Erdnussöl (lateinisch: Oleum Arachidis) wird aus den Samen der Erdnuss (Arachis hypogaea) gewonnen und besteht hauptsächlich aus Triglyceriden. Die Zusammensetzung der Fettsäuren variiert je nach Anbaugebiet, Sorte und Verarbeitungsmethode der Erdnüsse.[1] Grundsätzlich unterscheidet man zwischen kaltgepresstem, raffiniertem und geröstetem Erdnussöl – jede Variante hat eigene Eigenschaften in Geschmack, Farbe und Verwendung.
Kaltgepresstes (natives) Erdnussöl hat eine hellgelbe Färbung und besitzt eine leichte bis deutliche Erdnussnote mit fruchtigem Geruch.[2] Raffiniertes Erdnussöl ist dagegen nahezu farblos und weitgehend geschmacksneutral, da die meisten Begleitstoffe im Herstellungsprozess entfernt werden. Geröstetes Erdnussöl wird aus zuvor gerösteten Erdnüssen gepresst und überzeugt mit einem besonders intensiven, nussigen Aroma, das in der asiatischen Küche hoch geschätzt wird.
Ein großer Vorteil von Erdnussöl gegenüber vielen anderen Pflanzenölen ist seine vergleichsweise lange Haltbarkeit: Gut verschlossen, dunkel und kühl gelagert, bleibt ungeöffnetes Erdnussöl bis zu 24 Monate frisch.[3] Bei einer Temperatur von etwa 10 °C wird Erdnussöl dickflüssig und bei etwa −2 bis 3 °C sogar fest – die Qualität wird dadurch jedoch nicht beeinträchtigt.[1]
Gewinnung von Erdnussöl
Nach der Ernte müssen Erdnüsse zunächst zwei bis vier Wochen getrocknet werden, um den Wassergehalt von ursprünglich rund 40 Prozent auf etwa 5 bis 7 Prozent zu reduzieren. Anschließend werden die Erdnüsse – mit einem Fettgehalt von ungefähr 45 Prozent – mithilfe von Scheibenmühlen oder Riffelwalzen aus ihrer Schale befreit.[1]
Die geschälten Nüsse werden gereinigt, auf speziellen Walzenstühlen zerkleinert und dann in einer Schneckenpresse kaltgepresst. Diese schonende Kaltpressung liefert die hochwertigste Qualität mit dem intensivsten Geschmack und dem höchsten Gehalt an bioaktiven Inhaltsstoffen.[4]
Um den Restölgehalt aus dem verbliebenen Presskuchen zu gewinnen, wird dieser häufig mit dem Lösungsmittel n-Hexan extrahiert, das anschließend abdestilliert wird. Das so gewonnene Erdnussöl besitzt jedoch eine deutlich geringere Qualität als kaltgepresstes Öl.[1] Die meisten im Handel erhältlichen Erdnussöle sind raffiniert, um einen einheitlichen Geschmack und eine höhere Hitzebeständigkeit zu gewährleisten.
Erdnussöl Inhaltsstoffe
Die Zusammensetzung von Erdnussöl variiert je nach Sorte, Anbaugebiet und Herstellungsverfahren.[4] Das Europäische Arzneibuch gibt für raffiniertes Erdnussöl folgende Fettsäurezusammensetzung vor:[1]
35 bis 72 % Ölsäure (einfach ungesättigt), 13 bis 43 % Linolsäure (zweifach ungesättigt), 7 bis 16 % Palmitinsäure (gesättigt), 1,3 bis 6,5 % Stearinsäure, 0,5 bis 3 % Arachinsäure, 1 bis 5 % Behensäure und 0,5 bis 3 % Lignocerinsäure. Das Vorkommen von Arachinsäure, Behensäure und Lignocerinsäure gilt als charakteristisch für Erdnussöl und dient zur analytischen Identifikation.[1]
Erdnussöl ist zudem reich an Vitamin E (Tocopherole) mit etwa 15 bis 23 mg pro 100 g.[5] Weitere Inhaltsstoffe sind die Vitamine K und B1 sowie Phytosterole (vor allem β-Sitosterin), die zur Senkung der Cholesterinaufnahme beitragen können.[6] Kaltgepresstes Erdnussöl enthält darüber hinaus sekundäre Pflanzenstoffe wie Catechin, Naringenin und Carotinoide.[4]
Ein Aspekt, der bei der Bewertung von Erdnussöl beachtet werden sollte, ist das Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis: Erdnussöl enthält reichlich Linolsäure (Omega-6), aber praktisch keine Alpha-Linolensäure (Omega-3). Das Verhältnis liegt bei etwa 36:1, was deutlich über dem empfohlenen Verhältnis von maximal 5:1 liegt.[7] Eine Kombination mit omega-3-reichen Ölen wie Leinöl kann hier sinnvoll sein.
