Himbeeren sind weit mehr als nur ein schmackhaftes Sommerobst – aus ihren winzigen Samen wird ein hochwertiges Pflanzenöl gewonnen, das in der Naturkosmetik als wahrer Geheimtipp gilt. Himbeersamenöl ist reich an essenziellen Fettsäuren, Vitamin E und Antioxidantien und wird vor allem für die Haut- und Haarpflege geschätzt. Doch was steckt wirklich in dem kostbaren Öl, wie wird es gewonnen, und was sagt die Wissenschaft zu den oft zitierten UV-Schutz-Versprechen? In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über Himbeersamenöl – von den Inhaltsstoffen über die nachgewiesene Wirkung bis hin zu Anwendungstipps und Kaufempfehlungen.
Die Gewinnung von Himbeersamenöl
Himbeersamenöl (auch Himbeerkernöl genannt) wird aus den kleinen, harten Samen der Himbeere (Rubus idaeus) gewonnen. Bei der industriellen Herstellung werden reife Beeren zunächst durch engmaschige Siebe gedrückt, um das Fruchtmark von den Samenkapseln zu trennen. Dieser Prozess ähnelt dem Vorgehen bei der Saftproduktion, bei der die Samen als Nebenprodukt anfallen – ein Aspekt, der Himbeersamenöl auch aus Sicht der Nachhaltigkeit interessant macht.[1]
Die gewonnenen Samen werden anschließend gewaschen, getrocknet und schonend kaltgepresst. Bei der Kaltpressung bleiben die empfindlichen Fettsäuren, Tocopherole und Carotinoide weitgehend erhalten, da keine hohen Temperaturen eingesetzt werden, die diese wertvollen Inhaltsstoffe zerstören würden.[2] Neben der Kaltpressung kommt in der professionellen Herstellung auch die überkritische CO₂-Extraktion zum Einsatz, die besonders reine Öle liefert.
Für die Gewinnung von einem Liter Himbeersamenöl werden etwa 30 bis 50 kg frische Himbeeren benötigt, da die Ölausbeute aus den Samen bei rund 10 bis 23 Prozent liegt – abhängig von Sorte und Extraktionsmethode.[1][3] Dieser aufwendige Prozess erklärt den vergleichsweise hohen Preis des Öls. Die Himbeerernte erfolgt zudem überwiegend von Hand, da die empfindlichen Früchte leicht zerdrückt werden. Ähnlich wie bei der Gewinnung von Hagebuttenöl handelt es sich also um ein Öl, das aus einem wertvollen Nebenprodukt der Fruchtverarbeitung stammt.
Die Inhaltsstoffe von Himbeersamenöl
Himbeersamenöl zeichnet sich durch einen außergewöhnlich hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren aus – insgesamt machen diese etwa 85 Prozent des Öls aus.[2] Besonders bemerkenswert ist das günstige Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren, das je nach Himbeersorte zwischen 1,2:1 und 2:1 liegt und damit nahe am von Ernährungswissenschaftlern empfohlenen Optimum.[3]
Die wichtigsten Fettsäuren im Himbeersamenöl sind:
- Linolsäure (Omega-6): ca. 45–58 %
- Alpha-Linolensäure (Omega-3): ca. 25–37 %
- Ölsäure (Omega-9): ca. 8–17 %
- Palmitinsäure: ca. 2–3 %
- Stearinsäure: ca. 1–2 %
Darüber hinaus enthält Himbeersamenöl eine beachtliche Menge an Tocopherolen (Vitamin E) – insbesondere γ-Tocopherol mit rund 272 mg/100 g sowie α-Tocopherol mit 71 mg/100 g.[1] Hinzu kommen Carotinoide (etwa 23 mg/100 g), Phytosterole, Phospholipide und Polyphenole, die dem Öl antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften verleihen.[2] Verglichen mit anderen Pflanzenölen wie Traubenkernöl oder Hanföl weist Himbeersamenöl einen der höchsten Alpha-Linolensäure-Gehalte unter den Fruchtsamölen auf.
