Rosenholzöl – Wirkung, Anwendung und Inhaltsstoffe

Zuletzt aktualisiert: 18.02.26

Rosenholzöl ist ein wertvolles ätherisches Öl, das aus dem Holz und den Blättern des brasilianischen Rosenholzbaums (Aniba rosaeodora) gewonnen wird. Der Baum gehört zur Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae) und ist im tropischen Regenwald des Amazonasgebiets beheimatet. Sein ätherisches Öl wird seit Jahrhunderten von indigenen Völkern Brasiliens als Heilmittel geschätzt und ist bis heute ein begehrter Rohstoff in der Parfümerie, Aromatherapie und Naturheilkunde.

Rosenholzöl zeichnet sich durch seinen hohen Gehalt an Linalool aus – einem Monoterpenalkohol, der bis zu 80–97 % des ätherischen Öls ausmacht.[1] Dieser Hauptinhaltsstoff verleiht dem Öl seine charakteristischen antimikrobiellen, entzündungshemmenden und beruhigenden Eigenschaften. Wie riecht Rosenholzöl? Es besitzt einen sanften, blumig-holzigen Duft mit leicht süßen, rosenartigen Noten und einem warmen Unterton – ein Aroma, das in der Aromatherapie als stimmungsaufhellend, ausgleichend und entspannend gilt.

Rosenholzöl – reines ätherisches Rosenholzöl in Flasche

In den letzten Jahren hat Rosenholzöl vor allem im deutschsprachigen Raum zunehmend Beachtung gefunden – insbesondere im Zusammenhang mit der vaginalen Anwendung bei HPV-Infektionen. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte über Gewinnung, Inhaltsstoffe, Wirkung, Anwendungsgebiete, Dosierung und Kaufempfehlungen. Alle Angaben werden durch aktuelle wissenschaftliche Studien belegt.

Warum ist Rosenholzöl so besonders?

Rosenholzöl hebt sich von vielen anderen ätherischen Ölen durch mehrere Eigenschaften ab:

  • Außergewöhnlich hoher Linalool-Gehalt: Mit 80–97 % Linalool gehört Rosenholzöl zu den reichhaltigsten natürlichen Quellen dieses therapeutisch wertvollen Monoterpens. Linalool besitzt nachweislich antibakterielle, antifungale, antivirale, entzündungshemmende und anxiolytische (angstlösende) Eigenschaften.[2]
  • Vielseitige Anwendung: Rosenholzöl wird in der Hautpflege, Haarpflege, Aromatherapie und zunehmend auch in der Frauenheilkunde eingesetzt. Es eignet sich als Zusatz in Massageölen, Cremes, Bädern und Duftlampen.
  • Sanfter Duft: Im Vergleich zu vielen anderen ätherischen Ölen ist der Duft von Rosenholzöl besonders mild und angenehm. Es wird häufig als natürliche Alternative zu synthetischen Duftstoffen in der Naturkosmetik verwendet.
  • Gute Hautverträglichkeit: Rosenholzöl gilt als eines der hautverträglichsten ätherischen Öle und wird auch bei empfindlicher Haut gut vertragen – stets verdünnt in einem Trägeröl angewendet.

Gewinnung von Rosenholzöl

Herstellungsverfahren

Rosenholzöl wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Dabei wird das zerkleinerte Holz oder die Blätter und dünnen Zweige des Rosenholzbaums mit Wasserdampf durchströmt. Der Dampf löst die flüchtigen ätherischen Verbindungen, die anschließend in einem Kondensator aufgefangen und vom Hydrolat (Pflanzenwasser) getrennt werden. Die Ölausbeute aus getrocknetem Blattmaterial liegt bei etwa 2,5–3 %.[2]

Traditionell wurde Rosenholzöl ausschließlich aus dem Kernholz des Baums gewonnen, was das Fällen des gesamten Baums erforderte. Aufgrund der daraus resultierenden Bedrohung der Art werden heute zunehmend nachhaltige Methoden eingesetzt: Die Destillation aus Blättern, dünnen Zweigen und beschnittenen Kronenteilen ermöglicht eine Ölgewinnung, ohne den Baum zu fällen.[3] Blattöl weist ein ähnliches Linalool-Profil auf, unterscheidet sich aber leicht in seinen olfaktorischen Nuancen – es enthält etwas mehr grüne, kampferartige Noten.

