Mohnöl

Zuletzt aktualisiert: 12.02.26

Mohnöl zählt zu den ältesten Speise- und Heilölen der Menschheit. Bereits in der Jungsteinzeit, vor rund 6.000 Jahren, nutzten die Menschen im östlichen Mittelmeerraum den Schlafmohn (Papaver somniferum) als Nahrungs- und Heilpflanze.[1] Das wertvolle Öl wird aus den reifen Samen des Blau-, Grau- oder Weißmohns kaltgepresst und überzeugt durch einen charakteristisch nussigen, leicht süßlichen Geschmack. Je nach Mohnsorte und Schalenanteil variieren Farbe und Geschmacksintensität des nativen Öls: In Deutschland und Österreich sind kräftigere Öle aus Blau- oder Graumohn beliebt, während in Asien ein helles, milderes Mohnöl bevorzugt wird. Mit seinem hohen Gehalt an essenzieller Linolsäure, wertvollen Mineralstoffen und Vitamin E ist Mohnöl nicht nur ein Geheimtipp in der Küche, sondern auch ein geschätztes Pflegeöl für Haut und Haare.
Mohnöl – kaltgepresstes Speiseöl aus Mohnsamen in einer Glasflasche

Gewinnung von Mohnöl

Weltweit existieren rund 120 verschiedene Mohnarten aus der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae).[2] Für die Ölgewinnung wird überwiegend der Schlafmohn (Papaver somniferum) verwendet, vereinzelt auch Klatschmohn (Papaver rhoeas), dessen Öl ähnliche Eigenschaften aufweist. Die reifen Mohnsamen besitzen einen bemerkenswert hohen Fettgehalt von 40 bis 55 Prozent, wobei die Ölausbeute beim Pressen zwischen 30 und 40 Prozent liegt.[3]

Die Herstellung von hochwertigem Mohnöl erfolgt in mehreren sorgfältigen Schritten: Zunächst werden die Samen gründlich gereinigt und von Schalenresten befreit. Anschließend werden sie unter Ausschluss von Licht und Hitze bei maximal 40 °C schonend kaltgepresst. Nach der Pressung wird das Öl gefiltert, um verbleibende Partikel zu entfernen. Dieses schonende Verfahren der Kaltpressung stellt sicher, dass die empfindlichen Fettsäuren, Vitamine und Antioxidantien im Öl vollständig erhalten bleiben.[4]

Die Mohnsamen sind besonders licht-, luft- und wärmeempfindlich – bereits im Verarbeitungsgang können diese Faktoren einen Großteil der wertvollen Inhaltsstoffe zerstören. Aus diesem Grund ist die Kaltpressung das bevorzugte Verfahren für natives Mohnöl. Heißgepresstes Mohnöl ist hingegen goldgelb und wird auch als „rotes Mohnöl" bezeichnet. Es findet vor allem in der Industrie und in der Ölmalerei Verwendung.

Der Mohnanbau hat insbesondere in Österreich, im Waldviertel, eine jahrhundertealte Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht.[5] Damals kultivierten Mönche den Mohn zur Herstellung von Heilmitteln gegen Schmerzen und Schlaflosigkeit. In Deutschland ist der Anbau von Schlafmohn seit den 1960er-Jahren streng reguliert und unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz. Lizenzen zum Anbau vergibt die Bundesopiumstelle. Wichtige Importländer für Mohnsamen sind die Türkei, Indien, China und Tschechien.

Mohnöl Inhaltsstoffe

Mohnöl zeichnet sich durch ein besonders günstiges Fettsäurespektrum aus, das in seiner Zusammensetzung dem Sonnenblumenöl und dem Distelöl ähnelt. Der mit Abstand dominierende Inhaltsstoff ist die Linolsäure – eine zweifach ungesättigte Omega-6-Fettsäure, die je nach Mohnsorte und Anbaugebiet zwischen 62 und 74 Prozent des Fettsäureprofils ausmacht.[6] Linolsäure ist für den menschlichen Körper essenziell, das heißt, er kann sie nicht selbst herstellen und muss sie über die Nahrung aufnehmen.

Die Fettsäurezusammensetzung von Mohnöl im Überblick:[7]

Linolsäure (Omega-6): ca. 62–74 % – essenziell für Zellmembranen, Hautbarriere und Cholesterinregulation
Ölsäure (Omega-9): ca. 11–24 % – einfach ungesättigte Fettsäure mit entzündungshemmenden Eigenschaften
Palmitinsäure: ca. 8–19 % – gesättigte Fettsäure, die eine schützende Wirkung auf der Haut entfaltet
Stearinsäure: ca. 1,5–3 % – gesättigte Fettsäure mit rückfettender Wirkung
Linolensäure (Omega-3): ca. 0–5 % – dreifach ungesättigte Fettsäure in geringen Mengen

Neben den Fettsäuren enthält Mohnöl eine Reihe weiterer wertvoller Mikronährstoffe:

Vitamin E (Tocopherole): Mit rund 38–62 mg pro 100 g Öl liefert Mohnöl natürliche Antioxidantien, wobei Beta-Tocopherol dominiert.[8] Vitamin E schützt die Zellen vor oxidativem Stress und trägt zur Hautgesundheit bei.

