Knoblauchöl

Zuletzt aktualisiert: 12.02.26

Knoblauch (Allium sativum) zählt zu den ältesten Heilpflanzen der Welt und wird seit Jahrtausenden in der traditionellen chinesischen Medizin sowie der ägyptischen Heilkunde eingesetzt. Die aromatische Pflanze ist vor allem in der Küche beliebt – und ebenso berüchtigt für ihren typischen, intensiven Geruch. Dabei enthält Knoblauch wertvolle ätherische Öle, die ein breites Spektrum an gesundheitlichen Vorteilen bieten. Von der Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems bis hin zur antibakteriellen Wirkung: Knoblauchöl vereint die konzentrierte Kraft dieser Inhaltsstoffe in einer vielseitig anwendbaren Form.

Knoblauchöl

Gewinnung von Knoblauchöl

Knoblauchknollen enthalten von Natur aus ätherische Öle mit wertvollen Inhaltsstoffen. Der Anteil dieser Öle ist allerdings sehr gering – er liegt bei lediglich 0,2 bis 0,3 Prozent.[1] Für einen Liter reines ätherisches Knoblauchöl werden daher etwa 350 bis 400 kg Knoblauch benötigt. Für den häuslichen Bedarf genügen jedoch kleine Mengen, da die Wirkstoffe im fertigen Öl hochkonzentriert vorliegen.

Um die ätherischen Öle aus den Zehen zu gewinnen, kommt die Wasserdampfdestillation zum Einsatz. Dafür werden die Knollen zunächst gewaschen und zerkleinert. In einem Destillationsbehälter werden die kaum wasserlöslichen ätherischen Öle unter Zuführung von Wasserdampf von ihren restlichen Bestandteilen getrennt. Während dieses Prozesses entstehen durch die Hitzeeinwirkung weitere wertvolle Schwefelverbindungen wie Diallyldisulfid und Diallyltrisulfid als Zerfallsprodukte des Allicins. Der Wasserdampf transportiert die flüchtigen Verbindungen über einen Kühler, in dem sich Wasser und Öl wieder trennen: Das reine, hellgelbe bis rötliche Knoblauchöl kann anschließend abgeschieden werden.

Neben dem reinen ätherischen Öl lässt sich Knoblauchöl auch als aromatisiertes Speiseöl für die Küche herstellen. Bei dieser Variante werden geschälte und zerkleinerte Knoblauchzehen in ein Gefäß gegeben und mit einem neutralen Basisöl wie Sonnenblumenöl oder Rapsöl übergossen. Die Mischung sollte anschließend im Kühlschrank ziehen, damit die Aromen ins Öl übergehen. Wichtig: Bei der Herstellung als Speiseöl sind unbedingt die Hinweise zur Lebensmittelsicherheit zu beachten.

Knoblauchöl Inhaltsstoffe

Die Knoblauchpflanze enthält über 200 verschiedene chemische Verbindungen, die sie sowohl in der Ernährung als auch als Heilpflanze auszeichnen.[2] Je nach Sorte und Anbaugebiet kann die Zusammensetzung variieren. Zu den wichtigsten Nährstoffen gehören Vitamine (insbesondere Vitamin C, B6 und B1), Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Magnesium sowie Spurenelemente wie Selen, Mangan und Germanium.

Für die Heilwirkung besonders bedeutsam sind die schwefelhaltigen Verbindungen. Alliin ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die in allen Lauchgewächsen vorkommt. Wird die Zellstruktur des Knoblauchs durch Schneiden, Pressen oder Kauen zerstört, wandelt das Enzym Alliinase das Alliin in Allicin um – jene Substanz, die für den typischen Knoblauchgeruch verantwortlich ist.[3] Allicin ist hochreaktiv und besitzt nachweislich antibiotische, antimykotische und antivirale Eigenschaften. Es zerfällt rasch weiter in stabile Folgeprodukte, darunter Ajoen, das bei Erhitzung entsteht und gerinnungshemmend wirkt.

