Myrtenöl

Zuletzt aktualisiert: 12.02.26

Myrtenöl (INCI: Myrtus Communis Oil) ist ein ätherisches Öl, das aus den Blättern und Zweigspitzen des immergrünen Myrtenstrauchs (Myrtus communis) gewonnen wird. Die Myrte wächst vorwiegend in der Mittelmeerregion – von Korsika und Sardinien über Nordafrika bis nach Vorderasien – und zählt botanisch zur Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae), zu der auch Eukalyptus und Teebaum gehören.[1]
Myrtenöl – ätherisches Öl der Myrte (Myrtus communis)

Bereits im antiken Griechenland und Rom wurde die Myrte zu Heilzwecken eingesetzt – insbesondere bei Erkrankungen der Blase, der Nieren und der Atemwege. Im Mittelalter erkannte man die hautpflegenden Eigenschaften und stellte Salben sowie das sogenannte „Engelswasser" (Eau d'Ange) her, ein desodorierendes Destillationswasser zur Reinigung und Tonisierung der Haut. Die Pflanze galt als Symbol für Reinheit, Keuschheit und Schönheit – daher stammt auch der traditionelle Begriff „Brautmyrte".[2] Heute findet Myrtenöl vielseitige Anwendung in der Aromatherapie, Hautpflege und als natürlicher Geruchsneutralisierer. Es wirkt schleimlösend, entkrampfend und antibakteriell, ist dabei aber deutlich milder als vergleichbare Öle wie Eukalyptusöl oder Teebaumöl.

Gewinnung von Myrtenöl

Myrtenöl wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Bei diesem schonenden Verfahren werden die frischen Blätter, Blüten und Zweigspitzen des Myrtenstrauchs mit heißem Wasserdampf behandelt. Da die flüchtigen ätherischen Öle nicht wasserlöslich sind, lassen sie sich nach der Kondensation des Dampfes leicht von der Wasseroberfläche abscheiden.[3]

Für die Herstellung von einem Liter reinem Myrtenöl werden je nach Quelle zwischen 100 und 200 Kilogramm Pflanzenmaterial benötigt. Die Ausbeute schwankt dabei erheblich – von weniger als einem bis zu zehn Prozent – und hängt von der Destillationstechnik, dem Erntezeitpunkt sowie dem Standort der Pflanzen ab. Der Standort beeinflusst auch die chemische Zusammensetzung des Öls maßgeblich: So unterscheiden sich Türkisches, Marokkanisches, Griechisches und Korsisches Myrtenöl deutlich in ihrem Duftprofil und ihren Inhaltsstoffen.[4] Bei der Destillation entsteht als Nebenprodukt das Myrtenhydrolat (historisch als „Engelswasser" bekannt), das ebenfalls in der Kosmetik Verwendung findet.

Myrtenöl Inhaltsstoffe

Die genaue Zusammensetzung von Myrtenöl variiert je nach Herkunft, Chemotyp und Anbaubedingungen. Wissenschaftliche Analysen mittels Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS) zeigen jedoch, dass bestimmte Hauptinhaltsstoffe in nahezu allen Myrtenölen vorkommen[5]:

Den größten Anteil machen in der Regel 1,8-Cineol (Eucalyptol) mit bis zu 41 %, Alpha-Pinen mit bis zu 50 %, Linalool sowie Linalylacetat aus. Weitere wichtige Bestandteile sind Limonen, Geraniol, Myrtenol und Myrtenylacetat. Ergänzt werden diese Monoterpene und Monoterpenalkohole durch Gerbstoffe (Tannine) und Bitterstoffe, die vor allem für die adstringierende (zusammenziehende) und verdauungsfördernde Wirkung verantwortlich sind.[1]

Die unterschiedlichen Anteile der Inhaltsstoffe bestimmen den Chemotyp des Myrtenöls. Das milde Marokkanische Myrtenöl enthält typischerweise mehr Linalool und Linalylacetat, während Türkisches Myrtenöl häufig einen höheren Cineol- und Pinengehalt aufweist und dadurch intensiver duftet.[4]

