Maiskeimöl (auch als Maisöl bezeichnet) zählt weltweit zu den am häufigsten verwendeten Speiseölen. Es wird aus den fetthaltigen Keimen des Maiskorns gewonnen und zeichnet sich durch einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, insbesondere Linolsäure, sowie einen beachtlichen Gehalt an Vitamin E aus. Raffiniertes Maiskeimöl ist nahezu geschmacksneutral und eignet sich daher vielseitig in der Küche – von Salatdressings bis zum Braten und Frittieren. Kaltgepresstes Maiskeimöl hingegen bewahrt mehr Nährstoffe, ist jedoch hitzeempfindlicher. Auch in der Kosmetik und der Tierfütterung kommt das Öl zum Einsatz.

Aufgrund seines hohen Omega-6-Gehalts bei gleichzeitig sehr niedrigem Omega-3-Anteil ist Maiskeimöl jedoch nicht uneingeschränkt empfehlenswert. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) rät dazu, Maiskeimöl im Wechsel mit anderen Pflanzenölen wie Rapsöl zu verwenden, die ein günstigeres Fettsäureverhältnis aufweisen.[1]
Herkunft und Verbreitung von Mais
Mais (Zea mays) gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae) und stammt ursprünglich aus den Tropen Mittelamerikas. In Mexiko liegt das Zentrum der ersten Kultivierung, die auf etwa 7.000 v. Chr. datiert wird. Mais ist eine sogenannte C4-Pflanze und bindet CO₂ effizienter als viele andere Nutzpflanzen. Dadurch gedeiht die Pflanze auch bei hohen Temperaturen und kommt mit vergleichsweise wenig Wasser aus.
Aus wirtschaftlicher Sicht handelt es sich bei Mais um eine der wichtigsten Nutzpflanzen weltweit. Die globale Ernte beträgt jährlich über eine Milliarde Tonnen.[2] Neben der Verwendung als Lebensmittel, Futtermittel und Rohstoff für Biotreibstoff werden auch Produkte wie Maisstärke, Maismehl und Maiskeimöl hergestellt.
Christoph Kolumbus brachte den Mais im frühen 16. Jahrhundert nach Europa. Bereits 1543 waren erste Abbildungen der Pflanze in europäischen Kräuterbüchern zu finden. In Deutschland wurde Mais zunächst nur als Gartenpflanze angebaut. Einen deutlichen Anstieg erfuhr der Maisanbau erst ab den 1970er-Jahren, als es gelang, kältetolerantere Sorten zu züchten. Laut Statistischem Bundesamt lag die Maisanbaufläche in Deutschland 2024 bei rund 2,5 Millionen Hektar.[3] Die weltweit größten Maisproduzenten sind die USA, China, Brasilien und Argentinien.
Gewinnung von Maiskeimöl
Für die Herstellung von einem Liter Maiskeimöl werden rund 100 Kilogramm Mais benötigt – das entspricht etwa 120.000 Maiskeimen.[1] Gewonnen wird das Öl aus den fetthaltigen Keimen des Maiskorns, die während der industriellen Stärkeproduktion als Nebenprodukt anfallen.
Es gibt zwei wesentliche Herstellungsverfahren:
Kaltpressung (nativ): Die Keimlinge werden ohne Wärmezufuhr mechanisch gepresst und anschließend filtriert. Dieses Verfahren ist schonend und bewahrt die natürlichen Inhaltsstoffe. Kaltgepresstes Maiskeimöl hat eine leicht rötlich-gelbe Farbe und einen dezenten Maisgeschmack.
Heißpressung und Extraktion (raffiniert): Bei der industriellen Gewinnung werden die Keimlinge zunächst heiß gepresst. Aus dem verbleibenden Presskuchen wird mithilfe des Lösungsmittels Hexan das restliche Öl extrahiert. Das Rohöl durchläuft anschließend mehrere Raffinationsschritte: Es wird entschleimt, entsäuert, gebleicht, desodoriert und entwachst. Das Ergebnis ist ein farbloses, geschmacksneutrales Öl. Für die typisch goldgelbe Färbung wird häufig Beta-Carotin zugesetzt.
