Sojaöl

Zuletzt aktualisiert: 12.02.26

Sojaöl ist ein pflanzliches Öl, das aus den Samen der Sojabohne (Glycine max) gewonnen wird. Mit einem Anteil von rund 32 Prozent an der weltweiten Pflanzenölproduktion zählt es nach Palmöl zu den am meisten hergestellten Pflanzenölen überhaupt.[1] Das Öl zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren aus – insbesondere an Linolsäure (Omega-6) und Alpha-Linolensäure (Omega-3). Sojaöl findet vielseitige Verwendung: von der Küche über die Hautpflege bis hin zur technischen Industrie, wo es unter anderem als Basis für Druckfarben und Biodiesel dient.
Sojaöl in einer Glasflasche neben Sojabohnen

In der Kosmetik wird Sojaöl unter dem INCI-Namen Glycine Soja Oil geführt und vor allem für feuchtigkeitsspendende Cremes, Lotionen und Seifen verwendet. Auch in der Nahrungsmittelindustrie spielt es als Margarinerohstoff, Salatöl und Frittierfett eine zentrale Rolle.

Gewinnung von Sojaöl

Die wichtigsten Anbauländer für Sojabohnen sind die USA, Brasilien, Argentinien und China. Jährlich werden weltweit über 35 Millionen Tonnen Sojaöl produziert, was es zum zweitwichtigsten Pflanzenöl nach Palmöl und vor Rapsöl macht.[1]

Die Sojabohne stellt rund die Hälfte der weltweiten Ölsaat dar. Ihr Anbau dient in den meisten Regionen primär der Ölgewinnung und sekundär der Proteingewinnung. Seit den 1970er Jahren wurden die Züchtungen kontinuierlich verfeinert. In den 1990er Jahren gelang es, Sorten mit deutlich reduziertem Linolensäuregehalt zu etablieren. Dies war ein bedeutender Fortschritt für die Lebensmittelindustrie, da Linolensäure bei Luftkontakt zu Verfärbungen und einer empfundenen Ranzigkeit der Produkte führen kann.[1]

Die Gewinnung erfolgt auf zwei grundlegend unterschiedlichen Wegen:

Kaltpressung (mechanische Pressung): Die Sojabohnen werden – geschält oder ungeschält – in einer Schneckenpresse ausgepresst. Dabei entsteht neben dem Rohöl der sogenannte Sojakuchen, eine proteinreiche Masse, die in der Tierfutterindustrie Verwendung findet. Das gewonnene Trüböl wird anschließend gefiltert und durch Raffinationsverfahren zu verzehrfertigem Sojaöl verarbeitet. Kaltgepresstes Sojaöl hat eine bräunliche Farbe und ein kräftig-nussiges Aroma. Es behält mehr Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe als extrahiertes Öl.[2]

Extraktion: Bei diesem Verfahren werden die geschroteten, zu Flocken gepressten Sojabohnen mit dem Lösungsmittel Hexan behandelt, um ihnen die Fette zu entziehen. Durch Destillation wird anschließend das Hexan wieder entfernt, wobei das Öl auf circa 120 °C erhitzt wird. Dabei gehen allerdings ein Teil der Mineralstoffe und hitzeempfindlichen Vitamine verloren. Das extrahierte Öl ist hellgelb und hat einen milden, nahezu neutralen Geschmack. Der Vorteil liegt in der höheren Ausbeute und der schonenden Gewinnung des anfallenden Sojaschrotes, das einen hohen Proteingehalt aufweist und in der Nahrungsmittelindustrie Anwendung findet.[2]

Im Anschluss an beide Gewinnungsmethoden durchläuft das Sojaöl mehrere Raffinationsschritte: Durch Erhitzung werden unerwünschte Enzyme deaktiviert, und die Zugabe von Zitronensäure schützt das Öl vor Oxidationsprozessen, die zu vorzeitigem Ranzigwerden führen würden. Abhängig davon, welche Basen und Säuren beim Raffinieren zum Einsatz kommen, unterscheidet sich das fertige Sojaöl in seinem Gehalt an Mineralstoffen, Pflanzenstoffen und der genauen Fettsäurezusammensetzung.

