Squalan

Zuletzt aktualisiert: 12.02.26

Squalan gilt als einer der wirksamsten Feuchtigkeitsspender in der modernen Hautpflege – und das aus gutem Grund. Der Wirkstoff ist dem hauteigenen Talg (Sebum) so ähnlich wie kaum ein anderer kosmetischer Inhaltsstoff.[1] Harper's Bazaar nennt Squalan „das gut gehütete Geheimnis seidiger Haut", und die Elle fragt: „Ist Squalan das neue Kokosöl?" Doch was steckt wirklich hinter dem Hype um Squalan für Haut und Haare?

Squalan Öl – pflanzlicher Feuchtigkeitsspender für Haut und Haare

Squalen ist einer der Hauptbestandteile des natürlichen Hydro-Lipid-Films der menschlichen Haut und macht etwa 13 Prozent des Sebums aus.[1] Squalan, die hydrierte und damit stabilisierte Form des Squalens, wird in der Kosmetik wegen seiner herausragenden Verträglichkeit geschätzt. Dermatologische Studien bestätigen folgende Eigenschaften:[2][3]

  • Macht die Haut weich und seidig, ohne einen Fettfilm zu hinterlassen
  • Bewahrt die Haut vor transepidermalem Feuchtigkeitsverlust (TEWL)
  • Wirkt als Antioxidans und schützt hauteigene Fette vor Oxidation
  • Zieht hervorragend ein und verbessert die Penetration anderer Wirkstoffe[4]
  • Pflegt trockene, spröde Haarspitzen – natürlicher als Silikon
  • Lässt sich sehr gut verteilen und besitzt ein hohes Spreitvermögen
  • Ist absolut reizarm, nicht komedogen und für alle Hauttypen geeignet[5]

Reines Squalan ist pflegend, schützend und fühlt sich angenehm seidig auf der Haut an. Es kann pur auf Haut und Haaren verwendet oder tröpfchenweise in Cremes, Shampoos und Conditioner eingemischt werden.

Phytosqualan – das pflanzliche Squalan

Squalan bzw. Squalen – so die natürlich vorkommende, ungesättigte Form – ist ein Lipid, das sowohl im menschlichen Körper als auch in zahlreichen Pflanzen vorkommt. Im hauteigenen Sebum macht Squalen rund 13 bis 15 Prozent der Gesamtlipide aus und ist damit ein zentraler Baustein des natürlichen Schutzschildes der Haut.[1]

Der Name „Squalen" leitet sich vom lateinischen „Squalus" (Haifisch) ab, da der Wirkstoff ursprünglich aus Haifischleber gewonnen wurde. Etwa 3.000 Haifischlebern ergaben eine Tonne des kostbaren Öls. Aus Tier- und Umweltschutzgründen wird Squalen heute überwiegend aus pflanzlichen Quellen gewonnen. Immer mehr Hersteller betonen mit der Bezeichnung „Phytosqualan" den pflanzlichen Ursprung ihres Produkts.

Die wichtigsten pflanzlichen Squalenquellen sind:

  • Olivenöl – enthält ca. 0,2–0,7 % Squalen und fällt in großen Mengen als Nebenprodukt der Raffination an
  • Amaranthöl – mit bis zu 7,3 % der mit Abstand reichste pflanzliche Squalenlieferant[6]
  • Avocadoöl, Weizenkeimöl und Reiskeimöl – in geringeren Konzentrationen
  • Zuckerrohr – neueste biotechnologische Methode: Squalen wird aus nachhaltig angebautem Zuckerrohr durch Fermentation gewonnen

Für den Einsatz in Kosmetik wird das natürlich vorkommende Squalen in Squalan umgewandelt. Das ursprüngliche Squalen besitzt sechs Doppelbindungen, die es anfällig für Oxidation machen – die Haltbarkeit wäre daher stark begrenzt.[7] Durch Hydrierung (Absättigung der Doppelbindungen) wird Squalen zum stabilen Squalan, das in Beautyprodukten problemlos einsetzbar ist.