Im ätherischen Knoblauchöl, das durch Wasserdampfdestillation gewonnen wird, liegen vor allem lipidlösliche organische Schwefelverbindungen vor. Die wichtigsten sind:[4]

Diallyldisulfid (DADS) – Hauptbestandteil des ätherischen Öls mit antioxidativen, entzündungshemmenden und krebsvorbeugenden Eigenschaften. Es entsteht als Zerfallsprodukt von Allicin und ist gelblich, intensiv riechend und wasserunlöslich.

Diallyltrisulfid (DATS) – besitzt starke antimikrobielle Wirkung und zeigt in Studien Potenzial bei der Krebsprävention, insbesondere im Magen-Darm-Trakt.

Allylmethylsulfid – trägt zum charakteristischen Geruch bei und wird langsam über Haut und Atemluft ausgeschieden.

Darüber hinaus enthält Knoblauchöl Enzyme, Flavonoide und geringe Mengen an Vitaminen, die synergistisch zusammenwirken.

Knoblauchöl Kalorien und Nährwerttabelle

Die folgenden Nährwerte beziehen sich auf Knoblauchöl als aromatisiertes Speiseöl auf Basis eines pflanzlichen Trägeröls. Die Werte können je nach verwendetem Basisöl leicht variieren.

Knoblauchöl
Knoblauchöl
100 g Knoblauchöl enthält durchschnittlich:
NährstoffMenge
Kalorien884 kcal (3.699 kJ)
Fettgehalt100 g
Gesättigte Fettsäuren14 g
Ungesättigte Fettsäuren86 g
Einfach ungesättigte Fettsäuren73 g
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren13 g
Cholesterin0 mg
Natrium0 mg
Kohlenhydrate0 g
Ballaststoff0 g
Zucker0 g
Protein0 g
Rauchpunktab 130 °C

Wirkung von Knoblauchöl

Die Inhaltsstoffe des Knoblauchöls entfalten ein breites Spektrum an Wirkungen, die bereits seit der Antike in verschiedenen Kulturen genutzt werden. Moderne wissenschaftliche Studien bestätigen viele dieser traditionellen Anwendungen.

Antibakterielle und antimikrobielle Wirkung: Die schwefelhaltigen Verbindungen, insbesondere Allicin und seine Folgeprodukte, wirken nachweislich gegen verschiedene Bakterien, Viren und Pilze. Eine umfassende Übersichtsarbeit im Fachjournal Nutrition Research Reviews bestätigt diese breite antimikrobielle Aktivität, die sich vor allem im Magen-Darm-Trakt entfaltet.[5]

Herz-Kreislauf-Schutz: Knoblauchöl kann den Blutdruck senken, die Blutfettwerte verbessern und die Thrombozytenaggregation hemmen. Meta-Analysen zeigen, dass eine regelmäßige Einnahme von Knoblauchpräparaten den Gesamtcholesterinspiegel um durchschnittlich 9 bis 12 Prozent senken kann.[6] Diallyldisulfid verbessert zudem den Zustand des gesamten Herz-Kreislauf-Systems, indem es die Elastizität der Blutgefäße fördert und das Infarktrisiko reduziert.

Antioxidative Wirkung: Die Schwefelverbindungen im Knoblauchöl schützen die Zellen vor oxidativem Stress durch freie Radikale. Tierversuche zeigen, dass Knoblauchöl die Leber wirksam vor toxinbedingten Schäden schützen kann – vergleichbar mit der Wirkung von Vitamin E.[5]

Immunstärkende Wirkung: Studien belegen, dass Knoblauch die Aktivität verschiedener Immunzellen stimuliert und so die Abwehrkraft des Körpers gegenüber Infektionen stärkt.[2]

Potenzielle krebsvorbeugende Eigenschaften: Epidemiologische Studien deuten auf einen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Knoblauchkonsum und einem verringerten Risiko für bestimmte Krebsarten hin, insbesondere Magen- und Darmkrebs. Diallyldisulfid und Diallyltrisulfid können die Entgiftungsmechanismen der Zellen positiv beeinflussen und das Wachstum von Krebszellen hemmen.[4] Die Forschung zu diesem Thema ist jedoch noch nicht abgeschlossen.

