Kampferöl

Zuletzt aktualisiert: 12.02.26

Kampferöl – gewonnen aus dem Holz und den Blättern des Kampferbaumes (Cinnamomum camphora) – zählt zu den ältesten Heilmitteln der Welt. Bereits in der Antike schätzten chinesische und indische Heiler den durchdringenden, aromatischen Wirkstoff für seine entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften.[1] Im Mittelalter trugen Menschen in Europa Kampfer in einem Beutelchen um den Hals, um sich vor der Pest zu schützen – und während der Pocken-Epidemien wurde er als Räuchermittel eingesetzt.[2] Auf Türkisch ist Kampferöl als „Kafur Yağı" bekannt, was die weltweite Verbreitung dieses traditionellen Naturheilmittels unterstreicht. Auch heute findet Kampferöl Verwendung in zahlreichen Cremes, Salben und Badezusätzen – von Erkältungsbalsamen bis hin zu durchblutungsfördernden Einreibungen.
Kampferöl – ätherisches Öl aus dem Kampferbaum Cinnamomum camphora

Gewinnung von Kampferöl

Bei natürlichem Kampferöl handelt es sich um das ätherische Öl des Kampferbaumes Cinnamomum camphora aus der Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae). Dieser immergrüne Baum kann Höhen von 30 bis 40 Metern erreichen und ist vor allem in Südostasien, China, Japan und Vietnam heimisch.[2] Das hochkonzentrierte Öl wird mittels Wasserdampfdestillation aus dem Holz, der Rinde und den Blättern des Baumes gewonnen.

Da junge Kampferbäume noch relativ wenig Kampferöl enthalten, werden für die Destillation nur Bäume ausgewählt, die mindestens 50 Jahre alt sind. Diese alten Bäume werden zur Gewinnung des Kampferöls nicht gefällt – es werden lediglich die oberen Äste entfernt, damit der Baum weiterlebt und auch in den kommenden Jahren zur Kampferöl-Destillation genutzt werden kann. In kühleren Monaten liefern die Bäume mehr Öl: Aus 120 kg Kampferholz lassen sich im Sommer etwa 2,4 kg Öl destillieren, im Winter hingegen etwa 3 kg.

Aufgrund der großen Nachfrage und des aufwendigen Herstellungsverfahrens wird ein Großteil des Kampfers für kosmetische und medizinische Zwecke heute synthetisch hergestellt – aus Alpha-Pinen, einem Kohlenwasserstoff aus Terpentinöl.[3] Synthetischer Kampfer ist ein weißes, krümeliges Pulver, das sich in Alkohol und Öl lösen lässt. Beim Kauf sollte man beachten, dass nur weißes (rektifiziertes) Kampferöl für Gesundheitszwecke geeignet ist – braunes und gelbes Kampferöl enthalten hohe Mengen an Safrol und gelten als potenziell gesundheitsschädlich.[4]

Kampferöl Inhaltsstoffe

Reiner Kampfer ist chemisch betrachtet ein bicyclisches Monoterpen-Keton (1,7,7-Trimethylbicyclo[2.2.1]heptan-2-on), das in zwei spiegelgleichen Formen (Enantiomeren) vorkommt.[3] Der natürliche D-Kampfer aus dem Kampferbaum besitzt den typischen durchdringenden, aromatischen Geruch und wirkt schmerzlindernd, antiseptisch sowie auswurffördernd.

Im natürlichen ätherischen Kampferöl finden sich neben Kampfer zahlreiche weitere bioaktive Verbindungen, die das Wirkspektrum des Öls erweitern:[2]

1,8-Cineol (Eukalyptol): Dieser Inhaltsstoff kommt auch in Eukalyptusöl vor und besitzt schleimlösende, antibakterielle sowie entzündungshemmende Eigenschaften. In hohen Dosierungen kann er jedoch Hautreizungen verursachen.

Linalool: Ein Monoterpenalkohol mit beruhigender Wirkung, der auch in Lavendelöl enthalten ist und beim Stressabbau hilft.

Limonen und Pinen: Diese Terpene besitzen antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften und sind auch für den charakteristischen Duft mitverantwortlich.

