Palmarosaöl ist ein hochwertiges ätherisches Öl, das aus den Blättern und Stängeln des Palmarosagras (Cymbopogon martinii) gewonnen wird – einer Süßgrasart aus der Familie der Poaceae, die eng mit Zitronengras verwandt ist. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Indien und Südostasien und wird heute vor allem in Indien, Vietnam, Madagaskar und Brasilien kultiviert.
Palmarosaöl besticht durch seinen charakteristischen, rosenähnlichen Duft mit einer feinen zitrusartigen Note. Dieser Duft verdankt sich seinem Hauptinhaltsstoff Geraniol, der mit ca. 75–85 % den Großteil des ätherischen Öls ausmacht.[1] In der ayurvedischen Medizin wird Palmarosaöl seit Jahrhunderten als Hauttonikum, Nervenstärkungsmittel und zur Behandlung von Infektionen eingesetzt. In der westlichen Welt hat es sich als vielseitiges Naturheilmittel in der Haut- und Haarpflege, Aromatherapie und als natürliches Antimykotikum etabliert.

In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über die Gewinnung, Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung von Palmarosaöl – wissenschaftlich fundiert und mit aktuellen Studien belegt.
Warum ist Palmarosaöl so besonders?
Die zunehmende Beliebtheit von Palmarosaöl lässt sich auf mehrere Eigenschaften zurückführen:
- Starke antimikrobielle Wirkung: Palmarosaöl zählt zu den wirksamsten antimikrobiellen ätherischen Ölen. In einer Vergleichsstudie mit zehn ätherischen Ölen hemmte Palmarosaöl 21 von 22 getesteten Bakterienstämmen und alle 12 getesteten Pilzarten.[2]
- Hervorragendes Hautpflegeöl: Palmarosaöl reguliert die Talgproduktion, fördert die Zellregeneration und spendet Feuchtigkeit – Eigenschaften, die es zu einem der beliebtesten ätherischen Öle in der natürlichen Hautpflege machen.
- Entzündungshemmende und immunmodulierende Wirkung: Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Palmarosaöl und sein Hauptwirkstoff Geraniol die Produktion des entzündungshemmenden Zytokins IL-10 in menschlichen Monozyten steigern können.[3]
- Vielseitige Anwendung: Von der Hautpflege über die Aromatherapie bis hin zur natürlichen Schädlingsabwehr – Palmarosaöl bietet ein breites Anwendungsspektrum.
- Sicherheitsprofil: Palmarosaöl wird von der US-amerikanischen FDA als „Generally Regarded as Safe" (GRAS) eingestuft und gilt bei korrekter Anwendung als gut verträglich.[4]
Gewinnung von Palmarosaöl
Herkunft und Pflanze
Das Palmarosagras (Cymbopogon martinii) ist eine mehrjährige, immergrüne Grasart, die Wuchshöhen von 1,3 bis 3 Metern erreicht. Die schmalen, langen Blätter verströmen beim Zerreiben einen rosenartigen Duft. Es existieren zwei Varietäten: var. motia (Palmarosa) und var. sofia (Gingergrass). Die Varietät motia liefert das hochwertigere Öl mit dem höheren Geraniol-Gehalt und wird für die kommerzielle Ölgewinnung bevorzugt.[5]
Indien ist der weltweit größte Produzent und Exporteur von Palmarosaöl. Daneben wird die Pflanze auch in Brasilien, Madagaskar, Guatemala, Indonesien und den Komoren angebaut. Das Gras benötigt feuchte, tropische Bedingungen und bevorzugt sandige Böden mit einem pH-Wert von 7–8. Es kann drei- bis viermal pro Jahr geerntet werden und eignet sich auch als Mischkultur mit anderen Nutzpflanzen.
Destillationsverfahren
Palmarosaöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den getrockneten Blättern und Stängeln der Pflanze gewonnen. Die Destillation dauert in der Regel zwei bis drei Stunden. Die Ölausbeute liegt bei etwa 1–1,5 % des Trockenmaterials. Das gewonnene Öl ist hellgelb bis bernsteinfarben und hat eine leichte, fließende Konsistenz.
