Geranienöl

Zuletzt aktualisiert: 12.02.26

Geranien gehören zur Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae). Die Duftgeranie, botanisch als Pelargonium graveolens bezeichnet, ist mit der gewöhnlichen Geranie eng verwandt und wird seit Jahrhunderten gezielt für die Gewinnung von ätherischem Öl angebaut. Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem südlichen Afrika und wurde im 17. Jahrhundert durch den Gewürzhandel nach Europa eingeführt.[1] Schon die alten Ägypter schätzten Geranienöl zur Verschönerung ihrer Haut. Heute ist ätherisches Geranienöl eines der vielseitigsten Öle in der Aromatherapie und Naturkosmetik: Es wird zur Hautpflege, als natürliches Insektenschutzmittel, bei Stimmungstiefs und in vielen weiteren Bereichen eingesetzt. Wie Geranienöl gewonnen wird, welche Wirkung es entfaltet, wofür es verwendet werden kann und was beim Kauf zu beachten ist, erfahren Sie in diesem umfassenden Ratgeber.
Geranienöl – ätherisches Öl der Rosengeranie (Pelargonium graveolens) in einer Flasche neben frischen Geranienblüten

Gewinnung von Geranienöl

Geranienöl – häufig auch als Rosengeranienöl oder Geranienöl Bourbon bezeichnet – wird mittels Wasserdampfdestillation aus den Blättern und Blüten der Duftgeranie gewonnen. Bei diesem schonenden Verfahren werden die zerkleinerten Pflanzenteile in ein geschlossenes Gefäß gefüllt, durch das heißer Wasserdampf strömt. Der Dampf löst die flüchtigen ätherischen Öle aus dem Pflanzenmaterial und reißt sie mit. Beim anschließenden Abkühlen des Dampf-Öl-Gemisches findet eine spontane Phasentrennung statt: Da das ätherische Öl leichter als Wasser ist, setzt es sich an der Oberfläche ab und kann über separate Abflussöffnungen aufgefangen werden.[2]

Die Ölausbeute liegt je nach Sorte und Erntezeitpunkt zwischen 0,1 % und 0,9 % des Pflanzengewichts.[3] Besonders geschätzt wird das Geranienöl aus La Réunion, das als Geranienöl Bourbon bekannt ist und durch seinen besonders feinen, rosenähnlichen Duft besticht. Weitere bedeutende Anbaugebiete befinden sich in Ägypten, Marokko, China und Indien. Die chemische Zusammensetzung des Öls kann je nach Herkunft, Klima, Erntezeitpunkt und Pflanzensorte variieren.[3]

Geranienöl Inhaltsstoffe

Die Zusammensetzung von Geranienöl wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Studien mittels Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS) analysiert. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen gehören:[2][3]

β-Citronellol (20–30 %) – Der mengenmäßig dominante Bestandteil. Citronellol verleiht dem Öl seinen charakteristischen Rosenduft und besitzt nachgewiesene entzündungshemmende sowie insektenabwehrende Eigenschaften.[4]

Geraniol (15–25 %) – Ein Monoterpenalkohol mit starkem Rosenduft, der für die antibakterielle, antioxidative und neuroprotektive Wirkung mitverantwortlich ist.[5]

Linalool (3–10 %) – Bekannt für seine beruhigenden und angstlösenden Eigenschaften. Linalool ist auch in Lavendelöl ein zentraler Wirkstoff.

Citronellylformiat (7–9 %) – Ein Monoterpenester, der zum fruchtigen Duftprofil beiträgt und krampflösende Eigenschaften besitzt.

Isomenthon und Nerol – Weitere Bestandteile, die das Wirkspektrum des Öls ergänzen.

Citronellol und Geraniol sind gemeinsam für den rosenähnlichen Duftcharakter des Geranienöls verantwortlich und machen es zu einem geschätzten Rohstoff in der Parfüm- und Kosmetikindustrie.

Wirkung von Geranienöl

Die Wirkung von Geranienöl ist wissenschaftlich gut dokumentiert. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 bestätigt, dass ätherisches Geranienöl nachweisbare Effekte bei Angststörungen, Schmerzen und dermatologischen Beschwerden zeigt und als sichere, kostengünstige komplementäre Therapie eingesetzt werden kann.[5] Die Wirkung entfaltet sich sowohl auf körperlicher als auch auf seelischer Ebene.

