Copaiba Öl ist ein natürliches Pflanzenprodukt aus dem Amazonasbecken Südamerikas, das seit Jahrhunderten als wirksamer Entzündungshemmer, Schmerzmittel und Hautpflegemittel geschätzt wird. Es zählt zu den vielseitigsten ätherischen Ölen überhaupt.
Das Öl wird aus dem Oleoresin (Baumharz) der Copaiferabäume (Copaifera spp.) gewonnen, die zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) gehören. Im 17. Jahrhundert brachten Jesuitenmissionare das Harz nach Europa, wo es als „Jesuiterbalsam" bekannt wurde. Indigene Völker des Amazonasgebiets nutzen Copaiba Öl seit Generationen als traditionelles Heilmittel bei Entzündungen, Hauterkrankungen und Infektionen.[1]
Die besondere Wirkung von Copaiba Öl beruht auf dem hohen Gehalt an β-Caryophyllen (BCP), einem natürlichen Sesquiterpen, das als selektiver Agonist des CB2-Cannabinoidrezeptors wirkt. Im Gegensatz zu THC aus Cannabis hat β-Caryophyllen keinerlei psychoaktive oder berauschende Wirkung, entfaltet aber nachweislich entzündungshemmende, schmerzlindernde und angstlösende Effekte über das körpereigene Endocannabinoid-System.[2] Das Copaiba Oleoresin gehört zu den natürlichen Quellen mit dem höchsten β-Caryophyllen-Gehalt – je nach Art und Herkunft kann das ätherische Öl 30 bis über 50 % dieses wertvollen Terpens enthalten.[3]

Geschichte von Copaiba Öl
Die Geschichte von Copaiba Öl reicht viele Jahrhunderte zurück und ist eng mit den Heiltraditionen Südamerikas verwoben.
Ursprung bei indigenen Völkern: Die indigenen Gemeinschaften des Amazonasgebiets nutzen das Harz der Copaiferabäume seit präkolumbischen Zeiten. In der traditionellen Volksmedizin wurde es äußerlich bei Hautwunden, Entzündungen und Insektenstichen aufgetragen und innerlich als Mittel gegen Halsschmerzen, Atemwegserkrankungen und Harnwegsinfektionen eingenommen. Die Gewinnung erfolgte durch Anbohren des Baumstamms – eine Methode, die bis heute praktiziert wird.[1]
Verbreitung durch Jesuitenmissionare: Im 17. Jahrhundert entdeckten Jesuitenmissionare in Brasilien das wertvolle Baumharz und brachten es nach Europa. Dort wurde es unter dem Namen „Jesuiterbalsam" oder „Baume de Copahu" schnell populär und fand Eingang in die westliche Pharmazie. Europäische Ärzte setzten es vorrangig bei Harnwegsinfektionen, Bronchitis und Hauterkrankungen ein.
Wissenschaftliche Erforschung: Die systematische Erforschung der Inhaltsstoffe von Copaiba Öl begann in den 1980er-Jahren. Einen Durchbruch erzielte die Entdeckung, dass β-Caryophyllen als selektiver CB2-Rezeptor-Agonist fungiert, was 2008 erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde.[2] Seitdem hat das Interesse an Copaiba Öl in Forschung und Naturheilkunde weltweit stark zugenommen. Zwischen 2010 und 2020 wurden allein in der Datenbank Web of Science über 230 Studien zu den biologischen Aktivitäten von Copaiba veröffentlicht.[4]
Gewinnung und Herstellung
Die Gewinnung von Copaiba Öl erfolgt aus dem Oleoresin der Copaiferabäume, die hauptsächlich im tropischen Regenwald des Amazonasbeckens wachsen. Weltweit sind rund 70 Arten der Gattung Copaifera bekannt, wobei Copaifera reticulata, Copaifera langsdorffii und Copaifera multijuga am häufigsten zur Ölgewinnung verwendet werden.[4]
Extraktion des Oleoresins
Zur Gewinnung des Oleoresins wird der Stamm des Copaiferabaums angebohrt und das zähe, klebrige Harz abgezapft – ähnlich der Ernte von Ahornsirup. Ein einzelner Baum kann pro Ernte bis zu 40 Liter des gelblich-braunen, süß-holzig duftenden Harzes liefern. Diese traditionelle Methode ist nachhaltig, da die Bäume den Eingriff unbeschadet überstehen und über Jahrzehnte hinweg weiter geerntet werden können.