Für die höchste Qualität sollte das Gras vor der Destillation vollständig getrocknet werden. Der optimale Erntezeitpunkt liegt nach der Blüte, da der Geraniol-Gehalt dann am höchsten ist. Hochwertiges Palmarosaöl enthält mindestens 75 % Geraniol.[1]
Palmarosaöl Inhaltsstoffe
Die Zusammensetzung von Palmarosaöl wurde in zahlreichen GC-MS-Analysen (Gaschromatographie-Massenspektrometrie) untersucht. Das ätherische Öl besteht fast ausschließlich aus Terpenoiden, wobei das Monoterpenol Geraniol den mit Abstand größten Anteil ausmacht:
| Palmarosaöl – Zusammensetzung | |
|---|---|
| Typische Zusammensetzung von ätherischem Palmarosaöl (Cymbopogon martinii var. motia): | |
| Inhaltsstoff | Anteil |
| Geraniol | ca. 75–85 % |
| Geranylacetat | ca. 7–12 % |
| Linalool | ca. 2–8 % |
| β-Caryophyllen | ca. 1–3 % |
| Citronellol | ca. 0,5–2 % |
| Nerol | ca. 0,5–1 % |
| Farnesol | ca. 0,3–1 % |
| Weitere Terpene | ca. 1–3 % |
Geraniol ist ein acyclisches Monoterpenalkohol, das für den charakteristischen rosenartigen Duft verantwortlich ist. Es wird von der EU-Kommission als Duftstoff in Kosmetik- und Haushaltsprodukten zugelassen und sein jährlicher Verbrauch übersteigt 1.000 Tonnen weltweit.[6] Geraniol besitzt nachgewiesene antibakterielle, antifungale, antioxidative, entzündungshemmende und insektenabwehrende Eigenschaften – und ist damit der Hauptverantwortliche für die vielseitige Wirkung von Palmarosaöl.[1]
Wirkung von Palmarosaöl
Die Wirkung von Palmarosaöl ist wissenschaftlich gut untersucht. Die pharmakologischen Eigenschaften werden größtenteils dem Hauptinhaltsstoff Geraniol zugeschrieben, wobei synergistische Effekte zwischen den verschiedenen Terpenoiden die Gesamtwirkung des ätherischen Öls verstärken können. Die wichtigsten nachgewiesenen Wirkungen sind:
- Antibakterielle Wirkung: Palmarosaöl gehört zu den wirksamsten antibakteriellen ätherischen Ölen. In einer Studie hemmte es 21 von 22 getesteten Bakterienstämmen, darunter sowohl grampositive als auch gramnegative Bakterien.[2] Eine aktuelle Studie (2025) bestätigte die Wirksamkeit gegen klinische Isolate von Staphylokokken und Streptokokken aus Haut- und Atemwegsinfektionen, mit minimalen Hemmkonzentrationen (MHK) von 125–300 µg/ml.[7]
- Antifungale Wirkung: Palmarosaöl zeigt eine starke antifungale Wirkung gegen zahlreiche Pilzarten. In einer Screening-Studie mit 98 ätherischen Ölen gegen Candida albicans gehörte Palmarosaöl zu den fünf wirksamsten Ölen und hemmte sowohl das Pilzwachstum als auch die Hyphenbildung.[8] Auch gegen Schuppen-assoziierte Pilze wie Malassezia furfur zeigte Palmarosaöl die höchste antimikrobielle Potenz aller getesteten Öle.[9]
- Anti-Quorum-Sensing-Wirkung: Eine besonders bemerkenswerte Eigenschaft: Palmarosaöl kann die bakterielle Kommunikation (Quorum Sensing) hemmen. In einer Studie reduzierte es bei Pseudomonas aeruginosa die Pyocyanin-Produktion um 71 %, die Elastase-Aktivität um 64 % und die Biofilmbildung um 64 %.[1]
