Granatapfelöl wird aus den Samen der Frucht Punica granatum durch schonende Kaltpressung gewonnen und gilt als eines der wertvollsten Pflanzenöle in der Naturkosmetik und Gesundheitspflege. Das Öl besteht zu etwa 65–80 % aus Punicinsäure – einer seltenen Omega-5-Fettsäure, die in keinem anderen Pflanzenöl in vergleichbarer Konzentration vorkommt.[1] Dank seiner regenerativen, entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften ist Granatapfelöl ein gefragter Inhaltsstoff in Anti-Aging-Seren, Feuchtigkeitscremes, Massageölen und Haarpflegeprodukten. Bereits wenige Tropfen des goldgelben Öls reichen aus, um die Haut nachhaltig mit Feuchtigkeit zu versorgen und die Zellregeneration zu fördern.
Die Gewinnung von Granatapfelöl
Granatapfelöl wird aus den kleinen, rubinroten Samenkernen des Granatapfels (Punica granatum) gewonnen. Diese essbaren Samenkörner besitzen einen süß-herben Geschmack und sind reich an bioaktiven Verbindungen, die sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet zahlreiche gesundheitliche Vorteile bieten.
Beim Extraktionsprozess wird das Öl durch Kaltpressung aus den reifen Samen gewonnen. Diese schonende Methode stellt sicher, dass die empfindlichen Nährstoffe, Enzyme und Vitamine im Öl erhalten bleiben. Die Kaltpressung gilt als bevorzugte Methode, da sie im Vergleich zur Lösungsmittelextraktion oder superkritischen CO₂-Extraktion die beste physiochemische und ernährungsphysiologische Qualität liefert.[2] Um einen Liter kaltgepresstes Granatapfelsamenöl herzustellen, werden etwa 90 Kilogramm frische Granatapfelsamen benötigt – was das Öl zu einem der kostbarsten Pflanzenöle macht.
Das gewonnene Rohöl hat eine leichte, dünnflüssige Konsistenz. Seine Farbe reicht von hellgelb bis goldgelb und es weist ein für Omega-5-Fettsäuren charakteristisches, leicht fruchtiges Aroma auf. Wird das Öl weiter raffiniert, kann es farblos bis gelb erscheinen, während die Farbe des unraffinierten Öls von Bernstein über Orange bis hin zu Dunkelrot variieren kann. Der Lipidgehalt der Samen liegt bei 12–20 % des Gesamtgewichts.[3]
Hochwertiges kaltgepresstes Granatapfelöl ist:
- naturrein und ohne Zusätze
- frei von Farbstoffen und Duftstoffen
- frei von Konservierungsmitteln
- für natürliche Kosmetik geeignet
- zu 100 % aus den Samen von Punica granatum gewonnen
Die Inhaltsstoffe von Granatapfelöl
Die Zusammensetzung von Granatapfelöl ist außergewöhnlich: Das Öl enthält über 95 % Triglyceride und zeichnet sich durch eine einzigartige Fettsäurezusammensetzung aus.[4] Die wichtigsten Bestandteile sind Punicinsäure, Linolsäure, Ölsäure, Stearinsäure, Palmitinsäure, Phytosterole sowie Vitamin E (Tocopherol).
Punicinsäure (ca. 65–80 %) – Die auch als Trichosansäure bezeichnete Omega-5-Fettsäure ist eine konjugierte Linolensäure (CLnA) und der Hauptwirkstoff im Granatapfelsamenöl. Sie erhöht die Kollagenproduktion, fördert die Zellteilung der Keratinozyten in der Epidermis und wirkt entzündungshemmend sowie antioxidativ.[1] Studien zeigen zudem antikarcinogene und antidiabetische Eigenschaften.[5]
Linolsäure (ca. 7–9 %) – Diese Omega-6-Fettsäure unterstützt die Hautbarriere, fördert die Wundheilung und besitzt entzündungshemmende Eigenschaften. Sie beruhigt Akne und verbessert die Feuchtigkeitsaufnahme in Haut und Haar.
Ölsäure (ca. 6–9 %) – Die Omega-9-Fettsäure sorgt für eine geschmeidige Haut, stimuliert das Haarwachstum und besitzt antioxidative Eigenschaften. Sie stärkt das Immunsystem und kann Gelenkentzündungen lindern.