Eugenol: Wirkt stark entzündungshemmend und schmerzstillend. In der Zahnmedizin wird Eugenol als lokales Schmerzmittel eingesetzt und kommt auch in Nelkenöl in hoher Konzentration vor.

Borneol und Camphen: Diese Terpenverbindungen unterstützen die durchblutungsfördernde Wirkung des Kampfers.

Safrol: Ein potenziell problematischer Inhaltsstoff, der in braunem und gelbem Kampferöl in höherer Konzentration vorkommt. Die US-amerikanische FDA stuft Safrol als potenziell krebserregend ein, weshalb nur gereinigtes weißes Kampferöl verwendet werden sollte.[4]

Viele dieser Inhaltsstoffe reizen in hoher Dosierung Haut, Augen oder Schleimhäute und können bei Überdosierung zu Vergiftungserscheinungen führen. Deshalb sollten Sie Kampferöl immer nur stark verdünnt anwenden und sich vorab über die empfohlene Dosierung informieren.

Wirkung von Kampferöl

Als Reinstoff besitzt Kampfer vor allem durchblutungsfördernde, schmerzlindernde und auswurffördernde (expektorierende) Eigenschaften, die ihn seit Jahrhunderten zu einem geschätzten Mittel bei Erkältungskrankheiten machen.[1] Zusätzlich wirkt er lokal betäubend, juckreizlindernd, antiseptisch und analeptisch – also kreislaufanregend.

Die Kommission E des damaligen Bundesgesundheitsamtes hat in ihrer 1990 verabschiedeten Positiv-Monographie für Kampfer folgende Anwendungsgebiete bestätigt: Bei innerer Anwendung hilft er bei hypotonen Kreislaufregulationsstörungen und Katarrhen der Atemwege. Bei äußerlicher Anwendung wird er bei Muskelrheumatismus, Erkrankungen der Atemwege und Herzbeschwerden empfohlen.[5] Heute wird von einer inneren Anwendung allerdings grundsätzlich abgeraten, da Kampfer bei zu hoher Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen kann.

Durch die zusätzlichen ätherischen Öle im natürlichen Kampferöl wirkt dieses außerdem entzündungshemmend, antimikrobiell und beruhigend.[2] Es unterstützt den Stressabbau und schützt die Haut vor schädlichen Umwelteinflüssen.

Wichtiger Hinweis: Kampferöl ist ausschließlich zur äußeren Anwendung oder – stark verdünnt – zum Inhalieren geeignet. Für Kinder unter sechs Jahren, Menschen mit Asthma, Lebererkrankungen, hohem Blutdruck oder Epilepsie ist Kampfer nur bedingt zu empfehlen und sollte vor der Anwendung mit einem Arzt besprochen werden. Gleiches gilt für Schwangere und stillende Mütter.[3]

Anwendungsgebiete von Kampferöl

Die Anwendungsgebiete von Kampferöl sind vielfältig. Traditionell ist es den meisten Menschen als Erkältungsmittel bekannt, kann aber auch bei Rheuma, schmerzenden Muskeln, Herzbeschwerden oder Kreislaufproblemen eingesetzt werden. Beachten Sie bei der Anwendung stets die empfohlene Dosierung und sprechen Sie im Zweifelsfall mit Ihrem Arzt, bevor Sie das ätherische Öl einsetzen.

Kampferöl bei Ohrenschmerzen

Bei Ohrenschmerzen kann Kampferöl schnell und unkompliziert Linderung verschaffen. Geben Sie einen Tropfen Kampferöl auf ein Wattepad oder einen Waschlappen und legen Sie diesen auf das Ohr, sodass die Ohrmuschel bedeckt ist. Vermeiden Sie dabei direkten Hautkontakt mit dem unverdünnten Öl. Die ätherischen Öle wirken entzündungshemmend, lindern den Schmerz und regen die Durchblutung an, was die Heilung beschleunigen kann.

In den meisten Fällen hängen Ohrenschmerzen mit einer Erkältungserkrankung zusammen. Erkältungsviren dringen über die Eustachische Röhre – den schmalen Verbindungsgang zwischen Nasen-Rachen-Raum und Ohr – in das Mittelohr ein und verursachen dort entzündliche Reaktionen. Wenn die Ohrtrompete anschwillt, verschließt sich der Raum hinter dem Trommelfell und entzündliches Sekret kann nicht mehr abfließen. Der entstehende Druck wird als Ohrenschmerzen wahrgenommen.

