Zimtöl – genauer Zimtblattöl und Zimtrindenöl – wird aus dem Zimtbaum (Cinnamomum verum) gewonnen, einem immergrünen Baum der Pflanzenfamilie Lauraceae, der ursprünglich aus Sri Lanka stammt. Neben Cinnamomum verum (Ceylon-Zimt) wird auch die Rinde des chinesischen Zimtbaums (Cinnamomum cassia) zur Gewinnung von Zimtöl und Zimtgewürz verwendet. Ceylon-Zimt gilt dabei als die hochwertigere Sorte mit deutlich geringerem Cumarin-Gehalt.[1]

Heute werden Zimtbäume in weiten Teilen Süd- und Südostasiens kultiviert und als ätherisches Zimtöl oder Zimtgewürz in die ganze Welt exportiert. Weltweit sind über 250 Cinnamomum-Arten bekannt, von denen zwei Sorten besonders verbreitet sind: Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum) aus Sri Lanka und Cassia-Zimt (Cinnamomum cassia) aus China und Südostasien.[2]
Zimt zählt zu den ältesten bekannten Gewürzen der Menschheitsgeschichte. Bereits die alten Ägypter schätzten ihn als kostbare Zutat für Einbalsamierungen, und in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) sowie im indischen Ayurveda wird Zimt seit Jahrtausenden therapeutisch eingesetzt – unter anderem bei Verdauungsbeschwerden, Erkältungen und zur allgemeinen Stärkung des Körpers.[2] Ob als Gewürz, in Teeform oder als ätherisches Öl – Zimt begleitet die Menschheit seit Jahrhunderten.
Die Ernte der Zimtrinde beginnt in der Regel ab dem vierten oder fünften Jahr nach der Pflanzung. Von ausgewählten Trieben wird die Rinde mit speziellen Messern abgelöst, wobei die Rindenstücke etwa einen Meter lang und bis zu zwei Zentimeter dick sind. Sowohl aus den Blättern als auch aus der Rinde kann ätherisches Zimtöl gewonnen werden. Die getrocknete Rinde wird weltweit als Gewürz gehandelt, während die daraus gewonnenen ätherischen Öle aufgrund ihrer bioaktiven Wirkstoffe in der Naturheilkunde und Aromatherapie eingesetzt werden. Zimtblattöl ist dabei deutlich preiswerter als das intensivere Zimtrindenöl.
Gewinnung von Zimtöl
Zimtöl wird überwiegend durch Wasserdampfdestillation der Blätter oder der Rinde des Zimtbaums gewonnen. Dieses Verfahren ist die am häufigsten eingesetzte Methode zur Extraktion ätherischer Öle und liefert bei Zimt eine Ausbeute zwischen 0,5 und 1,8 Prozent, abhängig vom verwendeten Pflanzenteil und der Zimtsorte.[3]
Das Verfahren benötigt kein chemisches Lösungsmittel und gilt als besonders schonend, da die hitzeempfindlichen Inhaltsstoffe weitgehend erhalten bleiben. Bei der Wasserdampfdestillation werden zerkleinerte Zimtstangen oder Blätter in einen Destillationskolben gegeben. Der Kolben ist über ein Glasrohr und einen Kondensator mit einem Dampferzeuger verbunden. Die ätherischen Öle werden bei einer Temperatur von etwa 100 °C über einen Zeitraum von fünf bis zehn Stunden durch den heißen Wasserdampf gelöst. Das dabei entstehende Kondensat trennt sich anschließend in eine wässrige und eine ölige Phase, aus der das reine Zimtöl abgezogen wird.
