Macadamiaöl ist eines der hochwertigsten Pflanzenöle der Welt – reich an einfach ungesättigten Fettsäuren, Palmitoleinsäure und Antioxidantien. Es wird sowohl in der Küche als Gourmet-Speiseöl als auch in der Hautpflege und Haarpflege geschätzt. Dank seiner einzigartigen Fettsäurezusammensetzung, die dem natürlichen Hauttalg (Sebum) ähnelt, zieht es besonders schnell ein und hinterlässt ein geschmeidiges Hautgefühl. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über Gewinnung, Inhaltsstoffe, Wirkung und die vielfältigen Anwendungsgebiete von Macadamiaöl.

Gewinnung von Macadamiaöl
Macadamiaöl wird durch schonende Kaltpressung aus den Kernen der Macadamianuss (Macadamia integrifolia und Macadamia tetraphylla) gewonnen. Bei der Kaltpressung werden die Nüsse bei niedrigen Temperaturen unter 30 °C gepresst, sodass nahezu alle wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben.[1] Durch dieses schonende Verfahren behält das Öl seinen charakteristisch milden, nussigen Geschmack und die goldgelbe Farbe.
Der Macadamiabaum ist ein immergrüner Baum, der Wuchshöhen von bis zu 15 Metern erreichen kann. Er stammt ursprünglich aus den Regenwäldern im Osten Australiens und wird dort seit Jahrtausenden von der indigenen Bevölkerung genutzt. Erst in den 1930er-Jahren wurde der Baum erfolgreich auf Hawaii angepflanzt, was den Beginn des kommerziellen Anbaus markierte.[2] Heute werden Macadamianüsse vor allem in Australien, Südafrika, Kenia, Brasilien und Hawaii angebaut.
Die Macadamianuss selbst ist rundlich, etwa 2 bis 3 cm groß und von einer extrem harten Schale umgeben – sie gilt als die härteste Nussschale der Welt. Der Kern enthält bis zu 75 % Öl, was Macadamianüsse zu einer der fettreichsten Nusssorten macht.[3] Das gewonnene Öl ist hellgelb bis goldfarben und besitzt einen angenehm buttrig-nussigen Duft und Geschmack. Aufgrund des hohen Anteils an einfach ungesättigten Fettsäuren ist kaltgepresstes Macadamiaöl vergleichsweise oxidationsstabil, sollte aber dennoch vor Licht und Wärme geschützt gelagert werden.
Macadamiaöl Inhaltsstoffe
Macadamiaöl zeichnet sich durch ein besonders günstiges Fettsäureprofil aus. Mit einem Anteil von rund 80 % einfach ungesättigten Fettsäuren (MUFAs) weist es den höchsten Gehalt unter allen gängigen Pflanzenölen auf.[4] Die wichtigsten Fettsäuren im Überblick:
Ölsäure (Omega-9): Mit ca. 55–65 % ist Ölsäure die dominierende Fettsäure. Sie unterstützt die Hautbarriere, wirkt entzündungshemmend und kann dazu beitragen, den LDL-Cholesterinspiegel zu senken.[5]
Palmitoleinsäure (Omega-7): Macadamiaöl enthält ca. 15–22 % Palmitoleinsäure und ist damit neben Sanddornöl eine der reichhaltigsten pflanzlichen Quellen für diese seltene Fettsäure.[6] Palmitoleinsäure kommt auch natürlich im menschlichen Hauttalg vor, weshalb Macadamiaöl dem Sebum der Haut so ähnlich ist und besonders gut einzieht.
Weitere Fettsäuren: Daneben enthält das Öl Palmitinsäure (ca. 8–9 %), Stearinsäure (ca. 3–4 %), Linolsäure (Omega-6, ca. 1–3 %) und Alpha-Linolensäure (Omega-3, ca. 1–2 %). Der niedrige Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren macht Macadamiaöl besonders oxidationsstabil.[7]
Mikronährstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe: Neben den Fettsäuren enthält Macadamiaöl wertvolle Tocopherole und Tocotrienole (Vitamin E), Squalen mit antioxidativer Wirkung, Phytosterole (vor allem β-Sitosterol) sowie Polyphenole.[8] Diese Mikronährstoffe tragen zum Zellschutz bei, wirken antioxidativ und unterstützen die Hautregeneration. Weitere Mineralstoffe, die in der Macadamianuss vorkommen, sind Kalzium, Phosphor, Magnesium, Kalium und Eisen.