Diese Beschwerden lassen sich auch durch eine Behandlung der Erkältungssymptome lindern, denn der Verbindungsweg zwischen Nasen-Rachen-Raum und Ohr muss wieder frei werden. Auch das Inhalieren von stark verdünntem Kampferöl oder ein Vollbad mit einigen Tropfen des ätherischen Öls tragen indirekt zur Linderung der Ohrenschmerzen bei. Tropfen Sie das Öl jedoch niemals direkt in den Gehörgang.

Kampferöl bei Erkältungskrankheiten

Nicht umsonst ist Kampfer ein Hauptbestandteil vieler Erkältungssalben und -badezusätze wie etwa Vicks VapoRub, die die Bronchien befreien und Erkältungssymptome lindern sollen. Primär kommt hier die auswurffördernde Wirkung des Kampfers zum Tragen, die die Atemwege vom Schleim befreit und das Atmen erleichtert.[4] Zudem entspannt er die Muskulatur und lindert Gliederschmerzen. Der Kreislauf wird angeregt, und Fieber kann durch die schweißtreibende Wirkung gesenkt werden.

Um Erkältungssymptome mit Kampferöl zu behandeln, bietet sich ein Vollbad an, dem Sie wenige Tropfen (maximal 5–10) des ätherischen Öls hinzufügen. Im warmen Badewasser entfalten sich die Wirkstoffe und können sowohl inhaliert als auch über die Haut aufgenommen werden. Auf diese Weise befreien Sie die Atemwege und lindern gleichzeitig Gliederschmerzen.

Auch die reine Inhalation ist eine bewährte Methode bei Erkältungskrankheiten. Hierzu geben Sie einen Tropfen reines Kampferöl in eine Schüssel mit heißem Wasser. Den aufsteigenden Wasserdampf atmen Sie mit einem Handtuch über dem Kopf ein, um die Bronchien zu befreien und den Hustenreiz zu lindern.

Besonders für die Nacht kann es hilfreich sein, verdünntes Kampferöl auf Brust oder Nasenflügel aufzutragen, um eine freiere Atmung zu gewährleisten. Verwenden Sie das Kampferöl hierzu niemals unverdünnt: Geben Sie einen Tropfen in eine großzügige Menge Creme oder ein Trägeröl und tragen Sie die Mischung dann auf. Testen Sie das verdünnte Kampferöl zuvor an einer kleinen Stelle am Unterarm, um Hautreizungen auszuschließen.

Kampferöl für die Haut

Dank seiner antibakteriellen, entzündungshemmenden und juckreizlindernden Eigenschaften kann Kampferöl einen positiven Effekt auf das Hautbild haben.[4] Bei der Anwendung auf der Haut gibt es jedoch wichtige Punkte zu beachten:

Kampferöl sollte nur auf gesunder, intakter Haut angewendet werden und dort nur lokal begrenzt, da Kampfer aufgrund seiner Lipophilie (Fettlöslichkeit) sehr gut durch die Haut absorbiert wird. Bei großflächiger Anwendung kann es schnell zu einer Überdosierung kommen. Verletzte Haut, offene Wunden und Schleimhäute müssen stets ausgespart werden.[3]

Kampferöl darf niemals unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden. Zur Behandlung von Akne oder Ekzemen vermischen Sie einen Tropfen Kampferöl mit einer milden Creme oder einem neutralen Trägeröl wie Jojobaöl oder Mandelöl und behandeln die betroffenen Stellen gezielt. Die entzündungshemmenden Wirkstoffe reduzieren Rötungen und beruhigen die Haut, während die antibakteriellen Inhaltsstoffe Unreinheiten vorbeugen. Die US-amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) empfiehlt, dass Kampfer-Produkte zur äußerlichen Anwendung eine Konzentration von maximal 11 % nicht überschreiten sollten.[6]

Kampferöl für die Haare

Kampferöl wird in der traditionellen Medizin – insbesondere im Ayurveda – auch zur Haarpflege eingesetzt. Die durchblutungsfördernde Wirkung des Kampfers kann bei der Kopfhautmassage die Nährstoffversorgung der Haarfollikel verbessern und so das Haarwachstum unterstützen. Die antibakteriellen und antimykotischen Eigenschaften helfen zudem gegen Schuppen und Kopfhautjucken.

