Die Pflanzengattung Kurkuma (Curcuma) gehört zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae) und ist eng mit dem Ingwer verwandt – auch optisch ähneln sich die Wurzelknollen stark. Für die Gewinnung von Kurkumaöl wird vorwiegend der indische Gelbwurz (botanisch: Curcuma longa) verwendet, dessen Rhizome reich an ätherischen Ölen und dem charakteristischen Pflanzenstoff Curcumin sind. Curcumin verleiht der Pflanze ihre leuchtend orangegelbe Farbe und das typisch würzige Aroma. Bereits seit Jahrtausenden spielt Kurkuma eine zentrale Rolle in der ayurvedischen Medizin und gilt in Indien als eine der wichtigsten Heilpflanzen überhaupt.[1] 
Kurkuma ist einer der Hauptbestandteile von Currygewürzmischungen und wird in Südasien traditionell in beachtlichen Mengen konsumiert. Epidemiologische Beobachtungen deuten darauf hin, dass die regelmäßige Aufnahme von Kurkuma mit einer geringeren Inzidenz bestimmter chronischer Erkrankungen in Verbindung stehen könnte – ein Zusammenhang, der Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen ist.[2] Die Kurkumapflanze erreicht eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter und bildet kräftige, intensiv gefärbte Rhizome aus. Nicht nur die Wurzel selbst, sondern auch das daraus gewonnene Kurkumaöl ist ausgesprochen farbintensiv. Ein praktischer Tipp: Sollten gelbe oder orangefarbene Flecken auf Kleidung oder Küchenutensilien gelangen, genügt es häufig, diese einige Stunden in die direkte Sonne zu legen – das UV-Licht baut das Curcumin-Pigment ab und die Flecken verblassen von alleine.
Gewinnung von Kurkumaöl
Ätherisches Kurkumaöl wird durch schonende Wasserdampfdestillation der zerkleinerten Wurzelknollen (Rhizome) von Curcuma longa gewonnen. Bei diesem Verfahren werden die flüchtigen, aromatischen Verbindungen aus dem Pflanzenmaterial gelöst und anschließend kondensiert. Für die Herstellung von einem Liter reinem ätherischen Kurkumaöl werden etwa 20 Kilogramm frisches Wurzelmaterial benötigt – der durchschnittliche Gehalt an ätherischen Ölen in den Rhizomen liegt bei 3 bis 6 Prozent.[3]
Es ist wichtig zu wissen, dass das durch Wasserdampfdestillation gewonnene ätherische Kurkumaöl keine Curcuminoide enthält – diese sind nicht flüchtig und verbleiben im Destillationsrückstand.[3] Die therapeutischen Eigenschaften des ätherischen Öls beruhen daher auf anderen Wirkstoffgruppen, insbesondere den Sesquiterpenen und Sesquiterpenketonen (siehe Inhaltsstoffe). Die Duftrichtung des Kurkumaöls ist warm, würzig, erdig und leicht holzig – es erinnert an exotische Gewürzmärkte und besitzt eine zugleich erdende und inspirierende Duftnote.
Ätherisches Kurkumaöl und Kurkumaextrakt – der Unterschied
Im Handel und in der Fachliteratur wird der Begriff „Kurkumaöl" für zwei unterschiedliche Produkte verwendet, die sich in ihrer Zusammensetzung und Wirkung deutlich unterscheiden:
Ätherisches Kurkumaöl (durch Wasserdampfdestillation gewonnen) enthält ausschließlich die flüchtigen Aromastoffe der Kurkumawurzel, darunter ar-Turmeron, α-Turmeron, β-Turmeron, Zingiberen und Atlanton. Es enthält keine Curcuminoide und ist von dünnflüssiger Konsistenz. Dieses Öl wird vor allem in der Aromatherapie und zur äußerlichen Anwendung eingesetzt.