Unterschied zwischen Squalen und Squalan

Die Verwechslung von Squalen und Squalan ist weit verbreitet, dabei unterscheiden sich die beiden Substanzen in wesentlichen Punkten:

Squalen (C₃₀H₅₀) ist die natürliche, ungesättigte Form mit sechs Doppelbindungen. Es kommt im menschlichen Sebum, in Pflanzenölen und in Haifischlebern vor. Wegen seiner hohen Oxidationsanfälligkeit ist es für kosmetische Produkte kaum geeignet. Oxidiertes Squalen (Squalenperoxid) ist nachweislich komedogen und kann entzündliche Akne fördern.[8]

Squalan (C₃₀H₆₂) ist die vollständig gesättigte (hydrierte) Form ohne Doppelbindungen. Es ist chemisch stabil, nicht oxidierbar und wird als kosmetischer Wirkstoff eingesetzt. Squalan ist nicht komedogen und hautverträglich für alle Hauttypen.[5]

Zusammengefasst: Squalen ist der Naturstoff, Squalan ist die für die Kosmetik aufbereitete, stabile Variante. In der Zutatenliste (INCI) findet sich der Wirkstoff als „Squalane".

Chemische Eigenschaften von Squalan

Squalan wird von Behörden und dermatologischen Fachgesellschaften als unbedenklicher kosmetischer Inhaltsstoff eingestuft.[2] Chemisch handelt es sich um einen acyclischen Triterpen-Kohlenwasserstoff mit der Summenformel C₃₀H₆₂. Die internationale IUPAC-Bezeichnung lautet 2,6,10,15,19,23-Hexamethyltetracosan. Das farblose und geruchsneutrale Öl besteht aus zwei Farnesan-Einheiten.

Die INCI-Bezeichnung lautet „Squalane" (hydrierte Form) bzw. „Squalene" (ungesättigte Naturform). Ist der Wirkstoff in einem Kosmetikprodukt enthalten, wird er in der Zutatenliste gelistet.

Zu den anerkannten Eigenschaften von Squalan zählen:

  • Rückfettend auf Haar und in den oberen Hautschichten (Emollient)
  • Hautpflegend und feuchtigkeitsbindend
  • Antistatisch durch Verringerung der statischen Elektrizität
  • Geschmeidig machend (Weichmacher für Haut und Haare)
  • Penetrationsverstärker – verbessert die Aufnahme anderer Wirkstoffe[4]
  • Haarkonditionierend und glanzgebend

Ein bekanntes Derivat des Squalens ist Perhydrosqualen. Squalan wird auch unter verschiedenen Markennamen vertrieben, etwa „Cosbiol" von Sigma-Aldrich (Merck-Tochter) oder als „Phytosqualan" bei pflanzlichem Ursprung.

Wirkung von Squalan auf Haut und Haare

Squalan ist dem menschlichen Sebum strukturell sehr ähnlich. Diese Biomimetik – also die Nachahmung körpereigener Substanzen – erklärt, warum Squalan so außergewöhnlich gut von der Haut aufgenommen wird.[2] Es dringt schnell in die Hornschicht (Stratum corneum) ein und nimmt auf seinem Weg andere Wirkstoffe mit.

Eine Studie aus dem Jahr 2022 konnte zeigen, dass eine Emulsion mit 5 % Squalan die Verweildauer von Polyphenolen in der Haut signifikant verlängerte – die Wirkstoffe erreichten tiefere Hautschichten und blieben dort länger aktiv.[4] Ein Tropfen genügt bereits, um trockene Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen und vor weiterem transepidermalem Wasserverlust zu schützen.

Aktuelle Forschungsergebnisse (2025) belegen darüber hinaus, dass Squalan UVA-induzierte oxidative Schäden in menschlichen Hautfibroblasten abschwächt. Der Wirkstoff konnte die Kollagenbiosynthese nach UV-Bestrahlung wiederherstellen und die Wundheilung auf zellulärer Ebene fördern.[3]

In der Haarpflege umhüllt Squalan trockene Haarspitzen, ist deutlich leichter als Kokosöl und natürlicher als Silikon. Es glättet die Haaroberfläche, ohne die Poren der Kopfhaut zu verstopfen.