Vitamin K1: Mohnöl wird ein bemerkenswert hoher Gehalt an Vitamin K1 zugeschrieben (ca. 500 µg pro 100 g), was es aufgrund der kapillarstabilisierenden Wirkung dieses Vitamins für die Hautpflege bei Couperose interessant macht.[8]

Mineralstoffe: Mohnsamen zählen mit einem Calciumgehalt von etwa 2,5 Prozent zu den calciumreichsten pflanzlichen Lebensmitteln.[9] Darüber hinaus liefern sie Magnesium, Kalium und B-Vitamine.

Phytosterine und Polyphenole: Diese sekundären Pflanzenstoffe wirken antioxidativ und können zur Regulation des Cholesterinspiegels beitragen.[10]

Aufgrund seines hohen Gehalts an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sollte Mohnöl nicht stark erhitzt werden, da die wertvollen Inhaltsstoffe bei hohen Temperaturen zerstört werden. Der niedrige Rauchpunkt macht es zu einem reinen Öl für die kalte Küche. Ein naturreines, kaltgepresstes Mohnöl in Bio-Qualität ist entsprechend auf dem Etikett gekennzeichnet und lässt sich an seinem hellgelben Farbton erkennen. Produkte, die mit günstigerem Sonnenblumenöl verschnitten sind, können die Wirkung eines reinen Mohnöls nicht ersetzen.

Mohnöl Kalorien und Nährwerttabelle

Mohnöl
Mohnöl Nährwerte
100 g Mohnöl enthält durchschnittlich:
NährstoffMenge
Kalorien900 kcal (3.700 kJ)
Fettgehalt100 g
Gesättigte Fettsäuren10 g
Ungesättigte Fettsäuren90 g
– Einfach ungesättigte Fettsäuren (Ölsäure)28 g
– Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Linolsäure)62 g
Cholesterin0 mg
Natrium0 mg
Kohlenhydrate0 g
Ballaststoffe0 g
Zucker0 g
Protein0 g
Vitamin E (Tocopherole)ca. 38–62 mg
Vitamin K1ca. 500 µg

Wirkung von Mohnöl

Die Wirkung von Mohnöl auf den menschlichen Körper ist vielfältig und beruht auf dem Zusammenspiel seiner Inhaltsstoffe. Insbesondere die hohe Konzentration an Linolsäure, die antioxidativen Tocopherole und der hohe Vitamin-K1-Gehalt machen das Öl zu einem wertvollen Pflegemittel und Nahrungsergänzungsöl.

Hautschützende und regenerierende Wirkung: Die Linolsäure ist ein essenzieller Baustein der Hautbarriere (Ceramide) und unterstützt die natürliche Schutzfunktion der Haut. Zusammen mit der Palmitinsäure fördert sie die Regeneration gereizter oder trockener Haut und kann Rötungen sowie Irritationen mildern.[8]

Antioxidative Wirkung: Die im Mohnöl enthaltenen Tocopherole (Vitamin E) und Polyphenole binden freie Radikale und schützen die Zellen vor oxidativem Stress. Studien zeigen, dass Mohnsamen eine natürliche Quelle wertvoller Antioxidantien darstellen.[10]

Positive Wirkung auf den Cholesterinspiegel: Die essenzielle Linolsäure trägt bei regelmäßiger Aufnahme zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels bei. Eine positive Wirkung stellt sich laut EFSA bei einer täglichen Aufnahme von 10 g Linolsäure ein, was etwa 2 Esslöffeln Mohnöl entspricht.[11]

Entzündungshemmende Eigenschaften: Durch die ungesättigten Fettsäuren kann Mohnöl entzündliche Prozesse im Körper positiv beeinflussen und das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken. Tierexperimentelle Studien bestätigten zudem, dass der regelmäßige Konsum von Mohnöl die Anreicherung essenzieller Fettsäuren in der Leber fördert.[12]

Traditionelle schmerzlindernde Wirkung: In der Volksmedizin wird Mohnöl seit Jahrhunderten eine schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben. Diese wird auf das enthaltene Alkaloid Rhoeadin sowie auf Spuren von Morphin zurückgeführt, die auch in den Samen nachgewiesen werden können.[5] Wissenschaftlich belegt ist die schmerzlindernde Wirkung bislang jedoch nicht.

