Arnikaöl

Zuletzt aktualisiert: 12.02.26

Das Arnikaöl zählt bereits seit dem Mittelalter zu den wertvollsten Heilmitteln der europäischen Naturheilkunde. Schon Hildegard von Bingen beschrieb die positive Wirkung der Arnika bei Wunden und Prellungen, und auch Johann Wolfgang von Goethe soll bei verschiedenen Leiden auf Arnika-Zubereitungen zurückgegriffen haben. Die Echte Arnika (Arnica montana), auch Bergwohlverleih oder Fallkraut genannt, gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und wurde im Jahr 2001 zur Arzneipflanze des Jahres gekürt.[1] Die Pflanze steht heute unter Naturschutz, da ihre Wildbestände als gefährdet gelten. Dennoch ist Arnikaöl eines der bekanntesten Heilöle weltweit und wird aufgrund seiner entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften in zahlreichen Anwendungsbereichen geschätzt.

Arnikaöl – goldgelbes Mazerat aus Arnikablüten in einer Glasflasche

Gewinnung von Arnikaöl

Die Gewinnung von Arnikaöl erfolgt auf zwei grundsätzlich verschiedene Weisen, deren Unterscheidung für Verbraucher wichtig ist.

Das ätherische Arnikaöl wird durch Wasserdampfdestillation aus getrockneten Arnikablüten gewonnen. Dieses Verfahren ist allerdings äußerst aufwendig: Aus etwa 400 Kilogramm getrockneter Blüten lässt sich nur rund ein Kilogramm des reinen ätherischen Öls destillieren.[2] Aufgrund dieser extrem geringen Ausbeute ist echtes ätherisches Arnikaöl sehr selten und dementsprechend teuer.

Weitaus verbreiteter ist das sogenannte Arnika-Mazerat – ein Ölauszug, bei dem die Blüten der Arnica montana in ein Trägeröl eingelegt werden. Als Trägeröle kommen dabei typischerweise Sonnenblumenöl, Olivenöl oder Sojaöl zum Einsatz. Während des mehrwöchigen Auszugsprozesses gehen die fettlöslichen Wirkstoffe der Blüten auf das Trägeröl über. Dieses Mazerat wird dann als „Arnikaöl" im Handel angeboten und ist das Produkt, das die meisten Verbraucher unter diesem Begriff kennen.

Aufgrund der hohen Mengen an Blüten, die für die Produktion benötigt werden, gab es zeitweise eine Knappheit an Arnica montana. Als Überbrückung wurde auf die nordamerikanische Wiesen-Arnika (Arnica chamissonis) zurückgegriffen, deren Nachteil jedoch ein geringerer Gehalt an wertgebenden Inhaltsstoffen ist. Durch die gezielte Kultivierung der Arnica montana auf Anbauflächen konnte schließlich wieder zur Herstellung des hochwertigen Arnikaöls zurückgekehrt werden, ohne die geschützten Wildvorkommen zu belasten.[3]

Arnikaöl Inhaltsstoffe

Die Inhaltsstoffe der Arnica montana sind maßgeblich für die Wirkung des Arnikaöls verantwortlich. Da es sich bei den meisten Produkten um ein Mazerat handelt, enthält Arnikaöl sowohl die Wirkstoffe der Arnikablüten als auch die Nährstoffe des jeweiligen Trägeröls. Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Arnikablüten sind:

Sesquiterpenlactone (0,2–0,5 %) – insbesondere Helenalin und Dihydrohelenalin. Diese Verbindungen gelten als Hauptwirkstoffe der Arnika und sind maßgeblich für die entzündungshemmende Wirkung verantwortlich. Sesquiterpenlactone hemmen den Transkriptionsfaktor NF-κB, der eine zentrale Rolle bei Entzündungsprozessen spielt.[4]

Flavonoide – darunter Quercetin, Kämpferol und Isorhamnetin-Derivate. Sie besitzen antioxidative Eigenschaften und unterstützen die entzündungshemmende Wirkung der Sesquiterpenlactone.

