Zirbenöl

Die Zirbelkiefer, aus deren Holz und Nadeln das ätherische Zirbenöl gewonnen wird, ist ein widerstandsfähiger und robuster Baum, der in den Hochalpen zwischen 1800 und 2400 Meter, wächst. Der Nadelbaum, der auch Arve genannt wird, kann bis zu 800 bis 1000 Jahre alt und bis zu 25 Meter hoch werden. Das Holz der Zirbe ist reich an ätherischen Ölen und fällt durch eine rötlich-braune Färbung auf.
Zirbenöl

Da bereits seit Jahrhunderten bekannt ist, wie positiv sich der Duft von Zirbenholz auf den menschlichen Organismus auswirkt, wird Zirbenholz seit langer Zeit traditionell für die Fertigung von Betten, Schränken, Tischen, Bänken und Wandverkleidungen genutzt. Der Duft der Zirbe ist balsamisch warm, vertreibt Motten und Ungeziefer und beruhigt die Seele, es bindet schlechte Gerüche und reinigt die Luft. Zirbenöl wird aus dem Holz, den Zapfen und den Nadeln der Zirbe gewonnen. Botanisch wird die Zirbe als Pinus cembra bezeichnet. Aufgrund ihrer nadeligen Triebe, die mit vielen Büscheln versehen sind, die jeweils fünf Nadeln tragen, ist die Zirbe auf den ersten Blick erkennbar. Die Nadeln können eine Länge von 5 bis 11 Zentimeter erreichen. In den Zapfen der Zirbe reifen die Samen heran, die Zirbelnüsse genannt werden, aber mit eigentlichen Nüssen nicht gemein haben.

Die alpine Zirbe wächst in den Karpaten und den österreichischen Alpen, sie ist immergrün und tief (kräftig) beastet. Erst mit einem Alter von etwa 40 Jahren werden die Zirben fruchtbar und blühen zwischen Mai und Juli. Die Zirbe ist selten und steht unter Naturschutz.

Gewinnung von Zirbenöl

Das reine ätherische Zirbenöl wird aus den Nadeln, den Zapfen und dem Holz der Zirben durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Etwa 100 Kilogramm Pflanzenmaterial werden benötigt, um 1 Liter Zirbenöl destillieren zu können. Für die Herstellung von Zirbenöl werden in der Regel keine Zirben gefällt. Es werden Holz-, Zapfen- und Nadelabfälle für die Destillation verwendet, die bei der Holzverarbeitung der Zirbe (Möbelproduktion) in den Sägewerken anfallen.

Zirbenöl Inhaltsstoffe

In dem reinen ätherischen Zirbenöl finden sich folgende Inhaltsstoffe:

  • Bornylacetat
  • a-Pinen
  • Myrcen
  • Terpinolen
  • Cineol
  • b-Pinen
  • b-Phellandren
  • Camphen
  • Gamma-3-Caren
  • Limonen
  • und weitere Stoffe

Wirkung von Zirbenöl

Zirbenöl wird traditionell vielfältig angewendet, weil es nicht nur das Wohlbefinden steigert, sondern auch die Gesundheit. Folgende Wirkungen können bei der Verwendung beobachtet werden:

  • sorgt für einen ruhigen Schlaf
  • lindert Stress
  • bindet schlechte Gerüche
  • vertreibt Insekten und Motten
  • wirkt entgiftend und belebend
  • steigert die Durchblutung
  • wirkt stimmungsaufhellend und stärkend (auf Körper und Geist)
  • reinigt die Atemluft
  • lindert Erkältungskrankheiten, Lungenerkrankungen, Grippe und Bronchitis
  • weckt die Lebensgeister
  • nimmt Ängste und wirkt antidepressiv
  • wirkt in einem Massageöl Muskelkater und Muskelverspannungen entgegen (durch die Steigerung der Durchblutung)
  • vertreibt Hausstaubmilben
  • vertieft die Atmung
  • blutreinigend
  • schleimlösend
  • entzündungshemmend
  • steigert die Konzentrationsfähigkeit
  • lindert Neuralgien (Nervenschmerzen)

Die positive Wirkung des reinen Zirbenöls macht sich auch bei geringer Dosierung positiv bemerkbar, daher kann das Öl sehr sparsam verwendet werden.