Die Haltbarkeit von reinem Squalan-Öl nach dem Öffnen beträgt 12 bis 24 Monate – die chemische Stabilität des hydrierten Öls ist dabei sein größter Vorteil gegenüber der natürlichen Squalenform.

Feuchtigkeitsbooster für die Haut

Squalan ist als transparentes, geruchloses Lipid ein wesentlicher Bestandteil des hauteigenen Hydro-Lipid-Films. Das Öl dringt schnell und vollständig in die Haut ein, bindet dort Feuchtigkeit und verhindert den transepidermalen Wasserverlust (TEWL). Es schützt zudem die hauteigenen Fette vor Oxidation – und das alles, ohne einen Fettfilm zu hinterlassen.[2]

Die Haut erscheint deutlich glatter, gewinnt an Geschmeidigkeit und Elastizität. Klinische Untersuchungen bestätigen, dass Squalan die Hautbarriere stärkt, was besonders bei Erkrankungen wie Ekzemen, Rosacea und empfindlicher Haut von Bedeutung ist.[5] Die National Eczema Association hat Squalan-Produkte für ihre beruhigende Wirkung anerkannt.

Squalan eignet sich auch hervorragend als Make-up-Base: Die Foundation lässt sich leichter verteilen, haftet besser und länger auf der Haut. Ebenso bewährt hat sich das Öl als Make-up-Entferner – in seiner puren Form löst es selbst wasserfestes Make-up schonend.

Für die tägliche Hautpflege wird Squalan-Öl am besten mit einer Pipette dosiert und in sanften Bewegungen einmassiert. Wenige Tropfen genügen für Gesicht und Dekolleté. Das Öl kann morgens unter der Tagescreme oder abends als letzter Pflegeschritt aufgetragen werden.

Da Squalan absolut reizarm ist, kann es auch bei der Hautpflege von Kindern eingesetzt werden. Punktuell aufgetragen, regeneriert es besonders raue Hautpartien an Ellenbogen, Händen und Füßen. Bei rissiger Haut unterstützen Cremes und Lotionen mit Panthenol die Wundheilung. Zusammen mit Squalan zieht der Wirkstoff noch besser ein, da Squalan als Penetrationsverstärker wirkt.[4]

Haarpflege mit Squalan – der ultimative Geheimtipp

Das von Squalan erzeugte seidige Gefühl auf der Haut setzt sich bei der Haarpflege fort. Squalanöl pflegt die Kopfhaut, verringert die Splissanfälligkeit und macht das Haar leicht kämmbar, glänzend und geschmeidig. Wer unter trockenen Haarspitzen oder strapaziertem Haar leidet, kann von diesem Wirkstoff besonders profitieren.

Squalan als Alternative zu Silikon

Silikone glätten die Haaroberfläche und lassen das Haar anfangs weich aussehen. Die synthetischen Polymere legen sich jedoch eng auf den Haarschaft und bilden mit der Zeit eine Versiegelung, die das Haar beschwert und sich nur schwer auswäscht. Die Haare wirken kraftlos, schwer und lassen sich kaum noch frisieren.

Squalan bietet eine pflanzliche Alternative: Das Haar lässt sich leichter kämmen, die Kopfhaut wird gepflegt, und die Haarspitzen erhalten Feuchtigkeit – ohne den Build-up-Effekt von Silikonen. Squalan wirkt zudem antistatisch und neutralisiert die statische Aufladung der Haaroberfläche. Da es absolut reizarm ist, kann Squalan auch bei der Haarpflege von Kindern verwendet werden.