Körperliche Wirkung von Geranienöl

Entzündungshemmend: In einer vielzitierten Studie von Boukhatem et al. (2013) konnte Geranienöl Schwellungen im Tiermodell um bis zu 88 % reduzieren – vergleichbar mit dem Wirkstoff Diclofenac.[4] Verantwortlich dafür sind vor allem die Monoterpenalkohole Citronellol und Geraniol.

Antibakteriell und antimykotisch: Geranienöl zeigt eine nachgewiesene Wirksamkeit gegen verschiedene Bakterienstämme, darunter Staphylococcus aureus und Escherichia coli, sowie gegen hautpathogene Pilze wie Malassezia und Candida albicans.[3][6]

Antioxidativ: Die im Öl enthaltenen Terpene – insbesondere β-Citronellol und Geraniol – wirken als natürliche Radikalfänger und können oxidativem Stress entgegenwirken.[2]

Hautregenerierend und durchblutungsfördernd: Geranienöl fördert die Mikrozirkulation in der Haut und kann so die Zellregeneration unterstützen. Studien deuten zudem auf Anti-Aging- und photoprotektive Effekte hin.[7]

Insektizid und repellent: Die Pflanze produziert ihre ätherischen Öle unter anderem als natürlichen Schutz gegen Fraßfeinde. Diese insektenabwehrende Wirkung überträgt sich auf das gewonnene Öl.[3]

Geranienöl Wirkung auf die Psyche

Ätherisches Geranienöl entfaltet auch auf seelischer Ebene eine bemerkenswerte Wirkung. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die im Öl enthaltenen Wirkstoffe – insbesondere Geraniol – mit dem GABAergen Neurotransmittersystem interagieren können, was die entspannende und stimmungsaufhellende Wirkung erklären könnte.[5]

Geranienöl wirkt positiv auf die Endorphinproduktion, die maßgeblich an unserer Stimmungsregulation beteiligt ist. Bei einem Stimmungstief oder Phasen der Niedergeschlagenheit kann das Öl ausgleichend wirken und zu mehr emotionalem Wohlbefinden beitragen. Klinische Studien belegen zudem positive Effekte bei prämenstruellem Syndrom (PMS), Erschöpfung und Schlafstörungen.[5]

Um von der stimmungsaufhellenden Wirkung zu profitieren, können Sie einige Tropfen Geranienöl in eine Duftlampe oder einen Diffuser geben. Der rosenähnliche Duft erfrischt den Raum und kann gleichzeitig helfen, nervöse Anspannungen, Stressgefühle oder Ängste zu lösen.

Anwendungsgebiete von Geranienöl

Die Anwendungsgebiete von Geranienöl sind außerordentlich vielseitig. Es wird in der Aromatherapie, in der Naturkosmetik und in der traditionellen Pflanzenheilkunde eingesetzt – sowohl äußerlich als auch in der Raumbeduftung.

Geranienöl für die Haut

Geranienöl gehört zu den wertvollsten ätherischen Ölen für die Hautpflege. Eine seiner bemerkenswertesten Eigenschaften ist die Fähigkeit, die Talgproduktion der Haut zu regulieren: Bei fettiger Haut wird die übermäßige Talgproduktion vermindert, bei trockener Haut hingegen angeregt.[7] Diese ausgleichende Wirkungsweise ist bei kaum einem anderen ätherischen Öl zu beobachten. Rosengeranienöl ist daher in vielen hochwertigen Pflegeprodukten enthalten.

Zur Anwendung auf der Haut wird das Geranienöl stets mit einem Trägeröl verdünnt – beispielsweise mit Mandelöl, Jojobaöl oder Kokosöl. Geben Sie 3–4 Tropfen Geranienöl auf einen Esslöffel Trägeröl und tragen Sie die Mischung auf die betroffenen Stellen auf.

Gegen Akne und Pickel: Die antibakteriellen Inhaltsstoffe können die Besiedlung mit Bakterien hemmen, während die entzündungshemmende Wirkung Rötungen und Schwellungen lindern kann.[4]

Bei Cellulite: Die zusammenziehende (adstringierende) Wirkung des Öls kann Wassereinlagerungen unter der Haut reduzieren und so das Hautbild verfeinern.

Zur Hautverjüngung: Durch die durchblutungsfördernden Wirkstoffe werden die Hautzellen besser versorgt, was die Zellregeneration unterstützt und dem Erscheinungsbild vorzeitiger Hautalterung entgegenwirken kann.[7]

Bei Ekzemen und Hautausschlägen: Geranienöl kann bei diversen Hauterkrankungen unterstützend eingesetzt werden und eine beruhigende Wirkung auf gereizte Haut erzielen.