Anwendungsgebiete von Zirbenöl

Aromatherapie und Inhalation mit Zirbenöl

Das Öl der Zirbelkiefer reinigt und beduftet die Raumluft. Das Aroma beruhigt, weckt aber auch neue Kräfte. Der Schlaf wird umso erholsamer, wenn der Duft der Zirbe Herz und Kreislauf beruhigt. Die Raumluft wird zusätzlich gereinigt und desinfiziert, was in den kühlen Wintermonaten besonders wichtig ist. Das Zirbenöl wird daher traditionell in der Duftlampe oder im Verdunster angewendet, pur oder in Kombination mit anderen ätherischen Ölen. Besonders aromatisch und aufmunternd ist der Duft der Zirbe, wenn er mit einem Zitrusduft, wie Zitrone, Orange oder Mandarine kombiniert wird. Diese Kombination verstärkt die positive Wirkung auf den Organismus und die Psyche, und die Insektenabwehr wird in keinster Weise eingeschränkt, sondern ebenfalls eher gesteigert.

Eine direkte Inhalation mit dem Duft der Zirbe ist ebenfalls möglich, aber am angenehmsten in Verbindung mit einem entspannenden Bad. Mischen Sie 3 bis 5 Tropfen des aromatischen Öls mit ein wenig Sahne oder Honig und geben Sie die Mischung zusammen mit etwas Meersalz in Ihr Badewasser. Sie können dann gleichzeitig den Duft inhalieren (gut gegen Grippe, Erkältung und Atembeschwerden), während Sie Muskelkater, Muskelschmerzen oder schmerzenden Neuralgien vorbeugen. So ähnlich hat es Kleopatra einst auch gemacht, wenn sie den Duft ätherischer Öle im Badewasser genießen wollte. Sollten Sie keine Zeit zum Baden haben mischen Sie einfach ein wenig Meersalz mit dem ätherischen Öl und führen eine kleine Inhalation über einer Küchenschüssel (bestenfalls mit einem Handtuch über dem Kopf) durch. Die Inhalation oder das Wannenbad werden Ihnen nicht nur neue Kräfte verleihen, das Immunsystem steigern, die Atmung erleichtern und den Stress senken, sondern auch das Ein- und Durchschlafen erleichtern. Begleitend zu einem Husten wird durch die Inhalation das Abhusten erleichtert, weil sich der Schleim leichter löst.

Von den Aromen der Zirbelkiefer wird die Dopaminproduktion im menschlichen Organismus angeregt, die für die Bildung der Glückshormone verantwortlich sind. Daher macht der Duft des Zirbenöls in der Duftlampe, im Wannenbad oder bei einer Massage nicht nur glücklich, sondern verdrängt auch die Trägheit und stellt das seelische Gleichgewicht her. Dieser Effekt ist nicht nur im Alltag nach einem anstrengenden Tag besonders aufbauend, sondern auch nach einer Krankheit oder in Zeiten schwerer seelischer Belastungen. Die psychischen Veränderungen, die sich durch den Duft des Zirbenöls ergeben sind deutlich spürbar. Das Selbstbewusstsein steigt und die persönliche Widerstandskraft ebenfalls. Falls es einmal unterwegs schnell gehen soll, und keine Aromalampe zur Verfügung steht, kann alternativ 1 Tropfen des ätherischen Öls auf ein Taschentuch, zur Sofortinhalation, gegeben werden.

Die äußerliche Anwendung, Massagen und Kosmetik

Der Duft des Zirbenöls ist ein regelrechter Wellnessduft und in der Sauna sehr beliebt. Sie können das aromatische Öl auch als Zusatz von Massageölen, Badzusätzen, Lotionen und Cremes verwenden. Bei der Anmischung eines Öls oder einer Lotion zur Insektenvertreibung kann das Zirbenöl mit Teebaum-, Lavendel-, Eukalyptus- und anderen Insekten vertreibenden Ölen gemischt werden.

Bei Nervenschmerzen helfen Waschungen oder Umschläge aus abgekochtem Wasser mit 10 bis 20 Tropfen Zirbenöl. Die durchblutungssteigernde und wohltuende Wirkung kann auch vorbeugend gegen Muskelkater oder Verspannungen eingesetzt werden.

Im Grunde können Sie das duftende Zirbenöl auch zur Beduftung selbst gemachter Seifen verwenden, wenn Ihnen der wertvolle Duft für diesen Zweck nicht zu schade ist.