| Himbeersamenöl – Nährwerte und Fettsäureprofil | |
|---|---|
![]() | |
| 100 g Himbeersamenöl enthält durchschnittlich: | |
| Nährstoff | Menge pro 100 g |
| Energie | ca. 900 kcal |
| Fett | 100 g |
| davon gesättigte Fettsäuren | ca. 4–5 g |
| davon einfach ungesättigte Fettsäuren (Ölsäure) | ca. 8–17 g |
| davon mehrfach ungesättigte Fettsäuren | ca. 70–85 g |
| – Linolsäure (Omega-6) | ca. 45–58 g |
| – Alpha-Linolensäure (Omega-3) | ca. 25–37 g |
| Kohlenhydrate | 0 g |
| Eiweiß | 0 g |
| Vitamin E (Tocopherole gesamt) | ca. 360 mg |
| – davon α-Tocopherol | ca. 71 mg |
| – davon γ-Tocopherol | ca. 272 mg |
| Carotinoide | ca. 23 mg |
| Phospholipide | ca. 3,5 g |
Hinweis: Die Werte können je nach Himbeersorte, Anbaugebiet und Extraktionsmethode variieren. Angaben basieren auf Oomah et al. (2000) und Pieszka et al. (2023).[1][3]
Die Wirkung von Himbeersamenöl
Die Wirkung von Himbeersamenöl beruht vor allem auf seiner einzigartigen Kombination aus essenziellen Fettsäuren, Tocopherolen und Carotinoiden. Diese Inhaltsstoffe entfalten sowohl bei äußerlicher als auch bei innerlicher Anwendung verschiedene positive Effekte.
Antioxidative Wirkung: Der hohe Gehalt an Vitamin E (insbesondere γ-Tocopherol) und Carotinoiden verleiht dem Öl eine starke antioxidative Wirkung. Antioxidantien helfen, freie Radikale zu neutralisieren, die durch UV-Strahlung, Umweltverschmutzung und Stoffwechselprozesse entstehen und die Hautalterung beschleunigen können.[2]
Entzündungshemmende Eigenschaften: Die Alpha-Linolensäure (Omega-3) im Himbeersamenöl wirkt entzündungshemmend. Studien zeigen, dass Himbeersamenöl in dieser Hinsicht sogar stärker wirkt als vergleichbare Pflanzenöle wie Avocadoöl oder Weizenkeimöl.[2] Diese Eigenschaft macht es besonders interessant für empfindliche oder zu Irritationen neigende Haut.
Feuchtigkeitsspendend und hautschützend: Das dickflüssige Öl mit seiner gelblich-braunen Farbe und dem dezenten Himbeerduft zieht nach dem Auftragen relativ schnell ein und hinterlässt keinen störenden Fettfilm. Es unterstützt die natürliche Hautbarriere, indem es die Feuchtigkeit in den Hautzellen einschließt und die Elastizität der Haut fördert.[4]
Antimikrobielle Wirkung: Himbeersamenöl zeigt in Laboruntersuchungen eine gewisse antimikrobielle Aktivität gegen bestimmte Bakterienstämme wie Salmonella und E. coli.[2] Für die Hautpflege bedeutet dies einen zusätzlichen Schutzeffekt, auch wenn das Öl kein Ersatz für medizinische Behandlungen ist.
Bei einer innerlichen Anwendung können die Omega-3-Fettsäuren dazu beitragen, Entzündungsprozesse im Körper zu regulieren. Das günstige Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis unterstützt laut Studien die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und kann sich positiv auf den Zellstoffwechsel auswirken.[3]
Anwendungsgebiete von Himbeersamenöl
Dank seiner vielseitigen Inhaltsstoffe kommt Himbeersamenöl sowohl in der äußerlichen als auch in der innerlichen Anwendung zum Einsatz. Besonders beliebt ist es in der Naturkosmetik als Pflegeöl für Haut, Gesicht und Haare. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Anwendungsbereiche vor.
Himbeersamenöl als Sonnenschutz – Was sagt die Wissenschaft?
Kaum ein Thema rund um Himbeersamenöl wird so kontrovers diskutiert wie seine angebliche Eignung als natürlicher Sonnenschutz. Im Internet kursieren Angaben von einem Lichtschutzfaktor (LSF) zwischen 28 und 50 – doch was steckt wirklich dahinter?