Wichtiger Hinweis: Geranienöl sollte nie unverdünnt oder auf offene Wunden aufgetragen werden. Die Anwendung ersetzt keine ärztliche Behandlung, sondern sollte stets ergänzend erfolgen. Klären Sie die Anwendung bei bestehenden Hauterkrankungen vorab mit Ihrem Arzt ab.

Geranienöl gegen Flöhe und Zecken

Die insektenabwehrende Wirkung von Geranienöl ist wissenschaftlich besonders gut belegt. In einer Studie des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) konnten alle zehn untersuchten Geranienöle Zecken der Art Amblyomma americanum abwehren – eines der Öle vertrieb über 90 % der Zecken. Der identifizierte Wirkstoff (-)-10-epi-γ-Eudesmol zeigte dabei eine mit dem synthetischen Repellent DEET vergleichbare Wirksamkeit.[8]

Auch gegen den Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus), die in Europa am weitesten verbreitete Zeckenart, wurde eine Schutzwirkung nachgewiesen: In einer Konzentration von 30 % erzielte Geranienöl eine vollständige Abwehrrate von 100 %.[9] Bei Hunden zeigte eine Formulierung mit Geranienöl ebenfalls eine effektive Zeckenkontrolle im Feld.[10]

Zeckenspray selbst herstellen: Geben Sie etwa 25 Tropfen Rosengeranienöl zu 250 ml Wasser in eine Sprayflasche. Vor jeder Anwendung kräftig schütteln, da sich das Öl nur schwer mit Wasser verbindet. Das Spray kann auf Haut, Kleidung und Möbel aufgetragen werden. Alternativ lässt sich das Öl auch in Kokosöl gegen Zecken einarbeiten und als Balsam auftragen.

Geranienöl gegen Mücken

Geranienöl wird traditionell als natürlicher Mückenschutz geschätzt – und die Wissenschaft bestätigt diese Anwendung. In Laborversuchen zeigte das Öl eine hohe Larvensterblichkeit bei verschiedenen Stechmückenarten, darunter Culex quinquefasciatus und Anopheles stephensi.[11] Als Nanogel formuliert, war Geranienöl mit einer Schutzzeit von 140 Minuten ebenso wirksam wie DEET.[12]

Geben Sie einige Tropfen in eine Duftlampe oder einen Diffuser, um im Sommer Mücken und andere Insekten mit ätherischen Ölen fernzuhalten. Für den Körper können Sie 5–10 Tropfen Geranienöl mit einem Esslöffel Trägeröl mischen und auf unbedeckte Hautstellen auftragen.

Geranienöl gegen Schuppenflechte

Schuppenflechte (Psoriasis) gilt als chronische Autoimmunerkrankung, für die es bislang keine Heilung gibt. Geranienöl kann jedoch unterstützend zur Verbesserung des Hautbildes beitragen. Seine entzündungshemmenden, antiseptischen und durchblutungsfördernden Eigenschaften machen es zu einer sinnvollen Ergänzung der konventionellen Therapie.[7]

Dermatologische Übersichtsarbeiten nennen Geranienöl als Öl mit dosisabhängigen entzündungshemmenden Eigenschaften, das zur Reduktion von Ödemen und zur Hautberuhigung beitragen kann.[13] Zudem kann die regulierende Wirkung auf die Talgproduktion trockene, schuppige Haut versorgen und den Juckreiz lindern.

Zur Anwendung mischen Sie 3–4 Tropfen Geranienöl mit einem Esslöffel Mandelöl oder Jojobaöl und massieren Sie die Mischung sanft in die betroffenen Hautstellen ein. Besprechen Sie die ergänzende Behandlung vorab mit Ihrem Dermatologen.

Geranienöl für die Haare

Die talgregulierenden Eigenschaften von Geranienöl machen es auch für die Haarpflege interessant. Produziert die Kopfhaut zu wenig Talg, werden die Haare trocken und brüchig. Produziert sie zu viel, fetten die Haare schneller nach. Geranienöl kann helfen, die Talgproduktion ins Gleichgewicht zu bringen, was sich positiv auf die gesamte Haargesundheit auswirken kann.

Geben Sie 2–3 Tropfen Geranienöl in Ihre gewohnte Shampoo-Portion oder mischen Sie es mit einem Trägeröl als Haarmaske. Lassen Sie die Mischung 15–20 Minuten einwirken und spülen Sie sie anschließend gründlich aus.