Erdnussöl Kalorien und Nährwerttabelle
| Erdnussöl | |
|---|---|
![]() | |
| 100 g Erdnussöl enthält durchschnittlich: | |
| Nährstoff | Menge |
| Kalorien | 884 kcal (3.701 kJ) |
| Fettgehalt | 100 g |
| Gesättigte Fettsäuren | 17 g |
| Ungesättigte Fettsäuren | 83 g |
| Einfach ungesättigte Fettsäuren | 46 g |
| Mehrfach ungesättigte Fettsäuren | 32 g |
| davon Omega-6 (Linolsäure) | 32 g |
| davon Omega-3 (ALA) | < 0,1 g |
| Cholesterin | 0 mg |
| Natrium | 0 mg |
| Kohlenhydrate | 0 g |
| Ballaststoff | 0 g |
| Zucker | 0 g |
| Protein | 0 g |
| Vitamin E | 15,7 mg |
| Rauchpunkt (nativ) | ca. 160 °C |
| Rauchpunkt (raffiniert) | ca. 230 °C |
Quelle: USDA FoodData Central, Europäisches Arzneibuch[5][1]
Wirkung von Erdnussöl
Die positiven Auswirkungen von Erdnussöl machen sich sowohl bei innerlicher als auch bei äußerlicher Anwendung bemerkbar. Zu den wichtigsten Wirkungsfeldern gehören die Ernährung, die Hautpflege und die medizinische Anwendung.
Die entzündungshemmende Wirkung gilt als besondere Eigenschaft des Erdnussöls: Der hohe Gehalt an einfach ungesättigter Ölsäure sowie die enthaltenen Phytosterole und Tocopherole tragen dazu bei, oxidativen Stress im Körper zu reduzieren.[8] Klinische Studien zeigen, dass der regelmäßige Konsum von Erdnussöl den Gesamt- und LDL-Cholesterinspiegel senken kann, ohne den günstigen HDL-Cholesterinspiegel zu beeinträchtigen.[9]
In der äußerlichen Anwendung ist Erdnussöl als Massageöl beliebt, da es nur langsam in die Haut einzieht und gute Gleiteigenschaften besitzt.[1] Zudem wird es in der Dermatologie als Badezusatz bei Ekzemen und zur Pflege trockener Haut eingesetzt.[10]
Deshalb ist Erdnussöl gesund
Erdnussöl besteht zu rund 46 Prozent aus einfach ungesättigten Fettsäuren (vorwiegend Ölsäure) und etwa 32 Prozent aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren (hauptsächlich Linolsäure).[5] Dieses Fettsäureprofil ähnelt dem von Olivenöl und macht Erdnussöl zu einem empfehlenswerten Speisefett.
Die einfach ungesättigten Fettsäuren können nachweislich dazu beitragen, den LDL-Cholesterinspiegel zu senken und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren.[9] Die in Erdnussöl enthaltenen Phytosterole – darunter β-Sitosterin und Campesterol – hemmen zusätzlich die Aufnahme von Cholesterin aus der Nahrung im Darm.[6]
Erdnussöl ist zudem eine gute Quelle für Vitamin E, ein starkes Antioxidans, das die Körperzellen vor freien Radikalen schützt und das Immunsystem unterstützt.[5] Allerdings sollte man beachten, dass Erdnussöl reich an Omega-6-Fettsäuren ist, die in der westlichen Ernährung ohnehin im Übermaß aufgenommen werden. Ein ausgewogenes Verhältnis lässt sich durch die Kombination mit omega-3-reichen Lebensmitteln oder Ölen wie Algenöl oder Hanföl erreichen.
Anwendungsgebiete von Erdnussöl
Die besondere Zusammensetzung und Hitzestabilität von Erdnussöl sorgt dafür, dass es in den unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz kommt – von der Küche über die Hautpflege bis hin zur Medizin.