- Entzündungshemmende und immunmodulierende Wirkung: Palmarosaöl und Geraniol steigerten in einer In-vitro-Studie die Produktion des entzündungshemmenden Zytokins IL-10 in menschlichen Monozyten, ohne zytotoxische Effekte zu zeigen. Dies deutet auf eine immunmodulierende, antiinflammatorische Wirkung hin.[3]
- Antioxidative Wirkung: Palmarosaöl ist ein wirksamer Radikalfänger. Eine Studie mit Ratten zeigte, dass die Inhalation von Palmarosaöl den Gesamtcholesterinspiegel senkte, die Aktivität antioxidativer Enzyme (Katalase, Superoxiddismutase, Glutathionperoxidase) erhöhte und die Lipidperoxidation reduzierte.[10]
- Zellregenerierende Wirkung: Palmarosaöl stimuliert die Zellerneuerung der Haut. Diese Eigenschaft wird in der Kosmetik und Dermatologie genutzt, um die Wundheilung zu fördern und das Hautbild zu verbessern.[5]
- Insektenabwehrende Wirkung: Geraniol wirkt als natürliches Repellent gegen Mücken und andere Insekten. Palmarosaöl wird traditionell auch zum Schutz von gelagerten Getreidevorräten gegen Schädlinge eingesetzt.
Anwendungsgebiete von Palmarosaöl
Palmarosaöl für die Haut
Palmarosaöl ist eines der vielseitigsten ätherischen Öle in der natürlichen Hautpflege. Sein hoher Geraniol-Gehalt reguliert die Talgproduktion, spendet Feuchtigkeit und fördert die Zellregeneration.
- Feuchtigkeitspflege: Palmarosaöl reguliert den Feuchtigkeitshaushalt der Haut, indem es die natürliche Hydration ausgleicht. Es eignet sich sowohl für trockene als auch für fettige Haut, da es die Sebumproduktion auf zellulärer Ebene normalisiert.
- Anti-Aging: Die zellregenerierende Wirkung von Palmarosaöl kann die Hauterneuerung beschleunigen und feine Linien sowie Falten mildern. Die antioxidativen Terpenoide schützen die Hautzellen vor oxidativem Stress und vorzeitiger Alterung.[10]
- Hautirritationen und Ekzeme: Dank seiner entzündungshemmenden Eigenschaften kann Palmarosaöl (verdünnt mit einem Trägeröl) bei Hautirritationen, Ekzemen und Psoriasis lindernd wirken.[3]
- Wundheilung: Die antiseptischen und zellregenerierenden Eigenschaften unterstützen die natürliche Wundheilung bei kleinen Schnitten, Kratzern und Hautabschürfungen.
- Anwendung: Mischen Sie 2–3 Tropfen Palmarosaöl in Ihre Tages- oder Nachtcreme, oder verdünnen Sie es mit einem Trägeröl wie Jojobaöl, Mandelöl oder Arganöl (ca. 2–3 % Dosierung). Niemals unverdünnt auf die Haut auftragen.
Palmarosaöl gegen Akne
Palmarosaöl hat sich als vielversprechendes natürliches Mittel gegen Akne erwiesen. Eine aktuelle Studie untersuchte gezielt den Einsatz von Palmarosaöl als topische Therapie bei Akne vulgaris und kam zu folgenden Ergebnissen:[11]
- Antimikrobielle Wirkung gegen Akne-Bakterien: Palmarosaöl hemmte das Wachstum von Cutibacterium acnes (dem Hauptverursacher von Akne) mit einer minimalen Hemmkonzentration (MHK) von 16 µl/ml.[11]
- Entzündungshemmende Wirkung: Das Öl reduzierte die entzündungsfördernden Zytokine TNF-α, IL-12 und IL-8 – die maßgeblich an der Entstehung von Akne-Entzündungen beteiligt sind.[11]
- Regulierung der Talgproduktion: Palmarosaöl hemmt die übermäßige Sebumproduktion, die zur Verstopfung der Poren und damit zu Unreinheiten führt.
