Maracujaöl (auch Passionsfruchtöl oder Passionsfruchtsamenöl) ist ein hochwertiges Pflanzenöl, das durch Kaltpressung aus den Samen der Passionsfrucht (Passiflora edulis) gewonnen wird. Die Passionsfrucht stammt ursprünglich aus dem tropischen Südamerika und gehört zur Familie der Passifloraceae, die weltweit über 500 Arten umfasst.[1] Das leichte, schnell einziehende Öl ist besonders in der Naturkosmetik und Hautpflege beliebt, da es reich an essenziellen Fettsäuren, Tocopherolen und phenolischen Verbindungen ist.[2] In Brasilien wird Maracujaöl traditionell als „reines Wunder" bezeichnet und seit Generationen zur Pflege von Haut und Haar eingesetzt.

Gewinnung und Herstellung von Maracujaöl
Die Gewinnung von Maracujaöl erfolgt aus den Samen der Passionsfrucht, die als Nebenprodukt der Saftindustrie in großen Mengen anfallen. Da bei der Saftherstellung Tausende Tonnen Samen als Abfallprodukt entstehen, stellt die Ölgewinnung eine nachhaltige Verwertung dieser Ressource dar.[1]
Anbau der Passionsfrucht
Die Passionsfrucht gedeiht bevorzugt in tropischem und subtropischem Klima. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen in Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Peru und Australien. Weltweit werden hauptsächlich zwei Varietäten kultiviert: die gelbe Passionsfrucht (Passiflora edulis f. flavicarpa) und die violette Passionsfrucht (Passiflora edulis Sims). Die gelbe Varietät wird in etwa 95 % aller Plantagen angebaut und liefert den größten Teil des kommerziell verfügbaren Maracujaöls.[1] Die Pflanzen benötigen gut durchlässige, fruchtbare Böden mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5 sowie ausreichend Feuchtigkeit. Als Kletterpflanzen erreichen sie eine Höhe von 2 bis 5 Metern und tragen nach etwa 5 bis 7 Monaten Wachstumszeit erste Früchte.
Kaltpressung – das schonende Verfahren
Für hochwertiges, natives Maracujaöl werden die gereinigten und getrockneten Samen durch mechanische Kaltpressung verarbeitet. Bei diesem Verfahren werden keine chemischen Lösungsmittel und keine hohen Temperaturen eingesetzt, sodass die wertvollen Inhaltsstoffe – insbesondere die empfindlichen Tocopherole und phenolischen Verbindungen – weitgehend erhalten bleiben.[2] Das resultierende kaltgepresste Öl hat eine goldgelbe Farbe und einen leicht nussigen Geruch. Die Ölausbeute aus den Samen liegt je nach Extraktionsmethode zwischen 19 % und 30 %.[3] Für die industrielle Gewinnung kommen auch Lösungsmittelextraktion oder überkritische CO₂-Extraktion zum Einsatz, wobei letztere ebenfalls ein schonendes Verfahren darstellt.[4]
Inhaltsstoffe von Maracujaöl
Maracujaöl zeichnet sich durch ein bemerkenswertes Fettsäureprofil und einen hohen Gehalt an bioaktiven Substanzen aus. Wissenschaftliche Analysen zeigen, dass der Anteil ungesättigter Fettsäuren bei rund 85–88 % liegt – damit gehört Maracujaöl zu den Ölen mit dem höchsten Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren überhaupt.[3]
Fettsäuren-Zusammensetzung
Die Fettsäurezusammensetzung von Maracujaöl ist durch einen außergewöhnlich hohen Linolsäureanteil geprägt. Gaschromatografische Analysen verschiedener Forschungsgruppen liefern folgende Werte:[3][5][6]
- Linolsäure (Omega-6): ca. 55–74 % – Linolsäure ist eine essenzielle Fettsäure, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung der Hautbarriere und der Feuchtigkeitsregulierung der Haut.
