Geranienöl

Geranien gehören zur Familie der Storchschnabelgewächse. Die Duftgeranie, auch Pelargonium Graveolens genannt, zählt ebenfalls zu den Storchschnabelgewächsen und ist mit der Geranie eng verwandt. Sie wird ausschließlich für die Gewinnung von Öl angebaut. Schon die alten Ägypter haben Geranienöl zur Verschönerung ihrer Haut verwendet. Neben der Hautpflege lässt sich Geranienöl auch in anderen Bereichen anwenden. Wie Geranienöl hergestellt wird, wofür es verwendet werden kann und was es beim Kauf zu beachten gilt, erfahren Sie hier.
Geranienöl

Gewinnung von Geranienöl

Das Geranienöl, auch Rosengeranienöl genannt, wird mittels Wasserdampfdestillation aus den Blüten und Blättern der Pflanze gewonnen. Bei der Wasserdampfdestillation werden die zerkleinerten Pflanzenteile in ein geschlossenes Gefäß gefüllt. Durch dieses Gefäß strömt Wasserdampf, welcher die ätherischen Öle aus den Pflanzenteilen löst. Das ätherische Öl ist nicht wasserlöslich, wird jedoch von dem Wasserdampf mitgerissen. Kühlt das Gemisch aus Dampf und ätherischem Öl ab, findet eine spontane Phasentrennung statt. Öl ist leichter als Wasser und setzt sich oben ab. Durch verschiedene Abflussöffnungen kann das ätherische Öl schließlich vom Wasser getrennt werden.

Geranienöl Inhaltsstoffe

Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen gehören Rosenoxid, Geraniol, Menthon, Citronellol und Citronellylformiat. Citronellol und Geraniol duften intensiv nach Rosen und sind für den Duftcharakter des Öls verantwortlich.

Wirkung von Geranienöl

Die Inhaltsstoffe des Geranienöls besitzen eine Vielzahl von gesundheitlich relevanten Eigenschaften, welche sowohl auf körperlicher als auch auf seelischer Ebene ihre Wirkung entfalten können.

Körperliche Wirkung
Geranienöl hat entzündungshemmende, antibakterielle Wirkstoffe und kann daher wundheilend wirken. Das Öl wird wegen seiner hautpflegenden Inhaltsstoffe geschätzt. Darüber hinaus hat Geranienöl durchblutungsfördernde und antiseptische Eigenschaften und besitzt eine insektizide Wirkung.

Seelische Wirkung
Geranienöl besitzt zudem einen seelischen Effekt. Es wirkt positiv auf die Produktion der Endorphine, welche mitverantwortlich für unsere Stimmung sind. Werden im Körper nicht genügend Endorphine gebildet, können Niedergeschlagenheit und geschwächte Lebensfreude eine mögliche Folge sein. Das Rosengeranienöl kann die Endorphinproduktion ankurbeln und bei einem seelischen Stimmungstief oder Niedergeschlagenheit ausgleichend wirken.

Um von dem Duft des Geranienöls zu profitieren, können Sie das Öl beispielsweise in eine Duftlampe oder einen Diffuser geben. Der Raum wird angenehm erfrischt und der rosenähnliche Duft kann gleichzeitig helfen, nervöse Anspannungen zu lösen. Auch bei starken Gefühlsbelastungen wie Stress oder Angst kann der beruhigende Duft des Öls hilfreich sein.

Ein Bad mit Geranienöl kann ebenfalls stresslindernd wirken. Möchten Sie Geranienöl als Badezusatz verwenden, geben Sie ein paar Tropfen des Öls in Milch, Sahne oder Mandelöl. Ansonsten kann sich das Öl nicht mit dem Wasser verbinden. Diese Mischung können Sie anschließend Ihrem Badewasser hinzufügen.

Anwendungsgebiete von Geranienöl

Die Anwendungsgebiete des Geranienöls sind vielseitig. Es wird in der Aroma- und Wellnesstherapie eingesetzt und kann äußerlich und innerlich angewendet werden.

Aufgrund der positiven Wirkungen auf unsere Haut ist Rosengeranienöl in vielen Pflegeprodukten enthalten. Es reguliert die Talgproduktion der Haut. Während es bei zu fettiger Haut die Talgproduktion vermindert, regt es bei zu trockener Haut die Produktion von Talg an. Diese Wirkungsweise konnte bisher bei keinem anderen ätherischen Öl beobachtet werden.

Durch diese Eigenschaften wird Geranienöl auch für den Bereich der Haarpflege interessant. Produziert die Kopfhaut zu wenig Talg, werden die Haare trocken und brüchig. Produziert sie wiederum zu viel Talg, fetten die Haare schneller nach. Durch die Inhaltsstoffe des Geranienöls wird die Talgproduktion reguliert, was sich wiederum positiv auf die Haargesundheit auswirken kann.

Rosengeranienöl ist aufgrund seiner pflegenden Wirkung auch in vielen hochwertigen Make-up-Entfernern enthalten. Durch seine antiseptische Wirkung kann es auch im Bereich der Mundpflege angewendet werden.

Geranienöl gegen Flöhe und Zecken

Rosengeranienöl hat sich im Kampf gegen Flöhe und Zecken als wirksam erwiesen. Allein der Duft kann ausreichen, um die lästigen Plagegeister zu vertreiben. Das Öl der Geranie wird von der Pflanze selbst als natürliches Insektenabwehrmittel produziert.

Wenn Sie einen Schutz gegen Flöhe und Zecken herstellen möchten, geben Sie ca. 25 Tropfen Rosengeranienöl zu einem viertel Liter Wasser. Füllen Sie die Mischung anschließend in eine Sprayflasche um. Vor jeder Anwendung sollte die Flasche kräftig geschüttelt werden, da das Öl sich nur schwer mit dem Wasser mischen lässt. Mit dem Spray können Sie nicht nur sich selbst und ihre Haustiere vor Zecken und Flöhen schützen, sie könne auch gleich Möbel, Kleidung oder Teppiche damit einsprühen.

