Zirbenöl

Zuletzt aktualisiert: 12.02.26

Die Zirbelkiefer (Pinus cembra), aus deren Holz und Nadeln das ätherische Zirbenöl gewonnen wird, ist ein widerstandsfähiger und robuster Nadelbaum, der in den Hochalpen zwischen 1500 und 2200 Metern Höhe wächst. Die Zirbe, die auch als Arve oder „Königin der Alpen" bekannt ist, kann ein Alter von bis zu 1000 Jahren erreichen und eine Höhe von bis zu 25 Metern[1]. Das Holz der Zirbe ist reich an ätherischen Ölen und fällt durch eine charakteristische rötlich-braune Färbung auf.
Zirbenöl – Ätherisches Öl der Zirbelkiefer (Pinus cembra)

Bereits seit Jahrhunderten ist bekannt, wie positiv sich der Duft von Zirbenholz auf den menschlichen Organismus auswirkt. Deshalb wird Zirbenholz seit langer Zeit traditionell für die Fertigung von Betten, Schränken, Tischen, Bänken und Wandverkleidungen genutzt. Das Aroma der Zirbe ist balsamisch warm, vertreibt Motten und Ungeziefer und beruhigt die Seele – es bindet schlechte Gerüche und reinigt die Luft. Eine wissenschaftliche Untersuchung des Joanneum Research Instituts in Österreich konnte bestätigen, dass Zirbenholz die Herzfrequenz im Schlaf messbar senkt und die vegetative Erholung fördert[2].

Zirbenöl wird durch Wasserdampfdestillation aus dem Holz, den Zapfen und den Nadeln der Zirbe gewonnen. Botanisch wird die Zirbe als Pinus cembra L. bezeichnet und gehört zur Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Aufgrund ihrer nadeligen Triebe, die mit vielen Büscheln versehen sind, die jeweils fünf Nadeln tragen, ist die Zirbe auf den ersten Blick erkennbar. Die Nadeln können eine Länge von 5 bis 11 Zentimeter erreichen. In den Zapfen der Zirbe reifen die Samen heran, die Zirbelnüsse genannt werden, aber mit eigentlichen Nüssen nichts gemein haben.

Die alpine Zirbe wächst vorrangig in den Karpaten und den österreichischen Alpen, sie ist immergrün und kräftig beastet. Erst mit einem Alter von etwa 40 Jahren werden die Zirben fruchtbar und blühen zwischen Mai und Juli. Die Zirbe ist selten und steht in vielen Regionen unter Naturschutz.

Gewinnung von Zirbenöl

Das reine ätherische Zirbenöl wird aus den Nadeln, den Zapfen und dem Holz der Zirben durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Etwa 100 Kilogramm Pflanzenmaterial werden benötigt, um 1 Liter Zirbenöl destillieren zu können[3]. Für die Herstellung von Zirbenöl werden in der Regel keine Zirben gefällt. Es werden Holz-, Zapfen- und Nadelabfälle für die Destillation verwendet, die bei der Holzverarbeitung der Zirbe (Möbelproduktion) in den Sägewerken anfallen. Diese nachhaltige Verwertung von Restholz macht Zirbenöl zu einem besonders ressourcenschonenden ätherischen Öl.

Zirbenöl Inhaltsstoffe

In dem reinen ätherischen Zirbenöl finden sich zahlreiche bioaktive Inhaltsstoffe. Wissenschaftliche Analysen mittels Gaschromatographie haben über 130 verschiedene Verbindungen in Zirbenöl identifiziert[4]. Die wichtigsten Bestandteile sind:

  • Alpha-Pinen (Hauptkomponente, 36–48 %)
  • Beta-Phellandren (13–30 %)
  • Beta-Pinen (7–19 %)
  • Limonen (4–6 %)
  • Germacren D (5–7 %)
  • Myrcen
  • Camphen
  • Bornylacetat
  • Cineol (1,8-Cineol)
  • Terpinolen
  • sowie weitere Monoterpene und Sesquiterpene

Die genaue Zusammensetzung kann je nach Pflanzenteil (Nadeln, Holz, Zapfen), Standort und Erntezeitpunkt variieren. Nadeln enthalten typischerweise den höchsten Anteil an Alpha-Pinen, während das Holzöl einen höheren Gehalt an oxygenierten Diterpenen aufweist[4].