Inhaltsstoffe des Sojaöls

Sojaöl besteht nahezu vollständig aus Fetten und enthält darüber hinaus eine Reihe wertvoller Begleitstoffe. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen gehören:[2][3]

Fettsäuren: Etwa 50–59 % Linolsäure (Omega-6), 19–26 % Ölsäure (Omega-9), 5–11 % Alpha-Linolensäure (Omega-3) sowie 10–15 % gesättigte Fettsäuren (hauptsächlich Palmitinsäure und Stearinsäure). Das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 liegt bei ungefähr 7:1 – als optimal gilt ein Verhältnis von 5:1.[3]

Vitamine: Sojaöl enthält nennenswerte Mengen an Vitamin E (Tocopherole) und Vitamin K. Je nach Filtration des Rohöls finden sich zudem Spuren der Vitamine B1, B2, B6 und Folsäure (B9).[4]

Lecithin: Mit einem Gehalt von bis zu 3,8 Prozent ist Sojaöl eine natürliche Lecithinquelle. Lecithin ist ein Phospholipid, das beim Fetttransport im Körper, beim Aufbau von Zellmembranen und für die Gehirnfunktion eine wichtige Rolle spielt.[5]

Phytosterine: Sojaöl enthält etwa 300 mg Phytosterine pro 100 g, darunter Stigmasterol und Sitosterol, die zur Senkung des Cholesterinspiegels beitragen können.[5]

Mineralstoffe: In geringen Mengen sind Magnesium, Natrium, Kalium, Phosphor, Eisen, Kupfer und Zink enthalten. Größere Mengen dieser Nährstoffe finden sich vor allem in anderen Sojaprodukten wie Tofu oder Tempeh.

Sojaöl Kalorien und Nährwerttabelle

Sojaöl
Sojaöl Nährwerte
100 g Sojaöl enthält durchschnittlich:
NährstoffMenge
Kalorien879 kcal (3.680 kJ)
Fettgehalt100 g
Gesättigte Fettsäuren15 g
Ungesättigte Fettsäuren85 g
Einfach ungesättigte Fettsäuren22 g
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren63 g
– davon Omega-6 (Linolsäure)55 g
– davon Omega-3 (Alpha-Linolensäure)8 g
Cholesterin0 mg
Natrium0 mg
Kohlenhydrate0 g
Ballaststoff0 g
Zucker0 g
Protein0 g
Vitamin E (Tocopherol)ca. 8,2 mg
Vitamin Kca. 183 µg
Rauchpunkt (raffiniert)235 °C

Fettsäurezusammensetzung von Sojaöl

Die Fettsäurezusammensetzung macht Sojaöl zu einem ernährungsphysiologisch interessanten Pflanzenöl. Rund 85 Prozent der enthaltenen Fette sind ungesättigt, was im Vergleich zu vielen tierischen Fetten vorteilhaft ist.[3]

Die Linolsäure (Omega-6) macht mit etwa 50–59 Prozent den größten Anteil aus. Sie ist eine essenzielle Fettsäure, die der Körper nicht selbst bilden kann und die zum Aufbau der Hautbarriere beiträgt.[6] Alpha-Linolensäure (Omega-3) ist mit 5–11 Prozent vertreten – ein Wert, der unter Pflanzenölen vergleichsweise hoch ist. Im Vergleich dazu enthält Sonnenblumenöl weniger als 0,1 Prozent Omega-3-Fettsäuren.[3]

Die Ölsäure (Omega-9) liegt bei 19–26 Prozent. Neuere Züchtungen wie das sogenannte High-Oleic-Sojaöl weisen einen deutlich höheren Ölsäureanteil auf, was die Hitzestabilität verbessert und die Bildung von trans-Fettsäuren beim Erhitzen reduziert.[7]

Das Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis von Sojaöl liegt bei etwa 7:1. Laut dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) ist dies günstiger als bei einigen anderen Pflanzenölen, wobei ein Verhältnis von 5:1 als optimal angesehen wird.[3] Zum Vergleich: Rapsöl weist ein Verhältnis von etwa 2:1 auf und gilt daher in Bezug auf die Fettsäurebalance als überlegen.