- Ölsäure (Omega-9): ca. 13–20 % – Ölsäure unterstützt die Geschmeidigkeit und Elastizität der Haut und fördert die Aufnahme anderer Wirkstoffe.
- Palmitinsäure: ca. 9–14 % – eine gesättigte Fettsäure, die zur Stabilität des Öls beiträgt.
- Stearinsäure: ca. 2–3 % – eine weitere gesättigte Fettsäure mit hautschützenden Eigenschaften.
- α-Linolensäure (Omega-3): ca. 0,3–1 % – in geringen Mengen vorhanden, aber für die Hautgesundheit von Bedeutung.
Tocopherole (Vitamin E)
Maracujaöl enthält beachtliche Mengen an Tocopherolen mit einem Gesamtgehalt von rund 499 mg/kg. Besonders hervorzuheben ist der hohe Anteil an δ-Tocopherol (ca. 279 mg/kg) und γ-Tocopherol (ca. 217 mg/kg).[2] Beide Formen gehören zur Vitamin-E-Gruppe und wirken als starke Antioxidantien, die die Zellen vor oxidativem Stress und freien Radikalen schützen. Der δ-Tocopherol-Gehalt im Maracujaöl übertrifft sogar den von Erdnussöl, Sonnenblumenöl und Rapsöl deutlich.[2]
Phenolische Verbindungen und Carotinoide
Neben den Fettsäuren und Tocopherolen enthält Maracujaöl phenolische Verbindungen mit einer Konzentration von rund 1.314 mg GAE/kg.[2] Diese Polyphenole tragen zur antioxidativen Kapazität des Öls bei. Zudem finden sich Carotinoide wie Lycopin und Beta-Carotin im Öl, die für die gelbliche Färbung verantwortlich sind und zusätzliche antioxidative Wirkung zeigen.[7] Erwähnenswert ist auch der Gehalt an Piceatannol, einem Polyphenol aus der Familie der Stilbene, das mit positiven Effekten auf die Hautfeuchtigkeit in Verbindung gebracht wird.[8]
Wirkung von Maracujaöl
Die Wirkung von Maracujaöl beruht auf dem Zusammenspiel seiner essenziellen Fettsäuren, Antioxidantien und bioaktiven Verbindungen. Wissenschaftliche Studien haben verschiedene positive Eigenschaften nachgewiesen:
Feuchtigkeitsspendend und hautschützend
Der hohe Linolsäuregehalt macht Maracujaöl zu einem hervorragenden Feuchtigkeitsspender für die Haut. Linolsäure ist ein wesentlicher Bestandteil der Ceramide in der Hautbarriere und hilft, den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) zu reduzieren.[8] Eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie zeigte, dass die Einnahme von Passionsfruchtsamenextrakt die Hautfeuchtigkeit nach 4 und 8 Wochen signifikant verbesserte.[8]
Antioxidativ und zellschützend
Die Kombination aus Tocopherolen, Polyphenolen und Carotinoiden verleiht Maracujaöl eine ausgeprägte antioxidative Wirkung. In Laboruntersuchungen reduzierte das Öl die Konzentration des DPPH-Radikals um 48 % innerhalb von 30 Minuten.[2] Diese antioxidative Kapazität kann dazu beitragen, die Haut vor vorzeitiger Alterung durch UV-Strahlung und Umweltbelastungen zu schützen.