Wirkung von Zirbenöl

Ätherisches Öl der Zirbe wird traditionell vielfältig angewendet, da ihm zahlreiche positive Wirkungen auf Wohlbefinden und Gesundheit zugeschrieben werden. Folgende Wirkungen können bei der Verwendung beobachtet werden:

  • fördert einen ruhigen, erholsamen Schlaf
  • lindert Stress und wirkt entspannend
  • bindet schlechte Gerüche und reinigt die Raumluft
  • vertreibt Insekten, Motten und Hausstaubmilben
  • wirkt belebend und durchblutungsfördernd
  • stimmungsaufhellend und stärkend (auf Körper und Geist)
  • unterstützend bei Erkältungskrankheiten und Atembeschwerden
  • angstlösend und stimmungsausgleichend

Die Wirkungen des Zirbenöls sind maßgeblich auf den hohen Gehalt an Monoterpenen zurückzuführen, insbesondere Alpha-Pinen. Hier ein Überblick über die Hauptwirkstoffe und ihre nachgewiesenen Eigenschaften:

InhaltsstoffBeschreibung
Alpha-PinenEin Monoterpen mit nachgewiesener beruhigender, entzündungshemmender und schlaffördernder Wirkung. Studien zeigen, dass Alpha-Pinen den Nicht-REM-Schlaf über GABAA-Benzodiazepin-Rezeptoren fördert[5].
Beta-PinenEin Monoterpen, das in Tiermodellen antidepressive Effekte über Serotonin- und Beta-adrenerge Rezeptoren gezeigt hat. Zudem wirkt es antimikrobiell und konzentrationssteigernd[6].
Delta-3-CarenEin Monoterpen mit beruhigenden und entzündungshemmenden Eigenschaften, das in zahlreichen Kiefernarten vorkommt.
MyrcenEin Monoterpen, das für seine beruhigende und muskelentspannende Wirkung bekannt ist und die Aufnahme anderer Wirkstoffe über die Haut begünstigt.
LimonenEin Monoterpen mit stimmungsaufhellender und antioxidativer Wirkung, das auch in Zitrusölen vorkommt.

Darüber hinaus werden Zirbenöl in der Erfahrungsheilkunde weitere Eigenschaften zugeschrieben:

  • wirkt in einem Massageöl Muskelkater und Muskelverspannungen entgegen (durch die Steigerung der Durchblutung)
  • vertreibt Hausstaubmilben
  • vertieft die Atmung
  • kann die Blutreinigung unterstützen
  • schleimlösend bei Erkältungen
  • entzündungshemmend[7]
  • steigert die Konzentrationsfähigkeit
  • kann Neuralgien (Nervenschmerzen) lindern

Die positive Wirkung des reinen Zirbenöls macht sich bereits bei geringer Dosierung bemerkbar, daher kann das Öl sehr sparsam verwendet werden.

Anwendungsgebiete von Zirbenöl

Aromatherapie und Inhalation mit Zirbenöl

Das Öl der Zirbelkiefer reinigt und beduftet die Raumluft. Das Aroma beruhigt, weckt aber gleichzeitig neue Kräfte und Konzentration. Die Raumluft wird zusätzlich gereinigt und desinfiziert, was in den kühlen Wintermonaten besonders wichtig ist. Das Zirbenöl wird daher traditionell in der Duftlampe oder im Verdunster angewendet, pur oder in Kombination mit anderen ätherischen Ölen. Besonders aromatisch und aufmunternd ist der Duft von Zirbenöl, wenn er mit einem Zitrusduft, wie Zitrone, Orange oder Mandarine kombiniert wird. Diese Kombination verstärkt die positive Wirkung auf den Organismus und die Psyche, ohne die insektenvertreibenden Eigenschaften einzuschränken.

Eine direkte Inhalation mit Zirbenöl ist ebenfalls möglich, aber am angenehmsten in Verbindung mit einem entspannenden Bad. Mischen Sie 3 bis 5 Tropfen des aromatischen Öls mit ein wenig Sahne oder Honig und geben Sie die Mischung zusammen mit etwas Meersalz in Ihr Badewasser. Sie können dann gleichzeitig das Zirbenöl inhalieren (unterstützend bei Erkältung und Atembeschwerden), während Sie Muskelkater, Muskelschmerzen oder Neuralgien vorbeugen.

Sollten Sie keine Zeit zum Baden haben, mischen Sie einfach ein wenig Meersalz mit Zirbenöl und führen eine Inhalation über einer Küchenschüssel (bestenfalls mit einem Handtuch über dem Kopf) durch. Die Inhalation oder das Wannenbad können Ihnen nicht nur neue Kräfte verleihen, das Immunsystem unterstützen, die Atmung erleichtern und den Stress senken, sondern auch das Ein- und Durchschlafen erleichtern. Begleitend zu einem Husten wird durch die Inhalation das Abhusten erleichtert, weil sich der Schleim leichter löst.