Wirkung von Myrtenöl

Die Wirkung von Myrtenöl ist wissenschaftlich in mehreren Studien untersucht worden. Ein umfassender Review von 2023 bestätigt die pharmakologischen Eigenschaften der Myrte, darunter entzündungshemmende, antimikrobielle, antioxidative und antivirale Effekte.[1] Im Einzelnen lassen sich folgende Wirkungen zusammenfassen:

Das enthaltene 1,8-Cineol wirkt in Kombination mit Linalool und Alpha-Pinen schleimlösend (expektorierend) und entkrampfend auf die Atemwege. Diese Kombination macht Myrtenöl besonders geeignet bei Atemwegsinfektionen wie Bronchitis, Erkältungen und Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis). In der Pharmazie wird Myrtenöl als Bestandteil des standardisierten Myrtol-Destillats in Präparaten wie GeloMyrtol® forte eingesetzt, das zu den meistverkauften pflanzlichen Schleimlösern in Deutschland gehört.[6]

Darüber hinaus zeigt das ätherische Öl antibakterielle Aktivität gegen verschiedene Krankheitserreger, darunter orale Pathogene wie Streptococcus mutans und Porphyromonas gingivalis.[7] Auch antifungale Eigenschaften gegen Dermatophyten (Hautpilze) konnten nachgewiesen werden.[8] Eine Studie aus dem Jahr 2024 zeigte zudem antivirale Wirksamkeit gegen humane Coronaviren.[9]

In der Aromatherapie gilt Myrtenöl als klassisches Antistressöl: Sein frischer, leicht würziger Duft – der an Eukalyptus und Tannennadeln erinnert – wirkt beruhigend, stimmungsaufhellend und konzentrationsfördernd. Im Vergleich zu Eukalyptusöl ist Myrtenöl dabei deutlich milder und sanfter, weshalb es auch für die Anwendung bei Kindern empfohlen wird.[2]

Anwendungsgebiete von Myrtenöl

Inhalation

Die Inhalation ist die verbreitetste Anwendungsform von Myrtenöl bei Atemwegserkrankungen. Geben Sie dafür circa drei Tropfen Myrtenöl in eine Schüssel mit zwei Litern heißem Wasser, beugen Sie sich darüber und atmen Sie die aufsteigenden Dämpfe unter einem Handtuch fünf bis zehn Minuten lang ein. Diese Methode eignet sich besonders bei Erkältung, Husten, Bronchitis und verstopfter Nase.

Alternativ können Sie bei Atemwegsinfektionen drei Tropfen Myrtenöl mit zwei Esslöffeln eines Trägeröls (z. B. Mandelöl oder Jojobaöl) mischen und damit Brust und Rücken einreiben. So gelangen die flüchtigen Aromen über die Atemluft in die Bronchien, während die übrigen Inhaltsstoffe durch die Haut entspannend wirken. Die enthaltenen ätherischen Öle fördern den Abtransport von zähem Schleim und wirken gleichzeitig entzündungshemmend und antibakteriell.[1] Weitere Informationen zum Inhalieren mit ätherischen Ölen finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber.

Myrtenöl für die Haut

Seit dem Mittelalter wird Myrtenöl in der Hautpflege geschätzt – insbesondere bei fettiger, unreiner und zu Entzündungen neigender Haut. Das Öl wirkt antibakteriell gegen Propionibacterium acnes (den Akne-auslösenden Keim) und gleichzeitig adstringierend, also hautstraffend und porenverfeinernd.[1]