Warum ist Knoblauchöl so gesund?

Knoblauchöl vereint die gesamte Bandbreite der gesundheitsfördernden Eigenschaften des Knoblauchs in konzentrierter Form. Die Kombination aus antibakterieller, antioxidativer und kardiovaskulärer Wirkung macht es zu einem der vielseitigsten natürlichen Pflanzenöle. Es senkt den Blutdruck, verbessert den Blutfettspiegel, stärkt das Immunsystem und wirkt entzündungshemmend – Eigenschaften, die sowohl prophylaktisch als auch therapeutisch genutzt werden können.[6]

Die Wirkung entfaltet sich am besten bei regelmäßiger Einnahme. Bereits der tägliche Verzehr einer Knoblauchzehe oder weniger Tropfen des ätherischen Öls kann eine spürbare gesundheitliche Wirkung erzielen. Im Vergleich zu rohem Knoblauch bietet das Öl den Vorteil, dass die Wirkstoffe in konzentrierter und leichter dosierbarer Form vorliegen. Zudem laufen weitere Forschungen zu den Wirkungen einzelner Schwefelverbindungen, die das bekannte Anwendungsspektrum möglicherweise noch erweitern werden.

Anwendungsgebiete von Knoblauchöl

Knoblauchöl lässt sich sowohl innerlich als auch äußerlich anwenden. Um die allgemeinen gesundheitlichen Vorteile zu nutzen – etwa zur Vorbeugung von Arteriosklerose – entspricht der tägliche Verzehr von Knoblauch oder Knoblauchöl einer bewährten prophylaktischen Maßnahme. Darüber hinaus gibt es zahlreiche spezifische Anwendungsmöglichkeiten.

Knoblauchöl für die Haare

Knoblauch gilt als traditionelles Hausmittel gegen Haarausfall. Der Verzehr der Knollen kann innerliche Ursachen unterstützend bekämpfen. Für eine gezielte äußerliche Anwendung kann Knoblauchöl direkt auf die Kopfhaut einmassiert werden. Dafür eignet sich bereits ein mit Knoblauch aromatisiertes Pflanzenöl, in dem die Wirkstoffe enthalten sind.

Eine klinische Doppelblindstudie aus dem Jahr 2007 zeigte, dass die Kombination aus topischem Knoblauch-Gel und Betamethason-Creme bei Patienten mit Alopecia areata (kreisrundem Haarausfall) zu signifikant besseren Ergebnissen führte als die alleinige Kortikosteroid-Behandlung.[7] Neuere Untersuchungen aus dem Jahr 2023 an Ratten bestätigen, dass Knoblauch-Exosome das Haarwachstum über den Wnt/β-Catenin-Signalweg stimulieren können.[8]

Die im Knoblauch enthaltenen Schwefelverbindungen, Selen sowie Vitamine und Mineralstoffe stärken die Haarwurzel, regen die Durchblutung der Kopfhaut an und bekämpfen Infektionen und Pilze, die das Haarwachstum beeinträchtigen können. Für eine Haarkur wird das Knoblauchöl auf die Kopfhaut aufgetragen, sanft einmassiert und nach 20 bis 30 Minuten mit einem milden Shampoo ausgewaschen.