Kochen mit Erdnussöl
Erdnussöl ist aufgrund seines hohen Rauchpunktes ein vielseitiges Speiseöl. Raffiniertes Erdnussöl kann auf bis zu 230 °C erhitzt werden, ohne zu verbrennen – das macht es ideal zum Grillen, Braten und Frittieren.[2] Natives Erdnussöl sollte dagegen nur bei moderaten Temperaturen (unter 160 °C) verwendet werden, etwa für Salatdressings und zum Verfeinern von Gerichten.
Besonders in der asiatischen Küche – etwa in Japan, China und Thailand – ist Erdnussöl ein Grundpfeiler. Speisen mit Erdnüssen bekommen durch die Verwendung des Öls eine perfekte Geschmacksnote, wobei auch Salate und Dressings dank der leicht nussigen Note außergewöhnlich schmackhaft werden.
Erdnussöl zum Frittieren und Braten
Die Aussage, dass sich kaltgepresste Öle grundsätzlich nicht zum Braten eignen, trifft auf Erdnussöl nur bedingt zu. Natives Erdnussöl hat einen Rauchpunkt von etwa 160 °C und kann damit für schonendes Braten bei mittlerer Hitze genutzt werden.[2] Zum Frittieren und scharfen Anbraten empfiehlt sich hingegen raffiniertes Erdnussöl, das Temperaturen von bis zu 230 °C standhält.
Der hohe Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren macht raffiniertes Erdnussöl besonders hitzestabil, da diese Fettsäuren weniger anfällig für Oxidation sind als mehrfach ungesättigte.[8] Erdnussöl eignet sich daher hervorragend als Alternative zu herkömmlichen Speiseölen beim Frittieren von Pommes, Gemüse oder Fleisch – es liefert dabei essenzielle Fettsäuren, Vitamin E und Phytosterole.
Wokgerichte mit Erdnussöl
In der Wok-Küche ist Erdnussöl besonders beliebt, um Gemüse, Tofu, Garnelen oder asiatische Nudeln bei hoher Hitze zuzubereiten. Ein bewährter Trick: Mischen Sie raffiniertes mit nativem Erdnussöl im Verhältnis 1:1. Die Mischung kann bei über 160 °C verwendet werden und vereint die Hitzebeständigkeit des raffinierten Öls mit dem intensiven Geschmack des nativen Öls.
Natives Erdnussöl hat einen kräftigen, nussigen Geschmack, während das raffinierte eher mild und neutral schmeckt.[2] Diese Kombination ergibt eine besonders aromatische Grundlage für Wok-Gerichte. Auch geröstetes Erdnussöl – etwa als Finish nach dem Kochen – verleiht Gerichten ein unverwechselbares Aroma.
Erdnussöl für die Haut
In der Hautpflege wird Erdnussöl vor allem wegen seines hohen Gehalts an Vitamin E und ungesättigten Fettsäuren geschätzt. Es bildet einen dünnen Schutzfilm auf der Haut, der Feuchtigkeit einschließt und die Hautbarriere stärkt.[10] Besonders bei trockener Haut und Neurodermitis kann Erdnussöl eine Verbesserung des Hautbildes bewirken, indem es beschädigte Zellstrukturen unterstützt und die Feuchtigkeit reguliert.
Dank seiner feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften findet sich Erdnussöl in verschiedenen Körperpflegeprodukten – von Badeölen über Sonnenöle bis hin zu Babycremes. In der Säuglings- und Kinderpflege wird es eingesetzt, um die empfindliche Haut regelmäßig mit Feuchtigkeit zu versorgen und das Risiko von Wundliegen und Aufreibungen zu minimieren.[1]
Da Erdnussöl nur langsam einzieht und selbst in geringen Mengen sehr gleitfähig ist, eignet es sich auch hervorragend als Basisöl für physiotherapeutische Behandlungen und Massagen. Bei Rheumapatienten wird es eingesetzt, weil die Durchblutung durch die Massage angeregt wird.[1]
Erdnussöl für die Haare
Erdnussöl legt sich wie ein natürlicher Schutzfilm um jedes einzelne Haar und schützt die Feuchtigkeitsdepots. Das Haar wird dadurch geschmeidig, glänzend und widerstandsfähiger gegenüber äußeren Einflüssen wie UV-Strahlung und Umweltschadstoffen.