Destillation zum ätherischen Öl
Das rohe Oleoresin besteht aus einer Mischung von flüchtigen Sesquiterpenen und harzigen Diterpenen. Durch Wasserdampfdestillation wird daraus das ätherische Copaiba Öl gewonnen, das überwiegend aus Sesquiterpenen besteht (bis zu 94 %) und einen deutlich höheren Anteil an β-Caryophyllen aufweist als das Rohharz.[3] Die Zusammensetzung variiert je nach Copaifera-Art, Standort, Bodenbeschaffenheit und Erntezeitpunkt.
Inhaltsstoffe von Copaiba Öl
Die Zusammensetzung von Copaiba Öl ist komplex und umfasst zwei Hauptfraktionen: flüchtige Sesquiterpene und harzige Diterpene. Die genauen Anteile variieren je nach Copaifera-Art und Herkunft.
Sesquiterpene (flüchtige Fraktion)
Die Sesquiterpene machen den Hauptanteil des destillierten ätherischen Öls aus. Zu den wichtigsten Vertretern gehören:
- β-Caryophyllen (BCP): Der mengenmäßig dominante Inhaltsstoff (30–55 % des ätherischen Öls). β-Caryophyllen ist ein bizyklisches Sesquiterpen und der einzige bekannte Pflanzenstoff, der als vollständiger selektiver Agonist am CB2-Cannabinoidrezeptor wirkt.[2] Es besitzt den Status „Generally Recognized as Safe" (GRAS) der US-amerikanischen FDA und kommt auch in Nelkenöl, schwarzem Pfeffer und Hopfen vor – allerdings in deutlich geringeren Konzentrationen als im Copaiba Oleoresin.[5]
- α-Humulen: Ein weiteres Sesquiterpen mit entzündungshemmenden Eigenschaften, das im Zusammenspiel mit β-Caryophyllen wirkt.
- α-Copaen: Verleiht dem Öl seinen charakteristischen Duft und kann bei empfindlichen Personen selten allergische Reaktionen auslösen.
- β-Bisabolen und δ-Cadinen: Tragen zur antimikrobiellen Gesamtwirkung des Öls bei.
Diterpene (harzige Fraktion)
Im unverarbeiteten Oleoresin finden sich zusätzlich harzige Diterpene wie Kaurensäure, Copalinsäure, Hardwickiinsäure und Polyalthinsäure. Diese Diterpene besitzen eigene biologische Aktivitäten, darunter entzündungshemmende, antiparasitäre und antibakterielle Wirkungen.[6] Beim destillierten ätherischen Öl ist der Diterpen-Anteil deutlich reduziert, weshalb es sich in seiner Wirkung und Verträglichkeit vom Rohbalsam unterscheidet.