- Tyrosinase-Hemmung: Palmarosaöl zeigte eine hemmende Wirkung auf das Enzym Tyrosinase, das an der Bildung von Hyperpigmentierungen (Aknenarben, dunkle Flecken) beteiligt ist.[11]
- Anwendung bei Akne: 1–2 Tropfen Palmarosaöl in ein nicht-komedogenes Trägeröl (z. B. Jojobaöl oder Traubenkernöl) mischen und als Serum auf die gereinigte Haut auftragen. Alternativ 1–2 Tropfen in die gewohnte Feuchtigkeitscreme geben.
Palmarosaöl für die Haare
In der Haarpflege bietet Palmarosaöl gleich mehrere Vorteile:
- Gegen Schuppen: Die starke antifungale Wirkung von Palmarosaöl gegen Malassezia furfur – den Hauptverursacher von Schuppen – macht es zu einem wirksamen natürlichen Anti-Schuppen-Mittel. In einer Studie zeigte Palmarosaöl von allen getesteten ätherischen Ölen die höchste Wirksamkeit gegen Schuppen-assoziierte Mikroorganismen.[9] Die topische Anwendung erwies sich bei Ratten und Kaninchen als reizfrei und sicher.[9]
- Kopfhautpflege: Die entzündungshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften beruhigen gereizte, juckende Kopfhaut und können helfen, die Kopfhautflora ins Gleichgewicht zu bringen.
- Glanz und Geschmeidigkeit: Palmarosaöl reguliert die Talgproduktion auch auf der Kopfhaut, was zu weniger schnell fettenden Haaren führen kann. Gleichzeitig verleiht es dem Haar natürlichen Glanz.
- Anwendung: 3–5 Tropfen Palmarosaöl in das Shampoo oder die Haarspülung geben. Alternativ 2–3 Tropfen in ein Trägeröl (z. B. Kokosöl) mischen und als Kopfhautkur einmassieren.
Palmarosaöl in der Aromatherapie
Der rosenähnliche, warme Duft von Palmarosaöl macht es zu einem geschätzten Öl in der Aromatherapie:
- Stressreduktion und Entspannung: Geraniol wirkt auf das limbische System und kann beruhigend und stimmungsaufhellend wirken. Die Inhalation von Palmarosaöl kann Stress, Nervosität und innere Unruhe lindern.[10]
- Emotionale Balance: In der Aromatherapie wird Palmarosaöl bei emotionaler Erschöpfung, Reizbarkeit und zur Förderung von innerem Gleichgewicht eingesetzt.
- Neuroprotektive Eigenschaften: In der ayurvedischen Medizin wird Palmarosaöl traditionell bei Neuralgie und Nervenschmerzen eingesetzt. Die neuroprotektiven Eigenschaften von Geraniol sind Gegenstand aktueller Forschung.[3]
- Anwendung: 3–5 Tropfen in eine Duftlampe, einen Diffusor oder in warmes Badewasser geben. Palmarosaöl harmoniert besonders gut mit Lavendelöl, Geraniumöl, Bergamotteöl, Ylang-Ylang-Öl und Rosmarinöl.
Palmarosaöl als Massageöl
Aufgrund seines angenehmen Dufts und seiner hautpflegenden Eigenschaften ist Palmarosaöl eine beliebte Zutat für Massageöle:
- Entspannende Massage: Mischen Sie 5–8 Tropfen Palmarosaöl in 30 ml Trägeröl (z. B. Mandelöl oder Sesamöl). Die Kombination aus dem beruhigenden Duft und den hautpflegenden Eigenschaften bietet ein ganzheitliches Massageerlebnis.
- Muskelentspannung: Die entzündungshemmenden Eigenschaften können bei Muskelverspannungen und Gelenkbeschwerden unterstützend wirken.
- Kombination: Für eine besonders wirksame Mischung kann Palmarosaöl mit Lavendelöl (beruhigend) oder Eukalyptusöl (belebend) kombiniert werden.