Entzündungshemmend
Die in Maracujaöl enthaltenen Omega-6-Fettsäuren und phenolischen Verbindungen besitzen entzündungshemmende Eigenschaften. Das Öl kann helfen, gereizte und gerötete Haut zu beruhigen, und wird daher auch bei empfindlicher Haut und Hautproblemen wie leichten Ekzemen oder Rötungen eingesetzt.[9]
Regulierung des Lipidstoffwechsels
Tierexperimentelle Studien zeigen, dass Maracujaöl aufgrund seines hohen Linolsäuregehalts eine hypolipidämische (blutfettsenkende) Wirkung besitzt. In einer Studie an Wistar-Ratten führte die Gabe von Maracujaöl zu einer signifikanten Senkung der Triglyceride, des Gesamtcholesterins und des LDL-Cholesterins, während das HDL-Cholesterin anstieg – eine Wirkung, die mit der von Olivenöl vergleichbar war.[3]
Nicht komedogen
Maracujaöl hat eine niedrige Komedogenität, das heißt, es verstopft die Poren nicht. In Kombination mit seiner leichten Textur und schnellen Aufnahme eignet es sich auch für fettige und zu Unreinheiten neigende Haut. Wer mehr über komedogene und nicht komedogene Öle erfahren möchte, findet in unserem Ratgeber weitere Informationen.
Anwendung von Maracujaöl
Maracujaöl für die Hautpflege
In der Hautpflege gehört Maracujaöl zu den vielseitigsten Ölen. Dank seiner leichten, nicht fettenden Konsistenz zieht es schnell ein und hinterlässt ein seidig-weiches Hautgefühl – ganz ohne öligen Film. Das Öl eignet sich für alle Hauttypen, von trocken bis fettig.
- Als Gesichtsöl: Einige Tropfen auf die gereinigte, leicht feuchte Haut auftragen und sanft einmassieren. Der hohe Linolsäuregehalt hilft, die Talgproduktion zu regulieren, und eignet sich daher auch gut bei öliger oder Mischhaut.
- Gegen trockene Haut: Bei sehr trockener Haut kann Maracujaöl mit einem Trägeröl wie Jojobaöl oder Arganöl gemischt werden, um die feuchtigkeitsspendende Wirkung zu intensivieren.
- Anti-Aging-Pflege: Die antioxidativen Tocopherole und Carotinoide können Anzeichen vorzeitiger Hautalterung wie feine Linien und Falten mildern. Regelmäßig angewendet unterstützt das Öl die Kollagenstruktur der Haut.[8]
- Bei Hautirritationen: Durch seine entzündungshemmenden Eigenschaften kann es gerötete, gereizte oder sonnengestresste Haut beruhigen.
Maracujaöl für die Haarpflege
Die nährstoffreiche Zusammensetzung von Maracujaöl macht es auch zu einem wertvollen Haarpflegeöl. Die essenziellen Fettsäuren nähren die Haarstruktur von innen und verleihen dem Haar Geschmeidigkeit und Glanz.
- Als Haaröl: Wenige Tropfen in die feuchten Haarspitzen einarbeiten, um Spliss und Haarbruch vorzubeugen. Das Öl beschwert das Haar nicht und eignet sich daher auch für feines Haar.
- Intensive Haarkur: Maracujaöl auf die Kopfhaut und das gesamte Haar auftragen, mit einem warmen Handtuch umwickeln und mindestens 30 Minuten einwirken lassen. Anschließend gründlich auswaschen.
- Gegen trockene Kopfhaut: Die feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften können bei trockener, schuppiger Kopfhaut Linderung verschaffen.
Maracujaöl in der Küche
Maracujaöl kann grundsätzlich auch in der Küche verwendet werden, allerdings mit einer wichtigen Einschränkung: Aufgrund seines sehr hohen Anteils an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (über 70 % Linolsäure) hat kaltgepresstes Maracujaöl einen niedrigen Rauchpunkt und ist nicht zum Braten oder Erhitzen bei hohen Temperaturen geeignet.[10] Polyungesättigte Fettsäuren sind bei Hitze instabil und können schädliche Verbindungen bilden. Mehr über den Rauchpunkt von Ölen und Fetten erfahren Sie in unserem separaten Ratgeber.
- Für kalte Speisen: Maracujaöl entfaltet seinen milden, leicht nussig-fruchtigen Geschmack am besten in Salatdressings, Dips oder als Finishing-Öl über Gerichte geträufelt.