Wirkung von Copaiba Öl
Copaiba Öl entfaltet seine vielfältigen Wirkungen vor allem über die Interaktion von β-Caryophyllen mit dem Endocannabinoid-System des Körpers. Wissenschaftliche Studien belegen folgende Hauptwirkungen:
- Entzündungshemmend: Die entzündungshemmende Wirkung von Copaiba Öl ist durch zahlreiche Studien gut belegt. β-Caryophyllen aktiviert den CB2-Rezeptor und hemmt dadurch die Freisetzung proinflammatorischer Zytokine wie TNF-α, IL-6 und IL-1β.[3] In einer Studie an Ratten mit adjuvans-induzierter Arthritis reduzierte β-Caryophyllen aus Copaiba Öl signifikant die Pfotenschwellung, die Anzahl zirkulierender Leukozyten und oxidativen Stress – vergleichbar mit der Wirkung des gesamten Öls.[7]
- Schmerzlindernd (analgetisch): Die Aktivierung des CB2-Rezeptors durch β-Caryophyllen vermittelt nachweislich schmerzlindernde Effekte, sowohl bei entzündungsbedingten als auch bei neuropathischen Schmerzen. Dies wurde in Tiermodellen für Entzündungs- und Nervenschmerzen bestätigt.[8]
- Antibakteriell und antimikrobiell: Copaiba Öl hemmt das Wachstum verschiedener Bakterien-, Pilz- und Parasitenstämme. Studien zeigen eine Wirksamkeit gegen grampositive und gramnegative Bakterien sowie gegen Leishmanien.[4]
- Antioxidativ: β-Caryophyllen schützt Zellen vor oxidativem Stress, indem es die Aktivität antioxidativer Enzyme fördert und reaktive Sauerstoffspezies (ROS) reduziert.[7]
- Wundheilungsfördernd: Die Kombination aus entzündungshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften unterstützt die Wundheilung. Eine klinische Studie aus 2021 zeigte, dass ein Copaiba-haltiges Gel die Hautregeneration bei Hautverletzungen verbessern kann.[9]
Copaiba Öl Wirkung auf die Psyche
Die Wirkung von Copaiba Öl auf die Psyche gehört zu den zunehmend erforschten Anwendungsbereichen. Das Endocannabinoid-System, auf das β-Caryophyllen einwirkt, spielt eine zentrale Rolle bei der Regulierung von Stimmung, Angst und Stressreaktionen.
Eine randomisierte kontrollierte Studie der Shanghai Jiao Tong University aus dem Jahr 2022 untersuchte die angstlösende Wirkung von Copaiba Öl bei 22 Erwachsenen unter mentalem Stress. Die Inhalation von Copaiba Öl führte zu einer signifikanten Verringerung des Angst-Scores (STAI), einer Senkung der Herzfrequenz und des Speichel-Cortisolspiegels im Vergleich zur Kontrollgruppe. Zudem wurde eine Abnahme der Beta-Wellen-Aktivität im linken Stirnhirn gemessen – ein neurophysiologischer Marker für Entspannung.[10]
Diese Ergebnisse stützen die traditionelle Anwendung von Copaiba Öl als beruhigendes Mittel. In der Aromatherapie wird es gezielt eingesetzt, um Angstgefühle zu lindern, die innere Ruhe zu fördern und das emotionale Gleichgewicht zu unterstützen. Der süß-holzige Duft wirkt dabei erdend und entspannend. Vorklinische Studien deuten zudem darauf hin, dass β-Caryophyllen über den CB2-Rezeptor angstlösende und antidepressive Eigenschaften entfalten kann, ohne dabei Müdigkeit oder kognitive Einschränkungen zu verursachen.[5]
Für Menschen mit Schlafproblemen kann Copaiba Öl als natürliche Einschlafhilfe dienen. Die Kombination aus Angstreduktion und entspannender Wirkung auf das Nervensystem kann das Einschlafen erleichtern und die Schlafqualität verbessern – etwa durch das Vernebeln einiger Tropfen in einem Diffusor vor dem Schlafengehen.
Anwendungsgebiete von Copaiba Öl
Copaiba Öl lässt sich auf vielfältige Weise anwenden. Die häufigsten Einsatzgebiete umfassen die Hautpflege, die Schmerzlinderung, die Unterstützung bei Atemwegserkrankungen und die Aromatherapie. Im Folgenden werden die wichtigsten Anwendungsgebiete im Detail erläutert.