Wirkung von Sojaöl

Die Wirkung von Sojaöl lässt sich auf die verschiedenen Inhaltsstoffe zurückführen. Besonders hervorzuheben sind die folgenden Effekte:

Hautpflege: Die reichlich enthaltene Linolsäure ist ein natürlicher Bestandteil der menschlichen Hautbarriere (Ceramide). Wenn diese geschwächt ist – etwa bei trockener Haut, Ekzemen oder Neurodermitis – kann die äußerliche Anwendung von Sojaöl dazu beitragen, den natürlichen Säureschutzmantel zu regenerieren und Feuchtigkeit zu binden.[6]

Zellschutz: Die enthaltenen Tocopherole (Vitamin E) wirken als natürliche Antioxidantien und schützen die Hautzellen vor oxidativem Stress durch freie Radikale. Auch Vitamin K unterstützt verschiedene Körperfunktionen, darunter die Blutgerinnung und die Knochengesundheit.[4]

Lecithin-Wirkung: Das in Sojaöl enthaltene Lecithin vermag es, Wasser an Fett zu binden. Diese Eigenschaft ist nicht nur beim Stoffwechsel wichtig, wo es Nährstoffe vor der Zersetzung im Magen schützt, sondern auch beim Fetttransport im Körper und beim Aufbau von Zellmembranen. Lecithin spielt zudem eine Rolle für das Nervensystem und die Gehirnfunktion.[5]

Cholesterinregulierung: Klinische Studien zeigen, dass der Ersatz gesättigter Fette durch Sojaöl den LDL-Cholesterinspiegel senken kann. Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat einen qualifizierten Gesundheitsbezug genehmigt, wonach der tägliche Konsum von etwa 1,5 Esslöffeln (20,5 g) Sojaöl – als Ersatz für Fette mit höherem Anteil gesättigter Fettsäuren – das Risiko für koronare Herzkrankheiten reduzieren kann.[7]

Der Geruch von Sojaöl variiert je nach Herstellungsverfahren: Kaltgepresstes Öl riecht kräftig nussig bis leicht bohnig, während raffiniertes Sojaöl nahezu geruchsneutral ist.

Sojaöl – gesund oder ungesund?

Ob Sojaöl gesund oder ungesund ist, hängt wesentlich von der Menge und dem Kontext des Verzehrs ab. Wie jedes Öl liefert es mit knapp 879 kcal pro 100 g eine hohe Energiedichte. Die gesundheitliche Bewertung fällt jedoch differenziert aus:

Was für Sojaöl spricht: Die Kombination aus Linolsäure und Alpha-Linolensäure kann laut einer Übersichtsarbeit im Journal of the American Heart Association dazu beitragen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken, wenn es gesättigte Fette in der Ernährung ersetzt.[7] Das enthaltene Vitamin E wirkt als Antioxidans, und Lecithin unterstützt den Fettstoffwechsel. Darüber hinaus ergab eine Metaanalyse von 20 prospektiven Studien, dass ein höherer Linolsäure-Spiegel im Blut mit einem um circa 30 Prozent verringerten Risiko für Typ-2-Diabetes assoziiert ist.[7]

Was gegen einen übermäßigen Konsum spricht: Das Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis von 7:1 ist nicht optimal. Eine Ernährung mit einem hohen Anteil an Omega-6-Fettsäuren bei gleichzeitig geringer Omega-3-Zufuhr steht in der Diskussion, entzündliche Prozesse im Körper zu begünstigen.[8] Tierexperimentelle Studien der University of California, Riverside, deuteten zudem darauf hin, dass ein sehr hoher Sojaölkonsum bei Mäusen Adipositas und Insulinresistenz fördern könnte – diese Ergebnisse lassen sich jedoch nicht direkt auf den Menschen übertragen, da die verabreichten Mengen deutlich über dem normalen menschlichen Verzehr lagen.[9]

Zusammenfassend lässt sich sagen: In moderaten Mengen und als Teil einer ausgewogenen Ernährung kann Sojaöl einen sinnvollen Beitrag zur Fettsäureversorgung leisten. Es ist dabei weder ein „Superfood" noch pauschal ungesund. Wer ein besseres Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis anstrebt, kann Sojaöl mit Leinöl oder Rapsöl ergänzen oder abwechseln.

Für die äußere Anwendung ist Sojaöl gerade auf geschädigter oder trockener Haut gut geeignet. Allerdings sollten Sie vorab sicherstellen, dass keine Allergie gegen Hülsenfrüchte besteht.