In Kombination mit Heilerde und etwas Wasser lässt sich aus Myrtenöl eine wirksame Gesichtsmaske herstellen, die die Haut reinigt, regeneriert und langanhaltend schützt. Für ein mildes Gesichtswasser geben Sie zwei bis drei Tropfen des Öls in 100 ml destilliertes Wasser. Das Gemisch eignet sich zum schonenden Reinigen und hinterlässt einen angenehmen, frischen Duft. Besonders gut kombiniert sich Myrtenöl in der Hautpflege mit Lavendelöl.[2]

Myrtenöl bei Zahnfleischentzündung

Dank seiner nachgewiesenen antibakteriellen Wirkung gegen orale Pathogene eignet sich Myrtenöl auch zur unterstützenden Mundpflege bei entzündetem Zahnfleisch.[7] Für eine Mundspülung genügen ein bis zwei Tropfen des Öls in einem Glas lauwarmem Wasser. Spülen Sie damit den Mundraum gründlich durch, schlucken Sie die Lösung jedoch keinesfalls herunter. Diese Anwendung kann unterstützend zur täglichen Mundpflege eingesetzt werden, ersetzt aber keine zahnärztliche Behandlung.

Myrtenöl als Geruchsneutralisierer

Eine besonders beliebte Anwendung von Myrtenöl ist die Neutralisierung unangenehmer Gerüche. Das Öl riecht selbst krautig, würzig und klar – ähnlich wie Tannennadeln mit einer leicht eukalyptusartigen Note – und überdeckt dabei nicht nur schlechte Gerüche, sondern bindet sie aktiv.[2]

Für die Raumreinigung geben Sie pro zehn Liter Putzwasser einen Tropfen ätherisches Myrtenöl hinzu. Ein Raumspray lässt sich leicht selbst herstellen: Mischen Sie 100 ml Wasser mit zwei bis drei Tropfen Myrtenöl und einigen Tropfen eines Lösungsvermittlers (z. B. Solubol), damit sich das Öl gleichmäßig verteilt. Damit lassen sich Polstermöbel, Vorhänge und andere nicht waschbare Textilien besprühen.

In der Duftlampe wirkt Myrtenöl desinfizierend und reinigend. Geben Sie dafür etwa acht Tropfen in die Duftschale mit Wasser. Besonders effektiv ist die Kombination mit Zitronenöl oder Lavendelöl für ein harmonisches Dufterlebnis.

Myrtenöl gegen Katzenurin und schlechte Gerüche

Katzenbesitzer haben Myrtenöl als wirksames Mittel gegen den hartnäckigen Geruch von Katzenurin entdeckt. Wenige Tropfen neutralisieren den unangenehmen Geruch effektiv und verhindern gleichzeitig, dass die Katze die markierte Stelle als „Zweitklo" identifiziert.

So gehen Sie vor: Reinigen Sie die betroffene Stelle zunächst gründlich vor. Befeuchten Sie den Fleck anschließend, geben Sie ein bis zwei Tropfen Myrtenöl darauf und massieren Sie es mit einem Schwamm gründlich ein. Lassen Sie die Stelle dann trocknen. Bei Teppichen empfiehlt es sich, das behandelte Stück zum Trocknen aufzuhängen.

Wichtiger Hinweis: Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihre Katze während der Anwendung nicht im selben Raum ist und die behandelte Stelle vollständig getrocknet ist, bevor das Tier wieder Zugang erhält. Myrtenöl kann für Katzen in konzentrierter Form toxisch sein (mehr dazu im Abschnitt Myrtenöl und Katzen).

Myrtenöl in der Aromatherapie

In der Aromatherapie wird Myrtenöl vielseitig eingesetzt. Sein sanfter, klarer Duft wirkt beruhigend bei Nervosität und innerer Unruhe, stimmungsaufhellend bei negativen Verstimmungen und konzentrationsfördernd bei geistiger Erschöpfung.[2]

Geben Sie für die Raumbeduftung acht Tropfen Myrtenöl in eine Duftlampe oder einen Diffuser. Für ein entspannendes Aromabad mischen Sie fünf bis acht Tropfen des Öls mit einem Emulgator (z. B. einem Esslöffel Sahne, Milch oder Kokosöl) und geben die Mischung ins warme Badewasser. Die Dämpfe wirken gleichzeitig befreiend für die Atemwege, was zu einem tieferen, erholsameren Schlaf beitragen kann.