Anwendungsgebiete von Mohnöl

Bereits in der Antike war die heilende Wirkung des Mohns bekannt und geschätzt. Heute wird Mohnöl in vielfältigen Bereichen angewendet – von der Hautpflege über die Küche bis hin zur Ölmalerei. Die wichtigsten Anwendungsgebiete im Überblick:

Mohnöl für die Haut

Mohnöl ist aufgrund seiner leichten Textur und des hohen Linolsäuregehalts ein hervorragendes Hautpflegeöl. Die im Öl enthaltenen Fettsäuren – insbesondere Linolsäure und Palmitinsäure – stärken die Hautbarriereschicht und wirken regenerierend auf gereizte, trockene oder gerötete Haut.[8]

Besonders hervorzuheben ist die leichte Textur des Mohnöls: Es zieht schnell und rückstandslos in die Haut ein, ohne einen unangenehmen Fettfilm zu hinterlassen. Diese Eigenschaft macht es für alle Hauttypen geeignet – auch für fettige oder zu Unreinheiten neigende Haut. Die Komedo­genität von Mohnöl ist als gering einzuschätzen, ähnlich wie bei Traubenkernöl.

Für die Hautpflege kann Mohnöl pur oder in Kombination mit anderen Trägerölen verwendet werden. Besonders bewährt haben sich folgende Mischungen:

Bei empfindlicher Haut: Mohnöl mit Kamelienöl kombinieren
Bei trockener und reifer Haut: Mohnöl mit Arganöl oder Avocadoöl mischen
Bei fettiger Haut mit leichten Unreinheiten: Mohnöl mit Traubenkernöl ergänzen
Zur kosmetischen Reinigung: Mohnöl zusammen mit Jojobaöl verwenden

Zusätzlich stärkt Mohnöl die Funktion der Haut, macht sie geschmeidig und kann selbst grobe Verhornungen erweichen, sodass sich diese lösen und verschwinden. Die antioxidativen Eigenschaften des Vitamin E im Öl schützen zudem vor vorzeitiger Hautalterung.

Mohnöl für das Gesicht und bei Couperose

In der Gesichtspflege erfreut sich Mohnöl wachsender Beliebtheit, insbesondere bei empfindlicher, zu Rötungen neigender Haut. Der hohe Gehalt an Vitamin K1 macht Mohnöl zu einem interessanten Pflegeöl bei Couperose – einer Hauterscheinung, bei der feine rote Äderchen an der Hautoberfläche sichtbar werden.[8]

Vitamin K1 ist an der Blutgerinnung beteiligt und wirkt kapillarstabilisierend, was die sichtbaren Rötungen bei Couperose mildern kann. Die Kombination aus Linolsäure, Palmitinsäure und den antioxidativen Polyphenolen unterstützt die Hautberuhigung und kann irritierte Gesichtshaut regenerieren. Auch bei Rosacea-Symptomen berichten Anwender von positiven Erfahrungen, wobei eine wissenschaftliche Bestätigung noch aussteht.

Zur Anwendung genügen wenige Tropfen Mohnöl, die abends auf die gereinigte Gesichtshaut aufgetragen und sanft einmassiert werden. Das Öl kann auch als Grundlage für eine selbstgemachte Gesichtscreme dienen.

Mohnöl für die Haare

Was für trockene Haut gilt, lässt sich auch auf strapaziertes Haar übertragen. Die Linolsäure des Mohnöls macht trockenes, sprödes Haar wieder geschmeidig und sorgt für einen natürlichen, seidigen Glanz. Besonders splissanfälliges Haar profitiert von einer regelmäßigen Mohnöl-Kur: Das Öl legt sich wie ein Schutzfilm um das einzelne Haar, glättet kleinste Bruchstellen und stärkt die Haarstruktur nachhaltig.

Im Vergleich zu vielen anderen Haarölen hinterlässt Mohnöl keinen Fettfilm auf den Haaren und beschwert sie nicht. Auch auf der Kopfhaut entfaltet Mohnöl seine lindernden Eigenschaften: Bei trockener, gereizter oder geröteter Kopfhaut kann die regelmäßige Anwendung die Beschwerden deutlich verbessern. Das Öl kann dafür direkt auf die Kopfhaut einmassiert und nach einer Einwirkzeit von 15 bis 30 Minuten ausgewaschen werden. Wer nach einem leichten, pflegenden Haaröl sucht, findet in Mohnöl eine milde Alternative zu schwererem Kokosöl.

