Ohrenschmerzen zählen zu den unangenehmsten Beschwerden überhaupt – ein stechender, pochender Schmerz, der den gesamten Kopf einnimmt und an Schlaf kaum noch denken lässt. Besonders Kinder trifft es häufig: Rund 80 % aller Kinder erleben bis zum dritten Lebensjahr mindestens eine Mittelohrentzündung.[1] Ätherische Öle bei Ohrenschmerzen bieten eine sanfte, ergänzende Möglichkeit, Schmerzen zu lindern und Entzündungen einzudämmen – vorausgesetzt, sie werden korrekt und sicher angewendet.
Lavendelöl, Teebaumöl, Basilikumöl, Kamillenöl und Cajeputöl gehören zu den am häufigsten eingesetzten ätherischen Ölen gegen Ohrenschmerzen. Ihre Inhaltsstoffe wirken entzündungshemmend, schmerzlindernd oder antimikrobiell – Eigenschaften, die bei Mittelohrentzündung und äußerer Ohrenentzündung gleichermaßen gefragt sind. Eine entscheidende Sicherheitsregel vorweg: Ätherische Öle dürfen niemals direkt in den Gehörgang getropft werden, da sie das empfindliche Trommelfell schädigen können.[2]

Dieser Ratgeber erklärt, welche ätherischen Öle bei Ohrenschmerzen am besten geeignet sind, wie sie wirken und wie Sie sie sicher anwenden. Sie erfahren, wie ein traditioneller Zwiebelwickel mit ätherischen Ölen aufgewertet wird, wie die Ohr-Umgebungsmassage funktioniert und wann Sie unbedingt einen HNO-Arzt aufsuchen sollten.
Auf einen Blick
- Niemals ins Ohr tropfen: Ätherische Öle gehören ausschließlich auf die Haut rund um das Ohr – nie direkt in den Gehörgang.
- Top-Öle: Lavendel (schmerzlindernd), Teebaum (antimikrobiell), Basilikum (krampflösend), Kamille (entzündungshemmend) und Cajeput (wärmend) eignen sich besonders bei Ohrenschmerzen.
- Bewährte Methoden: Ohr-Umgebungsmassage, warme Kompressen hinter dem Ohr und mit ätherischen Ölen aufgewertete Zwiebelwickel bieten Linderung.
- Kinder: Mittelohrentzündung ist eine der häufigsten Erkrankungen im Kindesalter – verwenden Sie bei Kindern nur sanfte Öle in stark verdünnter Form.
- Arztbesuch: Bei Fieber, Ausfluss aus dem Ohr oder starken, anhaltenden Schmerzen ist ein sofortiger Arztbesuch erforderlich.
Wie entstehen Ohrenschmerzen?
Ohrenschmerzen (Otalgie) haben zwei Hauptursachen: die Mittelohrentzündung (Otitis media) und die äußere Ohrenentzündung (Otitis externa). Bei der Mittelohrentzündung schwellen die Eustachischen Röhren an, Flüssigkeit staut sich hinter dem Trommelfell, und Bakterien oder Viren vermehren sich in dem feuchten, warmen Milieu. Das Ergebnis: Druck, pochender Schmerz und oft Fieber. Kinder sind besonders anfällig, weil ihre Eustachischen Röhren kürzer und enger sind als bei Erwachsenen.[1]
Die Otitis externa – umgangssprachlich auch „Schwimmer-Ohr" genannt – betrifft den äußeren Gehörgang. Feuchtigkeit, die nach dem Schwimmen im Ohr verbleibt, schafft ideale Bedingungen für Bakterien- und Pilzwachstum. Typische Symptome sind Juckreiz, Rötung, Schwellung und Schmerz bei Berührung der Ohrmuschel.[3] Beide Formen der Ohrenentzündung profitieren von entzündungshemmenden und antimikrobiellen Maßnahmen – genau hier setzen ätherische Öle an.
Welche ätherischen Öle helfen bei Ohrenschmerzen?
Fünf ätherische Öle haben sich bei Ohrenschmerzen besonders bewährt. Jedes bringt einen eigenen Wirkmechanismus mit, und in der Kombination ergänzen sie sich wirkungsvoll.
