Jojobaöl

Der Trend, beim Kauf eines Produktes auf seinen genauen Inhalt zu schauen, ist nicht nur im Lebensmittelbereich zu beobachten. Auch in der Kosmetik achten Konsumenten immer mehr auf natürliche Inhaltsstoffe der gewählten Präparate. Jojobaöl ist eine sehr beliebte und wirkungsvolle Zutat in vielen Kosmetikprodukten. Bereits die Indios setzten bei der Haarpflege aber auch bei der Wundbehandlung auf dieses Öl. Von der Kosmetikindustrie wurde es entdeckt, als der Einsatz von Walrat zum Schutz der Tiere in den 1970er Jahren verboten wurde. Seitdem gilt Jojobaöl als die Grundlage von Kosmetikprodukten schlechthin. Seine volle Wirkung entfaltet aber nur wirklich hochwertiges Öl. Mehr dazu später.

Jojobaöl

Gewinnung von Jojobaöl

Jojobaöl wird aus den Samen der Früchte des Jojobastrauchs (Simmondsia sinensis) gewonnen. Es handelt sich hier um einen immergrünen, reich verzweigten Strauch, dessen Höhe bis zu zwei Meter erreicht. Er wächst vor allem in den Wüsten und Halbwüsten von Mexiko, Kalifornien oder in Arizonas Sonora-Wüste. Anbau findet außerdem in Argentinien, Peru, Israel und Australien statt. Die Pflanze ist sehr genügsam und verfügt über tiefe Pfahlwurzeln, die ohne Probleme in tiefe Wasservorräte vordringen können. Das bedeutet auch, dass Jojoba selbst dort angebaut wird, wo herkömmliche Landwirtschaft unmöglich ist. Der Jojobastrauch wird bis zu 200 Jahre alt und zeichnet sich durch seine Robustheit aus. Pflanzenschutzmittel werden daher kaum benötigt. Werden die weiblichen Blüten des Strauches durch Wind oder Insekten bestäubt, entstehen Kapselfrüchte. Nach etwa drei bis sechs Monaten sind die Früchte reif und werden von Hand oder maschinell geerntet. Die darin enthaltenen runzeligen, braunen Samen oder auch Nüsse genannt werden gepresst. Sie liefern das wertvolle Öl und ähneln in Form und Größe einer Olive. Jede Nuss beinhaltet etwa 50 % Jojobaöl.

Jojobaöl Inhaltsstoffe

Genaugenommen ist Jojobaöl gar kein Öl, sondern ein Pflanzenwachs. Es ist das einizge flüssige Wachs das in der Natur vorkommt, das sein Schmelzpunkt bei 7 Grad Celsius liegt. Der Vorteil ist, dass es dadurch eine jahrelange Haltbarkeit besitzt und im Vergleich zu anderen Ölen nicht so rasch ranzig wird. Jojobaöl wird neben pflegenden Eigenschaften auch eine heilende Wirkung zugeschrieben. Sieht man sich seine Zusammensetzung genauer an, wird deutlich warum.

Das Öl besteht zu bis zu:

  • 70 % aus Gadoleinsäure
  • 15 % aus Erucasäure
  • 10 % aus Ölsäure
  • 2 % aus Nervosäure
  • 1 % aus Palmitinsäure

Außerdem enthält Jojobaöl die Vitamine B und E, Provitamin A, Mineralstoffe und Simmondsin. Provitamin A, besser bekannt als Betacarotin, benötigt der Körper für das Immunsystem, die Zellentwicklung und den Stoffwechsel. Es hilft der Haut und den Schleimhäuten gesund zu bleiben, und eine Barriere geben Bakterien aufzubauen. Vitamin E begünstigt die Ausbildung von Kollagen in der Haut und leistet seinen Beitrag zu strafferer Haut sowie glatteren Narben. Der Prozess der Hautalterung verlangsamt sich. Die enthaltenen Mineralstoffe wirken positiv auf die Blutbildung und den Stoffwechsel.