- In Smoothies: Ein Teelöffel Maracujaöl kann Smoothies mit wertvollen Fettsäuren anreichern und die Aufnahme fettlöslicher Vitamine unterstützen.
- Für Marinaden: Das Öl eignet sich als Zutat für kalte Marinaden, die nicht erhitzt werden.
Maracujaöl in der Aromatherapie
Maracujaöl wird in der Aromatherapie häufig als Basisöl (Trägeröl) eingesetzt, um ätherische Öle zu verdünnen. Durch seine leichte Textur und schnelle Absorption eignet es sich hervorragend für Massagen. In Kombination mit beruhigenden ätherischen Ölen wie Lavendelöl oder Melissenöl kann es zur Entspannung und zum Stressabbau beitragen.
Maracujaöl als Nahrungsergänzung
Maracujaöl ist in Form von Kapseln als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Die enthaltenen essenziellen Fettsäuren und Antioxidantien können die allgemeine Gesundheit unterstützen, insbesondere die Hautgesundheit und den Lipidstoffwechsel.[3] Es empfiehlt sich, vor der Einnahme als Supplement einen Arzt oder Ernährungsberater zu konsultieren.
Maracujaöl kaufen – worauf achten?
Wer hochwertiges Maracujaöl kaufen möchte – ob nativ, bio oder kaltgepresst – sollte auf einige wesentliche Qualitätskriterien achten:
- Kaltpressung: Kaltgepresstes Maracujaöl bewahrt die empfindlichen Inhaltsstoffe wie Tocopherole und Polyphenole besser als raffiniertes Öl. Auf dem Etikett sollte „kaltgepresst" oder „virgin" stehen.
- Bio-Qualität: Bio-zertifiziertes Maracujaöl garantiert, dass keine synthetischen Pestizide oder Düngemittel im Anbau verwendet wurden. Achten Sie auf anerkannte Zertifizierungen wie das EU-Bio-Siegel.
- Reinheit: Das Öl sollte 100 % reines Passionsfrucht-Samenöl (Passiflora Edulis Seed Oil) enthalten – ohne Zusätze, Füllstoffe oder synthetische Duftstoffe. Die INCI-Bezeichnung auf Kosmetikprodukten lautet „Passiflora Edulis Seed Oil".
- Verpackung: Dunkle Glasflaschen schützen das Öl vor Lichteinwirkung und verlangsamen die Oxidation. Vermeiden Sie Produkte in durchsichtigen Kunststoffbehältern.
- Herkunft: Hochwertiges Maracujaöl stammt häufig aus Brasilien, Peru oder Ecuador. Angaben zur Herkunft und gegebenenfalls Fair-Trade-Zertifizierungen sind ein zusätzliches Qualitätsmerkmal.
Kaltgepresstes Maracujaöl in Bio-Qualität ist in spezialisierten Online-Shops, Reformhäusern und Bioläden erhältlich. Die Preise variieren je nach Reinheit und Herkunft – für ein hochwertiges, natives Bio-Maracujaöl sollten Sie mit höheren Kosten rechnen als für raffinierte Varianten.
Dosierung und Lagerung von Maracujaöl
Empfohlene Dosierung
Die richtige Dosierung hängt vom Anwendungsbereich ab:
- Hautpflege (Gesicht): 2–4 Tropfen reichen für das gesamte Gesicht. Auf die leicht feuchte Haut auftragen und sanft einmassieren.
- Haarpflege: 3–5 Tropfen in die Haarspitzen oder Kopfhaut einarbeiten. Für eine intensive Kur können auch 1–2 Esslöffel verwendet werden.
- Innere Einnahme: Als Nahrungsergänzung werden in der Regel 1–2 Teelöffel (ca. 5–10 ml) pro Tag empfohlen. Bei Kapseln die Herstellerangaben beachten.