Stearinsäure (ca. 2–6 %) – Diese gesättigte Fettsäure besitzt hautreingende Eigenschaften und befreit Haut und Haare von übermäßigem Talg. Sie wirkt rückfettend und schützt die natürliche Hautbarriere.
Palmitinsäure (ca. 5–8 %) – Diese gesättigte Fettsäure macht Haut und Haar weich und geschmeidig und unterstützt die Aufnahme anderer Wirkstoffe.
Phytosterole (β-Sitosterol, Stigmasterol, Campesterol) – Sie steigern die Kollagenproduktion, schützen die Haut vor UV-bedingten Schäden und besitzen östrogene Eigenschaften. Phytosterole stärken außerdem das Immunsystem und fördern die Regeneration der Haut.[6]
Vitamin E (Tocopherol) – Das natürliche Antioxidans fördert die Durchblutung, verlangsamt die Hautalterung und schützt die Zellen vor oxidativem Stress. Vitamin E kann unreine Haut reparieren und Narben mildern. Es bewahrt Haut und Haar zudem vor Feuchtigkeitsverlust.
Isoflavone (Genistein, Daidzein) – Diese Phytoöstrogene erhöhen die Hautdichte, stimulieren die Biosynthese von Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure und wirken so gegen Faltenbildung.[1]
Wirkung und Vorteile von Granatapfelöl
Granatapfelöl enthält eine beeindruckende Bandbreite an bioaktiven Verbindungen, deren Wirkung in zahlreichen Studien untersucht wurde. Die Hauptwirkungen lassen sich in mehrere Bereiche einteilen:
Antioxidative Wirkung: Granatapfelsamenöl zeigt eine starke antioxidative Aktivität – laut Forschungsergebnissen sogar stärker als Rotwein und vergleichbar mit der von grünem Tee.[1] Die enthaltenen Polyphenole, Tocopherole und Punicinsäure neutralisieren freie Radikale und schützen die Zellen vor oxidativen Schäden. Dies macht das Öl zu einem wirksamen Anti-Aging-Wirkstoff.
Entzündungshemmende Wirkung: Die Punicinsäure und die Flavonoide im Öl hemmen die Aktivität von Prostaglandinen und entzündungsfördernden Enzymen.[1] Dadurch kann Granatapfelöl Entzündungen reduzieren, die durch Hauterkrankungen wie Psoriasis, Ekzem und Akne verursacht werden. Eine 2025 veröffentlichte Studie bestätigte, dass Granatapfelsamenöl pro-inflammatorische Zytokine (IL-6, IL-8, TNF-α) in Hautzellen signifikant unterdrückt.[7]
Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System: Studien deuten darauf hin, dass Granatapfelöl dazu beitragen kann, den Triglyceridspiegel zu senken und das HDL-Cholesterin (das „gute" Cholesterin) zu erhöhen. In einem aktuellen Review aus dem Jahr 2025 wird Punicinsäure als vielversprechende kardioprotektive Substanz beschrieben, die Lipidprofile verbessert und entzündungshemmend auf das Gefäßsystem wirkt.[3] Für eindeutige Empfehlungen beim Menschen sind jedoch noch weitere klinische Studien erforderlich.
Wirkung auf den Blutzucker: Die in Granatapfelöl enthaltene Punicinsäure hat in Tierversuchen eine blutzuckerregulierende Wirkung gezeigt und die Insulinsensitivität verbessert.[5] Khajebishak et al. (2019) beschrieben Punicinsäure als vielversprechende Substanz im Management von Typ-2-Diabetes.[8]
Hautregeneration und Anti-Aging: Granatapfelsamenöl stimuliert die Bildung von Keratinozyten – den Hauptzellen der Epidermis – und verdickt dadurch die Oberhaut.[1] Gleichzeitig fördert es die Kollagenproduktion über die Stimulation der dermalen Fibroblasten.[9] Die Wundheilung wird in Fibroblasten um etwa 20 % beschleunigt.[7]
Potenzielle Krebsprävention: Granatapfelsamenöl enthält etwa 80 % Punicinsäure, eine Omega-5-Fettsäure. In vitro- und in vivo-Studien zeigten antikarcinogene Effekte, unter anderem durch Induktion der Apoptose in Krebszellen und Hemmung der Angiogenese.[4] Diese Ergebnisse stammen hauptsächlich aus Labor- und Tierstudien; klinische Studien am Menschen stehen noch aus.