Lavendelöl – entzündungshemmend und schmerzlindernd
Lavendelöl (Lavandula angustifolia) enthält als Hauptwirkstoffe Linalool (ca. 28 %) und Linalylacetat (ca. 35 %). Beide Substanzen hemmen die Produktion proinflammatorischer Zytokine wie IL-6, IL-1β und TNF-α – Botenstoffe, die Entzündungen und Schmerzen im Körper aufrechterhalten.[4] In einer randomisierten kontrollierten Studie mit 58 Patienten reduzierte die Inhalation von Lavendelöl signifikant die Schmerzintensität und -schwere im Vergleich zur Kontrollgruppe (p < 0,001).[5]
Für Ohrenschmerzen ist Lavendelöl die erste Wahl, weil es gleichzeitig beruhigt und entspannt. Gerade nachts, wenn Ohrenschmerzen am stärksten empfunden werden, kann der sedierende Effekt des Linalools den Schlaf unterstützen. Tragen Sie verdünntes Lavendelöl auf die Haut hinter dem Ohr auf – dort gelangt es über die dünne Haut in das umliegende Gewebe.
Teebaumöl – antimikrobiell gegen Erreger
Teebaumöl (Melaleuca alternifolia) verdankt seine antimikrobielle Wirkung dem Inhaltsstoff Terpinen-4-ol (ca. 30–40 %). Eine In-vitro-Studie untersuchte Abstriche von 52 Patienten mit Otitis externa und stellte fest, dass 71 % der kultivierten Erreger – sowohl Bakterien als auch Hefen – bei einer Konzentration von 2 % oder weniger empfindlich auf Teebaumöl reagierten.[6] Lediglich Pseudomonas aeruginosa zeigte eine Teilresistenz.
Besonders relevant: Eine Tierstudie an Chinchillas ergab, dass 3 % Teebaumöl in Olivenöl gelöst keine signifikante Ototoxizität aufwies – die Hörschwellen blieben nach 30 Tagen stabil, und die Rasterelektronenmikroskopie zeigte keine Schäden an den Haarzellen der Cochlea.[7] Dennoch gilt: Teebaumöl gehört nicht direkt in den Gehörgang, sondern wird verdünnt auf die Haut rund um das Ohr aufgetragen.
Basilikumöl – krampflösend und schmerzlindernd
Basilikumöl (Ocimum basilicum) enthält Linalool, Eugenol und Estragol. Eine Vergleichsstudie im Journal of Infectious Diseases testete Basilikumöl und ätherische Ölkomponenten (Thymol, Carvacrol, Salicylaldehyd) an Ratten mit experimenteller akuter Otitis media. Das Ergebnis: Die Behandlung mit Basilikumöl heilte 56–81 % der mit Haemophilus influenzae infizierten Ratten, verglichen mit nur 6 % in der Placebogruppe.[8]
Basilikumöl wirkt krampflösend auf die glatte Muskulatur und kann so den drückenden Schmerz lindern, der durch die Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr entsteht. In der Praxis eignet sich Basilikumöl besonders gut für die Ohr-Umgebungsmassage in Kombination mit Lavendelöl.
Kamillenöl – entzündungshemmend und beruhigend
Deutsche Kamille (Matricaria chamomilla) liefert ein tiefblaues ätherisches Öl, dessen Farbe vom Chamazulen stammt – einem Sesquiterpen, das erst bei der Wasserdampfdestillation aus dem Vorläufermolekül Matricin entsteht. Chamazulen hemmt die Synthese von Leukotrien B4 (LTB4), einem Entzündungsmediator, der Immunzellen anzieht und Schwellungen verstärkt.[9] Der zweite Schlüsselwirkstoff, α-Bisabolol, unterdrückt die Expression der Entzündungsenzyme COX-2 und iNOS, was zu weniger Prostaglandinen und Stickstoffmonoxid am Entzündungsort führt.[10]
Kamillenöl eignet sich bei Ohrenschmerzen besonders für empfindliche Haut und für die Anwendung bei Kindern, da es als mild und gut verträglich gilt. In der Volksmedizin wurde Kamille seit jeher bei Ohrenschmerzen, Zahnschmerzen und Neuralgien als Wickel oder Kompresse eingesetzt.[10]
Cajeputöl – wärmend und schmerzlindernd
Cajeputöl (Melaleuca cajuputi) enthält 50–65 % 1,8-Cineol (Eucalyptol), das dem Öl seine typische kampferartige Note und seine durchblutungsfördernde Wirkung verleiht. Auf der Haut erzeugt 1,8-Cineol eine milde Wärmereaktion, die die lokale Durchblutung steigert und schmerzlindernde Signalwege aktiviert – unter anderem durch Blockade spannungsabhängiger Calciumkanäle.[11]
Cajeputöl wird in der traditionellen südostasiatischen Medizin seit Jahrhunderten bei Erkältungen, Schmerzen und Entzündungen eingesetzt. Bei Ohrenschmerzen entfaltet es seine Stärke als warme Kompresse hinter dem Ohr: Die Wärme fördert den Abfluss gestauter Flüssigkeit, während die ätherischen Dämpfe abschwellend auf die Schleimhäute wirken.