Palmarosaöl gegen Mücken und Insekten
Geraniol ist ein wirksames natürliches Insektenrepellent. Palmarosaöl kann als Alternative zu synthetischen Mückenschutzmitteln eingesetzt werden:
- Mückenschutz: Verdünnen Sie 10–15 Tropfen Palmarosaöl in 50 ml Trägeröl und tragen Sie die Mischung auf exponierte Hautstellen auf. Die Wirkung muss regelmäßig aufgefrischt werden, da ätherische Öle schneller verdunsten als synthetische Repellents. Weitere natürliche ätherische Öle gegen Mücken können ergänzend eingesetzt werden.
- Schutz von Vorräten: In der traditionellen Anwendung wird Palmarosaöl zum Schutz gelagerter Getreide und Hülsenfrüchte vor Insektenbefall verwendet. Es wirkt abschreckend auf verschiedene Vorratsschädlinge.
- Im Haushalt: Einige Tropfen Palmarosaöl in einem Diffusor können helfen, Wespen und andere unerwünschte Insekten fernzuhalten.
Palmarosaöl bei Pilzinfektionen
Die antifungale Wirkung von Palmarosaöl ist besonders bemerkenswert und wurde in zahlreichen Studien bestätigt:
- Candida-Infektionen: In einer umfassenden Studie mit 98 ätherischen Ölen gehörte Palmarosaöl zu den fünf wirksamsten gegen Candida albicans. Zudem zeigte es synergistische Effekte in Kombination mit dem Antimykotikum Amphotericin B.[8]
- Hautpilz: Palmarosaöl kann unterstützend bei Hautpilzinfektionen eingesetzt werden. Es hemmt auch Schimmelpilze wie Aspergillus niger.[2]
- Fußpilz: Verdünnt auf die betroffenen Stellen aufgetragen, kann Palmarosaöl das Wachstum von Pilzen hemmen und die Heilung unterstützen. Teebaumöl kann ergänzend eingesetzt werden.
- Anwendung: 2–3 Tropfen Palmarosaöl in einen Teelöffel Kokosöl oder ein anderes Trägeröl mischen und auf die betroffenen Hautbereiche auftragen. Bei hartnäckigen oder großflächigen Pilzinfektionen sollte immer ein Arzt konsultiert werden.
Palmarosaöl in der Kosmetik
In der Kosmetikbranche hat sich Palmarosaöl als begehrter Inhaltsstoff etabliert. Es findet sich in Seren, Cremes, Lotionen, Seifen, Gesichtswässern und Deodorants. Sein rosenähnlicher Duft macht es zu einer kostengünstigeren natürlichen Alternative zu echtem Rosenöl in Parfüms und Kosmetikprodukten.
Typische Einsatzbereiche in der Kosmetik sind Gesichtsseren für reife und unreine Haut, Körperlotionen, natürliche Deodorants (oft in Kombination mit Natron), Anti-Aging-Cremes und Haarpflegeprodukte. Palmarosaöl wird unter der INCI-Bezeichnung „Cymbopogon Martinii Oil" geführt. Es harmoniert in kosmetischen Formulierungen besonders gut mit Geraniumöl, Lavendelöl und Neroliöl.
Dosierung und Anwendung von Palmarosaöl
Palmarosaöl ist ein ätherisches Öl und sollte – wie alle ätherischen Öle – nicht unverdünnt auf die Haut aufgetragen oder innerlich eingenommen werden, es sei denn, dies geschieht unter fachkundiger Anleitung. Empfohlene Dosierungen:
- Hautpflege (Gesicht und Körper): 2–3 Tropfen Palmarosaöl auf 10 ml (ca. 2 Teelöffel) Trägeröl. Dies entspricht einer Konzentration von ca. 1–2 %. Für empfindliche Haut mit 1 Tropfen beginnen.
- Massageöl: 5–8 Tropfen auf 30 ml Trägeröl (ca. 1–1,5 % Dosierung).
- Badezusatz: 5–8 Tropfen in eine Handvoll Meersalz oder einen Schuss Sahne geben und ins warme Badewasser einrühren. Ätherische Öle niemals direkt ins Wasser geben, da sie sich nicht von selbst lösen.