Artenschutz und Nachhaltigkeit

Der brasilianische Rosenholzbaum (Aniba rosaeodora) ist aufgrund jahrzehntelanger Übernutzung als gefährdete Art eingestuft. Die IUCN (Internationale Naturschutzunion) listet die Art als „Endangered" (gefährdet), und seit 2010 steht Aniba rosaeodora im Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES).[4] Der internationale Handel mit Rosenholzöl unterliegt daher strengen Kontrollen und erfordert CITES-Zertifikate.

Beim Kauf von Rosenholzöl sollte unbedingt auf Nachhaltigkeit und CITES-Konformität geachtet werden. Seriöse Anbieter können die legale und nachhaltige Herkunft ihres Öls belegen. Als Alternative wird häufig Ho-Holz-Öl (Cinnamomum camphora ct. linalool) angeboten, das ein ähnliches Linalool-Profil aufweist, jedoch von einem nicht gefährdeten Baum stammt.

Rosenholzöl Inhaltsstoffe

Rosenholzöl ist ein komplex zusammengesetztes ätherisches Öl, dessen therapeutische Wirkung maßgeblich durch seinen außergewöhnlich hohen Linalool-Anteil bestimmt wird. Die chemische Zusammensetzung kann je nach Pflanzenteil (Holz, Blätter, Zweige), Herkunftsregion und Destillationsmethode leicht variieren.

Rosenholzöl – Typische Zusammensetzung
Hauptinhaltsstoffe des ätherischen Öls von Aniba rosaeodora:
InhaltsstoffAnteil
Linalool80–97 %
α-Terpinolenca. 2–4 %
Linalooloxid (cis)ca. 2–3 %
GeraniolSpuren–1 %
β-CaryophyllenSpuren–1 %
α-TerpineolSpuren–1 %
LimonenSpuren
NerolSpuren

Die Daten basieren auf gaschromatographischen Analysen (GC-MS) verschiedener Forschungsgruppen.[2][5] Linalool ist ein Monoterpenalkohol mit der Summenformel C₁₀H₁₈O, der in mehr als 200 Pflanzenarten vorkommt – darunter Lavendel, Basilikum und Koriander. In keiner anderen natürlichen Quelle erreicht der Linalool-Gehalt jedoch derart hohe Konzentrationen wie im Rosenholzöl.

Der hohe Reinheitsgrad an Linalool macht Rosenholzöl besonders interessant für therapeutische Anwendungen, da die Wirkung des Einzelstoffs in zahlreichen Studien gut dokumentiert ist. Neben der freien Form enthält das Öl auch Linalooloxid, das ebenfalls anxiolytische (angstlösende) Wirkung zeigt.[6]

Wirkung von Rosenholzöl

Die Wirkung von Rosenholzöl wird maßgeblich durch seinen Hauptinhaltsstoff Linalool bestimmt. Die wissenschaftliche Forschung hat in den letzten Jahren zahlreiche pharmakologische Eigenschaften dieses Monoterpens belegt:

  • Antibakterielle Wirkung: Rosenholzöl und sein Hauptbestandteil Linalool zeigten in Studien eine signifikante Wirksamkeit gegen verschiedene Bakterienstämme, darunter Staphylococcus aureus, Escherichia coli, Pseudomonas aeruginosa und Salmonella sp. Die minimale Hemmkonzentration (MHK) lag bei 250–450 μg/ml.[2] Eine weitere Studie bestätigte die antibakterielle Aktivität gegen pathogene Keime wie Klebsiella pneumoniae, Enterococcus faecalis und Streptococcus pyogenes.[5]
  • Antifungale Wirkung: Linalool besitzt nachgewiesene antifungale Eigenschaften. In vitro konnte Rosenholzöl das Wachstum verschiedener Pilzarten hemmen – eine Eigenschaft, die insbesondere für die Anwendung bei Hautpilzinfektionen relevant ist.[2] Auch Teebaumöl wird häufig ergänzend bei Hautpilz eingesetzt.
  • Antivirale Wirkung: Ätherische Öle und ihre Terpenbestandteile, darunter Linalool, zeigen in präklinischen Studien antivirale Aktivität. Eine umfassende Übersichtsarbeit dokumentierte das Potenzial ätherischer Öle gegen verschiedene Virusstämme, darunter Herpes-simplex-Viren und Influenza.[7] Im Kontext der vaginalen Anwendung ätherischer Öle zeigte eine klinische Studie mit Myrtenöl-Vaginalzäpfchen eine HPV-Clearance-Rate von 92,6 % im Vergleich zu 68 % in der Placebogruppe.[7]
  • Entzündungshemmende Wirkung: Linalool hemmt nachweislich die Freisetzung proinflammatorischer Zytokine wie TNF-α, Interleukin-1β und Interleukin-6. Eine Studie mit Rosenholzöl zeigte, dass die intranasale Verabreichung die ethanol-induzierte Neuroinflammation signifikant reduzierte und dabei BDNF- und Glutathion-Spiegel im Gehirn erhöhte.[8]
  • Anxiolytische (angstlösende) Wirkung: Inhalierter Linalool-Duft löst über den Geruchssinn anxiolytische Effekte aus, die über GABAerge Übertragungswege via Benzodiazepin-responsive GABAA-Rezeptoren vermittelt werden – ohne motorische Beeinträchtigungen zu verursachen.[9] Linalool gilt als eines der ältesten bekannten natürlichen Beruhigungsmittel.
  • Antioxidative Wirkung: Rosenholzöl zeigte eine effiziente antioxidative Aktivität, die mittels ABTS-Radikalfänger-Assay nachgewiesen wurde (EC₅₀: 15,46 μg/ml für das Öl und 6,78 μg/ml für Linalool).[2]
  • Hautregenerierende Wirkung: Linalool fördert die Wundheilung durch entzündungshemmende Mechanismen und unterstützt die Hautregeneration. In Studien mit linaloolhaltigen Ölen wurde eine beschleunigte Wundkontraktion und gesteigerte Kollagenbildung beobachtet.[10]
  • Schmerzlindernde Wirkung: Linalool besitzt analgetische Eigenschaften, die teilweise über die Modulation von NMDA-Rezeptoren und des glutamatergen Systems vermittelt werden.[11]

Anwendungsgebiete von Rosenholzöl

Rosenholzöl für die Haut

Rosenholzöl gehört zu den beliebtesten ätherischen Ölen in der natürlichen Hautpflege. Die Wirkung von Rosenholzöl auf die Haut ist vielseitig und wissenschaftlich gut begründet:

  1. Anti-Aging und Hauterneuerung: Linalool fördert die Kollagenbildung und beschleunigt die Hautregeneration.[10] Regelmäßige Anwendung kann das Hautbild verfeinern und die Hautelastizität verbessern. Geben Sie 2–3 Tropfen Rosenholzöl in ein Trägeröl wie Jojobaöl oder Arganöl und massieren Sie es sanft in das gereinigte Gesicht ein.
  2. Entzündete und gereizte Haut: Die entzündungshemmenden Eigenschaften von Linalool machen Rosenholzöl zu einer natürlichen Option bei Hautrötungen, leichten Ekzemen und Reizungen. Eine Studie zeigte, dass Linalool psoriasisähnliche Hautentzündungen signifikant linderte.[12]
  3. Unreine Haut und Akne: Durch seine antibakteriellen Eigenschaften kann Rosenholzöl bei leichter Akne unterstützend wirken. Im Vergleich zu Kokosöl hat es eine deutlich geringere komedogene Wirkung und ist daher auch für die Gesichtspflege bei Mischhaut geeignet.
  4. Narben und Dehnungsstreifen: Die hautregenerierenden Eigenschaften können das Erscheinungsbild von Narben und Dehnungsstreifen verbessern. Mischen Sie dazu 5–8 Tropfen Rosenholzöl mit 30 ml Hagebuttenöl und massieren Sie die betroffenen Stellen täglich ein.
  5. Trockene Haut: In Kombination mit einem reichhaltigen Pflanzenöl wie Mandelöl oder Avocadoöl versorgt Rosenholzöl trockene Haut mit Feuchtigkeit und stärkt die Hautbarriere.

Dosierung für die Haut: Ätherische Öle dürfen niemals unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden. Die empfohlene Konzentration für die Gesichtspflege liegt bei 1–2 % (ca. 3–6 Tropfen pro 15 ml Trägeröl), für die Körperpflege bei 2–3 %.