Ein weiterer Faktor ist die Qualität: Pflanzenschutzmittelrückstände können sich in allen Produkten, die aus Sojapflanzen gewonnen werden, niederschlagen. Bio-Qualität und Produkte aus zertifiziertem Anbau minimieren dieses Risiko. Durch die Raffination werden Rückstände zudem weitgehend eliminiert.

Anwendungsgebiete von Sojaöl

Sojaöl für die Haut

In der Hautpflege zeigt Sojaöl seine Stärken vor allem durch den hohen Linolsäuregehalt. Linolsäure ist ein essenzieller Baustein der Ceramide in der Hautbarriere und kann den natürlichen Säureschutzmantel erneuern sowie Feuchtigkeit binden. Studien bestätigen, dass linolsäurereiche Öle die epidermale Barrierefunktion verbessern und den transepidermalen Wasserverlust reduzieren können.[6]

Sie können sowohl Kosmetikprodukte auf Sojaölbasis als auch pures, kaltgepresstes Sojaöl verwenden, das mittels Wattepad oder Tupfer auf die entsprechenden Hautstellen aufgetragen wird. Geeignete Anwendungsgebiete sind Schuppenflechte, trockene Haut, Juckreiz, Ekzeme (einschließlich Windelekzemen) und Neurodermitis – also überall dort, wo die Hautbarriere gestört ist.

Die besten Ergebnisse erzielen Sie bei bereits geschädigter, rissiger oder entzündeter Haut. Auf intakter, gut durchfeuchteter Haut wirkt das Öl vor allem als Schutzschicht, hat aber keinen tiefgreifenden Zusatzeffekt. Bei bestimmten Formen der Schuppenflechte kann eine Anwendung kontraproduktiv sein – lassen Sie sich hier von Ihrem Hautarzt beraten.

Generell eignet sich das Pflanzenöl bei trockener Haut zur Feuchtigkeitsversorgung, indem es dünn aufgetragen wird. Das gilt auch für empfindliche Bereiche wie das Gesicht, wo es angenehm mild und weniger aufdringlich als beispielsweise Olivenöl wirkt.

Sojaöl für die Haare

Auch für die Haare kann Sojaöl verwendet werden, insbesondere bei sehr trockenem oder sprödem Haar. Hervorzuheben ist die vergleichsweise hohe Oxidationsstabilität des raffinierten Öls, was ein Ranzigwerden und unangenehmen Geruch vorbeugt.

Die Anwendung erfolgt am besten, indem Sie wenige Tropfen Öl nach dem Duschen ins handtuchtrockene Haar einarbeiten. Kleine Mengen sind hier entscheidend: Das Öl wird vom Haar absorbiert und verleiht ihm Glanz, während eine zu großzügige Dosierung die Haare fettig erscheinen lässt. Sojaöl als Haaröl empfiehlt sich daher vorwiegend für trockenes Haar und weniger für bereits fettiges oder feines Haar.

Sojaöl in der Küche

In der Küche findet Sojaöl vor allem in der asiatischen und amerikanischen Küche breite Verwendung, aber auch hierzulande gewinnen Margarine und Brat- sowie Salatöle auf Sojabasis an Beliebtheit. Raffiniertes Sojaöl eignet sich dank seines hohen Rauchpunkts von etwa 235 °C hervorragend zum Backen, Braten und Frittieren.[2]

Der Geschmack von raffiniertem Sojaöl ist mild und nahezu neutral – deutlich weniger dominant als der von Olivenöl. Damit eignet es sich besonders als neutrales Speiseöl beim Backen und Braten, wenn der Eigengeschmack anderer Zutaten nicht überlagert werden soll.

Kaltgepresstes Sojaöl hingegen hat ein leicht bohnig-nussiges Aroma, das in Salatdressings und Dips gut zur Geltung kommt. Es sollte jedoch nicht über 170 °C erhitzt werden, da bei höheren Temperaturen wertvolle Inhaltsstoffe verloren gehen und sich unerwünschte Substanzen bilden können.

Beim Frittieren mit Sojaöl ist zu beachten, dass die Temperatur 235 °C nicht dauerhaft überschreiten sollte, da sich bei Überhitzung durch Denaturierungsprozesse kleine Mengen potenziell schädlicher Verbindungen bilden können.

