Kamelienöl

In den letzten Jahren tendierten immer mehr Trends in Richtung verschiedener Öle. Diese werden nicht nur bei der Zubereitung von Speisen gebraucht, wie es bei Olivenöl und Co bekannt ist. Im Kosmetikbereich, als Hausmittel gegen diverse Beschwerden, im Handwerksbereich- verschiedene Pflanzenöle können unterschiedlich eingesetzt werden. Ein besonders beliebtes ist das seit jeher im fernasiatischen Raum verwendete Kamelienöl, auch Teesamenöl genannt. Kamelienöl

Während man vor allem in Japan, China und Vietnam schon seit Jahrhunderten auf seine Wirkungskräfte zählt, findet man es hierzulande nur in Reformhäusern oder in diversen Onlineshops. Dabei bietet das Kamelienöl die Möglichkeit auf Anwendungen im Kosmetikbereich und als Korrosionsschutzmittel. Es kann ebenso für die Zubereitung von Speisen verwendet werden, jedoch wird dies nur in vereinzelten Regionen Chinas getan. Grundsätzlich hängen die Anwendungsgebiete des Öls auch von der Kamelienart ab, welche für die Gewinnung verwendet wurde.

Unterschiede zwischen den verschiedenen Kamelienarten

Innerhalb der Gattung der Kamelien, finden sich drei Arten wieder, die allesamt für die Gewinnung von Kamelienöl verwendet werden können. Diese sind die Camellia oleifera, Camellia sasanqua und Camellia sinensis. Das am häufigsten vorkommende Kamelienöl wird jedoch aus der Camellia oleifera gewonnen, die vorwiegend in China wächst. Dort wird sie ausschließlich für die Herstellung des Öles angebaut und deckt 80% des Ertrags an Teesamenöl. Ihre Samen sind die ölreichsten der drei Arten und werden somit auch am häufigsten für die Herstellung des Öls verwendet. Bei der Camila sinensis handelt es sich um den klassischen Teestrauch, also Schwarz- und Grüntee. Dieser wird in weiten Teilen der Welt angebaut und ist immergrün. Die unterschiedlichen Kamelienarten weisen zwar grundsätzlich dieselben Inhaltsstoffe auf, sind aber durch einige Feinheiten verschieden. Dementsprechend finden die diversen Öle auch in unterschiedlichen Bereichen Anwendung. Die hierzulande als Zierpflanze bekannte Kamelie wird für die Gewinnung des Kamelienöls nicht verwendet.

Gewinnung von Kamelienöl

Für die Herstellung des Kamelienöls werden weder Blätter noch Früchte der Pflanze genutzt, und Gewinnung erfolgt alleine über die Samen. Aufgrund dessen nennt man das Endprodukt auch "Teesamenöl". Während der Wintermonate trägt die Kamelie weiße Blüten, in denen Teesamen reifen. Diese werden entnommen, geschält, getrocknet und zerkleinert. Daraufhin erfolgt die Kaltpressung, bei der die Samen weder raffiniert noch erhitzt werden. Durch diesen Prozess bleiben die wichtigsten Vitamine und Mineralstoffe erhalten.

Kamelienöl Inhaltsstoffe

Kamelienöl weist einen hohen Anteil an Ölsäure auf. Diese gehört zu den ungesättigten Fettsäuren und begünstigt z.B. bei der Herstellung von Cremes das schnelle Einziehen in die Haut. Weitere Hauptbestandteile sind Palmitin- und Linolsäure. Die Palmitinsäure erhöht die Haltbarkeit des Kamelienöls maßgeblich. Anders als andere Pflanzenöle, kann dieses nämlich nicht ranzig werden und soll zudem über eine antioxidative Wirkung verfügen. Grundsätzlich ist das Kamelienöl geruchsneutral, farblos und weist eine hohe Viskosität auf. Dies bedeutet, dass es eher zäh ist und in seiner Konsistenz dicker als andere Öle.