Kurkumaextrakt-Öl (durch Alkohol- oder CO₂-Extraktion gewonnen) enthält neben den ätherischen Ölbestandteilen auch die fettlöslichen Curcuminoide – also Curcumin, Demethoxycurcumin und Bisdemethoxycurcumin.[4] Dieses Öl ist von dickflüssigerer Konsistenz, besitzt eine intensiv gelborange Farbe und vereint die Wirkungen beider Stoffgruppen. Es wird häufig für die innerliche Anwendung und als Nahrungsergänzung genutzt.
Für die bestmögliche Wirkung empfehlen Studien eine Kombination beider Stoffgruppen: Ätherische Kurkumaöle können die Bioverfügbarkeit von Curcumin um das 7- bis 10-Fache steigern.[5]
Kurkumaöl Inhaltsstoffe
Die Zusammensetzung von Kurkumaöl variiert je nach Herkunft, Anbaubedingungen und Extraktionsmethode. Die wichtigsten Inhaltsstoffe des ätherischen Kurkumaöls sind:[3][6]
- ar-Turmeron (aromatisches Turmeron) – mit ca. 25–30 % Hauptbestandteil des ätherischen Öls; verantwortlich für entzündungshemmende und neuroprotektive Eigenschaften
- α-Turmeron – etwa 18 %; wirkt antimikrobiell und unterstützt die Immunfunktion
- β-Turmeron – ergänzt die Wirkung der anderen Turmerone
- Zingiberen – bis zu 25 %; ein Sesquiterpen, das auch in Ingweröl vorkommt
- Atlanton – ca. 5–17 %; besitzt krampflösende Eigenschaften
- ar-Curcumen – ein weiteres Sesquiterpen mit antioxidativer Wirkung
- Sesquiterpene und Sesquiterpenketone – die übergeordnete Wirkstoffgruppe, der die meisten Einzelverbindungen angehören
Bei Kurkumaextrakten (Alkohol- oder CO₂-Extraktion) kommen zusätzlich die Curcuminoide hinzu:
- Curcumin (Diferuloylmethan) – der bekannteste und am intensivsten erforschte Wirkstoff der Kurkumapflanze
- Demethoxycurcumin
- Bisdemethoxycurcumin
Wirkung von Kurkumaöl
Die Wirkung von Kurkumaöl ist wissenschaftlich breit dokumentiert. Das ätherische Öl und seine Inhaltsstoffe zeigen in präklinischen und klinischen Studien eine Vielzahl pharmakologischer Effekte:[3][6][7]
- Entzündungshemmend (antiinflammatorisch): ar-Turmeron hemmt die Aktivierung entzündungsfördernder Signalwege wie NF-κB und COX-2 sowie die Phosphorylierung von p38 MAPK.[6]
- Antioxidativ: Die Sesquiterpene im Kurkumaöl neutralisieren freie Radikale und schützen Zellen vor oxidativem Stress.
- Antimikrobiell und antifungal: Kurkumaöl zeigt Wirksamkeit gegen Dermatophyten und verschiedene pathogene Keime.[8]
- Verdauungsfördernd: Es regt die Gallentätigkeit und die Bildung von Magensäften an und wirkt karminativ (blähungstreibend).
- Neuroprotektiv: ar-Turmeron kann die Aktivierung von Mikroglia im Gehirn hemmen – ein vielversprechender Ansatz in der Forschung zu neurodegenerativen Erkrankungen.[9]
- Schmerzlindernd (analgetisch): Kurkumaöl lindert Schmerzen, insbesondere bei entzündlichen Gelenkerkrankungen.
- Antiödematös und diuretisch: Es unterstützt das Abschwellen von Ödemen.
- Wundheilungsfördernd: Bei schlecht heilenden Wunden und Dermatosen wirkt es unterstützend.
- Wärmend und durchblutungsfördernd: Besonders bei äußerlicher Anwendung spürbar.
- Stimmungsaufhellend und beruhigend: In der Aromatherapie wird es für seine ausgleichende Wirkung geschätzt.