Geranienöl in der Aromatherapie

In der Aromatherapie zählt Geranienöl zu den Basisölen für emotionale Ausgeglichenheit. Der warme, rosige Duft wirkt harmonisierend auf Körper und Geist. Sie können das Öl in einem Diffuser oder einer Duftlampe verwenden – 3–5 Tropfen genügen, um einen mittelgroßen Raum zu beduften.

Ein Bad mit Geranienöl kann ebenfalls stresslindernd wirken. Da sich ätherische Öle nicht direkt mit Wasser verbinden, geben Sie einige Tropfen in einen Emulgator wie Milch, Sahne oder Mandelöl und fügen Sie diese Mischung dem Badewasser hinzu.

Geranienöl harmoniert besonders gut mit Lavendelöl, Rosenöl, Bergamotteöl und Ylang-Ylang-Öl.

Geranienöl für Hunde

Geranienöl kann als natürliches Zecken- und Flohmittel bei Hunden eingesetzt werden. Studien bestätigen die akarizide Wirksamkeit von Geranienöl-Formulierungen gegen Hundezecken (Rhipicephalus sanguineus), wobei regelmäßige Anwendung eine effektive Kontrolle ermöglicht.[10]

Mischen Sie 1–2 Tropfen Geranienöl mit einem Esslöffel Kokosöl für Hunde und tragen Sie die Mischung auf das Fell auf – besonders an Nacken, Ohren und Brust, wo sich Zecken bevorzugt festsetzen. Wichtig: Verwenden Sie stets nur stark verdünntes Öl und beobachten Sie Ihr Tier auf mögliche Unverträglichkeitsreaktionen. Konsultieren Sie im Zweifelsfall Ihren Tierarzt.

Geranienöl und Katzen – Vorsicht!

Anders als bei Hunden ist bei Katzen besondere Vorsicht geboten. Katzen fehlt ein bestimmtes Leberenzym (Glucuronyltransferase), das für den Abbau vieler ätherischer Ölbestandteile notwendig ist. Geranienöl enthält mit Geraniol und Linalool Substanzen, die für Katzen potenziell toxisch sein können. Verwenden Sie Geranienöl daher nicht am oder in der Nähe von Katzen. Wenn Sie Geranienöl in einem Raum verdampfen, stellen Sie sicher, dass Ihre Katze den Raum jederzeit verlassen kann.

Geranienöl zur Mundpflege

Durch seine antiseptischen und antibakteriellen Eigenschaften kann Geranienöl unterstützend im Bereich der Mundpflege eingesetzt werden. Ein Tropfen in einem Glas warmem Wasser eignet sich als natürliche Mundspülung. Das Öl kann dazu beitragen, geruchsbildende Bakterien in der Mundhöhle zu reduzieren. Informationen zu einer weiteren bewährten Methode der Mundpflege finden Sie in unserem Ratgeber zum Ölziehen.

Geranienöl selber machen

Ein echtes ätherisches Geranienöl durch Dampfdestillation herzustellen, erfordert professionelle Ausrüstung und eine große Menge an Pflanzenmaterial – für einen Liter Öl werden etwa 300–500 kg frische Blätter benötigt.[2] Für den Hausgebrauch können Sie jedoch ein Geranien-Ölauszug (Mazerat) selbst herstellen:

Rezept für Geranienöl-Mazerat: Füllen Sie ein sauberes Schraubglas zu etwa zwei Dritteln mit frischen, leicht angewelkten Geranienblättern (vorzugsweise Duftgeranien / Pelargonium graveolens). Übergießen Sie die Blätter vollständig mit einem hochwertigen Trägeröl wie Jojobaöl oder Mandelöl. Verschließen Sie das Glas und stellen Sie es für 2–4 Wochen an einen warmen, sonnigen Ort. Schütteln Sie das Glas alle paar Tage sanft. Anschließend das Öl durch ein feines Sieb oder Mulltuch abseihen und in eine dunkle Glasflasche umfüllen.

Beachten Sie, dass ein solches Mazerat deutlich weniger konzentriert ist als ein destilliertes ätherisches Öl. Es eignet sich dennoch hervorragend als Massage- oder Körperöl.

Dosierung und Anwendung von Geranienöl

Da ätherische Öle hochkonzentrierte Pflanzenwirkstoffe enthalten, ist die richtige Dosierung entscheidend:

In der Duftlampe / im Diffuser: 3–5 Tropfen für einen mittelgroßen Raum.