Für eine pflegende Haarkur mischen Sie 2–3 Tropfen Kampferöl mit einem Esslöffel Kokosöl oder Sesamöl. Massieren Sie die Mischung sanft in kreisenden Bewegungen in die Kopfhaut ein und lassen Sie sie 30 bis 60 Minuten einwirken, bevor Sie das Haar gründlich auswaschen. Wiederholen Sie die Behandlung ein- bis zweimal pro Woche.

Bitte beachten Sie: Die Wirksamkeit von Kampferöl für das Haarwachstum ist wissenschaftlich bisher nicht ausreichend durch klinische Studien belegt. Die Anwendung beruht vor allem auf langjähriger Erfahrung in der traditionellen Medizin. Unverdünntes Kampferöl kann die Kopfhaut reizen – verdünnen Sie es daher stets mit einem Basisöl. Führen Sie vor der ersten Anwendung einen Hautverträglichkeitstest durch.

Kampferöl bei Nagelpilz

Neben der antibakteriellen Wirkung besitzt Kampferöl auch einen fungiziden (pilzabtötenden) Effekt, der es zu einem traditionellen Hausmittel bei Nagelpilz macht. Eine Studie aus dem Jahr 2011 zeigte, dass ein Präparat mit Kampfer, Menthol und Eukalyptusöl bei regelmäßiger Anwendung über 48 Wochen bei der Mehrheit der Probanden positive Ergebnisse gegen Nagelpilz erzielte.[7]

Tupfen Sie mit einem Wattestäbchen 1 bis 2 Tropfen verdünntes Kampferöl auf den befallenen Nagel und wiederholen Sie die Behandlung bei Bedarf zweimal täglich. Verdünnen Sie das Kampferöl mit einem neutralen Öl, um eine Reizung der umgebenden Haut zu vermeiden. Alternativ können Sie das verdünnte Öl auf ein Pflaster geben und dieses auf dem betroffenen Nagel anbringen, um eine Langzeitbehandlung über den Tag zu ermöglichen.

Kampferöl bei Schmerzen und leichten Verbrennungen

Dank seiner entzündungshemmenden und leicht anästhetischen Wirkung eignet sich Kampferöl auch zur unterstützenden Schmerztherapie. Muskel- oder Gliederschmerzen lassen sich am besten mit einem warmen Vollbad lindern, dem Sie bis zu 10 Tropfen Kampferöl hinzufügen. Auch Kopfschmerzen können auf diese Weise behandelt werden.

Bei lokal begrenzten Schmerzstellen – etwa Prellungen oder Verspannungen – wird die Haut an den betroffenen Stellen mit verdünntem Kampferöl zum Einreiben verwendet. Geben Sie einen Tropfen des ätherischen Öls in eine Creme oder ein Basisöl und tragen Sie es auf die Stelle auf. Beachten Sie, dass Kampferöl nicht großflächig angewendet werden sollte, da es vom Körper sehr gut absorbiert wird.[3]

Auch kleine, leichte Brandwunden lassen sich mit verdünntem Kampferöl einreiben, um Schmerzen zu lindern und die Wundheilung zu unterstützen. Eine Studie zeigte, dass eine Mischung aus Kampferöl und Kokosöl bei der Behandlung oberflächlicher Verbrennungen Schmerzen reduzieren und die Lebensqualität der Patienten verbessern konnte.[8] Der kühlende und betäubende Effekt des Kampferöls senkt das Schmerzempfinden, während die erhöhte Durchblutung den Heilungsprozess beschleunigt. Beachten Sie: Kampferöl darf nicht in offene Wunden gelangen und sollte nur bei leichten, oberflächlichen Verbrennungen verwendet werden.

Kampferöl in der Schwangerschaft

Kampferöl sollte während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden. Kampfer durchdringt die Plazentaschranke und kann im fetalen Gewebe – darunter Gehirn, Leber und Nieren – nachgewiesen werden.[9] Da dem Fötus die Enzyme fehlen, um Kampfer abzubauen (Hydroxylierung und Glucuronid-Konjugation), besteht ein erhöhtes Risiko für Komplikationen einschließlich Fehlgeburten.

