Mandarinenöl

Zuletzt aktualisiert: 12.02.26

Mandarinenöl ist ein ätherisches Öl, das aus den Schalen der Mandarine (Citrus reticulata) gewonnen wird. Es zählt zu den mildesten und angenehmsten Zitrusölen und wird in der Aromatherapie, Hautpflege und Kosmetikindustrie vielseitig eingesetzt. Sein süßer, fruchtiger Duft wirkt beruhigend auf Körper und Geist und macht es zu einem geschätzten Begleiter für Entspannung, Schlafförderung und natürliche Hautpflege. In diesem Ratgeber erfährst du alles über die Wirkung, Anwendung und Inhaltsstoffe von Mandarinenöl – wissenschaftlich fundiert und praxisnah.

Mandarinenöl in einer Glasflasche neben frischen Mandarinen

Herkunft und Geschichte

Die Mandarine (Citrus reticulata) stammt ursprünglich aus Südostasien und ist seit über 3.000 Jahren in China und Japan als Kulturpflanze bekannt. Der Name „Mandarine" leitet sich von den hohen chinesischen Beamten – den Mandarinen – ab, denen die kostbare Frucht traditionell als Geschenk überreicht wurde. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wurde die Schale der Mandarine seit Jahrhunderten genutzt, um Verdauungsbeschwerden zu lindern und das Qi zu harmonisieren.

Im 19. Jahrhundert gelangte die Mandarine über Handelsrouten nach Europa und Nordamerika. Heute werden Mandarinen hauptsächlich in Brasilien, Spanien, Italien, Marokko, den USA und in Mittelmeerländern kultiviert. Das ätherische Mandarinenöl gewann besonders in der europäischen Aromatherapie ab dem 20. Jahrhundert an Bedeutung und gilt bis heute als eines der sanftesten ätherischen Öle überhaupt – daher wird es häufig auch bei Kindern und älteren Menschen empfohlen.

Gewinnung von Mandarinenöl

Die Gewinnung von ätherischem Mandarinenöl erfolgt durch Kaltpressung (Expression) der äußeren Fruchtschale. Dabei werden die Öldrüsen in der Schale mechanisch aufgebrochen, sodass das enthaltene ätherische Öl freigesetzt wird. Anschließend wird die gewonnene Flüssigkeit durch Zentrifugation vom wässrigen Anteil getrennt. Dieses Verfahren bewahrt die empfindlichen flüchtigen Aromastoffe, da keine Hitze eingesetzt wird.

Für die Herstellung von einem Kilogramm Mandarinenöl werden etwa 700 bis 800 Kilogramm Mandarinenschalen benötigt[1]. Je nach Erntezeitpunkt und Reifegrad der Früchte entstehen unterschiedliche Varianten des Öls (grün, gelb oder rot), die sich in Duft und Zusammensetzung voneinander unterscheiden. In seltenen Fällen wird Mandarinenöl auch durch Wasserdampfdestillation gewonnen, wobei sich das resultierende Öl im Aromaprofil leicht vom kaltgepressten Öl unterscheidet.

Grünes, gelbes und rotes Mandarinenöl

Es gibt drei Hauptsorten von Mandarinenöl, die sich aus dem Reifegrad der Frucht zum Zeitpunkt der Ernte ergeben. Alle stammen von derselben Pflanze, unterscheiden sich aber in Duft, Farbe und chemischer Zusammensetzung:

Grünes Mandarinenöl wird aus den unreifen Früchten gewonnen. Es hat eine frische, leicht herbe Note und enthält im Vergleich zu den anderen Varianten einen höheren Anteil an Gamma-Terpinen sowie weniger Limonen. Grünes Mandarinenöl gilt als weniger phototoxisch und wird daher bevorzugt in der Hautpflege eingesetzt[2].

Gelbes Mandarinenöl stammt von halbreifen Früchten und bildet einen aromatischen Übergang zwischen der grünen und der roten Variante. Es vereint frische und süße Duftnoten und eignet sich gut für ausgewogene Aromamischungen.