Sojaöl in der Kosmetik

In kosmetischen Produkten ist Sojaöl ein vielseitiger Wirkstoff, vergleichbar mit Avocadoöl, aber mit dem Vorteil eines angenehmeren, dezenteren Geruchs – besonders relevant bei der Anwendung im Gesicht.

Cremes mit Sojaölzusatz können die Verhornung der Haut regulieren, also die Struktur und Glätte der Hornzellen verbessern. An stark verhornenden Stellen wie Fingern, Fersen und Ellenbogen sorgen solche Produkte für eine glattere, geschmeidigere Erscheinung.

Da die Inhaltsstoffe – insbesondere Lecithin und Vitamin E – die Zellgesundheit fördern und beim Membranaufbau helfen, eignen sich Sojaöl-Pflegeprodukte auch gut für reife Haut. Bestehende Zellen werden durch die Fette und Lecithine geschützt und gestärkt. Allerdings ziehen lecithinarme Formulierungen in der Regel besser in die Haut ein.

In kosmetischen Formulierungen wird Sojaöl häufig als Trägeröl für fettlösliche Wirkstoffe und Vitamine eingesetzt. Der INCI-Name lautet Glycine Soja Oil.

Sojaöl für Kerzen

Sojaöl – genauer gesagt Sojawachs, das durch Hydrierung (Härtung) von Sojaöl gewonnen wird – hat sich als nachhaltige Alternative zu Paraffinkerzen etabliert. Sojawachskerzen brennen langsamer und sauberer als Paraffinkerzen und setzen weniger Ruß frei. Der niedrigere Schmelzpunkt sorgt zudem für eine gleichmäßigere Wärmeverteilung und eine bessere Duftabgabe bei Duftkerzen.

Für die Kerzenherstellung eignet sich gehärtetes Sojaöl, nicht das flüssige Speiseöl. Achten Sie beim Kauf von Sojakerzen auf Bio-Qualität, um gentechnisch veränderte Sojabohnen zu vermeiden.

Sojaöl für Hunde und Pferde

Im Futtermittelbereich wird Sojaöl als Energielieferant und Quelle essenzieller Fettsäuren eingesetzt. Für Hunde kann eine kleine Menge Sojaöl (etwa ein halber Teelöffel pro 10 kg Körpergewicht) dem Futter beigemischt werden, um Fell und Haut zu unterstützen. Auch bei Pferden wird Sojaöl als Futterzusatz verwendet, um den Energiegehalt der Ration zu erhöhen und das Fellbild zu verbessern.

Wichtig: Der Einsatz sollte mit dem Tierarzt abgestimmt werden, da bei Masttieren und bei bestehenden Unverträglichkeiten der Sojaölanteil begrenzt sein muss. Bei Hunden mit einer Sojaallergie ist Sojaöl selbstverständlich zu meiden.

Sojaöl und Komedogenität

Ein häufig gestellte Frage ist, ob Sojaöl komedogen wirkt, also die Poren verstopfen kann. Der Komedogenitätsgrad von Sojaöl wird in der Fachliteratur je nach Quelle unterschiedlich angegeben – typischerweise zwischen 2 und 3 auf einer Skala von 0 bis 5.[10]

Das bedeutet, dass Sojaöl als leicht bis mäßig komedogen einzustufen ist. Für trockene und normale Haut ist dies in der Regel unproblematisch. Personen mit fettiger oder zu Akne neigender Haut sollten Sojaöl im Gesicht allerdings nur sparsam oder verdünnt verwenden – oder zu nicht-komedogenen Alternativen wie Arganöl (Komedogenitätsgrad 0), Jojobaöl (Grad 0-1) oder Hanföl (Grad 0) greifen.

Generell gilt: Kaltgepresste, frische Öle weisen eine geringere komedogene Wirkung auf als oxidierte oder ältere Öle, da Oxidation die Komedogenität erhöhen kann. Bewahren Sie Ihr Sojaöl daher stets kühl und dunkel auf.