Inhaltsstoffe von Maiskeimöl
Maiskeimöl besteht zu 100 Prozent aus Fett und zeichnet sich durch ein charakteristisches Fettsäureprofil aus. Der Anteil an ungesättigten Fettsäuren liegt bei etwa 85 Prozent, wobei die mehrfach ungesättigte Linolsäure (Omega-6) mit rund 50 bis 59 Prozent den größten Anteil ausmacht. Damit gehört Maiskeimöl zu den Ölen mit dem höchsten Linolsäuregehalt – vergleichbar mit Sonnenblumenöl und Distelöl.[4]
Weitere wichtige Inhaltsstoffe sind:
- Vitamin E (Tocopherole): Etwa 34–35 mg pro 100 g – ein überdurchschnittlich hoher Wert, der als natürliches Antioxidans wirkt und die Haltbarkeit des Öls verlängert[1]
- Provitamin A (Beta-Carotin): Insbesondere in kaltgepresstem Öl natürlich enthalten, bei raffiniertem Öl teilweise zugesetzt
- Vitamin K: Beteiligt an der Blutgerinnung und dem Knochenstoffwechsel
- Phytosterole: Pflanzliche Sterine, die den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen können[5]
- Squalen: Ein Lipid, das in geringen Mengen im Maiskeimöl nachweisbar ist und antioxidative Eigenschaften besitzt[6]
Das Fettsäureprofil von Maiskeimöl im Überblick:
- Gesättigte Fettsäuren: ca. 13 % (v. a. Palmitinsäure)
- Einfach ungesättigte Fettsäuren: ca. 24–30 % (v. a. Ölsäure)
- Mehrfach ungesättigte Fettsäuren: ca. 50–59 % (v. a. Linolsäure/Omega-6)
- Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure): unter 2 %
Der sehr niedrige Omega-3-Gehalt ist der Hauptkritikpunkt an Maiskeimöl aus ernährungsphysiologischer Sicht. Das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 liegt bei etwa 46:1 – deutlich über dem empfohlenen Bereich von 5:1.[7]
Maiskeimöl Kalorien und Nährwerttabelle
| Maiskeimöl | |
|---|---|
![]() | |
| 100 g Maiskeimöl enthält durchschnittlich: | |
| Nährstoff | Menge |
| Kalorien | 884 kcal (3.700 kJ) |
| Fettgehalt | 100 g |
| Gesättigte Fettsäuren | 13 g |
| Ungesättigte Fettsäuren | 87 g |
| – davon einfach ungesättigt (Ölsäure) | 28 g |
| – davon mehrfach ungesättigt (Linolsäure) | 55 g |
| Omega-6-Fettsäuren | 54 g |
| Omega-3-Fettsäuren | 1,2 g |
| Cholesterin | 0 mg |
| Natrium | 0 mg |
| Kohlenhydrate | 0 g |
| Ballaststoffe | 0 g |
| Zucker | 0 g |
| Protein | 0 g |
| Vitamin E | 34 mg |
| Rauchpunkt (raffiniert) | 230 °C |
| Rauchpunkt (kaltgepresst) | ca. 160 °C |
Im Vergleich zu anderen Speiseölen liegt Maiskeimöl mit rund 884 kcal pro 100 g im üblichen Bereich. Es ist cholesterinfrei und enthält keinerlei Kohlenhydrate oder Proteine.
Wirkung von Maiskeimöl
Die Wirkung von Maiskeimöl auf die Gesundheit ist differenziert zu betrachten. Einerseits liefert es wertvolle Nährstoffe, andererseits birgt der hohe Omega-6-Gehalt bei übermäßigem Verzehr Risiken.