Copaiba Öl bei Hautproblemen
Aufgrund seiner entzündungshemmenden, antibakteriellen und wundheilungsfördernden Eigenschaften ist Copaiba Öl ein wertvolles Mittel in der natürlichen Hautpflege.
Akne: In einer doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Studie konnte eine 1-prozentige Copaiba-Öl-Zubereitung die von Akne betroffene Hautfläche innerhalb von 21 Tagen signifikant reduzieren (r² = 0,695, p < 0,001).[11] Copaiba Öl hemmt dabei das Wachstum von Aknebakterien und reduziert gleichzeitig die Entzündungsreaktion in der Haut. Zur Anwendung wird das Öl verdünnt (2–3 Tropfen auf einen Teelöffel Jojobaöl) und punktuell auf betroffene Stellen aufgetragen.
Neurodermitis und gereizte Haut: Die entzündungshemmende Wirkung über den CB2-Rezeptor kann Juckreiz lindern und die Hautbarriere beruhigen. Für die Anwendung bei Neurodermitis empfiehlt sich eine niedrige Konzentration (1–2 Tropfen auf einen Esslöffel Kokosöl als Trägeröl), da empfindliche Haut auf höhere Konzentrationen reagieren kann.
Schuppenflechte (Psoriasis): Die entzündungshemmenden Eigenschaften von Copaiba Öl sprechen für eine potenzielle Wirksamkeit bei Psoriasis. Da die Erkrankung auf chronische Entzündungsprozesse zurückzuführen ist, kann die Hemmung proinflammatorischer Zytokine durch β-Caryophyllen Symptome wie Rötung und Schuppenbildung lindern. Spezifische klinische Studien zu Copaiba und Psoriasis stehen allerdings noch aus.
Wundheilung und Narben: Eine prospektive, randomisierte, doppelblinde Studie aus 2021 zeigte, dass ein silikonbasiertes Gel mit Copaiba Öl die Narbenbildung bei Hautverletzungen reduzieren konnte.[9]
Copaiba Öl zur Schmerzlinderung
Die schmerzlindernde Wirkung von Copaiba Öl macht es zu einer natürlichen Ergänzung bei verschiedenen Schmerzarten:
Muskel- und Gelenkschmerzen: Bei Muskelschmerzen, Verspannungen und Gelenkbeschwerden kann Copaiba Öl äußerlich als Massageöl angewendet werden. Eine klinische Studie untersuchte die Wirkung einer Massage mit Copaiba und Deep Blue Öl bei Personen mit Handarthritis und dokumentierte eine Verbesserung der Beweglichkeit und eine Reduktion der Schmerzen.[12] Für eine Massagemischung werden 5–10 Tropfen Copaiba Öl mit 30 ml eines Trägeröls wie Mandelöl verdünnt.
Rückenschmerzen: Bei Rückenschmerzen kann eine Massage mit verdünntem Copaiba Öl Verspannungen lockern und entzündungsbedingte Schmerzen lindern. Die Anwendung sollte gezielt auf die betroffenen Bereiche erfolgen.
Zahnschmerzen: Traditionell wird Copaiba Öl in Südamerika auch bei Zahnschmerzen eingesetzt. Eine Studie konnte zeigen, dass ein Copaiba-haltiger Zahnlack antimikrobielle Wirkung gegen Karieserreger aufweist.[13] Bei akuten Zahnschmerzen kann ein mit verdünntem Copaiba Öl getränktes Wattestäbchen kurzzeitig auf die betroffene Stelle getupft werden – ein Zahnarztbesuch wird dadurch jedoch nicht ersetzt.