Als Massageöl: 3–5 Tropfen Geranienöl auf einen Esslöffel (ca. 10 ml) Trägeröl wie Mandelöl, Jojobaöl oder Kokosöl.

Als Badezusatz: 5–8 Tropfen, vermischt mit einem Emulgator (Milch, Sahne oder Trägeröl), ins Badewasser geben.

Für Hautpflege: 2–3 Tropfen auf einen Teelöffel (ca. 5 ml) Trägeröl. Bei ätherischen Ölen in der Schwangerschaft ist besondere Vorsicht geboten – stimmen Sie die Anwendung mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt ab.

Verträglichkeitstest: Bevor Sie Geranienöl zum ersten Mal auf der Haut anwenden, sollten Sie die Verträglichkeit prüfen. Tragen Sie einen Tropfen des verdünnten Öls auf der Innenseite der Armbeuge auf. Treten innerhalb von 24 Stunden keine Hautreizungen auf, ist das Öl für Sie verträglich.

Geranienöl Nebenwirkungen

Geranienöl gilt bei sachgemäßer Anwendung als gut verträglich.[14] Dennoch können in seltenen Fällen Nebenwirkungen auftreten:

Die in Geranienöl enthaltenen Duftstoffe Citronellol, Geraniol und Linalool gehören zu den deklarationspflichtigen Allergenen. Bei empfindlichen Personen können sie Hautreizungen oder allergische Kontaktreaktionen auslösen. Ein Verträglichkeitstest vor der ersten Anwendung ist daher dringend empfohlen.

Unverdünntes ätherisches Geranienöl sollte niemals direkt auf die Haut aufgetragen werden, da es zu Reizungen führen kann. Mischen Sie es stets mit einem geeigneten Trägeröl.

Schwangere und stillende Frauen sollten Geranienöl nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt verwenden, da zur Sicherheit in der Schwangerschaft keine ausreichende Studienlage existiert.[14]

Für Katzen kann Geranienöl toxisch sein (siehe Abschnitt oben). Bei Hunden sollte es nur stark verdünnt und unter Beobachtung angewendet werden.

Die innerliche Einnahme von reinem ätherischem Geranienöl wird nicht empfohlen. Sollten Sie nach der Anwendung ungewöhnliche Symptome bemerken, beenden Sie die Anwendung und konsultieren Sie einen Arzt.

Geranienöl kaufen – Qualitätsmerkmale und Bezugsquellen

Unabhängig davon, welche Wirkung Sie mit Geranienöl erzielen möchten, sollten Sie stets ein qualitativ hochwertiges und reines Produkt verwenden. Folgende Qualitätsmerkmale helfen Ihnen bei der Auswahl:

100 % naturreines Öl wird direkt aus der Mutterpflanze gewonnen und enthält keinerlei Zusatzstoffe. Auf dem Etikett sollte die Bezeichnung „100 % naturreines ätherisches Öl" vermerkt sein.

Natürliches Öl kann mit anderen naturreinen Ölen vermischt sein, enthält jedoch keine synthetischen Zusätze.

Naturidentisches Öl wird chemisch hergestellt, sodass es in seiner Zusammensetzung dem natürlichen Öl entspricht. Es eignet sich für die Raumbeduftung, bietet aber nicht das volle therapeutische Wirkspektrum.

Synthetisches Öl wird komplett chemisch produziert und unterscheidet sich preislich und geruchlich deutlich von naturreinem Öl. Für therapeutische Anwendungen ist es nicht geeignet.

Achten Sie beim Kauf zusätzlich auf folgende Angaben: den botanischen Namen (Pelargonium graveolens), das Herkunftsland, die Gewinnungsmethode (Wasserdampfdestillation), Bio-Zertifizierung und dass es sich um ein unraffiniertes Öl handelt.

Geranienöl kaufen – die besten Bezugsquellen

Apotheke: Geranienöl aus der Apotheke bietet in der Regel pharmazeutische Qualität und fachkundige Beratung. Fragen Sie gezielt nach 100 % naturreinem ätherischem Geranienöl.

Online-Shops: Renommierte Marken wie Primavera (Bio-zertifiziert), doTERRA und Young Living bieten qualitativ hochwertige Geranienöle über ihre eigenen Shops und Plattformen wie Amazon an. Beim Online-Kauf sollten Sie besonders auf verifizierte Kundenbewertungen und vollständige Produktdeklarationen achten.