Mohnöl gegen Schmerzen

Die Anwendung von Mohn als Schmerzmittel hat eine jahrtausendealte Tradition. Bereits die Mönche im mittelalterlichen Waldviertel kultivierten Mohn gezielt zur Herstellung von Medikamenten gegen Schmerzen und Schlaflosigkeit.[5] In der traditionellen Heilkunde wird Mohnöl bis heute bei verschiedenen Schmerzarten eingesetzt.

Die potenzielle schmerzlindernde Wirkung von Mohnöl wird auf zwei Inhaltsstoffe zurückgeführt: das Alkaloid Rhoeadin und geringe Spuren von Morphin, die auch in den Samen nachweisbar sind. Obwohl die Wirkung wissenschaftlich nicht belegt ist, berichten Anwender von positiven Erfahrungen bei Muskel- und Gliederschmerzen, Verspannungen und arthrotischen Beschwerden.[13]

Zur äußerlichen Anwendung gegen Schmerzen wird das Mohnöl auf die betroffenen Stellen aufgetragen und sanft einmassiert. Die Massage selbst unterstützt die Entspannung der Muskulatur, während die Inhaltsstoffe des Öls lokal ihre Wirkung entfalten können. Bei Arthrose-Beschwerden empfiehlt die Erfahrungsmedizin eine regelmäßige Anwendung über mehrere Wochen.

Wichtig: Mohnöl aus Speise-Mohnsamen enthält keine berauschenden Mengen an Opiat-Alkaloiden und erzeugt keinen Rauschzustand. Dennoch sollte bei anhaltenden Schmerzen immer ärztlicher Rat eingeholt werden.

Mohnöl Wirkung auf die Psyche und zum Schlafen

In der Volksmedizin wurde Mohn seit der Antike als beruhigende und schlaffördernde Pflanze geschätzt. Die Mohnsamen galten bereits im Jungsteinzeitalter als Mittel zur Förderung des Schlafs und wurden zu Brei oder Aufgüssen verarbeitet.[2]

Modernes kaltgepresstes Mohnöl aus zugelassenen Speise-Mohnsorten enthält allenfalls Spuren von Alkaloiden und hat keine berauschende Wirkung. Dennoch können die enthaltenen Nährstoffe das Wohlbefinden positiv beeinflussen: Der hohe Magnesiumgehalt der Mohnsamen trägt zur normalen Funktion des Nervensystems bei und kann eine entspannende Wirkung haben. Vitamin E und die B-Vitamine unterstützen zudem die Stressresistenz des Körpers.

Wer Mohnöl als Teil einer Abendroutine nutzen möchte, kann es als Massageöl für eine entspannende Selbstmassage verwenden. Der beruhigende Effekt einer solchen Abendmassage mit warmem Mohnöl kann das Einschlafen erleichtern. Als Speiseöl lässt sich Mohnöl auch in ein abendliches Müsli oder einen warmen Getreidebrei einrühren. Für die gezielte Nutzung ätherischer Öle zur Entspannung eignet sich ergänzend Lavendelöl in der Duftlampe.

Mohnöl in der Küche

In der Küche entfaltet Mohnöl seinen einzigartigen, nussig-milden bis kräftigen Geschmack am besten in kalten Gerichten. Beim Erhitzen gehen sowohl die wertvollen Inhaltsstoffe als auch das charakteristische Aroma verloren – das Öl ist daher ausschließlich für die kalte Küche geeignet und sollte nicht zum Braten verwendet werden.

Mohnöl eignet sich hervorragend für die Zubereitung von Salaten und Dressings, wo es Olivenöl als nussige Alternative ablösen kann. Es harmoniert besonders gut mit Blattsalaten, Rohkost, Spargel, Karotten, Tomaten und Kartoffeln. Auch Nudelgerichte und spezielle Reisgerichte erhalten mit einem Schuss Mohnöl kurz vor dem Servieren eine besondere Geschmacksnote.

Im süßen Bereich ist Mohnöl ein ausgezeichneter Begleiter: Obstsalate, Müsli, Desserts und Süßspeisen lassen sich damit wunderbar verfeinern. Darüber hinaus eignet es sich hervorragend zum Backen – ein Mohn-Gugelhupf mit Mohnöl wird besonders fluffig und aromatisch. Klassische österreichische und böhmische Gerichte wie Mohnnudeln, Mohnknödel oder Mohnstrudel gewinnen durch kaltgepresstes Mohnöl zusätzliches Aroma.

Je nach Mohnsorte variiert der Geschmack des Öls: Blaumohnöl schmeckt kräftig und würzig, Graumohnöl eher mild und dezent, während Weißmohnöl ein feines nussiges Aroma aufweist. Diese Vielfalt eröffnet zahlreiche Möglichkeiten für kreative Rezeptideen.