Durch den Duft des Zirbenöls wird nach Erkenntnissen der Aromatherapie die Produktion von Glückshormonen angeregt. Daher kann der Duft des Zirbenöls in der Duftlampe, im Wannenbad oder bei einer Massage nicht nur das Wohlbefinden steigern, sondern auch Trägheit vertreiben und das seelische Gleichgewicht herstellen. Dieser Effekt ist nicht nur im Alltag nach einem anstrengenden Tag besonders aufbauend, sondern auch nach einer Krankheit oder in Zeiten schwerer seelischer Belastungen. Die psychischen Veränderungen, die sich durch das Aroma der Zirbe ergeben, sind deutlich spürbar. Das Selbstbewusstsein steigt und die persönliche Widerstandskraft ebenfalls. Falls es einmal unterwegs schnell gehen soll und keine Aromalampe zur Verfügung steht, kann alternativ 1 Tropfen des ätherischen Öls auf ein Taschentuch zur Sofortinhalation gegeben werden.

Die äußerliche Anwendung, Massagen und Kosmetik

Der Zirbenduft ist ein regelrechter Wellnessduft und ist in der Sauna sehr beliebt. Sie können das aromatische Öl auch als Zusatz von Massageölen, Badzusätzen, Lotionen und Cremes verwenden. Bei der Anmischung eines Öls oder einer Lotion zur Insektenvertreibung kann das Zirbenöl mit Teebaumöl, Lavendelöl, Eukalyptusöl und anderen insektenvertreibenden Ölen gemischt werden.

Bei Nervenschmerzen können Waschungen oder Umschläge aus abgekochtem Wasser mit 10 bis 20 Tropfen Zirbenöl unterstützend eingesetzt werden. Die durchblutungssteigernde und wohltuende Wirkung kann auch vorbeugend gegen Muskelkater oder Verspannungen genutzt werden.

Im Grunde können Sie das duftende Zirbenöl auch zur Beduftung selbst gemachter Seifen verwenden, wenn Ihnen der wertvolle Duft für diesen Zweck nicht zu schade ist.

Zirbenöl gegen Motten und Hausstaubmilben

Motten können nicht nur in der Küche und in Küchenschränken zur Qual werden, sondern auch im Kleiderschrank. Möbel, die aus Zirbenholz gefertigt werden, duften von Natur aus nach dem ätherischen Öl des Holzes und schützen den Schrankinhalt völlig ungiftig und effektiv vor Motten und anderem Ungeziefer. Eine Untersuchung des Joanneum Research Instituts konnte nachweisen, dass die Larvenentwicklung der Kleidermotte in Zirbenholzkisten innerhalb von 15 Wochen um 48 % vermindert wurde – deutlich mehr als bei Fichte, Birke oder Spanplatten[8]. Eine zusätzliche Behandlung mit Zirbenöl steigerte die Wirkung sogar auf eine Reduzierung um 65 %. Verantwortlich dafür ist vor allem das Monoterpen Alpha-Pinen, das in hoher Konzentration im Zirbenöl enthalten ist. Auch Lavendelöl wird häufig gegen Motten eingesetzt.

Zirbenöl vertreibt zudem Hausstaubmilben[8]. Damit in Ihrem Haushalt das verhasste Ungeziefer keine Chance mehr hat, können Sie auf Ihren Staubsaugerfilter 1 bis 2 Tropfen des ätherischen Öls geben oder zusätzlich ein Zirbenspray aus Zirbenöl, ein paar Tropfen Emulgator (z. B. LV 41) und Wasser mischen. Mit diesem Spray können Sie dann Ihre Matratzen und Schränke von innen regelmäßig einsprühen. Motten und Milben mögen diese duftende Behandlung gar nicht.

Alternativ können Sie regelmäßig Ihre Schränke auswaschen und kleine Duftsäckchen mit dem Duft der Zirbe zwischen Ihre Kleider und Lebensmittel legen. Damit das Aroma im Laufe der Zeit nicht verfliegt, können Sie die Duftsäckchen immer wieder mit ein paar Tropfen Zirbenöl auffrischen. Zirbenduftsäckchen lassen sich schnell selber basteln: Besorgen Sie sich Zirbenspäne, geben Sie diese in ein kleines Baumwollsäckchen und verschließen Sie es. Es reicht dann aus, wenn Sie alle zwei bis drei Wochen ein bis zwei Tropfen Zirbenöl auf das Säckchen tropfen und es wieder in Ihren Schrank legen. So vertreibt der Duft nicht nur Insekten und Mücken in der Natur, sondern auch in geschlossenen Räumen.