Copaiba Öl bei Atemwegserkrankungen
Bei Erkältungen, Bronchitis oder chronischem Husten kann Copaiba Öl unterstützend eingesetzt werden. Die entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften können dazu beitragen, die Atemwege zu beruhigen und Entzündungen der Schleimhäute zu reduzieren. Für die Anwendung bei Atemwegserkrankungen bieten sich zwei Methoden an: das Inhalieren durch Vernebelung in einem Diffusor oder eine Dampfinhalation mit 2–3 Tropfen Copaiba Öl in heißem Wasser. Eine präklinische Studie an einem Mausmodell für allergisches Asthma zeigte, dass Copaiba Öl die Entzündungsreaktion in den Atemwegen reduzierte und die Regeneration des Lungengewebes förderte.[14] Copaiba Öl sollte bei Atemwegserkrankungen stets als unterstützende Maßnahme betrachtet werden – bei anhaltenden Beschwerden ist ärztlicher Rat unbedingt einzuholen.
Copaiba Öl in der Aromatherapie
In der Aromatherapie wird Copaiba Öl für seinen warmen, erdigen und leicht süß-holzigen Duft geschätzt. Es harmoniert besonders gut mit Lavendelöl, Weihrauchöl, Zitrusölen wie Bergamotteöl und Ylang-Ylang Öl.
Typische Anwendungen in der Aromatherapie umfassen das Vernebeln im Diffusor zur Raumbeduftung, die Zugabe zu selbst hergestellten Duftmischungen und die Verwendung als Badezusatz (3–5 Tropfen mit einem Emulgator wie Sahne oder Salz ins Badewasser). Durch seine nachgewiesene angstlösende Wirkung eignet sich Copaiba Öl besonders als Begleiter für Meditation, Yoga-Übungen oder das abendliche Entspannungsritual.[10]
Innerliche Anwendung von Copaiba Öl
Die innerliche Anwendung von Copaiba Öl ist ein viel diskutiertes Thema, das differenziert betrachtet werden muss. In der brasilianischen Volksmedizin wird das Oleoresin traditionell oral eingenommen – etwa bei Magen-Darm-Beschwerden, Harnwegsinfektionen oder als allgemeines Entzündungsmittel.
Aus wissenschaftlicher und regulatorischer Sicht ist jedoch Vorsicht geboten: Das Roholeoresin enthält Diterpene, von denen einige (insbesondere Kaurensäure) in Tierversuchen potenziell lebertoxische (hepatotoxische) Wirkungen gezeigt haben.[6] Laut WebMD ist Copaiba-Balsam als Lebensmittelzusatz in geringen Mengen zwar üblich, in medizinischen Dosierungen bei oraler Einnahme jedoch als „möglicherweise unsicher" eingestuft, da es zu Magenschmerzen, Übelkeit und Durchfall führen kann.[15]
In der Europäischen Union gibt es keine offizielle Zulassung von Copaiba Öl als Nahrungsergänzungsmittel. Wer Copaiba Öl einnehmen möchte, sollte dies ausschließlich nach Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker tun, nur Produkte in Lebensmittelqualität verwenden und mit sehr geringen Dosierungen beginnen. Von einer Selbstmedikation mit dem ätherischen Öl ist abzuraten.
Copaiba Öl für Hunde
Einige Tierhalter und ganzheitlich arbeitende Tierärzte setzen Copaiba Öl bei Hunden ein – insbesondere bei Gelenkproblemen älterer Hunde, Hautirritationen und zur Beruhigung ängstlicher Tiere. Da Hunde ebenfalls über ein Endocannabinoid-System mit CB2-Rezeptoren verfügen, ist eine grundsätzliche Wirkung von β-Caryophyllen auch beim Hund plausibel.
Wichtig zu beachten: Hunde reagieren deutlich empfindlicher auf ätherische Öle als Menschen. Copaiba Öl darf beim Hund nur stark verdünnt und äußerlich angewendet werden (maximal 1–2 Tropfen auf 30 ml Trägeröl wie Kokosöl). Eine innerliche Anwendung wird nicht empfohlen. Vor dem Einsatz sollte unbedingt ein Tierarzt konsultiert werden, da individuelle Unverträglichkeiten möglich sind. Bei Katzen ist die Anwendung ätherischer Öle grundsätzlich problematisch und Copaiba Öl sollte in Katzenhaushalten nicht diffusiert werden.