Im Vergleich zu Silikon, das in vielen herkömmlichen Shampoos und Spülungen enthalten ist und die Haare dauerhaft versiegelt, bildet Erdnussöl einen schonenden Film, der sich mühelos wieder auswaschen lässt. Pflegende Wirkstoffe können dadurch weiterhin in das Haar eindringen. Bereits wenige Tropfen genügen, um Haar und Kopfhaut zu pflegen – besonders bei trockener und schuppiger Kopfhaut ist Erdnussöl eine natürliche Alternative zu Kokosöl für die Haare.
Erdnussöl gegen Ekzeme
Als Mischung mit dünnflüssigem Paraffin wird Erdnussöl in der Dermatologie erfolgreich zur Behandlung von Ekzemen eingesetzt. Das Auftragen sorgt für eine Linderung bei trockener, juckender und schuppender Haut.[10] In der Praxis wird Erdnussöl auch bei Schuppenflechte (Psoriasis), Neurodermitis und altersbedingtem Juckreiz verwendet.
Bei bestehenden Ekzemen behandelt das Erdnussöl sowohl die Oberhaut (Epidermis) als auch die darunterliegende Lederhaut (Dermis). Die stark rückfettende Wirkung ist dabei entscheidend: Bei Ekzemen fehlt es an Feuchtigkeit, der natürliche Fettmantel der Haut ist oft stark geschädigt oder zerstört. Erdnussöl kann in die oberste Hautschicht eindringen, Feuchtigkeit zuführen und einen erneuten Feuchtigkeitsverlust verhindern.[10]
Als Badezusatz (gemischt mit dünnflüssigem Paraffin) bildet Erdnussöl eine Ölschicht auf der Haut, die den körpereigenen Fettmantel vorübergehend ersetzt. Klinische Studien zeigen, dass Fluocinolon-Acetonid in raffiniertem Erdnussöl bei 81 bis 87 Prozent der behandelten Kinder mit atopischer Dermatitis innerhalb von zwei Wochen eine Verbesserung von über 50 Prozent erzielte – deutlich mehr als bei der Kontrollgruppe mit 39 Prozent.[11]
Wichtig: Bei der Verwendung von Erdnussöl gegen Ekzeme sollten keine anderen Waschlotionen oder Seifen gleichzeitig verwendet werden, da diese die Wirkung neutralisieren können. In seltenen Fällen können sich Haarfollikel entzünden – überprüfen Sie die Haut daher regelmäßig. Personen mit Erdnussallergie sollten vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.
Einsatz als Massageöl
Für den Einsatz als Massageöl muss ein kaltgepresstes Pflanzenöl möglichst gleitfähig sein und langsam einziehen. Erdnussöl erfüllt diese Voraussetzung ebenso wie Weizenkeimöl, Traubenkernöl oder Mandelöl. Der Vorteil von Erdnussöl liegt vor allem in seiner langen Haltbarkeit von rund 24 Monaten bei sachgerechter Aufbewahrung.
Zudem ist Erdnussöl sehr sparsam im Verbrauch: Dank seiner ausgezeichneten Viskosität reichen wenige Tropfen für die Massage eines kompletten Rückens. Da der Eigengeruch sehr dezent ist, eignet sich Erdnussöl ideal als Basisöl – eine Kombination mit ätherischen Ölen wie Lavendelöl oder Rosmarinöl ermöglicht individuelle Duftnoten.
Erdnussöl gegen Verstopfung
In der medizinischen Anwendung kann Erdnussöl als Klistier (Einlauf) zur Erweichung von hartem Stuhl im Enddarm eingesetzt werden.[1] Ein Einlauf aus warmem Wasser mit einem Schuss Erdnussöl weicht auch besonders harten Stuhl auf und verwandelt ihn in eine geschmeidige Masse, die leicht ausgeschieden werden kann. Zudem aktiviert ein solcher Einlauf die Darmtätigkeit und erleichtert den Stuhlgang.
Die Temperatur des Einlaufs sollte zwischen 37 und 40 °C liegen – niedrigere Temperaturen (unter 35 °C) können einen zu starken Reiz auslösen und die Gefahr eines Darmkrampfs erhöhen. Der hohe Fettanteil im Erdnussöl schützt gleichzeitig die Darmschleimhaut und beugt schmerzhaften Analfissuren vor. Wer regelmäßig unter Verstopfung leidet, sollte auch andere natürliche Ansätze in Betracht ziehen – etwa Olivenöl gegen Verstopfung.