Simmondsin ist toxisch. Ein Verzehr von Jojobasamen wird nicht empfohlen. Es gibt Studien mit Tieren, denen die Samen verfüttert wurden. Für einige der Probanden waren dies tödlich. Bei anderen Tieren wurden die Organe geschädigt. Vor einiger Zeit kursierten in manchen Online Shops noch „natürliche Schlankmacher“ auf Basis von Jojobasamen. Die sind inzwischen verboten weil Schäden auch beim Menschen zu erwarten sind.

Wirkung von Jojobaöl

In der Kosmetik wird Jojobaöl gerne verwendet, da es intensiv pflegt und von der Haut beinahe rückstandslos aufgenommen wird. Das heißt, dass auch kein öliger Film zurückbleibt. Durch seine Geruchsneutralität ist es sehr vielfältig einsetzbar; zum Beispiel in der Haar- und Hautpflege. Es wird ihm eine große feuchtigkeitsspendende aber auch antibakterielle Wirkung zugeschrieben. Die Verträglichkeit ist durch alle Hauttypen hindurch äußerst gut. Interessant ist, dass Produkte, die Jojobaöl enthalten, mit weniger Konservierungsstoffen auskommen. Der Grund liegt darin, dass sich Mikroorganismen im Öl schlecht ausbreiten können, bzw. das Öl Keimen entgegenwirkt. Neben der Pflegekomponente muss auch die heilende Wirkung genannt werden. Im Folgenden sind die einzelnen Anwendungsgebiete genau beschrieben.

Anwendungsgebiete von Jojobaöl

Jojobaöl für die Haare

Ein erstes Paradebeispiel ist die Haarpflege. Die positive Wirkung für die Haarpracht ist schon seit dem 18. Jahrhundert bekannt. Jojobaöl bringt Glanz ins Haar, pflegt die Kopfhaut, bekämpft Juckreiz, mildert Schuppenbefall und beugt Spliss vor. Es beschwert das Haar nicht, indem es ummantelt. Es sendet vielmehr Moleküle in die Haarfollikel und stärkt es von innen. Dabei entfaltet es die größte Wirkung, wenn es ins feuchte Haar direkt eingeknetet wird. Problemstellen wie zum Beispiel die Haarspitzen dürfen besonders gründlich bearbeitet werden. Haben Sie rasch fettendes Haar, sind Sie besser beraten wenn Sie die Kopfhaut selbst nicht zu häufig behandeln, da das Nachfetten sonst noch schneller erfolgen würde. Eine gelegentliche Anwendung ist aber förderlich. Das Öl direkt in Ihre aktuellen Haarpflegeprodukte unterzumischen ist nicht empfehlenswert. Die Wirkung verschlechtert sich dadurch nur.

Jojobaöl für das Gesicht und die Haut

Bei der Gesichtspflege mit Jojobaöl macht man sich zunutze, dass die oben beschriebenen Fettsäuren die Haut zart, geschmeidig und widerstandsfähig zugleich machen. Die Haut wird optimal geschützt und mit Feuchtigkeit versorgt. Durch seine Fettsäuren glättet es die Haut und verfügt über eine Art natürlichen Anti-Aging Effekt. Mit Meersalz angerührt, erhalten Sie ein naturbelassenes Peeling. Nach einer kurzen Einwirkzeit kann es mit lauwarmem Wasser und einem Tuch wieder abgenommen werden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Kombiniert man Jojobaöl mit zum Beispiel Avocado oder Gurke, entsteht eine wohltuende Gesichtsmaske. In der kälteren Jahreszeit schützt Jojobaöl in seiner reinen Form vor Wind und Kälte. Wer seinen Kindern zum Schutz keine parfümierten Chemiekeulen auftragen möchte, kann auf Jojobaöl ausweichen.

Wen unreine Haut plagt, der ist unter Umständen mit der Verwendung von Jojobaöl gut beraten. Es wirkt antibakteriell, verhindert also das Ausbreiten von Keimen. Ohne die Haut gleichzeitig auszutrocknen wie es viele Präparate für unreine Haut machen. Diese pflegen die Haut nicht ausreichend oder haben andere Nebenwirkungen.