Rotes Mandarinenöl wird aus vollreifen Mandarinen gewonnen. Es besitzt den süßesten, wärmsten Duft der drei Varianten und enthält den höchsten Anteil an Limonen. Rotes Mandarinenöl ist in der Aromatherapie besonders beliebt, da es als besonders beruhigend und stimmungsaufhellend gilt. Allerdings ist bei rotem Mandarinenöl die potenzielle Phototoxizität stärker ausgeprägt.

Mandarinenöl Inhaltsstoffe

Mandarinenöl besteht aus einer komplexen Mischung von über 100 chemischen Verbindungen. Wissenschaftliche Analysen mittels Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS) haben folgende Hauptbestandteile identifiziert[3]:

Limonen (ca. 65–95 %) ist der dominierende Inhaltsstoff und verleiht dem Öl seinen charakteristischen Zitrusduft. Je nach Herkunft und Sorte kann der Limonen-Anteil stark variieren. Studien zeigen, dass Limonen antioxidative, entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften besitzt[4].

Weitere wichtige Inhaltsstoffe sind Gamma-Terpinen (bis ca. 16 %), das zu den antimikrobiellen Eigenschaften des Öls beiträgt, sowie Alpha-Pinen, Beta-Pinen, Myrcen, Sabinen und Linalool. In rotem Mandarinenöl findet sich zudem Methyl-N-Methylanthranilat – ein Inhaltsstoff, der für die leicht blumige Duftnote verantwortlich ist und dem beruhigende, sedierende Eigenschaften zugeschrieben werden[5]. Die genaue Zusammensetzung variiert je nach Anbauregion, Klima, Erntezeitpunkt und Extraktionsmethode.

Wirkung von Mandarinenöl

Mandarinenöl besitzt ein breites Wirkspektrum, das wissenschaftlich zunehmend besser belegt ist. Zu den wichtigsten nachgewiesenen Eigenschaften zählen:

Beruhigend und angstlösend: Mandarinenöl wirkt auf das zentrale Nervensystem beruhigend. Eine Studie an zehn Krankenhäusern in Minnesota und Wisconsin untersuchte die aromatherapeutische Wirkung verschiedener ätherischer Öle bei über 10.000 stationären Patienten. Die Ergebnisse zeigten, dass die Inhalation von Mandarinenöl Schmerzen, Übelkeit und Angstzustände signifikant reduzierte[6].

Schlaffördernd: Aufgrund des Gehalts an Methyl-N-Methylanthranilat und Linalool besitzt Mandarinenöl milde sedierende Eigenschaften. Es kann helfen, nervöse Unruhe zu lindern und einen besseren Schlaf zu fördern. In der Praxis wird es häufig in Kombination mit Lavendelöl eingesetzt, um die schlaffördernde Wirkung zu verstärken.

Antimikrobiell und antifungal: Laborstudien belegen, dass Mandarinenöl eine hemmende Wirkung gegen verschiedene Bakterien und Pilze besitzt. Eine Untersuchung wies nach, dass das Öl das Wachstum der Schimmelpilze Penicillium italicum und Penicillium digitatum dosisabhängig hemmt[7].

Antioxidativ und entzündungshemmend: Der hohe Limonen-Gehalt verleiht Mandarinenöl ausgeprägte antioxidative Eigenschaften, die zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress beitragen können[4]. Darüber hinaus zeigen Forschungen, dass bestimmte Kultivare von Citrus reticulata vielversprechende Anti-Aging-Eigenschaften aufweisen, indem sie die Enzyme Hyaluronidase und Kollagenase hemmen[8].

Schmerzlindernd: Eine Studie aus dem Jahr 2015 konnte zeigen, dass Methyl-N-Methylanthranilat aus Mandarinenöl mit TRP-Rezeptoren interagiert, die an der Schmerzwahrnehmung beteiligt sind. Dies deutet auf ein potenzielles analgetisches Wirkprofil hin[9].