Vitamin E als Antioxidans: Der hohe Vitamin-E-Gehalt von Maiskeimöl (ca. 34 mg/100 g) macht es zu einem effektiven Fänger freier Radikale. Vitamin E schützt die Zellmembranen vor oxidativem Stress und trägt nachweislich zur Hautgesundheit bei.[8]
Cholesterinsenkend: Maiskeimöl ist cholesterinfrei und enthält Phytosterole, die die Aufnahme von Cholesterin im Darm hemmen können. In einer kontrollierten Studie senkte der Verzehr von Maiskeimöl den LDL-Cholesterinspiegel stärker als Olivenöl.[5]
Hautpflege: Die ungesättigten Fettsäuren – insbesondere Linolsäure – sind den hauteigenen Lipiden strukturell ähnlich. Sie unterstützen die Barrierefunktion der Haut und wirken feuchtigkeitsspendend. Maiskeimöl wird daher in der Kosmetik als rückfettender und reizlindernder Inhaltsstoff geschätzt.
Entzündungspotenzial durch Omega-6: Die im Maiskeimöl reichlich vorhandene Linolsäure kann im Körper zu Arachidonsäure umgewandelt werden, einem Vorläufer proinflammatorischer Botenstoffe. Das BZfE weist darauf hin, dass die Omega-6-reiche Linolsäure Entzündungen befeuern kann, während entzündungssenkende Omega-3-Fettsäuren im Maiskeimöl nur in geringen Mengen enthalten sind.[1]
Anwendungsgebiete von Maiskeimöl
Maiskeimöl lässt sich vielseitig einsetzen – in der Küche, der Körperpflege und sogar in der Tierfütterung.
Maiskeimöl in der Küche
Dank seines nahezu neutralen Geschmacks ist raffiniertes Maiskeimöl ein vielseitiger Begleiter in der Küche. Es eignet sich hervorragend für Salatdressings, Marinaden, Dips und Mayonnaise. Auch zum Dünsten von Gemüse oder als Bestandteil von Backrezepten kann es verwendet werden.
Kaltgepresstes Maiskeimöl hat einen leicht nussig-maistypischen Geschmack und empfiehlt sich vor allem für die kalte Küche. Es verfeinert Salate, kalte Suppen und Rohkostgerichte. Da beim Erhitzen wertvolle Inhaltsstoffe verloren gehen, sollte kaltgepresstes Öl nicht über 160 °C erhitzt werden.
Maiskeimöl wird zudem in der Lebensmittelindustrie eingesetzt – unter anderem zur Herstellung von Margarine, Mayonnaise und Babynahrung.
Maiskeimöl zum Braten und Frittieren
Raffiniertes Maiskeimöl hat einen Rauchpunkt von etwa 230 °C und ist damit gut zum Braten und Frittieren geeignet. Beim Erhitzen entstehen keine schädlichen Zersetzungsprodukte, solange der Rauchpunkt nicht überschritten wird. Es eignet sich daher gut für Pommes frites, gebratenes Gemüse und Fleisch sowie für das Fondue.
Allerdings ist zu bedenken: Beim Erhitzen gehen hitzeempfindliche Nährstoffe wie Vitamin E und die mehrfach ungesättigten Fettsäuren verloren. Wer die gesundheitlichen Vorteile von Maiskeimöl nutzen möchte, sollte es daher bevorzugt kalt verwenden. Zum Braten bei hohen Temperaturen eignen sich Öle wie Kokosöl oder raffiniertes Rapsöl aufgrund ihrer Fettsäurezusammensetzung besser.[9]
Maiskeimöl für Haut und Haare
Maiskeimöl hat sich in der Hautpflege seit langem bewährt. Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind den natürlichen Lipiden der Haut strukturell ähnlich und können die Hautbarriere stärken. In Kombination mit dem hohen Vitamin-E-Gehalt ergibt sich ein pflegendes Öl, das trockene, rissige und strapazierte Haut mit Feuchtigkeit versorgt.
Besonders wirksam ist die Anwendung auf feuchter Haut: Das Öl verbindet sich mit dem Wasser zu einer Emulsion, dringt leichter in die oberen Hautschichten ein und kann dort Feuchtigkeit einschließen. Bei regelmäßiger Anwendung kann Maiskeimöl das Hautbild glatter und geschmeidiger erscheinen lassen.
Maiskeimöl eignet sich auch als natürliches Haaröl. Es kann trockenes, sprödes Haar mit Feuchtigkeit versorgen und Spliss vorbeugen. Dafür wird eine kleine Menge in die Haarspitzen einmassiert und nach einer Einwirkzeit von 20–30 Minuten ausgewaschen. Auch gegen brüchige Fingernägel und rissige Nagelhaut kann ein Ölbad mit Maiskeimöl helfen.