Die Behauptung geht auf eine vielzitierte Studie des kanadischen Agrarwissenschaftlers B. Dave Oomah aus dem Jahr 2000 zurück.[1] In dieser Untersuchung wurde die UV-Absorption von Himbeersamenöl im Labor gemessen. Dabei zeigte das Öl eine gewisse Absorption im UV-B- und UV-C-Bereich. Die Forscher stellten die Vermutung auf, dass Himbeersamenöl „als Breitband-UV-Schutz eingesetzt werden könnte" – als Hypothese, nicht als bewiesene Tatsache. Konkrete SPF-Werte wurden in der Studie nicht ermittelt, und es fanden keine Tests auf menschlicher Haut statt.[5]
Wichtig: Eine umfassende Studie von Ácsová et al. (2021), die sowohl In-vitro- als auch In-vivo-Messungen durchführte, kam zu einem deutlich ernüchternden Ergebnis: Der tatsächliche Lichtschutzfaktor von Himbeersamenöl lag bei nur 0,4 in vitro und 2,6 in vivo.[6] Damit liegt der reale UV-Schutz weit unter dem, was für einen zuverlässigen Sonnenschutz erforderlich wäre (Dermatologen empfehlen mindestens LSF 30). Professor Jürgen Lademann von der Charité Berlin stellt klar: „Ein Öl ist kein Sonnenschutzmittel."[7]
Himbeersamenöl ist daher nicht als alleiniger Sonnenschutz geeignet – weder für Erwachsene noch für Kinder oder Babys. Es kann jedoch aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften eine sinnvolle Ergänzung zu einem geprüften Sonnenschutzmittel sein und die Haut bei der Regeneration nach Sonnenexposition unterstützen. Nach einem Sonnenbrand sollten Sie allerdings zunächst auf Pflanzenöle jeglicher Art verzichten, da diese einen Wärmestau auf der geschädigten Haut verursachen können. Erst wenn das Brennen nachlässt und die Haut zu heilen beginnt, kann Himbeersamenöl die Regeneration fördern.
Himbeersamenöl für die Haut
In der Hautpflege entfaltet Himbeersamenöl seine größten Stärken. Das leichte Öl zieht nach dem Auftragen schnell in die Haut ein und wirkt in den tieferen Hautschichten, ohne einen störenden Fettfilm zu hinterlassen. Es eignet sich daher hervorragend als natürlicher Feuchtigkeitsspender für verschiedene Hauttypen.[4]
Die Linolsäure im Himbeersamenöl spielt eine zentrale Rolle für die Hautgesundheit: Sie ist die häufigste Fettsäure in der menschlichen Epidermis und direkt an der Synthese von Ceramiden beteiligt, die eine gesunde Hautbarriere aufrechterhalten.[3] Bei einem Mangel an Linolsäure kann die Hautbarriere geschwächt werden, was zu Trockenheit und Irritationen führt.
Dank seiner antioxidativen Inhaltsstoffe kann Himbeersamenöl dazu beitragen, die Hautalterung zu verlangsamen. Vitamin E und Carotinoide schützen die Hautzellen vor oxidativem Stress. Bei regelmäßiger Anwendung wird die Haut mit Feuchtigkeit versorgt, die Elastizität gefördert und die Entstehung feiner Linien kann verzögert werden. Wenn Sie Wert auf biologische Qualität legen, profitiert Ihre Haut zusätzlich vom Fehlen potenziell belastender Rückstände wie Pestizide, die bei konventionellem Anbau vorkommen können.
Auch bei empfindlicher oder problematischer Haut, etwa bei Neurodermitis oder Ekzemen, wird Himbeersamenöl in der Naturheilkunde gerne eingesetzt. Seine entzündungshemmenden Eigenschaften können Rötungen und Reizungen lindern.[2] Grundsätzlich sollten Sie pflanzliche Öle jedoch bei entzündlichen Hauterkrankungen nie ohne Rücksprache mit einem Dermatologen anwenden.