- Als Trägeröl für ätherische Öle: Ein geeignetes Mischungsverhältnis sind 2–3 Tropfen ätherisches Öl auf 10 ml Maracujaöl. Wer sich mit dem Inhalieren ätherischer Öle beschäftigen möchte, findet weitere Hinweise in unserem Ratgeber.
Richtige Lagerung
Da Maracujaöl reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist, neigt es bei unsachgemäßer Lagerung zur Oxidation. Beachten Sie folgende Hinweise zur Haltbarkeit von Ölen:
- An einem kühlen, dunklen Ort aufbewahren (ideal: 10–20 °C).
- Vor direktem Sonnenlicht und Wärmequellen schützen.
- Flasche nach jedem Gebrauch gut verschließen, um den Kontakt mit Sauerstoff zu minimieren.
- Geöffnetes Maracujaöl innerhalb von 6 bis 12 Monaten verbrauchen. Ungeöffnet und dunkel gelagert kann es bis zu 18–24 Monate haltbar sein.
- Bei ranzigem oder unangenehmem Geruch das Öl entsorgen – die richtige Entsorgung von Speiseöl erklärt unser separater Beitrag.
Nebenwirkungen und Risiken von Maracujaöl
Maracujaöl gilt allgemein als gut verträglich und sicher in der Anwendung. Dennoch gibt es einige Punkte zu beachten:
Allergische Reaktionen
In seltenen Fällen können bei Personen mit Überempfindlichkeit gegen Passionsblumengewächse Hautreaktionen auftreten. Um das Risiko einer allergischen Reaktion zu minimieren, empfiehlt es sich, vor der ersten Anwendung einen Patch-Test durchzuführen: Dazu eine kleine Menge des Öls auf die Innenseite des Handgelenks auftragen und 24–48 Stunden abwarten. Bei Rötung, Juckreiz oder Schwellung das Produkt nicht weiter verwenden und gegebenenfalls einen Dermatologen aufsuchen.
Hinweis für Schwangere
Schwangere und Stillende sollten vor der inneren Einnahme von Maracujaöl ärztlichen Rat einholen. Die äußerliche Anwendung auf der Haut gilt in der Regel als unbedenklich. Wer mehr über den Umgang mit ätherischen Ölen in der Schwangerschaft wissen möchte, findet weitere Hinweise in unserem Ratgeber.
Wechselwirkungen mit Medikamenten
Da Maracujaöl reich an Omega-6-Fettsäuren ist, könnte es theoretisch die Wirkung von blutverdünnenden Medikamenten (Antikoagulanzien wie Warfarin) beeinflussen. Personen, die Blutverdünner oder andere Medikamente einnehmen, sollten vor der regelmäßigen inneren Einnahme von Maracujaöl ihren behandelnden Arzt konsultieren.
Nicht zum Erhitzen geeignet
Wie bereits erwähnt, sollte kaltgepresstes Maracujaöl nicht zum Braten oder Frittieren verwendet werden. Der hohe Anteil an polyungesättigten Fettsäuren macht das Öl bei hohen Temperaturen instabil. Als hitzestabile Alternative zum Kochen empfehlen sich Öle mit hohem Ölsäuregehalt, wie etwa Avocadoöl oder Kokosöl.[10]
Häufige Fragen zu Maracujaöl
Was ist der Unterschied zwischen Maracujaöl und Schwarzkümmelöl?
Beide Öle enthalten Linolsäure, unterscheiden sich aber deutlich in ihrem Gesamtprofil. Schwarzkümmelöl enthält den bioaktiven Wirkstoff Thymoquinon und wird vor allem für seine immunmodulierenden Eigenschaften geschätzt, während Maracujaöl durch seinen besonders hohen Linolsäuregehalt (bis 74 %) und seine leichte Textur überzeugt, die es ideal für die Hautpflege macht.
Ist Maracujaöl komedogen?