Rosenholzöl für die Haare

Rosenholzöl kann die Haarpflege auf natürliche Weise ergänzen:

  1. Haarglanz und Geschmeidigkeit: Geben Sie 3–5 Tropfen Rosenholzöl in Ihr Shampoo oder Ihre Haarspülung. Die pflegenden Eigenschaften von Linalool sorgen für seidigen Glanz, ohne das Haar zu beschweren.
  2. Kopfhautpflege: Die antimikrobiellen und entzündungshemmenden Eigenschaften von Rosenholzöl können bei trockener, juckender oder schuppiger Kopfhaut helfen. Mischen Sie 4–6 Tropfen mit einem Esslöffel Kokosöl und massieren Sie die Mischung sanft in die Kopfhaut ein. Lassen Sie die Kur 30 Minuten einwirken und waschen Sie sie dann gründlich aus.
  3. Strapaziertes Haar: Für eine nährende Haarkur mischen Sie Rosenholzöl mit Macadamiaöl oder Aprikosenkernöl und lassen die Mischung über Nacht einwirken.

Rosenholzöl im Intimbereich und bei HPV

Die Anwendung von Rosenholzöl im Intimbereich – insbesondere bei HPV-Infektionen (Humane Papillomviren) – ist eines der am häufigsten nachgefragten Themen rund um dieses ätherische Öl. Im Folgenden werden die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse und die gängigen Anwendungsmethoden dargestellt.

Hintergrund: HPV und ätherische Öle

Humane Papillomviren (HPV) sind weit verbreitet und können unter anderem Zellveränderungen am Gebärmutterhals verursachen, die bei einem PAP-Abstrich festgestellt werden. Während die meisten HPV-Infektionen vom Immunsystem innerhalb von 1–2 Jahren selbständig beseitigt werden, suchen Betroffene zunehmend nach natürlichen Methoden zur Unterstützung der Virusabwehr.

Ätherische Öle haben in präklinischen Studien antivirale Aktivität gegen verschiedene Virusstämme gezeigt. Eine besonders bemerkenswerte klinische Studie untersuchte Vaginalzäpfchen mit 0,5 % Myrtenöl bei HPV-positiven Frauen und erzielte eine HPV-Clearance-Rate von 92,6 % gegenüber 68 % in der Placebogruppe.[7] Obwohl diese Studie nicht direkt mit Rosenholzöl durchgeführt wurde, stützt sie das therapeutische Potenzial linaloolhaltiger ätherischer Öle im Intimbereich.

Rosenholzöl-Tampon

Eine verbreitete Methode der vaginalen Anwendung ist die Verwendung von Tampons, die mit verdünntem Rosenholzöl getränkt werden. Diese Methode wird in der naturheilkundlichen Praxis angewendet, ist jedoch nicht durch klinische Studien mit Rosenholzöl spezifisch belegt.

Typische Anwendung (nach naturheilkundlicher Empfehlung):

  • 1–2 Tropfen reines Rosenholzöl in 1 Teelöffel Trägeröl (z. B. Kokosöl oder Olivenöl) geben.
  • Einen Tampon leicht mit der Mischung befeuchten (nicht durchtränken).
  • Den Tampon für maximal 2–4 Stunden einführen.
  • Häufig wird eine Anwendung alle 2–3 Tage über einen Zeitraum von mehreren Wochen empfohlen.

Rosenholzöl-Vaginalzäpfchen

Vaginalzäpfchen mit Rosenholzöl (Rosenholzöl-Ovula) sind eine weitere Darreichungsform, die in Apotheken auf Rezept oder als Individualrezeptur hergestellt werden können. Sie enthalten das ätherische Öl in einer Kakaobutter- oder Kokosöl-Basis und ermöglichen eine kontrollierte, gleichmäßige Abgabe der Wirkstoffe an die Vaginalschleimhaut.

Wichtige Hinweise zur vaginalen Anwendung:

  • Die vaginale Anwendung von ätherischen Ölen sollte immer in Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin – idealerweise einem in Naturheilkunde erfahrenen Gynäkologen – erfolgen.
  • Rosenholzöl ist kein Ersatz für eine schulmedizinische Behandlung oder regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen (PAP-Abstrich).
  • Bei auffälligen PAP-Befunden (PAP III oder höher) sollte die Behandlung stets ärztlich begleitet werden.
  • Ätherische Öle dürfen im Intimbereich niemals unverdünnt angewendet werden.
  • Bei Brennen, Juckreiz oder anderen Beschwerden ist die Anwendung sofort abzubrechen.
  • Die Anwendung ist nicht mit Latexkondomen kompatibel.