Knoblauchöl für die Haut

Auch in der Hautpflege hat sich Knoblauch einen Namen gemacht. Der Wirkstoff Allicin und seine Nebenprodukte wirken antibakteriell gegen die Erreger, die Akne und Mitesser verursachen. Laut der Cleveland Clinic kann das Auftragen von Knoblauch auf die Haut bei der Bekämpfung von Akne helfen, da es die verursachenden Bakterien abtötet.[9]

Darüber hinaus unterstützt Knoblauchöl die Hauterneuerung: Es regt die Durchblutung an, fördert die Kollagenbildung und kann das Erscheinungsbild vorzeitiger Falten reduzieren. Eine Studie aus dem Jahr 2016 zeigte, dass Knoblauch Keratinozyten – die Hautzellen, die Keratin produzieren – vor UV-Schäden schützen kann.[10] Überschüssiger Talg wird reguliert, und die Haut erscheint reiner und straffer.

Für eine Gesichtsmaske kann Knoblauchöl mit Tonerde oder Olivenöl kombiniert werden. Bei empfindlicher Haut sollte vorab ein Verträglichkeitstest an einer kleinen Hautstelle durchgeführt werden, da Knoblauch Hautreizungen auslösen kann.

Knoblauchöl für Hunde

Wichtiger Hinweis: Die Verwendung von Knoblauch bei Hunden ist ein kontroverses Thema, das sorgfältige Abwägung erfordert. Knoblauch gehört zur Familie der Lauchgewächse (Allium) und enthält schwefelhaltige Verbindungen, die in hohen Dosen die roten Blutkörperchen von Hunden schädigen und eine sogenannte Heinz-Körperchen-Anämie auslösen können.[11]

Laut dem Merck Veterinary Manual ist Knoblauch drei- bis fünfmal toxischer als Zwiebeln für Hunde. Besonders empfindlich reagieren bestimmte japanische Rassen wie Akita und Shiba Inu.[12] Die Studie von Lee et al. (2000) zeigte, dass bei Hunden, die Knoblauchextrakt in einer Dosis von 5 g pro Kilogramm Körpergewicht über sieben Tage erhielten, Veränderungen an den roten Blutkörperchen auftraten – eine Menge, die deutlich über dem liegt, was üblicherweise verfüttert wird.[13]

Befürworter verweisen darauf, dass die toxische Dosis in der Praxis sehr hoch ist und kleine Mengen frischen Knoblauchs zur Zeckenabwehr eingesetzt werden können. Dennoch raten Tierärzte und die Pet Poison Helpline grundsätzlich zur Vorsicht.[14] Wer Knoblauchöl beim Hund zur Parasitenabwehr einsetzen möchte, sollte unbedingt vorher einen Tierarzt konsultieren und die individuelle Verträglichkeit sowie Rasse und Gesundheitszustand des Hundes berücksichtigen. Als Alternative eignet sich Kokosöl gegen Zecken beim Hund.

Knoblauchöl in der Küche

Als Speiseöl findet Knoblauchöl seine weiteste Verbreitung. Es verfeinert zahlreiche Gerichte und trägt gleichzeitig zu einer gesunden Ernährung bei. Mit Knoblauchöl lassen sich Fleisch und Fisch anbraten, es dient als Dressing für Salate und Saucen und kann pur als geschmackliche Aufwertung von Baguette, Pizza oder Langos verwendet werden.

Dem Knoblauchöl können verschiedene Gewürze und Kräuter hinzugefügt werden, um individuelle Geschmacksnuancen zu kreieren – etwa Rosmarin, Chili, Thymian oder Basilikum. Ein Schuss Knoblauchöl verleiht auch Spaghetti aglio e olio oder Gambas al ajillo ihren charakteristischen Geschmack. Wer eigene Kräuteröle selber machen möchte, findet in Knoblauchöl eine hervorragende Basis. Beim Erhitzen ist der relativ niedrige Rauchpunkt von etwa 130 °C zu beachten – Knoblauchöl eignet sich daher besser zum schonenden Braten bei mittlerer Hitze.