Ätherisches Öl – mit Thymol als wichtiger Komponente. Thymol wirkt antiseptisch und trägt zur keimtötenden Wirkung der Arnika bei.

Phenolcarbonsäuren – wie Chlorogensäure und Kaffeesäurederivate mit antioxidativer Wirkung.

Cumarine – die eine leicht durchblutungsfördernde Wirkung besitzen.

Die Zusammensetzung des Trägeröls beeinflusst ebenfalls die Gesamteigenschaften des fertigen Arnikaöls. Bei Pflanzenölen auf Sonnenblumenbasis profitiert das Mazerat beispielsweise von einem hohen Gehalt an Vitamin E und ungesättigten Fettsäuren.[5]

Wirkung von Arnikaöl

Die Wirkung von Arnikaöl basiert auf einer jahrhundertelangen Anwendungstradition, die mittlerweile durch wissenschaftliche Erkenntnisse gestützt wird. Sowohl die Kommission E des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes als auch die europäische ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy) erkennen die Heilwirkungen der Arnika an.[6] Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittelagentur hat Arnikablüten zudem als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft.

Die wissenschaftlich belegten und traditionell anerkannten Wirkungen des Arnikaöls umfassen:

Entzündungshemmend: Die Sesquiterpenlactone, insbesondere Helenalin, hemmen den NF-κB-Signalweg und reduzieren dadurch die Ausschüttung entzündungsfördernder Zytokine wie TNF-α, Interleukin-6 und Interleukin-1β. Eine 2023 im Journal of Ethnopharmacology veröffentlichte Studie bestätigte diese entzündungshemmenden Eigenschaften in verschiedenen Zellkulturmodellen.[7]

Schmerzlindernd: Die äußerliche Anwendung von Arnika-Zubereitungen kann Schmerzen bei Prellungen, Verstauchungen und Muskel-Gelenkbeschwerden lindern. Ein Review aus dem Jahr 2021 im Journal Medicines kam zu dem Ergebnis, dass Arnika-Extrakte vielversprechende Effekte bei der Schmerzlinderung zeigen und als ergänzende Therapie bei akuten und chronischen Schmerzzuständen dienen können.[8]

Abschwellend: Bei Blutergüssen, Schwellungen und Ödemen fördert Arnikaöl den Rückgang der Schwellung und beschleunigt die Resorption von Hämatomen.

Antiseptisch: Die antimikrobiellen Inhaltsstoffe, besonders Thymol und die ätherischen Öle, wirken keimhemmend auf der Haut.

Durchblutungsfördernd: Arnikaöl regt die lokale Durchblutung an, was den Heilungsprozess bei Verletzungen unterstützt und die Nährstoffversorgung des Gewebes verbessert.

Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2021 zur postoperativen Anwendung von Arnica montana ergab einen kleinen, aber messbaren Effekt gegenüber Placebo bei der Reduzierung von Hämatomen und anderen Operationsfolgen – vergleichbar mit der Wirkung entzündungshemmender Medikamente.[9]

Anwendungsgebiete von Arnikaöl

Arnikaöl als Massageöl

Arnikaöl ist ein bewährtes Massageöl bei Muskel- und Gelenkbeschwerden. Die Kombination aus schmerzlindernden Sesquiterpenlactonen und der wärmenden, durchblutungsfördernden Wirkung macht es besonders geeignet für die Behandlung von Verspannungen, Rückenschmerzen und Nackenschmerzen.

Bei der Massage wird eine kleine Menge Arnikaöl auf die betroffene Stelle aufgetragen und mit sanftem bis mittlerem Druck einmassiert. Die Wirkstoffe ziehen über die Haut ein und entfalten dort ihre Wirkung. Besonders bei rheumatischen Beschwerden wie Arthritis, Arthrose und Rheuma hat sich die regelmäßige Massage mit Arnikaöl traditionell bewährt. Sportler nutzen das Öl auch vor dem Training, um die Muskulatur aufzuwärmen und nach dem Training, um die Regeneration zu unterstützen.