Die innerliche Anwendung mit Zirbenöl

Einige Hersteller von Zirbenöl raten von der innerlichen Anwendung ab, andere empfehlen zur Steigerung der körpereigenen Abwehrkräfte eine Art Kur mit dem reinen ätherischen Zirbenöl. Hierfür wird ein Tropfen Bio-Zirbenöl mit einem TL Honig verrührt, entweder pur eingenommen oder in lauwarmem Tee aufgelöst. Bevor Sie sich für die innerliche Anwendung entscheiden, sollten Sie sich nicht nur die Herstellerangaben genau anschauen, sondern im Zweifelsfall auch Ihren behandelnden Arzt oder Heilpraktiker befragen. Nicht jedes Zirbenöl ist für die innerliche Anwendung geeignet – achten Sie unbedingt auf eine entsprechende Lebensmittelzulassung.

Die Verwendung bei Schlafproblemen

Die schlaffördernde Wirkung von Zirbenholz und Zirbenöl ist die wohl bekannteste und am besten untersuchte Eigenschaft. In einer Blindstudie des Joanneum Research Instituts (Institut für Nichtinvasive Diagnostik) unter der Leitung von Prof. Dr. Maximilian Moser wurde nachgewiesen, dass Probanden, die in einem Zirbenholzbett schliefen, durchschnittlich 3.500 Herzschläge pro Tag weniger aufwiesen als in einem Vergleichsbett aus Holzdekor. Das entspricht etwa einer Stunde weniger Herzarbeit pro Tag. Gleichzeitig war der Vagustonus – ein Marker für Entspannung und Regeneration – im Zirbenholzbett signifikant höher, und der erste tiefe Erholungsschlafzyklus dauerte im Schnitt 20 Minuten länger[2].

Damit der Duft vom Zirbenöl für eine angenehme Nachtruhe sorgen kann, empfiehlt sich nicht nur eine Aromalampe im Schlafzimmer, die Sie vor dem Schlafengehen nutzen, sondern bestenfalls ein Bett aus Zirbenholz oder alternativ 1 bis 2 Tropfen Zirbenöl auf das Kopfkissen oder die Bettdecke zu geben. Alternativ können Sie auch ein Zirbenkissen verwenden, so besteht keine Gefahr, dass Ihre Haut in direkten Kontakt mit dem reinen Zirbenöl kommt.

Der Inhaltsstoff Alpha-Pinen, der im Zirbenöl in hoher Konzentration vorkommt, konnte in einer 2016 veröffentlichten Studie erstmals als Schlaf fördernder Wirkstoff identifiziert werden: Alpha-Pinen verlängert den Nicht-REM-Schlaf (Tiefschlaf) über GABAA-Benzodiazepin-Rezeptoren im Gehirn[5]. Ein weiterer Vorteil bei dieser Verwendung: Sie werden in der Nacht nicht von lästigen Mücken oder Insekten um den Schlaf gebracht, wenn der würzige Duft der Zirbe Sie umhüllt.

Dosierung und Einnahme von Zirbenöl

Das wertvolle Zirbenöl können und sollten Sie ganz sparsam verwenden. Für ein Vollbad benötigen Sie nicht mehr als 5 bis 10 Tropfen ätherisches Zirbenöl – vermischen Sie es immer mit Sahne oder einem anderen Emulgator, damit sich das ätherische Öl mit dem Badewasser verbinden kann. 2 bis 3 Tropfen des aromatischen Öls reichen für die Verwendung in der Duftlampe aus; wenn Sie ätherische Öle zu einer Duftmischung kombinieren, sogar noch weniger.

Bei der Anmischung von einem Massageöl sollten Sie das ätherische Öl ebenfalls sparsam dosieren. Bei einer Überdosierung kann es zu Hautreizungen oder spröder Haut kommen.

Wichtige Information: Nutzen Sie das reine Zirbenöl nie pur auf der Haut, sondern vermischen Sie es immer mit einem Trägeröl (z. B. Jojobaöl oder Mandelöl), wenn Sie es für eine Massage nutzen möchten. Als Faustregel gelten etwa 3 bis 5 Tropfen Zirbenöl auf 50 ml Trägeröl.