Macadamiaöl Kalorien und Nährwerttabelle
| Macadamiaöl | |
|---|---|
![]() | |
| 100 g Macadamiaöl enthält durchschnittlich: | |
| Nährstoff | Menge |
| Kalorien | 879 kcal (3.680 kJ) |
| Fettgehalt | 100 g |
| Gesättigte Fettsäuren | 16 g |
| Ungesättigte Fettsäuren | 84 g |
| Einfach ungesättigte Fettsäuren | 80 g |
| Mehrfach ungesättigte Fettsäuren | 2 g |
| davon Palmitoleinsäure (Omega-7) | 19 g |
| davon Ölsäure (Omega-9) | 56 g |
| Cholesterin | 0 mg |
| Natrium | 0 mg |
| Kohlenhydrate | 0 g |
| Ballaststoffe | 0 g |
| Zucker | 0 g |
| Protein | 0 g |
| Rauchpunkt | 200–210 °C |
Hinweis: Der Rauchpunkt von Macadamiaöl liegt bei etwa 200–210 °C und damit deutlich höher als bei vielen anderen kaltgepressten Ölen.[9] Das macht es trotz des hohen Kaloriengehalts zu einem geeigneten Öl zum Braten und Kochen.
Wirkung von Macadamiaöl
Die gesundheitliche Wirkung von Macadamiaöl basiert vor allem auf seinem außergewöhnlichen Fettsäureprofil. Die einfach ungesättigten Fettsäuren – allen voran Ölsäure und Palmitoleinsäure – entfalten sowohl bei innerer als auch äußerer Anwendung positive Effekte.
Herzgesundheit und Cholesterin: Mehrere klinische Studien zeigen, dass eine macadamiareiche Ernährung den Gesamt- und LDL-Cholesterinspiegel senken kann. In einer randomisierten Crossover-Studie von Curb et al. (2000) konnte eine macadamiabasierte Diät den Gesamtcholesterinspiegel um rund 5 % und den LDL-Cholesterinwert um ca. 4 % im Vergleich zu einer typischen westlichen Ernährung reduzieren.[5] Eine weitere Studie von Griel et al. (2008) bestätigte, dass bereits der tägliche Verzehr von etwa 42,5 g Macadamianüssen die LDL-Cholesterinwerte bei leicht hypercholesterinämischen Personen signifikant senkt.[10]
Entzündungshemmende Wirkung: Die Palmitoleinsäure in Macadamiaöl besitzt nachweislich entzündungshemmende Eigenschaften. Eine Tierstudie zeigte, dass die Einnahme von Macadamiaöl die Produktion des entzündungsfördernden Zytokins Interleukin-1β im Fettgewebe reduzieren konnte.[11] Zudem helfen die enthaltenen Phytosterole, Rötungen und Reizungen der Haut zu lindern.
Antioxidativer Schutz: Vitamin E (Tocopherole und Tocotrienole) sowie Squalen wirken als Antioxidantien und schützen Zellen vor oxidativem Stress durch freie Radikale.[8] Das im Öl enthaltene Squalen wird auch in der Kosmetik als natürlicher Radikalfänger geschätzt.
Hautpflege: Da die Fettsäurezusammensetzung von Macadamiaöl dem menschlichen Sebum sehr ähnlich ist, zieht es schnell in die Haut ein, ohne einen fettigen Film zu hinterlassen.[6] Es stärkt die Hautbarriere, spendet intensiv Feuchtigkeit und unterstützt die Zellerneuerung. Aus diesem Grund wird es häufig in hochwertigen Pflegeprodukten verwendet.