Wichtig: Die meisten der oben genannten Wirkungen sind durch In-vitro-Studien und Tiermodelle belegt. Groß angelegte klinische Studien am Menschen stehen für viele Anwendungsgebiete noch aus. Eine dreimonatige Sicherheitsstudie zur oralen Einnahme von Kurkumaöl zeigte keine Nebenwirkungen auf Körpergewicht, Blutdruck oder Leber- und Nierenfunktion.[10]
Anwendungsgebiete von Kurkumaöl
Kurkumaöl kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden. Die Anwendungsmöglichkeiten reichen von der Hautpflege über die Aromatherapie bis hin zur Unterstützung bei entzündlichen Beschwerden.
Innerliche Anwendung von Kurkumaöl
Bei der inneren Anwendung sind folgende Einsatzbereiche besonders relevant:
- Unterstützung der Verdauung und Anregung der Gallenproduktion
- Linderung entzündlicher Magen- und Darmerkrankungen
- Antioxidativer Zellschutz im gesamten Organismus
- Unterstützung des Immunsystems
- Förderung des Fettstoffwechsels und der Fettverbrennung
- Beitrag zur Senkung des Cholesterinspiegels
- Unterstützung einer gesunden Durchblutung
Viele Erkrankungen, die auf chronische Entzündungen im Körper zurückzuführen sind – etwa Arthritis oder Arthrose – können durch Kurkumaöl ergänzend gelindert werden. Präklinische Studien, unter anderem aus Indien und den USA, zeigen, dass die Turmerone im Kurkumaöl entzündliche Prozesse in den Gelenken reduzieren und gleichzeitig Schmerzen lindern können.[11] Allerdings zeigte eine Studie an Ratten, dass isoliertes ätherisches Kurkumaöl bei intraperitonealer Injektion zwar eine sehr starke Gelenkschutzwirkung (90–100 % Hemmung) hatte, dies aber mit Toxizität einherging – bei oraler Gabe war der Effekt milder (ca. 20 % Hemmung), dafür aber sicher.[11]
Kurkumaöl wirkt zudem positiv auf den Glukosestoffwechsel: Tierexperimentelle Studien deuten darauf hin, dass ätherisches Kurkumaöl die Entwicklung von erhöhtem Blutzucker und übermäßiger Fettmasse hemmen kann.[10] Bei bestehenden Lebererkrankungen kann Kurkumaöl den Gallenfluss anregen und so therapeutisch unterstützend wirken – bei schweren Lebererkrankungen ist jedoch Vorsicht geboten (siehe Nebenwirkungen).
Die Bioverfügbarkeit von Kurkuma kann durch bestimmte Kombinationen deutlich gesteigert werden: Piperin, der Scharfstoff im schwarzen Pfeffer, erhöht die Aufnahme von Curcumin nachweislich um ein Vielfaches.[12] Da Curcumin fettlöslich ist, empfiehlt es sich außerdem, Kurkumaöl zusammen mit einem hochwertigen Pflanzenöl einzunehmen – beispielsweise mit Kokosöl oder Olivenöl aus biologischem Anbau und Kaltpressung. Diese Kombination ist sowohl für die innere Anwendung als auch für die äußerliche Hautpflege ratsam.
Hinweis: Wenn Sie Kurkumaöl begleitend zu einer medikamentösen Therapie einnehmen möchten, sprechen Sie dies unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt ab. Kurkuma kann die Wirkung von gerinnungshemmenden Medikamenten, Antidiabetika und bestimmten Chemotherapeutika beeinflussen.[2]
Äußerliche Anwendung von Kurkumaöl
Ätherisches Kurkumaöl sollte niemals pur auf die Haut aufgetragen werden, da es in konzentrierter Form zu Hautreizungen führen kann. Verdünnen Sie das Öl stets mit einem geeigneten Trägeröl.
Für ein pflegendes Massageöl mischen Sie 2–3 Tropfen ätherisches Kurkumaöl mit einem Esslöffel Kokosöl, Jojobaöl oder Hanföl. Diese Mischung pflegt die Haut intensiv und die antioxidativen Wirkstoffe des Kurkumaöls schützen die Hautzellen vor freien Radikalen. Die im Kurkumaöl enthaltenen Turmerone unterstützen zudem die Kollagenbildung, was zu einem strafferen und glatterem Hautbild beitragen kann.