Knoblauchöl herstellen

Die Herstellung von reinem ätherischem Knoblauchöl erfordert eine Wasserdampfdestillation und große Mengen Knoblauch, da der Ölanteil nur etwa 0,2 bis 0,3 Prozent beträgt. Dafür wird ein Destillationsapparat benötigt, bestehend aus einem Behälter für den zerkleinerten Knoblauch, einem Wasserkessel zur Dampferzeugung und einem Kühler, in dem sich Öl und Wasser trennen. Aufgrund der Komplexität dieses Verfahrens geschieht die Herstellung des reinen ätherischen Öls in der Regel in Laboren und industriellen Anlagen.

Deutlich einfacher ist die Herstellung von aromatisiertem Knoblauchöl für die Küche. Ein ausführliches Rezept finden Sie im Artikel Knoblauchöl selber machen. Hier die grundlegenden Schritte:

Den Knoblauch schälen und in feine Scheiben schneiden oder leicht andrücken. Die Knoblauchstücke in ein sauberes, sterilisiertes Gefäß geben. Mit einem hochwertigen Trägeröl wie Olivenöl, Sonnenblumenöl oder Rapsöl übergießen, bis der Knoblauch vollständig bedeckt ist. Das Öl im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von maximal einer Woche verbrauchen. Alternativ kann der Knoblauch vor dem Einlegen in Öl kurz erhitzt werden, um die Sicherheit zu erhöhen.

Sicherheitshinweis: Beachten Sie unbedingt die Hinweise im Abschnitt Botulismus-Risiko vermeiden, um gesundheitliche Gefahren bei der Herstellung auszuschließen.

Haltbarkeit und Lagerung von Knoblauchöl

Die Haltbarkeit von Knoblauchöl hängt entscheidend von der Art des Öls und der Lagerung ab:

Selbstgemachtes Knoblauchöl (kalt angesetzt): Maximal 4 bis 7 Tage im Kühlschrank aufbewahren und zeitnah verbrauchen. Niemals bei Raumtemperatur lagern, da sich unter Sauerstoffausschluss das Bakterium Clostridium botulinum vermehren kann.[15]

Selbstgemachtes Knoblauchöl (erhitzt): Wird der Knoblauch vor dem Einlegen in Öl bei mindestens 100 °C blanchiert oder im heißen Öl angebraten, verlängert sich die Haltbarkeit auf etwa 2 bis 3 Wochen im Kühlschrank. Eine vollständige Abtötung aller Sporen ist jedoch erst ab 121 °C sichergestellt.

Reines ätherisches Knoblauchöl: Kühl, dunkel und gut verschlossen gelagert mindestens 1 bis 2 Jahre haltbar.

Gekauftes Knoblauch-Speiseöl: Enthält in der Regel Säuerungsmittel (z. B. Zitronensäure), die das Bakterienwachstum hemmen. Haltbar gemäß dem Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackung.

Generell gilt: Knoblauchöl sollte stets im Kühlschrank gelagert werden. Trübungen, Bläschenbildung, unangenehmer Geruch oder Schimmel sind Anzeichen für Verderb – in diesem Fall das Öl sofort entsorgen.

Botulismus-Risiko bei Knoblauchöl vermeiden

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt ausdrücklich vor den Gefahren selbst hergestellter Kräuteröle und in Öl eingelegtem Gemüse, insbesondere Knoblauch in Öl.[15]

Der Hintergrund: Knoblauch kann auf seiner Oberfläche Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum tragen, die im Erdreich weit verbreitet sind. Wird Knoblauch in Öl eingelegt, entsteht eine sauerstofffreie (anaerobe) Umgebung – ideale Bedingungen für das Bakterium, sich zu vermehren und das extrem gefährliche Nervengift Botulinumtoxin zu produzieren. Botulismus ist eine schwere, potenziell tödliche Erkrankung, die mit Übelkeit, Sehstörungen, Sprachstörungen und im schlimmsten Fall Atemlähmung einhergeht.[15]

In der Vergangenheit wurden mehrere Krankheitsausbrüche nach dem Verzehr von in Öl eingelegtem Knoblauch aus den USA und Kanada dokumentiert. Auch in Deutschland treten vereinzelt Botulismus-Fälle auf.