Anwendungsgebiete von Granatapfelöl
Die Anwendung von Granatapfelöl ist vielseitig: Das Öl findet sich in Massageölen, Gesichtsseren, Duschgels, Lotionen, Cremes, Lippenbalsamen, Shampoos und anderen Haarpflegeprodukten. Dank seiner leichten Konsistenz und guten Verträglichkeit kann es sowohl pur als auch als Bestandteil von Mischungen eingesetzt werden.
Granatapfelöl für die Haut
Granatapfelöl besitzt antimikrobielle, entzündungshemmende und regenerative Eigenschaften, die es zu einem wertvollen Wirkstoff in der Hautpflege machen.[7]
Gegen Hautalterung und Falten: Die reichhaltige Kombination aus Punicinsäure, Vitaminen A, C, E und K sowie Phytoöstrogenen macht Granatapfelöl zu einem wirkungsvollen Anti-Aging-Öl. Es neutralisiert freie Radikale, die für vorzeitige Hautalterung verantwortlich sind, und fördert die Kollagenproduktion. Die im Öl enthaltenen Isoflavone Genistein und Daidzein stimulieren die Biosynthese von Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure, was der Faltenbildung entgegenwirkt.[1] Zudem hemmt das Öl Alterungsenzyme wie Tyrosinase, Elastase, Kollagenase und Hyaluronidase.[10]
Als Feuchtigkeitscreme: Das Öl zieht schnell in die Haut ein und hinterlässt keinen fettigen Film. Die enthaltenen mehrfach ungesättigten Fettsäuren bilden einen natürlichen Okklusionsfilm auf der Haut, der den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) reduziert und die Feuchtigkeit in der Epidermis bewahrt.[1] Granatapfelöl eignet sich daher auch für Aknepatienten, da es zugleich antimikrobiell wirkt und Feuchtigkeit spendet. Besonders trockene Hauttypen sowie Hauterkrankungen wie Psoriasis oder sonnenverbrannte Haut profitieren von der revitalisierenden Wirkung.
Bei Hauterkrankungen: Granatapfelsamenöl wird erfolgreich bei der Behandlung von Akne vulgaris, Rosacea und als unterstützende Maßnahme bei der Prophylaxe von UV-induziertem Hautkrebs (Photokarzinogenese) eingesetzt.[1] Die entzündungshemmenden Eigenschaften der Punicinsäure und Flavonoide lindern Rötungen und Schwellungen. Wer unter Akne leidet, kann das Öl mit einem Trägeröl mischen und als Serum verwenden.
Granatapfelöl für das Gesicht
Granatapfelöl ist ein hervorragendes Gesichtsöl, das sich für alle Hauttypen eignet. Mit seiner leichten Textur dringt es schnell in die Haut ein, ohne die Poren zu verstopfen. Es kann pur als Serum nach der Reinigung aufgetragen oder mit wenigen Tropfen der täglichen Feuchtigkeitscreme beigemischt werden.
Für die Gesichtspflege empfiehlt sich die Kombination mit anderen hochwertigen Ölen wie Hagebuttenöl oder Arganöl. Einige Tropfen Granatapfelöl in der abendlichen Pflegeroutine unterstützen die Zellerneuerung über Nacht und können dazu beitragen, Pigmentflecken aufzuhellen und den Hautton zu ebnen. Die im Öl enthaltenen Verbindungen regulieren Signalwege, die die Melaninsynthese beeinflussen, und fördern so ein gleichmäßigeres Hautbild.
Granatapfelöl für die Haare
Granatapfelöl kann direkt auf die Haarsträhnen und die Kopfhaut aufgetragen werden. Das Öl verleiht stumpfem Haar wieder Glanz, repariert Schäden durch Umwelteinflüsse und schützt das Haar vor weiteren Belastungen. Es revitalisiert, pflegt und kräftigt das Haar nachhaltig.
Für eine intensive Haarkur können einige Tropfen in ein natürliches Shampoo oder eine Spülung gegeben werden. Die antifungalen Eigenschaften des Öls helfen, Schuppen und Kopfhautentzündungen zu beseitigen. Durch die Stimulierung der Durchblutung der Kopfhaut wird das Wachstum von gesunden, neuen Haaren gefördert. Als Haarmaske das Öl in die Längen und Spitzen einarbeiten, 30 Minuten einwirken lassen und anschließend gründlich ausspülen. Wer weitere Öle für die Haarpflege sucht, findet in Kokosöl eine bewährte Ergänzung.
