Die Orange stammt ursprünglich aus dem südöstlichen Asien – vor allem aus China und Nordostindien – und wird heute in allen subtropischen und tropischen Regionen der Welt kultiviert.[1] Bereits der frische Duft einer aufgeschnittenen Orange wirkt belebend und stimmungsaufhellend. Das ätherische Orangenöl, gewonnen aus den Schalen der Frucht, konzentriert diese Wirkung und bietet ein breites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten: von der Aromatherapie über die Hautpflege bis hin zur natürlichen Reinigung. In klinischen Studien konnte nachgewiesen werden, dass der Duft von Orangenöl eine akute angstlösende Wirkung besitzt und das allgemeine Wohlbefinden steigert.[2]
Der warme, fruchtige und zugleich frische Duft der Orange wird besonders in der kalten Jahreszeit als wohltuend empfunden, wenn auch die eigentliche Erntezeit frischer Orangen beginnt. Orangenöl zählt zu den preisgünstigsten ätherischen Ölen, da es bei der Orangensaftherstellung in großen Mengen als Nebenprodukt anfällt. Verwechseln Sie es beim Kauf nicht mit dem deutlich teureren Orangenblüten- oder Neroliöl, das aus den zarten Blüten des Orangenbaumes gewonnen wird. Im Handel sind zudem verschiedene Sorten erhältlich: süßes Orangenöl (Citrus sinensis), bitteres Orangenöl (Citrus aurantium) und Blutorangenöl. Die Sorten unterscheiden sich in Duft, Zusammensetzung und Anwendungsbereichen.
Gewinnung von Orangenöl
Das reine ätherische Orangenöl wird überwiegend durch Kaltpressung der Fruchtschalen gewonnen. Dabei werden die Schalen maschinell perforiert und unter hohem Druck ausgepresst, sodass das in den Öldrüsen der Schale enthaltene ätherische Öl freigesetzt wird.[3] Sowohl das süße Orangenöl (Citrus sinensis) als auch das bittere Orangenöl (Citrus aurantium) werden auf diese Weise gewonnen. Das bittere Orangenöl durchläuft nach der Kaltpressung zusätzlich eine Zentrifugierung. Da süße Orangensorten weltweit weitaus häufiger angebaut werden, ist das bittere Orangenöl im Handel deutlich teurer.
Für die Herstellung eines Liters reinen Orangenöls werden die Schalen von etwa 200 bis 300 Kilogramm frischer Früchte benötigt. Die wichtigsten Anbau- und Exportländer sind Brasilien, die USA (Florida, Kalifornien), Spanien, Italien (Sizilien) und Israel. In den meisten Fällen handelt es sich bei Orangenöl um ein Nebenprodukt der Orangensaftindustrie, was den vergleichsweise günstigen Preis erklärt.
In seltenen Fällen wird Orangenöl auch durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Das so hergestellte Öl ist weniger duftintensiv, nahezu farblos und hat ein anderes chemisches Profil als kaltgepresstes Öl.[4] Neben dem klassischen süßen und bitteren Orangenöl ist im Handel auch Blutorangenöl erhältlich, das sich durch ein besonders reiches, aromatisches Duftprofil auszeichnet.