Neben der Wasserdampfdestillation kommt vereinzelt auch die Soxhlet-Extraktion zum Einsatz, eine Methode, bei der Pflanzenmaterial über einen längeren Zeitraum mit einem Lösungsmittel behandelt wird. Der Nachteil dieser Technik liegt in der langen Einwirkung hoher Temperaturen, die empfindliche Wirkstoffe thermisch abbauen können. Die überkritische CO₂-Extraktion ist eine modernere Alternative, die besonders schonend arbeitet und hochreine Öle liefert, jedoch deutlich kostenintensiver ist.[3]
Zimtöl Inhaltsstoffe
Die chemischen Hauptbestandteile von ätherischem Zimtöl variieren je nachdem, ob es aus der Rinde oder den Blättern gewonnen wird. Die wichtigsten bioaktiven Verbindungen sind Zimtaldehyd (Cinnamaldehyd), Zimtacetat (Cinnamylacetat), Eugenol und Eugenolacetat.[3] In Zimtrindenöl dominiert Zimtaldehyd mit einem Anteil von bis zu 90 %, während Zimtblattöl überwiegend Eugenol enthält (60–80 %).[2]
Die Inhaltsstoffe haben folgende Eigenschaften:
Zimtaldehyd (Cinnamaldehyd) – Der Hauptwirkstoff in Zimtrindenöl ist für den charakteristisch warmen, würzigen Duft verantwortlich. Zimtaldehyd besitzt nachweislich antimykotische, antibakterielle und antimikrobielle Eigenschaften. Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat Zimtaldehyd als sicheres Lebensmitteladditiv zugelassen.[3]
Zimtacetat (Cinnamylacetat) – Verleiht Zimtöl einen süßen, pfeffrigen und balsamischen Duft. Dieser Wirkstoff kann die periphere Durchblutung fördern, sodass Haut und Haarfollikel besser mit Sauerstoff, Vitaminen und Mineralstoffen versorgt werden.
Eugenol – Der dominierende Wirkstoff in Zimtblattöl hat stark antiseptische, entzündungshemmende und schmerzlindernde (analgetische) Eigenschaften. Eugenol zeigt darüber hinaus eine hemmende Wirkung auf das Wachstum verschiedener Pilzstämme.[2] Eugenol findet sich auch in Nelkenöl, das für seinen hohen Eugenol-Gehalt bekannt ist.
Eugenolacetat – Besitzt antioxidative Eigenschaften und trägt zu einem milden, süßlichen Duft bei.
Wirkung von Zimtöl
Es gibt zwei Hauptarten von Zimtöl: Zimtrindenöl und Zimtblattöl. Obwohl beide aus dem gleichen Baum stammen, unterscheiden sie sich in Zusammensetzung, Duft und Wirkstärke erheblich. Zimtrindenöl wird aus der äußeren Rinde gewonnen, hat eine tiefe rotbraune Farbe und einen intensiven, parfümartigen Zimtduft. Es gilt als die wirksamere, aber auch reizendere Variante. Zimtblattöl hingegen hat eine hellere, gelbliche Farbe und einen eher moschusartig-würzigen Geruch.[3]
Viele der gesundheitlichen Vorteile von Zimtrindenöl hängen mit seiner Fähigkeit zusammen, die Stickstoffmonoxid-Funktion zu verbessern und Blutgefäße zu erweitern, was zu einer erhöhten Durchblutung und einer geringeren Entzündungsneigung führen kann.[2]
Zu den am besten erforschten Wirkungen von Zimtöl zählen:
- Antibakteriell und antimikrobiell: Zimtöl hemmt das Wachstum verschiedener Krankheitserreger, darunter Staphylococcus aureus, Salmonellen und E. coli. Es wirkt zudem gegen den multiresistenten Keim Pseudomonas aeruginosa.[3]
- Entzündungshemmend: Zimtaldehyd kann die Produktion entzündungsfördernder Biomarker signifikant reduzieren.[2]
- Blutzuckersenkend: Mehrere klinische Studien zeigen positive Effekte auf die Insulinfreisetzung und den Nüchternblutzucker bei Typ-2-Diabetes.[4]
- Cholesterinsenkend: Eine Meta-Analyse aus zehn randomisierten kontrollierten Studien ergab signifikante Senkungen von Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und Triglyceriden.[5]
- Antioxidativ: Zimtöl zeigte in Vergleichsstudien mit neun anderen ätherischen Ölen die höchste Radikalfänger-Aktivität.[3]
- Antimykotisch: Wirksam gegen verschiedene Pilzstämme, einschließlich Candida albicans.[2]
- Immunstimulierend: Unterstützt die körpereigene Abwehr durch antioxidative und antimikrobielle Mechanismen.
