einer gesunden Darmflora bei.[1] Eine Tierstudie zeigte, dass Mandelöl die Darmbeweglichkeit und den Darmtransit verbessern kann, was bei Reizdarmsymptomen hilfreich sein könnte.[1] Das in Mandeln enthaltene Magnesium besitzt zudem eine stark entzündungshemmende Eigenschaft. Neben dem Verzehr von Mandeln sind bei Darmentzündungen auch Meeresalgen, Kürbiskerne oder Sonnenblumenkerne eine gesunde Ergänzung.

Mandelöl für den Intimbereich

Mandelöl wird häufig als natürliches Pflegeöl für den Intimbereich empfohlen. Es eignet sich zur sanften Pflege bei Scheidentrockenheit und zur Intimmassage, da es mild, reizarm und frei von synthetischen Zusätzen ist. Die feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften der enthaltenen Ölsäure und Linolsäure können dazu beitragen, empfindliche Schleimhäute geschmeidig zu halten. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, ausschließlich reines, kaltgepresstes Bio-Mandelöl ohne Zusätze zu verwenden. Wichtig: Mandelöl ist nicht mit Latexkondomen kompatibel, da Öle das Material angreifen können.

Ist Mandelöl komedogen?

Eine der häufigsten Fragen zu Mandelöl betrifft seine Komedogenität – also ob es die Poren verstopft. Mandelöl hat auf der Komedogenitätsskala einen Wert von 2 (auf einer Skala von 0–5) und gilt damit als leicht komedogen. Für die meisten Hauttypen ist es gut verträglich, bei sehr öliger oder zu Akne neigender Haut kann es jedoch zu Unreinheiten führen. In diesem Fall sind Alternativen wie Jojobaöl (Komedogenitätswert 2) oder Arganöl (Komedogenitätswert 0) empfehlenswert.

Mandelöl kaufen – Worauf sollte geachtet werden?

Mandelöl sorgt für eine gepflegte Haut und ist gut verträglich. Dennoch sollten beim Kauf einige Qualitätskriterien beachtet werden:

  • Kaltgepresst und nativ: Nur kaltgepresstes Mandelöl enthält die volle Bandbreite an Vitaminen, Fettsäuren und Phytosterolen
  • Bio-Qualität: Mandelöl aus kontrolliert biologischem Anbau ist frei von Pestiziden und Schadstoffen
  • 100 % rein: Ohne Zusatz von Parfüm, Konservierungsstoffen oder anderen Ölen
  • Dunkle Glasflasche: Schützt die lichtempfindlichen Inhaltsstoffe vor Oxidation
  • Herkunftsangabe: Hochwertige Mandelöle stammen häufig aus Spanien, Italien oder Kalifornien

Für die Hautpflege sollte ausschließlich Süßmandelöl (Prunus dulcis var. dulcis) verwendet werden. Als Speiseöl ist Mandelöl ebenfalls erhältlich – hier sollte auf die Angabe „für den Verzehr geeignet" oder „Lebensmittelqualität" geachtet werden.

Mandelöl Verkaufsformen

Bio Mandelöl

Bio Mandelöl wird als 100 % reines, kaltgepresstes Öl im Handel angeboten. Es ist rein organisch und eignet sich hervorragend für die Hautpflege, Haarpflege und Aromatherapie. Es enthält die Vitamine A, B1, B2, B6, E und Biotin und ist sowohl pur als auch in Kombination mit ätherischen Ölen verwendbar.

Mandelöl als Speiseöl

Als Speiseöl hat Mandelöl einen milden, nussigen Geschmack und passt besonders gut zu Salaten, Rohkostgerichten, Marinaden und Dressings. Auch zum Backen und für Nachspeisen oder Müsli ist es eine schmackhafte Zutat. Da kaltgepresstes Mandelöl bei zu hohen Temperaturen seine wertvollen Substanzen verliert, sollte es nicht zum scharfen Anbraten, sondern eher für kalte Speisen oder zum kurzen Andünsten verwendet werden. Raffiniertes Mandelöl hat mit rund 216 °C einen deutlich höheren Rauchpunkt und eignet sich auch zum Braten.