Bevor Sie das Zirbenöl äußerlich in Cremes, Lotionen oder in ein Massageöl gemischt verwenden, sollten Sie einen Verträglichkeitstest im unteren Bereich des Innenarmes durchführen. Zeigt sich auch innerhalb von 24 Stunden keine deutlich erkennbare Rötung, besteht keine Überempfindlichkeit oder Allergie gegen Zirbenöl. Es empfiehlt sich, ein Bio-Zirbenöl zu verwenden, da ätherisches Öl in Bio-Qualität frei von externen Verunreinigungen und Schadstoffen sein sollte.

Nebenwirkungen von Zirbenöl

Zirbenöl ist bei sachgemäßer Anwendung in der Regel gut verträglich. Dennoch können bei empfindlichen Personen vereinzelt Nebenwirkungen auftreten:

  • Hautreizungen: Bei unverdünnter Anwendung oder Überdosierung kann es zu Rötungen, Juckreiz oder Reizungen kommen. Verwenden Sie Zirbenöl daher immer verdünnt mit einem Trägeröl.
  • Allergische Reaktionen: Personen mit einer Allergie gegen Kieferngewächse (Pinaceae) oder Terpene sollten vor der Anwendung einen Verträglichkeitstest durchführen.
  • Atemwegsreizung: Bei empfindlichen Personen oder Asthmatikern kann der intensive Duft in hoher Konzentration die Atemwege reizen.
  • Nicht geeignet für: Babys, Kleinkinder, Schwangere und stillende Mütter sollten auf die Verwendung von Zirbenöl verzichten oder vorab ärztlichen Rat einholen.

Falls Sie unsicher sind, ob Zirbenöl für Sie eine gute Wahl ist, fragen Sie Ihren behandelnden Arzt oder Heilpraktiker um Rat. Bei Zirbenöl handelt es sich um ein reines Naturprodukt, da die jahrhundertealten Zirben in Höhen zwischen 1500 und 2500 Metern wachsen und natürlicherweise nicht gedüngt oder gespritzt werden. Wichtig ist nur, dass Sie die Kraft der Natur nicht unterschätzen und bei der Dosierung vorsichtig sind. Halten Sie sich an die Herstellerempfehlungen und dosieren Sie das Zirbenöl lieber etwas zu niedrig als zu hoch.

Zirbenöl herstellen

Echtes ätherisches Zirbenöl selbst herzustellen ist sehr aufwendig, da die Pflanzenteile mittels Wasserdampfdestillation verarbeitet werden müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass Zirbenbäume in vielen Regionen unter Naturschutz stehen und es schwierig sein kann, legal an die notwendigen Pflanzenteile zu kommen. Die meisten Zirbenabfälle, die für die professionelle Herstellung von Zirbenöl verwendet werden, stammen aus Schreinereien und Sägewerken, in denen Zirbenholz verarbeitet wird.

Falls Sie Zirbenöl zu Hause nutzen möchten, können Sie sich alternativ ein Zirbenölmazerat ansetzen. Wenden Sie sich dafür an einen holzverarbeitenden Betrieb, in dem Zirbenholz verarbeitet wird, und bitten Sie um Zirbennadeln oder Zirbenspäne.

So stellen Sie ein Zirbenmazerat her:

  • Füllen Sie die Zirbennadeln oder Späne in ein gut verschließbares Glas.
  • Gießen Sie so viel Mandelöl über die Zirbennadeln, bis diese vollständig bedeckt sind.
  • Verschließen Sie das Schraubglas gut und schütteln Sie es täglich einmal durch.
  • Nach etwa 4 bis 6 Wochen ist Ihr Zirbenmazerat fertig.
  • Filtrieren Sie es ab und füllen Sie das Mazerat in eine dunkle Glasflasche.
  • Bewahren Sie es kühl und lichtgeschützt auf und verwenden Sie das Öl für Massagen.

Beachten Sie, dass ein Mazerat kein reines ätherisches Öl ist, sondern ein mit Zirbenduftstoffen angereichertes Pflanzenöl. Es eignet sich hervorragend als Körper- und Massageöl, hat aber eine geringere Wirkstoffkonzentration als destilliertes Zirbenöl.

Zirbenöl kaufen – Worauf sollte geachtet werden?