Copaiba Öl bei Menopause-Beschwerden
Während der Menopause können Symptome wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und Gelenkschmerzen auftreten. Copaiba Öl kann hierbei auf zwei Wegen unterstützend wirken: Zum einen kann seine angstlösende und beruhigende Wirkung bei Stimmungsschwankungen und Schlafproblemen helfen, zum anderen können die entzündungshemmenden Eigenschaften gelenkbezogene Beschwerden lindern, die in der Menopause häufig zunehmen.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass bislang keine klinischen Studien die spezifische Wirksamkeit von Copaiba Öl bei Menopause-Beschwerden untersucht haben. Die Anwendung basiert auf der allgemeinen Wirkungsweise des Öls und Erfahrungsberichten. Bei starken menopausalen Beschwerden sollte eine ärztliche Beratung erfolgen. Für die Anwendung während der Schwangerschaft wird Copaiba Öl nicht empfohlen.
Dosierung und Einnahme von Copaiba Öl
Die richtige Dosierung von Copaiba Öl hängt von der Anwendungsart ab. Da es sich um ein konzentriertes ätherisches Öl handelt, ist eine unverdünnte Anwendung auf der Haut grundsätzlich zu vermeiden.
Äußerliche Anwendung (Massage, Hautpflege): 2–5 Tropfen Copaiba Öl auf einen Esslöffel (ca. 15 ml) Trägeröl (z. B. Jojobaöl, Mandelöl oder Kokosöl). Dies entspricht einer Verdünnung von etwa 1–2 %. Bei empfindlicher Haut oder der Anwendung im Gesicht sollte die Konzentration auf 1 % reduziert werden (1–2 Tropfen pro Esslöffel).
Diffusor/Aromatherapie: 3–5 Tropfen in einen elektrischen Diffusor geben und je nach Raumgröße 30–60 Minuten vernebeln. Der Raum sollte gut belüftet sein.
Badezusatz: 5–8 Tropfen Copaiba Öl mit einem Emulgator (z. B. einem Esslöffel Sahne, Honig oder Meersalz) vermischen und ins warme Badewasser geben.
Inhalation bei Erkältung: 2–3 Tropfen in eine Schüssel mit heißem (nicht kochendem) Wasser geben, mit einem Handtuch über dem Kopf inhalieren.
Für die innerliche Einnahme gibt es keine allgemein anerkannten Dosierungsempfehlungen und sie sollte, wenn überhaupt, nur unter fachärztlicher Aufsicht erfolgen.
Nebenwirkungen von Copaiba Öl
Copaiba Öl gilt bei sachgemäßer äußerlicher Anwendung als gut verträglich, es sind jedoch mögliche Nebenwirkungen und Risiken zu beachten.
Mögliche Hautreaktionen
Bei unverdünnter Anwendung oder bei empfindlicher Haut können Rötungen, Juckreiz oder Kontaktdermatitis auftreten. Das im Öl enthaltene α-Copaen wird als möglicher Auslöser allergischer Hautreaktionen diskutiert. Vor der ersten Anwendung ist daher ein Verträglichkeitstest (Patchtest) empfehlenswert: Eine kleine Menge des verdünnten Öls auf die Innenseite des Unterarms auftragen und 24 Stunden auf Reaktionen beobachten.