Maiskeimöl in der Kosmetik
In der Kosmetikindustrie wird Maiskeimöl unter der INCI-Bezeichnung Zea Mays Oil geführt. Es findet sich in zahlreichen Pflegeprodukten, darunter Cremes, Lotionen, Seifen, Haarpflegemittel und Lippenpflege. Der hohe Linolsäuregehalt macht es besonders geeignet für Produkte gegen fettige und unreine Haut, da Linolsäure die Talgproduktion regulieren kann.
Maiskeimöl kann als Trägeröl für ätherische Öle verwendet werden – etwa in selbst gemischten Massageölen oder Peelings. Ein einfaches Körperpeeling lässt sich herstellen, indem Maiskeimöl mit Meersalz oder braunem Zucker vermischt und nach dem Duschen in die Haut einmassiert wird.
Maiskeimöl für Tiere
Maiskeimöl kann als Ergänzung im Futter von Haustieren dienen, da es einen hohen Gehalt an der essenziellen Linolsäure aufweist. Sowohl Hunde als auch Pferde benötigen essenzielle Fettsäuren über die Nahrung, da ihr Organismus diese nicht selbst synthetisieren kann.
Grundsätzlich sollte kaltgepresstes Maiskeimöl verwendet und nicht erhitzt werden, um die wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten. Das Öl kann mit dem regulären Futter vermischt werden und zu Fellglanz, gesunder Haut und einer verbesserten Nährstoffaufnahme beitragen.
Maiskeimöl für Pferde
Maiskeimöl kann grundsätzlich an Pferde verfüttert werden. Es liefert Linolsäure und Vitamin E – zwei Nährstoffe, die insbesondere während des Fellwechsels und bei erhöhtem Energiebedarf wichtig sind.[10] Allerdings ist das Fettsäureverhältnis von Maiskeimöl für Pferde nicht optimal: Der Omega-6-Anteil liegt bei über 50 Prozent, während Omega-3-Fettsäuren kaum vorhanden sind.
Experten empfehlen daher, Maiskeimöl bei Pferden nicht als alleiniges Öl zu verwenden, sondern mit Omega-3-reichen Ölen wie Leinöl zu kombinieren. Die Dosierung sollte bei 75–100 ml pro Mahlzeit liegen, bei einer täglichen Gesamtmenge von maximal 1–1,5 ml pro Kilogramm Körpergewicht.[11] Wichtig: Ranziges Öl kann die Leber von Pferden schädigen – daher sollte Maiskeimöl stets kühl und dunkel gelagert werden.
Maiskeimöl für Hunde
Für Hunde ist Maiskeimöl aufgrund seines sehr hohen Omega-6-Gehalts nur eingeschränkt empfehlenswert. Zwar benötigen Hunde Linolsäure als essenzielle Fettsäure, jedoch sollte das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 in der Nahrung ausgewogen sein. Ernährungsberater für Hunde empfehlen, linolsäurereiche Öle wie Maiskeimöl stets mit Omega-3-reichen Ölen (z. B. Fischöl oder Algenöl) zu kombinieren.[12]
Besser geeignete Alternativen für Hunde sind Leinöl, Lachsöl oder speziell zusammengestellte Ölmischungen für die BARF-Fütterung. Wenn Maiskeimöl gefüttert wird, dann in kleinen Mengen und immer kaltgepresst. Achtung: Bei Hunden mit bekannter Getreide- oder Maisallergie sollte auf Maiskeimöl verzichtet werden.
Ist Maiskeimöl gesund?
Die Frage, ob Maiskeimöl gesund ist, lässt sich nicht pauschal mit Ja oder Nein beantworten. Es hängt von der Menge, der Verwendung und dem gesamten Ernährungskontext ab.
Vorteile von Maiskeimöl: Das Öl ist cholesterinfrei, reich an Vitamin E und enthält Phytosterole, die nachweislich den LDL-Cholesterinspiegel senken können.[5] Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind grundsätzlich wichtig für den Körper – Linolsäure ist eine essenzielle Fettsäure, die über die Nahrung zugeführt werden muss.