Orangenöl Inhaltsstoffe
Reines kaltgepresstes Orangenöl hat eine rötlich-gelbe bis orange Farbe. Der mit Abstand wichtigste Inhaltsstoff ist Limonen (D-Limonen), ein Monoterpen, das je nach Herkunft und Sorte zwischen 85 und 97 Prozent des Öls ausmacht.[5] Limonen ist maßgeblich für den charakteristischen Orangenduft verantwortlich und trägt wesentlich zu den antimikrobiellen, entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften des Öls bei.[6]
Daneben enthält Orangenöl in geringeren Mengen:
- Myrcen (ca. 2–3 %) – ein Monoterpen mit entzündungshemmender Wirkung
- α-Pinen – wirkt bronchialerweiternd und antimikrobiell
- Linalool – beruhigend und angstlösend
- Decanal und Octanal (Aldehyde) – verantwortlich für die fruchtige Duftnote
- Citral und Citronellal – antimikrobiell und duftgebend
- Geraniol – hautpflegend und insektenabwehrend
- Neral und Nerylacetat – floral duftende Bestandteile
- Valencen und Sinensal – typisch für den Orangenduft
- Terpineol – beruhigend
Die genaue Zusammensetzung des Öls variiert je nach Orangensorte, Herkunftsland, Reifegrad der Früchte und Extraktionsmethode.[7]
Wirkung von Orangenöl
Die Wirkung von Orangenöl ist wissenschaftlich in mehreren Bereichen untersucht worden. Die wichtigsten nachgewiesenen und traditionell überlieferten Wirkungen umfassen:
- Angstlösend und stimmungsaufhellend: Eine klinische Studie der Universidade Federal de Sergipe zeigte, dass bereits das kurzzeitige Einatmen von süßem Orangenöl eine signifikante angstlösende Wirkung bei gesunden Probanden hatte.[2] Eine weitere Studie bestätigte, dass 90 Sekunden Inhalation von Orangenöl die Oxyhämoglobin-Konzentration im rechten präfrontalen Kortex messbar senkt und Gefühle von Entspannung und Wohlbehagen steigert.[8]
- Antimikrobiell: Orangenöl zeigt in Laborstudien eine hemmende Wirkung gegen verschiedene Bakterienstämme, darunter E. coli und Staphylococcus aureus, sowie gegen bestimmte Pilzarten.[9]
- Entzündungshemmend: Das im Öl enthaltene Limonen und weitere Monoterpene besitzen nachgewiesene entzündungshemmende Eigenschaften.[6]
- Antioxidativ: Die Terpene in Orangenöl können freie Radikale binden und somit oxidativem Stress entgegenwirken.[10]
- Schmerzlindernd: Eine Studie aus dem Jahr 2017 zeigte, dass die Inhalation von Orangenöl bei Patienten mit Knochenbrüchen in der Notaufnahme zu einer signifikanten Schmerzreduktion führte.[11]
- Verdauungsfördernd: In der traditionellen Medizin wird Orangenöl zur Linderung von Blähungen, Magenkrämpfen und Verdauungsschwäche eingesetzt.
- Hautpflegend: Orangenöl kann in verdünnter Form die Hautdurchblutung fördern, Poren verfeinern und bei Unreinheiten unterstützend wirken.[12]
- Insektenabwehrend: Studien belegen eine insektizide Wirkung gegen Stechmücken, Ameisen und andere Schädlinge.[13]
Zusammengefasst wirkt Orangenöl:
- entkrampfend und entspannend
- stressmindernd und stimmungsaufhellend
- hautstraffend und porenverfeinernd (in geringer Dosierung)
- zusammenziehend (adstringierend)
- desinfizierend, antiviral und antibakteriell
- regenerierend und pflegend
- verdauungsfördernd und appetitanregend
- schlaffördernd bei Unruhezuständen
Aufgrund dieser vielseitigen Eigenschaften und seines angenehmen, fruchtigen Dufts ist Orangenöl eines der beliebtesten und meistgenutzten ätherischen Öle weltweit.
Anwendungsgebiete von Orangenöl
Orangenöl findet in der Aromatherapie, Kosmetik, Küche, Haushalt und sogar in der Industrie Verwendung. Im Bereich der Aromatherapie kann es als Einzelduft oder in Kombination mit anderen ätherischen Ölen eingesetzt werden. Orangenöl harmoniert besonders gut mit dem Duft von Lavendel, Sandelholz, Nelke, Jasmin, Vanille, Thymian, Patchouli, Koriander, Zypresse, Zimt, Wacholder, Geranie, Zitrone und Bergamotte.
Bitteres Orangenöl wird in der Industrie ähnlich wie Terpentinöl eingesetzt: Es beseitigt Teer, löst Schmieröl und entfettet effektiv Metalloberflächen. Es dient als Verdünner für Ölfarben und als Pinselreiniger. Trotz dieser industriellen Anwendbarkeit wird es auch als Lebensmittelaroma und in der Kosmetikherstellung genutzt.