Anwendung als pflegende Haarkur

In Haarpflegeprodukten wie Shampoos, Conditionern und Haarmasken wird Squalan sparsam verwendet: 2 bis 3 Tropfen Squalanöl für eine 250-ml-Flasche, etwa 5 Tropfen für 500 ml. Das Fluid zieht gut in die Hornschicht ein, verdünnt jedoch auch das Shampoo leicht.

Für eine Intensiv-Haarkur werden einige Tropfen Squalan ins angefeuchtete Haar eingeknetet. Nach 30 bis 60 Minuten Einwirkzeit das Haar ausspülen und wie gewohnt frisieren. Das Ergebnis: mehr Volumen, seidiger Glanz und verbesserte Frisierbarkeit. Auch die Kopfhaut profitiert von der pflegenden Wirkung des Squalan-Öls.

Extrapflege als Leave-In

Für eine Extraportion Pflege kann die Squalan-Haarkur im Haar verbleiben. Das definiert Locken, beruhigt geschädigte Haarspitzen und sorgt für einen gepflegten Look. Dazu einfach einige Tropfen Öl in die spröden Spitzen einmassieren – Squalan hinterlässt keinen fettigen Film.

Anti-Aging mit Squalan

Die hauteigene Squalenproduktion erreicht ihren Höhepunkt in den Teenagerjahren und beginnt ab dem 20. bis 30. Lebensjahr deutlich zu sinken.[2] Mit abnehmendem Squalengehalt verliert die Haut an Feuchtigkeit und Schutz – Trockenheit und frühzeitige Faltenbildung sind die Folge.

In der traditionellen Medizin wurde bereits Amaranthöl wegen seiner hohen Squalenkonzentration als Hautpflegemittel eingesetzt. Der Amaranth liefert zusätzlich hautpflegende Inhaltsstoffe wie Phytosterole, Vitamin E und ungesättigte Fettsäuren.[6]

Aktuelle Forschung bestätigt: Squalan schützt Hautfibroblasten vor UVA-induziertem oxidativem Stress, unterstützt die Kollagenbiosynthese und fördert die Zellmigration – also die zelluläre Wundheilung. Squalan aktiviert dabei den Nrf2-Signalweg, einen zentralen Schalter der antioxidativen Zellverteidigung, und hemmt die entzündungsfördernden Marker NF-κB und COX-2.[3]

Im Anti-Aging-Bereich ist Squalan besonders interessant, weil es als Penetrationsverstärker wirkt: Hochwirksame Anti-Aging-Wirkstoffe wie Retinol, Vitamin C oder Hagebuttenöl werden mit Squalan schneller und tiefer in die Hautschichten transportiert.[4] Die hautschonende Entfernung von Make-up mit Squalan rundet die Anti-Aging-Pflege ab.

Squalan-Kosmetik zum Selbermachen

Der Wirkstoff Squalan ist mit rund 13 Prozent das mengenmäßig häufigste Lipid im menschlichen Talg (Sebum).[1] Auch Olivenöl enthält Squalen – allerdings zusammen mit weiteren Inhaltsstoffen wie Fettsäuren, Vitaminen A und E sowie Calcium. Das im Handel erhältliche reine Squalan-Öl enthält ausschließlich den hydrierten Wirkstoff ohne weitere Zusätze und eignet sich daher besonders gut als Beimischung in DIY-Kosmetik.

Squalan kann pur auf die Haut aufgetragen werden. Es ist gesundheitlich unbedenklich, und selbst bei direktem Augenkontakt treten keine reizenden Nebenwirkungen auf. Angeboten wird reines Squalan in Glasflaschen oder in bruchsicheren, weichmacherfreien Glaspolymerflaschen.

Reines Squalan-Öl lässt sich gut mit anderen Beautyprodukten vermischen: Shampoos, Conditioner, Hautemulsionen, Foundations und Sonnenschutzprodukten. Es kann zur Herstellung von Emulsionen, Cremes und Haarpflegeprodukten verwendet werden.