Rosenholzöl in der Aromatherapie

In der Aromatherapie gehört Rosenholzöl zu den am vielseitigsten einsetzbaren ätherischen Ölen. Seine anxiolytische Wirkung wurde in mehreren Studien nachgewiesen: Inhalierter Linalool aktiviert über den Geruchssinn GABAerge Signalwege im Gehirn und erzeugt angstlösende Effekte – ohne die sedierenden Nebenwirkungen konventioneller Anxiolytika wie Benzodiazepine.[9]

  1. Duftlampe und Diffusor: 3–5 Tropfen Rosenholzöl in eine Duftlampe oder einen Ultraschall-Diffusor geben. Der sanfte, blumig-holzige Duft fördert die Entspannung, reduziert Anspannung und kann die Schlafqualität verbessern.
  2. Stressabbau: Bei akutem Stress 1–2 Tropfen auf ein Taschentuch geben und mehrmals tief einatmen. Linalool-reiche Öle zeigten in Studien eine Reduktion von Cortisol-Spiegeln und eine Steigerung des subjektiven Wohlbefindens.[11]
  3. Badezusatz: 5–8 Tropfen Rosenholzöl mit einem Emulgator (z. B. Sahne, Honig oder Meersalz) vermischen und dem Badewasser zugeben. Das aromatische Bad wirkt entspannend auf Körper und Geist.
  4. Massageöl: 8–10 Tropfen Rosenholzöl in 50 ml Mandelöl oder Sesamöl geben. Die Kombination aus dem beruhigenden Duft und der hautpflegenden Wirkung macht es zu einem hervorragenden Massageöl.

Rosenholzöl harmoniert besonders gut mit Lavendelöl, Bergamotteöl, Ylang-Ylang-Öl, Geraniumöl, Sandelholzöl und Weihrauchöl.

Rosenholzöl gegen Viren

Die antivirale Wirkung ätherischer Öle und ihrer Terpenbestandteile ist ein aktives Forschungsgebiet. Eine umfassende Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2020 fasste die antivirale Wirksamkeit zahlreicher ätherischer Öle zusammen und hob insbesondere die Wirkung gegen behüllte Viren hervor – also Viren, die von einer Lipidmembran umgeben sind, die durch Terpene destabilisiert werden kann.[7]

Für Linalool speziell wurde eine antivirale Aktivität in präklinischen Untersuchungen dokumentiert. Die Wirkung wird unter anderem auf die Fähigkeit zurückgeführt, Virusmembranen zu schädigen und die virale Replikation zu hemmen. Klinische Studien mit Rosenholzöl als alleinigem Wirkstoff gegen spezifische Viren stehen jedoch noch aus. Die vorhandene Evidenz stammt überwiegend aus In-vitro-Studien und aus klinischen Studien mit verwandten ätherischen Ölen.

Hinweis zur HPV-Wirkung: HPV (Humane Papillomviren) sind unbehüllte DNA-Viren. Die antivirale Wirkung ätherischer Öle gegen unbehüllte Viren ist weniger gut belegt als gegen behüllte Viren. Die beobachteten positiven Effekte bei HPV-bedingten Läsionen könnten auch mit immunmodulatorischen, entzündungshemmenden und wundheilungsfördernden Mechanismen zusammenhängen, die das Immunsystem bei der Viruselimination unterstützen.

Rosenholzöl in der Kosmetik

In der Kosmetikbranche wird Rosenholzöl als natürlicher Inhaltsstoff mit multifunktionalen Eigenschaften geschätzt. Sein angenehmer Duft dient als natürlicher Parfümbestandteil, während die biologisch aktiven Terpenverbindungen gleichzeitig hautpflegende Wirkung entfalten.

Typische Einsatzbereiche sind Gesichtscremes und Seren für reife oder empfindliche Haut, natürliche Deodorants, Körperlotionen, Badezusätze und als Bestandteil von Naturparfüms. In der DIY-Kosmetik ist Rosenholzöl ein beliebter Zusatz für selbstgemachte Pflegeprodukte – stets in der empfohlenen Verdünnung von maximal 1–2 % für Gesichtsprodukte und 2–3 % für Körperprodukte.