Zirbenöl gegen Motten

Motten können nicht nur in der Küche und in Küchenschränken zur Qual werden, sondern auch im Kleiderschrank. Möbel, die aus Zirbenholz gefertigt werden, duften von Natur aus nach dem ätherischen Öl des Holzes und schützen den Schrankinhalt völlig ungiftig und effektiv vor Motten und anderem Ungeziefer. Das ätherische Öl der Zirbe vertreibt nicht nur Motten, sondern auch Hausstaubmilben. Damit in Ihrem Haushalt das verhasste Ungeziefer keine Chance mehr hat, können Sie auf Ihren Staubsaugerfilter 1 bis 2 Tropfen des ätherischen Öls tropfen oder aber zusätzlich ein Zirbenspray aus Zirbenöl, ein paar Tropfen LV 41 und Wasser mischen. Mit diesem Zirbenspray können Sie dann Ihre Matratzen, aber auch Ihre Schränke von innen regelmäßig einsprühen. Motten und Milben mögen diese duftende Behandlung gar nicht.

Alternativ können Sie regelmäßig Ihre Schränke auswaschen und kleine Duftsäckchen mit dem Duft der Zirbe zwischen Ihre Kleider und Lebensmittel legen. Damit der Duft im Laufe der Zeit nicht verfliegt, können Sie die Duftsäckchen immer wieder einmal mit ein paar Tropfen des ätherischen Zirbenöls auffrischen. Sie werden schnell erkennen, dass der Duft des Zirbenöls nicht nur die Insekten und Mücken in der Natur, auf Wanderungen und Spaziergängen vertreibt, sondern auch in geschlossenen Räumen. Zirbenduftsäckchen können Sie sich schnell selber basteln, wenn Sie sich Zirbenspäne besorgen, diese in ein kleines Säckchen geben und verschließen. Es reicht dann aus, wenn Sie alle zwei bis drei Wochen ein bis zwei Tropfen duftendes Zirbenöl auf das Säckchen tropfen,und es wieder in Ihren Schrank legen.

Die innerliche Anwendung mit Zirbenöl

Einige Hersteller von Zirbenöl raten von der innerlichen Anwendung ab, andere raten zur Steigerung der körpereigenen Abwehrkräfte, eine Art Kur mit dem reinen ätherischen Zirbenöl durchzuführen. Hierfür wird ein Tropfen des reinen ätherischen Öls mit einem TL Honig verrührt, entweder pur eingenommen oder in lauwarmem Tee aufgelöst. Bevor Sie sich für die innerliche Anwendung entscheiden, sollten Sie sich nicht nur die Herstellerangaben genau anschauen, sondern im Zweifelsfall auch Ihren behandelnden Arzt befragen.

Die Verwendung bei Schlafproblemen

Der Duft des Zirbenöls kann nachweislich das Herz beruhigen und die Herzfrequenz in der Nacht um bis zu 3500 Herzschläge, verringern. Damit der Duft vom Zirbenöl für eine angenehme Nachtruhe sorgen kann, empfiehlt sich nicht nur eine Aromalampe im Schlafzimmer, die Sie vor dem Schlafengehen nutzen, sondern bestenfalls ein Bett aus Zirbenholz oder, alternativ ein paar Tropfen Zirbenöl auf das Kopfkissen oder die Bettdecke zu geben (1 bis 2 Tropfen reichen aus). Ein weiterer Vorteil besticht bei dieser Verwendung von Zirbenöl, Sie werden in der Nacht nicht von lästigen Mücken oder Insekten gestört, wenn der würzige Duft der Zirbe Sie umhüllt und begleitet.

Dosierung und Einnahme von Zirbenöl

Das wertvolle Zirbenöl können und sollten Sie ganz sparsam verwenden. Für ein Vollbad benötigen Sie nicht mehr als 5 bis 10 Tropfen des ätherischen Öls, vermischen Sie es immer mit Sahne, damit ein emulgierender Effekt eintritt und sich das ätherische Öl mit dem Badewasser verbinden kann. 2 bis 3 Tropfen des aromatischen Öls reichen für die Verwendung in der Duftlampe aus, wenn Sie ätherische Öle zu einer Duftmischung kombinieren sogar noch weniger.