Verdauungsfördernd: Mandarinenöl besitzt krampflösende (antispasmodische) Eigenschaften und wird traditionell bei Blähungen, Verdauungskrämpfen und leichten Magenbeschwerden eingesetzt. Es kann die Darmperistaltik sanft anregen und Völlegefühl reduzieren.

Anwendungsgebiete von Mandarinenöl

Mandarinenöl lässt sich auf vielfältige Weise einsetzen – von der Hautpflege über die Haarpflege bis hin zur Aromatherapie und Küche. Aufgrund seiner milden Natur gilt es als eines der vielseitigsten ätherischen Zitrusöle.

Wirkung von Mandarinenöl auf die Haut

Mandarinenöl ist bekannt für seine zellerneuernden (zytophylaktischen) Eigenschaften, die es zu einem beliebten Inhaltsstoff in der natürlichen Hautpflege machen. Es unterstützt die Regeneration der Hautzellen und kann dazu beitragen, das Erscheinungsbild von Narben, Dehnungsstreifen und kleinen Hautunebenheiten zu verbessern. Die antioxidativen Eigenschaften des Limonens schützen die Haut zusätzlich vor freien Radikalen und vorzeitiger Hautalterung[8].

Besonders bei fettiger und zu Unreinheiten neigender Haut kann Mandarinenöl aufgrund seiner sanften reinigenden Wirkung hilfreich sein. Es reguliert die Talgproduktion und wirkt mild antiseptisch, ohne die Haut auszutrocknen. Für die Anwendung auf der Haut sollte Mandarinenöl stets mit einem Trägeröl wie Jojobaöl oder Mandelöl im Verhältnis von 1–2 % verdünnt werden.

Mandarinenöl für die Haare

Mandarinenöl kann auch in der Haarpflege wertvolle Dienste leisten. Die im Öl enthaltenen Antioxidantien und Nährstoffe können dazu beitragen, die Kopfhaut zu beruhigen, Schuppen zu reduzieren und dem Haar natürlichen Glanz zu verleihen. Besonders bei gereizter oder trockener Kopfhaut wirkt eine Massage mit verdünntem Mandarinenöl wohltuend, da es die Durchblutung der Kopfhaut anregt und die Haarfollikel stimuliert.

Für eine stärkende Haarkur mische 3–5 Tropfen Mandarinenöl mit 2 Esslöffeln Kokosöl oder Arganöl und massiere die Mischung sanft in die Kopfhaut ein. Lasse die Kur 20–30 Minuten einwirken und wasche sie anschließend mit einem milden Shampoo aus. Regelmäßig angewandt, kann dies das Haar kräftiger und geschmeidiger machen. Grünes Mandarinenöl ist für die Haarpflege besonders interessant, da es einen höheren Anteil an Gamma-Terpinen enthält – einem Inhaltsstoff, der auch in Teebaumöl vorkommt und für seine kopfhautpflegenden Eigenschaften bekannt ist[2].

Mandarinenöl gegen graue Haare

In der natürlichen Haarpflege wird Mandarinenöl zunehmend im Zusammenhang mit der Pflege und Vorbeugung von grauen Haaren diskutiert. Der Hintergrund: Graue Haare entstehen, wenn die Melanin-produzierenden Zellen (Melanozyten) in den Haarfollikeln weniger aktiv werden oder absterben – ein Prozess, der durch oxidativen Stress beschleunigt werden kann.

Mandarinenextrakte, insbesondere aus der Chios-Mandarine, haben in kosmetischen Studien gezeigt, dass sie die Melaninsynthese über verschiedene Mechanismen anregen können, darunter eine erhöhte Eumelanin-Produktion und gesteigerte Melanozyten-Proliferation[10]. Zudem schützen die antioxidativen Verbindungen im Mandarinenöl die Melanozyten vor oxidativem Stress, der als Mitverursacher vorzeitiger Ergrauung gilt.