- Aromatherapie / Duftlampe: 3–5 Tropfen in den Diffusor oder die Duftlampe geben.
- Inhalation: 2–3 Tropfen in eine Schüssel mit heißem Wasser geben, mit einem Handtuch über dem Kopf 5–10 Minuten inhalieren.
- Shampoo-Zusatz: 2–3 Tropfen in eine Portion Shampoo geben und einmassieren.
Grundregel: Führen Sie vor der ersten Anwendung immer einen Patch-Test durch: Einen Tropfen verdünntes Öl auf die Innenseite des Unterarms auftragen und 24 Stunden abwarten, ob Hautreaktionen auftreten.
Palmarosaöl Nebenwirkungen
Mögliche Nebenwirkungen
Palmarosaöl gilt als eines der besser verträglichen ätherischen Öle. Die US-amerikanische FDA stuft es als „Generally Regarded as Safe" (GRAS) ein.[4] Dennoch können bei empfindlichen Personen Nebenwirkungen auftreten:
- Hautreizungen: Unverdünnt aufgetragen kann Palmarosaöl bei manchen Menschen ein Brennen, Rötungen oder Hautausschlag verursachen. Immer verdünnt mit einem Trägeröl anwenden.
- Allergische Reaktionen: Geraniol ist ein bekanntes Kontaktallergen. Personen mit bekannter Duftstoffallergie oder Geraniol-Sensibilität sollten vor der Anwendung einen Patch-Test durchführen.[6]
- Augen- und Schleimhautkontakt: Kontakt mit Augen und Schleimhäuten vermeiden. Bei Augenkontakt gründlich mit Wasser spülen.
Kontraindikationen
- Schwangerschaft und Stillzeit: In der Schwangerschaft sollte die Anwendung ätherischer Öle grundsätzlich mit dem Arzt abgesprochen werden. Palmarosaöl in niedrigen Konzentrationen (1 %) und erst ab dem zweiten Trimester verwenden.
- Kleinkinder und Babys: Ätherische Öle sollten bei Kindern unter 3 Jahren nur mit äußerster Vorsicht und unter fachkundiger Anleitung angewendet werden.
- Haustiere: Ätherische Öle können für Katzen toxisch sein. Verwenden Sie Palmarosaöl in Diffusoren nur in Räumen, zu denen Katzen keinen Zugang haben.
Lagerung und Haltbarkeit
Palmarosaöl sollte kühl, dunkel und in einer gut verschlossenen Flasche aus dunklem Glas gelagert werden. Bei richtiger Lagerung ist es in der Regel 2–3 Jahre haltbar. Ein veränderter Geruch (ranzig, stechend oder verfärbt) deutet darauf hin, dass das Öl nicht mehr verwendet werden sollte.
Palmarosaöl kaufen – Worauf achten?
Die Qualität von ätherischen Ölen variiert erheblich. Um ein hochwertiges Palmarosaöl zu erhalten, sollten Sie auf folgende Kriterien achten:
- 100 % naturrein: Achten Sie auf die Bezeichnung „100 % reines ätherisches Öl" (kein Duftöl oder Parfümöl). Synthetische Nachbildungen enthalten keine der beschriebenen Wirkstoffe.
- Botanische Bezeichnung: Die korrekte botanische Bezeichnung Cymbopogon martinii var. motia sollte auf dem Etikett stehen. Die Varietät sofia (Gingergrass) hat einen deutlich niedrigeren Geraniol-Gehalt und ein anderes Wirkprofil.
- Bio-Qualität: Bio-zertifiziertes Palmarosaöl garantiert den Verzicht auf synthetische Pestizide. Achten Sie auf anerkannte Bio-Siegel (z. B. EU-Bio, USDA Organic).
- Gewinnungsart: „Wasserdampfdestillation" sollte als Gewinnungsart angegeben sein.
- Herkunftsland: Indisches Palmarosaöl gilt als besonders hochwertig, da Indien über die längste Tradition in Anbau und Destillation verfügt.