Für eine intensivere Wirkung kann Arnikaöl mit wenigen Tropfen Rosmarinöl oder Lavendelöl ergänzt werden. Rosmarinöl verstärkt die durchblutungsfördernde Wirkung, während Lavendelöl zusätzlich beruhigend und entspannend wirkt.

Arnikaöl bei Muskelkater

Die Anwendung von Arnikaöl bei Muskelkater gehört zu den klassischen Einsatzgebieten des Heilöls. Muskelkater entsteht durch Mikroverletzungen der Muskelfasern nach ungewohnter oder besonders intensiver Belastung, die mit lokalen Entzündungsreaktionen einhergehen. Genau hier setzt Arnikaöl an: Die entzündungshemmenden Sesquiterpenlactone können die Entzündungsreaktion abschwächen, während die durchblutungsfördernde Wirkung den Abtransport von Stoffwechselabbauprodukten unterstützt.

Für die Anwendung bei Muskelkater wird das Arnikaöl großzügig auf die betroffene Muskulatur aufgetragen und sanft einmassiert. Bereits eine Anwendung unmittelbar nach dem Sport kann vorbeugend wirken. Bei bestehendem Muskelkater empfiehlt sich die Massage zwei- bis dreimal täglich über mehrere Tage.

Arnikaöl für die Haut

Obwohl Arnikaöl primär für Muskel- und Gelenkbeschwerden bekannt ist, bietet es auch verschiedene Vorteile bei der Hautpflege. Die entzündungshemmenden Eigenschaften machen es zu einer Option bei gereizter, trockener und rissiger Haut. In der INCI-Deklaration kosmetischer Produkte findet sich Arnika häufig als „Arnica montana flower extract".

Arnikaöl eignet sich zur unterstützenden Behandlung von Hautentzündungen, leichten Ekzemen und Hautirritationen. Es wird dafür als Bestandteil von Salben und Cremes auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Der Komedogenitätsindex von Arnikaöl liegt bei 0, weshalb es die Poren nicht verstopft und grundsätzlich für alle Hauttypen geeignet ist.[10]

Bei Blutergüssen und Prellungen kann das regelmäßige Auftragen von Arnikaöl den Heilungsprozess beschleunigen und die typische Verfärbung schneller abklingen lassen. Auch bei Insektenstichen wird Arnikaöl traditionell angewendet, um Schwellung und Juckreiz zu lindern.

Wichtig: Arnikaöl darf ausschließlich auf intakter Haut angewendet werden. Auf offenen Wunden, Schleimhäuten oder geschädigter Haut sollte es nicht zum Einsatz kommen, da es hier zu Reizungen führen kann.[11]

Arnikaöl in der Kosmetik

In der Naturkosmetik ist Arnikaöl ein vielseitiger Inhaltsstoff. Es wird in Cremes, Lotionen, Gelen, Seifen und Haarpflegeprodukten eingesetzt. Für die Einarbeitung in selbst hergestellte Kosmetik genügen bereits wenige Tropfen des konzentrierten Öls, um von den Wirkungskräften der Arnika zu profitieren.

Besonders in der Gesichtspflege hat sich Arnikaöl für die Behandlung unreiner Haut und leichter Hautirritationen bewährt. Seine entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften machen es zu einer natürlichen Alternative in der Pflege empfindlicher Haut. In After-Sun-Produkten wird Arnikaöl zur Beruhigung sonnenstrapazierter Haut eingesetzt, wobei eine Tierstudie aus dem Jahr 2020 die schützende Wirkung gegen UV-induzierte Hautentzündungen bestätigte.[12]

Darüber hinaus findet Arnikaöl in speziellen Haarpflegeprodukten und Kopfhautbehandlungen Anwendung. Auch in Zahnpasten wird gelegentlich Arnikaextrakt zur Pflege des Zahnfleischs verwendet.