Obwohl es sich um vielversprechende Ergebnisse handelt, ist wichtig zu betonen, dass es sich bei ätherischem Mandarinenöl und konzentriertem Mandarinenextrakt um unterschiedliche Produkte handelt. Die Forschung steht hier noch am Anfang, und Mandarinenöl allein wird den natürlichen Ergrauungsprozess nicht umkehren. Als Teil einer umfassenden Haarpflegeroutine mit antioxidativer Unterstützung kann es jedoch ein sinnvoller Baustein sein. Ergänzend empfehlen Experten eine ausgewogene Ernährung, die reich an Kupfer, Vitamin B12 und Eisen ist, um die Haargesundheit ganzheitlich zu unterstützen.

Mandarinenöl in der Aromatherapie

In der Aromatherapie gilt Mandarinenöl als eines der sanftesten und gleichzeitig wirkungsvollsten Zitrusöle. Sein süßer, warmer Duft wirkt unmittelbar stimmungsaufhellend und beruhigend zugleich – eine Kombination, die es von vielen anderen ätherischen Ölen unterscheidet. Es eignet sich besonders bei nervöser Anspannung, innerer Unruhe und stressbedingten Schlafstörungen.

Mandarinenöl harmoniert in der Aromatherapie hervorragend mit anderen Ölen. Beliebte Kombinationen sind Mandarinenöl mit Neroliöl für tiefe Entspannung, mit Bergamotteöl für eine stimmungsaufhellende Wirkung oder mit Sandelholzöl für meditative Ruhemomente. Auch Mischungen mit Kamillenöl oder Ylang-Ylang-Öl sind in der Praxis bewährt.

Mandarinenöl für die Duftlampe

In der Duftlampe oder im Diffuser entfaltet Mandarinenöl sein volles Potenzial als Raumduft. Gib 5–8 Tropfen Mandarinenöl in die mit Wasser gefüllte Schale der Duftlampe, um eine einladende, entspannte Atmosphäre zu schaffen. Der Duft eignet sich besonders am Abend, um zur Ruhe zu kommen, aber auch tagsüber als natürlicher Raumlufterfrischer.

Ein beliebtes Rezept für eine winterliche Duftkomposition: 4 Tropfen rotes Mandarinenöl, 2 Tropfen Zimtöl und 2 Tropfen Vanilleöl. Für eine sommerlich-frische Note kombiniere 4 Tropfen Mandarinenöl mit 3 Tropfen Zitronenöl und 2 Tropfen Pfefferminzöl.

Mandarinenöl als Massageöl

Aufgrund seiner krampflösenden und durchblutungsfördernden Eigenschaften eignet sich Mandarinenöl hervorragend als Bestandteil von Massageölen. Es kann Verspannungen lösen, müde Muskeln beleben und gleichzeitig durch seinen angenehmen Duft tiefe Entspannung fördern.

Für ein Massageöl mische 10–15 Tropfen Mandarinenöl mit 50 ml eines hochwertigen Basisöls wie Mandelöl, Jojobaöl oder Avocadoöl. Bei Dehnungsstreifen oder Narben kann die Massage mit Mandarinenöl durch die zellerneuernden Eigenschaften des Öls unterstützend wirken. Massiere die Mischung mit sanften, kreisenden Bewegungen in die betroffenen Hautpartien ein.

Mandarinenöl als Badezusatz

Ein Aromabad mit Mandarinenöl ist eine wohltuende Möglichkeit, Stress abzubauen und Körper und Geist zu entspannen. Da ätherische Öle nicht wasserlöslich sind, sollte das Öl vor dem Zugabe ins Badewasser mit einem Emulgator vermischt werden – beispielsweise mit einem Esslöffel Sahne, Honig oder einer Handvoll Meersalz.