Verwendung in der Industrie
In der Lebensmittelindustrie wird Erdnussöl zur geschmacklichen Verbesserung von Gewürzmischungen, Suppen und Saucen eingesetzt. Es dient zudem als Rohstoff für die Herstellung von Margarine. Auch in der pharmazeutischen Industrie findet Erdnussöl Verwendung: als Trägerstoff für fettlösliche Wirkstoffe, in Augentropfen und als Grundlage für Salben.[1]
Darüber hinaus ist Erdnussöl Bestandteil von Anstrichmitteln und Seifen. Die Vielseitigkeit dieses Öls zeigt sich auch historisch: Rudolf Diesel demonstrierte im Jahr 1900 auf der Pariser Weltausstellung, dass ein Verbrennungsmotor mit Erdnussöl als Kraftstoff betrieben werden kann.[1]
Erdnussöl und Allergie
Erdnussöl ist für Personen mit Erdnussallergie ein relevantes Thema, das differenziert betrachtet werden muss. Die allergieauslösenden Proteine in Erdnüssen sind Eiweiße, die im Rahmen der Raffination weitgehend entfernt werden. Raffiniertes Erdnussöl enthält daher etwa 100-mal weniger Protein als natives Öl.[12]
Eine britische Studie mit 60 Erdnussallergikern zeigte, dass raffiniertes Erdnussöl bei keinem der Teilnehmer eine allergische Reaktion auslöste – im Gegensatz zu kaltgepresstem Erdnussöl, das bei sechs der Probanden Symptome hervorrief.[13] Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat raffiniertes Erdnussöl daher als grundsätzlich sicher für Erdnussallergiker eingestuft.
Vorsicht ist dennoch geboten: Natives und kaltgepresstes Erdnussöl kann Proteinreste enthalten, die allergische Reaktionen von Hautausschlag bis hin zur Anaphylaxie auslösen können.[12] Personen mit bekannter Erdnussallergie sollten grundsätzlich ärztlichen Rat einholen, bevor sie Erdnussöl verwenden – sei es in der Küche oder in der Hautpflege. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, greift auf Alternativen wie Sesamöl oder Avocadoöl zurück.
Haltbarkeit und Lagerung von Erdnussöl
Erdnussöl gehört zu den besonders haltbaren Speiseölen. Ungeöffnet und sachgerecht gelagert (kühl, dunkel, gut verschlossen) hält es bis zu 24 Monate. Nach dem Öffnen sollte raffiniertes Erdnussöl innerhalb von 8 bis 10 Monaten verbraucht werden, kaltgepresstes Öl innerhalb von 4 bis 6 Monaten.[3]
Die richtige Lagerung ist entscheidend für die Qualität: Sowohl Licht als auch Sauerstoff führen zur Oxidation der wertvollen Fettsäuren, wodurch das Öl ranzig wird. Lagern Sie Erdnussöl daher stets gut verschlossen, in dunklen Flaschen und bei Temperaturen unter 25 °C. Eine Lagerung im Kühlschrank ist möglich – beachten Sie jedoch, dass Erdnussöl bei Temperaturen unter 10 °C dickflüssig und bei etwa −2 °C fest wird. Die Qualität wird dadurch nicht beeinträchtigt: Bei Zimmertemperatur verflüssigt sich das Öl wieder vollständig und behält seinen ursprünglichen Geschmack.[3]
Anzeichen dafür, dass Erdnussöl nicht mehr verwendet werden sollte: Trübstoffe im Öl, ein ranziger oder unangenehmer Geruch, sowie Flockenbildung bei Zimmertemperatur.
Erdnussöl kaufen – Worauf sollte geachtet werden?