- Libido-stimulierend: Präklinische Studien deuten auf eine relaxierende Wirkung von Zimtaldehyd auf die glatte Muskulatur hin.[6]
Anwendungsgebiete von Zimtöl
Ätherisches Zimtöl wird aufgrund seines breiten Wirkspektrums in verschiedenen Bereichen eingesetzt. Die wichtigsten Anwendungsgebiete lassen sich in drei Kategorien unterteilen:
Kosmetisch: Reinigend, adstringierend, durchblutungsfördernd, antioxidativ. Zimtöl kann die Hautdurchblutung anregen und wird in der Naturkosmetik als stimulierender Wirkstoff geschätzt.
Aromatisch: In der Aromatherapie wirkt Zimtöl erwärmend, stimmungsaufhellend und energetisierend. Es gilt als natürliches Aphrodisiakum und kann bei winterlicher Müdigkeit und Antriebslosigkeit eingesetzt werden.
Therapeutisch: Antibakteriell, antimykotisch, entzündungshemmend, schmerzlindernd, krampflösend, karminativ (blähungstreibend), antiparasitär und immunstimulierend.[3]
Zimtöl in der Schwangerschaft
Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenwirkstoffe, die direkt auf den Organismus einwirken. In der Schwangerschaft ist daher besondere Vorsicht geboten. Es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte ätherische Öle – darunter Zimt, Nelke, Rosmarin, Muskatellersalbei und Jasmin – in höherer Dosierung Uteruskontraktionen auslösen können.[7]
Viele Experten empfehlen, ätherische Öle wie Zimtöl während der ersten 13 Schwangerschaftswochen vollständig zu meiden. Das National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH) stuft Ceylon-Zimt in Mengen, wie sie üblicherweise in Lebensmitteln vorkommen, als wahrscheinlich sicher ein. Höhere therapeutische Dosen sollten in der Schwangerschaft und Stillzeit jedoch vermieden werden.[7] Im Zweifelsfall sollte vor der Anwendung stets ärztlicher Rat eingeholt werden.
Zimtöl gegen Ameisen
Zimtöl hat sich als umweltfreundliches Mittel zur Ameisenabwehr bewährt. Der Hauptwirkstoff trans-Zimtaldehyd stört die Pheromonspur, über die Ameisen miteinander kommunizieren, und hemmt so ihre Orientierung bei der Nahrungssuche.[8]
Eine im International Journal of Scientific and Research Publications veröffentlichte Studie bestätigte, dass Zimtöl sowohl repellierende als auch insektizide Eigenschaften gegenüber Ameisen besitzt. Die Wirkung ist dabei dosisabhängig – je höher die Konzentration, desto stärker der Effekt.[8] Neuere Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2023 zeigen, dass trans-Zimtaldehyd aus Zimtrindenöl bei Feuerameisen (Solenopsis invicta) Verhaltensänderungen auslöst, indem es den Dopamin- und Octopamin-Spiegel beeinflusst, was zu gestörtem Sozialverhalten und beschleunigtem Tod führt.[9]
Für die praktische Anwendung können einige Tropfen Zimtöl mit Wasser verdünnt auf Eintrittspunkte der Ameisen gesprüht werden. Alternativ lässt sich gemahlener Zimt auf Ameisenpfade streuen. Beachten Sie jedoch, dass Zimtöl die Ameisenkolonie selbst nicht beseitigt, sondern primär als Barriere wirkt.
