Avocadoöl

Zuletzt aktualisiert: 12.02.26

Avocadoöl zählt zu den hochwertigsten Pflanzenölen und wird sowohl in der Küche als auch in der Hautpflege und Haarpflege geschätzt. Es wird aus dem Fruchtfleisch der Avocado (Persea americana) gewonnen und zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an einfach ungesättigten Fettsäuren, Vitamin E und Phytosterolen aus. Mit einem Rauchpunkt von rund 250 °C eignet sich Avocadoöl hervorragend zum Braten, Grillen und Kochen – und ist gleichzeitig ein wirkungsvolles Pflegeöl für Haut, Gesicht und Haare.[1]
Avocadoöl

Gewinnung von Avocadoöl

Avocadoöl wird aus dem Fruchtfleisch der Avocado gewonnen – einer Beerenfrucht, die am Avocadobaum (Persea americana) wächst. Die Avocado stammt ursprünglich aus Mexiko und Zentralamerika und wird heute vor allem in Mexiko, Peru, den südlichen USA, Südafrika und im Mittelmeerraum kultiviert. Mexiko ist weltweit der größte Produzent von Avocadoöl.[2]

Für die Ölgewinnung werden die Früchte nach der Ernte nachgereift, bis das Fruchtfleisch weich genug ist. Anschließend wird das Fett mithilfe verschiedener Verfahren von den übrigen Bestandteilen der Frucht getrennt. Frisch gewonnenes, kaltgepresstes Avocadoöl besitzt eine intensive grüne Farbe und einen milden, leicht nussigen Geschmack. Wird es anschließend raffiniert, verwandelt es sich in eine hellgelbe, nahezu geschmacksneutrale Flüssigkeit.

Bei der Herstellung werden im Wesentlichen drei Verfahren unterschieden:

Kaltpressung (mechanische Pressung): Das Fruchtfleisch der reifen Avocados wird zerkleinert und ohne Wärmezufuhr mechanisch gepresst. Dieses Verfahren bewahrt besonders viele Nährstoffe, Antioxidantien und bioaktive Verbindungen. Kaltgepresstes Avocadoöl gilt daher als qualitativ am hochwertigsten.[3]

Zentrifugierung mit Erwärmung: Das Fruchtfleisch wird vom Kern getrennt, zerkleinert und bei etwa 60–90 °C zentrifugiert. Die Wärme erleichtert die Ölextraktion, kann jedoch hitzeempfindliche Nährstoffe wie Tocopherole teilweise reduzieren.[4]

Lösungsmittelextraktion: Das Öl wird mithilfe von Lösungsmitteln (meist n-Hexan) aus getrocknetem Fruchtfleisch gelöst. Dieses Verfahren erzielt hohe Erträge, führt jedoch zu einem Öl, das anschließend raffiniert, gebleicht und desodoriert werden muss. Es eignet sich vor allem für die Kosmetikindustrie.[2]

Für die Anwendung als hochwertiges Speiseöl oder für die Hautpflege empfiehlt sich kaltgepresstes Avocadoöl in Bio-Qualität, da bei diesem Verfahren die meisten wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

Avocadoöl Inhaltsstoffe

Avocadoöl besitzt ein beeindruckendes Nährstoffprofil, das es von vielen anderen Pflanzenölen abhebt. Die Zusammensetzung der Fettsäuren ähnelt der von Olivenöl, weshalb Avocadoöl oft als dessen hochwertige Alternative betrachtet wird.[1]

Fettsäureprofil: Rund 71 % der Fettsäuren sind einfach ungesättigt (vor allem Ölsäure), etwa 13 % sind mehrfach ungesättigt (Linolsäure und Alpha-Linolensäure) und nur ca. 16 % entfallen auf gesättigte Fettsäuren (hauptsächlich Palmitinsäure). Das Verhältnis von ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren liegt bei etwa 7:1 – eines der günstigsten unter allen Speiseölen.[4]

Vitamine und Antioxidantien: Avocadoöl ist eine hervorragende Quelle für Vitamin E (Alpha-Tocopherol), das als starkes Antioxidans die Zellen vor freien Radikalen schützt. Daneben enthält es Vitamin A (Beta-Carotin), Vitamin D sowie Lutein und Zeaxanthin – Carotinoide, die für die Augengesundheit bedeutsam sind.[5]