Dosierung und Einarbeitung:

  • Squalan ist in Wasser nahezu unlöslich – ideal ist eine Fett- oder Ölphase
  • Als Carrier für fettlösliche Wirkstoffe wie Vitamin A, E, K und Coenzym Q10 geeignet
  • Empfohlene Einsatzkonzentration: 1–5 Prozent
  • Bei 250 ml Pflegeprodukt genügen etwa 2–3 Tropfen
  • In cremigen Emulsionen macht Squalan die Textur etwas flüssiger

Das hohe Spreitvermögen von Squalan sorgt dafür, dass Emulsionen auf der Haut leichter verteilt werden können und schnell ohne Fettfilm einziehen. Zurück bleibt nur ein angenehmes, seidiges Hautgefühl. Wer selbst Ölmischungen herstellt, kann Squalan als leichte Basiskomponente nutzen.

Squalan bei Akne und Pickeln

Die Frage, ob Squalan Akne verschlimmert, ist berechtigt – doch die Antwort erfordert eine klare Unterscheidung: Nicht Squalan, sondern oxidiertes Squalen ist das Problem.

Squalen (mit „e"), der natürliche, ungesättigte Lipidbestandteil des Sebums, oxidiert unter Einwirkung von UVA-Strahlung, Zigarettenrauch und Ozon. Die dabei entstehenden Squalenperoxide (Squalenmonohydroperoxid) sind nachweislich stark komedogen und entzündungsfördernd. Eine In-vivo-Studie konnte zeigen, dass Akne-Haut signifikant höhere Konzentrationen von oxidiertem Squalen aufweist als gesunde Haut.[8]

Squalen mit Akne zu assoziieren ist also korrekt – aber Squalan (mit „a") verhält sich grundlegend anders: Als vollständig gesättigter Kohlenwasserstoff besitzt Squalan keine Doppelbindungen und kann daher nicht oxidieren. Es bildet keine komedogenen Peroxide.[9]

Squalan löst nach derzeitigem Forschungsstand keine Akne aus und gilt als nicht komedogen. Allerdings sind bei einer bestehenden Akne alle Lipide im Sebum erhöht. Daher sollte ein reines Lipid-Öl wie Squalan bei aktiver Akne mit Vorsicht und in geringer Dosierung angewendet werden. Menschen mit unreiner Haut sollten die individuelle Verträglichkeit testen.

Ist Squalan komedogen?

Komedonen sind Mitesser – verstopfte Poren, die bei Hautunreinheiten entstehen. Grundsätzlich ist Squalan nicht komedogen, da es ein natürlicher Bestandteil des hauteigenen Hydro-Lipid-Films ist und von der Haut als „körpereigen" erkannt wird.

Eine experimentelle Studie verglich die Komedogenität von sechs Lipiden – darunter Squalen und Squalan – an einem etablierten Hautmodell. Das Ergebnis: Während UVA-bestrahltes Squalen stark komedogen wirkte und deutliche Komedonenbildung auslöste, zeigte Squalan selbst nach UVA-Bestrahlung keinerlei komedogene Wirkung. Der Lipidperoxidationswert von Squalan blieb unverändert.[9]

Nichtsdestotrotz ist Squalan ein Lipid. In sehr seltenen Fällen kann es bei individueller Empfindlichkeit Reaktionen auslösen – so wie auch viele andere grundsätzlich nicht komedogene Stoffe. Jede Haut ist anders und enthält unterschiedliche Konzentrationen der Lipide. Fast ausnahmslos wird Squalan gut vertragen und erzeugt keine Hautunreinheiten.

Für weitere Informationen empfiehlt sich der Artikel über komedogene und nicht komedogene Öle.

Nebenwirkungen von Squalan

Squalan gilt als einer der verträglichsten kosmetischen Wirkstoffe überhaupt. Es ist von Natur aus reizarm und wird auch von empfindlicher Haut in der Regel problemlos vertragen.[2] Da es dem hauteigenen Sebum strukturell sehr ähnlich ist, treten allergische Reaktionen äußerst selten auf.