Zimtöl und Abnehmen
Zimtaldehyd, der Hauptwirkstoff in Zimtöl, kann thermogene und metabolische Reaktionen in Fettzellen aktivieren. Eine 2017 im Fachjournal Metabolism veröffentlichte Studie der University of Michigan zeigte, dass Zimtaldehyd sowohl in tierischen als auch in menschlichen Fettzellen die Expression thermogener Gene (Ucp1, Fgf21) steigert und den Fettstoffwechsel aktiviert. Die Fettzellen werden dazu angeregt, gespeicherte Energie durch Thermogenese zu verbrennen.[10]
Darüber hinaus kann Zimtöl den Blutzuckerspiegel stabilisieren, was unkontrollierten Heißhungerattacken entgegenwirkt. Instabiler Blutzucker führt häufig zu übermäßigem Essen, niedriger Energie und Gewichtszunahme. Das Einatmen von ätherischem Zimtöl über einen Diffusor kann laut Anwenderberichten helfen, das Verlangen nach Süßem zu reduzieren.
Wichtig ist jedoch der Hinweis der Studienautoren: Weitere klinische Untersuchungen am Menschen sind nötig, bevor Zimtaldehyd als therapeutisches Mittel gegen Adipositas empfohlen werden kann.[10]
Zimtöl für die Verdauung
Zimt wirkt erwärmend und stimulierend auf das gesamte Verdauungssystem. In der traditionellen Pflanzenheilkunde wird er bei schwacher Verdauung, Blähungen, Übelkeit, Durchfall und Koliken eingesetzt. Die im Zimt enthaltenen Tannine haben eine adstringierende (zusammenziehende) Wirkung, die bei Durchfall und katarrhalischer Stauung unterstützend wirken kann.[2]
Zimtöl enthält Verbindungen, die als Katechine bekannt sind und Übelkeit lindern können. Darüber hinaus hat Eugenol, ein Hauptbestandteil von Zimtblattöl, in Studien eine schützende Wirkung auf die Magenschleimhaut gezeigt, die zur Vorbeugung von Magengeschwüren beitragen kann.[2] Das flüchtige Öl in Zimtrinde unterstützt den Körper zudem beim Abbau von Fetten während der Verdauung.
Für eine verdauungsfördernde Anwendung können ein bis zwei Tropfen Zimtöl in einem Trägeröl wie Olivenöl verdünnt und als Bauchmassage aufgetragen werden.
Zimtöl für die Haut
Ätherisches Zimtrindenöl kann die Bildung mehrerer Proteinbiomarker, die an Hautentzündungen und dem Umbau von Gewebe beteiligt sind, signifikant hemmen.[2] Aufgrund dieser entzündungshemmenden Eigenschaften gilt Zimtöl als vielversprechendes natürliches Mittel bei entzündlichen Hautproblemen wie Akne und Hautausschlägen.
Für die Hautanwendung sollte Zimtöl stets stark verdünnt werden: Mischen Sie maximal einen Tropfen ätherisches Zimtöl mit mindestens 30 ml eines Trägeröls wie Kokosöl oder Jojobaöl und tragen Sie die Mischung auf die betroffenen Stellen auf. Vor der großflächigen Anwendung sollte ein Patch-Test an einer kleinen Hautstelle durchgeführt werden.
Auch für das Haar kann Zimtöl vorteilhaft sein: Einige Tropfen, verdünnt mit einem Trägeröl wie Mandelöl, ergeben eine stimulierende Kopfhautbehandlung, die die Durchblutung fördert. Wissenschaftliche Belege für eine direkte Wirkung auf das Haarwachstum beim Menschen stehen jedoch noch aus.