Phytosterole: Besonders hervorzuheben ist der hohe Gehalt an Beta-Sitosterin und Campesterol. Diese pflanzlichen Sterole können nachweislich zur Senkung des LDL-Cholesterinspiegels beitragen und besitzen entzündungshemmende Eigenschaften. Beta-Sitosterin wird in der dermatologischen Forschung auch für seine hautberuhigende und barrierestärkende Wirkung geschätzt.[6]

Unverseifbare Bestandteile: Avocadoöl besitzt mit 5–12 % einen ungewöhnlich hohen Anteil an unverseifbaren Bestandteilen – zum Vergleich: Die meisten Pflanzenöle enthalten nur 1–2 %. Diese Fraktion umfasst Phytosterole, Polyphenole und Lecithin, die maßgeblich für die kosmetische Wirksamkeit des Öls verantwortlich sind.[2]

Avocadoöl Kalorien und Nährwerttabelle

Avocadoöl
Avocadoöl
100 g Avocadoöl enthält durchschnittlich:
NährstoffMenge
Kalorien884 kcal (3.699 kJ)
Fettgehalt100 g
Gesättigte Fettsäuren11,6 g
Ungesättigte Fettsäuren88,4 g
Einfach ungesättigte Fettsäuren70,6 g
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren13,5 g
davon Omega-3-Fettsäuren0,96 g
davon Omega-6-Fettsäuren12,5 g
Cholesterin0 mg
Natrium0 mg
Kohlenhydrate0 g
Ballaststoffe0 g
Zucker0 g
Protein0 g
Vitamin E (Alpha-Tocopherol)ca. 12,5 mg
Rauchpunktca. 250 °C (raffiniert)

Quelle: USDA FoodData Central, Standard Reference (ID 173573)[7]

Wirkung von Avocadoöl

Die Wirkung von Avocadoöl entfaltet sich sowohl bei der innerlichen Einnahme als auch bei der äußerlichen Anwendung auf Haut und Haaren. Verantwortlich dafür sind vor allem die einfach ungesättigten Fettsäuren (insbesondere Ölsäure), die Phytosterole, die Vitamine und die antioxidativen Verbindungen.

Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System: Die reichlich enthaltene Ölsäure kann dazu beitragen, den LDL-Cholesterinspiegel zu senken und gleichzeitig das HDL-Cholesterin zu erhalten. Tierstudien haben gezeigt, dass Avocadoöl den Blutdruck in ähnlichem Maße senken kann wie gängige Blutdruckmedikamente. Auch wenn Humanstudien in größerem Umfang noch ausstehen, deuten die bisherigen Ergebnisse auf ein kardioprotektives Potenzial hin, das dem von Olivenöl vergleichbar ist.[8]

Antioxidative und entzündungshemmende Wirkung: Avocadoöl enthält bioaktive Verbindungen wie Ölsäure, Phytosterole, Chlorophylle, Carotinoide und Tocopherole, die die übermäßige Produktion von reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) modulieren können. Diese antioxidative Kapazität kann dazu beitragen, das Fortschreiten altersbedingter Erkrankungen zu verlangsamen.[5]

Wirkung auf die Haut: Bei der äußerlichen Anwendung wirkt Avocadoöl feuchtigkeitsspendend, beruhigend und barrierestärkend. Es zieht gut in die Haut ein, ohne einen unangenehmen Fettfilm zu hinterlassen. Die enthaltenen Phytosterole – allen voran Beta-Sitosterin – helfen dabei, die natürliche Lipidbarriere der Haut zu stärken und Entzündungen zu lindern. In tierexperimentellen Studien förderte die topische Anwendung von Avocadoöl die Kollagensynthese und beschleunigte die Wundheilung.[9]

Wirkung auf die Nährstoffaufnahme: Eine im Journal of Nutrition veröffentlichte Studie zeigte, dass die Zugabe von Avocadoöl zu einer Mahlzeit die Aufnahme fettlöslicher Carotinoide (Alpha-Carotin, Beta-Carotin, Lutein) deutlich steigern kann. Avocadoöl verbessert somit nicht nur die eigene Nährstoffzufuhr, sondern auch die Bioverfügbarkeit anderer gesunder Lebensmittel.[10]

Wirkung in der Küche: Aufgrund seines hohen Rauchpunkts von etwa 250 °C ist Avocadoöl besonders hitzestabil. Es eignet sich daher hervorragend zum scharfen Anbraten, Grillen und sogar zum Frittieren, ohne dass sich die Fettsäuren schnell in schädliche Transfette umwandeln. Mit seinem mild-nussigen Geschmack passt es sowohl zu warmen Gerichten als auch als Salatdressing oder in Dips.