So minimieren Sie das Risiko:

Selbstgemachtes Knoblauchöl immer im Kühlschrank (unter 4 °C) aufbewahren und innerhalb von maximal einer Woche verbrauchen. Den Knoblauch vor dem Einlegen in Öl erhitzen – entweder blanchieren oder im heißen Öl anbraten. Eine sichere Abtötung der Sporen ist laut BfR erst ab 121 °C möglich, die im Haushalt nicht erreichbar ist. Den pH-Wert durch Zugabe von Essig oder Zitronensaft senken (unter pH 4,6), da sich C. botulinum in saurem Milieu nicht vermehren kann. Auf strenge Küchenhygiene achten: Gläser und Utensilien sterilisieren, frischen Knoblauch gründlich waschen. Im Zweifelsfall gekauftes Knoblauchöl bevorzugen, das industriell hergestellt und mit Säuerungsmitteln versetzt ist.

Dosierung und Einnahme von Knoblauchöl

Knoblauch in der täglichen Ernährung kann nach persönlicher Vorliebe dosiert werden. Um eine gesundheitsfördernde Wirkung zu erzielen, empfehlen Experten den täglichen Verzehr von etwa einer Knoblauchzehe bzw. 2 bis 5 g frischem Knoblauch.[6]

Das konzentrierte ätherische Öl sollte dagegen sparsam dosiert werden, da es die Wirkstoffe in hochkonzentrierter Form enthält. Täglich 1 bis 3 Tropfen, verdünnt in einem Trägeröl oder einem Getränk, sind in der Regel ausreichend. Bei Knoblauchöl-Kapseln hängt die Dosierung vom jeweiligen Produkt ab – die Einnahme sollte stets gemäß der Herstellerangaben erfolgen.

Von einer höheren Einnahme ist abzuraten bei gleichzeitiger Einnahme blutgerinnungshemmender Medikamente, niedrigem Blutdruck, Nierenerkrankungen oder geplanten Operationen. Knoblauch kann die Wirkung von Blutverdünnern verstärken.[6] Im Zweifelsfall sollte die Einnahme mit einem Arzt besprochen werden. Auch während der Schwangerschaft ist bei der Einnahme konzentrierter Knoblauchpräparate Vorsicht geboten.

Knoblauchöl Nebenwirkungen

Knoblauch gilt bei normaler Dosierung als sicheres Lebensmittel. In höheren Mengen oder bei empfindlichen Personen können jedoch folgende Nebenwirkungen auftreten:

Magen-Darm-Beschwerden: Sodbrennen, Blähungen, Übelkeit und Durchfall gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen, insbesondere bei Einnahme auf nüchternen Magen.

Mundgeruch und Körpergeruch: Die schwefelhaltigen Verbindungen werden über die Atemluft und Haut ausgeschieden und können für einen anhaltenden Geruch sorgen.

Hautreizungen: Bei äußerlicher Anwendung kann pures Knoblauchöl Kontaktdermatitis oder chemische Verbrennungen verursachen. Ätherisches Knoblauchöl sollte deshalb stets mit einem Trägeröl verdünnt werden.

Blutverdünnende Wirkung: Knoblauch hemmt die Thrombozytenaggregation. Bei Personen, die Antikoagulanzien wie Warfarin oder ASS einnehmen, besteht ein erhöhtes Blutungsrisiko.[5]

Allergische Reaktionen: In seltenen Fällen können Allergien gegen Lauchgewächse auftreten, die sich in Hautausschlag, Juckreiz oder Atembeschwerden äußern.

Wechselwirkungen mit Medikamenten: Neben Blutverdünnern kann Knoblauch auch die Wirksamkeit bestimmter HIV-Medikamente und Immunsuppressiva beeinflussen.[5] Bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten sollte vorab ärztlicher Rat eingeholt werden.

Knoblauchöl kaufen – Worauf sollte geachtet werden?