Ätherische Öle bei Ohrenschmerzen im Vergleich
| Ätherisches Öl | Hauptwirkstoffe | Wirkung bei Ohrenschmerzen | Besonders geeignet für |
|---|---|---|---|
| Lavendel | Linalool, Linalylacetat | Entzündungshemmend, schmerzlindernd, beruhigend | Nächtliche Anwendung, Kinder (verdünnt) |
| Teebaum | Terpinen-4-ol | Antimikrobiell gegen Bakterien und Pilze | Bakterielle Infektionen, Schwimmer-Ohr |
| Basilikum | Linalool, Eugenol | Krampflösend, schmerzlindernd | Druckschmerz bei Mittelohrentzündung |
| Kamille (deutsch) | Chamazulen, α-Bisabolol | Entzündungshemmend, abschwellend | Empfindliche Haut, Kinder |
| Cajeput | 1,8-Cineol | Wärmend, durchblutungsfördernd, abschwellend | Warme Kompressen, erkältungsbedingte Ohrenschmerzen |
Warum dürfen ätherische Öle nie direkt ins Ohr?
Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenextrakte, die das empfindliche Gewebe des Gehörgangs und des Trommelfells reizen oder sogar verbrennen können. Bei einem bereits perforierten Trommelfell – eine Komplikation, die bei 4,5–7 % der Kinder mit Mittelohrentzündung auftritt – kann eingedrungenes Öl schwere Schmerzen, Druckgefühl und im schlimmsten Fall eine Ototoxizität verursachen.[2] Ototoxizität bezeichnet Schädigungen des Innenohrs, die zu Hörverlust, Tinnitus oder Gleichgewichtsstörungen führen können.
Selbst bei intaktem Trommelfell können unverdünnte ätherische Öle den Gehörgang verstopfen und allergische Reaktionen auslösen. Verwenden Sie ätherische Öle bei Ohrenschmerzen daher ausschließlich auf der Haut rund um das Ohr, als Wickel oder als Inhalation – niemals als Ohrentropfen. Eine ausführliche Übersicht aller Sicherheitsregeln und Kontraindikationen finden Sie im Ratgeber zu Nebenwirkungen ätherischer Öle.
Praxis-Rezepte: Ätherische Öle bei Ohrenschmerzen richtig anwenden
Drei bewährte Methoden ermöglichen eine sichere Anwendung ätherischer Öle bei Ohrenschmerzen – alle ohne direkten Kontakt mit dem Gehörgang.
Zwiebelwickel mit ätherischen Ölen
Der Zwiebelwickel ist eines der ältesten Hausmittel bei Ohrenschmerzen. Zwiebeln enthalten Schwefelverbindungen und Quercetin, die entzündungshemmend wirken. In Kombination mit ätherischen Ölen lässt sich die Wirkung dieses traditionellen Wickels gezielt verstärken.
So bereiten Sie den Wickel zu:
- Schneiden Sie eine halbe Zwiebel in kleine Stücke (ca. 1 cm) und dünsten Sie diese in einer Pfanne ohne Fett leicht an, bis sie glasig werden und ihren Saft freisetzen.
- Geben Sie 1–2 Tropfen Lavendelöl oder Kamillenöl auf die warme Zwiebelmasse.
- Wickeln Sie alles in ein dünnes Baumwolltuch oder Mullkompressen.
- Prüfen Sie die Temperatur an Ihrem Handgelenk – der Wickel sollte angenehm warm sein, nicht heiß.
- Legen Sie den Wickel auf und um das betroffene Ohr und fixieren Sie ihn mit einem Schal oder einer Mütze.
- Lassen Sie den Wickel 15–20 Minuten einwirken. Bei Bedarf bis zu dreimal täglich wiederholen.
Die Wärme des Zwiebelwickels fördert die Durchblutung und unterstützt den Druckausgleich im Mittelohr. Die Schwefeldämpfe der Zwiebel lösen festsitzenden Schleim, während die ätherischen Öle entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken. Ein Praxis-Tipp: Abends aufgelegt, hilft der Wickel vielen Betroffenen, trotz Ohrenschmerzen einzuschlafen.