Folgende Punkte sollten dennoch beachtet werden:

  • Bei bekannter Unverträglichkeit gegenüber der Rohstoffquelle (z. B. Oliven) sollte die Herkunft des Squalans überprüft werden
  • Bei aktiver, entzündlicher Akne ist Vorsicht geboten, da jedes zusätzliche Lipid die Talgproduktion beeinflussen kann
  • Squalan ist kein Sonnenschutz – es ersetzt keine Sonnencreme, auch wenn es antioxidative Eigenschaften besitzt
  • Bei der Verwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit sind bisher keine Bedenken bekannt, eine Rücksprache mit dem Arzt ist dennoch empfehlenswert

Bei direktem Augenkontakt mit reinem Squalan-Öl treten in der Regel keine reizenden Nebenwirkungen auf. Insgesamt ist das Sicherheitsprofil von Squalan ausgezeichnet.

Squalan kaufen – worauf ist zu achten?

Squalan ist immer häufiger Bestandteil hochwertiger kosmetischer Produkte – in der Anti-Aging-, Haut- und Haarpflege sowie im dekorativen Beautybereich. Wer reines Squalan-Öl kaufen möchte, sollte auf folgende Qualitätsmerkmale achten:

  • Pflanzlicher Ursprung (Phytosqualan): Achten Sie auf die Bezeichnung „Phytosqualan" oder „plant-derived Squalane". Die gängigsten Quellen sind Olivenöl und Zuckerrohr.
  • Reinheitsgrad: Ein 100 % reines Squalan-Serum enthält nur den Wirkstoff – ohne Zusätze, Duftstoffe oder Konservierungsmittel. Das INCI sollte ausschließlich „Squalane" listen.
  • Verpackung: Glasflaschen mit Pipette schützen das Öl vor Licht und erleichtern die sparsame Dosierung.
  • Zertifizierungen: Bio-Zertifizierungen (z. B. ECOCERT) und ein Nachweis über tierversuchsfreie Herstellung sind ein Qualitätsmerkmal.
  • Nachhaltigkeit: Squalan aus Zuckerrohr-Fermentation gilt als besonders nachhaltig. Es wird biotechnologisch hergestellt und kommt ohne die intensive Verarbeitung von Pflanzenölen aus.

Ein reines Squalan-Öl ist frei verkäuflich und wird sehr sparsam eingesetzt – wenige Tropfen genügen pro Anwendung. Auf den Herstellerseiten kann der genaue Ursprung des verwendeten Squalans erfragt werden. Squalan ist in Apotheken, Drogerien und im Online-Handel erhältlich.

Häufige Fragen zu Squalan

Was ist Squalan?

Squalan ist ein farbloses, geruchloses Lipid, das dem hauteigenen Sebum ähnelt. Es entsteht durch Hydrierung von Squalen und wird in der Kosmetik als Feuchtigkeitsspender, Emollient und Penetrationsverstärker eingesetzt. Squalan ist für alle Hauttypen geeignet und nicht komedogen.[2]

Was ist der Unterschied zwischen Squalen und Squalan?

Squalen (mit „e") ist die natürliche, ungesättigte Form (C₃₀H₅₀) mit sechs Doppelbindungen. Es kommt im menschlichen Sebum und in Pflanzenölen vor, oxidiert jedoch schnell. Squalan (mit „a") ist die hydrierte, gesättigte Form (C₃₀H₆₂) – chemisch stabil, nicht oxidierbar und für Kosmetik geeignet.

Ist Squalan gut für die Haut?

Ja. Squalan spendet Feuchtigkeit, stärkt die Hautbarriere, wirkt antioxidativ und verbessert die Aufnahme anderer Wirkstoffe. Es ist reizarm und wird von der National Eczema Association für empfindliche Haut empfohlen.[5]

Ist Squalan komedogen? Kann es Akne auslösen?

Squalan gilt als nicht komedogen. Im Gegensatz zu oxidiertem Squalen, das komedogene Peroxide bildet, bleibt Squalan chemisch stabil und verstopft die Poren nicht. Bei bestehender Akne sollte es dennoch vorsichtig dosiert werden.[9]

Woher kommt Squalan?