- GC-MS-Analysezertifikat: Seriöse Hersteller stellen ein Analysezertifikat (Certificate of Analysis) bereit, das die Zusammensetzung des Öls nachweist. Der Geraniol-Gehalt sollte bei mindestens 75 % liegen.
- Dunkle Glasflasche: Ätherische Öle sollten immer in dunklen Glasflaschen (Braunglas oder Blauglas) abgefüllt sein, um die empfindlichen Inhaltsstoffe vor Lichtschäden zu schützen.
- Preis: Hochwertiges Palmarosaöl liegt im mittleren Preissegment der ätherischen Öle – günstiger als Rosenöl oder Neroliöl, aber teurer als einfache Zitrusöle. Auffällig günstige Angebote deuten häufig auf minderwertige Qualität oder Verfälschungen hin.
Palmarosaöl ist in Reformhäusern, Bioläden, Apotheken und online erhältlich. Für die therapeutische Anwendung auf der Haut empfiehlt sich immer die Investition in ein hochwertiges Bio-Produkt.
Quellen
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- Pattnaik, S., Subramanyam, V. R., Bapaji, M., & Kole, C. R. (1997). Antibacterial and antifungal activity of ten essential oils in vitro. Microbios, 89(358), 39–46. PMID: 8893526
- Andrade, B. F. M. T., Conti, B. J., Santiago, K. B., Fernandes Júnior, A., & Sforcin, J. M. (2014). Cymbopogon martinii essential oil and geraniol at noncytotoxic concentrations exerted immunomodulatory/anti-inflammatory effects in human monocytes. Journal of Pharmacy and Pharmacology, 66(10), 1491–1496. doi:10.1111/jphp.12278
- Kalagatur, N. K., Nirmal Ghosh, O. S., Sundararaj, N., & Mudili, V. (2018). Antifungal activity of chitosan nanoparticles encapsulated with Cymbopogon martinii essential oil on plant pathogenic fungi Fusarium graminearum. Frontiers in Pharmacology, 9, 610. doi:10.3389/fphar.2018.00610
- Kakaraparthi, P. S., Srinivas, K. V. N. S., Kumar, J. K., Kumar, A. N., & Rajput, D. K. (2015). Variation in the essential oil content and composition of Citronella (Cymbopogon winterianus Jowitt.) in relation to time of harvest and weather conditions. Industrial Crops and Products, 61, 190–197. doi:10.1016/j.indcrop.2014.06.044
- Chen, W., & Viljoen, A. M. (2010). Geraniol — A review of a commercially important fragrance material. South African Journal of Botany, 76(4), 643–651. doi:10.1016/j.sajb.2010.05.008
- Ferrario, C., Ferrini, L., Ferriera, L., Ferreria, P., et al. (2025). Antibacterial Activity of Palmarosa (Cymbopogon martini (Roxb.) Will.Watson) Essential Oil and Geraniol Against Clinical Isolates from Respiratory, Skin, and Soft Tissue Infections. Pharmaceutics, 18(1), 39. doi:10.3390/pharmaceutics18010039
- Li, Y., Wang, Y., & Sun, S. (2024). Antifungal activity of essential oils and their potential synergistic effect with amphotericin B. Scientific Reports, 14, 31040. doi:10.1038/s41598-024-82380-0
- Suwannarit, P., et al. (2025). Palmarosa essential oil inhibits the growth of dandruff-associated microbes by increasing ROS production and modulating the efflux pump. Journal of Applied Microbiology. PMID: 39855490
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- Bharitkar, Y. P., et al. (2021). Insights into the mechanism of Cymbopogan martinii essential oil in topical therapy of acne vulgaris. Future Microbiology, 16(17), 1299–1314. doi:10.2217/fmb-2021-0098
- Prashar, A., Hili, P., Veness, R. G., & Evans, C. S. (2003). Antimicrobial action of palmarosa oil (Cymbopogon martinii) on Saccharomyces cerevisiae. Phytochemistry, 63(5), 569–575. PMID: 12809717
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