Beim Kauf von Erdnussöl lohnt sich ein genauer Blick auf Etikett und Inhalt. Hochwertige Produkte erkennen Sie an folgenden Merkmalen:
- Einfach ungesättigte Ölsäurereste zwischen 35 und 72 Prozent (je nach Herkunft)
- Zweifach ungesättigte Linolsäurereste zwischen 13 und 43 Prozent
- Typische Fettsäurereste wie Palmitinsäure, Arachinsäure, Behensäure, Lignocerinsäure und Stearinsäure
- Klare, transparente Beschaffenheit ohne Trübstoffe
- Bei Bio-Produkten: Zertifizierung aus kontrolliert biologischem Anbau
Erdnussöl ist im Supermarkt (Edeka, Rewe, Aldi, Lidl), in Reformhäusern, Drogerien (dm, Rossmann), Asialäden und online erhältlich. Kaltgepresstes Erdnussöl wird meist in kleineren, dunklen Glasflaschen angeboten, raffiniertes Erdnussöl oft in größeren Gebinden bis zu 10 Litern. Bekannte Marken sind unter anderem Brändle, Mazola, Bio Planète und Ölmühle Solling.
Für die Küche empfiehlt sich raffiniertes Erdnussöl zum Braten und Frittieren, natives Erdnussöl für Salate und kalte Gerichte, und geröstetes Erdnussöl als aromatisches Finish. Ein Blick auf den Unterschied zwischen kaltgepresst, raffiniert und unraffiniert hilft bei der Auswahl des passenden Öls.
Erdnussöl Verkaufsformen
Bio Erdnussöl
Damit ein Erdnussöl als „Bio" gekennzeichnet werden darf, müssen der Anbau und die Verarbeitung bestimmte Kriterien erfüllen: Die Erdnüsse stammen aus kontrolliert biologischem Anbau, die Kaltpressung erfolgt mechanisch ohne Zufuhr von Wärme, und eine Nachbehandlung (außer mechanischer Filtration) findet nicht statt.
Diese Kriterien werden ausschließlich von bio-zertifizierten Betrieben erfüllt. Das Ergebnis ist ein Erdnussöl, das seine wertvollen Inhaltsstoffe – darunter Vitamin E, Phytosterole und sekundäre Pflanzenstoffe – vollständig behält. Denn die Zufuhr von Wärme bei der Raffination zerstört nicht nur Farb- und Geschmacksstoffe, sondern auch hitzeempfindliche Nährstoffe.[4]
Die Reinigung von Bio Erdnussöl erfolgt mittels einem schonenden Filtrationsverfahren – teilweise unter Verwendung von Papierfiltern oder Zentrifugen. Während des gesamten Herstellungsprozesses wird auf minimale Sauerstoffzufuhr geachtet, da Sauerstoff zu Oxidation und damit zu Qualitätsminderung führt. Bio Erdnussöl wird nach der Herstellung in Qualitätslaboren getestet und in dunkel getönten Glasflaschen abgefüllt, die schädigende Lichtstrahlen fernhalten. Es ist in Bioläden, Reformhäusern, gut sortierten Supermärkten und online erhältlich.
Geröstetes Erdnussöl
Für geröstetes Erdnussöl werden die Erdnüsse vor der Pressung geröstet, wodurch ein besonders intensives und nussiges Aroma entsteht. Dieses Öl wird vorwiegend in der asiatischen Küche verwendet – als Würzöl für Wok-Gerichte, Dressings und Dips. Geröstetes Erdnussöl eignet sich weniger zum Braten bei hohen Temperaturen, sondern wird meist erst kurz vor dem Servieren hinzugefügt.
Raffiniertes Erdnussöl
Raffiniertes Erdnussöl durchläuft einen mehrstufigen Prozess aus Entsäuerung, Bleichung und Desodorierung. Das Ergebnis ist ein geschmacksneutrales Öl mit hohem Rauchpunkt (ca. 230 °C), das ideal zum Braten, Frittieren und für die Lebensmittelproduktion geeignet ist. Allerdings gehen bei der Raffination wertvolle Begleitstoffe wie Vitamin E, Polyphenole und Phytosterole teilweise verloren.[4]
Alternativen zu Erdnussöl
Wer kein Erdnussöl verwenden kann oder möchte – etwa aufgrund einer Allergie oder des ungünstigen Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnisses – findet je nach Einsatzzweck verschiedene Alternativen:
Zum Braten und Frittieren: Avocadoöl (Rauchpunkt ca. 270 °C), Kokosöl (Rauchpunkt ca. 200 °C) oder raffiniertes Sonnenblumenöl eignen sich für hohe Temperaturen. Auch Rapsöl bietet ein deutlich besseres Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis und ist vielseitig einsetzbar.