Bei einer Mischung mit Jojobaöl oder Hanföl dringen die pflegenden Wirkstoffe besonders tief in die Hautschichten ein. Das Pflegeöl eignet sich auch zur Anwendung auf der Kopfhaut: Es kann schuppige Haut beruhigen, Entzündungen lindern und bei Beschwerden durch Schuppen oder Schuppenflechte unterstützend wirken.
Kurkumaöl gegen Altersflecken
Kurkumaöl – insbesondere Kurkumaextrakte mit Curcumin – wird zunehmend als natürliches Mittel gegen Altersflecken und Hyperpigmentierung eingesetzt. Der wissenschaftliche Hintergrund: Curcumin hemmt die Aktivität des Enzyms Tyrosinase, das für die Umwandlung von Tyrosin in das Hautpigment Melanin verantwortlich ist.[13] Darüber hinaus reduziert Curcumin die Expression des Gens, das für die Tyrosinase kodiert, und senkt den Spiegel des Transkriptionsfaktors MITF, der eine Schlüsselrolle bei der Melaninsynthese spielt.[14]
Für die Anwendung im Gesicht gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Kurkumaöl-Gesichtsserum: Mischen Sie 1–2 Tropfen Kurkumaextrakt mit einem Esslöffel Hagebuttenöl oder Arganöl und tragen Sie die Mischung abends auf die betroffenen Stellen auf.
- Kurkuma-Gesichtsmaske: Verrühren Sie einen halben Teelöffel Kurkumapulver mit zwei Esslöffeln Joghurt und einem Teelöffel Honig. Lassen Sie die Maske 10–15 Minuten einwirken und spülen Sie sie mit lauwarmem Wasser ab.
Wichtig: Kurkuma kann die Haut vorübergehend gelblich verfärben. Wischen Sie Rückstände mit etwas Olivenöl oder einem milden Gesichtswasser ab. Führen Sie vor der ersten Anwendung im Gesicht einen Verträglichkeitstest an einer kleinen Hautstelle durch, etwa an der Innenseite des Unterarms. Beachten Sie zudem: Die bisherigen Studienergebnisse zur Wirkung von Curcumin gegen Hyperpigmentierung stammen überwiegend aus Laborversuchen – großangelegte klinische Studien am Menschen stehen noch aus.[13]
Kurkumaöl fürs Gesicht
Kurkumaöl kann als Bestandteil einer natürlichen Gesichtspflege-Routine vielfältig eingesetzt werden. Die antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften des Öls machen es besonders interessant für die Pflege reifer, unreiner oder zu Rötungen neigender Haut.
Mögliche Anwendungen für das Gesicht:
- Anti-Aging-Pflege: Die antioxidativen Sesquiterpene schützen die Hautzellen vor vorzeitiger Alterung durch freie Radikale.
- Bei unreiner Haut: Die antimikrobielle Wirkung von ar-Turmeron kann das Hautbild bei Akne-geplagter Haut verbessern.[8]
- Zur Aufhellung von Pigmentflecken: Curcuminhaltige Kurkumaprodukte können die Melaninproduktion regulieren (siehe Abschnitt Altersflecken).
- Zur Beruhigung gereizter Haut: Bei Rötungen und leichten Entzündungen kann verdünntes Kurkumaöl lindernd wirken.
Ein bewährtes Rezept für ein Kurkuma-Gesichtsöl: Mischen Sie 30 ml Jojobaöl mit 2 Tropfen ätherischem Kurkumaöl und 1 Tropfen Lavendelöl. Bewahren Sie die Mischung in einem dunklen Glasfläschchen auf und tragen Sie abends einige Tropfen auf das gereinigte Gesicht auf.
Kurkumaöl in der Aromatherapie
In der Aromatherapie wird ätherisches Kurkumaöl wegen seiner warm-würzigen, erdenden Duftnote geschätzt. Es kann in einer Duftlampe oder einem Diffuser verdampft werden, um eine beruhigende und gleichzeitig inspirierende Atmosphäre zu schaffen. Kurkumaöl harmoniert besonders gut mit Orangenöl, Sandelholzöl, Zimtöl und Weihrauchöl.