Arnikaöl in der Schwangerschaft

Die Anwendung von Arnikaöl in der Schwangerschaft ist ein sensibles Thema, bei dem besondere Vorsicht geboten ist. Grundsätzlich raten Fachleute davon ab, Arnika-Präparate während der Schwangerschaft zu verwenden. Der Grund: Arnika-Inhaltsstoffe stehen im Verdacht, Kontraktionen des Uterus anregen zu können, was im schlimmsten Fall zu vorzeitigen Wehen führen könnte.[13]

Da die Datenlage zur Sicherheit von Arnika in der Schwangerschaft unzureichend ist und keine klinischen Studien zu diesem Thema vorliegen, empfehlen medizinische Fachgesellschaften, auf der sicheren Seite zu bleiben. Schwangere Frauen sollten vor der äußerlichen Anwendung von Arnikaöl unbedingt Rücksprache mit ihrem Arzt oder ihrer Hebamme halten.

Hinweis: Einige Hersteller bieten spezielle Körperöle mit sehr niedrig dosiertem Arnikaextrakt an, die als Schwangerschaftspflegeprodukte vermarktet werden, etwa gegen Dehnungsstreifen. Hierbei handelt es sich um kosmetische Produkte mit einem deutlich geringeren Arnika-Anteil als bei einem reinen Arnikaöl-Mazerat. Dennoch sollte auch bei solchen Produkten die Anwendung ärztlich abgesprochen werden. Auch stillende Mütter sollten Arnikaöl mit Vorsicht verwenden und es keinesfalls im Brustbereich auftragen.

Arnikaöl selber machen

Arnikaöl lässt sich mit etwas Geduld selbst herstellen. Da die Arnica montana unter Naturschutz steht, dürfen Wildbestände nicht gesammelt werden. Getrocknete Arnikablüten können jedoch in Apotheken, Kräuterfachhandlungen oder bei zertifizierten Online-Händlern erworben werden. Alternativ lässt sich Arnica montana auch im eigenen Garten kultivieren.

Zutaten für ein Arnika-Mazerat:

25–30 g getrocknete Arnikablüten, 250 ml hochwertiges Olivenöl, Sonnenblumenöl oder Jojobaöl, ein sauberes Schraubglas mit weiter Öffnung.

Anleitung Schritt für Schritt:

Die getrockneten Arnikablüten in das saubere Glas geben und vollständig mit dem Trägeröl bedecken. Die Blüten sollten komplett vom Öl umschlossen sein, damit kein Schimmel entstehen kann. Das Glas verschließen und an einem warmen, hellen Ort aufstellen – ideal ist ein sonniges Fensterbrett. Den Ansatz mindestens drei bis vier Wochen ziehen lassen und täglich einmal sanft schütteln, damit sich die Wirkstoffe gleichmäßig lösen. Nach der Ziehzeit das Öl durch ein feines Sieb oder ein Mulltuch abseihen und die Blütenreste gründlich ausdrücken. Das fertige Arnikaöl in eine dunkle Glasflasche abfüllen und kühl lagern.

Das selbst hergestellte Arnikaöl ist bei richtiger Lagerung etwa sechs bis zwölf Monate haltbar. Der Duft sollte mild-kräuterig sein. Riecht das Öl ranzig, sollte es nicht mehr verwendet werden.

Kaltauszug vs. Warmauszug: Die oben beschriebene Methode ist ein Kaltauszug (Mazeration). Alternativ kann ein Warmauszug im Wasserbad hergestellt werden, bei dem die Blüten bei maximal 40 °C für zwei bis drei Stunden im Öl erwärmt werden. Der Vorteil des Warmauszugs ist die schnellere Fertigstellung, der Kaltauszug gilt jedoch als schonender für die empfindlichen Wirkstoffe.