Nachteile und Risiken: Der sehr hohe Omega-6-Gehalt bei gleichzeitig vernachlässigbarem Omega-3-Anteil ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht problematisch. Eine Ernährung mit einem Übermaß an Omega-6-Fettsäuren und einem Mangel an Omega-3-Fettsäuren kann chronische Entzündungsprozesse im Körper begünstigen.[7] Studien bringen ein ungünstiges Omega-6/Omega-3-Verhältnis mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas und bestimmte Autoimmunerkrankungen in Verbindung.[13]
Eine neuere Meta-Analyse aus dem Jahr 2025, die 150 Kohortenstudien auswertete, kommt allerdings zu dem differenzierten Ergebnis, dass höhere Omega-6-Aufnahmen in der Allgemeinbevölkerung mit einem geringeren Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen assoziiert sind – es wird jedoch betont, dass die Evidenz uneinheitlich bleibt und weitere Forschung erforderlich ist.[14]
Fazit: In kleinen Mengen und als Teil einer abwechslungsreichen Ernährung ist Maiskeimöl nicht ungesund. Problematisch wird es, wenn es das Hauptöl in der täglichen Ernährung darstellt. Für eine ausgewogene Fettsäurezufuhr sollte es mit Omega-3-reichen Ölen wie Leinöl, Hanföl oder Rapsöl ergänzt werden.
Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren im Maiskeimöl
Maiskeimöl enthält rund 54 g Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure) pro 100 g, aber nur etwa 1,2 g Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure). Das resultierende Verhältnis von ca. 46:1 liegt weit über dem von Ernährungswissenschaftlern empfohlenen Bereich von 5:1 bis maximal 10:1.
Zum Vergleich: Rapsöl hat ein Omega-6/Omega-3-Verhältnis von etwa 2:1, Leinöl von etwa 1:3 und Walnussöl von etwa 5:1. Maiskeimöl liegt damit am ungünstigeren Ende des Spektrums, ähnlich wie Sonnenblumenöl (ca. 120:1) und Distelöl.
Wer regelmäßig Maiskeimöl verwendet, sollte daher gezielt Omega-3-reiche Lebensmittel in den Speiseplan einbauen – etwa fetten Seefisch, Walnüsse, Leinsamen oder entsprechende Öle.[7]
Maiskeimöl oder Rapsöl – Was ist besser?
Rapsöl wird von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) als das am besten geeignete Allzwecköl für die Küche empfohlen.[9] Der Hauptgrund: Rapsöl hat ein deutlich günstigeres Fettsäureprofil mit einem Omega-6/Omega-3-Verhältnis von etwa 2:1, einem hohen Anteil an Ölsäure und einem moderaten Gehalt an Alpha-Linolensäure (Omega-3).
Im direkten Vergleich:
- Fettsäureverhältnis: Rapsöl ist klar überlegen (2:1 vs. 46:1)
- Vitamin-E-Gehalt: Maiskeimöl hat einen höheren Vitamin-E-Gehalt (34 vs. 23 mg/100 g)
- Geschmack: Beide Öle sind in raffinierter Form geschmacksneutral
- Rauchpunkt: Ähnlich hoch (raffiniert jeweils ca. 220–230 °C)
- Preis: Rapsöl ist in der Regel günstiger
Fazit: Für die tägliche Verwendung ist Rapsöl die bessere Wahl. Maiskeimöl kann jedoch als gelegentliche Ergänzung, etwa in Dressings oder speziellen Rezepten, sinnvoll sein – vor allem, wenn parallel Omega-3-reiche Öle konsumiert werden. Weitere Alternativen zu Maiskeimöl finden sich in unserem separaten Vergleichsartikel.
Haltbarkeit und Lagerung von Maiskeimöl
Dank seines hohen natürlichen Vitamin-E-Gehalts ist Maiskeimöl vergleichsweise lange haltbar. Vitamin E wirkt als Antioxidans und verzögert das Ranzigwerden des Öls.