Wie andere ätherische Zitrusöle auch kann bitteres Orangenöl phototoxisch wirken und sollte daher vor einem Sonnenbad nicht unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden. Wichtig zu wissen: Süßes Orangenöl (Citrus sinensis) wird von den Aromatherapie-Experten Robert Tisserand und Rodney Young als nicht phototoxisch eingestuft.[14] Bei bitterem Orangenöl (Citrus aurantium) ist dagegen Vorsicht geboten, da es Furocumarine enthält, die phototoxische Reaktionen auslösen können.
Orangenöl für Haut und Haar
Bei passender Dosierung kann Orangenöl die Hautgesundheit auf verschiedene Weise unterstützen. Die im Öl enthaltenen Monoterpene – insbesondere Limonen – wirken antibakteriell gegen hautunreinigende Keime wie Propionibacterium acnes und Staphylococcus aureus.[12] In geringer Konzentration angewendet, kann Orangenöl folgende Effekte erzielen:
- Die Gesichtshaut erscheint straffer, praller und rosiger durch verbesserte Durchblutung
- Altersflecken und Hyperpigmentierungen können aufgehellt werden
- Leichte Falten werden durch die Anregung der Kollagenbildung reduziert
- Große Poren ziehen sich zusammen, das Hautbild wird feiner und die übermäßige Talgproduktion wird reguliert
- Schuppen und Verhornungen werden sanft gelöst – auch auf der Kopfhaut
- Die Zellerneuerung und Hautregeneration wird gefördert
- Entzündungen, Pickel, Akne und Mitesser klingen ab
- Die Hautdurchblutung wird gesteigert, was auch das Haarwachstum begünstigen kann
- Feuchtigkeit wird in den Hautzellen gebunden
- Schwellungen und Rötungen klingen ab
Sie können sich selbst Wirkkosmetik mit Orangenöl zubereiten – beispielsweise in Kombination mit Aloe Vera Gel – oder fertige Produkte im Handel kaufen. Cremes, Lotionen, Seren, Shampoos und Anti-Cellulite-Produkte mit Orangenöl sind breit verfügbar.
Orangenöl in der Kosmetik
Mit etwas Geschick können Sie Ihre eigene Naturkosmetik mit Orangenöl herstellen. Achten Sie dabei auf ein reines ätherisches Orangenöl in Bio-Qualität, damit keine Pestizidrückstände enthalten sind. Hier einige bewährte Rezepte:
Gegen Zahnfleischentzündungen: Vermischen Sie 1 TL Schwarzkümmelöl mit 4 bis 5 Tropfen Orangenöl und massieren Sie die betroffenen Stellen mehrmals täglich sanft ein. Zusätzlich können Sie 1 Tropfen Orangenöl in Ihr Mundwasser geben und damit spülen.
Entspannendes Wannenbad: Vermischen Sie 30 ml Sahne (als Emulgator) mit 3 Tropfen Orangenöl und geben Sie die Mischung in das Badewasser.
Massageöl gegen Verspannungen und Cellulite: Geben Sie auf 50 ml eines Trägeröls (z. B. Mandelöl) 3 bis 10 Tropfen Orangenöl, je nach Verträglichkeit.
Antischuppenshampoo: Geben Sie auf 200 ml Ihres Lieblingsshampoos 20 bis 30 Tropfen Orangenöl und lassen Sie es bei der Anwendung kurz einwirken. Testen Sie die Dosierung zunächst an einer kleinen Menge, um Hautreizungen zu vermeiden.
Pflegende Gesichtsmaske: Pürieren Sie das Fruchtfleisch einer viertel Avocado und vermischen Sie es mit 1 Tropfen ätherischem Orangenöl. Tragen Sie die Maske auf Gesicht, Hals oder Dekolleté auf und entfernen Sie sie nach 30 Minuten mit lauwarmem Wasser. Die frische Maske muss sofort aufgebraucht werden.