Granatapfelöl für den Intimbereich
Granatapfelöl wird zunehmend als natürliches Pflegeöl für den Intimbereich empfohlen – insbesondere bei Scheidentrockenheit. Die im Öl enthaltenen Phytoöstrogene (β-Sitosterol, Campesterol, Stigmasterol) können dazu beitragen, die Schleimhäute im Vaginalbereich zu pflegen und mit Feuchtigkeit zu versorgen.
Eine klinische Kohortenstudie von Huber et al. (2017) am Universitätsklinikum Freiburg zeigte, dass die orale Einnahme von 1.000 mg Granatapfelsamenöl täglich über acht Wochen die Symptome einer trockenen Scheide signifikant verbesserte (von einem Symptomscore von 1,32 auf 0,85; p < 0,001).[11] Für die äußerliche Anwendung im Intimbereich kann das Öl sparsam auf die äußeren Schleimhäute aufgetragen werden. Achten Sie darauf, ausschließlich reines, kaltgepresstes und bio-zertifiziertes Granatapfelöl ohne Zusätze zu verwenden. Bei anhaltenden Beschwerden sollte jedoch immer ein Arzt oder eine Ärztin konsultiert werden.
Granatapfelöl in den Wechseljahren
Granatapfelsamenöl enthält Phytoöstrogene, die als natürliche Alternative zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden erforscht werden. In der Volksmedizin des Mittelmeerraums und in der ayurvedischen Tradition werden Granatapfelsamen seit Langem zur Behandlung verschiedener Frauenleiden eingesetzt.
Die bereits genannte Studie von Huber et al. (2017) untersuchte die Wirksamkeit von Granatapfelsamenöl bei Wechseljahresbeschwerden. Die Ergebnisse zeigten signifikante Verbesserungen bei Hitzewallungen (Symptomscore von 2,32 auf 1,41; p < 0,001), Schlafstörungen, Erschöpfung, Reizbarkeit und depressiver Verstimmung. Der Östrogenspiegel wurde durch die Einnahme nicht signifikant beeinflusst.[11]
Eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie von Auerbach et al. (2012) konnte nach 12 Wochen keinen signifikanten Unterschied bei Hitzewallungen im Vergleich zu Placebo feststellen, beobachtete jedoch deutliche Verbesserungen bei Schlafstörungen.[12] Eine iranische Studie aus 2022 zeigte hingegen, dass ein Granatapfel-Supplement nach vier Wochen die Wechseljahressymptome signifikant verbesserte und die Lebensqualität steigerte – auch drei Wochen nach Absetzen hielten die Verbesserungen an.[13]
Die Studienlage ist also vielversprechend, aber noch nicht abschließend. Wer Granatapfelöl bei Wechseljahresbeschwerden einnehmen möchte, sollte dies mit dem behandelnden Arzt besprechen. Die übliche Dosierung in Studien lag bei 500–1.000 mg Granatapfelsamenöl pro Tag in Kapselform.
Granatapfelöl zum Einnehmen in Kapselform
Granatapfelöl ist nicht nur in flüssiger Form, sondern auch als Kapseln erhältlich. Die orale Einnahme bietet therapeutische Vorteile für den gesamten Organismus: Das Öl gelangt in den Blutkreislauf und versorgt die Haut von innen mit Nährstoffen. Die Kapseln vereinfachen die Dosierung und eignen sich gut als tägliche Nahrungsergänzung.
Studien deuten darauf hin, dass die orale Einnahme von Granatapfelsamenöl positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben kann. In Tierversuchen wurde gezeigt, dass das Öl den Triglyceridspiegel senkt, das Lipidprofil verbessert und die Insulinsensitivität steigert.[3][5] Zudem kann es Gelenkschmerzen bei Arthritis lindern, da die Punicinsäure entzündungshemmend wirkt.
Die übliche Dosierung beträgt ein bis zwei Kapseln à 500 mg pro Tag, idealerweise zu den Mahlzeiten. Beachten Sie stets die Herstellerangaben auf der Verpackung und sprechen Sie bei Unsicherheiten mit Ihrem Arzt. Weitere Informationen zur inneren Anwendung von Ölen als Nahrungsergänzung können ebenfalls hilfreich sein.