Richtig gelagert gelten folgende Richtwerte:
- Ungeöffnet: Raffiniertes Maiskeimöl ist bis zu 12–18 Monate haltbar; kaltgepresstes etwa 9–12 Monate
- Geöffnet: Innerhalb von 3–4 Monaten verbrauchen; kaltgepresstes Öl idealerweise im Kühlschrank aufbewahren
Für eine optimale Haltbarkeit sollte Maiskeimöl kühl (unter 20 °C), dunkel und gut verschlossen gelagert werden. Direktes Sonnenlicht und Wärme beschleunigen die Oxidation und können das Öl schneller ranzig werden lassen. Ranziges Öl erkennt man an einem unangenehm stechenden Geruch und einem bitteren Geschmack – es sollte dann nicht mehr verzehrt werden.
Maiskeimöl kaufen – Worauf sollte man achten?
Maiskeimöl ist in Supermärkten, Drogerien und Online-Shops erhältlich. Bekannte Marken sind unter anderem Mazola, David, Brölio und Byodo. Beim Kauf lohnt es sich, auf folgende Kriterien zu achten:
- Bio-Qualität: Bio-Maiskeimöl stammt aus kontrolliert biologischem Anbau und ist frei von synthetischen Pestiziden und Düngemitteln. Zudem ist bei Bio-Ware der Einsatz von Gentechnik ausgeschlossen – ein relevanter Aspekt, da weltweit ein großer Teil des Mais gentechnisch verändert ist.
- Kaltgepresst vs. raffiniert: Kaltgepresstes (natives) Maiskeimöl enthält mehr natürliche Inhaltsstoffe, hat jedoch eine geringere Hitzestabilität. Raffiniertes Öl eignet sich besser zum Braten, ist aber nährstoffärmer. Idealerweise hat man beide Varianten vorrätig.
- Dunkle Flasche: Lichtgeschütztes Glas oder undurchsichtige Verpackungen schützen das Öl vor Oxidation.
- Herkunft und Zertifizierung: Achten Sie auf Hinweise zur Herkunft und auf Siegel wie das EU-Bio-Siegel oder Bioland/Demeter.
Preislich liegt raffiniertes Maiskeimöl im mittleren Segment der Pflanzenöle – es ist teurer als Sonnenblumenöl, aber günstiger als natives Olivenöl. Kaltgepresstes Bio-Maiskeimöl ist entsprechend hochpreisiger.
Häufige Fragen zu Maiskeimöl
Ist Maiskeimöl zum Braten geeignet?
Ja, raffiniertes Maiskeimöl eignet sich mit einem Rauchpunkt von ca. 230 °C gut zum Braten und Frittieren. Kaltgepresstes Maiskeimöl sollte hingegen nicht stark erhitzt werden, da ab ca. 160 °C wertvolle Inhaltsstoffe verloren gehen.
Ist Maiskeimöl gesünder als Sonnenblumenöl?
Beide Öle haben ein ähnliches Fettsäureprofil mit hohem Omega-6- und niedrigem Omega-3-Anteil. Maiskeimöl enthält etwas mehr Vitamin E und Phytosterole. Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind beide Öle in Maßen verwendbar, Rapsöl ist aufgrund seines besseren Fettsäureverhältnisses jedoch die vorteilhaftere Wahl.
Kann Maiskeimöl Allergien auslösen?
Maiskeimöl wird in der Regel gut vertragen. Raffiniertes Öl enthält praktisch keine Proteine mehr und wird auch von den meisten Menschen mit Maisallergie toleriert. Bei kaltgepresstem Öl können Spuren allergener Proteine vorhanden sein. Menschen mit einer bekannten Maisallergie oder -unverträglichkeit sollten vorsichtig sein und im Zweifel ärztlichen Rat einholen.
Ist Maiskeimöl bei Histaminintoleranz geeignet?
Maiskeimöl gilt allgemein als histaminarm und wird von den meisten Menschen mit Histaminintoleranz gut vertragen. Es zählt nicht zu den typischen Histaminliberatoren. Dennoch kann die individuelle Verträglichkeit variieren – im Zweifelsfall empfiehlt es sich, das Öl in kleinen Mengen zu testen.