Für die Duftlampe genügen 3–5 Tropfen ätherisches Kurkumaöl in der mit Wasser gefüllten Schale. Die Wirkung der Inhalation wird als erdend, stimmungsaufhellend und konzentrationsfördernd beschrieben.
Kurkumaöl selber machen
Einen curcuminhaltigen Kurkumaextrakt können Sie zu Hause relativ einfach mithilfe einer Alkoholextraktion selbst herstellen. Beachten Sie: Dieses Verfahren ergibt keinen reinen ätherischen Ölextrakt, sondern eine curcuminhaltige Ölmischung, die sowohl die fettlöslichen Curcuminoide als auch einen Teil der ätherischen Ölbestandteile enthält.
Was Sie benötigen:
- Hochwertiges Kurkumapulver in Bioqualität (alternativ: frische Kurkumawurzel, fein gerieben)
- Hochprozentiger Alkohol (z. B. Ethanol 96 Vol.-% aus der Apotheke)
- Ein fest verschließbares Glasgefäß (z. B. Twist-off-Glas)
- Eine Mullwindel oder ein feines Sieb zum Abseihen
So geht's:
Mischen Sie etwa zwei Esslöffel Kurkumapulver mit 200 ml Alkohol und füllen Sie die Mischung in das Glasgefäß. Verschließen Sie es fest und stellen Sie es für drei Wochen an einen warmen, dunklen Ort. Schütteln Sie das Glas alle paar Tage leicht durch. Nach Ablauf der drei Wochen hat sich die Flüssigkeit intensiv gelblich-orange gefärbt – ein Zeichen für die herausgelösten Curcuminoide. Seihen Sie die Mischung durch eine Mullwindel ab und fangen Sie die Flüssigkeit in einer flachen, offenen Schale auf. Lassen Sie den Alkohol bei Raumtemperatur vollständig verdunsten. Der ölige Rückstand, der in der Schale verbleibt, ist Ihr selbst hergestelltes Kurkumaöl.
Bewahren Sie das fertige Öl in einem dunklen Glasfläschchen an einem kühlen Ort auf, um die Wirkstoffe bestmöglich zu schützen.
Dosierung und Einnahme von Kurkumaöl
Die richtige Dosierung von Kurkumaöl hängt von der Art des Produkts und dem Verwendungszweck ab:
Ätherisches Kurkumaöl (Wasserdampfdestillation):
- Äußerlich: 2–3 Tropfen auf einen Esslöffel Trägeröl (z. B. Jojobaöl, Kokosöl oder Mandelöl)
- Duftlampe/Diffuser: 3–5 Tropfen
- Badezusatz: 5–8 Tropfen, emulgiert in einem Esslöffel Sahne, Honig oder Sesamöl
Kurkumaextrakt-Öl (innerliche Anwendung):
- Die empfohlene Tagesdosis liegt in der Regel bei 1–3 ml, idealerweise über den Tag verteilt und zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen.
- Als Orientierung gilt: Etwa 0,02 ml pro Kilogramm Körpergewicht.
- Beginnen Sie stets mit einer niedrigen Dosis und steigern Sie bei guter Verträglichkeit langsam.
Die Kombination mit Piperin (schwarzer Pfeffer) und einem Pflanzenöl optimiert die Aufnahme der Wirkstoffe erheblich. Beachten Sie die Hinweise des jeweiligen Herstellers und konsultieren Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Heilpraktiker.
Nebenwirkungen von Kurkumaöl
Kurkumaöl gilt bei sachgemäßer Anwendung als gut verträglich. Eine 13-wöchige Sicherheitsstudie an Ratten mit Dosen bis zu 500 mg/kg/Tag zeigte keine toxischen Effekte auf Leber- oder Nierenfunktion.[3] Auch eine dreimonatige Humanstudie zur oralen Einnahme von Kurkumaöl ergab keine Auffälligkeiten bei Körpergewicht, Blutdruck oder hämatologischen Parametern.[10]
Dennoch sind folgende Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:
- Hautreizungen: Unverdünntes ätherisches Kurkumaöl kann bei empfindlicher Haut zu Reizungen führen. Verwenden Sie es immer mit einem Trägeröl verdünnt.