Anwendungsgebiete von Avocadoöl

Avocadoöl ist ein vielseitiger Allrounder, der in Küche, Kosmetik und Körperpflege zum Einsatz kommt. Mit seinem neutralen, leicht nussigen Geschmack und der hervorragenden Hautverträglichkeit ist es dabei, dem beliebten Kokosöl in vielen Bereichen den Rang abzulaufen. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Anwendungsgebiete im Detail.

Avocadoöl für die Haare

Gerade bei langen, spröden oder strapaziertem Haar ist Avocadoöl eine wertvolle Pflegezutat. Die hohe Konzentration an Ölsäure, Vitamin E und Lecithin versorgt das Haar mit intensiver Feuchtigkeit und Nährstoffen, ohne es zu beschweren. Das enthaltene Fett legt sich wie ein Schutzmantel um das Haar und macht es widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse wie UV-Strahlung, Hitze und trockene Luft.

Als Haarkur vor der Wäsche: Verteilen Sie eine großzügige Menge Avocadoöl im trockenen Haar – von den Längen bis in die Spitzen. Lassen Sie das Öl mindestens eine Stunde, idealerweise über Nacht, einwirken. Bei der Übernacht-Kur empfiehlt sich eine Plastikhaube, damit das Kopfkissen geschont bleibt. Anschließend waschen Sie das Öl gründlich mit Shampoo aus. Besonders bei trockenen Locken oder sehr sprödem Haar werden Sie feststellen, dass das Haar einen Großteil des Öls aufsaugt.

In der selbstgemachten Haarmaske: Mischen Sie Avocadoöl mit anderen bewährten Hausmitteln wie Eigelb, Honig oder Joghurt zu einer reichhaltigen Haarmaske. Lassen Sie diese etwa 30 Minuten einwirken und spülen Sie sie danach gründlich mit Shampoo aus.

Als Leave-in-Pflege: Nach dem Waschen genügen wenige Tropfen Avocadoöl, die Sie in die feuchten Haarspitzen einarbeiten. So erhalten die empfindlichsten Haarpartien eine zusätzliche Portion Schutz und Glanz.

Für ein mildes DIY-Shampoo: Mischen Sie flüssige Naturseife mit etwas Aloe Vera, pflanzlichem Glycerin und einigen Tropfen Avocadoöl. Diese Mischung reinigt sanft und pflegt gleichzeitig – ideal für empfindliche Kopfhaut.

Für die Kopfhaut: Wenn Ihre Kopfhaut trocken ist, juckt oder zu Schuppen neigt, massieren Sie wenige Tropfen Avocadoöl direkt in die Kopfhaut ein. Die feuchtigkeitsspendenden und entzündungshemmenden Eigenschaften können dazu beitragen, Irritationen zu beruhigen.

Avocadoöl für die Haut

Dank seiner milden, nicht reizenden Zusammensetzung eignet sich Avocadoöl auch für sehr empfindliche Hauttypen. Es spendet gleichermaßen Fett und Feuchtigkeit und stärkt dabei die Hautbarriere – ein Effekt, der auf den hohen Gehalt an Phytosterolen und unverseifbaren Bestandteilen zurückzuführen ist.[9]

Bei trockener Haut: Avocadoöl spendet intensive Feuchtigkeit, ohne die Haut weiter auszutrocknen, wie es bei manchen anderen Ölen der Fall sein kann. Bei einzelnen trockenen Hautstellen – etwa an den Ellenbogen oder Schienbeinen – massieren Sie das Öl regelmäßig ein. Eine Besserung zeigt sich häufig schon nach wenigen Tagen. Da es sich um ein natürliches Öl ohne synthetische Zusätze handelt, wird es im Allgemeinen sehr gut vertragen. Auch einige Neurodermitis-Patienten nutzen es, um ihre irritierte Haut zu beruhigen.

Gegen Altersflecken: Avocadoöl enthält Steroline (Beta-Sitosterin und Stigmasterin), die die Pigmentierung von Altersflecken reduzieren können. Massieren Sie das Öl zweimal täglich in die betroffenen Hautareale ein. Die Wirkung kann durch die Zugabe von etwas Zitronensaft unterstützt werden – testen Sie jedoch vorher an einer kleinen Stelle, ob Ihre Haut die Säure verträgt.