Haaröl für Durchblutung und Schuppenentfernung: Mischen Sie 10 ml Mandelöl, 10 ml Hanföl und 10 ml Kokosöl mit 3 Tropfen Orangenöl und 6 Tropfen Eukalyptusöl. Das Haaröl im trockenen Haar verteilen, 30 Minuten einwirken lassen und mit Shampoo auswaschen.
Wichtig: Bevor Sie selbst gemischte Kosmetik großflächig anwenden, testen Sie die Verträglichkeit am inneren Unterarm (Patch-Test), um allergische Reaktionen auszuschließen.
Orangenöl in der Aromatherapie
In der Aromatherapie gehört Orangenöl zu den am häufigsten verwendeten ätherischen Ölen. Sein warm-fruchtiger Duft wirkt nachweislich stimmungsaufhellend, angstlösend und entspannend.[2] Bei beginnenden Erkältungen, depressiven Verstimmungen, Schlafproblemen oder einem starken Stressempfinden kann der Duft der Orange in der Duftlampe, beim Inhalieren, in der Sauna oder beim Wannenbad wohltuend wirken.
In einer Duftlampe oder einem Diffuser genügen 3 bis 5 Tropfen Orangenöl, um einen Raum mit dem angenehmen Aroma zu erfüllen. Für eine Trockeninhalation – etwa bei akuten Atemwegsbeschwerden – reichen 2 bis 3 Tropfen auf ein Taschentuch.
Um den Schlaf zu fördern, genügt eine Anwendung von etwa 30 Minuten mit einer Duftlampe. Der Duft der Orange wird dabei von Menschen aller Altersgruppen als angenehm empfunden. Kinder mögen besonders den süßen Duft der Blutorange. Eine klinische Studie aus einer Zahnarztpraxis zeigte, dass der Orangenduft im Wartebereich die Angst von Patienten signifikant reduzierte und die Stimmung verbesserte.[15]
Orangenöl in der Küche
Reines ätherisches Orangenöl in Lebensmittelqualität kann zum Aromatisieren von Speisen und Getränken verwendet werden. Ob im Tee, im Gebäck, in Salatdressings oder bei der Zubereitung von Fisch und Fleisch – das Aroma der Orange ist vielseitig einsetzbar. In der Regel genügt 1 Tropfen des Aromaöls, um Saucen, Suppen, Desserts oder Teige zu verfeinern. Achten Sie unbedingt darauf, nur Orangenöl in ausgewiesener Lebensmittelqualität aus kontrolliert biologischem Anbau zu verwenden.
Orangenöl für Holzpflege
Anstelle von Terpentinöl lässt sich Orangenöl hervorragend für die biologische Holzpflege einsetzen. Unlackierte Gartenmöbel, Holzflächen und -tische müssen regelmäßig geölt werden. Damit pflegende Öle wie Leinöl tief in die Holzstruktur eindringen, werden sie traditionell mit Terpentinöl verdünnt. Orangenöl ist eine deutlich angenehmere Alternative: Es verdünnt die pflegenden Öle ebenso effektiv, dringt tief in das Holz ein und hinterlässt statt des unangenehmen Terpentingeruchs einen frischen Orangenduft, der zudem Insekten fernhält.
Während mit Terpentinöl behandelte Holzflächen bis zu zwei Wochen ausdünsten können, sind mit Orangenöl behandelte Bereiche bereits nach wenigen Tagen wieder nutzbar. Für die Holzpflege kann auch günstiges Orangenöl in Industriequalität verwendet werden, das im Verhältnis 1:1 das Terpentinöl ersetzt.
Orangenöl als Reinigungsmittel
Orangenöl besitzt eine hohe Fettlösekraft und kann selbst hartnäckige Klebstoffrückstände, Teer, Harz, Bratfett und Kaugummireste lösen. Im Handel sind zahlreiche Orangenreiniger erhältlich, und die Industrie nutzt das Öl zur Entfettung von Metall. Einen wirkungsvollen Haushaltsreiniger können Sie aus Orangenöl in Industriequalität, Isopropanol, einem Lösungsvermittler (LV41) und Wasser selbst herstellen. Bereits wenige Tropfen im Wischwasser erzielen einen starken Reinigungseffekt und hinterlassen einen angenehmen Duft. Die Reinigung mit Orangenöl wirkt zudem desinfizierend.