Risiken bei innerlicher Einnahme
Bei oraler Einnahme können Nebenwirkungen wie Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten.[15] Bestimmte Diterpene im Oleoresin, insbesondere Kaurensäure, haben in Tierversuchen hepatotoxische (leberschädigende) Wirkungen gezeigt.[6] Höhere Dosierungen des Oleoresins bei oraler Einnahme gehen in Tierstudien mit einem Anstieg der Leberenzymwerte einher.[16]
Gegenanzeigen und Warnhinweise
- Schwangerschaft und Stillzeit: Von der Verwendung von Copaiba Öl (insbesondere innerlich) wird während Schwangerschaft und Stillzeit abgeraten, da nicht genügend Sicherheitsdaten vorliegen und Kaurensäure in Tierversuchen uterusrelaxierende Effekte gezeigt hat.[17]
- Kinder und Babys: Die Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern sollte nur nach Rücksprache mit einem Kinderarzt erfolgen. Ätherische Öle sind für die empfindliche Babyhaut potenziell zu stark konzentriert.
- Wechselwirkungen: Da β-Caryophyllen über das Endocannabinoid-System wirkt, sind theoretisch Wechselwirkungen mit Medikamenten möglich, die ebenfalls auf das Cannabinoidsystem einwirken. Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme sollte vor der Anwendung ein Arzt konsultiert werden.
Copaiba Öl kaufen
Beim Kauf von Copaiba Öl gibt es einige wichtige Qualitätsmerkmale zu beachten, um ein hochwertiges und wirksames Produkt zu erhalten.
Qualitätsmerkmale und Kaufkriterien
- 100 % naturreines ätherisches Öl: Achten Sie auf die Kennzeichnung „100 % pure essential oil" oder „naturreines ätherisches Öl". Synthetische Zusätze oder Verdünnungen mindern die Wirksamkeit erheblich.
- Botanische Bezeichnung: Die Copaifera-Art sollte auf dem Etikett angegeben sein (z. B. Copaifera reticulata, Copaifera officinalis oder Copaifera langsdorffii).
- GC/MS-Analysezertifikat: Seriöse Anbieter stellen ein gaschromatographisches Analysezertifikat bereit, das den β-Caryophyllen-Gehalt und die Reinheit des Öls dokumentiert.
- Bio-Qualität: Bio-zertifiziertes Copaiba Öl stammt aus kontrolliertem Anbau und ist frei von Pestizidrückständen.
- Dunkle Glasflasche: Das Öl sollte in braunem oder blauem Glas abgefüllt sein, um es vor lichtbedingtem Abbau zu schützen.
Bezugsquellen
Copaiba Öl ist in Apotheken, Reformhäusern, Bio-Fachgeschäften und bei spezialisierten Online-Händlern erhältlich. In der Apotheke profitieren Sie von fachkundiger Beratung. Bekannte Hersteller ätherischer Öle wie Primavera bieten Copaiba Öl in geprüfter Bio-Qualität an. Achten Sie bei Online-Käufen auf verifizierte Kundenbewertungen und die Transparenz des Anbieters bezüglich Herkunft und Analysezertifikaten. Im Drogeriemarkt (z. B. dm) ist Copaiba Öl gelegentlich im Sortiment ätherischer Öle zu finden.
Häufig gestellte Fragen zu Copaiba Öl
Was ist Copaiba Öl?
Copaiba Öl ist ein ätherisches Öl, das durch Wasserdampfdestillation aus dem Oleoresin (Baumharz) der Copaiferabäume gewonnen wird. Diese Bäume sind im Amazonasbecken Südamerikas beheimatet. Der Hauptwirkstoff β-Caryophyllen wirkt als natürlicher CB2-Rezeptor-Agonist entzündungshemmend, schmerzlindernd und beruhigend – ohne psychoaktive Effekte.
Für was ist Copaiba Öl gut?
Copaiba Öl eignet sich vor allem für die natürliche Behandlung von Entzündungen, Hautproblemen (Akne, Neurodermitis, gereizte Haut), Muskel- und Gelenkschmerzen sowie zur Stressreduktion und Angstlinderung in der Aromatherapie. Es unterstützt zudem die Wundheilung und kann bei Atemwegserkrankungen als Inhalation eingesetzt werden.