Auch während der Stillzeit sollte auf Kampferöl verzichtet werden, da die Wirkstoffe in die Muttermilch übergehen können. Schwangere und stillende Mütter sollten stattdessen auf sanftere Alternativen zurückgreifen und im Zweifelsfall ihren Arzt oder ihre Hebamme konsultieren.

Kampferöl selber machen

Ein Kampfer-Massageöl lässt sich zu Hause einfach herstellen, indem Sie synthetische Kampferkristalle oder Kampfertabletten in einem Trägeröl auflösen. Bitte beachten Sie, dass es sich dabei nicht um eine Destillation handelt, sondern um eine Verdünnungslösung – echtes ätherisches Kampferöl kann nur durch Wasserdampfdestillation gewonnen werden und erfordert professionelle Ausrüstung.

Rezept für ein Kampfer-Massageöl:

Sie benötigen 100 ml eines hochwertigen Basisöls wie Sesamöl, Kokosöl oder Mandelöl sowie 2–3 kleine Kampfertabletten (aus der Apotheke, etwa 1–2 g Kampfer insgesamt). Erwärmen Sie das Basisöl leicht in einem Wasserbad und geben Sie die Kampfertabletten hinzu. Rühren Sie vorsichtig, bis sich der Kampfer vollständig aufgelöst hat. Lassen Sie die Mischung abkühlen und füllen Sie sie in eine dunkle Glasflasche ab. Bei kühler und dunkler Lagerung ist das Kampfer-Massageöl mehrere Monate haltbar.

Wichtig: Verwenden Sie ausschließlich Lebensmittel- oder Arzneimittel-Kampfer (natürlichen Bhimseni-Kampfer oder pharmazeutischen Kampfer) – keinen synthetischen Industriekampfer, der für Räucherzwecke verkauft wird. Achten Sie auf eine Konzentration von maximal 3–5 % Kampfer im fertigen Öl und führen Sie vor der ersten Anwendung einen Hautverträglichkeitstest durch.

Dosierung und Einnahme von Kampferöl

Da Kampfer bereits in geringen Mengen toxisch wirken kann, ist die richtige Dosierung entscheidend. Kampferöl ist ausschließlich zur äußerlichen Anwendung bestimmt – eine orale Einnahme ist gefährlich und sollte unbedingt vermieden werden.[6]

Äußerliche Anwendung: Produkte zur Anwendung auf der Haut sollten eine Kampfer-Konzentration von maximal 11 % haben – so die Vorgabe der US-amerikanischen FDA.[6] Für selbst hergestellte Mischungen empfiehlt sich ein Gehalt von 3–5 %. Tragen Sie verdünntes Kampferöl stets nur auf kleine, lokal begrenzte Hautstellen auf.

Inhalation: Geben Sie maximal 1–2 Tropfen reines Kampferöl in eine Schüssel mit heißem Wasser oder in eine Duftlampe. Bei der Inhalation reicht bereits eine geringe Konzentration, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Badezusatz: Für ein Vollbad genügen 5–10 Tropfen Kampferöl, die Sie mit einem Emulgator (z. B. Milch, Sahne oder Meersalz) ins Badewasser geben.

Für Kinder: Kampferöl sollte bei Kindern unter sechs Jahren grundsätzlich nicht angewendet werden. Bei Kindern ab sechs Jahren nur äußerlich und in noch geringerer Dosierung nach Rücksprache mit dem Kinderarzt.

Kampferöl Nebenwirkungen

Kampferöl besitzt viele wertvolle Inhaltsstoffe, allerdings sind einige dieser Wirkstoffe in höherer Dosierung stark reizend oder sogar toxisch. Deshalb ist bei Kampferöl eine besonders sorgfältige Dosierung wichtig.

Bei äußerlicher Überdosierung kann es zu Hautreizungen, Rötungen und allergischen Reaktionen kommen. Achten Sie darauf, dass Augen und Schleimhäute nicht in direkten Kontakt mit Kampferöl kommen.