Wirkung von Kamelienöl

Beim Einsatz von Kamelienöl sorgen Öl-, Palmitin- und Linolsäure primär für die Wirkungskraft. So entfaltet die Palmitinsäure ihre Wirkung bei der Anwendung von Cremes und anderen Hautprodukten. Dank ihr können diese besonders schnell einziehen. Anders als andere Öle, legt sich das Kamelienöl nämlich nicht als schützende Barriere um die Haut, sondern zieht bis in die tiefsten Hautschichten ein. Somit kann die Wirkung unterschiedlichster Vitamine und Fettsäuren angeregt werden und sich innerhalb der Haut entfalten.

Die im Kamelienöl enthaltene Linolsäure ist unter anderem auch für den Aufbau der obersten Hautschicht zuständig, weil es sich dabei um eine ungesättigte Omega-6-Fettsäure handelt, die wiederum ein Bestandteil von Ceramiden ist. Was sind nun Ceramiden? Ceramide sind Fette, die die Hautbarriere aufrechterhalten und beim Aufbau der obersten Hautschicht einen erheblichen Beitrag leisten. Durch Linolsäure kann also die natürliche Hautstruktur fortwährend bestehen die Haut wird mit Feuchtigkeit versorgt. Da das Kamelienöl über entzündungshemmende Tribute verfügt, ist es auch bei trockener, empfindlicher und unreiner Haut ein natürliches Heilmittel.

Eine besondere Eigenschaft des Kamelienöls ist der sehr hohe pH-Wert bei gleichzeitig niedrigem Säuregehalt. Weil es nicht verharzt, eignet es sich als Schutz vor Rost und Korrosion.

Anwendungsgebiete von Kamelienöl

Kamelienöl findet in seiner Reinform Anwendung für Haare und Haut. Vor allem in Japan wird es für kosmetische Zwecke herangezogen und man sagt ihm eine wohltuende Wirkung nach. Somit kann es als Hausmittel gegen verschiedene Beschwerden verwendet werden. Pur wird das Kamelienöl als Korrosionsschutzmittel für Messer oder zum Schutz von Holz verwendet. Es wird in verschiedenen Cremes verwendet, da es schnell einzieht und die Wirkung anderer Wirkstoffe erhöht.

Kamelienöl für die Haare

Seit Jahrhunderten wird das Kamelienöl in Japan wegen seiner feuchtigkeitsspendenden Wirkung für Haare und Kopfhaut verwendet. Ganz traditionell nutzen es Geishas für die Erhaltung gesunder Haare. Kamelienöl zieht nicht nur in die Haut, sondern auch in die einzelne Struktur des Haares tief ein. Hier schützt es vor Austrocknung und versorgt mit Feuchtigkeit. Infolgedessen können Sie mit vollen, gesunden und glänzenden Haaren rechnen. Auch wenn es verarbeitete Haaröle und -produkte gibt, deren Bestandteil das Kamelienöl ist, so kann man dieses auch in seiner Reinform verwenden. Hierfür müssen wenige Tropfen in die Längen und Spitzen eingearbeitet werden,15 bis 20 Minuten einwirken lassen und gründlich auswaschen. Selbstverständlich können handelsübliche Haarkuren, -shampoos und -masken mit wenigen Tropfen Kamelienöl angereichert oder auch eigene Rezepte kreiert werden.

Kamelienöl für die Haut

Der beliebteste Anwendungsbereich von Kamelienöl ist wohl die Haut. Dem Teesamenöl wird eine feuchtigkeitsspendende, antioxidative und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. Dementsprechend wird es für die Behandlung von trockener und empfindlicher Haut angewendet. Kamelienöl kann in seiner Reinform auf die Haut aufgetragen werden und zieht durch seinen hohen Anteil an Ölsäure schnell in ein. Innerhalb der tiefsten Hautschichten wird nun seine Wirkung freigesetzt, wodurch es sich auf die natürliche Erhaltung der Epidermis positiv auswirkt. Das Öl wirkt dabei regelrecht einhüllend und schützt nach seiner Anwendung nachhaltig vor Außeneinflüssen und verleiht zudem Feuchtigkeit. Es gibt wissenschaftliche Ansätze, dass auch UV-Strahlung zu den Außeneinflüssen gezählt und das Öl der Kamelie somit als Sonnenschutz verwendet werden kann. Diese Thesen sind jedoch noch nicht weiter erforscht, weswegen Sie nicht auf das Kamelienöl als alleiniges Sonnenschutzmittel vertrauen sollten.