Beim Erwerb von Zirbenöl sollten Sie genau auf die Deklaration des ätherischen Öls achten. Die Zirbe ist selten und steht unter Naturschutz – Zirben dürfen für die Weiterverarbeitung nicht gefällt werden. Lediglich Bäume, die aus natürlichen Gründen fallen, sowie Restholz aus der Möbelproduktion dürfen weiterverarbeitet werden. Aus diesem Grund ist reines Zirbenöl rar und wertvoll. Günstige Lockangebote sollten Sie daher skeptisch betrachten: Es handelt sich häufig um Mischungen, denen günstigere Kiefernöle anderer Pinus-Arten untergemischt wurden.

Achten Sie beim Kauf auf folgende Qualitätsmerkmale:

  • Botanische Bezeichnung: Der lateinische Pflanzenname „Pinus cembra" sollte ausdrücklich auf dem Etikett verzeichnet sein.
  • Gewinnungsart: Achten Sie darauf, dass das Öl durch Wasserdampfdestillation gewonnen wurde.
  • Reinheit: Kaufen Sie nur „100 % reines ätherisches Öl" – kein „Duftöl", „Parfümöl" oder „naturidentisches Zirbenöl".
  • Bio-Qualität: Achten Sie auf ein gültiges Bio-Siegel (z. B. EU-Bio-Logo). Im Internet werben viele Hersteller mit Bio-Zirbenöl, ohne ein anerkanntes Siegel nachweisen zu können.
  • Herkunft: Hochwertiges Zirbenöl stammt typischerweise aus den österreichischen oder Schweizer Alpen, wo die Zirbe natürlich wächst.

Achten Sie zudem darauf, ob das Öl für die innerliche Anwendung zugelassen ist, falls Sie dies planen. Ein dunkles Glasfläschchen schützt die empfindlichen Inhaltsstoffe vor Lichteinwirkung und verlängert die Haltbarkeit des Zirbenöls.

Quellen

  1. Singer, S.; Novak, J. (2021). Diversity of Essential Oils and the Respective Hydrolates Obtained from Three Pinus cembra Populations in the Austrian Alps. Applied Sciences, 11(12), 5686. doi:10.3390/app11125686
  2. Grote, V.; Lackner, H.; Muhry, F.; Trapp, M.; Moser, M. (2003). Evaluation der Auswirkungen eines Zirbenholzumfeldes auf Kreislauf, Schlaf, Befinden und vegetative Regulation. JOANNEUM RESEARCH, Institut für Nichtinvasive Diagnostik, Weiz.
  3. Chizzola, R.; Müllner, K. (2021). Variability of volatiles in Pinus cembra L. within and between trees from a stand in the Salzburg Alps (Austria) as assessed by essential oil and SPME analysis. Genetic Resources and Crop Evolution, 68, 567–579. doi:10.1007/s10722-020-01006-2
  4. Lis, A.; Kalinowska, A.; Krajewska, A.; Mellor, K. (2017). Chemical Composition of the Essential Oils from Different Morphological Parts of Pinus cembra L. Chemistry & Biodiversity, 14(4), e1600345. doi:10.1002/cbdv.201600345
  5. Yang, H.; Woo, J.; Pae, A. N.; Um, M. Y.; Cho, N. C.; Park, K. D.; Yoon, M.; Kim, J.; Lee, C. J.; Cho, S. (2016). α-Pinene, a Major Constituent of Pine Tree Oils, Enhances Non-Rapid Eye Movement Sleep in Mice through GABAA-benzodiazepine Receptors. Molecular Pharmacology, 90(3), 530–539. doi:10.1124/mol.116.105080
  6. Salehi, B.; Upadhyay, S.; Erdogan Orhan, I. et al. (2019). Therapeutic Potential of α- and β-Pinene: A Miracle Gift of Nature. Biomolecules, 9(11), 738. doi:10.3390/biom9110738
  7. Kim, D. S.; Lee, H. J.; Jeon, Y. D. et al. (2015). Alpha-Pinene Exhibits Anti-Inflammatory Activity Through the Suppression of MAPKs and the NF-κB Pathway in Mouse Peritoneal Macrophages. The American Journal of Chinese Medicine, 43(4), 731–742. doi:10.1142/S0192415X15500457
  8. Große, V.; Lackner, H.; Muhry, F.; Trapp, M.; Moser, M. (2003). Wissenschaftliche Untersuchung zur Beurteilung der bioinhibitorischen Wirkung von Zirbenholz auf die Entwicklung der Kleidermotte. JOANNEUM RESEARCH, Institut für Nichtinvasive Diagnostik, Weiz.