Ist Granatapfelöl komedogen?
Granatapfelöl hat auf der Komedogenitätsskala (0–5) einen Wert von 1, was bedeutet, dass es die Poren kaum verstopft. Es gilt daher als nicht-komedogen und ist für alle Hauttypen geeignet – auch für fettige und zu Akne neigende Haut. Zum Vergleich: Kokosöl hat einen Wert von 4 und ist damit deutlich komedogener.
Die niedrige Komedogenität von Granatapfelöl lässt sich durch seinen hohen Anteil an Punicinsäure und Linolsäure erklären, die beide als hautfreundlich und nicht-porenverstopfend gelten. Das Öl zieht schnell in die Haut ein und hinterlässt keinen fettigen Film, was es ideal für die tägliche Gesichtspflege macht. Wer generell empfindlich auf Öle reagiert, sollte zunächst einen Verträglichkeitstest an einer kleinen Hautstelle durchführen. Eine ausführliche Übersicht zu diesem Thema finden Sie in unserem Ratgeber über komedogene und nicht-komedogene Öle.
Granatapfelöl selber machen
Reines Granatapfelsamenöl lässt sich im Heimverfahren nur bedingt herstellen, da die Kaltpressung eine professionelle Ölpresse erfordert. Für den Eigenbedarf gibt es jedoch eine einfache Methode, ein Granatapfel-Ölauszug (Mazerat) herzustellen:
Anleitung für ein Granatapfel-Mazerat:
Entkernen Sie drei bis vier reife Granatäpfel und trocknen Sie die Samen schonend bei niedriger Temperatur (unter 40 °C) im Backofen oder Dörrgerät. Die getrockneten Samen in ein sauberes Glasgefäß füllen und mit einem hochwertigen Jojobaöl oder Mandelöl vollständig bedecken. Das Gefäß verschließen und an einem dunklen, warmen Ort vier bis sechs Wochen ziehen lassen. Dabei täglich leicht schütteln. Nach der Mazeration das Öl durch ein feines Sieb oder Mulltuch abseihen. Das fertige Mazerat kühl und dunkel aufbewahren.
Dieses Mazerat enthält zwar nicht die konzentrierte Punicinsäure eines kaltgepressten Samenöls, kann aber die pflegenden Eigenschaften der Granatapfelsamen auf das Trägeröl übertragen. Für eine höhere Wirkstoffkonzentration empfiehlt es sich, reines kaltgepresstes Granatapfelöl in Bio-Qualität zu kaufen.
Dosierung und Einnahme von Granatapfelöl
Äußerliche Anwendung: Da kaltgepresstes Granatapfelöl hochkonzentriert ist, genügen bereits zwei bis drei Tropfen pro Anwendung. Für die Gesichtspflege das Öl nach der Reinigung auf die leicht feuchte Haut auftragen und sanft einmassieren. Für die Haarpflege einige Tropfen in die Spitzen und Längen einarbeiten oder dem Shampoo beimischen. Das Öl kann auch mit einem Trägeröl verdünnt werden, um größere Körperbereiche zu behandeln.
Innerliche Anwendung: In Studien wurden typischerweise Dosierungen von 500–1.000 mg Granatapfelsamenöl pro Tag in Kapselform verwendet.[11] Beachten Sie die Herstellerangaben und beginnen Sie mit einer niedrigeren Dosierung, um die Verträglichkeit zu testen. Die Kapseln können zu den Mahlzeiten mit etwas Wasser eingenommen werden. Das Öl zum Essen einzunehmen ist ebenfalls möglich: Einige Tropfen reines Granatapfelöl können einem Salat, Smoothie oder Müsli hinzugefügt werden.
Nebenwirkungen und Schwangerschaft
In den empfohlenen Dosierungen gilt die Verwendung von Granatapfelöl als sicher, und es sind keine schwerwiegenden Nebenwirkungen bekannt.[14] Dennoch gibt es einige wichtige Hinweise zu beachten:
Allergische Reaktionen: In seltenen Fällen kann eine Allergie gegen Granatäpfel bestehen. Personen, die gegen Pollen allergisch sind, haben ein leicht erhöhtes Risiko für Kreuzallergien. Führen Sie vor der ersten Anwendung einen Hautverträglichkeitstest an der Innenseite des Unterarms durch.