Himbeersamenöl für das Gesicht
Als Gesichtsöl ist Himbeersamenöl besonders geeignet, da es mit einem Komedogenitätsgrad von 0 bis 1 die Poren nicht verstopft und auch bei zu Unreinheiten neigender Haut gut vertragen wird.[4]
Für die tägliche Gesichtspflege genügen bereits wenige Tropfen des Öls. Am besten tragen Sie Himbeersamenöl auf die leicht angefeuchtete Haut auf – entweder pur oder gemischt mit einer leichten Feuchtigkeitscreme. Das Öl unterstützt die Feuchtigkeitsregulierung der Gesichtshaut, kann regulierend auf die Talgproduktion wirken und verleiht dem Teint ein ebenmäßigeres Erscheinungsbild.
Besonders bei trockener, reifer oder feuchtigkeitsarmer Gesichtshaut zeigt das Öl seine Stärken: Die Kombination aus Linolsäure und Vitamin E spendet intensive Feuchtigkeit und stärkt gleichzeitig die Hautschutzbarriere. Dadurch fühlt sich die Haut weich und geschmeidig an. Himbeersamenöl lässt sich zudem gut mit anderen Gesichtsölen wie Arganöl oder Jojobaöl kombinieren, um ein individuelles Pflegeöl zusammenzustellen.
Himbeersamenöl für die Haare
Neben der Hautpflege eignet sich Himbeersamenöl auch als natürliche Haarpflege. Die enthaltenen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sowie Vitamin A und E versorgen Kopfhaut und Haarwurzeln mit Feuchtigkeit und wichtigen Nährstoffen.[2]
Für eine pflegende Haarölkur verteilen Sie einige Tropfen des Öls auf den Fingerspitzen und massieren es sanft in die Kopfhaut ein. Nach einer Einwirkzeit von etwa 15 bis 30 Minuten waschen Sie die Haare mit einem milden Shampoo aus. Diese Behandlung kann die Kopfhaut mit Feuchtigkeit versorgen, Trockenheit und Schuppenbildung entgegenwirken und das Haar sichtbar glänzender und geschmeidiger machen.
Dünnes oder strapaziertes Haar kann bereits nach mehreren Anwendungen kräftiger und fülliger wirken. Alternativ können Sie das Öl auch gezielt in die Haarspitzen einmassieren, um Spliss vorzubeugen und trockene Spitzen zu pflegen. Ähnlich wie Kokosöl für die Haare bildet auch Himbeersamenöl einen schützenden Film, der das Haar vor äußeren Einflüssen bewahrt – allerdings ohne es zu beschweren.
Ist Himbeersamenöl komedogen?
Diese Frage ist besonders für Menschen mit unreiner oder zu Akne neigender Haut relevant. Die gute Nachricht: Himbeersamenöl gilt als nicht komedogen mit einem Komedogenitätsgrad von 0 bis 1 auf einer Skala von 0 bis 5.[4]
Das bedeutet, dass Himbeersamenöl die Poren mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht verstopft und daher grundsätzlich für alle Hauttypen geeignet ist – auch für fettige oder zu Unreinheiten neigende Haut. Der hohe Linolsäuregehalt des Öls spielt hierbei eine wichtige Rolle: Öle mit einem hohen Anteil an Linolsäure gelten generell als weniger komedogen als solche mit hohem Ölsäuregehalt.
Im Vergleich dazu hat beispielsweise Kokosöl einen Komedogenitätsgrad von 3 bis 4 und ist damit deutlich eher porenverstopfend. Himbeersamenöl ist somit eine bessere Alternative für die Gesichtspflege bei empfindlicher Haut. Dennoch reagiert jede Haut individuell – wenn Sie unsicher sind, testen Sie das Öl zunächst an einer kleinen Hautstelle.
Himbeersamenöl selber machen – Geht das?
Grundsätzlich ist es möglich, ein einfaches Himbeeröl im Sinne eines Ölauszugs (Mazerat) zu Hause herzustellen – allerdings handelt es sich dabei nicht um das hochkonzentrierte, kaltgepresste Himbeersamenöl, das im Handel erhältlich ist. Die professionelle Kaltpressung erfordert spezielle Ölpressen und große Mengen getrockneter Himbeersamen, die im Haushalt in der Regel nicht verfügbar sind.