Gib 5–8 Tropfen Mandarinenöl auf den Emulgator deiner Wahl und löse die Mischung im warmen (nicht heißen) Badewasser auf. Ein Entspannungsbad ergänzt sich ideal mit 3 Tropfen Mandarinenöl und 3 Tropfen Lavendelöl gemischt in einer Tasse Badesalz. Bade 15–20 Minuten, um die volle Wirkung zu genießen.

Mandarinenöl in der Küche

Hochwertige, für den Verzehr zugelassene Mandarinenöle können auch in der Küche als natürliches Aroma eingesetzt werden. Bereits 1–2 Tropfen genügen, um Desserts, Kuchen, Pralinen, Smoothies oder Dressings eine intensive Mandarinennote zu verleihen. Achte unbedingt darauf, dass das verwendete Öl explizit als Lebensmittelaroma deklariert ist – nicht jedes ätherische Öl ist für die innere Anwendung geeignet.

Ein einfaches Rezept mit Mandarinenöl: Für ein fruchtiges Salatdressing verrühre 3 Esslöffel Olivenöl, 1 Esslöffel Honig, 2 Esslöffel Zitronensaft und 1 Tropfen lebensmitteltaugliches Mandarinenöl. Für Backrezepte kann Mandarinenöl das Abreiben von Mandarinenschale ersetzen und verleiht Muffins, Keksen und Cremes ein intensiveres Aroma als herkömmliche Zitrusextrakte.

Mandarinenöl selber machen

Ein echtes ätherisches Mandarinenöl lässt sich zu Hause nicht in professioneller Qualität herstellen, da die industrielle Kaltpressung spezielle Maschinen erfordert. Allerdings kannst du ein aromatisches Mandarinenöl-Mazerat einfach selbst herstellen, das sich für Kosmetik und Küche eignet:

Anleitung für ein Mandarinenöl-Mazerat:

Schäle 4–5 Bio-Mandarinen und lasse die Schalen einige Stunden antrocknen (nicht vollständig austrocknen). Gib die Schalen in ein sauberes, verschließbares Glas und bedecke sie vollständig mit einem neutralen Pflanzenöl wie Mandelöl oder Jojobaöl. Verschließe das Glas und stelle es an einen warmen, dunklen Ort. Schüttle das Glas einmal täglich und lasse den Ansatz 2–4 Wochen ziehen. Filtere die Schalen anschließend durch ein feines Sieb oder Tuch ab. Das fertige Mazerat bewahre kühl und dunkel auf – es ist mehrere Monate haltbar.

Verwende ausschließlich Bio-Mandarinen, um eine Belastung mit Pestiziden und Wachsen auf der Schale zu vermeiden. Das Mazerat eignet sich ideal als Körperöl, für die Haarpflege oder als Basis für selbstgemachte Kosmetik. Für ein intensiveres Aroma kannst du nach zwei Wochen die alten Schalen entfernen und frische hinzufügen.

Dosierung und Anwendung von Mandarinenöl

Die richtige Dosierung von Mandarinenöl hängt von der Art der Anwendung ab. Als Orientierung gelten folgende Empfehlungen:

Äußere Anwendung auf der Haut: 1–2 % Verdünnung in einem Trägeröl, das entspricht etwa 5–10 Tropfen Mandarinenöl auf 50 ml Basisöl. Bei empfindlicher Haut oder bei Kindern sollte die Konzentration auf 0,5–1 % reduziert werden.

In der Duftlampe oder im Diffuser: 5–8 Tropfen für einen mittelgroßen Raum. Bei Kindern im Raum reichen 2–3 Tropfen.

Als Badezusatz: 5–8 Tropfen, vorab mit einem Emulgator (Sahne, Honig, Badesalz) vermischt.

Für die Inhalation: 2–3 Tropfen in eine Schüssel mit heißem Wasser geben und die Dämpfe unter einem Handtuch einatmen. Diese Methode eignet sich bei leichten Erkältungen und zur Entspannung. Weitere Tipps zum richtigen Inhalieren mit ätherischen Ölen findest du in unserem ausführlichen Ratgeber.