Dosierung und Anwendung von Arnikaöl

Die korrekte Dosierung von Arnikaöl hängt von der Art der Anwendung und dem jeweiligen Produkt ab. Grundsätzlich gilt: Arnikaöl ist ausschließlich zur äußerlichen Anwendung bestimmt. Die innerliche Einnahme ist aufgrund der toxischen Wirkung des Helenalin nicht erlaubt und kann schwere gesundheitliche Folgen haben.[14]

Als Massageöl: Wenige Tropfen des Mazerats auf die zu behandelnde Stelle auftragen und sanft einmassieren. Bei Bedarf zwei- bis dreimal täglich wiederholen.

Als Zusatz in Cremes und Salben: Laut Phytodoc sollten Arnika-Salben maximal 20–25 % Arnikatinktur und 15 % Arnikaöl enthalten.[15]

In der Kosmetik: Für selbst hergestellte Pflegeprodukte genügen 5–10 % Arnikaöl-Mazerat in der Gesamtrezeptur.

Allgemeine Anwendungshinweise: Vor der ersten Anwendung sollte ein Verträglichkeitstest in der Armbeuge durchgeführt werden. Dazu wird eine kleine Menge Arnikaöl auf die Innenseite des Unterarms aufgetragen. Zeigen sich innerhalb von 24 Stunden keine Rötungen oder Reizungen, kann das Öl bedenkenlos verwendet werden. Eine Daueranwendung über mehrere Wochen hinweg sollte vermieden werden, da es bei längerer Anwendung zu Hautreizungen kommen kann.

Arnikaöl Nebenwirkungen

Arnikaöl gilt bei bestimmungsgemäßer äußerlicher Anwendung als gut verträglich. Dennoch können Nebenwirkungen auftreten, über die Anwender informiert sein sollten:

Allergische Reaktionen: Personen mit einer Allergie gegen Korbblütler (Asteraceae) – dazu gehören unter anderem Ringelblumen, Chrysanthemen und Gänseblümchen – können empfindlich auf Arnikaöl reagieren. Mögliche Symptome sind Hautrötungen, Juckreiz und Kontaktekzeme.[16]

Hautreizungen bei längerer Anwendung: Eine zu lange oder zu häufige Anwendung von Arnikaöl kann zu Hautentzündungen mit Schwellungen, Bläschenbildung und Ausschlag führen. Bei Überdosierung sind sogar Hautnekrosen möglich.

Vergiftungsgefahr bei innerlicher Einnahme: Die orale Einnahme von Arnikaöl ist strikt zu vermeiden. Helenalin und andere toxische Inhaltsstoffe können bei innerlicher Aufnahme zu Atemnot, Herzrhythmusstörungen und Kreislaufzusammenbruch führen. Die einzige Ausnahme bilden hochpotenzierte homöopathische Zubereitungen und zugelassene Arzneimittel aus der Apotheke.[17]

Nicht anwenden bei: offenen Wunden und verletzter Haut, Schleimhäuten, bekannter Allergie gegen Korbblütler, in der Schwangerschaft und Stillzeit (ohne ärztliche Rücksprache). Wer blutverdünnende Medikamente einnimmt, sollte vor der Anwendung von Arnikaöl den Arzt konsultieren, da mögliche Wechselwirkungen bestehen können.[18]

Arnikaöl kaufen – Worauf sollte geachtet werden?

Beim Kauf von Arnikaöl gibt es einige wichtige Qualitätskriterien, die ein hochwertiges Produkt auszeichnen:

Arnika-Anteil und INCI-Deklaration: Da es sich bei Arnikaöl in der Regel um ein Mazerat handelt, besteht es immer aus einem Trägeröl und dem Arnika-Extrakt. Die INCI-Deklaration auf der Verpackung gibt Aufschluss über die Zusammensetzung. Idealerweise steht „Arnica montana flower extract" möglichst weit vorne in der Inhaltsstoffliste, da die Reihenfolge nach absteigender Konzentration sortiert ist.