Sojaöl in der Schwangerschaft

Die Frage, ob Sojaöl in der Schwangerschaft sicher ist, wird oft im Zusammenhang mit den in Soja enthaltenen Isoflavonen – pflanzlichen Phytoöstrogenen – diskutiert. Es ist jedoch wichtig zu unterscheiden: Sojaöl enthält im Gegensatz zur ganzen Sojabohne nur minimale Spuren von Isoflavonen, da diese bei der Ölextraktion weitgehend in den festen Bohnenbestandteilen verbleiben.[6]

Der Verzehr von Sojaöl in der Ernährung – etwa zum Braten oder als Salatöl – ist in der Schwangerschaft und Stillzeit nach aktuellem Wissensstand unbedenklich, sofern keine Sojaallergie vorliegt. Die AOK und die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) stufen Soja als Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung auch während der Schwangerschaft als sicher ein.[11]

Bei der äußerlichen Anwendung von purem Sojaöl auf der Haut empfiehlt sich aus Vorsichtsgründen eine Rücksprache mit dem Frauenarzt, da einzelne Kosmetikexperten bei der direkten Hautanwendung von Sojaöl bei Schwangeren und Kleinkindern zur Vorsicht raten.[6] Von Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten Soja-Isoflavonen wird in der Schwangerschaft ausdrücklich abgeraten.[12]

Sojaöl bei Allergie

Soja gehört zu den 14 Hauptallergenen, die in der EU kennzeichnungspflichtig sind. Wer an einer Sojaallergie leidet, reagiert in der Regel auf die Proteine in der Sojabohne. Vollständig raffiniertes Sojaöl enthält nur noch minimale Spuren von Sojaprotein und wird von vielen Allergikern vertragen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sieht vollständig raffiniertes Sojaöl als allergologisch unbedenklich an.[13]

Anders sieht es bei kaltgepresstem Sojaöl aus: Dieses kann noch allergene Sojaproteine enthalten und sollte bei einer bestätigten Sojaallergie gemieden werden. Auch das BZfE weist darauf hin, dass kaltgepresstes Sojaöl für Sojaallergiker problematisch sein kann.[3]

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie Sojaöl vertragen, sprechen Sie mit Ihrem Allergologen. Ein Hauttest (Prick-Test) kann Klarheit verschaffen. Beachten Sie zudem, dass Sojaöl in vielen verarbeiteten Lebensmitteln, Margarinen und Backwaren enthalten sein kann – ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich.

Sojaöl ist glutenfrei und stellt für Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit kein Problem dar.

Alternativen zu Sojaöl

Wer Sojaöl ersetzen möchte – sei es wegen einer Allergie, aus ökologischen Gründen oder geschmacklichen Vorlieben –, hat mehrere gute Optionen:

In der Küche: Rapsöl ist der nächstliegende Ersatz: Es hat einen ähnlich neutralen Geschmack, einen hohen Rauchpunkt und ein deutlich günstigeres Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis (2:1). Sonnenblumenöl eignet sich ebenfalls gut zum Braten und Frittieren, enthält jedoch kaum Omega-3-Fettsäuren. Für Salate bieten sich Leinöl oder Walnussöl an, die besonders reich an Omega-3 sind.

In der Hautpflege: Jojobaöl ist eine hervorragende nicht-komedogene Alternative, ebenso wie Arganöl. Für sehr trockene Haut eignet sich auch Avocadoöl, das ähnlich reich an Vitaminen ist.

Für Kerzen: Als Alternative zu Sojawachs kommen Rapswachs, Bienenwachs und Kokoswachs infrage.

Sojaöl kaufen – worauf muss geachtet werden?

Die Sojabohne ist aufgrund von Gentechnik in den letzten Jahren immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Wollen Sie gentechnisch veränderte Organismen (GVO) vermeiden, achten Sie auf das EU-Bio-Siegel oder das „Ohne Gentechnik"-Siegel. In der EU ist der Anbau gentechnisch veränderter Sojabohnen nicht erlaubt – europäische Bio-Produkte sind daher eine sichere Wahl.[14]

Darüber hinaus sollten Sie beim Kauf auf folgende Punkte achten:

Herkunft: Sojapflanzen, die in Südamerika auf ehemaligen Regenwaldflächen angebaut werden, sind ökologisch bedenklich. Achten Sie auf europäischen Anbau oder auf Nachhaltigkeitssiegel wie RTRS (Round Table on Responsible Soy).