Ohr-Umgebungsmassage mit verdünntem Öl
Bei der Ohr-Umgebungsmassage werden verdünnte ätherische Öle auf die Hautpartien rund um das Ohr aufgetragen – hinter der Ohrmuschel, entlang des Warzenfortsatzes (Mastoid), am Kiefergelenk und unterhalb des Ohrläppchens. Über die dünne Haut gelangen die Wirkstoffe in das umliegende Gewebe.
Mischung für Erwachsene:
- 10 ml Trägeröl (z. B. Mandelöl oder Jojobaöl)
- 2 Tropfen Lavendelöl
- 1 Tropfen Teebaumöl
- 1 Tropfen Basilikumöl
Geben Sie einen kleinen Klecks der Mischung auf Ihre Fingerspitzen und massieren Sie das Öl mit sanften, kreisenden Bewegungen in die Haut hinter dem Ohr ein. Arbeiten Sie entlang des Kiefers bis zum Kiefergelenk. Diese Massage dauert etwa 2–3 Minuten pro Ohr und kann drei- bis viermal täglich durchgeführt werden. Die kreisenden Bewegungen regen den Lymphabfluss an und unterstützen den Abtransport von Entzündungsflüssigkeit. Verdünnen Sie das ätherische Öl auf 1–3 % in einem Trägeröl. Die genauen Verdünnungsverhältnisse für verschiedene Anwendungen und Altersgruppen finden Sie im Dosierungsratgeber.
Warme Kompresse hinter dem Ohr
Eine warme Kompresse bietet schnelle Schmerzlinderung und lässt sich in wenigen Minuten vorbereiten.
So gehen Sie vor:
- Füllen Sie eine Schüssel mit warmem (nicht heißem) Wasser – die ideale Temperatur liegt bei 38–40 °C.
- Geben Sie 2–3 Tropfen Cajeputöl oder Lavendelöl in das Wasser und rühren Sie kräftig um.
- Tauchen Sie ein Baumwolltuch in das Wasser, wringen Sie es leicht aus und falten Sie es.
- Legen Sie die warme Kompresse hinter das betroffene Ohr.
- Erneuern Sie die Kompresse, wenn sie abkühlt – insgesamt 10–15 Minuten pro Anwendung.
Die feuchte Wärme dringt tiefer in das Gewebe ein als trockene Wärme und wirkt schnell abschwellend. Cajeputöl verstärkt den Wärmeeffekt durch sein 1,8-Cineol, das die Durchblutung zusätzlich anregt. Achten Sie darauf, dass die Kompresse nie direkt über dem Gehörgang aufliegt, sondern hinter und um das Ohr.
Ohrenschmerzen bei Kindern – besondere Vorsicht geboten
Mittelohrentzündung ist eine der häufigsten Erkrankungen im Kindesalter. Die kurzen, horizontal verlaufenden Eustachischen Röhren bei Kindern begünstigen den Rückstau von Flüssigkeit und Keimen. Wenn Sie ätherische Öle bei Ohrenschmerzen Ihres Kindes anwenden möchten, verwenden Sie ausschließlich sanfte Öle wie Lavendel oder Kamille in stark verdünnter Form (1–2 % in Trägeröl). Detaillierte Sicherheitsregeln, Altersempfehlungen und erlaubte Öle finden Sie im Ratgeber zu ätherischen Ölen für Kinder.
Wann sollten Sie sofort zum Arzt?
Ätherische Öle bei Ohrenschmerzen sind eine ergänzende Maßnahme – kein Ersatz für ärztliche Behandlung. Suchen Sie umgehend einen HNO-Arzt oder Kinderarzt auf, wenn eines oder mehrere der folgenden Warnsignale auftreten:
- Fieber über 38,5 °C – deutet auf eine bakterielle Infektion hin, die möglicherweise antibiotisch behandelt werden muss.
- Ausfluss aus dem Ohr (eitrig, blutig oder klar) – kann auf eine Trommelfellperforation hinweisen.
- Starke Schmerzen, die trotz Schmerzmittel (Ibuprofen, Paracetamol) nach 48 Stunden nicht nachlassen.
- Hörverlust oder anhaltendes Druckgefühl – könnte auf einen Paukenerguss oder eine komplizierte Entzündung hindeuten.
- Schwellung oder Rötung hinter dem Ohr – möglicher Hinweis auf eine Mastoiditis, eine ernste Komplikation.