Innere Anwendung: Nur mit explizit als Lebensmittelaroma deklariertem Mandarinenöl und in sehr geringer Dosierung (1–2 Tropfen). Im Zweifelsfall sollte vor der inneren Anwendung ein Arzt oder Heilpraktiker konsultiert werden.

Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

Mandarinenöl gilt als eines der bestverträglichen ätherischen Öle. Dennoch gibt es einige wichtige Vorsichtsmaßnahmen, die bei der Anwendung beachtet werden sollten:

Phototoxizität: Kaltgepresstes Mandarinenöl – insbesondere die rote Variante – kann Furanocumarine enthalten, die bei direkter Sonneneinstrahlung phototoxische Reaktionen (Hautverbrennungen, Hyperpigmentierung) auslösen können. Nach dem Auftragen auf die Haut solltest du mindestens 12 Stunden direkte Sonneneinstrahlung oder UV-Licht vermeiden[11]. Grünes Mandarinenöl gilt als weniger phototoxisch, da es keine messbaren Furanocumarine enthält[2].

Hautsensibilisierung: Wie bei allen ätherischen Ölen sollte Mandarinenöl vor der großflächigen Anwendung auf der Haut mit einem Patch-Test geprüft werden. Dazu einen Tropfen verdünntes Öl auf die Innenseite des Unterarms geben und 24 Stunden auf Reaktionen beobachten. Bei Rötung, Juckreiz oder Schwellung das Öl nicht weiter verwenden.

Schwangerschaft und Stillzeit: Die Verwendung ätherischer Öle, einschließlich Mandarinenöl, sollte während der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder einer Hebamme erfolgen. Mandarinenöl gilt zwar als eines der mildesten ätherischen Öle und wird in der Aromatherapie gelegentlich bei Schwangerschaftsübelkeit eingesetzt, die Dosierung sollte jedoch stets niedrig gehalten werden[12].

Kinder: Mandarinenöl kann in niedriger Dosierung (0,5–1 %) auch bei Kindern über 6 Monaten angewendet werden. Die Verneblung im Diffuser ist eine schonende Alternative zur direkten Hautanwendung. Bei Säuglingen unter 6 Monaten sollte auf den Einsatz ätherischer Öle generell verzichtet werden.

Oxidation und Haltbarkeit: Zitrusöle wie Mandarinenöl oxidieren relativ schnell. Oxidiertes Öl kann Hautreizungen verursachen. Bewahre das Öl daher stets lichtgeschützt und kühl auf und verwende es innerhalb von 12–24 Monaten nach dem Öffnen.

Mandarinenöl kaufen

Beim Kauf von Mandarinenöl solltest du auf folgende Qualitätsmerkmale achten, um ein hochwertiges und sicheres Produkt zu erhalten:

100 % naturreines ätherisches Öl: Achte auf die Bezeichnung „100 % naturreines ätherisches Öl" oder „100 % pure essential oil". Synthetische Duftöle oder mit Lösungsmitteln gewonnene Öle sind für die Aromatherapie nicht geeignet.

Botanische Deklaration: Ein gutes Mandarinenöl trägt die lateinische Bezeichnung Citrus reticulata auf dem Etikett. Auch die Angabe der Sorte (grün, gelb oder rot) und des Gewinnungsverfahrens (Kaltpressung) sind Zeichen für Transparenz.

Bio-Qualität: Bio-Mandarinenöl wird aus kontrolliert biologisch angebauten Mandarinen gewonnen und ist frei von Pestizidrückständen. Da das Öl direkt aus der Fruchtschale stammt, ist Bio-Qualität bei Mandarinenöl besonders empfehlenswert. Verbreitete Bio-Zertifizierungen sind das EU-Bio-Siegel oder Demeter.

Bekannte Marken: Im deutschsprachigen Raum sind Mandarinenöle von Marken wie Primavera, Baldini, Neumond oder Farfalla in Bio-Qualität erhältlich. In Drogerien wie dm oder Rossmann findest du ebenfalls Mandarinenöle, die meist preisgünstiger, aber nicht immer in Bio-Qualität angeboten werden. Achte dort besonders auf die vollständige Deklaration.