Haltbarkeit und Lagerung von Mandelöl

Kaltgepresstes Mandelöl ist bei richtiger Lagerung etwa 6 bis 12 Monate haltbar, raffiniertes Mandelöl hält sich bis zu 2 Jahre. Für eine optimale Haltbarkeit sollte das Öl kühl, dunkel und gut verschlossen aufbewahrt werden. Ein Platz im Kühlschrank verlängert die Haltbarkeit zusätzlich. Riecht Mandelöl ranzig oder hat einen unangenehm bitteren Geschmack, sollte es nicht mehr verwendet werden. Nach dem Öffnen empfiehlt es sich, das Öl innerhalb von 3 bis 6 Monaten aufzubrauchen.

Mandelöl Nebenwirkungen

Mandelöl gilt als sehr gut verträglich und hat wenige bekannte Nebenwirkungen.[12] Dennoch sollten einige Punkte beachtet werden:

  • Nussallergie: Personen mit einer Allergie gegen Nüsse oder speziell Mandeln sollten Mandelöl nicht verwenden – weder äußerlich noch innerlich. Auch bei Babys mit familiärer Vorbelastung für Nussallergien ist Vorsicht geboten.
  • Bittermandelöl: Unverarbeitetes Bittermandelöl kann aufgrund des Amygdalin-Gehalts Blausäure enthalten und sollte niemals innerlich eingenommen werden.
  • Komedogenität: Bei fettiger, zu Akne neigender Haut kann Mandelöl unter Umständen die Poren verstopfen.
  • Schwangerschaft: In der Schwangerschaft sollte die Anwendung mit der Hebamme abgesprochen werden.
  • Kombination mit Kondomen: Mandelöl kann Latexkondome porös machen und sollte daher nicht als Gleitmittel in Kombination mit Latex verwendet werden.

Bei Unsicherheiten empfiehlt sich ein Verträglichkeitstest: Dazu wird eine kleine Menge Mandelöl auf die Innenseite des Unterarms aufgetragen und 24 Stunden abgewartet, ob eine Hautreaktion auftritt.

Häufige Fragen zu Mandelöl

Ist Mandelöl gut für die Haut?
Ja, Mandelöl ist eines der am besten verträglichen Hautpflegeöle. Es spendet Feuchtigkeit, stärkt die Hautbarriere und wirkt entzündungshemmend. Klinische Studien bestätigen die Wirksamkeit bei trockener Haut, Ekzemen und zur Faltenreduktion.[6][11]

Ist Mandelöl gut für die Haare?
Mandelöl pflegt das Haar, macht es geschmeidig und schützt vor Umwelteinflüssen. Der hohe Gehalt an Biotin und Vitamin E unterstützt gesundes Haarwachstum. Es hilft besonders bei sprödem, trockenem und strapaziertem Haar.

Kann man Mandelöl essen?
Ja, hochwertiges Süßmandelöl in Lebensmittelqualität kann zum Kochen, Backen und für Salate verwendet werden. Es hat einen milden, nussigen Geschmack und liefert wertvolle ungesättigte Fettsäuren sowie Vitamin E.

Wie lange ist Mandelöl haltbar?
Kaltgepresstes Mandelöl hält sich bei kühler, dunkler Lagerung 6 bis 12 Monate, raffiniertes bis zu 2 Jahre. Nach dem Öffnen sollte es innerhalb von 3 bis 6 Monaten verbraucht werden.

Ist Mandelöl komedogen?
Mandelöl hat einen Komedogenitätswert von 2 (leicht komedogen). Für die meisten Hauttypen ist es gut geeignet, bei sehr öliger Haut kann es jedoch die Poren verstopfen. Alternativen sind Arganöl oder Hagebuttenöl.