Nein, Maracujaöl hat eine niedrige Komedogenität (Stufe 0–1) und verstopft die Poren in der Regel nicht. Es eignet sich daher auch für fettige und zu Akne neigende Haut.
Kann ich Maracujaöl pur auf die Haut auftragen?
Ja, Maracujaöl kann unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden. Dank seiner leichten Konsistenz zieht es schnell ein und ist für alle Hauttypen geeignet. Wer empfindliche Haut hat, sollte dennoch zunächst einen Patch-Test durchführen.
Wie unterscheidet sich kaltgepresstes von raffiniertem Maracujaöl?
Kaltgepresstes (natives) Maracujaöl wird ohne Hitze und chemische Lösungsmittel gewonnen und behält alle natürlichen Vitamine, Antioxidantien und Fettsäuren bei. Raffiniertes Öl wird durch Hitze und Filtration von Verunreinigungen befreit – es ist länger haltbar und geruchsneutraler, enthält aber weniger bioaktive Substanzen. Für die Hautpflege ist kaltgepresstes Bio-Maracujaöl die bessere Wahl.
Welche Alternativen gibt es zu Maracujaöl?
Wer nach vergleichbaren Ölen mit hohem Linolsäuregehalt sucht, kann folgende Alternativen in Betracht ziehen: Hagebuttenöl, Traubenkernöl, Hanföl oder Nachtkerzenöl. Jedes dieser Öle hat ein eigenes Wirkprofil und eignet sich für unterschiedliche Hautbedürfnisse.
Quellen
- Malacrida, C. R., & Jorge, N. (2012). Yellow passion fruit seed oil (Passiflora edulis f. flavicarpa): physical and chemical characteristics. Brazilian Archives of Biology and Technology, 55(1), 127–134. doi:10.1590/S1516-89132012000100016
- Malacrida, C. R., & Jorge, N. (2012). Fatty acid composition, tocopherol content and antioxidant activity of passion fruit seed oil. Brazilian Archives of Biology and Technology, 55(1), 127–134. doi:10.1590/S1516-89132012000100016
- Ngakou Takam, A. R., et al. (2019). Passiflora edulis seed oil from west Cameroon: Chemical characterization and assessment of its hypolipidemic effect in high-fat diet-induced rats. Food Science & Nutrition, 7(11), 3615–3625. doi:10.1002/fsn3.1234
- dos Santos, L. C., et al. (2021). Functional characteristics and antimicrobial activity of supercritical CO₂ extracts from passion fruit (Passiflora edulis) seeds. Journal of Supercritical Fluids, 169, 105104.
- Nyanzi, S. A., Carstensen, B., & Schwack, W. (2005). A comparative study of fatty acid profiles of Passiflora seed oils from Uganda. Journal of the American Oil Chemists' Society, 82(1), 41–44. doi:10.1007/s11746-005-1040-2
- Giuffrè, A. M. (2007). Chemical composition of purple passion fruit (Passiflora edulis Sims var. edulis) seed oil. La Rivista Italiana delle Sostanze Grasse, 84, 87–93.
- Mercadante, A. Z., et al. (2015). Chemical composition and antioxidant capacity of Brazilian Passiflora seed oils. Journal of Food Science, 80(10), C2113–C2120. doi:10.1111/1750-3841.13014
- Mukai, R., et al. (2018). Effect of passion fruit seed extract rich in piceatannol on the skin of women: A randomized, placebo-controlled, double-blind trial. Journal of Nutritional Science and Vitaminology, 64(1), 75–80. doi:10.3177/jnsv.64.75
- Zeraik, M. L., et al. (2010). Passion fruit: a functional food? Revista Brasileira de Farmacognosia, 20(3), 459–471. doi:10.1590/S0102-695X2010000300026
- Gunstone, F. D. (Hrsg.) (2011). Vegetable Oils in Food Technology: Composition, Properties and Uses (2. Aufl.). Wiley-Blackwell. ISBN 978-1-4443-3268-1.