Bei der Anmischung von einem Massageöl sollten Sie das ätherische Öl ebenfalls sparsam dosieren, bei einer Überdosierung kann es zu Hautreizungen oder spröder Haut kommen. Nutzen Sie das reine Zirbenöl nie pur, sondern vermischen Sie es immer mit einem Trägeröl (z. B. Jojobaöl oder Mandelöl), wenn Sie es für eine Massage nutzen möchten. Bevor Sie das Zirbenöl äußerlich in Cremes, Lotionen oder in ein Massageöl gemischt verwenden, sollten Sie einen Verträglichkeitstest im unteren Bereich des Innenarmes durchführen. Zeigt sich auch innerhalb von 24 Stunden keine deutlich erkennbare Rötung, besteht keine Überempfindlichkeit oder Allergie gegen Zirbenöl.

Aus Vorsicht sollten Sie auf die Verwendung bei Babys, Kleinkindern, Schwangeren und stillenden Müttern verzichten. Falls Sie unsicher sind, ob Zirbenöl für Sie eine gute Wahl ist, fragen Sie Ihren behandelnden Arzt um Rat. Es handelt sich bei Zirbenöl um ein reines Naturprodukt in Bio-Qualität, da Jahrhunderte alte Zirben, die auf einer Höhe zwischen 1500 und 2500 Meter wachsen, natürlicherweise nicht gedüngt oder gespritzt werden. Wichtig ist nur, dass Sie die Kraft der Natur nicht unterschätzen und daher auch bei der Dosierung vorsichtig sind. Halten Sie sich an die Herstellerempfehlungen und dosieren Sie lieber ein wenig zu niedrig als zu hoch. Sie werden schnell erkennen, welche Dosis für Sie am angenehmsten ist.

Zirbenöl selbst herstellen

Zirbenöl selbst herstellen ist sehr kompliziert, da die Pflanzenteile dampfdestilliert werden müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Zirbe unter Naturschutz steht und es daher sehr schwer für Sie sein kann, legal an die notwendigen Pflanzenteile der Zirbe zu kommen. Die meisten Zirbenabfälle, die für die Herstellung des Zirbenöls verwendet werden, stammen aus Schreinereien und Sägewerken, in denen Zirben gesägt und verarbeitet werden. Falls Sie Zirbenöl selbst herstellen möchten, sollten Sie sich daher an einen holzverarbeitenden Betrieb wenden, in dem Zirbenholz verarbeitet wird. Vielleicht können Sie dort Zirbennadeln erhalten, mit denen Sie sich ein Zirbenölmazerat ansetzen können.

Sie füllen dafür lediglich die Zirbennadeln in ein gut verschließbares Glas und gießen so viel Mandelöl über die Zirbennadeln bis diese vollständig vom Öl bedeckt sind. Verschließen Sie das Schraubglas gut und schütteln Sie es täglich einmal durch. Nach etwa 4 bis 6 Wochen dürfte Ihr Zirbenmazerat fertig sein. Filtrieren Sie es ab und füllen Sie das Mazerat in eine dunkle Glasflasche. Bewahren Sie es kühl auf und verwenden Sie das Öl für Massagen.

Zirbenöl kaufen - Worauf sollte geachtet werden?

Beim Erwerb von Zirbenöl sollten Sie genau auf die Deklaration des ätherischen Öls achten. Die Zirbe ist sehr selten und steht unter Naturschutz. Zirben dürfen für die Weiterverarbeitung zu Möbel oder zu ätherischem Öl nicht gefällt werden, lediglich Bäume, die aus natürlichen Gründen fallen dürfen weiterverarbeitet werden. Aus diesem Grund ist das reine Zirbenöl rar und wertvoll. Günstige Lockangebote sollten Sie daher nicht beeindrucken, es handelt sich häufig um Zirbenölmischungen, denen andere, günstigere Kiefernöle untergemischt wurden. Kaufen Sie daher nur rein ätherische Öle von der Zirbe, deren Ursprung Sie kennen und verifizieren können. Der lateinische Pflanzenname der Zirbe "Pinus cembra" sollte ausdrücklich auf dem Etikett des reinen ätherischen Öls verzeichnet sein. Achten Sie darauf, dass Sie sich kein "Duftöl" oder "naturidentisches Zirbenöl" kaufen, sondern ein reines ätherisches Zirbenöl, das eindeutig durch Wasserdampfdestillation gewonnen wurde.