Myrtenöl harmoniert besonders gut mit Neroliöl, Zypressenöl, Melissenöl, Thymianöl und Zitronenöl. Die stresslindernde Wirkung wird durch eine angstlösende Komponente ergänzt, die besonders nervösen oder belasteten Menschen helfen kann, zur Ruhe zu kommen.

Myrtenöl mit Honig

Eine traditionelle Methode der inneren Anwendung von Myrtenöl ist die Kombination mit Honig. Dabei werden maximal zwei bis vier Tropfen des ätherischen Öls dreimal täglich in einem Teelöffel Honig verrührt und in eine Tasse lauwarmes Wasser oder Kräutertee gegeben.[2] Diese Anwendung soll die Atemwege befreien und wird traditionell bei Husten und Bronchitis eingesetzt.

Wichtig: Die innere Einnahme von ätherischen Ölen sollte grundsätzlich nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker erfolgen und stets auf wenige Tage begrenzt sein. Überdosierung kann zu Magen-Darm-Beschwerden führen. Kinder, Schwangere und Stillende sollten ätherische Öle nicht innerlich einnehmen.

Myrtenöl und Katzen

Myrtenöl ist für Katzen potenziell giftig – ein Aspekt, der angesichts der Beliebtheit des Öls als Geruchsneutralisierer besondere Beachtung verdient. Katzen fehlt in der Leber ein bestimmtes Enzym (Glucuronyltransferase), das für den Abbau von Terpenen und Phenolen verantwortlich ist. Diese Stoffe, die in vielen ätherischen Ölen – auch in Myrtenöl – enthalten sind, können sich im Körper der Katze anreichern und zu Vergiftungserscheinungen führen.[10]

Typische Symptome einer Vergiftung bei Katzen sind Erbrechen, Durchfall, Zittern, Taumeln, apathisches Verhalten und in schweren Fällen Krämpfe. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Katze ätherisches Öl aufgenommen hat oder damit in Kontakt gekommen ist, suchen Sie umgehend einen Tierarzt auf.

Das bedeutet nicht, dass Katzenhalter vollständig auf Myrtenöl verzichten müssen. Beachten Sie jedoch folgende Regeln: Verwenden Sie Myrtenöl niemals unverdünnt in der Nähe von Katzen. Wenn Sie eine Duftlampe oder einen Diffuser nutzen, sorgen Sie dafür, dass Ihre Katze den Raum jederzeit verlassen kann. Lassen Sie den Diffuser nur kurzzeitig laufen und verwenden Sie eine niedrige Dosierung. Bei der Geruchsneutralisierung mit Myrtenöl muss die behandelte Stelle vollständig getrocknet und der Raum gut gelüftet sein, bevor Ihre Katze wieder Zugang erhält.[10]

Myrtenöl in der Schwangerschaft

Schwangere und stillende Frauen sollten bei der Anwendung von Myrtenöl besondere Vorsicht walten lassen. Grüne Myrte (in allen Chemotypen) wird in Fachliteratur zur Aromatherapie zu den ätherischen Ölen gezählt, die während der Schwangerschaft gemieden werden sollten – insbesondere bei der topischen Anwendung auf der Haut und bei der inneren Einnahme.[11]

Im Tierversuch wurde nachgewiesen, dass Cineol – ein Hauptbestandteil des Myrtenöls – die Plazentaschranke überwinden kann. Zudem ist aufgrund der fettlöslichen Eigenschaften der enthaltenen Öle mit einem Übertritt in die Muttermilch zu rechnen.[12] Für die reine Raumbeduftung mit wenigen Tropfen in einer Duftlampe gilt das Risiko als geringer, doch generell ist eine Anwendung von Myrtenöl in der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder einer erfahrenen Hebamme ratsam.