In der Bodylotion: Geben Sie einige Tropfen Avocadoöl zu Ihrer gewohnten Körperlotion, um deren Pflegewirkung zu verstärken. Alternativ können Sie das Öl pur auf den gesamten Körper auftragen.

Bei rissiger Haut an Händen und Füßen: Mischen Sie Avocadoöl mit etwas Melkfett und tragen Sie die Mischung großzügig auf die betroffenen Stellen auf. Ziehen Sie anschließend Baumwollsocken bzw. leichte Baumwollhandschuhe an und lassen Sie die Pflegekur über Nacht einwirken. Die Wärme öffnet die Poren, sodass die Wirkstoffe noch besser einziehen können.

Für die Narbenpflege: Die glättende Wirkung von Avocadoöl kann bei der Behandlung von Narben unterstützen. Massieren Sie das Öl regelmäßig mit kreisenden Bewegungen in die betroffenen Hautpartien ein. Die enthaltenen Fettsäuren fördern dabei die Kollagenproduktion.[9]

Nach der Rasur oder Wachsenthaarung: Wenn Ihre Haut nach der Haarentfernung gereizt ist, beruhigt Avocadoöl kleine Entzündungen und sorgt dafür, dass sich die Haut an Beinen, Achseln und im Intimbereich schnell wieder angenehm anfühlt.

Avocadoöl für das Gesicht

Sie können Avocadoöl wie eine Gesichtscreme verwenden – es zieht schnell ein und hinterlässt keinen störenden Fettfilm. Deshalb eignet es sich sogar als Make-up-Grundlage, insbesondere im Winter, wenn die Haut vor kalter Witterung geschützt werden muss.

Reinigen Sie Ihr Gesicht wie gewohnt und geben Sie anschließend wenige Tropfen des Öls in Ihre Handflächen. Massieren Sie es mit sanftem Druck in die Gesichtshaut ein. Wenn sich die Haut dabei leicht warm anfühlt, ist das ein gutes Zeichen – die Wärme erleichtert das Einziehen der Nährstoffe.

Avocadoöl ist für jeden Hauttyp geeignet: Bei trockener Haut spendet es Feuchtigkeit und schützt vor Umwelteinflüssen, die die Haut noch weiter austrocknen. Rechtzeitig und regelmäßig angewendet, kann es so auch der vorzeitigen Hautalterung vorbeugen. Für fettige Haut ist es ebenfalls geeignet, da es keine schwere Schicht hinterlässt und beruhigend auf die Talgproduktion wirkt. Wenn Sie zu Pickeln neigen, kann Avocadoöl dank seiner entzündungshemmenden Eigenschaften den Heilungsprozess unterstützen.

DIY-Gesichtsmaske mit Avocado: Zerdrücken Sie das Fruchtfleisch einer reifen Avocado mit einer Gabel zu einer cremigen Masse und verrühren Sie es mit einem Esslöffel Avocadoöl. Tragen Sie die Maske auf das gereinigte Gesicht auf und lassen Sie sie mindestens 15 Minuten einwirken. Besonders wirksam ist die Maske in einem warmen Bad, da der Wasserdampf die Poren öffnet und die Nährstoffe so besser einziehen können. Entfernen Sie die Maske anschließend mit einem in warmem Wasser getränkten Handtuch.

Zum Abschminken: Geben Sie einige Tropfen Avocadoöl auf ein angefeuchtetes Wattepad oder Schwämmchen. Damit lässt sich sogar wasserfestes Augen-Make-up sanft entfernen – ganz ohne aggressive Reinigungsmittel. Ähnlich können Sie auch Kokosöl als Make-up-Entferner nutzen.

Avocadoöl zum Braten

Avocadoöl ist eines der besten Öle zum Braten bei hohen Temperaturen. Der Grund dafür ist sein hoher Rauchpunkt: Raffiniertes Avocadoöl kann bis zu 250 °C erhitzt werden, ohne dass sich die Fettsäuren zersetzen und gesundheitsschädliche Verbindungen entstehen.[2] Zum Vergleich: Natives Olivenöl erreicht seinen Rauchpunkt bereits bei etwa 190 °C.

Die hohe Hitzebeständigkeit macht Avocadoöl ideal für scharfes Anbraten, Grillen, die Zubereitung im Airfryer und sogar zum Frittieren. Es passt geschmacklich hervorragend zu Fisch, Fleisch und Gemüse. Sein Eigengeschmack ist dezent nussig und deutlich milder als der von Olivenöl – was viele Köche schätzen, die ein nahezu geschmacksneutrales Öl für vielfältige Gerichte suchen.