Für ein Himbeer-Mazerat gehen Sie wie folgt vor: Trocknen Sie frische Himbeersamen gründlich (z. B. aus der Saftherstellung), geben Sie diese in ein sauberes Glas und übergießen Sie die Samen mit einem hochwertigen Trägeröl wie Jojobaöl oder Mandelöl. Verschließen Sie das Glas und lassen Sie den Ansatz an einem warmen, dunklen Ort für 4 bis 6 Wochen ziehen. Schütteln Sie das Glas regelmäßig. Anschließend sieben Sie die Samen ab.
Beachten Sie jedoch, dass ein solches Mazerat eine deutlich geringere Konzentration an den wertvollen Inhaltsstoffen aufweist als ein kaltgepresstes Himbeersamenöl. Für kosmetische Zwecke, bei denen es auf die volle Wirkstoffkonzentration ankommt, empfiehlt sich der Kauf eines hochwertigen Bio-Himbeersamenöls.
Lagerung und Haltbarkeit von Himbeersamenöl
Himbeersamenöl zeigt dank seiner natürlichen Antioxidantien eine vergleichsweise gute Oxidationsstabilität. Bereits die Studie von Oomah et al. (2000) stellte fest, dass das Öl selbst bei Raumtemperatur nur langsam oxidiert.[1] Dennoch sollten Sie einige Grundregeln bei der Aufbewahrung beachten, um die Haltbarkeit zu maximieren.
Lagern Sie Himbeersamenöl kühl und dunkel bei Temperaturen von etwa 10 bis 15 °C – idealerweise im Kühlschrank. Ähnlich wie bei Schwarzkümmelöl und anderen empfindlichen Pflanzenölen ist direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden, da UV-Licht die wertvollen Fettsäuren und Vitamine zerstören kann.
Die Wahl der Flasche ist ebenfalls entscheidend: Eine Braunglasflasche bietet einen guten Grundschutz vor Licht. Noch besser ist Violettglas, das schädliches UV-Licht filtert und gleichzeitig bioaktives Violettlicht durchlässt, was die Frische des Öls länger bewahren soll.
Bei optimaler Lagerung ist kaltgepresstes Himbeersamenöl in der Regel 6 bis 12 Monate haltbar. Da es sich um ein Naturprodukt handelt, sind leichte Abweichungen zwischen verschiedenen Chargen in Farbe, Konsistenz und Geruch völlig normal. Ein ranziger Geruch deutet darauf hin, dass das Öl oxidiert ist und nicht mehr verwendet werden sollte.
Himbeersamenöl Nebenwirkungen
Himbeersamenöl gilt als sehr gut verträglich und es sind bislang keine schwerwiegenden Nebenwirkungen bekannt. Dennoch sollten Sie folgende Hinweise beachten:
Wie bei jedem Pflanzenöl kann es in seltenen Fällen zu allergischen Reaktionen kommen – insbesondere bei Personen mit einer bekannten Allergie gegen Rosengewächse (Rosaceae), zu denen auch die Himbeere gehört. Testen Sie das Öl vor der ersten Anwendung an einer kleinen Hautstelle (z. B. an der Innenseite des Unterarms) und warten Sie 24 Stunden ab.
In der Schwangerschaft und Stillzeit ist die äußerliche Anwendung von Himbeersamenöl in der Regel unbedenklich. Bei innerlicher Einnahme sollten Sie jedoch vorher Rücksprache mit Ihrem Arzt halten. Für Kinder und Babys gilt: Himbeersamenöl kann äußerlich auf die Haut aufgetragen werden, ist jedoch – entgegen vieler Internetbehauptungen – kein geeigneter Sonnenschutz für Kinder.[6][7]
Auf offene Wunden oder akut entzündete Hautpartien sollte kein Himbeersamenöl aufgetragen werden. Bei Sonnenbrand warten Sie, bis die akute Phase abgeklungen ist, bevor Sie das Öl zur Unterstützung der Regeneration verwenden.
Himbeersamenöl kaufen – Worauf sollten Sie achten?