Beim Kauf von Knoblauchöl ist zunächst die gewünschte Verwendungsart zu klären. Handelt es sich um ein Speiseöl für die Küche, ein ätherisches Öl für Heilzwecke oder um Kapseln zur Nahrungsergänzung?

Speiseöl: Normales Knoblauchöl für die Küche ist am häufigsten erhältlich und die günstigste Variante. Achten Sie auf die Qualität des verwendeten Basisöls – Olivenöl mit Knoblauch ist besonders beliebt. Hochwertige Produkte verwenden kaltgepresste Basisöle und echte Knoblauchstücke statt Aromen.

Ätherisches Öl: Für therapeutische Anwendungen sollte auf Reinheit, Herkunft und biologischen Anbau geachtet werden. Ein hochwertiges ätherisches Knoblauchöl ist 100 % naturrein, durch Wasserdampfdestillation gewonnen und frei von synthetischen Zusätzen. Der Preis liegt deutlich über dem von Speiseölen.

Kapseln: Knoblauchöl-Kapseln eignen sich für die unkomplizierte tägliche Einnahme. Achten Sie auf standardisierten Allicin-Gehalt, die Verwendung magenresistenter Kapseln (für bessere Verträglichkeit) und das Fehlen unnötiger Füllstoffe.

Knoblauchöl Verkaufsformen

Knoblauchöl ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, die jeweils eigene Vor- und Nachteile haben:

Reines ätherisches Öl: Enthält die höchste Konzentration an Wirkstoffen. Der Nachteil ist der intensive Knoblauchgeruch. Es muss vor der Anwendung mit einem Trägeröl verdünnt werden und ist nicht zum Kochen geeignet.

Aromatisiertes Speiseöl: Ideal für die Küche, mit milderem Geschmack als rohes Knoblauchöl. Erhältlich in Supermärkten, Feinkostläden und online. Die Wirkstoffkonzentration ist geringer als beim reinen ätherischen Öl.

Kapseln: Der Vorteil gegenüber dem flüssigen Öl ist die Geruchsneutralität und die einfache Dosierung. In der Kritik stehen Kapseln bezüglich der Bioverfügbarkeit der enthaltenen Wirkstoffe und möglicher Zusatzstoffe wie Gelatine oder Trennmittel. Wer ein möglichst naturnahes Produkt bevorzugt, ist mit dem reinen ätherischen Öl besser beraten. Magenresistente Kapseln bieten den Vorteil, dass die Wirkstoffe erst im Darm freigesetzt werden und Magenreizungen vermieden werden.

Häufige Fragen zu Knoblauchöl

Ist Knoblauchöl gesund?

Ja, Knoblauchöl enthält zahlreiche bioaktive Schwefelverbindungen wie Allicin, Diallyldisulfid und Ajoen, die antibakteriell, antioxidativ und kardiovaskulär schützend wirken. Regelmäßiger Verzehr kann den Blutdruck und die Blutfettwerte senken sowie das Immunsystem stärken.[2]

Wie lange ist selbstgemachtes Knoblauchöl haltbar?

Kalt angesetztes Knoblauchöl sollte maximal eine Woche im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wird der Knoblauch vor dem Einlegen erhitzt, verlängert sich die Haltbarkeit auf etwa 2 bis 3 Wochen. Bei Raumtemperatur besteht Botulismus-Gefahr – daher das Öl niemals ungekühlt lagern.[15]

Kann man mit Knoblauchöl braten?

Knoblauchöl eignet sich zum Braten bei mittlerer Hitze. Der Rauchpunkt liegt bei etwa 130 °C, weshalb starkes Erhitzen vermieden werden sollte. Für hohe Temperaturen empfiehlt sich ein Öl mit höherem Rauchpunkt als Basis.

Ist Knoblauchöl für Hunde giftig?

Knoblauch kann in höheren Dosen giftig für Hunde sein und eine hämolytische Anämie auslösen. Das Merck Veterinary Manual stuft Knoblauch als drei- bis fünfmal toxischer ein als Zwiebeln für Hunde.[12] Die Verwendung von Knoblauchöl beim Hund sollte nur nach tierärztlicher Beratung erfolgen.