Anwendungsgebiete von Macadamiaöl
Macadamiaöl für die Haare
Macadamiaöl ist ein beliebtes Haaröl, das sowohl pur als auch in Shampoos, Spülungen und Haarkuren eingesetzt wird. Die leichte Textur des Öls hat den Vorteil, dass es die Haare pflegt, ohne sie zu beschweren. Es eignet sich daher auch für feines Haar.
Als Haarkur wird das pure Öl in die Längen und Spitzen sowie bei Bedarf in die Kopfhaut einmassiert. Nach einer Einwirkzeit von 20 bis 30 Minuten – oder über Nacht für eine intensivere Wirkung – wird es mit einem milden Shampoo ausgewaschen. Die Palmitoleinsäure und Ölsäure versorgen das Haar mit Feuchtigkeit, verbessern die Sprungkraft und reduzieren Spliss. Die Kopfhaut profitiert von der feuchtigkeitsspendenden und beruhigenden Wirkung, was besonders bei trockener, schuppiger Kopfhaut hilfreich sein kann. Regelmäßige Anwendungen geben dem Haar seinen natürlichen Glanz zurück und machen es geschmeidiger.
Macadamiaöl für die Haut
Für die Hautpflege ist Macadamiaöl dank seiner dem Sebum ähnlichen Zusammensetzung besonders gut geeignet. Es zieht rasch ein und versorgt trockene, rissige oder strapazierte Haut mit intensiver Feuchtigkeit. Die enthaltenen Phytosterole wirken wie natürliches Cortison: Sie helfen, Juckreiz, Rötungen und Reizungen zu lindern.[12]
Bei Hautproblemen wie Neurodermitis-bedingter Trockenheit, rissigen Händen oder spröder Winterhaut kann Macadamiaöl pur als Pflegeöl aufgetragen werden. Bereits wenige Tropfen genügen, um einen spürbaren Pflegeeffekt zu erzielen. Darüber hinaus findet es sich als Inhaltsstoff in vielen Cremes, Bodylotions, Badezusätzen, Seifen und Duschgels. Da die Ölsäure die Aufnahme anderer Wirkstoffe in die Haut verbessert, eignet sich Macadamiaöl auch hervorragend als Trägeröl für ätherische Öle.
Macadamiaöl für das Gesicht
Macadamiaöl eignet sich auch für die Gesichtspflege. Aufgrund seines niedrigen komedogenen Index (Stufe 2 von 5) verstopft es die Poren bei den meisten Hauttypen nicht und kann sogar bei Mischhaut verwendet werden.[13] Ein bis zwei Tropfen am Abend auf die gereinigte Gesichtshaut aufgetragen, können als reichhaltige Nachtpflege dienen.
Für eine pflegende Gesichtsmaske lässt sich Macadamiaöl mit etwas Quark oder Honig mischen. Die Maske wird auf die Gesichtshaut aufgetragen und nach etwa 10 bis 15 Minuten vorsichtig mit lauwarmem Wasser abgenommen. Auch als natürlicher Make-up-Entferner kann das Öl sparsam eingesetzt werden – es löst selbst wasserfestes Make-up sanft, ohne die empfindliche Augenpartie zu reizen. Dabei pflegt es gleichzeitig die Wimpern und die zarte Haut der Augenlider.
Macadamiaöl in der Küche
Macadamiaöl ist ein vielseitiges Speiseöl mit einem mild-buttrigen, leicht nussigen Geschmack, das in der Gourmetküche hoch geschätzt wird. Mit einem Rauchpunkt von 200–210 °C eignet es sich sowohl zum Braten und Sautieren als auch für die kalte Küche.[9]
Besonders gut zur Geltung kommt der feine Geschmack in Salatdressings, Marinaden, Dips und Vinaigrettes. Macadamiaöl verleiht Smoothies, Suppen und Süßspeisen eine dezent nussige Note und kann als geschmackvoller Ersatz für Butter beim Backen dienen. Auch zum Braten von Fisch, Geflügel und Gemüse ist es hervorragend geeignet, da es bei Hitze stabil bleibt und keine schädlichen Oxidationsprodukte bildet. Allerdings gehen bei starker Erhitzung einige der empfindlichen Mikronährstoffe verloren, weshalb die kalte Verwendung für den maximalen Nährstofferhalt zu bevorzugen ist. Wer den Rauchpunkt verschiedener Öle vergleichen möchte, findet hier weiterführende Informationen.