Trägeröl: Hochwertige Arnikaöle verwenden kaltgepresste Bio-Trägeröle wie Sonnenblumenöl, Mandelöl oder Olivenöl. Achten Sie auf die Qualität des Basisöls, da dieses den größten Anteil des Produkts ausmacht.

Bio-Qualität: Arnikaöl in Bio-Qualität stellt sicher, dass sowohl die Arnikablüten als auch das Trägeröl aus kontrolliert biologischem Anbau stammen und frei von Pestiziden sind. Bekannte Hersteller von Bio-Arnikaöl sind unter anderem Weleda, Primavera und WALA.

Keine Zusatzstoffe: Reines Arnikaöl sollte ausschließlich das Trägeröl und den Arnika-Blütenextrakt enthalten – ohne Konservierungsstoffe, Duftstoffe oder synthetische Zusätze.

Verpackung und Lagerung: Arnikaöl ist oxidationsempfindlich und sollte in dunklen Glasflaschen abgefüllt sein. Nach dem Öffnen sollte es kühl und lichtgeschützt gelagert und innerhalb von sechs bis zwölf Monaten aufgebraucht werden.

Arnikaöl ist in Apotheken, Drogerien wie dm und Rossmann, Reformhäusern sowie in spezialisierten Online-Shops erhältlich. In der Apotheke ist die Beratung oft fachkundiger, und die Produkte müssen bestimmte Qualitätsstandards erfüllen.

Häufige Fragen zu Arnikaöl

Wofür wird Arnikaöl verwendet?
Arnikaöl wird äußerlich bei Prellungen, Verstauchungen, Blutergüssen, Muskelkater und rheumatischen Beschwerden angewendet. In der Kosmetik kommt es zur Pflege gereizter und entzündeter Haut zum Einsatz.

Ist Arnikaöl das gleiche wie ätherisches Arnikaöl?
Nein. Das im Handel üblicherweise als „Arnikaöl" verkaufte Produkt ist ein Mazerat – ein Ölauszug aus Arnikablüten in einem Trägeröl. Reines ätherisches Arnikaöl, das durch Wasserdampfdestillation gewonnen wird, ist extrem selten und nur in spezialisierten Fachhandlungen erhältlich.

Kann man Arnikaöl einnehmen?
Nein. Arnikaöl darf ausschließlich äußerlich angewendet werden. Die innerliche Einnahme kann aufgrund des Helenalins zu schweren Vergiftungserscheinungen führen, darunter Herzrhythmusstörungen und Kreislaufversagen.

Ist Arnikaöl in der Schwangerschaft erlaubt?
Von der Anwendung von Arnikaöl in der Schwangerschaft wird grundsätzlich abgeraten, da Arnika-Inhaltsstoffe Uteruskontraktionen auslösen können. Schwangere sollten vor der Anwendung unbedingt ärztlichen Rat einholen.

Wie lange dauert es, bis Arnikaöl wirkt?
Die Wirkung kann je nach Beschwerden und individueller Veranlagung variieren. Bei leichten Prellungen und Muskelkater kann eine Besserung bereits innerhalb weniger Stunden spürbar sein. Bei chronischen Beschwerden kann die regelmäßige Anwendung über mehrere Tage erforderlich sein.

Kann Arnikaöl bei Pickeln helfen?
Aufgrund der entzündungshemmenden Eigenschaften und des Komedogenitätsindex von 0 kann Arnikaöl grundsätzlich bei entzündlichen Hautunreinheiten unterstützend angewendet werden. Es ist jedoch kein primäres Anti-Akne-Mittel und ersetzt keine dermatologische Behandlung.