Beachten Sie: Da Orangenöl wie ein Lösungsmittel wirkt, kann es empfindliche Oberflächen wie Kunststoffe und lackierte Möbelstücke angreifen, stumpf machen oder verfärben. Testen Sie die Verträglichkeit daher stets an einer unauffälligen Stelle.
Orangenöl gegen Mücken und Insekten
Orangenöl hat sich als natürliches Insektenabwehrmittel bewährt. Studien belegen eine insektizide Wirkung insbesondere gegen Stechmücken, Ameisen und Stubenfliegen.[13] Das im Öl enthaltene Limonen wirkt auf viele Insekten abschreckend. Für den Einsatz gegen Mücken können Sie einige Tropfen Orangenöl in einen Diffuser geben oder verdünnt auf die Haut auftragen. In Kombination mit anderen ätherischen Ölen wie Zitronengras oder Zedernholz lässt sich die abwehrende Wirkung verstärken. Auch als Pflanzenschutzmittel gegen Blattläuse, Schildläuse und Wollläuse wird Orangenöl im biologischen Gartenbau eingesetzt.
Orangenöl selber machen
Ätherisches Orangenöl lässt sich zu Hause auf verschiedene Weisen herstellen. Verwenden Sie ausschließlich Bio-Orangen, um Pestizidrückstände zu vermeiden.
Methode 1 – Kaltpressung: Waschen Sie die Orangen gründlich unter heißem Wasser, trocknen Sie sie ab und reiben Sie die Schale mit einer feinen Reibe bis zur weißen Schicht ab. Geben Sie die geriebenen Schalenstückchen in ein feines Sieb und drücken Sie das ätherische Öl zusammen mit der Feuchtigkeit aus. Filtern Sie die Flüssigkeit und füllen Sie sie in ein dunkles Fläschchen. Innerhalb von etwa zwei Tagen trennt sich das Orangenöl vom Wasser und kann mit einer Pipette abgenommen werden.
Methode 2 – Alkohol- oder Ölauszug: Schälen Sie die Bio-Orangen mit einem Sparschäler und geben Sie die Schalenstücke in ein verschließbares Glas. Übergießen Sie die Schalen mit hochprozentigem Alkohol (z. B. Wodka) oder einem neutralen Pflanzenöl wie Jojobaöl. Lassen Sie den Ansatz mindestens drei Wochen ziehen und schütteln Sie das Glas täglich. Die ätherischen Öle gehen so in den Alkohol oder das Trägeröl über. Bei einem Alkoholauszug können Sie den Alkohol anschließend verdunsten lassen, um die Konzentration des ätherischen Öls zu erhöhen.
Dosierung und Einnahme von Orangenöl
Orangenöl ist hochkonzentriert und sollte stets verdünnt angewendet werden. Hier die wichtigsten Dosierungsempfehlungen:
- Duftlampe/Diffuser: 3 bis 5 Tropfen als Einzelduft oder entsprechend weniger in Kombination mit anderen ätherischen Ölen
- Massageöl: 3 bis 10 Tropfen auf 50 ml Trägeröl (z. B. Mandel- oder Jojobaöl)
- Badezusatz: 3 bis 5 Tropfen, vermischt mit einem Emulgator wie Sahne, Honig oder Meersalz
- Inhalation: 2 bis 3 Tropfen in heißes Wasser oder auf ein Taschentuch
- Kosmetik: Maximale Konzentration von 1 % in der Gesamtmischung
- Küche: 1 Tropfen in Lebensmittelqualität zum Aromatisieren von Speisen und Getränken
Da Orangenöl nicht wasserlöslich ist, benötigen Sie für äußerliche Anwendungen stets ein Trägeröl oder einen Emulgator. Die innere Anwendung ist nur mit Orangenöl in ausgewiesener Lebensmittelqualität und sehr gering dosiert möglich.