Verpackung: Hochwertiges Mandarinenöl wird in dunklen Glasflaschen (braun oder blau) angeboten, um das Öl vor Lichteinwirkung zu schützen. Plastikverpackungen sollten vermieden werden, da ätherische Öle Kunststoff angreifen können.

Quellen

  1. Boughendjioua, H., Mezedjeri, N. E. H., & Idjouadiene, I. (2020). Chemical constituents of Algerian mandarin (Citrus reticulata) essential oil by GC-MS and FT-IR analysis. Current Issues in Pharmacy and Medical Sciences, 33(4), 197–201. doi:10.2478/cipms-2020-0032
  2. doTERRA Science Blog (2023). Green Mandarin Essential Oil: Chemistry and Applications. Verfügbar unter: doterra.com/US/en/blog/spotlight-green-mandarin-oil
  3. Viuda-Martos, M., Ruiz-Navajas, Y., Fernández-López, J., & Pérez-Álvarez, J. A. (2009). Chemical Composition of Mandarin (C. reticulata L.), Grapefruit (C. paradisi L.), Lemon (C. limon L.) and Orange (C. sinensis L.) Essential Oils. Journal of Essential Oil Bearing Plants, 12(2), 236–243. doi:10.1080/0972060X.2009.10643716
  4. Dosoky, N. S., & Setzer, W. N. (2018). Biological Activities and Safety of Citrus spp. Essential Oils. International Journal of Molecular Sciences, 19(7), 1966. doi:10.3390/ijms19071966
  5. Tisserand, R., & Young, R. (2014). Essential Oil Safety: A Guide for Health Care Professionals (2. Aufl.). Elsevier.
  6. Johnson, J. R., Rivard, R. L., Griffin, K. H., Kolste, A. K., Joswiak, D., Kinney, M. E., & Dusek, J. A. (2016). The effectiveness of nurse-delivered aromatherapy in an acute care setting. Complementary Therapies in Medicine, 25, 164–169. doi:10.1016/j.ctim.2016.03.006
  7. Tao, N., Jia, L., & Zhou, H. (2014). Anti-fungal activity of Citrus reticulata Blanco essential oil against Penicillium italicum and Penicillium digitatum. Food Chemistry, 153, 265–271. doi:10.1016/j.foodchem.2013.12.070
  8. Elhawary, S. S., El Tantawy, M. E., Rabeh, M. A., & Fawaz, N. E. (2022). Citrus reticulata Leaves Essential Oil as an Antiaging Agent: A Comparative Study between Different Cultivars and Correlation with Their Chemical Compositions. Plants, 11(24), 3502. doi:10.3390/plants11243502
  9. Correa, E. A., Högestätt, E. D., Sterner, O., Echeverri, F., & Zygmunt, P. M. (2015). In vitro TRPV1 activity of pungent compounds derived from Citrus. Acta Pharmacologica Sinica, 36(4), 432–438.
  10. Lota, M. L., de Rocca Serra, D., Tomi, F., Jacquemond, C., & Casanova, J. (2000). Chemical variability of peel and leaf essential oils of mandarins from Citrus reticulata Blanco. Biochemical Systematics and Ecology, 28(1), 61–78. doi:10.1016/S0305-1978(99)00036-8 | MelanoGray (2022). Anti-hair greying essence from Chios mandarin extract. Cosmetics Business.
  11. Kejlová, K., Jírová, D., Bendová, H., Gajdoš, P., & Kolářová, H. (2010). Phototoxicity of essential oils intended for cosmetic use. Toxicology in Vitro, 24(8), 2084–2089. doi:10.1016/j.tiv.2010.07.025
  12. CIR – Cosmetic Ingredient Review (2020). Safety Assessment of Citrus-Derived Ingredients as Used in Cosmetics. Verfügbar unter: cir-safety.org