Wo kann man reines Arnikaöl kaufen?
Reines Arnikaöl ist in Apotheken, Drogerien, Reformhäusern und Online-Shops erhältlich. In der Apotheke erhalten Sie in der Regel fachkundige Beratung und qualitätsgesicherte Produkte. Achten Sie auf die INCI-Deklaration und Bio-Zertifizierungen.

Quellen

  1. WALA Arzneimittel. Arnika – Arnica montana L. Heilpflanzenlexikon. Abgerufen von: walaarzneimittel.de
  2. Willuhn, G. (1998). Arnicae flos – Arnikablüten. In: Wichtl, M. (Hrsg.), Teedrogen und Phytopharmaka. 3. Aufl. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.
  3. Kriplani, P., Guarve, K., & Baghael, U. S. (2017). Arnica montana L. – A plant of healing: Review. Journal of Pharmacy and Pharmacology, 69(8), 925–945. doi:10.1111/jphp.12724
  4. Klaas, C. A., Wagner, G., Laufer, S., Sosa, S., Della Loggia, R., Bomme, U., Pahl, H. L., & Merfort, I. (2002). Studies on the anti-inflammatory activity of phytopharmaceuticals prepared from Arnica flowers. Planta Medica, 68(5), 385–391. doi:10.1055/s-2002-32067
  5. Ganzera, M., Egger, C., Zidorn, C., & Stuppner, H. (2008). Quantitative analysis of flavonoids and phenolic acids in Arnica montana L. by micellar electrokinetic capillary chromatography. Analytica Chimica Acta, 614(2), 196–200.
  6. ESCOP Monographs. Arnicae flos – Arnica flower. 2nd ed. Stuttgart: Thieme; 2003.
  7. Maugin, C., Tabel, Y., Croze, M., Destandau, E., Lajoie, B., & Lallement, P. (2023). Anti-inflammatory effects of Arnica montana (mother tincture and homeopathic dilutions) in various cell models. Journal of Ethnopharmacology, 316, 116735. doi:10.1016/j.jep.2023.116735
  8. Smith, A. G., Miles, V. N., Holmes, D. T., Chen, X., & Lei, W. (2021). Clinical trials, potential mechanisms, and adverse effects of Arnica as an adjunct medication for pain management. Medicines, 8(10), 58. doi:10.3390/medicines8100058
  9. Iannitti, T., Morales-Medina, J. C., Bellavite, P., Rottigni, V., & Palmieri, B. (2016). Effectiveness and safety of Arnica montana in post-surgical setting, pain and inflammation. American Journal of Therapeutics, 23(1), e184–e197. doi:10.1097/MJT.0000000000000036
  10. Typology Magazin. Arnikaöl Mazerat: Alles Wissenswerte zu diesem Wirkstoff. Abgerufen von: typology.com
  11. PhytoDoc. Arnika wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend. Abgerufen von: phytodoc.de
  12. Nascimento, L. B., Ferretti, V., Guilhon-Simplicio, F., & Santos, A. R. (2020). Anti-inflammatory effect of Arnica montana in a UVB radiation-induced skin-burn model in mice. Journal of Photochemistry and Photobiology B: Biology, 209, 111944. doi:10.1016/j.jphotobiol.2020.111944
  13. DocCheck Flexikon. Arnika. Abgerufen von: flexikon.doccheck.com; basierend auf: Briggs, G. G., Freeman, R. K., & Yaffe, S. J. (2011). Drugs in Pregnancy and Lactation. Lippincott Williams & Wilkins.
  14. Wagner, H., & Wiesenauer, M. (2003). Phytotherapie. 2. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.
  15. PhytoDoc. Arnika – Dosierung und Anwendung. Abgerufen von: phytodoc.de
  16. Onmeda. Arnika: Nebenwirkung & Wechselwirkung. Abgerufen von: onmeda.de
  17. Meine Gesundheit. Arnika (Arnica montana). Abgerufen von: meine-gesundheit.de
  18. Vitaminplus. Arnika fördert Heilung und Regeneration. Abgerufen von: vitaminplus.ch