Bei versehentlicher oraler Einnahme kann Kampfer bereits ab einer Dosis von etwa 2 Gramm bei Erwachsenen toxische Wirkungen entfalten – darunter Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Verwirrtheit. In schweren Fällen kann es zu Krampfanfällen, Koma und Atemversagen kommen. Die potenziell tödliche Dosis bei Erwachsenen liegt bei etwa 4 Gramm reinem Kampfer; bei Kindern bereits bei 0,5 bis 1 Gramm.[10] Die US-amerikanische FDA hat daher 1983 verfügt, dass frei verkäufliche Kampferprodukte maximal 11 % Kampfer enthalten dürfen; Kampferöl mit einer Konzentration von 20 % (sogenanntes „Kampferöl 20%") darf seitdem in den USA nicht mehr im freien Handel angeboten werden.[6]

Gerade für Kleinkinder kann bereits eine geringe Menge Kampfer lebensgefährlich sein. Bewahren Sie Kampferprodukte daher stets außerhalb der Reichweite von Kindern auf.

Beachten Sie bei der Anwendung von Kampferöl stets die empfohlene Dosierung und brechen Sie die Behandlung sofort ab, wenn Nebenwirkungen auftreten. Suchen Sie dann einen Arzt auf. Folgende Personengruppen sollten Kampferöl nur nach ärztlicher Rücksprache verwenden: Menschen mit Asthma, Lebererkrankungen, Epilepsie oder hohem Blutdruck, Schwangere und stillende Mütter sowie Kinder unter sechs Jahren.

Kampferöl Studien

Kampfer wird seit Jahrhunderten zur Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt. Einige Anwendungen sind durch wissenschaftliche Studien belegt, andere basieren vorwiegend auf traditionellem Erfahrungswissen.

Kommission E Monographie (1990): Die Kommission E des damaligen Bundesgesundheitsamtes verabschiedete eine Positiv-Monographie für Kampfer und bestätigte dessen Wirksamkeit bei hypotonen Kreislaufregulationsstörungen, Katarrhen der Atemwege (innere Anwendung) sowie bei Muskelrheumatismus und Herzbeschwerden (äußere Anwendung).[5]

LMU München – Blutdruck und kognitive Leistung (2008): In einer randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudie wiesen Forscher um Professor Rainer Schandry von der Ludwig-Maximilians-Universität München nach, dass ein Kampfer-Crataegus-Präparat den Blutdruck bei hypotonen Probanden innerhalb weniger Minuten erhöht. Gleichzeitig verbesserten sich Konzentrationsfähigkeit, Hand-Auge-Koordination und Kurzzeitgedächtnis signifikant.[11] Eine Folgestudie aus dem Jahr 2009 bestätigte diese Ergebnisse auch für ältere, normotone Probandinnen.[12]

Antimikrobielle Wirkung: Verschiedene Studien belegen, dass das ätherische Öl von Cinnamomum camphora eine breite antimikrobielle Wirkung gegen verschiedene Pathogene besitzt, was seine traditionelle Verwendung als Antiseptikum stützt.[2]

Nagelpilz-Behandlung (2011): Eine klinische Studie zeigte, dass ein Präparat mit Kampfer, Menthol und Eukalyptusöl bei 15 von 18 Patienten nach 48 Wochen Anwendung positive Ergebnisse bei Nagelpilz erzielte.[7]

Für andere Anwendungsgebiete wie Rheuma, Muskelschmerzen oder die Haarpflege fehlen bislang umfangreiche klinische Studien. Diese Anwendungen beruhen überwiegend auf jahrhundertelanger Erfahrung in der traditionellen Medizin.

Kampferöl kaufen

Beim Kauf von Kampferöl gibt es verschiedene Dinge zu beachten. Zum einen wird natürliches ätherisches Kampferöl angeboten (auch als „ätherisches Kampferöl" oder „Kampferöl Camphora" bezeichnet), das durch Wasserdampfdestillation aus dem Holz des Kampferbaumes gewonnen wird. Zum anderen ist Kampferöl erhältlich, bei dem synthetisch hergestellter Kampfer in einem neutralen Öl gelöst wurde. Beide Varianten sind arzneilich wirksam, das natürliche ätherische Öl enthält aber zusätzliche bioaktive Inhaltsstoffe und ist in der Regel deutlich konzentrierter.