Dosierung und Einnahme von Myrtenöl

Myrtenöl ist ein konzentriertes ätherisches Öl und muss stets verdünnt angewendet werden. Die folgende Übersicht gibt eine Orientierung für die gebräuchlichsten Anwendungsformen:

Zur Inhalation geben Sie drei Tropfen Myrtenöl auf zwei Liter heißes Wasser und inhalieren fünf bis zehn Minuten unter einem Handtuch. Für Einreibungen bei Atemwegsbeschwerden mischen Sie drei Tropfen Myrtenöl mit zwei Esslöffeln eines Basisöls und reiben damit Brust und Rücken ein. In der Duftlampe oder im Diffuser verwenden Sie fünf bis acht Tropfen auf die empfohlene Wassermenge des Geräts. Für ein Aromabad mischen Sie fünf bis acht Tropfen mit einem Emulgator und geben sie ins Badewasser. Als Mundspülung genügen ein bis zwei Tropfen in einem Glas lauwarmem Wasser – keinesfalls herunterschlucken.[2]

In der pharmazeutischen Anwendung ist Myrtenöl als Bestandteil von Myrtol-Kapseln (z. B. GeloMyrtol® forte) erhältlich. Diese magensaftresistenten Weichkapseln enthalten ein standardisiertes Destillat aus Eukalyptusöl, Süßorangenöl, Myrtenöl und Zitronenöl im Verhältnis 66:32:1:1. Die empfohlene Dosierung für Erwachsene bei akuter Bronchitis oder Sinusitis beträgt drei- bis viermal täglich eine Kapsel, für Kinder von sechs bis zwölf Jahren ein- bis dreimal täglich eine Kapsel.[6]

Myrtenöl Nebenwirkungen

Myrtenöl gilt bei bestimmungsgemäßer Anwendung und korrekter Dosierung als gut verträglich. Dennoch können Nebenwirkungen auftreten, insbesondere bei Überdosierung oder individueller Unverträglichkeit[12]:

Bei Überdosierung sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Magen-Darm-Beschwerden möglich. In seltenen Fällen können allergische Reaktionen wie Hautausschlag, Juckreiz oder Atemnot auftreten – besonders bei Menschen mit einer Überempfindlichkeit gegen ätherische Öle. Unverdünntes Myrtenöl kann bei direktem Hautkontakt Reizungen verursachen.

Myrtenöl sollte nicht bei Säuglingen und Kindern unter sechs Jahren angewendet werden, da die enthaltenen Cineole Atemkrämpfe auslösen können. Bei der Anwendung von Myrtenöl-haltigen Kapseln (z. B. GeloMyrtol® forte) ist zu beachten, dass diese Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln haben können – sprechen Sie die Einnahme daher mit Ihrem Arzt oder Apotheker ab.[6]

Sollten bei der Anwendung von Myrtenöl ungewöhnliche Symptome wie anhaltendes Erbrechen, Schwindel oder Hautreaktionen auftreten, beenden Sie die Anwendung sofort und konsultieren Sie einen Arzt.

Myrtenöl kaufen – Worauf achten?

Beim Kauf von Myrtenöl sollten Sie auf mehrere Qualitätsmerkmale achten, um ein hochwertiges und wirksames Produkt zu erhalten:

Wählen Sie ausschließlich naturreines (100 % reines), nicht gestrecktes ätherisches Öl in Bio-Qualität. Die botanische Bezeichnung „Myrtus communis" sollte auf der Verpackung angegeben sein. Achten Sie zudem auf Angaben zum Chemotyp (z. B. ct. Cineol oder ct. Linalool), da dieser die Duftintensität und den Anwendungsbereich bestimmt: Myrtenöl vom Cineol-Typ duftet kräftiger und wirkt stärker auf die Atemwege, während der Linalool-Typ milder und hautfreundlicher ist.