Mohnöl für Hunde

Auch in der Hundeernährung kann Mohnöl als Futteröl eingesetzt werden. Die ungesättigten Fettsäuren und die enthaltenen Tocopherole (Vitamin E) unterstützen Fellglanz und Hautgesundheit des Hundes. Besonders beim BARFen (Rohfütterung) wird Mohnöl als Ölzusatz geschätzt, da es dem Hund hilft, fettlösliche Vitamine aus Obst und Gemüse besser aufzunehmen.

Mohnöl kann dabei im Wechsel mit anderen hochwertigen Ölen wie Leinöl, Hanföl oder Walnussöl gefüttert werden. Als Richtwert gelten etwa ein halber Teelöffel pro 10 kg Körpergewicht, untergemischt ins Futter. Wie bei allen neuen Futterzusätzen empfiehlt es sich, mit einer kleinen Menge zu beginnen und die Verträglichkeit zu beobachten.

Mohnöl in der Ölmalerei

Neben der Verwendung als Speise- und Pflegeöl hat Mohnöl eine lange Tradition in der bildenden Kunst. Seit dem 12. Jahrhundert wird es in der Ölmalerei als Bindemittel und Malmittel eingesetzt.[14] Neben Leinöl und Walnussöl gehört Mohnöl zu den klassischen trocknenden Ölen der Malerei.

Der besondere Vorteil von Mohnöl für Künstler liegt in seiner geringeren Vergilbungsneigung im Vergleich zu Leinöl. Es eignet sich daher besonders zum Anreiben heller und weißer Ölfarben, bei denen eine Vergilbung unerwünscht ist. Bekannte Hersteller wie Schmincke und Lukas bieten gebleichtes Mohnöl als Bindemittelkomponente für Malmittel an.

Allerdings trocknet Mohnöl deutlich langsamer als Leinöl und bildet einen weicheren, elastischeren Farbfilm. Dicke Schichten aus Mohnöl neigen bei der Alterung zum Rissigwerden und Runzeln. Aus diesem Grund empfehlen Experten, Mohnöl nur in geringen Anteilen und in Kombination mit Leinöl oder Sonnenblumenöl zu verwenden. Die Impressionisten schätzten das Mohnöl dennoch für seine lange offene Zeit, die ihnen erlaubte, in der Nass-in-Nass-Technik zu arbeiten.

Mohnöl selber herstellen

Mohnöl lässt sich grundsätzlich selbst herstellen, erfordert jedoch spezielles Equipment. Für die Kaltpressung benötigt man eine kleine Ölpresse (Hand- oder Motorpresse) und eine ausreichende Menge hochwertiger, getrockneter Mohnsamen.

Der Prozess im Überblick: Die Samen sollten sauber und trocken sein. In der Ölpresse werden sie bei niedriger Temperatur (unter 40 °C) gepresst. Das austretende Öl wird aufgefangen und anschließend durch ein feines Sieb oder Filterpapier gefiltert. Da Mohnsamen vergleichsweise wenig Öl abgeben und schwer zu pressen sind, ist die Ausbeute gering – man benötigt circa 3 bis 5 kg Samen für einen Liter Öl.[3]

Alternativ kann man ein Mohnöl-Mazerat herstellen, indem man frisch gemahlene Mohnsamen in einem hochwertigen, neutralen Basisöl einlegt und über zwei bis vier Wochen an einem dunklen, kühlen Ort ziehen lässt. Das resultierende Öl enthält zwar nicht die volle Konzentration der Wirkstoffe wie ein kaltgepresstes Mohnöl, eignet sich aber als einfache Alternative für die Hautpflege.

Dosierung und Einnahme von Mohnöl

Die Dosierung von Mohnöl richtet sich nach dem jeweiligen Anwendungszweck:

Innerliche Anwendung (Küche und Nahrungsergänzung): Für die Aufnahme der gesundheitsfördernden Linolsäure empfiehlt sich eine tägliche Menge von 1 bis 2 Esslöffeln (ca. 10–15 g) Mohnöl. Diese kann pur eingenommen, ins Müsli gemischt oder als Dressing über Salate und Gemüse gegeben werden.

Äußerliche Anwendung für die Haut: Zur Pflege trockener oder gereizter Haut genügen wenige Tropfen, die direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen und sanft einmassiert werden. Bei großflächiger Anwendung, etwa nach dem Duschen, reicht eine esslöffelgroße Menge für den gesamten Körper.

Haarpflege: Für eine Haarkur wird das Mohnöl in die Haarspitzen und bei Bedarf in die Kopfhaut einmassiert. Nach einer Einwirkzeit von 15 bis 30 Minuten wird es gründlich ausgewaschen. Bei besonders strapaziertem Haar kann die Kur über Nacht einwirken.