Im Vergleich zu synthetischen Duftstoffen bietet Rosenholzöl den Vorteil, dass es keine Phtalate, Parabene oder andere bedenkliche Chemikalien enthält. Es wird in der Naturkosmetik häufig als Alternative zu synthetischem Linalool eingesetzt, wobei das natürliche Öl ein komplexeres Wirkstoffprofil aufweist als die isolierte Reinsubstanz.

Dosierung und Anwendung von Rosenholzöl

Die richtige Dosierung von Rosenholzöl hängt vom Anwendungsbereich ab. Da es sich um ein hochwirksames ätherisches Öl handelt, gilt der Grundsatz: weniger ist mehr.

Rosenholzöl – Dosierungsempfehlungen
AnwendungsbereichEmpfohlene Dosierung
Gesichtspflege (in Trägeröl)1–2 % (3–6 Tropfen auf 15 ml)
Körperpflege (in Trägeröl)2–3 % (6–9 Tropfen auf 15 ml)
Massageöl8–10 Tropfen auf 50 ml Basisöl
Duftlampe / Diffusor3–5 Tropfen
Badezusatz5–8 Tropfen (mit Emulgator)
Shampoo / Spülung3–5 Tropfen pro Anwendung
Vaginal (Tampon/Zäpfchen)1–2 Tropfen in 5 ml Trägeröl*

*Die vaginale Anwendung sollte ausschließlich nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.

Innere Anwendung von Rosenholzöl

Die innerliche Einnahme ätherischer Öle ist ein kontrovers diskutiertes Thema. In der Aromatherapie nach französischer Tradition wird die orale Einnahme bestimmter ätherischer Öle in sehr niedriger Dosierung (1–2 Tropfen in einem Löffel Honig oder Pflanzenöl) praktiziert. In Deutschland wird die innere Anwendung von ätherischen Ölen allgemein nur unter fachkundiger Anleitung durch einen Arzt, Heilpraktiker oder ausgebildeten Aromatherapeuten empfohlen.

Empfehlung: Die äußerliche Anwendung und die Inhalation sind die sichersten und am besten erforschten Anwendungswege für Rosenholzöl. Von einer eigenmächtigen inneren Anwendung ist abzuraten.

Nebenwirkungen und Sicherheitshinweise

Allgemeine Verträglichkeit

Rosenholzöl gilt als eines der gut verträglichen ätherischen Öle. In den vorhandenen präklinischen Studien zeigten sich keine zytotoxischen Effekte bei therapeutischen Konzentrationen.[2] Dennoch sind folgende Sicherheitshinweise zu beachten:

Mögliche Nebenwirkungen

  • Hautsensibilisierung: Oxidiertes Linalool kann bei empfindlichen Personen Kontaktallergien auslösen. Daher sollte Rosenholzöl immer kühl, dunkel und gut verschlossen gelagert werden, um Oxidation zu vermeiden. Ein Patch-Test vor der ersten Anwendung auf der Haut ist empfehlenswert.
  • Hautreizung bei unverdünnter Anwendung: Wie alle ätherischen Öle darf Rosenholzöl nicht unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden.
  • Schleimhautreizung: Bei der vaginalen Anwendung kann es in Einzelfällen zu Brennen, Juckreiz oder Reizungen kommen. Die Anwendung sollte in diesem Fall sofort abgebrochen werden.
  • Allergische Reaktionen: Personen mit bekannter Allergie gegen Linalool oder Duftstoffe sollten Rosenholzöl nicht verwenden.

Gegenanzeigen

  • In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Anwendung mit dem Arzt abgesprochen werden.
  • Bei Säuglingen und Kleinkindern unter 3 Jahren ist von der Anwendung ätherischer Öle generell abzuraten.
  • Personen mit Epilepsie oder Asthma sollten vor der Anwendung einen Arzt konsultieren.
  • Die vaginale Anwendung sollte bei akuten Infektionen, offenen Wunden oder Schleimhautschäden vermieden werden.

Rosenholzöl kaufen – Worauf sollte man achten?