Das Öl sollte in lichtgeschützten, dunklen Glasflaschen angeboten werden, da UV-Licht die empfindlichen Inhaltsstoffe zerstört. Kühl und trocken gelagert ist naturreines Myrtenöl bei ungeöffnetem Verschluss bis zu einem Jahr haltbar.

Myrtenöl ist in Apotheken, ausgewählten Reformhäusern und Bio-Läden sowie in zahlreichen Online-Shops erhältlich. In Drogeriemärkten wie dm oder Rossmann ist das reine ätherische Myrtenöl eher selten im Standardsortiment zu finden, gelegentlich jedoch als saisonaler Artikel oder online. Die größte Auswahl in Bezug auf Herkunft und Chemotyp bietet in der Regel der Online-Fachhandel. Myrtol-Kapseln (GeloMyrtol® forte) als Fertigarzneimittel sind rezeptfrei in jeder Apotheke erhältlich.[6]

Als grobe Orientierung: Ein Fläschchen mit 10 ml naturreinem Bio-Myrtenöl kostet je nach Herkunft und Qualität zwischen 6 und 15 Euro – aufgrund der geringen Dosierung ist es trotzdem sehr ergiebig.

Quellen

  1. Taghizadeh, S. F., et al. (2024). The therapeutic value of Myrtus communis L.: an updated review. Frontiers in Pharmacology. doi:10.3389/fphar.2024.1374958
  2. Bardaweel, S. K., et al. (2023). A review of the biological effects of Myrtus communis. Journal of Ethnopharmacology, 310, 116356. doi:10.1016/j.jep.2023.116356
  3. Zanetti, S., et al. (2010). Antimicrobial activity of the essential oils of Myrtus communis. Journal of Antimicrobial Chemotherapy, 65(8), 1651–1657.
  4. Guillen, F. et al. (2022). Essential Oil Variability of Superior Myrtle (Myrtus communis L.) Accessions Grown under the Same Conditions. Plants, 11(22), 3110. doi:10.3390/plants11223110
  5. Abu-Reidah, I. M., et al. (2023). Myrtus communis L.: essential oil chemical composition, total phenols and flavonoids contents, antimicrobial, antioxidant, anticancer, and α-amylase inhibitory activity. Chemical and Biological Technologies in Agriculture, 10, 41.
  6. Meister, R., et al. (1999). Wirksamkeit und Verträglichkeit von Myrtol standardisiert bei der Langzeitbehandlung der chronischen Bronchitis. Arzneimittelforschung, 49(4), 351–358.
  7. Taghizadeh, S. F., et al. (2024). Antimicrobial activities of M. communis essential oil against oral pathogens. In: The therapeutic value of Myrtus communis L. Frontiers in Pharmacology.
  8. Ferrante, C., et al. (2014). Myrtus communis L. as source of a bioactive and safe essential oil. Food and Chemical Toxicology, 68, 26–34. doi:10.1016/j.fct.2014.03.012
  9. Ferrante, C., et al. (2024). Myrtus communis L. Essential Oil Exhibits Antiviral Activity against Coronaviruses. Pharmaceuticals, 17(9), 1189. doi:10.3390/ph17091189
  10. Alpert, S. R. (2024). Essential oils and liquid potpourri. In: Blackwell's Five-Minute Veterinary Consult Clinical Companion: Small Animal Toxicology, 3rd edition, pp. 546–551.
  11. Typology (2024). Ätherische Öle in der Schwangerschaft – Kontraindikationen. Referenz: Faucon, M. (2017). Traité d'aromathérapie scientifique et médicale.
  12. Onmeda / Rote Liste (2024). Eukalyptusöl + Süßorangenöl + Myrtenöl + Zitronenöl: Nebenwirkung & Wechselwirkung. onmeda.de