Schmerzanwendung: Zur äußerlichen Anwendung gegen Schmerzen kann das Öl mehrmals täglich durch Einreiben, Aufsprühen oder Träufeln auf die betroffenen Stellen aufgebracht werden. Auch das Benetzen einer Kompresse, die auf die schmerzende Stelle gelegt wird, ist möglich.

Generell gilt: Sobald eine Besserung der Beschwerden eintritt, kann die Anwendungshäufigkeit reduziert werden.

Haltbarkeit und Lagerung von Mohnöl

Mohnöl ist aufgrund seines hohen Gehalts an mehrfach ungesättigten Fettsäuren besonders oxidationsempfindlich und wird schneller ranzig als viele andere Speiseöle. Die richtige Lagerung ist daher entscheidend für den Erhalt der Qualität.

Ungeöffnet ist kaltgepresstes Mohnöl bei sachgemäßer Lagerung 9 bis 12 Monate haltbar. Nach dem Öffnen sollte die Flasche innerhalb von 2 bis 3 Monaten aufgebraucht werden. Beim Kauf empfiehlt es sich daher, kleinere Abfülleinheiten zu wählen, um sicherzustellen, dass das Öl stets frisch verbraucht wird.

Für die optimale Lagerung gelten folgende Grundregeln: Das Öl sollte stets dunkel, kühl und luftdicht verschlossen aufbewahrt werden – am besten im Kühlschrank. Die Flasche nach jedem Gebrauch sofort wieder verschließen, um den Kontakt mit Sauerstoff zu minimieren. Dunkle Glasflaschen schützen das Öl zusätzlich vor lichtbedingter Oxidation. Auch gemahlene Mohnsamen werden aufgrund ihres hohen Fettgehalts schnell ranzig und sollten nur in kleinen Mengen frisch gemahlen verwendet werden. Ranziges Mohnöl erkennt man an einem unangenehm stechenden, bitteren Geruch und Geschmack – in diesem Fall sollte das Öl nicht mehr verwendet werden.

Mohnöl Nebenwirkungen

Kaltgepresstes Mohnöl aus zugelassenen Speise-Mohnsorten gilt bei bestimmungsgemäßer Verwendung als sicher und gut verträglich. Dennoch sollten einige Punkte beachtet werden:

Allergien: In seltenen Fällen können Allergien gegen Mohnsamen auftreten. Wer erstmals Mohnöl äußerlich anwendet, sollte zunächst einen kleinen Verträglichkeitstest an einer unauffälligen Hautstelle durchführen.

Omega-6-Verhältnis: Aufgrund seines sehr hohen Linolsäuregehalts (Omega-6) und des geringen Omega-3-Anteils sollte Mohnöl nicht als einzige Fettquelle verwendet werden. Eine ausgewogene Ernährung berücksichtigt das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren. Zur Ergänzung eignen sich Omega-3-reiche Öle wie Leinöl oder Algenöl.[12]

Schwangerschaft: In der Schwangerschaft ist der moderate Verzehr von Mohnöl als Speiseöl unbedenklich. Bei Unsicherheiten sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Opiat-Spuren: Speise-Mohnsamen können je nach Verarbeitung geringe Spuren von Opiat-Alkaloiden enthalten. Im kaltgepressten Mohnöl sind diese Mengen äußerst gering und gesundheitlich unbedenklich. Eine berauschende Wirkung ist bei normaler Verwendung ausgeschlossen.

Oxidation und Ranzigkeit: Abgelaufenes oder falsch gelagertes Mohnöl kann durch Oxidation gesundheitsschädliche Verbindungen bilden. Ranziges Öl sollte keinesfalls mehr verzehrt oder auf die Haut aufgetragen werden.

Mohnöl kaufen – Worauf sollte geachtet werden?

Beim Kauf von Mohnöl lohnt sich ein genauer Blick auf die Produktbeschreibung, um ein hochwertiges Öl zu erkennen. Die wichtigsten Qualitätsmerkmale im Überblick:

Kaltgepresst und nativ: Nur kaltgepresstes Mohnöl enthält das volle Spektrum an Fettsäuren, Vitaminen und Antioxidantien. Raffinierte Öle haben einen Großteil dieser Wirkstoffe verloren.

Bio-Qualität: Bio-Mohnöl aus kontrolliert biologischem Anbau garantiert den Verzicht auf Pestizide und chemische Düngemittel.

Reinheit: Achten Sie darauf, dass das Öl zu 100 Prozent aus Mohnsamen besteht und nicht mit günstigerem Sonnenblumenöl verschnitten wurde. Die Zutatenliste auf dem Etikett gibt hierüber Auskunft.