Macadamiaöl in der Kosmetik
In der Kosmetik wird Macadamiaöl vielseitig eingesetzt. Es dient als Basisöl in Cremes, Seren, Shampoos, Massageölen und Anti-Aging-Produkten. Aufgrund des hohen Gehalts an Palmitoleinsäure, die auch natürlich in der menschlichen Haut vorkommt, imitiert das Öl den natürlichen Hauttalg besser als die meisten anderen Pflanzenöle. Die Produktion von Palmitoleinsäure in der Haut nimmt mit zunehmendem Alter ab, weshalb Macadamiaöl als natürlicher Ausgleich in der Anti-Aging-Pflege geschätzt wird.[6]
Für spröde Nägel an Fingern oder Zehen kann ein wenig pures Macadamiaöl auf die Nägel und die umliegende Nagelhaut aufgetragen und sanft einmassiert werden – gerade im Winter eine wohltuende Pflege. Auch in Massageölen ist Macadamiaöl beliebt, da es sich leicht verteilen lässt, schnell einzieht und die Haut samtig weich hinterlässt. In Kombination mit ätherischen Ölen wie Lavendelöl oder Rosenöl entsteht ein luxuriöses Pflegeerlebnis.
Ist Macadamiaöl komedogen?
Macadamiaöl hat einen komedogenen Wert von 2 (auf einer Skala von 0 bis 5) und wird damit als gering komedogen eingestuft.[13] Das bedeutet, dass es bei den meisten Hauttypen die Poren nicht verstopft und in der Regel keine Unreinheiten verursacht. Zum Vergleich: Kokosöl liegt bei 4 und ist damit für die Gesichtspflege bei zu Unreinheiten neigender Haut deutlich weniger geeignet.
Der niedrige komedogene Wert erklärt sich durch die Zusammensetzung des Öls: Die Fettsäuren in Macadamiaöl ähneln dem natürlichen Sebum der Haut so stark, dass sie sich nahtlos in den Lipidmantel einfügen, anstatt die Poren zu blockieren. Personen mit sehr öliger oder stark zu Akne neigender Haut sollten dennoch vorsichtig mit der Anwendung im Gesicht beginnen und zunächst an einer kleinen Hautstelle testen. Für alle anderen Hauttypen – insbesondere trockene, normale und reife Haut – ist Macadamiaöl eine ausgezeichnete Pflegeoption. Eine Übersicht über komedogene Werte verschiedener Öle finden Sie in unserem Ratgeber über komedogene und nicht komedogene Öle.
Lagerung und Haltbarkeit von Macadamiaöl
Macadamiaöl sollte stets kühl, dunkel und gut verschlossen aufbewahrt werden, um die wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten. Am besten eignet sich ein Küchenschrank oder Vorratsraum, der vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist. Licht, Wärme und Luftzufuhr können den Oxidationsprozess beschleunigen und dazu führen, dass das Öl seinen nussigen Geschmack, seine goldene Farbe und einen Teil seiner Vitamine verliert.
Dank des hohen Anteils an einfach ungesättigten Fettsäuren und natürlichen Antioxidantien hat ungeöffnetes Macadamiaöl eine vergleichsweise lange Haltbarkeit von bis zu zwei Jahren.[14] Nach dem Öffnen empfiehlt es sich, das Öl innerhalb von 6 bis 12 Monaten aufzubrauchen und die Flasche nach jedem Gebrauch gut zu verschließen. Riecht das Öl ranzig oder bitter, sollte es nicht mehr verwendet werden. Pflegeprodukte, die Macadamiaöl enthalten, werden ebenfalls am besten kühl gelagert.
Dosierung und Einnahme von Macadamiaöl
Macadamiaöl ist sehr ergiebig und sollte sparsam dosiert werden. Für die Gesichtspflege genügen bereits 2 bis 3 Tropfen, die sanft in die Haut einmassiert werden. Für die Haarpflege reichen je nach Haarlänge 4 bis 6 Tropfen, die vor allem in die Spitzen und Längen gegeben werden.