Alternativ können Sie das Geranienöl in Kokosöl einrühren und als Körperbalsam gegen Flöhe und Zecken verwenden.

Wenn Sie einige Tropfen des Öls in eine Duftlampe oder einen Diffuser geben, können Sie im Sommer lästige Mücken und Fliegen fernhalten.

Geranienöl zur Anwendung auf der Haut

In 100 % naturreinen ätherischen Ölen sind die Pflanzenwirkstoffe hochkonzentriert. Das Öl sollte daher nur verdünnt angewendet werden.

Bevor Sie das Öl auf der Haut anwenden, sollten Sie die Verträglichkeit prüfen. Die Inhaltsstoffe könnten Allergien auslösen. Tragen Sie vor dem Schlafengehen einen Tropfen Rosengeranienöl auf der Innenseite der Armbeuge auf und reiben Sie es sanft ein. Treten bis zum nächsten Morgen keine Hautreizungen auf, ist das Öl für Sie verträglich.

Zur Anwendung auf der Haut wird das Geranienöl mit einem Trägeröl gemischt. Sie können 3-4 Tropfen des Öls mit Distel- Kokos- oder Mandelöl mischen und anschließend auf die betroffenen Hautstellen auftragen.

Geranienöl hat viele positive Effekte auf unsere Haut. Durch die stark zusammenziehende Wirkung des Öls können Wassereinlagerungen unter der Haut herausgedrückt werden. Dies kann eine abmildernde Wirkung auf das Erscheinungsbild von Cellulitis haben.

Durch die durchblutungsfördernden Wirkstoffe des Öls werden die eingeriebenen Hautstellen verstärkt versorgt, was wiederum der Zellregeneration zugute kommt.

Die antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften des Geranienöls können gegen Akne und Pickel eingesetzt werden. Während die antibakterielle Wirkung die Infektion des Pickels mit Bakterien verhindert, kann der entzündungshemmende Wirkstoff gegen entstehende Entzündungen vorgehen.

Das Rosengeranienöl kann zudem bei diversen Hauterkrankungen unterstützend eingesetzt werden. Bei Hautausschlägen und Ekzemen kann Geranienöl eine beruhigende und entzündungshemmende Wirkung erzielen.

Trotz der antibakteriellen Wirkung sollte Geranienöl nie auf offene Wunden oder stark entzündete Stellen gegeben werden. Die Anwendung von Geranienöl kann auch keine Behandlung des Arztes ersetzen. Es sollte vielmehr unterstützend eingesetzt werden. Am besten ist es, vorher mit dem Hausarzt abzuklären, ob die Behandlung mit Geranienöl bei Ihren Beschwerden sinnvoll ist.

Geranienöl gegen Schuppenflechte

Auch wenn die Schuppenflechte grundsätzlich als unheilbar gilt, kann die Behandlung mit Geranienöl zur Verbesserung des Erscheinungsbildes beitragen und trockene, schuppige Haut beruhigen.

Geranienöl und viele andere ätherische Öle werden in der Aromatherapie für Hauterkrankungen wie Schuppenflechte verwendet.

Um sich selbst ein Körperöl herzustellen, können Sie das Geranienöl beispielsweise mit Mandelöl vermischen. Die empfindliche Haut wird somit versorgt und gepflegt und der Juckreiz kann gelindert werden.

Geranienöl kaufen

Unabhängig davon, welche Wirkung durch die Anwendung des Geranienöls erzielt werden soll, sollten Sie stets ein qualitativ hochwertiges und reines Öl verwenden. Folgende Angaben auf dem Ölfläschchen geben Aufschluss über Qualität und Reinheit:

Naturreines Öl ist qualitativ sehr hochwertig und wird direkt aus der Mutterpflanze gewonnen. Es besteht zu 100 % aus dem Öl der Stammpflanze und enthält keine Zusatzstoffe.

Ein natürliches Öl kann mit anderen naturreinen Ölen vermischt sein. Dennoch können Sie auch hier davon ausgehen, dass keine künstlichen Zusatzstoffe verwendet wurden.

Ein "naturidentisches" Öl lässt sich vom Geruch nur schwer von einem natürlich hergestellten Öl unterscheiden. Das naturidentische Öl wird jedoch ausschließlich chemisch hergestellt. Die chemische Zusammensetzung ist identisch mit denen der jeweiligen Mutterpflanze.

Ein synthetisches Öl wird komplett chemisch hergestellt. Es unterscheidet sich meist auch preislich und geruchlich stark von Ölen mit natürlichen Inhaltsstoffen.

Achten Sie darauf, dass es sich um ein unraffiniertes Öl aus kontrolliert biologischem Anbau handelt. Auf dem Etikett der Flasche sollten Angaben über das Herkunftsland der Pflanze verzeichnet sein. Zudem sollten Sie Informationen darüber finden, mittels welcher Verfahren das Öl hergestellt wurde. Ist der botanische Name auf dem Etikett vermerkt, so kann dies ebenfalls ein Indiz für ein qualitativ hochwertiges Öl sein.

Hier können Sie Geranienöl kaufen

Geranienöl wird von vielen Herstellern angeboten. Sie können das Öl in Apotheken und Reformhäusern kaufen. Auch Online-Shops wie Amazon, Young Living oder Primavera bieten Geranienöl an. In Drogerien wie Rossmann oder DM ist Geranienöl in seiner Reinform seltener zu finden. Hier wird es meist als ergänzende Wirkstoffkombination in Kosmetikprodukten angeboten.