Beim Kauf von Himbeersamenöl gibt es einige Qualitätsmerkmale, auf die Sie achten sollten, um ein wirklich hochwertiges Produkt zu erhalten:
Kaltpressung: Achten Sie auf die Bezeichnung „kaltgepresst" oder „nativ". Nur bei der Kaltpressung bleiben die empfindlichen Fettsäuren, Tocopherole und Carotinoide vollständig erhalten. Raffinierte Öle haben zwar eine längere Haltbarkeit, verlieren aber einen großen Teil ihrer bioaktiven Inhaltsstoffe.
Bio-Qualität: Ein Bio-Himbeersamenöl garantiert, dass die Himbeeren ohne synthetische Pflanzenschutzmittel angebaut wurden. So profitieren Sie von einem reinen Produkt ohne unerwünschte Rückstände – gerade bei einem Öl, das direkt auf die Haut aufgetragen wird, ist das ein wichtiger Faktor.
Herkunft und Transparenz: Seriöse Anbieter machen Angaben zur Herkunft der Himbeeren und zur Extraktionsmethode. Himbeersamenöl aus europäischem Anbau (z. B. Serbien, Litauen oder Chile) gilt als qualitativ hochwertig. Einige Anbieter wie Primavera, Naissance oder Hebeso bieten geprüfte Bio-Qualität an.
Verpackung: Bevorzugen Sie Produkte in Braun- oder Violettglasflaschen, die das Öl vor Lichteinfluss schützen. Plastikverpackungen sind weniger geeignet, da Weichmacher ins Öl übergehen können.
Himbeersamenöl ist in Drogerien wie dm und Rossmann gelegentlich erhältlich, häufiger jedoch in Apotheken, Reformhäusern oder spezialisierten Online-Shops. Der Preis für 100 ml reines Bio-Himbeersamenöl liegt in der Regel zwischen 15 und 35 Euro – je nach Qualität und Anbieter. Günstigere Produkte sollten kritisch geprüft werden, da sie möglicherweise mit anderen Ölen gestreckt sind.
Häufige Fragen zu Himbeersamenöl
Hat Himbeersamenöl wirklich einen Lichtschutzfaktor?
Ist Himbeersamenöl komedogen?
Kann man Himbeersamenöl für Babys und Kinder verwenden?
Was ist der Unterschied zwischen rotem und normalem Himbeersamenöl?
Wofür ist Himbeersamenöl gut?
Kann man mit Himbeersamenöl Sonnencreme selber machen?
Quellen
- Oomah, B. D., Ladet, S., Godfrey, D. V., Liang, J., & Girard, B. (2000). Characteristics of raspberry (Rubus idaeus L.) seed oil. Food Chemistry, 69(2), 187–193. doi:10.1016/S0308-8146(99)00260-5
- Kraujalienė, V., Pukalskas, A., Kraujalis, P., & Venskutonis, P. R. (2021). Red Raspberry (Rubus idaeus L.) Seed Oil: A Review. Plants, 10(5), 944. doi:10.3390/plants10050944
- Pieszka, M., Gąsior, R., Brzóska, F., Bobak, Ł., & Baranowska, M. (2023). Physico-Chemical Properties, Fatty Acids Profile, and Economic Properties of Raspberry (Rubus idaeus L.) Seed Oil, Extracted in Various Ways. Plants, 12(14), 2706. doi:10.3390/plants12142706
- Matthäus, B. (2012). Ölpflanzen und pflanzliche Öle in der Kosmetik. In: Öle und Fette als nachwachsende Rohstoffe in der Chemie. Wiley-VCH.
- Tisserand Institute (2022). The Quest for a Natural Sunscreen: Can fatty or essential oils protect you from sun damage? Abgerufen am 10.02.2026 von https://tisserandinstitute.org/essential-fixed-oils-sun-damage-2/
- Ácsová, A., Hojerová, J., Janotková, L., Bendová, H., Jedličková, L., Hamranová, V., & Martiniaková, S. (2021). The real UVB photoprotective efficacy of vegetable oils: In vitro and in vivo studies. Photochemical & Photobiological Sciences, 20(1), 139–151. doi:10.1007/s43630-020-00009-3
- Lademann, J. (zitiert in: Mamaclever.de, 2015). Warum Sonnenschutz mit Ölen gefährlich ist. Abgerufen am 10.02.2026 von https://www.mamaclever.de/2015/05/12/keine-gute-idee-sonnenschutz-mit-pf...