Zur Einnahme als Nahrungsergänzung kann täglich ein Teelöffel (ca. 5 ml) Macadamiaöl pur eingenommen oder in Smoothies, Müsli oder Salatdressings eingerührt werden. In der Küche genügt ebenfalls ein Teelöffel, um Gerichten eine feine nussige Note zu verleihen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt grundsätzlich, gesättigte Fette durch einfach ungesättigte Fettsäuren zu ersetzen – Macadamiaöl ist dafür eine hervorragende Wahl.[15] Viele Hersteller geben auf ihren Produkten zudem individuelle Dosierungsempfehlungen an.
Nebenwirkungen von Macadamiaöl
Macadamiaöl gilt als sehr gut verträglich und zeigt bei sachgemäßer Anwendung in der Regel keine Nebenwirkungen. Es ist hypoallergen und wird selbst von empfindlicher Haut meist problemlos vertragen. Das Cosmetic Ingredient Review Panel hat die Verwendung von Macadamiaöl in kosmetischen Produkten als sicher eingestuft.[13]
Personen mit einer Baumnuss-Allergie sollten Macadamiaöl allerdings meiden oder vorab ärztlichen Rat einholen, da allergische Reaktionen auftreten können. Auch bei empfindlicher Gesichtshaut empfiehlt es sich, das Öl zunächst an einer kleinen Stelle zu testen, da der hohe Ölsäuregehalt in seltenen Fällen leichte Irritationen hervorrufen kann. Eine Überpflegung der Haut durch zu großzügige oder zu häufige Anwendung sollte vermieden werden, da dies die Hautbarriere beeinträchtigen kann. In der Küche sollte auf den hohen Kaloriengehalt von rund 879 kcal pro 100 ml geachtet werden – eine sparsame Dosierung ist daher auch hier sinnvoll.
Ökobilanz von Macadamiaöl
Macadamiabäume benötigen vergleichsweise wenig Wasser und Pflege, stellen aber hohe Ansprüche an Boden und Klima. Sie gedeihen nur in wärmeren Regionen mit nährstoffreichen Böden und benötigen 7 bis 10 Jahre, bis sie die ersten Früchte tragen. Von den rund zehn bekannten Macadamia-Arten sind nur zwei – Macadamia integrifolia und Macadamia tetraphylla – für die Nussproduktion geeignet.[2]
Macadamia-Plantagen haben in ihren Anbaugebieten (Australien, Südafrika, Kenia, Brasilien, Hawaii) oft eine gute lokale Ökobilanz. Allerdings verursacht der lange Transportweg nach Deutschland erhebliche CO₂-Emissionen, was die Gesamtökobilanz verschlechtert. Wer eine nachhaltigere Alternative sucht, kann auf regional erzeugte Nussöle wie Haselnussöl oder Walnussöl zurückgreifen, die vergleichbare Fettsäureprofile bieten und in Europa angebaut werden. Weitere Informationen zu CO₂-Emissionen von Speiseölen und Nachhaltigkeit finden Sie in unseren weiterführenden Ratgebern.
Macadamiaöl kaufen – Worauf sollte geachtet werden?
Beim Kauf von Macadamiaöl gibt es einige wichtige Qualitätsmerkmale zu beachten:
Kaltgepresst und bio: Achten Sie auf die Bezeichnung „kaltgepresst" (oder „nativ"), um sicherzustellen, dass die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten geblieben sind. Bio-zertifiziertes Macadamiaöl garantiert zudem den Verzicht auf chemische Düngemittel und Pestizide beim Anbau. Raffiniertes Macadamiaöl ist zwar hitzebeständiger, enthält aber weniger Nährstoffe und Aromastoffe.
Dunkle Verpackung: Da Macadamiaöl lichtempfindlich ist, sollte es in dunklen Glasflaschen abgefüllt sein. Plastikflaschen können Weichmacher an das Öl abgeben, weshalb Glas die bessere Wahl ist.