Die Qualität von Rosenholzöl variiert erheblich. Beim Kauf sollten folgende Kriterien berücksichtigt werden:

  1. 100 % reines, naturreines Öl: Achten Sie auf die Angabe „100 % reines ätherisches Öl" oder „naturreines Rosenholzöl". Synthetisches Linalool oder mit Ho-Holz-Öl gestrecktes Rosenholzöl sind häufige Verfälschungen.
  2. Bio-Qualität: Bio-Rosenholzöl wird ohne synthetische Pestizide oder chemische Zusätze hergestellt und bietet die höchste Reinheit. Achten Sie auf anerkannte Bio-Siegel.
  3. CITES-Zertifizierung: Da Aniba rosaeodora eine geschützte Art ist, muss legales Rosenholzöl eine CITES-Zertifizierung besitzen. Seriöse Anbieter können diese nachweisen.
  4. Botanische Bezeichnung: Auf dem Etikett sollte die korrekte botanische Bezeichnung Aniba rosaeodora angegeben sein. Verwechslungsgefahr besteht mit Ho-Holz-Öl (Cinnamomum camphora ct. linalool), das zwar ähnlich riecht, aber von einem anderen Baum stammt.
  5. Herkunft und Transparenz: Bevorzugen Sie Anbieter, die transparent über die Herkunft, Destillationsmethode und nachhaltige Beschaffung informieren.
  6. GC-MS-Analysezertifikat: Hochwertige Anbieter stellen ein gaschromatographisches Analysezertifikat (GC-MS) zur Verfügung, das die genaue chemische Zusammensetzung des Öls dokumentiert.

Wo kann man Rosenholzöl kaufen?

Rosenholzöl ist in Deutschland über verschiedene Bezugsquellen erhältlich:

  • Apotheke: In der Apotheke erhalten Sie Rosenholzöl in pharmazeutischer Qualität. Hier können auch individuelle Vaginalzäpfchen (Ovula) mit Rosenholzöl auf Rezept angefertigt werden – ein häufig nachgefragtes Produkt im Zusammenhang mit der HPV-begleitenden Therapie.
  • Drogerien (dm, Rossmann): Einige Drogerien führen Rosenholzöl im Sortiment der ätherischen Öle. Die Auswahl und Qualität kann jedoch variieren – achten Sie auf die oben genannten Qualitätsmerkmale.
  • Online-Fachhandel: Spezialisierte Aromatherapie-Shops bieten oft die größte Auswahl an zertifizierten, analysierten Rosenholzölen. Hier finden sich häufig auch GC-MS-Analysen und detaillierte Herkunftsangaben.
  • Reformhäuser und Bio-Läden: Reformhäuser führen häufig Bio-Rosenholzöl von namhaften Herstellern ätherischer Öle.

Preislich liegt reines Rosenholzöl aufgrund der Seltenheit des Rohstoffs und der Artenschutzauflagen deutlich über vielen anderen ätherischen Ölen. Rechnen Sie mit ca. 8–20 € pro 5 ml für ein hochwertiges Produkt. Auffällig günstige Angebote können auf Streckung mit synthetischem Linalool oder Ho-Holz-Öl hinweisen.

Rosenholzöl Alternativen

Falls Rosenholzöl nicht verfügbar ist oder aus Artenschutzgründen eine Alternative bevorzugt wird, bieten sich folgende Öle an:

  1. Ho-Holz-Öl (Cinnamomum camphora ct. linalool): Die beliebteste Alternative zu Rosenholzöl. Es stammt aus nachhaltigem Anbau, enthält ebenfalls einen hohen Linalool-Anteil (bis zu 99 %) und hat ein ähnliches, wenn auch etwas weniger komplexes Duftprofil. Für die meisten therapeutischen Anwendungen ist es ein gleichwertiger Ersatz.
  2. Lavendelöl: Lavendelöl enthält ca. 25–45 % Linalool und besitzt ähnliche anxiolytische, entzündungshemmende und hautpflegende Eigenschaften. Es ist breiter verfügbar und günstiger als Rosenholzöl.
  3. Korianderöl: Korianderöl aus den Samen enthält ebenfalls hohe Konzentrationen an Linalool und wird traditionell für beruhigende und verdauungsfördernde Anwendungen genutzt.
  4. Palmarosaöl: Für die Hautpflege ist Palmarosaöl eine hervorragende Alternative. Es enthält hauptsächlich Geraniol und hat hautregenerierende, antibakterielle und feuchtigkeitsspendende Eigenschaften.
  5. Neroliöl: Neroliöl bietet ähnliche hautpflegende und stimmungsaufhellende Eigenschaften und ist besonders für die Anti-Aging-Pflege geschätzt.

Quellen

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