Wenn Sie regelmäßig einige Tropfen Kamelienöl auf die Haut auftragen, können Sie mit einem glatteren Hautbild und einer elastischeren Epidermis rechnen. Das Teesamenöl regt die Funktion der Hautzellen an und sorgt für eine gesunderhaltene Hautstruktur. Möglich wird dies vor allem durch die Omega-6-Fettsäure "Linolinsäure", die eine erhebliche Rolle bei der natürlichen Erhaltung der obersten Hautschicht spielt. Die Linolinsäure findet sich hauptsächlich in den Samen der Kamelie.

Besonders beliebt ist das Kamelienöl auch bei der Behandlung von Akne und anderen Hautirritationen. Es wirkt nicht nur entzündungshemmend, sondern beruhigt und lindert ebenso. Es ist ein natürliches Kosmetikprodukt, das im Hausschrank nicht fehlen sollte.

Kamelienöl in Kosmetikprodukten

Neben seiner Verwendung im puren Zustand, ist das Teesamenöl auch Bestandteil vieler Kosmetikprodukte. So greifen verschiedene Haarkuren, -masken und -shampoos auf die besondere Wirkungskraft der Kamelie zurück und versprechen somit robustes, gesundes Haar und eine feuchtigkeitsspendende Formel. Hauptsächlich wird das Öl aber zur Herstellung diverser Cremes und Salben als Penetrationsverstärker verwendet, doch was heißt das? Wenn Sie eine Creme auftragen, möchten Sie keinen fettigen Film auf Ihrer Haut, der nicht einzieht. Die Wirkstoffe des Kamelienöls verhindern das, indem der stark ölsäurehaltige Stoff tief in die Haut einzieht. Aufgrund seiner wohltuenden Wirkung auf die Epidermis ist es Ingredienz verschiedener Kosmetikprodukte. Der Effekt des schnellen Einziehens spielt eine maßgebliche Rolle bei der Verwendung von Kamelienöl in Kosmetika. So wie andere Öle kann natürlich auch dieses als Make-up Entferner eingesetzt werden und versorgt dabei die Haut mit reichhaltiger Pflege.

als Korrosionsschutzmittel

Während das Kamelienöl meist im Bereich der Kosmetik angewendet wird, dient es traditionell als Korrosionsschutz. Sowohl Kochmesser als auch Klingenwaffen können durch das Öl mit dem niedrigen Säuregehalt vor Rost und Abnutzung geschützt werden. Stoffe mit einem hohen Anteil an Säure können dem Stahl in den Messern langfristig schaden und sollten daher nicht verwendet werden. Da es sowohl geruchs- als auch geschmacksneutral ist, hat die Verwendung des Teesamenöls keine Auswirkung auf den Geschmack der Speisen. Für den richtigen Korrosionsschutz werden einige Tropfen auf ein Mikrofasertuch aufgetragen, mit dem das Messer eingerieben wird. Wird das Kamelienöl auf Holz appliziert, sorgt es für eine vertiefte Struktur, Farbe und Maserung. Auch hier muss das Material mit einem beträufelten Tuch eingerieben und erst nach dem vollständigen Einziehen des Öls wieder benutzt werden.

Kamelienöl kaufen - Worauf sollte geachtet werden?

Beim Kauf von Kamelienöl sollte unbedingt auf die Qualität geachtet werden. In diesem Fall sollten Sie sich nicht von einem niedrigen Preis hinreißen lassen. Bei günstigen Produkten werden oft Zusatzstoffe zur Konservierung beigefügt, welche sich vor allem auf seine Anwendung als Korrosionsschutz negativ auswirken können. Wird der Säuregehalt höher, können die eingeriebenen Klingen und Hölzer dauerhaft geschädigt werden. Doch auch bei der Verwendung für das Gesicht wollen Sie selbstverständlich auf das reine Öl vertrauen können. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, sollten Inhaltsstoffe genau gelesen und das Teesamenöl nur von hochwertigen Quellen bezogen werden.