Früher wurde Squalen aus Haifischlebern gewonnen. Heute stammt kosmetisches Squalan überwiegend aus pflanzlichen Quellen: Olivenöl, Amaranth oder Zuckerrohr. Die Bezeichnung „Phytosqualan" garantiert pflanzlichen Ursprung.

Wie verwende ich Squalan richtig?

Reines Squalan-Öl kann pur auf die Haut oder ins Haar aufgetragen werden. Alternativ lassen sich 2–3 Tropfen in Cremes, Seren, Shampoos oder Conditioner einmischen. Als Make-up-Base sorgt es für bessere Haftung, als Leave-In pflegt es trockene Haarspitzen.

Ist Squalan in der Schwangerschaft sicher?

Squalan gilt als unbedenklich und wird auch in der Schwangerschaft und Stillzeit in der Regel gut vertragen. Es enthält keine hormonell wirksamen Substanzen. Bei Unsicherheiten empfiehlt sich eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt.

Kann ich Squalan mit Hyaluronsäure kombinieren?

Ja, Squalan und Hyaluronsäure ergänzen sich hervorragend. Hyaluronsäure zieht Feuchtigkeit in die Haut, Squalan versiegelt sie dort. Die Kombination bietet optimale Hydration: zuerst das wasserbasierte Hyaluronserum, dann einige Tropfen Squalan darüber.

Eignet sich Squalan bei Rosacea und Neurodermitis?

Squalan ist aufgrund seiner entzündungshemmenden und barriereunterstützenden Eigenschaften bei Rosacea und Neurodermitis eine gute Wahl. Es beruhigt gereizte Haut, ohne sie zusätzlich zu belasten. Die National Eczema Association hat Squalan-Produkte für ihre hautberuhigende Wirkung anerkannt.[5]

Quellen

  1. Huang, Z. R., Lin, Y. K., & Fang, J. Y. (2009). Biological and Pharmacological Activities of Squalene and Related Compounds: Potential Uses in Cosmetic Dermatology. Molecules, 14(1), 540–554. doi:10.3390/molecules14010540
  2. Cleveland Clinic (2022). Squalane: What It Is and Benefits. health.clevelandclinic.org. Abgerufen am 12.02.2026 von health.clevelandclinic.org/squalane
  3. Matkawala, F. et al. (2025). Squalane as a Promising Agent Protecting UV-Induced Inhibition of Collagen Biosynthesis and Wound Healing in Human Dermal Fibroblast. Molecules, 30(9), 1964. doi:10.3390/molecules30091964
  4. Oliveira, A. et al. (2022). Effect of squalane-based emulsion on polyphenols skin penetration: Ex vivo skin study. Colloids and Surfaces B: Biointerfaces, 218, 112779. doi:10.1016/j.colsurfb.2022.112779
  5. Healthline (2025). What Is Squalane and What Are Its Benefits for Skin and Hair? healthline.com. Abgerufen am 12.02.2026 von healthline.com/health/squalane
  6. He, H. P., & Corke, H. (2003). Oil and Squalene in Amaranthus Grain and Leaf. Journal of Agricultural and Food Chemistry, 51(27), 7913–7920. doi:10.1021/jf030489q
  7. Pham, D. M. et al. (2015). Oxidization of squalene, a human skin lipid: a new and reliable marker of environmental pollution studies. International Journal of Cosmetic Science, 37(4), 357–365. doi:10.1111/ics.12208
  8. Condrò, G., Sciortino, R., & Perugini, P. (2023). Squalene Peroxidation and Biophysical Parameters in Acne-Prone Skin: A Pilot „In Vivo" Study. Pharmaceuticals, 16(12), 1704. doi:10.3390/ph16121704
  9. Motoyoshi, K. (1983). Enhanced comedo formation in rabbit ear skin by squalene and oleic acid peroxides. British Journal of Dermatology, 109(2), 191–198. doi:10.1111/j.1365-2133.1983.tb07080.x