Beachten Sie jedoch, dass auch beim Avocadoöl die enthaltenen Tocopherole (Vitamin E) bei hohen Temperaturen abgebaut werden.[4] Wer den vollen Nährstoffgehalt erhalten möchte, sollte kaltgepresstes Avocadoöl daher eher für die kalte Küche verwenden – etwa als Salatdressing, in Dips oder als Zutat in Smoothies. Zum Braten eignet sich raffiniertes Avocadoöl optimal, da es die höchste Hitzestabilität bietet. Wenn Sie mehr über die Unterschiede erfahren möchten, lesen Sie unseren Ratgeber zu kaltgepressten und raffinierten Ölen.

Avocadoöl in der Kosmetik

Neben der Eigenanwendung steht Ihnen mittlerweile eine große Auswahl an fertigen Kosmetikprodukten mit Avocadoöl zur Verfügung. Cremes, Lotionen, Haarpflegeprodukte, Handcremes und sogar spezielle Augenpflegeprodukte nutzen die pflegenden Eigenschaften des Öls.

Der hohe Anteil an unverseifbaren Bestandteilen (5–12 %) macht Avocadoöl besonders wertvoll für die Kosmetikindustrie. Diese Fraktion enthält Phytosterole und Tocopherole, die die Hautbarriere stärken und antioxidativ wirken.[6] In Frankreich hat ein Kombinationsextrakt aus Avocado- und Sojaöl-Unverseifbarem (ASU) sogar den Status eines verschreibungspflichtigen Medikaments zur Behandlung von Knie- und Hüftarthrose erlangt.[2]

Auf der INCI-Liste erkennen Sie Avocadoöl am Eintrag „Persea Gratissima Oil" oder „Persea Americana Oil". Achten Sie bei der Auswahl auf einen hohen Avocadoöl-Anteil in der Zutatenliste und darauf, dass das Produkt für Ihren Hauttyp geeignet ist. Wer sich für die komedogene Wirkung von Ölen interessiert, findet in unserem Ratgeber über komedogene und nicht komedogene Öle weitere hilfreiche Informationen.

Avocadoöl für den Muskelaufbau (Bodybuilding)

Gesundheitsbewusste Sportler nutzen Avocadoöl als hochwertigen Ersatz für Butter und Margarine. Mit 884 kcal pro 100 g ist es eine effektive und gleichzeitig nährstoffreiche Kalorienquelle – ideal für Aufbauphasen, in denen ein kontrollierter Kalorienüberschuss gewünscht ist. Die einfach ungesättigten Fettsäuren liefern nachhaltige Energie, ohne den Insulinspiegel in die Höhe zu treiben.

Bodybuilder, die sich nach dem Low-Carb- oder ketogenen Prinzip ernähren, greifen besonders häufig auf Avocados und ihr Öl zurück. Es lässt sich vielseitig einsetzen: zum Braten, als Dressing, als Zutat in Proteinshakes oder einfach als Aufwertung von Mahlzeiten, um den Speiseplan auf gesunde Weise kalorienreicher und abwechslungsreicher zu gestalten.

Lagerung und Haltbarkeit von Avocadoöl

Avocadoöl sollte wie alle hochwertigen Öle lichtgeschützt, kühl und gut verschlossen aufbewahrt werden. Die enthaltenen Nährstoffe – insbesondere Vitamin E und Carotinoide – sind lichtempfindlich und bauen sich bei ungünstiger Lagerung schneller ab.

Bewahren Sie das Öl idealerweise in seiner originalen dunklen Flasche im Kühlschrank auf. Dort hält es ungeöffnet bis zu zwölf Monate. Bei Zimmertemperatur verkürzt sich die Haltbarkeit auf etwa drei bis sechs Monate. Nach dem Öffnen sollten Sie das Öl innerhalb weniger Monate aufbrauchen.

Falls das Avocadoöl im Kühlschrank leicht flockig oder trüb wird, ist das kein Qualitätsmangel – die Fettsäuren kristallisieren bei niedrigen Temperaturen. Stellen Sie die Flasche kurz bei Zimmertemperatur ab, und das Öl wird wieder klar. Selbst hergestellte Kosmetikprodukte mit Avocadoöl bewahren Sie am besten in verschlossenen, lichtdichten Gefäßen im Kühlschrank auf und verbrauchen sie möglichst bald.

Dosierung und Einnahme von Avocadoöl

Für die innerliche Anwendung als Speiseöl gilt: Avocadoöl ist zwar gesund, enthält aber mit 884 kcal pro 100 g genauso viele Kalorien wie jedes andere Pflanzenöl. Ein bis zwei Esslöffel pro Tag (etwa 15–30 ml) reichen aus, um von den gesundheitlichen Vorteilen der einfach ungesättigten Fettsäuren und Vitamine zu profitieren, ohne den Kalorienhaushalt übermäßig zu belasten.

In der mediterranen Ernährung ist ein höherer Fettanteil aus hochwertigen Quellen durchaus üblich und wird mit zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht. Avocadoöl kann hier als gesunder Ersatz für Butter, Margarine oder Sonnenblumenöl dienen.

Für die äußere Anwendung auf Haut und Haaren gibt es keine strikte Obergrenze. Orientieren Sie sich am Zustand Ihrer Haut bzw. Ihrer Haare und passen Sie die Menge individuell an – wenige Tropfen genügen oft bereits für eine spürbare Pflegewirkung.

Nebenwirkungen von Avocadoöl

Avocadoöl gilt allgemein als gut verträglich und ist auch für empfindliche Haut sowie für die Anwendung während der Schwangerschaft geeignet. Dennoch gibt es einige Punkte, die Sie beachten sollten:

Allergische Reaktionen: Personen mit einer bekannten Avocado-Allergie oder einer Latex-Kreuzallergie sollten bei der Verwendung vorsichtig sein. Allergische Reaktionen sind zwar selten, können aber in Form von Hautausschlag, Juckreiz oder Schwellungen auftreten. Testen Sie das Öl bei der ersten Anwendung an einer kleinen Hautstelle (z. B. am Unterarm) und warten Sie 24 Stunden ab.

Verdauungsbeschwerden: In seltenen Fällen kann der übermäßige Verzehr von Avocadoöl zu Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit oder Magenverstimmung führen – dies betrifft vor allem Personen, die generell empfindlich auf fettreiche Nahrungsmittel reagieren.

Histaminintoleranz: Avocado zählt zu den histaminfreisetzenden Lebensmitteln. Wenn Sie an einer Histaminintoleranz leiden, sollten Sie den Konsum von Avocadoöl langsam steigern und auf mögliche Reaktionen achten.

Wechselwirkungen: Es sind keine relevanten Wechselwirkungen mit Medikamenten bekannt. Bei Einnahme blutverdünnender Medikamente sollten Sie aufgrund des Vitamin-K-Gehalts in Avocados (nicht im Öl selbst, aber bei Unsicherheit) Rücksprache mit Ihrem Arzt halten.

Worauf Sie beim Kauf von Avocadoöl achten sollten

Beim Kauf von Avocadoöl sollten Sie auf folgende Qualitätsmerkmale achten, um ein hochwertiges Produkt zu erhalten:

Kaltgepresst und nativ: Kaltgepresstes Avocadoöl bewahrt den höchsten Gehalt an Vitaminen, Phytosterolen und Antioxidantien. Für die Hautpflege und die kalte Küche ist es die beste Wahl.

Bio-Qualität: Ein Bio-Siegel stellt sicher, dass die Avocados ohne synthetische Pestizide angebaut und unter Berücksichtigung ökologischer Standards verarbeitet wurden.

Reine Zusammensetzung: Achten Sie darauf, dass es sich um 100 % reines Avocadoöl handelt und nicht um eine Mischung mit günstigeren Ölen. Die Zutatenliste sollte nur „Avocadoöl" bzw. „Persea Gratissima Oil" enthalten.

Dunkle Flasche: Hochwertiges Avocadoöl wird in dunklen Glasflaschen angeboten, die das Öl vor Licht schützen und seine Haltbarkeit verlängern.

Farbe und Geruch: Kaltgepresstes Avocadoöl ist intensiv grün mit einem milden, leicht nussigen bis butterigen Duft. Raffiniertes Avocadoöl ist hellgelb und nahezu geruchsneutral. Beides sind Qualitätsmerkmale – vorausgesetzt, das Öl riecht nicht ranzig oder unangenehm.

Falls Sie noch unsicher sind, ob Ihnen die Verwendung gefällt, beginnen Sie mit einer kleineren Flasche. Dasselbe kaltgepresste Öl können Sie sowohl für die Küche als auch für Ihre selbst hergestellten Pflegeprodukte verwenden. Einen umfassenden Überblick über hochwertige Öle finden Sie auf unserer Startseite zu ätherischen Ölen und Pflanzenölen.

Avocadoöl Verkaufsformen

Avocadoöl wird in verschiedenen Verkaufsformen angeboten. Die gängigsten Varianten sind kaltgepresstes Bio-Avocadoöl in der Flasche und fertige Avocadoöl-Cremes. Wenn Sie die Anwendung zum ersten Mal ausprobieren möchten, lohnt sich der Einstieg mit einer dieser vielseitigen Grundformen.

Bio Avocadoöl

Kaltgepresstes Bio-Avocadoöl wird in unterschiedlichen Flaschengrößen (100 ml bis 1 Liter) angeboten. In dieser reinen Form nutzen Sie das Öl für jeden Bedarf: zum Braten und Kochen, für Salatdressings, als Haarkur oder als Gesichtspflegeöl. Achten Sie darauf, dass es sich um reines, nicht mit anderen Ölen vermischtes Avocadoöl handelt. Die Bio-Kennzeichnung garantiert einen umweltschonenden Anbau. Besonders empfehlenswert sind Produkte mit Angaben zur Herkunft und zum Pressdatum. Um mehr über die Bedeutung von kaltgepressten Ölen zu erfahren, empfehlen wir unseren entsprechenden Ratgeber.

Avocadoöl-Creme

Wenn es Ihnen vor allem um die Hautpflege geht, sind fertige Cremes mit Avocadoöl eine praktische Alternative. Es gibt sowohl spezialisierte Gesichtscremes als auch Ganzkörperprodukte. Hochwertige Cremes enthalten einen hohen Anteil Avocadoöl in Kombination mit ergänzenden Wirkstoffen wie Hyaluronsäure, Sheabutter oder Jojobaöl. Der Vorteil: Sie müssen Ihre Pflege nicht selbst anmischen und erhalten ein optimal formuliertes Produkt. Achten Sie bei der Auswahl auf Angaben zum Hauttyp und bevorzugen Sie Produkte ohne Parabene und synthetische Duftstoffe.

Quellen

  1. Lin, Y., & Li, C. (2024). Key components and multiple health functions of avocado oil: A review. Journal of Functional Foods, 121, 106440. doi:10.1016/j.jff.2024.106440
  2. Marra, F., et al. (2019). Avocado Oil: Characteristics, Properties, and Applications. Molecules, 24(11), 2172. doi:10.3390/molecules24112172
  3. Tan, C. X., et al. (2018). Comparison of subcritical CO2 and ultrasound-assisted aqueous methods with the conventional solvent method in the extraction of avocado oil. The Journal of Supercritical Fluids, 135, 45–51. doi:10.1016/j.supflu.2017.12.039
  4. Krumreich, F. D., et al. (2018). Effect of heating on tocopherol content of avocado oil. International Food Research Journal, 25(1), 469–472.
  5. Ortiz-Avila, O., et al. (2025). Anti-Aging Potential of Avocado Oil via Its Antioxidant Effects. Pharmaceuticals, 18(2), 246. doi:10.3390/ph18020246
  6. Duester, K. C. (2001). Avocado fruit is a rich source of beta-sitosterol. Journal of the American Dietetic Association, 101(4), 404–405. doi:10.1016/S0002-8223(01)00102-X
  7. U.S. Department of Agriculture, FoodData Central. Oil, avocado. FDC ID: 173573. Abgerufen von: https://fdc.nal.usda.gov/food-details/173573/nutrients
  8. Márquez-Ramírez, C. A., et al. (2018). Cellulose acetate/avocado oil blend membrane inhibits the hypertension in rats. Journal of Functional Foods, 43, 69–76.
  9. Lin, T. K., Zhong, L., & Santiago, J. L. (2018). Anti-Inflammatory and Skin Barrier Repair Effects of Topical Application of Some Plant Oils. International Journal of Molecular Sciences, 19(1), 70. doi:10.3390/ijms19010070
  10. Unlu, N. Z., et al. (2005). Carotenoid absorption from salad and salsa by humans is enhanced by the addition of avocado or avocado oil. The Journal of Nutrition, 135(3), 431–436. doi:10.1093/jn/135.3.431