Neben Haar und Gesicht darf auch der gesamte Körper in den Genuss einer Jojoba Behandlung kommen. Jojobaöl besitzt eine sehr gute Spreitung und ist angenehm in der Anwendung. Es zieht wie rasch ein und ist auch für alle Hauttypen geeignet. Die Anwendungsgebiete in der Hautpflege im Allgemeinen sind sehr vielfältig.

Haben etwa Ihre Füße Hornhaut angesetzt, sollten Sie auch hier zu Jojobaöl greifen. Dieses dringt ins Innere der Haut ein, und hilft die Hornhaut aufzulösen.

Jojobaöl wird auch von sensibler Haut sehr gut vertragen. Bei regelmäßiger Anwendung regeneriert sich schuppige, trockene Haut. Allergien treten äußert selten auf. Jojobaöl bietet außerdem Schutz vor Wind, Wetter und UV-Strahlung, da es sogar über einen geringen Lichtschutzfaktor (3 bis 4) verfügt. Aus diesem Grund bildet es häufig die Basis für Sonnenöle.

Wer sich regelmäßig mit Jojobaöl pflegt, unterstützt die Schutzfunktion der Haut. Auch natürliche Bräune kann länger gehalten werden. Bei Sonnenbrand bringt Jojobaöl Linderung und Pflege zugleich. Die Abheilung wird beschleunigt.

Generell gilt, dass Jojobaöl Wunden und Narben gut tut. Das trifft für leichte Verbrennungen genauso zu wie für eine Narbe nach einer Operation wie beispielsweise einem Kaiserschnitt. Für offene Wunden ist es jedoch nicht geeignet. Zur Behandlung von Schuppenflechte, Neurodermitis und Milchschorf wird Jojobaöl oft mit Sheabutter kombiniert. Schwangerschaftsstreifen kann durch eine regelmäßige Jojobaöl-Massage vorgebeugt werden. Bestehen die Schwangerschaftsstreifen bereits, bewirkt die kontinuierliche Anwendung eine deutliche Milderung.

Als Massageöl eignet es sich vor allem wegen der hohen Pflegekomponente. Die Zugabe eines fettigeren Öls ist hier gängig. Da Jojobaöl sehr geruchsneutral ist, bildet es auch die Basis für sehr viele Aromaöle und ätherische Öle. Bei 100 ml Jojobaöl reichen etwa 18 Tropfen eines hochwertigen ätherischen Öls bzw. einer Mischung. Orangenöl und Lavendelöl wirken entspannend. Möchten sie das Öl nach dem Sport auftragen, eignen sich zum Beispiel Rosmarinöl und Lavendelöl. In der Erkältungszeit hat sich eine Mischung aus Cajeputöl, Thymianöl, Zitronenöl und Lavendelöl bewährt.

Einen weiteren Anwendungsfall stellen besonders trockene und rissige Hände oder Fingerkuppen dar. Dieses Problem tritt oft in der kühleren Jahreszeit auf, die auch mit sehr trockener Heizungsluft einhergeht. Nicht nur, dass rissige Hände ungepflegt wirken, die Haut ist durch den zerstörten Säureschutzmantel auch anfälliger für Entzündungen oder Ekzeme. Kommt die Haut häufig in Kontakt mit aggressiven Reinigungs-, Desinfektionsmitteln oder gar Chemikalien, wird er Schutzmantel auch in Mitleidenschaft gezogen. Spätestens wenn sich bereit feine Risse und Rötungen bilden oder sich Juckreiz häuft, ist es an der Zeit zu handeln.