Kann man Copaiba Öl einnehmen?
Die innerliche Einnahme von Copaiba Öl wird kontrovers diskutiert. In der brasilianischen Volksmedizin hat sie Tradition, in der EU gibt es jedoch keine offizielle Zulassung. Das Oleoresin enthält Diterpene, die in Tierversuchen lebertoxisch wirken können. Eine orale Einnahme sollte daher nur unter ärztlicher Aufsicht und mit speziell dafür geeigneten Produkten in Lebensmittelqualität erfolgen.
Wie wirkt Copaiba Öl auf die Psyche?
Der Hauptinhaltsstoff β-Caryophyllen wirkt über den CB2-Cannabinoidrezeptor auf das Endocannabinoid-System ein, das bei der Regulation von Stimmung, Angst und Stress beteiligt ist. Eine klinische Studie aus 2022 zeigte, dass die Inhalation von Copaiba Öl Angstwerte, Herzfrequenz und Cortisolspiegel signifikant senken konnte.[10]
Ist Copaiba Öl das Gleiche wie CBD Öl?
Nein. Copaiba Öl und CBD Öl sind unterschiedliche Produkte mit verschiedenen Wirkstoffen. Copaiba Öl enthält β-Caryophyllen, das am CB2-Rezeptor wirkt. CBD (Cannabidiol) stammt aus der Hanfpflanze und wirkt über andere Mechanismen. Beide sind nicht psychoaktiv, unterscheiden sich aber in ihrer chemischen Zusammensetzung und ihrem Wirkprofil grundlegend.
Welche Nebenwirkungen hat Copaiba Öl?
Bei äußerlicher Anwendung in verdünnter Form ist Copaiba Öl in der Regel gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen umfassen Hautrötungen oder allergische Reaktionen. Bei oraler Einnahme können Magenschmerzen, Übelkeit und Durchfall auftreten. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern sollte die Anwendung nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.
Kann ich Copaiba Öl bei meinem Hund anwenden?
Grundsätzlich verfügen auch Hunde über CB2-Rezeptoren, an denen β-Caryophyllen wirken kann. Copaiba Öl darf beim Hund jedoch nur stark verdünnt und äußerlich eingesetzt werden. Vor der Anwendung ist eine Beratung durch einen Tierarzt unbedingt empfehlenswert, da Hunde empfindlicher auf ätherische Öle reagieren als Menschen.
Fazit
Copaiba Öl ist ein bemerkenswertes ätherisches Öl mit wissenschaftlich belegter entzündungshemmender, schmerzlindernder und angstlösender Wirkung. Der hohe Gehalt an β-Caryophyllen, das als einziger bekannter Pflanzenstoff selektiv am CB2-Cannabinoidrezeptor wirkt, unterscheidet Copaiba Öl von den meisten anderen ätherischen Ölen und macht es zu einem vielversprechenden Naturprodukt in der modernen Pflanzenheilkunde.
Die Bandbreite der Anwendungsmöglichkeiten reicht von der Hautpflege bei Akne und Neurodermitis über die Linderung von Muskel- und Gelenkschmerzen bis hin zur Unterstützung des psychischen Wohlbefindens. Bei äußerlicher Anwendung in sachgemäßer Verdünnung ist Copaiba Öl gut verträglich. Die innerliche Einnahme sollte allerdings nur nach ärztlicher Beratung erfolgen, da insbesondere die im Oleoresin enthaltenen Diterpene potenzielle Risiken bergen.
Insgesamt stellt Copaiba Öl eine wertvolle natürliche Ergänzung dar – sowohl in der täglichen Körperpflege als auch in der Aromatherapie. Wie bei allen pflanzlichen Heilmitteln gilt: Achten Sie auf hochwertige Qualität und informieren Sie sich gründlich über die richtige Anwendung, um den größtmöglichen Nutzen bei minimalen Risiken zu erzielen.
Quellen
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