Welches Öl eignet sich am besten für Knoblauchöl?

Für die Küche eignen sich geschmacksneutrale Öle wie Rapsöl oder Sonnenblumenöl sowie geschmacklich passendes Olivenöl. Die Wahl des Basisöls beeinflusst Geschmack, Haltbarkeit und Nährstoffprofil des fertigen Knoblauchöls.

Muss Knoblauchöl in den Kühlschrank?

Ja, selbstgemachtes Knoblauchöl muss unbedingt im Kühlschrank aufbewahrt werden, um das Wachstum des Bakteriums Clostridium botulinum zu verhindern. Gekauftes Knoblauchöl mit Konservierungsstoffen kann gemäß Herstellerangaben auch bei Raumtemperatur gelagert werden.

Quellenverzeichnis

  1. Huang, W., et al. (2023). Bioactivity and health effects of garlic essential oil: A review. Food Science & Nutrition, 11(7), 3219–3240. doi:10.1002/fsn3.3253
  2. Shang, A., et al. (2019). Bioactive Compounds and Biological Functions of Garlic (Allium sativum L.). Foods, 8(7), 246. doi:10.3390/foods8070246
  3. Lawson, L. D., & Hunsaker, S. M. (2018). Allicin Bioavailability and Bioequivalence from Garlic Supplements and Garlic Foods. Nutrients, 10(7), 812. doi:10.3390/nu10070812
  4. Rana, S. V., et al. (2011). Garlic in health and disease. Nutrition Research Reviews, 24(1), 60–71. doi:10.1017/S0954422410000338
  5. Bayan, L., et al. (2014). Garlic: a review of potential therapeutic effects. Avicenna Journal of Phytomedicine, 4(1), 1–14. PMID: 25050296
  6. Sobenin, I. A., et al. (2020). Potential Health Benefit of Garlic Based on Human Intervention Studies: A Brief Overview. Antioxidants, 9(7), 619. doi:10.3390/antiox9070619
  7. Hajheydari, Z., et al. (2007). Combination of topical garlic gel and betamethasone valerate cream in the treatment of localized alopecia areata. Indian Journal of Dermatology, Venereology and Leprology, 73(1), 29–32. doi:10.4103/0378-6323.30648
  8. Kılınç, F., et al. (2023). Garlic Exosomes Promote Hair Growth Through the Wnt/β-catenin Pathway and Growth Factors. Cureus, 15(8), e43386. doi:10.7759/cureus.43386
  9. Cleveland Clinic (2022). 6 Surprising Ways Garlic Boosts Your Health. Abgerufen von: health.clevelandclinic.org
  10. Kim, H. K., et al. (2016). Protective Effect of Garlic on Cellular Senescence in UVB-Exposed HaCaT Keratinocytes. Nutrients, 8(8), 464. doi:10.3390/nu8080464
  11. Salgado, B. S., et al. (2011). Allium species poisoning in dogs and cats. Journal of Venomous Animals and Toxins including Tropical Diseases, 17(1), 4–11. doi:10.1590/S1678-91992011000100002
  12. Merck Veterinary Manual (2024). Garlic and Onion (Allium spp) Toxicosis in Animals. Abgerufen von: merckvetmanual.com
  13. Lee, K. W., et al. (2000). Hematologic changes associated with the appearance of eccentrocytes after intragastric administration of garlic extract to dogs. American Journal of Veterinary Research, 61(11), 1446–1450. doi:10.2460/ajvr.2000.61.1446
  14. Pet Poison Helpline (2024). Garlic Toxicity. Abgerufen von: petpoisonhelpline.com
  15. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (2015). Selbst hergestellte Kräuteröle und in Öl eingelegte Gemüse bergen gesundheitliche Risiken. Stellungnahme Nr. 002/2016.