Orangenöl in der Schwangerschaft
Viele werdende Mütter schätzen den beruhigenden Duft von Orangenöl. In der Schwangerschaft gilt süßes Orangenöl (Citrus sinensis) als eines der verträglicheren ätherischen Öle, wenn es korrekt dosiert und nur äußerlich oder in der Duftlampe verwendet wird. Die verdünnte äußerliche Anwendung wird von Experten ab dem zweiten Trimester allgemein als unbedenklich eingestuft.[14] Dennoch sollten Schwangere vor der Anwendung ätherischer Öle grundsätzlich Rücksprache mit ihrer Hebamme oder ihrem Arzt halten. Auf bitteres Orangenöl sollte in der Schwangerschaft eher verzichtet werden, da es phototoxisch wirken kann.
Orangenöl Nebenwirkungen
Ätherisches Orangenöl ist reich an Terpenen und leicht entzündlich. Bei unsachgemäßer Anwendung können folgende Nebenwirkungen auftreten:
- Hautreizungen: Unverdünntes Orangenöl trocknet die Haut aus und kann Reizungen oder Rötungen verursachen. Niemals unverdünnt auf die Haut auftragen.
- Allergische Reaktionen: Obwohl selten, sind Allergien gegen Zitrusöle möglich. Ein Patch-Test am inneren Unterarm vor der ersten Anwendung ist empfehlenswert.
- Phototoxizität: Bitteres Orangenöl (Citrus aurantium) enthält Furocumarine und ist phototoxisch. Nach dem Auftragen sollte direkte Sonneneinstrahlung für mindestens 12 Stunden gemieden werden. Süßes Orangenöl (Citrus sinensis) gilt als nicht phototoxisch.[14]
- Oxidation: Orangenöl oxidiert relativ schnell. Oxidiertes Öl erhöht das Risiko für Hautsensibilisierung und sollte nicht mehr auf der Haut angewendet werden. Die typische Haltbarkeit beträgt etwa ein Jahr nach Öffnung.
- Schleimhautreizung: Die unverdünnte orale Einnahme kann die Schleimhäute reizen und ist gesundheitsschädlich.
- Haustiere: Orangenöl kann für Katzen giftig sein, da diese ätherische Öle nicht richtig verstoffwechseln können. Verwenden Sie Orangenöl in Haushalten mit Katzen mit besonderer Vorsicht.
Orangenöl kaufen – Worauf sollte man achten?
Beim Kauf von Orangenöl ist es wichtig, auf einige Qualitätsmerkmale zu achten:
- Botanischer Name: Prüfen Sie, ob auf dem Etikett der korrekte botanische Name angegeben ist – Citrus sinensis für süßes Orangenöl, Citrus aurantium für bitteres Orangenöl
- Reinheit: Kaufen Sie ausschließlich 100 % reines ätherisches Orangenöl (naturrein). Synthetische Duftöle enthalten keine wirksamen Inhaltsstoffe
- Bio-Qualität: Bevorzugen Sie Orangenöl aus kontrolliert biologischem Anbau, um sicherzustellen, dass keine Pestizide enthalten sind
- Verwendungszweck: Unterscheiden Sie zwischen Orangenöl für Kosmetik/Aromatherapie, Lebensmittelqualität und Industriequalität (z. B. für Reinigung oder Holzpflege)
- Herkunftsland: Hochwertige Orangenöle stammen häufig aus Brasilien, Italien (Sizilien), Spanien oder den USA
- Verpackung: Das Öl sollte in dunklen Glasflaschen abgefüllt sein, um es vor Lichteinwirkung zu schützen
- Haltbarkeit: Orangenöl hat eine Haltbarkeit von etwa 1 Jahr. Achten Sie auf das Mindesthaltbarkeitsdatum und lagern Sie das Öl kühl und verschlossen
Orangenöl ist in Apotheken, Drogerien (dm, Rossmann, Müller), Reformhäusern, Bio-Läden und online erhältlich. Bekannte Marken für qualitativ hochwertiges Orangenöl sind unter anderem Primavera, Baldini, Taoasis und Casida.
Quellen
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