Welches Mandelöl ist das beste?
Für die Hautpflege eignet sich kaltgepresstes, natives Bio-Mandelöl aus Süßmandeln ohne Zusätze am besten. Achten Sie auf Bio-Zertifizierung, dunkle Glasflaschen und Herkunftsangaben.

Was ist der Unterschied zwischen Mandelöl und Bittermandelöl?
Mandelöl (Süßmandelöl) ist ein fettes Pflanzenöl, das aus Süßmandeln kaltgepresst wird und vielseitig in Küche und Kosmetik eingesetzt werden kann. Bittermandelöl ist ein ätherisches Öl, das aus Bittermandeln gewonnen wird und aufgrund des Amygdalin-Gehalts nur verdünnt und äußerlich anwendbar ist.

Kann man Mandelöl in der Schwangerschaft verwenden?
Mandelöl wird häufig zur Pflege des Babybauchs und zur Vorbeugung von Dehnungsstreifen eingesetzt. Die Anwendung sollte mit der Hebamme besprochen werden.

Quellen

  1. Ahmad, Z. (2010). The uses and properties of almond oil. Complementary Therapies in Clinical Practice, 16(1), 10–12. doi:10.1016/j.ctcp.2009.06.015
  2. Ouzir, M., El Bernoussi, S., Tabyaoui, M., & Taghzouti, K. (2021). Almond oil: A comprehensive review of chemical composition, extraction methods, preservation conditions, potential health benefits, and safety. Comprehensive Reviews in Food Science and Food Safety, 20(4), 3344–3387. doi:10.1111/1541-4337.12752
  3. Özcan, M. M., Ferruh, U., Er, F., & Ferruh, U. (2020). Effect of almond genotypes on fatty acid composition, tocopherols and mineral contents and bioactive properties of sweet almond kernel and oils. Journal of Food Science and Technology, 57, 4182–4192. doi:10.1007/s13197-020-04456-9
  4. Sathe, S. K., Seeram, N. P., Kshirsagar, H. H., Heber, D., & Lapsley, K. A. (2008). Fatty acid composition of California grown almonds. Journal of Food Science, 73(9), C607–C614. doi:10.1111/j.1750-3841.2008.00936.x
  5. Hyson, D. A., Schneeman, B. O., & Davis, P. A. (2002). Almonds and almond oil have similar effects on plasma lipids and LDL oxidation in healthy men and women. The Journal of Nutrition, 132(4), 703–707. doi:10.1093/jn/132.4.703
  6. Blaak, J., & Staib, P. (2022). An updated review on efficacy and benefits of sweet almond, evening primrose and jojoba oils in skin care applications. International Journal of Cosmetic Science, 44(1), 1–9. doi:10.1111/ics.12758
  7. Rizvi, S., Raza, S. T., Ahmed, F., Ahmad, A., Abbas, S., & Mahdi, F. (2014). The role of vitamin E in human health and some diseases. Sultan Qaboos University Medical Journal, 14(2), e157–e165.
  8. Lin, J. Y., Selim, M. A., Shea, C. R., et al. (2003). UV photoprotection by combination topical antioxidants vitamin C and vitamin E. Journal of the American Academy of Dermatology, 48(6), 866–874. PubMed
  9. Record, I. R., Dreosti, I. E., & McInerney, J. K. (1991). Changes in plasma antioxidant status following consumption of diets high or low in fruit and vegetables or following dietary supplementation with an antioxidant mixture. British Journal of Nutrition, 67(1), 159–167. PubMed
  10. Wien, M. A., Sabaté, J. M., Iklé, D. N., Cole, S. E., & Kandeel, F. R. (2003). Almonds vs complex carbohydrates in a weight reduction program. International Journal of Obesity, 27(11), 1365–1372. PMC
  11. Foolad, N., Vaughn, A. R., Rybak, I., et al. (2019). Prospective randomized controlled pilot study on the effects of almond consumption on skin lipids and wrinkles. Phytotherapy Research, 33(12), 3212–3217. doi:10.1002/ptr.6495
  12. Medical News Today (2020). Almond oil for skin: How to use it and benefits. medicalnewstoday.com