Drogeriemärkte: Bei DM und Rossmann ist Geranienöl in reiner Form gelegentlich erhältlich, häufiger jedoch als Bestandteil von Duftmischungen oder Kosmetikprodukten. Prüfen Sie die Inhaltsstoffliste genau. Auch bei Müller finden Sie vereinzelt Geranienöl im Sortiment.

Reformhäuser und Bio-Läden: Hier finden Sie häufig Bio-Geranienöl in kontrollierter Qualität.

Bevorzugen Sie Geranienöl Bio aus kontrolliert biologischem Anbau, insbesondere wenn Sie es für Hautpflege oder Aromatherapie verwenden möchten. Geranienöl Bourbon von der Insel La Réunion gilt traditionell als besonders hochwertig.

Quellenverzeichnis

  1. Singh, S., Malik, S., & Lokhande, V. H. (2020). The Phytochemical Composition, Biological Effects and Biotechnological Approaches to the Production of High-Value Essential Oil from Geranium. International Journal of Molecular Sciences, 21(10), 3521. doi:10.3390/ijms21103521
  2. Boukhatem, M. N., Kameli, A., Ferhat, M. A., Saidi, F., & Mekarnia, M. (2013). Rose geranium essential oil as a source of new and safe anti-inflammatory drugs. Libyan Journal of Medicine, 8(1), 22520. doi:10.3402/ljm.v8i0.22520
  3. Ferroudj, A., Medjroubi, K., & Bachiri, L. (2024). An In-Depth Study on the Chemical Composition and Biological Effects of Pelargonium graveolens Essential Oil. Foods, 13(1), 33. doi:10.3390/foods13010033
  4. Boukhatem, M. N., Sudha, T., Darwish, N. H. E., Nada, H. G., & Mousa, S. A. (2022). Rose-scented geranium essential oil from Algeria: Assessment of antioxidant, anti-inflammatory and anticancer properties. Annales Pharmaceutiques Françaises, 80(3), 383–396. doi:10.1016/j.pharma.2021.07.002
  5. Vieira, L. et al. (2025). Geranium Essential Oil Use for Human Health: A Systematic Review of Clinical Evidence. Flavour and Fragrance Journal. doi:10.1002/ffj.70033
  6. Ghannadi, A., Bagherinejad, M., Abedi, D., Jalali, M., Absalan, B., & Sadeghi, N. (2012). Antibacterial activity and composition of essential oils from Pelargonium graveolens L'Her and Vitex agnus-castus L. Iranian Journal of Microbiology, 4(4), 171–176.
  7. Choudhary, M. (2024). Essential Oils in Dermatology. Journal of Integrative Dermatology. doi:10.55920/2771-602X/1363
  8. Tabanca, N., Wang, M., Avonto, C., et al. (2013). Bioactivity-guided investigation of geranium essential oils as natural tick repellents. Journal of Agricultural and Food Chemistry, 61(17), 4101–4107. doi:10.1021/jf400246a
  9. Garboui, S. S., Jaenson, T. G. T., & Pålsson, K. (2006). Repellency of oils of lemon eucalyptus, geranium, and lavender and the mosquito repellent MyggA Natural to Ixodes ricinus. Journal of Medical Entomology, 43(4), 731–736. doi:10.1093/jme/43.4.731
  10. El-Saadony, M. T., et al. (2024). Efficacy and safety of geranium-oregano-thymol formulations to control of dog tick Rhipicephalus sanguineus sensu lato. Veterinary Parasitology, 325, 110080. doi:10.1016/j.vetpar.2023.110080
  11. Yohana, R., et al. (2022). Anti-mosquito properties of Pelargonium roseum (Geraniaceae) and Juniperus virginiana (Cupressaceae) essential oils against dominant malaria vectors in Africa. Malaria Journal, 21, 219. doi:10.1186/s12936-022-04220-8
  12. Sanei-Dehkordi, A., et al. (2023). Lavender and Geranium Essential Oil-Loaded Nanogels with Promising Repellent and Antibacterial Effects. Psyche: A Journal of Entomology, 2023, 9911066. doi:10.1155/2023/9911066
  13. Orchard, A. & van Vuuren, S. (2017). Commercial Essential Oils as Potential Antimicrobials to Treat Skin Diseases. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine, 2017, 4517971. doi:10.1155/2017/4517971
  14. WebMD Editorial Team (2024). Rose Geranium Oil: Overview, Uses, Side Effects, Precautions. WebMD. Abgerufen von: https://www.webmd.com/vitamins/ai/ingredientmono-153/rose-geranium-oil