Achten Sie beim Kauf auf folgende Qualitätsmerkmale: Verwenden Sie ausschließlich weißes, rektifiziertes Kampferöl (nicht braunes oder gelbes). Prüfen Sie die Konzentration der Wirkstoffe – eine Kampfer-Konzentration über 11 % sollte nur nach fachlicher Beratung verwendet werden. Bevorzugen Sie Bio-Qualität (Kampferöl Bio), um Belastungen durch Pestizide auszuschließen. Und kaufen Sie nur bei vertrauenswürdigen Händlern, die transparent über Herkunft und Inhaltsstoffe informieren.

Kampferöl in der Apotheke kaufen

Die Apotheke – ob vor Ort oder als Online-Apotheke – ist die zuverlässigste Bezugsquelle für hochwertiges Kampferöl. Hier erhalten Sie sowohl synthetischen Kampfer als auch natürliches ätherisches Kampferöl in pharmazeutischer Qualität. Der Vorteil: Eine kompetente Fachberatung klärt Sie direkt über Konzentration, Anwendungsgebiete, Dosierung, Nebenwirkungen und Kontraindikationen auf. In der Apotheke finden sich unter anderem chinesisches Kampferöl und andere hochwertige Varianten.

Kampferöl bei DM und Rossmann

In den Filialen von DM und Rossmann finden Sie verschiedene Produkte, die Kampfer enthalten – darunter Erkältungssalben, Einreibungen und vereinzelt auch ätherische Ölmischungen. Reines, hochkonzentriertes Kampferöl ist dort jedoch in der Regel nicht erhältlich. Wer gezielt nach Kampferöl bei DM oder Kampferöl bei Rossmann sucht, sollte die Inhaltsstofflisten der angebotenen Produkte prüfen und gegebenenfalls auf die Apotheke ausweichen.

Kampferöl online bestellen

Im Online-Handel ist die Auswahl an Kampferöl-Produkten am größten. Achten Sie hier besonders auf die Vertrauenswürdigkeit des Anbieters, die korrekte Deklaration der Inhaltsstoffe und Angaben zur Reinheit. Marken wie „Deesee Kampferöl" oder andere Anbieter sollten stets auf Herkunft und Qualitätszertifikate geprüft werden. Versandapotheken bieten den Vorteil, dass die Produkte den strengen pharmazeutischen Qualitätsstandards unterliegen.

Häufige Fragen zu Kampferöl

Was ist Kampferöl?

Kampferöl ist ein ätherisches Öl, das aus dem Holz und den Blättern des Kampferbaumes (Cinnamomum camphora) durch Wasserdampfdestillation gewonnen wird. Es enthält den Wirkstoff Kampfer – ein Terpenoid mit durchblutungsfördernden, schmerzlindernden und auswurffördernden Eigenschaften – sowie zahlreiche weitere bioaktive Verbindungen. Kampferöl wird ausschließlich äußerlich angewendet und kommt in Erkältungsbalsamen, Einreibungen und Massageölen zum Einsatz.

Wofür wird Kampferöl verwendet?

Kampferöl wird traditionell bei Erkältungskrankheiten zum Inhalieren und als Brusteinreibung eingesetzt. Weitere Anwendungsgebiete sind Ohrenschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Hautunreinheiten, Nagelpilz sowie die Haarpflege. Es wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und durchblutungsfördernd.

Ist Kampferöl gefährlich?

Bei sachgemäßer äußerlicher Anwendung in der richtigen Dosierung (maximal 11 % Kampfer-Konzentration) gilt Kampferöl als sicher. Die orale Einnahme ist jedoch gefährlich: Bereits 2 Gramm können bei Erwachsenen toxische Symptome verursachen, und die potenziell tödliche Dosis liegt bei etwa 4 Gramm. Für Kleinkinder kann Kampfer schon in viel geringeren Mengen lebensgefährlich sein.[10]

Wie heißt Kampferöl auf Türkisch?

Auf Türkisch heißt Kampferöl „Kafur Yağı" (auch „Kâfur Yağı" geschrieben). Der Begriff „Kafur" leitet sich vom arabischen „Kāfūr" ab und wird in der türkischen Volksmedizin seit Langem verwendet.

Kann man Kampferöl in der Schwangerschaft verwenden?