- Magen-Darm-Beschwerden: Bei Überdosierung oder langfristiger Einnahme hoher Mengen kann es zu Übelkeit, Bauchkrämpfen oder Durchfall kommen.[2]
- Wechselwirkungen mit Medikamenten: Kurkuma kann die Wirkung von Blutverdünnern (Antikoagulanzien), Antidiabetika und bestimmten Chemotherapeutika verstärken. Sprechen Sie die Anwendung bei gleichzeitiger Medikamenteneinnahme mit Ihrem Arzt ab.[2]
- Schwangerschaft und Stillzeit: Aufgrund fehlender Sicherheitsdaten sollten Schwangere und stillende Mütter auf die Einnahme von Kurkumaöl verzichten.
- Schwere Lebererkrankungen: Bei bestehenden schweren Lebererkrankungen ist Vorsicht geboten, da Kurkuma die Gallensekretion anregt.
Pausieren Sie bei auftretenden Beschwerden die Anwendung und nehmen Sie sie erst wieder auf, wenn die Symptome vollständig abgeklungen sind.
Kurkumaöl kaufen – Worauf sollte geachtet werden?
Beim Kauf von Kurkumaöl gibt es einige wichtige Qualitätskriterien zu beachten, damit Sie ein hochwertiges und wirksames Produkt erhalten:
- Bio-Qualität: Achten Sie auf Kurkumaöl aus kontrolliert biologischem Anbau (DE-ÖKO-Zertifizierung), um Rückstände von Pestiziden und Schwermetallen zu vermeiden.
- 100 % naturrein: Das Öl sollte keine synthetischen Zusätze, Streckmittel oder künstliche Duftstoffe enthalten. Ein reines ätherisches Öl trägt die Bezeichnung „100 % naturreines ätherisches Öl" oder die INCI-Bezeichnung „Curcuma Longa Root Oil".
- Gewinnungsverfahren: Bevorzugen Sie Öle, die durch Wasserdampfdestillation (für ätherisches Öl) oder CO₂-Extraktion (für Vollextrakte) gewonnen wurden.
- Dunkle Glasflasche: Eine Tropfflasche aus dunklem Glas (Braun- oder Violettglas) schützt die lichtempfindlichen Wirkstoffe vor Oxidation und Zersetzung.
- Herkunftsangabe: Seriöse Hersteller geben die Herkunft des Rohstoffs und die Chargennummer an. Hauptanbaugebiete sind Indien, Indonesien und Madagaskar.
- Frische: Kaufen Sie nur die Menge, die Sie in einem überschaubaren Zeitraum (etwa 6–12 Monate) verbrauchen können.
Kurkumaöl ist in Apotheken, Reformhäusern, Bioläden und Online-Fachhandel erhältlich. Vergleichen Sie Angebote sorgfältig – ein sehr niedriger Preis kann auf minderwertige Qualität oder Verdünnung hinweisen.
Studien und Quellen
- Prasad, S., & Aggarwal, B. B. (2011). Turmeric, the Golden Spice. In: Benzie, I. F. F., Wachtel-Galor, S. (Hrsg.): Herbal Medicine: Biomolecular and Clinical Aspects. 2. Auflage, CRC Press/Taylor & Francis. NCBI Bookshelf
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- Oliveira, A. L. de et al. (2022). Pharmacological Profile, Bioactivities, and Safety of Turmeric Oil. Molecules, 27(16), 5148. doi:10.3390/molecules27165148
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- Toden, S. et al. (2017). Essential turmeric oils enhance anti-inflammatory efficacy of curcumin in dextran sulfate sodium-induced colitis. Scientific Reports, 7, 814. doi:10.1038/s41598-017-00812-6
- Jankasem, M., Wuthi-udomlert, M., & Gritsanapan, W. (2013). Antidermatophytic Properties of Ar-Turmerone, Turmeric Oil, and Curcuma longa Preparations. ISRN Dermatology, 2013, 250597. doi:10.1155/2013/250597
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