Myrtenöl

Myrtenöl ist das Öl der Myrtepflanze, die auch als Gewürz für Fleischgerichte Anwendung findet. Dieser immergrüne Strauch wächst in der Mittelmeerregion und wird schon seit der Antike verwendet. Zu Heilzwecken wurde der Strauch dabei vor allem bei Blasenproblemen verwendet, fand dann aber zu einer Symbolhafitigkeit für Keuschheit und Schönheit, woraus sich schließlich der Begriff der Brautmyrte für den Myrtestrauch bildete.
Myrtenöl

Die Öle werden ebenfalls seit jeher für kosmetische Zwecke verwendet. Einst vor allem für seine geruchsneutralisierenden Eigenschaften geliebt, fand man im Mittelalter zu immer mehr kosmetischen Anwendungen des Myrtenöls für die Haut. Zudem kann das Öl noch vielseitig für aromatherapeutische Zwecke eingesetzt werden, da die entspannende Wirkung auf Brust und Atemwege schon lange bekannt ist.

Gewinnung von Myrtenöl

Myrtenöl wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen, bei welcher mittels heißer Dämpfe die flüchtigen Komponenten der Myrte (vor allem ätherische Öle) aus Blättern und blühenden Zweigspitzen gelöst werden. Dadurch, dass diese Substanzen nicht wasserlöslich sind, können sie nach der Kondensation des Wasserdampfes von der Oberfläche abgeschieden werden. Mehr als 100 kg Myrte werden für einen Liter Öl benötigt.

Dabei variiert die Ausbeute sehr stark zwischen weniger als einem und bis zu zehn Prozent und ist eine Frage der Technik und Geschicklichkeit. Auch hat die Herstellung und die Auswahl der verwendeten Pflanzen großen Einfluss auf die genaue Zusammensetzung der ätherischen Öle, an deren der Myrtestrauch sehr reich ist. So gibt es zum Beispiel Türkisches, Marokkanisches und Griechisches Myrtenöl.

Myrtenöl Inhaltsstoffe

Myrtenöl enthält eine Vielzahl an Substanzen, deren genaue Zusammensetzung vom Standort der verwendeten Pflanzen abhängig ist. Es enthält viel Linalol, Geraniol und Cineol. Zudem enthält es das für sie spezifische ätherische Myrtenöl, Gerbstoffe und Bitterstoffe. Vor allem die Zusammensetzung der Gerb- und Bitterstoffe und der Anteil von ihnen unterscheiden sich stark zwischen verschiedenen Myrtenölen.

Wirkung von Myrtenöl

Vor allem die enthaltenen Cineole in Kombination mit Linalolen und Geraniolen sorgen für die schleimbildende und entkrampfenden Wirkung des Myrtenöls, die es deshalb besonders für die Anwendung bei Atemwegsinfektionen (Bronchitis, Erkältung usw.) geeignet machen. Die enthaltenen Gerb- und Bitterstoffe können bei einer inneren Anwendung hingegen bei Nieren- und Blasenleiden helfen. Auch bei inneren Entzündungen kann das ätherische Öl Linderung verschaffen, wenn es fein dosiert entweder von Ihnen direkt aufgenommen wird oder aber durch Einreibung der darüber liegenden Hautpartien in den Körper gelangt.

In Dämpfen, in denen die ätherischen Öle freigesetzt werden, entfaltet sich dabei die Wirkung durch das Inhalieren besonders gut. Das Myrtenöl hat dabei ähnlich adstringierende und schleimbildende Wirkung für schärfere Alternativen (Eukalyptusöl, Teebaumöl), kann aber aufgrund der Milde auch gut bei Kindern angewendet werden.

Zudem wirkt es antibakteriell und beruhigend und kann daher gut zur Unterstützung bei Nervosität, Schlafproblemen und für die Körperpflege verwendet werden. Die Wirkung des reinen Duftes ist hingegen so stark, dass sich Myrtenöl auch für Reinigungszwecke eignet.

Anwendungsgebiete von Myrtenöl

Inhalation

Die wohl verbreiteteste Anwendung findet das ätherische Öl bei der Inhalation. Hierfür können circa drei Tropfen Myrtenöl in zwei Liter heißes Wasser gegeben werden und die Dämpfe eingeatmet werden. Sie können sich bei entsprechenden Leiden allerdings auch Brust, Hals und gegebenenfalls den Rücken mit dem Myrtenöl einreiben und so die flüchtigen Aromen einatmen, während die anderen Komponenten des Öls durch die äußere Anwendung entspannend wirken.

Besonders gut wirkt die Inhalation von Myrtenöl bei allen Leiden, die eine Infektion der Atemwege beinhalten sowie bei Husten und verstopften Atemwegen. Dadurch, dass die ätherischen Öle entkrampfend wirken und die Schleimbildung fördern, können Erreger und Schadstoffe besser abgehustet werden. Einige der ätherischen Öle wirken zudem entzündungs- und bakterienhemmend.

Myrtenöl für die Haut

Bezüglich der Hautpflege blickt Myrtenöl auf eine Jahrhunderte alte Geschichte zurück. Es fand und findet vor allem bei fettiger Haut Anwendung und kann auch entzündete Haut in ihren Heilungsprozessen unterstützen, da es antibakteriell wirkt. Zudem können Sie das Myrtenöl auch für eine geringfügige Tönung von unebenen und beschädigten Hautpartien heranziehen.