Dunkle Glasflasche: Hochwertiges Mohnöl wird in lichtschützenden, dunklen Glasflaschen abgefüllt, um die Oxidation zu minimieren.

Herkunftsangabe: Seriöse Hersteller geben die Herkunft der Mohnsamen an. Besonders geschätzt sind Öle aus dem österreichischen Waldviertel, aus deutschem Anbau (z. B. Mecklenburg) oder von zertifizierten Bio-Ölmühlen.

Kleine Gebindegrößen: Aufgrund der begrenzten Haltbarkeit sind kleinere Flaschengrößen (100–250 ml) für den Privathaushalt empfehlenswert.

Mohnöl ist in Reformhäusern, Bio-Supermärkten und spezialisierten Online-Shops erhältlich. In Drogeriemärkten wie dm oder Rossmann ist kaltgepresstes Mohnöl nur vereinzelt verfügbar. Im Lebensmitteleinzelhandel (Edeka, Rewe) findet man es gelegentlich in der Feinkostabteilung.

Mohnöl Verkaufsformen

Mohnöl wird in verschiedenen Gebindegrößen und Varianten angeboten, wobei die Auswahl vom beabsichtigten Verwendungszweck abhängt.

Speise-Mohnöl ist in Glasflaschen von 50 ml bis 500 ml erhältlich. Gängige Zwischengrößen sind 100 ml und 250 ml. Für den regelmäßigen Gebrauch in der Küche sind 250-ml-Flaschen ein guter Kompromiss zwischen Frische und Preis.

Kosmetisches Mohnöl wird oft in kleinen Fläschchen (30–100 ml) mit Pipette oder Pumpspender angeboten und eignet sich besonders für die gezielte Gesichts- und Körperpflege.

Mohnöl für die Malerei ist als gebleichtes Malmittel in Fachgeschäften für Künstlerbedarf erhältlich, beispielsweise von Schmincke oder Lukas, und wird in Flaschen von 60 ml bis 250 ml verkauft.

Bio Mohnöl

Spezielles Bio-Mohnöl wird aus Samen von streng kontrollierten Anbaugebieten gewonnen. Die Aufzucht der Pflanzen erfolgt nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus, der den Einsatz synthetischer Pestizide, Herbizide und chemischer Düngemittel untersagt. Diese kontrollierte Aufzucht garantiert eine schadstofffreie, unbelastete Qualität.

Darüber hinaus achten Bio-Ölmühlen auf eine schonende Weiterverarbeitung der Samen, sodass der Käufer sich der Reinheit und Natürlichkeit des Produkts sicher sein kann. Bio-Mohnöl ist in der Regel teurer als konventionelles Mohnöl, bietet aber ein höheres Maß an Qualitätssicherung und ist die empfehlenswerte Wahl für alle, die Mohnöl für die Hautpflege oder als hochwertiges Speiseöl nutzen möchten.

Häufige Fragen zu Mohnöl

Ist Mohnöl gesund?

Ja, kaltgepresstes Mohnöl ist gesund. Es liefert essenzielle Linolsäure, natürliche Antioxidantien (Vitamin E) und wichtige Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium. Regelmäßiger Konsum kann zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels beitragen. Allerdings sollte es nicht die einzige Fettquelle sein, da das Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis ungünstig ist.

Wofür ist Mohnöl gut?

Mohnöl wird vielfältig eingesetzt: als hochwertiges Speiseöl für kalte Gerichte, als Hautpflegeöl bei trockener, gereizter oder zu Rötungen neigender Haut, als Haarpflegemittel gegen Spliss und trockene Kopfhaut, in der Volksmedizin gegen Schmerzen und Verspannungen sowie in der Ölmalerei als Bindemittel für helle Farben.

Wie schmeckt Mohnöl?

Mohnöl hat einen charakteristisch nussigen, leicht süßlichen Geschmack, der an Nüsse erinnert. Je nach Mohnsorte variiert die Intensität: Blaumohnöl schmeckt kräftiger und würziger, Graumohnöl milder und Weißmohnöl fein-nussig. Der Geschmack geht beim Erhitzen verloren, weshalb Mohnöl nur kalt verwendet werden sollte.

Kann man Mohnöl zum Braten verwenden?

Nein, Mohnöl eignet sich nicht zum Braten. Durch seinen hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren hat es einen niedrigen Rauchpunkt. Beim Erhitzen werden die wertvollen Inhaltsstoffe zerstört und der Geschmack verfälscht. Mohnöl sollte ausschließlich in der kalten Küche verwendet werden.

Wie lange ist Mohnöl haltbar?