Reines Öl ohne Zusätze: Prüfen Sie die Zutatenliste auf Reinheit. Hochwertiges Macadamiaöl besteht zu 100 % aus Macadamianussöl ohne zugesetzte Konservierungsstoffe oder Fremdstoffe. Die lateinische Bezeichnung Macadamia integrifolia oder Macadamia ternifolia auf dem Etikett bestätigt die Herkunft.
Herkunftsland: Australien und Südafrika gelten als die renommiertesten Anbaugebiete für Macadamianüsse. Achten Sie auf transparente Angaben zur Herkunft und bevorzugen Sie Hersteller, die auf nachhaltige Anbaumethoden setzen.
Macadamiaöl ist in Reformhäusern, Bioläden, Apotheken, Drogerien wie dm und Rossmann sowie online erhältlich. Beim Preisvergleich lohnt es sich, auf den Literpreis zu achten und günstige Großgebinde kritisch hinsichtlich der Qualität zu prüfen.
Quellen
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- Wikipedia: Macadamia Oil – History and cultivation. en.wikipedia.org/wiki/Macadamia_oil
- Kaijser, A., Dutta, P., & Savage, G. (2000). Oxidative stability and lipid composition of macadamia nuts grown in New Zealand. Food Chemistry, 71(1), 67–70. doi:10.1016/S0308-8146(00)00132-1
- Maguire, L. S., O'Sullivan, S. M., Galvin, K., O'Connor, T. P., & O'Brien, N. M. (2004). Fatty acid profile, tocopherol, squalene and phytosterol content of walnuts, almonds, peanuts, hazelnuts and the macadamia nut. International Journal of Food Sciences and Nutrition, 55(3), 171–178. doi:10.1080/09637480410001725175
- Curb, J. D., Wergowske, G., Dobbs, J. C., Abbott, R. D., & Huang, B. (2000). Serum lipid effects of a high-monounsaturated fat diet based on macadamia nuts. Archives of Internal Medicine, 160(8), 1154–1158. doi:10.1001/archinte.160.8.1154
- Mashingaidze, L. (2019). A review of biological functions, health benefits, and possible de novo biosynthetic pathway of palmitoleic acid in macadamia nuts. Food Research International, 126, 108684. doi:10.1016/j.foodres.2019.108684
- Carrillo, W., Carpio, C., Morales, D., Vilcacundo, E., & Alvarez, M. (2017). Fatty acids composition of Macadamia seeds oil (Macadamia integrifolia) from Ecuador. Asian Journal of Pharmaceutical and Clinical Research, 10(2), 303–306.
- Gong, H., Liu, J., Jiao, Y., et al. (2021). Comparative Study of Chemical Compositions and Antioxidant Capacities of Oils Obtained from 15 Macadamia (Macadamia integrifolia) Cultivars in China. Foods, 10(5), 1031. doi:10.3390/foods10051031
- Australian Macadamias (2025). Why you should be using macadamia oil in your cooking. australian-macadamias.org
- Griel, A. E., Cao, Y., Bagshaw, D. D., Cifelli, A. M., Holub, B., & Kris-Etherton, P. M. (2008). A macadamia nut-rich diet reduces total and LDL-cholesterol in mildly hypercholesterolemic men and women. The Journal of Nutrition, 138(4), 761–767. doi:10.1093/jn/138.4.761
- Lima, E. A. et al. (2014). Macadamia Oil Supplementation Attenuates Inflammation and Adipocyte Hypertrophy in Obese Mice. Mediators of Inflammation, 2014, 870634. doi:10.1155/2014/870634
- Navarro, S. L. B., & Rodrigues, C. E. C. (2016). Macadamia oil extraction methods and uses for the defatted meal byproduct. Trends in Food Science & Technology, 54, 148–154. doi:10.1016/j.tifs.2016.04.001
- Skin Type Solutions (2024). The Uses of Macadamia Nut Oil in Skin Care. skintypesolutions.com
- Medical News Today (2019). Macadamia oil: 3 uses and possible health benefits. medicalnewstoday.com
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Fett – Empfehlungen und Referenzwerte. dge.de