Zimtöl für die Lippen
Die erwärmende Wirkung von Zimtöl wird in der Naturkosmetik als natürlicher Lip-Plumper genutzt. Durch die Förderung der lokalen Durchblutung kann das Öl vorübergehend für optisch vollere Lippen sorgen.
Für eine selbstgemachte Anwendung kombinieren Sie einen Tropfen Zimtöl mit einem Esslöffel Kokosöl. Tragen Sie die Mischung vorsichtig auf die Lippen auf. Verwenden Sie niemals unverdünntes Zimtöl auf den Lippen, da dies zu starken Reizungen und Brennen führen kann.
Zimtöl gegen Nagelpilz
Die antimykotischen Eigenschaften von Zimtöl machen es zu einer natürlichen Option bei Nagelpilzinfektionen. In-vitro-Studien zeigen, dass Zimtöl – insbesondere in Kombination mit Olivenöl – eine hemmende Wirkung gegen Pilzstämme wie Candida albicans besitzt, die häufig für Zehen-Nagelpilz und andere Pilzinfektionen verantwortlich sind.[2]
Für die Anwendung mischen Sie zwei bis drei Tropfen ätherisches Zimtöl mit einem Esslöffel Olivenöl oder Kokosöl und tragen Sie die Mischung zweimal täglich auf die betroffenen Nägel auf. Beachten Sie, dass Nagelpilz hartnäckig ist und eine konsequente Behandlung über mehrere Wochen erforderlich sein kann. Bei schweren oder anhaltenden Infektionen sollte ein Arzt konsultiert werden. Ergänzend kann auch Teebaumöl gegen Nagelpilz hilfreich sein.
Zimtöl bei hohem Blutzucker und Diabetes
Die blutzuckersenkende Wirkung von Zimt gehört zu den am besten erforschten Anwendungsgebieten. In einer vielzitierten Studie an 60 Personen mit Typ-2-Diabetes führte die tägliche Einnahme von ein, drei oder sechs Gramm Zimt über 40 Tage zu signifikanten Senkungen des Nüchternblutzuckers (18–29 %), der Triglyceride (23–30 %), des LDL-Cholesterins (7–27 %) und des Gesamtcholesterins (12–26 %).[4]
Eine aktualisierte Meta-Analyse von Allen et al. (2013), die zehn randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 543 Patienten umfasste, bestätigte diese Ergebnisse: Zimtdosen von 120 mg bis 6 g täglich über vier bis 18 Wochen senkten den Nüchternblutzucker um durchschnittlich 24,6 mg/dL.[5]
Das Inhalieren von hochwertigem ätherischem Zimtöl kann zusätzlich helfen, Heißhungerattacken zu reduzieren. Allerdings ist Vorsicht geboten: Zimtöl ist kein Ersatz für eine ärztlich verordnete Diabetestherapie und kann in Kombination mit blutzuckersenkenden Medikamenten zu Hypoglykämie (zu niedriger Blutzucker) führen. Sprechen Sie vor der Anwendung unbedingt mit Ihrem Arzt.
Zimtöl in der Aromatherapie
In der Aromatherapie zählt Zimtöl zu den wärmenden und stimulierenden Ölen. Sein charakteristisch würziger, süßer Duft wirkt stimmungsaufhellend, konzentrationsfördernd und kann Erschöpfungszuständen entgegenwirken. In der Duftlampe oder im Diffusor verbreitet Zimtöl eine behagliche, belebende Atmosphäre – besonders geschätzt in der kalten Jahreszeit.[3]
Zimtöl lässt sich hervorragend mit anderen ätherischen Ölen kombinieren. Bewährte Mischpartner sind Orangenöl, Zitronenöl, Lavendelöl und Geraniumöl. Eine klassische winterliche Duftmischung besteht aus zwei Tropfen Zimtöl, drei Tropfen Orangenöl und einem Tropfen Nelkenöl.