Ungeöffnet und kühl sowie dunkel gelagert ist Mohnöl 9 bis 12 Monate haltbar. Nach dem Öffnen sollte es im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von 2 bis 3 Monaten verbraucht werden. Ranziges Mohnöl erkennt man an einem stechenden, bitteren Geruch.

Enthält Mohnöl Opiate?

Speise-Mohnöl aus zugelassenen Sorten enthält allenfalls Spuren von Opiat-Alkaloiden, die bei normaler Verwendung gesundheitlich unbedenklich sind. Eine berauschende Wirkung ist bei bestimmungsgemäßem Gebrauch ausgeschlossen.

Was ist der Unterschied zwischen Mohnöl und Schwarzkümmelöl?

Schwarzkümmelöl wird aus den Samen des Echten Schwarzkümmels (Nigella sativa) gewonnen und hat ein deutlich anderes Fettsäureprofil sowie einen kräftigen, scharfen Geschmack. Mohnöl ist milder, nussiger und hat einen höheren Linolsäuregehalt. Beide Öle haben unterschiedliche Anwendungsschwerpunkte, obwohl sie beide in der Hautpflege eingesetzt werden.

Quellen

  1. Zohary, D., Hopf, M., & Weiss, E. (2012). Domestication of Plants in the Old World: The Origin and Spread of Domesticated Plants in Southwest Asia, Europe, and the Mediterranean Basin (4th ed.). Oxford University Press.
  2. Bernáth, J. (Ed.). (1998). Poppy: The Genus Papaver. Harwood Academic Publishers. Medicinal and Aromatic Plants – Industrial Profiles.
  3. Dąbrowski, G., Konopka, I., & Czaplicki, S. (2020). Composition and quality of poppy (Papaver somniferum L.) seed oil depending on the extraction method. LWT – Food Science and Technology, 134, 110167. doi:10.1016/j.lwt.2020.110167
  4. Bozan, B., & Temelli, F. (2003). Chemical composition and oxidative stability of flax, safflower and poppy seed and seed oils. Bioresource Technology, 99(14), 6354–6359. doi:10.1016/j.biortech.2007.12.009
  5. Wikipedia: Mohnöl – Pflanzenöl aus den Samen des Schlafmohns. Abgerufen am 12.02.2026 unter https://de.wikipedia.org/wiki/Mohnöl
  6. Ghafoor, K., Özcan, M. M., AL-Juhaimi, F., Babiker, E. E., & Fadimu, G. J. (2019). Changes in quality, bioactive compounds, fatty acids, tocopherols, and phenolic composition in oven- and microwave-roasted poppy seeds and oil. LWT – Food Science and Technology, 99, 490–496. doi:10.1016/j.lwt.2018.10.017
  7. Erinç, H., Tekin, A., & Özcan, M. M. (2009). Determination of fatty acid, tocopherol and phytosterol contents of the oils of various poppy (Papaver somniferum L.) seeds. Grasas y Aceites, 60(4), 375–381. doi:10.3989/gya.011209
  8. Olionatura (2024): Mohnöl (Papaver somniferum Seed Oil) – Öle und Buttern. Abgerufen am 12.02.2026 unter https://olionatura.de/oele-und-buttern/mohnoel/
  9. Nergiz, C., & Ötleş, S. (1994). The proximate composition and some minor constituents of poppy seeds. Journal of the Science of Food and Agriculture, 66(2), 117–120. doi:10.1002/jsfa.2740660202
  10. Czaplicki, S., Ogrodowska, D., Derewiaka, D., Tańska, M., & Zadernowski, R. (2011). Bioactive compounds in unsaponifiable fraction of oils from unconventional sources. European Journal of Lipid Science and Technology, 113(12), 1456–1464. doi:10.1002/ejlt.201100132
  11. EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (2009). Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to linoleic acid. EFSA Journal, 7(9), 1276. doi:10.2903/j.efsa.2009.1276
  12. Dłużewska, E., Kasprzak, M., Tyburski, J., & Ogrodowska, D. (2020). Comparative Effects of Dietary Hemp and Poppy Seed Oil on Lipid Metabolism and the Antioxidant Status in Lean and Obese Zucker Rats. Nutrients, 12(6), 1828. doi:10.3390/nu12061828
  13. PraxisVITA (2021): Mohnöl: Gesund und hilfreich gegen Schmerzen. Abgerufen am 12.02.2026 unter https://www.praxisvita.de/mohnoel-gesund-und-hilfreich-gegen-schmerzen-1...
  14. Wikipedia: Ölmalerei – Geschichte und Technik. Abgerufen am 12.02.2026 unter https://de.wikipedia.org/wiki/Ölmalerei