Jojobaöl gegen Akne und unreine Haut

Noch ist strittig, ob Jojobaöl bei sehr fettiger Haut oder Akne verwendet werden soll. Es besitzt zwar die desinfizierende und reinigende Wirkung und verstopft die Poren nicht, doch gibt es Stimmen, die sich gegen eine Verwendung aussprechen. Manche Nutzer haben durchaus positive Erfahrungen bei Pickeln und Mitessern gemacht. Andere sprechen davon, dass die Verwendung von Jojobaöl die Bildung von Unreinheiten eher gefördert hat. Im Einzelfall kann die Verträglichkeit unter Beobachtung der Hautreaktionen also nur selbst ausgetestet werden. Dass eine schlechte Qualität des Öls der Grund für schlechte Erfahrungen war, kann nicht ausgeschlossen werden. Im Grunde verbindet sich Jojobaöl mit dem Talg der Haut und bindet die Feuchtigkeit. So kann die eigene Talgproduktion reguliert werden und der Talg geregelt abfließen. Akne ist eine komplexe Angelegenheit. Die Verwendung von Jojobaöl kann das Hautbild positiv beeinflussen. Dennoch muss man realistisch bleiben und darf über Nacht kein Wunder erwarten. Wie so oft sind Zeit und Geduld sowie eine gesunde Ernährung der Schlüssel für einen langfristigen Erfolg.

Jojobaöl kaufen - Worauf sollte geachtet werden?

Zuletzt möchten wir Ihnen noch verraten worauf Sie beim Kauf genau achten müssen. Wo Sie Ihr Jojobaöl kaufen spielt im Grunde keine Rolle. Angeboten wird es von Apotheken, Reformhäusern aber auch Online. Entscheidend ist immer die Qualität. Diese ergibt sich aus der Art und Weise wie es gewonnen wird. Achten Sie stets darauf, ein naturbelassenes Erstpressöl zu wählen, das nicht mit chemischen Stoffen versetzt oder stark erhitzt wurde. Sie erkennen es an der goldgelben Farbe und dem dezenten Duft. Wirkt das Öl hell oder farblos, haben Sie es meist mit einem mehrfach gepressten Öl zu tun. Die Qualität nimmt aber mit jeder weiteren Pressung ab. Die pflegende und gesundheitsfördernde Wirkung besteht nur dann, wenn das Öl tatsächlich erstklassig ist. Da es im Vergleich zu anderen Ölen sehr lange haltbar ist, gehen seine Inhaltsstoffe kaum verloren, auch wenn Sie es lange aufbewahren. Eine richtige Lagerung durch Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung bei maximal 25 Grad Celsius wird vorausgesetzt.

Jojobaöl Verkaufsformen

Bio Jojobaöl

Der Vorteil bei Bio Jojobaöl ist, dass es derart universell einsetzbar ist. In seiner puren Form als biologisches Öl kalter Pressung verhilft es trockenem Haar zu Glanz und Geschmeidigkeit, beruhigt es gerötete, juckende Kopfhaut, reinigt und/oder pflegt es das Gesicht und schützt vor Kälte und Sonne. Wirkt es bei Hautunreinheiten antibakteriell und reguliert die Talgproduktion. Macht es den Körper zart, geschmeidig und spendet Feuchtigkeit. Glättet es Narben. Dient es als Basis für selbst gemachte Naturkosmetik und Massageöle. Wird Jojobaöl mit anderen „Zutaten“ gemixt, entstehen weitere Darreichungsformen wie Pflegeöle, Cremen, Shampoos, Haarkuren, Reinigungslotions, Seifen, Lippenpflege und Ähnliches. Die Kosmetikproduzenten haben bieten ein breites Repertoire an. Sie sind gut beraten wenn Sie bei den Produkten kritisch auf die genauen Inhaltsstoffe schauen. Nur weil Jojobaöl drauf steht muss es nicht in wirksamer Menge drin sein. Sollten Sie beim Lesen Lust bekommen haben selbst unter die Kosmetikmacher zu gehen, liefern Ihnen Online Suchmaschinen zahlreiche Rezepte für selbst gefertigte Cremen, Masken, Peelings, Kuren und Shampoos zur Pflege von Haut, Körper und Haar.