Für die Aromatherapie genügen ein bis zwei Tropfen in einer Duftlampe oder einem Raumdiffusor. Vermeiden Sie den dauerhaften Einsatz in geschlossenen Räumen, da die intensive Duftkonzentration die Schleimhäute reizen kann.
Zimtöl Nebenwirkungen
Trotz seiner vielen gesundheitlichen Vorteile muss Zimtöl mit Bedacht angewendet werden. Es gehört zu den stärksten ätherischen Ölen und erfordert stets eine ausreichende Verdünnung.
Hautreizung: Unverdünntes Zimtöl kann schwere Hautreizungen, Rötungen und Kontaktdermatitis verursachen. Verdünnen Sie stets einen Tropfen Zimtöl mit mindestens 30 bis 40 ml eines Trägeröls wie Jojobaöl, Mandelöl oder Sesamöl. Reiben oder massieren Sie Zimtöl niemals unverdünnt auf die Haut.[7]
Schleimhautreizung: Zimtöl darf in voller Konzentration weder eingenommen noch auf Zahnfleisch oder Schleimhäute aufgetragen werden, da es zu Verätzungen der Speiseröhre und der Mundschleimhaut führen kann. Mischen Sie Zimtöl nicht mit Wasser, da es sich nicht löst und auf der Wasseroberfläche perlt – in einem heißen Bad kann dies zu lokalen Verbrennungen führen.
Allergische Reaktionen: Einige Menschen reagieren allergisch auf Zimtaldehyd. Führen Sie vor der ersten Anwendung stets einen Patch-Test durch und meiden Sie Zimtöl bei bekannter Zimtallergie.
Zimt und die Leber
Cassia-Zimt (Cinnamomum cassia) enthält deutlich mehr Cumarin als Ceylon-Zimt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat eine tolerierbare tägliche Aufnahme (TDI) von 0,1 mg Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Bei empfindlichen Personen kann bereits eine moderate Cumarin-Aufnahme über längere Zeit die Leber belasten – die Schädigung ist jedoch in der Regel reversibel.[11]
Ceylon-Zimt enthält nur Spuren von Cumarin und wird vom NCCIH als unbedenklich eingestuft.[7] Wer regelmäßig Zimtöl oder Zimtpräparate einnimmt, sollte auf Ceylon-Qualität achten. Personen mit bestehenden Lebererkrankungen sollten vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.
Zimtöl und Diabetes
Da Zimtöl den Blutzuckerspiegel beeinflussen kann, ist bei gleichzeitiger Einnahme von Diabetes-Medikamenten Vorsicht geboten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie ätherisches Zimtöl begleitend zu einer bestehenden Blutzuckertherapie einsetzen, um das Risiko einer Hypoglykämie zu vermeiden.[7]
Zimtöl selber herstellen
Ein einfaches Zimt-Ölauszug lässt sich zu Hause mit wenigen Zutaten herstellen. Beachten Sie, dass es sich dabei um ein Mazerat (Ölauszug) handelt und nicht um ein reines ätherisches Öl – für Letzteres ist eine professionelle Destillationsanlage erforderlich.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
Waschen Sie ein Schraubglas und den Deckel gründlich mit Spülmittel. Sterilisieren Sie beides anschließend, indem Sie Glas und Deckel etwa 15 Minuten in kochendes Wasser tauchen. Lassen Sie das Glas vollständig an der Luft trocknen.
Geben Sie einen Teil gemahlenen Zimt (idealerweise Ceylon-Zimt) und vier Teile Olivenöl in eine Pfanne. Erhitzen Sie die Mischung bei mittlerer Hitze etwa drei Minuten unter vorsichtigem Rühren – lassen Sie das Öl nicht rauchen.
Stellen Sie einen Kaffeefilter in ein feinmaschiges Sieb und gießen Sie das noch warme Öl langsam durch den Filter in das sterilisierte Glas.
Lassen Sie das Öl vollständig abkühlen und verschließen Sie das Glas fest. Lagern Sie es an einem kühlen, dunklen Ort und verbrauchen Sie den Inhalt innerhalb von vier bis sechs Wochen. Das selbstgemachte Zimtöl eignet sich für Massagen, Bäder (in Kombination mit einem Emulgator) und als Pflegeöl – nicht jedoch für die Inhalation, da es keine ausreichende Konzentration an ätherischen Wirkstoffen besitzt.
Dosierung und Einnahme von Zimtöl
Die korrekte Dosierung von Zimtöl hängt von der Anwendungsart ab. Da Zimtöl ein besonders potentes ätherisches Öl ist, empfiehlt das Tisserand Institute, die maximale Verdünnung bei topischer Anwendung auf 0,07 % für Zimtrindenöl (ca. 1 Tropfen auf 70 ml Trägeröl) zu begrenzen.[7]
Topische Anwendung (auf der Haut): Maximal ein Tropfen Zimtöl auf 30–40 ml eines hochwertigen Trägeröls. Vor großflächiger Anwendung stets einen Patch-Test an der Innenseite des Unterarms durchführen und 24 Stunden abwarten.
Aromatherapie / Diffusor: Ein bis zwei Tropfen in eine Duftlampe oder einen elektrischen Diffusor geben. Nicht länger als 30 bis 60 Minuten am Stück diffundieren. Für eine stärkere Wirkung kann Zimtöl mit anderen Ölen wie Lavendelöl oder Zitrusölen gemischt werden.
Innerliche Anwendung: Die orale Einnahme von reinem ätherischem Zimtöl wird nicht empfohlen, da es die Schleimhäute verätzen kann. Für innerliche Zwecke sollten ausschließlich spezielle Zimtöl-Kapseln verwendet werden, die für die orale Anwendung konzipiert und entsprechend dosiert sind.
Badeöl: Mischen Sie maximal drei Tropfen Zimtöl mit einem Emulgator (z. B. einem Esslöffel Sahne oder Honig), bevor Sie die Mischung dem Badewasser zugeben. Geben Sie Zimtöl niemals pur ins Badewasser.
Zimtöl Studien
Zimt und Zimtöl sind Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen weltweit. Aktuelle Forschungsschwerpunkte umfassen antibakterielle, blutzuckersenkende, entzündungshemmende und antitumorale Wirkungen. Zimtöl ist derzeit Bestandteil von über 500 patentierten Arzneimitteln weltweit.[3]
Zu den bemerkenswertesten Forschungsergebnissen der letzten Jahre gehören die Entdeckung des thermogenen Potenzials von Zimtaldehyd für die Adipositas-Forschung (Jiang et al., 2017)[10], die Bestätigung der blutzuckersenkenden Wirkung in Meta-Analysen (Allen et al., 2013)[5] sowie eine umfassende Übersichtsarbeit (2024) zu den pharmazeutischen Anwendungen von Zimtöl mit über 500 Patenten.[3]
Trotz vielversprechender Ergebnisse betonen Forscher, dass viele Studien auf In-vitro- oder Tiermodellen basieren und weitere hochwertige klinische Studien am Menschen erforderlich sind, bevor therapeutische Empfehlungen ausgesprochen werden können.
Zimtöl kaufen
Ätherisches Zimtöl ist in Apotheken, Naturkostläden, Drogeriemärkten wie dm, Rossmann oder Müller sowie online erhältlich. Beim Kauf sollten Sie auf folgende Qualitätsmerkmale achten:
Ceylon vs. Cassia: Bevorzugen Sie Ceylon-Zimtöl (Cinnamomum verum), wenn Sie das Öl häufig oder langfristig verwenden möchten. Es enthält deutlich weniger Cumarin als Cassia-Zimtöl und ist damit schonender für die Leber.[11]
Reinheit: Achten Sie auf 100 % naturreines, unverdünntes ätherisches Öl. Idealerweise in Bio-Qualität (kbA – kontrolliert biologischer Anbau). Die botanische Bezeichnung (Cinnamomum verum oder Cinnamomum cassia) sollte auf dem Etikett angegeben sein.
Verpackung: Ätherische Öle sollten in dunklen Glasflaschen (Braunglas oder dunkelblaues Glas) verkauft werden. Durch klares Glas kann Licht eindringen und das Öl zersetzen.
Menge: Kaufen Sie eher kleinere Flaschen (5–10 ml). Da Zimtöl sehr ergiebig ist und tropfenweise dosiert wird, reicht eine 10-ml-Flasche bei regelmäßigem Gebrauch mehrere Monate.
Haltbarkeit: Verbrauchen Sie Zimtöl innerhalb von ein bis zwei Jahren nach dem Öffnen. Lagern Sie es kühl, trocken und vor Licht geschützt. Verdorbenes Zimtöl riecht ranzig oder untypisch und sollte entsorgt werden.
Sicherheitshinweis: Tragen Sie das Öl nicht unverdünnt auf den Körper auf. Halten Sie Zimtöl von Kindern und Haustieren fern. Verwenden Sie das Öl ausschließlich so, wie es vom Hersteller empfohlen wird.
Quellen
- Wang, Y. H., Avula, B., Nanayakkara, N. P. D., Zhao, J., & Khan, I. A. (2013). Cassia cinnamon as a source of coumarin in cinnamon-flavored food and food supplements in the United States. Journal of Agricultural and Food Chemistry, 61(18), 4470–4476. doi:10.1021/jf4005862
- Rao, P. V., & Gan, S. H. (2014). Cinnamon: A Multifaceted Medicinal Plant. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine, 2014, 642942. doi:10.1155/2014/642942
- Zhu, M., et al. (2024). Therapeutic Potential of Cinnamon Oil: Chemical Composition, Pharmacological Actions, and Applications. Molecules, 29(24), 5942. doi:10.3390/molecules29245942
- Khan, A., Safdar, M., Ali Khan, M. M., Khattak, K. N., & Anderson, R. A. (2003). Cinnamon improves glucose and lipids of people with type 2 diabetes. Diabetes Care, 26(12), 3215–3218. doi:10.2337/diacare.26.12.3215
- Allen, R. W., Schwartzman, E., Baker, W. L., Coleman, C. I., & Phung, O. J. (2013). Cinnamon use in type 2 diabetes: an updated systematic review and meta-analysis. Annals of Family Medicine, 11(5), 452–459. doi:10.1370/afm.1517
- Kayir, O., et al. (2019). Evaluation of relaxant response properties of cinnamon essential oil and its major component, cinnamaldehyde, on human and rat corpus cavernosum. International Braz J Urol, 45(5), 1033–1042. doi:10.1590/S1677-5538.IBJU.2019.0124
- National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH). (2023). Cinnamon: What You Need to Know. National Institutes of Health. Abgerufen von: nccih.nih.gov/health/cinnamon
- Mutalib, M. A., et al. (2014). Extraction and Potential of Cinnamon Essential Oil towards Repellency and Insecticidal Activity. International Journal of Scientific and Research Publications, 4(7), 1–6.
- Lin, C. Y., et al. (2023). Changes in dopamine and octopamine levels caused disordered behaviour in red imported fire ants exposed to cinnamon essential oils. Industrial Crops and Products, 199, 116759. doi:10.1016/j.indcrop.2023.116759
- Jiang, J., Emont, M. P., Jun, H., Qiao, X., Liao, J., Kim, D., & Wu, J. (2017). Cinnamaldehyde induces fat cell-autonomous thermogenesis and metabolic reprogramming. Metabolism, 77, 58–64. doi:10.1016/j.metabol.2017.08.006
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). (2012). FAQ zu Cumarin in Zimt und anderen Lebensmitteln. Abgerufen von: bfr.bund.de