Nein, Kampferöl sollte während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden. Kampfer kann die Plazentaschranke durchdringen und im fetalen Gewebe Schäden verursachen. Schwangere sollten stattdessen unbedenkliche Alternativen verwenden und ihren Arzt konsultieren.

Wo kann man Kampferöl kaufen?

Hochwertiges Kampferöl erhalten Sie in der Apotheke (vor Ort oder online), wo Sie zugleich eine fachkundige Beratung bekommen. Bei DM und Rossmann sind vor allem kampferhaltige Produkte wie Erkältungssalben erhältlich, jedoch selten reines Kampferöl. Im Online-Handel ist die Auswahl am größten – achten Sie dabei auf vertrauenswürdige Anbieter und pharmazeutische Qualität.

Kann man Kampferöl selber machen?

Ein Kampfer-Massageöl lässt sich zu Hause herstellen, indem man Kampfertabletten oder -kristalle (aus der Apotheke) in einem Basisöl wie Kokosöl oder Sesamöl auflöst. Echtes ätherisches Kampferöl kann hingegen nur durch professionelle Wasserdampfdestillation gewonnen werden. Verwenden Sie nur pharmazeutischen Kampfer und achten Sie auf eine maximale Konzentration von 3–5 %.


Quellenverzeichnis

  1. Hamidpour, R., Hamidpour, S., Hamidpour, M., & Shahlari, M. (2013). Camphor (Cinnamomum camphora), a traditional remedy with the history of treating several diseases. International Journal of Case Reports and Images, 4(2), 86–89.
  2. Kim, D., Lee, H., Kim, H., et al. (2022). Phytochemistry and Applications of Cinnamomum camphora Essential Oils. Molecules, 27(9), 2695. doi:10.3390/molecules27092695
  3. International Programme on Chemical Safety (IPCS). (1989). Camphor (PIM 095). INCHEM – Chemical Safety Information.
  4. Healthline Media. (2019). What Is Camphor? Health Uses and Precautions. Medizinisch geprüft von Debra Rose Wilson, PhD. Abgerufen von: healthline.com/health/what-is-camphor
  5. Kommission E des Bundesgesundheitsamtes (1990). Monographie Campher (Camphor). Bundesanzeiger. Veröffentlicht in: Schilcher, H.: Leitfaden Phytotherapie, Urban & Fischer.
  6. Manoguerra, A. S., Erdman, A. R., & Wax, P. M. (2006). Camphor Poisoning: an Evidence-Based Practice Guideline for Out-of-Hospital Management. Clinical Toxicology, 44(4), 357–370. doi:10.1080/15563650600671696
  7. Derby, R., Rohal, P., Jackson, C., Beutler, A., & Olsen, C. (2011). Novel treatment of onychomycosis using over-the-counter mentholated ointment: a clinical case series. Journal of the American Board of Family Medicine, 24(1), 69–74. doi:10.3122/jabfm.2011.01.100155
  8. Organic Facts. (2024). Scientifically Proven Benefits of Camphor Essential Oil. Referenz auf klinische Studie zu Kampfer-Kokosöl-Mischung bei Verbrennungen.
  9. Lam, J., Bai, P., & Tran, E. (2015). Persistent Effects after Camphor Ingestion: A Case Report and Literature Review. The Journal of Emergency Medicine, 48(3), 298–304. doi:10.1016/j.jemermed.2014.09.027
  10. International Programme on Chemical Safety (IPCS). (1989). Camphor (PIM 095): Toxicology Data. Die potenziell tödliche orale Dosis beträgt bei Erwachsenen ca. 4 g reiner Kampfer, bei Kindern 0,5–1 g.
  11. Schandry, R. & Duschek, S. (2008). The effect of Camphor-Crataegus berry extract combination on blood pressure and mental functions in chronic hypotension – A randomized placebo controlled double blind design. Phytomedicine, 15(11), 914–922. doi:10.1016/j.phymed.2008.08.007
  12. Werner, N. S., Duschek, S., & Schandry, R. (2009). D-camphor-crataegus berry extract combination increases blood pressure and cognitive functioning in the elderly – a randomized, placebo controlled double blind study. Phytomedicine, 16(12), 1077–1082. doi:10.1016/j.phymed.2009.06.005