Wechselwirkungen mit Medikamenten: Granatapfelöl enthält Verbindungen, die den Abbau bestimmter Medikamente in der Leber beeinflussen können. Sprechen Sie daher vor der Einnahme mit Ihrem Arzt, wenn Sie Medikamente einnehmen – insbesondere Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder Blutverdünner.
Schwangerschaft und Stillzeit: Zur Anwendung von Granatapfelöl während der Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine ausreichenden Studien vor. Da das Öl Phytoöstrogene enthält, die den Hormonhaushalt beeinflussen können, sollten Schwangere und Stillende vor der Anwendung Rücksprache mit ihrem Arzt halten.
Haltbarkeit und Lagerung von Granatapfelöl
Wie alle Pflanzenöle ist auch Granatapfelöl licht- und wärmeempfindlich. Die Haltbarkeit hängt von der Sorte und Verarbeitungsqualität ab:
Eine ungeöffnete Flasche kaltgepresstes Granatapfelöl ist bei kühler, dunkler Lagerung in der Regel 12 bis 18 Monate haltbar. Nach dem Öffnen sollte das Öl innerhalb von sechs bis acht Wochen verbraucht werden. Lagern Sie das Öl stets lichtgeschützt und kühl – idealerweise im Kühlschrank. Granatapfelöl kann auch eingefroren werden, um den Oxidationsprozess zu verlangsamen und die Haltbarkeit zu verlängern. Achten Sie auf den typisch nussig-fruchtigen Geruch: Riecht das Öl ranzig, sollte es nicht mehr verwendet werden.
Granatapfelöl kaufen – Worauf sollte geachtet werden?
Granatapfelöl ist in Naturkostläden, Drogerien wie DM und Rossmann, Apotheken und online erhältlich – sowohl als reines Öl als auch in Kapselform. Beim Kauf sollten Sie auf folgende Qualitätskriterien achten:
Stellen Sie sicher, dass das Öl ausschließlich aus den Samen der Pflanze Punica granatum kaltgepresst wurde. Lösungsmittel oder chemische Zusätze sollten keinesfalls verwendet worden sein. Bio-zertifiziertes Granatapfelöl bietet zusätzliche Sicherheit bezüglich der Reinheit. Bekannte Marken wie Primavera bieten hochwertiges Granatapfelsamenöl in Bio-Qualität an, während Weleda Granatapfelöl in Pflegeprodukten verwendet.
Achten Sie auf die Kennzeichnung „100 % rein" und „kaltgepresst". Das Öl sollte eine goldgelbe bis bernsteinfarbene Farbe haben und einen charakteristisch leicht fruchtigen Geruch aufweisen. Prüfen Sie auch das Mindesthaltbarkeitsdatum und die Angaben zur Herkunft der Granatäpfel. Öle aus der Türkei, Iran oder dem Mittelmeerraum gelten als besonders hochwertig.
Die Kapseln können als Nahrungsergänzung eingenommen werden, ohne dass Sie Ihre Ernährung umstellen müssen. Auch das flüssige Öl kann mit anderen Ölen kombiniert werden – etwa mit Leinöl oder Borretschöl. Lesen Sie die Zutatenliste sorgfältig durch und sprechen Sie vor der Verwendung von Granatapfelöl und anderen pflanzlichen Mitteln mit Ihrem Arzt, insbesondere wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen.
Quellen
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- Almoraie, M., Spencer, J., & Wagstaff, C. (2025). Punicic Acid: A Potential Nutraceutical Compound in Pomegranate Seed Oil and Its Cardiovascular Benefits. Foods, 14(14), 2412. doi:10.3390/foods14142412
- Koba, K. & Yanagita, T. (2011). Potential Health Benefits of Pomegranate (Punica granatum) Seed Oil Containing Conjugated Linolenic Acid. In: Nuts and Seeds in Health and Disease Prevention, Academic Press, 919–924.
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- Elfalleh, W. et al. (2024). Phytochemical screening, antioxidant, anti-diabetic, and anti-obesity activities of pomegranate (Punica granatum) seed oil. Scientific Reports, 14, 18954. doi:10.1038/s41598-024-68476-7