Weiterhin eignet sich Myrtenöl in einer Mundspülung zur oberflächlichen Behandlung entzündeten Zahnschfleischs und angegriffener Zähne, da es antibakteriell wirkt. Hierfür reichen ein bis zwei Tropfen des Öls in einem Becher mit lauwarmen Wasser aus und Sie spülen damit gründlich den Mund durch. Auf keinen Fall sollte diese Lösung getrunken werden.

In Kombination mit Heilerde und anderen Pflegemitteln, lässt sich aus dem ätherischen Öl eine ganzheitlich wirksame Gesichtsmaske anfertigen, die die Haut erneuert, reinigt und langanhaltend schützt. Auch hier profitieren Sie im Falle entzündeter Haut (Akne) und fettiger Haut am meisten von der Wirkung des Myrtenöls. Auch milde Gesichtswasser lassen sich mit dem Öl herstellen und anwenden. Sie reinigen schonend und hinterlassen dabei einen angenehmen Geruch.

Myrtenöl als Geruchsneutralisierer

Myrtenöl kann aufgrund seiner geruchsneutralisierenden Wirkung auch für die Reinigung herangezogen werden. Das Öl selbst riecht zumeist krautig und würzig und erinnert eventuell an Tannennadeln und schärfere Gewürze. Einige Varianten riechen auch trocken-herb, meist riecht das ätherische Öl aber sehr klar und wenig aufdringlich.

Das Neutralisieren schlechter Gerüche bewerkstelligen Sie am besten dadurch, dass Sie pro Liter Putzwasser einen Tropfen ätherischen Öls zugeben und damit wie gewohnt Putzarbeiten verrichten. Hartnäckigere Gerüche, wie zum Beispiel Markierungen von Haustieren und Angebranntes, lassen sich so gut neutralisieren. Geruchsneutralisation lässt sich auch mit einer Duftlampe bewerkstelligen, wobei auch mehrere Öle in Kombination zum Einsatz kommen können. Ein guter Partner für Myrte ist zum Beispiel das Lavendelöl.

Ein Raumspray aus Myrtenöl lässt sich leicht aus 100 ml Wasser und zwei Tropfen des ätherischen Öls herstellen. Eventuell muss noch ein wenig sogenannter Lösungsvermittler hinzugefügt werden, damit das Öl sich gut löst. Sie können mit diesem Spray nun alle Stellen besprühen, die nicht regulär abwaschbar sind und somit Gerüche entfernen. Katzenbesitzer können dadurch auch fälschlich markierte Zweittoiletten ihrer Lieblinge ausmerzen, müssen aber darauf achten, dass die Tiere selbst nicht zugegen sind, denn das ätherische Öl wirkt toxisch auf sie.

Bei besonders übel riechenden Flecken in einem Teppich oder ähnlichem reinigen Sie diesen erst einmal vor und befeuchten ihn dann. Abschließend werden ein paar Tropfen des Öls mittels Schwamm gründlich einmassiert und das verschmutzte Objekt dann zum Trocknen aufgehangen.

Myrtenöl in der Aromatherapie

In der Aromatherapie ist Myrtenöl für eine ganze Reihe von Wirkungen bekannt. So kann das Verwenden einer Duftlampe den Raum mit den ätherischen Ölen und Aromen anreichern und durch den sanften Geruch entspannend wirken und bei negativen Verstimmungen aufhellend sein. Sie können die entspannenden Eigenschaften auch durch ein heißes Bad erfahren, dem Sie einige Tropfen des Öls zugeben.

Dabei wirken die Dämpfe zudem für die Brust entspannend, was Ihnen eine freiere Atmung und somit einen entspannteren Geist sowie einen deutlich besseren Schlaf verschaffen kann.

Die stresslindernde Wirkung wird dabei auch durch eine angstlösende Wirkung des Myrtenöls ergänzt, die besonders nervösen und mit sich selbst unzufriedenen Menschen helfen kann, zur Ruhe zu kommen und neue Gedanken zu fassen. Sie können hierfür beliebig auf die Anwendung mittels einer Duftlampe oder ein Bad zurückgreifen.

Wichtig bei diesen Anwendungen - vor allem aber bei der inneren Anwendung - ist es, dass Sie darauf achten, dass die Düfte für Sie angenehm bleiben und sie kein Gefühl von Übelkeit oder Kopfschmerz - beides kann bei einer Überdosis des Myrtenöls auftreten - verspüren.

Myrtenöl kaufen - Worauf soll geachtet werden?

Damit in dem ätherischen Öl auch wirklich nur enthalten ist, was in ihm enthalten sein soll, ist es wichtig, dass Sie darauf achten, dass es naturrein ist. Dies bedeutet, dass es sich wirklich nur um ätherische Öle des Myrtestrauchs handelt, die durch Wasserdampfdestillation gewonnen wurden.

Aus diesem reinen Myrtenöl können Sie sich - je nach Bedarf - Sprays und Tinkturen selbst am besten mischen, indem sie vorsichtig dosieren.

Zudem gilt bei dem Öl: desto höher der Cineolgehalt, desto schärfer ist es. Deshalb sollte, gerade wenn Sie es bei einem Kind anwenden wollen, auf eine milde Variante zurückgegriffen werden. Hier kommt beispielsweise das eher milde Marokkanische Öl infrage, während das Türkische Pendant beispielsweise meist schärfer im Geruch ist. Beide ätherischen Öle wirken - sofern naturbelassen - zwar gleichermaßen, aber die Wahrnehmung des Myrtenöls ist für den Anwender stark von dessen Schärfe abhängig.