- Säuglinge unter 6 Monaten mit Anzeichen von Ohrenschmerzen – hier ist grundsätzlich ein Arztbesuch erforderlich.
Zögern Sie im Zweifelsfall nicht, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine unbehandelte Mittelohrentzündung kann zu chronischen Hörproblemen, Sprachentwicklungsverzögerungen bei Kindern oder in seltenen Fällen zu schwerwiegenden Komplikationen führen.
Ergänzende Hinweise: Sicherheit, Dosierung und verwandte Beschwerden
Ätherische Öle dürfen nie unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden – eine ausführliche Übersicht aller Sicherheitsregeln, Kontraindikationen und Wechselwirkungen finden Sie im Ratgeber zu Nebenwirkungen ätherischer Öle (siehe oben).
Die richtige Verdünnung ist entscheidend für eine sichere und wirksame Anwendung. Orientieren Sie sich an einer Verdünnung von 1–3 % für Erwachsene und maximal 1 % für Kinder. Alle Verdünnungstabellen und Tropfenumrechnungen finden Sie im Dosierungsratgeber (siehe oben).
Verwenden Sie ausschließlich 100 % naturreine ätherische Öle. Woran Sie echte Qualität erkennen, erklärt der Qualitätsratgeber.
Ohrenschmerzen treten häufig im Zusammenhang mit Erkältungskrankheiten auf. Bei begleitenden Halsschmerzen finden Sie gezielte Empfehlungen im Ratgeber zu ätherischen Ölen bei Halsschmerzen. Wenn eine Nasennebenhöhlenentzündung als Auslöser vermutet wird, hilft der Ratgeber zu ätherischen Ölen bei Sinusitis weiter.
Häufige Fragen
Kann ich ätherische Öle direkt ins Ohr tropfen?
Nein – ätherische Öle dürfen niemals direkt in den Gehörgang getropft werden. Die hochkonzentrierten Pflanzenextrakte können das Trommelfell reizen oder verbrennen und im schlimmsten Fall zu Ototoxizität mit Hörverlust führen. Verwenden Sie ätherische Öle bei Ohrenschmerzen ausschließlich äußerlich: als Wickel, als verdünnte Massage hinter dem Ohr oder als warme Kompresse.
Welches ätherische Öl hilft am besten bei Ohrenschmerzen?
Lavendelöl ist eines der vielseitigsten Öle bei Ohrenschmerzen, da es entzündungshemmend, schmerzlindernd und beruhigend wirkt. Bei einer vermuteten bakteriellen Infektion kann Teebaumöl mit seiner antimikrobiellen Wirkung sinnvoll ergänzen. Am effektivsten ist oft eine Kombination aus zwei bis drei Ölen, etwa Lavendelöl mit Basilikumöl für die Ohr-Umgebungsmassage.
Sind ätherische Öle bei Ohrenschmerzen für Kinder geeignet?
Ja, allerdings nur in stark verdünnter Form und mit sanften Ölen wie Lavendelöl oder Kamillenöl. Für Kinder liegt die empfohlene Verdünnung bei maximal 1 % in einem Trägeröl. Vermeiden Sie Öle mit hohem 1,8-Cineol-Gehalt (wie Cajeputöl oder Eukalyptusöl) bei Kleinkindern unter 6 Jahren. Ein Zwiebelwickel ohne ätherische Öle ist oft die sicherste Variante für die Kleinsten.
Wie wirkt der Zwiebelwickel bei Ohrenschmerzen?
Die Wärme des Zwiebelwickels steigert die lokale Durchblutung und kann den Druckausgleich im Mittelohr fördern. Die Schwefelverbindungen der Zwiebel besitzen entzündungshemmende Eigenschaften, und das enthaltene Quercetin wirkt antioxidativ. Wissenschaftlich ist die Wirksamkeit des Zwiebelwickels bei Ohrenschmerzen bislang nicht in kontrollierten Studien belegt, doch viele Eltern berichten von spürbarer Linderung bei ihren Kindern.
Wann muss ich mit Ohrenschmerzen zum Arzt?
Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Fieber über 38,5 °C auftritt, eitriger oder blutiger Ausfluss aus dem Ohr erkennbar ist, die Schmerzen trotz Hausmitteln und Schmerzmitteln nach 48 Stunden nicht nachlassen oder wenn Hörverlust eintritt. Bei Säuglingen unter 6 Monaten sollten Sie bei Verdacht auf Ohrenschmerzen immer ärztlichen Rat einholen.
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