Was ist der Unterschied zwischen Maiskeimöl und Weizenkeimöl?
Beide Öle werden aus Getreidekeimen gewonnen, unterscheiden sich jedoch in ihrer Zusammensetzung. Weizenkeimöl hat den höchsten Vitamin-E-Gehalt aller Speiseöle (bis zu 200 mg/100 g) und ein etwas günstigeres Omega-6/Omega-3-Verhältnis. Es ist jedoch deutlich teurer und empfindlicher. Maiskeimöl ist hitzestabiler, geschmacksneutraler und vielseitiger in der Küche einsetzbar.
Kann man Maiskeimöl zum Backen verwenden?
Ja, sowohl raffiniertes als auch kaltgepresstes Maiskeimöl eignet sich zum Backen. Durch seinen neutralen Geschmack beeinflusst es das Aroma von Gebäck kaum. Es kann in vielen Rezepten als Ersatz für Butter oder andere Öle dienen.
Ist Maiskeimöl komedogen?
Maiskeimöl hat einen mittleren Komedogenitätsgrad (2–3 auf einer Skala von 0–5) und ist daher für fettige oder zu Unreinheiten neigende Haut nur bedingt geeignet. Für die Gesichtspflege empfehlen sich Öle mit niedrigerem Komedogenitätsgrad wie Jojobaöl oder Arganöl. Mehr dazu finden Sie in unserem Ratgeber zu komedogenen und nicht komedogenen Ölen.
Quellen
- Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Speiseöle in der Küche: Maiskeimöl. Abgerufen am 12.02.2026 von: bzfe.de
- Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO). FAOSTAT – Crops and livestock products. Abgerufen am 12.02.2026 von: fao.org
- Deutsches Maiskomitee (DMK) / Statistisches Bundesamt (2024). Maisanbaufläche in Deutschland 2024.
- Codex Alimentarius. Codex Standard for Named Vegetable Oils (CODEX STAN 210-1999). Food and Agriculture Organization / World Health Organization.
- Maki, K. C. et al. (2015). Corn Oil Lowers Plasma Cholesterol Compared with Coconut Oil in Adults with Above-Desirable Levels of Cholesterol in a Randomized Crossover Trial. The Journal of Nutrition, 145(7), 1692–1697. doi:10.3945/jn.115.215731
- Shimadzu Europa GmbH (2023). Nährwertbestimmung und Betrugserkennung bei Speiseölen mittels GC-FID und GC-MS.
- DiNicolantonio, J. J. & O'Keefe, J. H. (2018). Importance of maintaining a low omega-6/omega-3 ratio for reducing inflammation. Open Heart, 5(2), e000946. doi:10.1136/openhrt-2018-000946
- Keen, M. A. & Hassan, I. (2016). Vitamin E in dermatology. Indian Dermatology Online Journal, 7(4), 311–315. doi:10.4103/2229-5178.185494
- Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES). Fettige Vielfalt: Speiseöle auf dem Prüfstand. Abgerufen am 12.02.2026 von: laves.niedersachsen.de
- Dr. Susanne Weyrauch. Öle in der Fütterung. Abgerufen am 12.02.2026 von: dr-susanne-weyrauch.de
- Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt (2023). Fütterung von Pferden: Worauf man bei der Zugabe von Öl achten muss. Abgerufen am 12.02.2026 von: wochenblatt-dlv.de
- Futtermedicus. 1x1 der Ölkunde – Öle und Fette für Hund und Katze. Abgerufen am 12.02.2026 von: futtermedicus.de
- Innes, J. K. & Calder, P. C. (2018). Omega-6 fatty acids and inflammation. Prostaglandins, Leukotrienes and Essential Fatty Acids, 132, 41–48. doi:10.1016/j.plefa.2018.03.004
- Kord Varkaneh, H. et al. (2025). Dietary and circulating omega-6 fatty acids and their impact on cardiovascular disease, cancer risk, and mortality: a global meta-analysis of 150 cohorts. Journal of Translational Medicine, 23, 295. doi:10.1186/s12967-025-06336-2