Pressverfahren: Kaltgepresstes Sojaöl erkennen Sie an der bräunlichen bis goldgelben Farbe und dem nussigen Aroma – es enthält mehr Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe. Helles, geschmacksneutrales Öl wurde durch Extraktion und Raffination gewonnen.

Verpackung: Dunkle Glasflaschen schützen das Öl besser vor Lichtoxidation als Plastikflaschen.

Sojaöl ist in Supermärkten, Reformhäusern, Biomärkten und online erhältlich. Die Preisspanne liegt je nach Qualität und Herkunft zwischen 5 und 30 Euro pro Liter.

Haltbarkeit und Lagerung von Sojaöl

Ungeöffnetes Sojaöl ist bei kühler und dunkler Lagerung bis zu einem Jahr haltbar. Nach dem Öffnen sollte es innerhalb von etwa drei Monaten aufgebraucht werden. Kaltgepresstes Sojaöl hat aufgrund des höheren Gehalts an empfindlichen Fettsäuren eine etwas kürzere Haltbarkeit als raffiniertes Öl.

Für eine optimale Aufbewahrung empfiehlt es sich, Sojaöl kühl (unter 20 °C), dunkel und gut verschlossen zu lagern. Hitze, Licht und Sauerstoff beschleunigen die Oxidation und können das Öl ranzig werden lassen. Ein ranziger Geruch oder ein bitterer Geschmack sind eindeutige Zeichen dafür, dass das Öl nicht mehr verwendet werden sollte.

Weiterhin findet Sojaöl Anwendung als Kraftstoff (Biodiesel), als Bindemittel für Druckfarben und in der pharmazeutischen Industrie als Träger für lipophile Medikamente wie Propofol.[4] Insgesamt werden nahezu alle Inhaltsstoffe der Sojabohne einem sinnvollen Zweck zugeführt.

Quellen

  1. United States Department of Agriculture (USDA). Oilseeds: World Markets and Trade. USDA Foreign Agricultural Service. Online verfügbar unter: fas.usda.gov
  2. Krist, S. (2013). Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle. Springer Vienna. ISBN: 978-3-7091-1004-1
  3. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Speiseöle in der Küche: Sojaöl. Online verfügbar unter: bzfe.de
  4. DocCheck Flexikon. Sojaöl – Zusammensetzung und Verwendung. Online verfügbar unter: flexikon.doccheck.com
  5. Vetpharm, Universität Zürich. Wirkstoffdaten: Sojaöl – Inhaltsstoffe. Online verfügbar unter: vetpharm.uzh.ch
  6. Murtaza, G. et al. (2015). Dermatological and cosmeceutical benefits of Glycine max (soybean) and its active components. Acta Polonia Pharmaceutica, 72(1), 3–11.
  7. Messina, M., Shearer, G., & Petersen, K. (2021). Soybean oil lowers circulating cholesterol levels and coronary heart disease risk, and has no effect on markers of inflammation and oxidation. Nutrition, 89, 111343. doi:10.1016/j.nut.2021.111343
  8. Blasbalg, T. L. et al. (2011). Changes in consumption of omega-3 and omega-6 fatty acids in the United States during the 20th century. American Journal of Clinical Nutrition, 93(5), 950–962. doi:10.3945/ajcn.110.006643
  9. Deol, P. et al. (2015). Soybean Oil Is More Obesogenic and Diabetogenic than Coconut Oil and Fructose in Mouse: Potential Role for the Liver. PLOS ONE, 10(7), e0132672. doi:10.1371/journal.pone.0132672
  10. Skotnicka-Graca, U. et al. (2022). Possibilities of using vegetable oils in acne skin care. Aesthetic Cosmetology and Medicine.
  11. AOK Gesundheitsmagazin (2022). Tofu und Co: Wie gesund sind Sojaprodukte? Online verfügbar unter: aok.de
  12. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Isolierte Isoflavone sind nicht ohne Risiko. Aktualisierte Stellungnahme Nr. 039/2007. Online verfügbar unter: bfr.bund.de
  13. EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA). Scientific Opinion on the evaluation of allergenic foods and food ingredients for labelling purposes. EFSA Journal, 2014;12(11):3894.
  14. Verordnung (EU) Nr. 834/2007 des Rates über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen.