Babassuöl

Zuletzt aktualisiert: 12.02.26

Babassuöl ist ein hochwertiges Pflanzenöl, das aus den Samen der brasilianischen Babassupalme (Attalea speciosa) gewonnen wird. In der Hautpflege hat Babassuöl einen entscheidenden Vorteil gegenüber vielen anderen Ölen: Es zieht dank seines hohen Anteils an kurz- und mittelkettigen Fettsäuren schnell und rückstandsfrei in die Haut ein, ohne einen fettigen Film zu hinterlassen.[1] Gleichzeitig versorgt es auch die tieferen Hautschichten mit Feuchtigkeit und Nährstoffen. Ob als reines Öl oder als Wirkstoff in Kosmetikprodukten – die Anwendung von Babassuöl ist vielseitig und sowohl für trockene als auch für fettige oder unreine Haut geeignet.Babassuöl – goldgelbes Pflanzenöl aus der Babassupalme für Haut und Haare

Gewinnung von Babassuöl

Babassuöl wird aus den Samen der Babassupalme (Attalea speciosa, Synonym: Orbignya phalerata) gewonnen, die zur Familie der Palmengewächse (Arecaceae) gehört. Die Palme ist vor allem in den brasilianischen Bundesstaaten Maranhão, Tocantins, Piauí und Pará verbreitet, wo sogenannte Babaçuais – dichte Babassu-Palmenwälder – rund 20 Millionen Hektar bedecken.[2]

Die Frucht der Babassupalme ist etwa 10 bis 12 cm lang, braun-marmoriert und ähnelt äußerlich einer kleinen Kokosnuss. Im Inneren befinden sich mehrere Samen (Kerne), die einen Ölgehalt von rund 60 % aufweisen.[3] Traditionell wird die Nuss von Hand aufgebrochen – eine Arbeit, die überwiegend von Frauen, den sogenannten „Quebradeiras de Coco" (Kokosknackerinnen), verrichtet wird und für über 300.000 Menschen in Nordost-Brasilien die wichtigste Einkommensquelle darstellt.[4]

Das Öl wird mittels Kaltpressung, Abschöpfen oder Kochen aus den Kernen extrahiert. Kaltgepresstes Babassuöl ist von besonders hoher Qualität, da die wertvollen Inhaltsstoffe bei diesem schonenden Verfahren erhalten bleiben.[5] Im naturbelassenen Zustand hat Babassuöl eine gelblich-weiße Farbe und einen leicht nussigen, kokosartigen Geruch. Raffiniertes Babassuöl ist hingegen geruchlos und weiß. Bei Raumtemperatur unterhalb von etwa 24 °C zeigt das Öl eine feste, talgartige Konsistenz – ähnlich wie Kokosöl.[6] Alle Teile der Babassupalme werden genutzt: Die Blätter dienen als Baumaterial und zur Düngung, der Stamm wird zum Hausbau verwendet, und aus den Pflanzenfasern werden Gebrauchsgegenstände hergestellt.

Babassuöl Inhaltsstoffe

Im Fettsäurespektrum ähnelt Babassuöl dem Kokosöl, wobei es zu etwa 86 % aus gesättigten Fettsäuren besteht, gefolgt von rund 11 % einfach ungesättigten und etwa 2 % mehrfach ungesättigten Fettsäuren.[5] Die wichtigsten Inhaltsstoffe im Überblick:

Laurinsäure (C 12:0): Mit einem Anteil von 44–48 % ist Laurinsäure die dominierende Fettsäure im Babassuöl. Sie besitzt nachweislich antimikrobielle, antivirale und entzündungshemmende Eigenschaften.[7] In Studien hemmte Laurinsäure die Produktion proinflammatorischer Zytokine über die Blockade des NF-κB-Signalwegs.[8]

Myristinsäure (C 14:0): Etwa 15–20 % des Öls bestehen aus Myristinsäure, die reinigende und pflegende Eigenschaften mitbringt und häufig als Tensid und Emulgator in Kosmetikprodukten eingesetzt wird.[1]

Ölsäure (C 18:1): Mit rund 12–18 % verleiht die einfach ungesättigte Ölsäure dem Öl feuchtigkeitsspendende und hautschützende Wirkungen. Sie ist auch in Olivenöl reichlich vorhanden und unterstützt die Wundheilung.[9]

Capryl- und Caprinsäure (C 8:0 und C 10:0): Diese kurzkettigen Fettsäuren machen insgesamt 6–14 % aus und sorgen für die ausgeprägte Spreitfähigkeit des Öls – das Öl verteilt sich also besonders leicht und gleichmäßig auf der Haut.[1]

Palmitinsäure (C 16:0): Mit 6–9 % im Öl enthalten, wirkt Palmitinsäure hautberuhigend und barriereunterstützend.[1]

Darüber hinaus enthält Babassuöl Vitamin E (Tocopherole und Tocotrienole), Phytosterole sowie geringe Mengen an Provitamin A und Polyphenolen.[9] Der hohe Anteil gesättigter Fettsäuren macht das Öl besonders oxidationsstabil, was zu einer langen Haltbarkeit beiträgt, ohne dass Konservierungsstoffe notwendig sind. Für die Naturkosmetik ist dies ein großer Vorteil, da auf künstliche Zusatzstoffe und starke Parfümierung verzichtet werden kann. Wer mehr über den Unterschied zwischen kaltgepressten und raffinierten Ölen erfahren möchte, findet hier einen ausführlichen Vergleich.

Wirkung von Babassuöl

Die Wirkung von Babassuöl basiert auf dem Zusammenspiel seiner Fettsäuren, Antioxidantien und bioaktiven Verbindungen. Wissenschaftliche Studien belegen mehrere relevante Wirkungen:

Entzündungshemmend: Babassuöl und seine Hauptfettsäure Laurinsäure zeigten in einer Studie von Reis et al. (2017) eine signifikante topische entzündungshemmende Wirkung. Bei äußerer Anwendung hemmte Babassuöl verschiedene Entzündungsmodelle um bis zu 54 %, wobei isolierte Laurinsäure sogar eine Hemmung von über 90 % erreichte – vergleichbar mit dem Cortison-Derivat Dexamethason.[8] Diese Wirkung wird auf die Hemmung des Arachidonsäure-Stoffwechsels und der Prostaglandin-Biosynthese zurückgeführt.

Wundheilungsfördernd: Eine 2020 veröffentlichte Studie belegte, dass Babassuöl die Wundheilung sowohl in vitro als auch in vivo beschleunigt. Das Öl förderte die Rekrutierung von Entzündungszellen an die Wundstelle und zeigte gleichzeitig eine entzündungshemmende Wirkung bei chronischen Entzündungsmodellen.[9]

Antimikrobiell: Die Laurinsäure im Babassuöl wirkt nachweislich gegen grampositive Bakterien, verschiedene Pilzarten und einige Viren.[10] In der brasilianischen Volksmedizin wird das Öl traditionell zur Behandlung von Hautwunden, Entzündungen und Vulvovaginitis eingesetzt.[8]

Feuchtigkeitsspendend und kühlend: Bei Hautkontakt schmilzt das bei Raumtemperatur feste Öl sofort und erzeugt ein seidig weiches, leicht kühlendes Gefühl. Es wird von der Haut schnell und vollständig aufgenommen, ohne einen fettigen Film zu hinterlassen.[1] Eine Studie von Wasule et al. (2014) ermittelte eine optimale Konzentration von 7 % Babassuöl in Emulsionen für maximale Hautfeuchtigkeit.[3]

Antioxidativ: Die enthaltenen Vitamin-E-Tocotrienole und Phytosterole wirken als Antioxidantien und können freie Radikale neutralisieren, was den natürlichen Zellalterungsprozess verlangsamen kann.[9]

Anwendungsgebiete von Babassuöl

Babassuöl kann sowohl pur als auch als Wirkstoff in Kosmetikprodukten angewendet werden. Für eine einfache, hausgemachte Pflegecreme wird das Öl im Wasserbad erwärmt, bis es flüssig ist, und anschließend mit einigen Tropfen eines ätherischen Öls wie Lavendelöl oder Orangenöl vermischt. Nach dem Abkühlen erhält man eine angenehm duftende Babassu-Creme.

Babassuöl für die Haut

Besonders trockene Haut profitiert von der Pflege mit Babassuöl, da es den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) reduziert und so einem weiteren Feuchtigkeitsverlust entgegenwirkt.[1] Die enthaltenen Vitamin-E-Tocotrienole verlangsamen als effektive Antioxidantien den natürlichen Prozess der Zellalterung, weshalb auch reifere Haut von den pflegenden Eigenschaften profitiert.

Für die Gesichtspflege ist Babassuöl besonders geeignet, weil es entzündungshemmende Wirkung mit einem hervorragenden Einziehvermögen kombiniert. Es hinterlässt keinen fettigen Film und kann sowohl bei feuchtigkeitsarmer als auch bei unreiner Haut angewendet werden.[8] Das Öl eignet sich zudem bei Hauterkrankungen wie Ekzemen, Neurodermitis, Psoriasis und Rosacea als unterstützende Pflege, da die kühlende Komponente beim Auftragen den Juckreiz lindern kann.

Wer mehr über die komedogenen Eigenschaften verschiedener Öle erfahren möchte, findet hier einen ausführlichen Ratgeber.

Babassuöl für die Haare

Auch in der Haarpflege ist Babassuöl ein vielseitiger Helfer. Die mittelkettigen Fettsäuren glätten geschädigte Haarstrukturen, kräftigen die Haarfasern und verleihen dem Haar seinen natürlichen Glanz zurück. Da das Öl leicht ist und schnell einzieht, beschwert es das Haar nicht – ein Vorteil gegenüber schwererem Kokosöl.[3]

Babassuöl schützt die Haare vor schädigenden Umwelteinflüssen wie UV-Strahlung, Luftverschmutzung und kalten Temperaturen. Gleichzeitig bietet es Schutz vor chemischen und mechanischen Beschädigungen sowie Haarspliss. Auf die Haarspitzen aufgetragen, dient es als natürlicher Hitzeschutz beim Stylen. Das Öl wirkt glättend, nährend und feuchtigkeitsspendend, erleichtert das Auskämmen und verhindert die statische Aufladung der Haare.

Für eine intensive Haarkur wird das Öl auf Kopfhaut und Haarlängen aufgetragen und nach 20 bis 30 Minuten Einwirkzeit ausgewaschen. Die entzündungshemmenden Eigenschaften können dabei auch eine gereizte oder schuppige Kopfhaut beruhigen.

Babassuöl gegen Akne

Da Babassuöl als nicht-komedogen gilt, also die Poren nicht verstopft, ist es auch für zu Unreinheiten neigende Haut geeignet.[11] Die antimikrobielle Wirkung der Laurinsäure kann dabei helfen, akneverursachende Bakterien auf der Haut zu reduzieren.[10] Gleichzeitig mildern die entzündungshemmenden Eigenschaften des Öls die mit Akne einhergehenden Rötungen und Schwellungen.[8]

Babassuöl kann eine ärztlich verordnete Aknetherapie sinnvoll ergänzen, jedoch nicht vollständig ersetzen. Wer unter schwerer Akne leidet, sollte eine dermatologische Behandlung in Anspruch nehmen und Babassuöl als unterstützende Pflege einsetzen.

Babassuöl in der Kosmetik

Für Kosmetikhersteller bietet das Schmelzverhalten von Babassuöl besondere Formulierungsvorteile: Da es bei Hautkontakt sofort schmilzt, erzeugt es ein seidiges, weiches Hautgefühl, obwohl es schnell in die Haut einzieht.[1] In Emulsionen wirkt das Öl viskositätsmindernd und ergänzt – ähnlich wie Kokosöl – linolsäure- und ölsäurereiche Produkte zu einer ausgewogenen Spreitkaskade.

Der hohe Laurinsäuregehalt verleiht Kosmetikprodukten mit Babassuöl eine antimikrobielle Wirkung.[10] Daher findet das Öl nicht nur in Produkten für spröde, trockene Haut Verwendung, sondern auch in Formulierungen für fettige Haut und Mischhaut mit entzündlichen Unreinheiten. In der Naturkosmetik wird Babassuöl als Inhaltsstoff in Seifen, Lippenpflegen, Körperbutter, Shampoos, Conditionern und Babypflegeprodukten eingesetzt. Wer selbst Naturkosmetik herstellen möchte, kann Babassuöl gut als Trägeröl verwenden.

Babassuöl in der Küche

Das vielseitige Babassuöl kann auch kulinarisch überzeugen. In der Küche dient es als milde Alternative zu Kokosöl. Der Kokosgeschmack ist dabei nicht so dominant wie bei reinem Kokosöl – stattdessen bringt Babassuöl ein dezent nussiges Aroma mit.[6]

Das Öl eignet sich hervorragend zum Backen und Braten, da sein Geschmack angenehm mild und neutral ausfällt. Es ist eine beliebte Zutat in Kuchen, Gebäck, Keksen und Zuckerguss. Da Babassuöl wie Kokosöl bei Raumtemperatur fest ist, lässt es sich in Rezepten, die eine feste Fettkonsistenz erfordern, besonders gut einsetzen. In der brasilianischen Küche ist Babassuöl seit Generationen ein fester Bestandteil – dort wird es zum Kochen, Braten und zur Herstellung von Mehl und Pflanzenmilch aus dem Fruchtfleisch genutzt.[4] Wer sich für den Rauchpunkt verschiedener Öle interessiert, findet hier weitere Informationen.

Ist Babassuöl komedogen?

Obwohl Babassuöl einen hohen Anteil an Laurinsäure und Myristinsäure enthält – Fettsäuren, die bei Kokosöl als komedogen gelten –, wird Babassuöl selbst in der Fachliteratur als nicht-komedogen eingestuft (Komedogenitätswert: 0–2).[11] Das bedeutet, dass reines Babassuöl die Hautporen voraussichtlich nicht verstopft und auch für zu Unreinheiten neigende Haut geeignet ist.

Ein Grund für diesen Unterschied zu Kokosöl liegt vermutlich im Gesamtprofil der Fettsäuren: Der höhere Anteil an kurzkettigen Fettsäuren (Capryl- und Caprinsäure) sorgt dafür, dass das Öl leichter und schneller einzieht, anstatt auf der Hautoberfläche einen okklusiven Film zu bilden. Dennoch reagiert jede Haut individuell, weshalb ein Verträglichkeitstest an einer kleinen Hautstelle vor der großflächigen Anwendung empfehlenswert ist.

Babassuöl vs. Kokosöl

Babassuöl und Kokosöl weisen ein ähnliches Fettsäureprofil auf und werden oft miteinander verglichen. Dennoch gibt es relevante Unterschiede:

Babassuöl zieht schneller in die Haut ein als Kokosöl und hinterlässt ein leichteres, weniger fettiges Hautgefühl. Es schmilzt erst bei Hautkontakt, während Kokosöl bereits bei etwas niedrigeren Temperaturen flüssig wird.[6] In puncto Komedogenität schneidet Babassuöl deutlich besser ab: Während Kokosöl einen Komedogenitätswert von 4 (hoch komedogen) besitzt, liegt Babassuöl bei 0–2 und ist damit auch für fettige und unreine Haut geeignet.[11]

Der Laurinsäuregehalt ist bei beiden Ölen ähnlich hoch (jeweils 44–48 %), sodass die antimikrobielle und entzündungshemmende Wirkung vergleichbar ist.[7] Im Geschmack ist Babassuöl milder und dezenter als Kokosöl, weshalb es in der Küche als neutralere Alternative dient. Für eine tiefere Auseinandersetzung mit den Eigenschaften von Kokosöl auf der Haut empfehlen wir unseren Ratgeber.

Babassuöl Nebenwirkungen

Babassuöl gilt als gut verträglich, und schwerwiegende Nebenwirkungen sind bei der äußeren Anwendung nicht bekannt. Dennoch gibt es einige Hinweise zu beachten:

Wie bei jedem neuen Hautpflegeprodukt empfiehlt sich ein Patch-Test: Tragen Sie eine kleine Menge Babassuöl auf die Innenseite des Unterarms auf und warten Sie 24 Stunden, ob Rötungen, Juckreiz oder andere Hautreaktionen auftreten. Allergische Reaktionen auf Babassuöl sind selten, können aber bei Personen mit einer Allergie gegen Palmengewächse vorkommen.

Einige Studien deuten darauf hin, dass Inhaltsstoffe der Babassufrucht die Blutgerinnung verlangsamen könnten. Personen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, sollten vor der innerlichen Anwendung ihren Arzt konsultieren.[12] Zudem gibt es Hinweise, dass Teile der Babassufrucht die Schilddrüsenfunktion beeinflussen können, was für Menschen mit Hypothyreose relevant sein könnte.[12]

Schwangere und Stillende sollten aus Mangel an ausreichenden Studien zur Sicherheit vorsichtshalber vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen. Bei der äußeren Anwendung auf der Haut gelten diese Einschränkungen in der Regel nicht, da nur minimale Mengen in den Blutkreislauf gelangen. Grundsätzlich sollte bei der Anwendung von Ölen in der Schwangerschaft erhöhte Vorsicht gelten.

Babassuöl kaufen – Worauf sollte geachtet werden?

Wer Babassuöl kaufen möchte, sollte auf folgende Qualitätsmerkmale achten:

Kaltgepresst und unraffiniert: Kaltgepresstes, unraffiniertes Babassuöl (oft als „virgin" oder „extra virgin" bezeichnet) behält die meisten Nährstoffe, Vitamine und bioaktiven Verbindungen bei. Raffiniertes Babassuöl ist zwar geruchlos und hat eine reinere Farbe, es verliert jedoch einen Teil seiner wertvollen Inhaltsstoffe.[5]

Bio-Qualität: Bio-zertifiziertes Babassuöl garantiert, dass bei der Gewinnung keine Pestizide oder chemischen Lösungsmittel eingesetzt wurden.

Fair Trade: Da die Babassu-Ernte für viele Familien in Nordost-Brasilien die Existenzgrundlage bildet, lohnt es sich, auf Fair-Trade-Zertifizierungen zu achten. In der Vergangenheit kam es vor, dass Landbesitzer den Zugang zu Babassu-Palmenhainen unter Androhung von Gewalt verboten.[4] Seit 2008 schützt das „Freie Babassu-Gesetz" (Lei do Babaçu Livre) in mehreren brasilianischen Bundesstaaten den freien Zugang zu den Palmenhainen und verbietet das Fällen der Bäume – ein wichtiger Meilenstein für die mehr als 300.000 Babassu-Sammlerinnen und ihre Familien.[13]

Reine Qualität: Einige Anbieter bringen Babassuöl auf den Markt, das nicht ausreichend gereinigt oder mit anderen Ölen vermischt wurde. Hochwertiges reines Babassuöl erkennt man an einer INCI-Bezeichnung „Orbignya Oleifera Seed Oil" oder „Attalea Speciosa Kernel Oil" ohne weitere Zusätze.

Babassuöl ist im Vergleich zu Kokosöl schwieriger erhältlich und in der Regel etwas teurer. Es kann online, in ausgewählten Reformhäusern, Apotheken und spezialisierten Naturkosmetik-Geschäften gekauft werden. Gängige Anbieter wie DM oder Rossmann führen vereinzelt Produkte mit Babassuöl als Inhaltsstoff, reines Babassuöl ist dort jedoch seltener verfügbar. Für hochwertige Produkte empfiehlt sich der Kauf bei spezialisierten Händlern für Naturkosmetik-Rohstoffe.

Aus reinem Babassuöl lassen sich leicht selbst Cremes und Balsame herstellen, da das Öl bereits bei Körpertemperatur verflüssigt. Als Zusätze eignen sich ätherische Öle wie Rosenöl, Neroliöl oder Ylang-Ylang-Öl. Wer es einfacher mag, kann im Handel nach Shampoos, Conditionern, Lotionen und Seifen mit Babassuöl als Wirkstoff Ausschau halten.


Quellenverzeichnis

  1. De Oliveira, M. L. M., Nunes-Pinheiro, D. C. S., et al. (2022). Development and characterization of a babassu nut oil-based moisturizing cosmetic emulsion with a high sun protection factor. RSC Advances, 12(18), 11476–11486. doi:10.1039/D2RA00920J
  2. Initiative 20x20 / Climate Champions (2023). Reviving Brazil's Babassu: A sustainable alternative to imported palm oil. Verfügbar unter: climatechampions.net
  3. Botanical Formulations (2021). Babassu Oil Monograph. Bezugnehmend auf: Wasule, D. D., Nawandar, S. Y., & Kaur, H. (2014). Evaluation of Babassu oil as skin moisturizer. World Journal of Pharmaceutical Science, 2(6).
  4. Interstate Movement of Babassu Coconut Breakers (MIQCB) / Agência Brasil (2024). Babassu harvesters improve production, face threats. Verfügbar unter: agenciabrasil.ebc.com.br
  5. Melo, I. L. P., et al. (2019). First Study on the Oxidative Stability and Elemental Analysis of Babassu (Attalea speciosa) Edible Oil Produced in Brazil Using a Domestic Extraction Machine. Molecules, 24(23), 4235. doi:10.3390/molecules24234235
  6. Santos, O. V., et al. (2020). Physicochemical and thermal characterization of babassu oils (Orbignya phalerata Mart.) obtained by different extraction methods. Food Research International, 137, 109474. doi:10.1016/j.foodres.2020.109474
  7. Dayrit, F. M. (2015). The Properties of Lauric Acid and Their Significance in Coconut Oil. Journal of the American Oil Chemists' Society, 92, 1–15. doi:10.1007/s11746-014-2562-7
  8. Reis, M. Y. F. A., et al. (2017). Anti-Inflammatory Activity of Babassu Oil and Development of a Microemulsion System for Topical Delivery. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine, 2017, 3647801. doi:10.1155/2017/3647801
  9. Ferreira, B. S., et al. (2020). In Vitro and In Vivo Wound Healing and Anti-Inflammatory Activities of Babassu Oil (Attalea speciosa Mart. Ex Spreng., Arecaceae). Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine, 2020, 8858291. doi:10.1155/2020/8858291
  10. Araújo, F. R., et al. (2016). Ethnobotany of babassu palm (Attalea speciosa Mart.) in the Tucurui Lake Protected Areas Mosaic – eastern Amazon. Acta Botanica Brasilica, 30(2), 193–204. doi:10.1590/0102-33062015abb0290
  11. Athar, M., & Nasir, S. M. (2005). Taxonomic perspective of plant species yielding vegetable oils used in cosmetics and skin care products. African Journal of Biotechnology, 4(1), 36–44.
  12. Shoemaker, S. (2019). Babassu Oil: Uses, Benefits, and Side Effects. Healthline. Medizinisch überprüft von Adda Bjarnadottir, MS, RDN. Verfügbar unter: healthline.com/nutrition/babassu-oil
  13. Fundo Brasil (2025). In Piauí, coconut breakers show that defending the babassu is a fight for rights. Bezugnehmend auf: Lei do Babaçu Livre (2022). Verfügbar unter: fundobrasil.org.br