Für asiatische Gerichte: Sesamöl bietet ein ähnlich nussiges Aroma und ist der klassische Ersatz für Erdnussöl in Wok-Gerichten und Dressings.
Als Massageöl: Jojobaöl, Mandelöl oder Aprikosenkernöl sind milde, gut verträgliche Alternativen für die Hautpflege und Massage.
Für Salate: Kaltgepresstes Olivenöl oder Walnussöl bieten ebenfalls ein angenehmes Aroma und wertvolle Fettsäuren.
Häufige Fragen zu Erdnussöl
Ist Erdnussöl gesund?
Ja, Erdnussöl ist in Maßen ein gesundes Speiseöl. Es enthält reichlich einfach ungesättigte Fettsäuren (Ölsäure), Vitamin E und Phytosterole, die nachweislich den Cholesterinspiegel senken und das Herz-Kreislauf-System schützen können.[9] Allerdings ist das Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis ungünstig (ca. 36:1), weshalb Erdnussöl nicht das einzige Öl in der Ernährung sein sollte.[7]
Kann man mit Erdnussöl braten?
Raffiniertes Erdnussöl eignet sich hervorragend zum Braten und Frittieren mit einem Rauchpunkt von ca. 230 °C. Kaltgepresstes Erdnussöl sollte nur bei mittlerer Hitze (unter 160 °C) verwendet werden.[2]
Ist Erdnussöl bei Erdnussallergie gefährlich?
Raffiniertes Erdnussöl wird in der Regel von Erdnussallergikern gut vertragen, da die allergieauslösenden Proteine bei der Raffination weitgehend entfernt werden. Kaltgepresstes Erdnussöl kann dagegen Proteinreste enthalten und sollte von Allergikern gemieden werden. Im Zweifelsfall immer ärztlichen Rat einholen.[12][13]
Wie lange ist Erdnussöl haltbar?
Ungeöffnetes Erdnussöl hält bei sachgemäßer Lagerung bis zu 24 Monate. Nach dem Öffnen ist raffiniertes Erdnussöl 8 bis 10 Monate und kaltgepresstes Erdnussöl 4 bis 6 Monate haltbar.[3]
Ist Erdnussöl geschmacksneutral?
Raffiniertes Erdnussöl ist nahezu geschmacksneutral und eignet sich daher für Gerichte, bei denen kein Eigengeschmack erwünscht ist. Kaltgepresstes und geröstetes Erdnussöl haben dagegen einen deutlichen, nussigen Geschmack.
Kann man Erdnussöl im Kühlschrank aufbewahren?
Ja, die Lagerung im Kühlschrank ist möglich. Erdnussöl wird bei Temperaturen unter 10 °C dickflüssig und unter −2 °C fest. Die Qualität wird dadurch nicht beeinträchtigt – bei Zimmertemperatur verflüssigt sich das Öl wieder vollständig.[1]
Welches Erdnussöl zum Braten?
Zum scharfen Anbraten und Frittieren eignet sich raffiniertes Erdnussöl am besten. Für schonendes Braten bei mittlerer Hitze kann auch natives Erdnussöl verwendet werden. Geröstetes Erdnussöl wird als Würzöl verwendet und sollte nicht zum Braten eingesetzt werden.
Quellen
- Wikipedia: Erdnussöl. Abgerufen im Februar 2026. Basierend auf: Europäisches Arzneibuch, 6. Ausgabe – Monographie Arachidis oleum raffinatum. de.wikipedia.org/wiki/Erdnussöl
- REWE Lebensmittellexikon: Erdnussöl – Infos zum vielseitigen Nussöl. rewe.de/lexikon/erdnussoel
- Stiftung Gesundheit und Ernährung: Erdnussöl (bio?, roh?) – Nährstoffprofil und Lagerhinweise. diet-health.info
- Akhtar, S., Khalid, N., Ahmed, I., Shahzad, A., & Suleria, H. A. R. (2014). Physicochemical characteristics, functional properties, and nutritional benefits of peanut oil: a review. Critical Reviews in Food Science and Nutrition, 54(12), 1562–1575. doi:10.1080/10408398.2011.644353. PubMed
- U.S. Department of Agriculture (USDA). FoodData Central: Oil, peanut. fdc.nal.usda.gov
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- Zentrum der Gesundheit: Erdnüsse – Superfood für die Gefäße. Abschnitt Omega-Verhältnis. zentrum-der-gesundheit.de
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