Lavendelöl kaufen

Zuletzt aktualisiert: 15.02.26

Hochwertiges Lavendelöl kaufen erfordert Wissen über Qualitätsmerkmale, Sorten und Zertifizierungen – denn auf dem Markt finden sich neben naturreinen Ölen aus Lavandula angustifolia auch synthetische Nachahmungen, gestreckte Produkte und falsch etikettierte Lavandin-Öle. Der Preisunterschied zwischen echtem ätherischem Lavendelöl und minderwertigen Imitaten ist erheblich: Während 10 ml naturreines Bio-Lavendelöl aus Frankreich oder Bulgarien zwischen 8 und 15 € kosten, werden synthetische Duftöle teils für unter 3 € verkauft.

Dieser Unterschied spiegelt nicht nur die aufwändige Wasserdampfdestillation wider, sondern auch die chemische Zusammensetzung: Echtes Lavendelöl enthält über 100 Inhaltsstoffe, darunter Linalool (20–45 %) und Linalylacetat (25–47 %), die für seine beruhigende und entzündungshemmende Wirkung verantwortlich sind.[1] Ein synthetisches Produkt kann dieses komplexe Zusammenspiel nicht abbilden.

Hochwertiges Lavendelöl kaufen – Flasche mit naturreinem ätherischen Lavendelöl und Lavendelblüten

Sie erfahren in diesem Artikel, woran Sie echtes Lavendelöl erkennen, wie Sie ein GC/MS-Analysezertifikat lesen, welche Bio-Siegel verlässlich sind und wo Sie qualitativ hochwertiges Lavendelöl beziehen können – inklusive einer Kaufkriterien-Checkliste, die nur in diesem Ratgeber zu finden ist.

Auf einen Blick

  • Botanischer Name prüfen: Nur Lavandula angustifolia auf dem Etikett garantiert Echten Lavendel – Lavandin (Lavandula x intermedia) ist günstiger, enthält aber mehr Campher und wirkt weniger beruhigend.
  • Qualitätsstufen: „100 % naturrein" bedeutet unverfälschtes ätherisches Öl; „naturidentisch" und „synthetisch" sind im Labor hergestellt und für therapeutische Zwecke ungeeignet.
  • GC/MS-Zertifikat: Seriöse Anbieter stellen eine Gaschromatographie-Massenspektrometrie-Analyse bereit – darin sollten Linalool (20–45 %) und Linalylacetat (25–47 %) im ISO-3515-Bereich liegen.
  • Bio-Zertifizierung: Das EU-Bio-Siegel garantiert pestizidfreien Anbau; Demeter geht mit biodynamischen Standards noch weiter.
  • Preisrahmen: Naturreines Lavendelöl kostet 8–15 € pro 10 ml – deutlich günstigere Produkte deuten auf Streckung oder Lavandin-Beimischung hin.
  • Lagerung: Kühl, dunkel und gut verschlossen aufbewahrt hält ätherisches Lavendelöl 3–5 Jahre – Details zur Haltbarkeit finden Sie im Ratgeber zur Haltbarkeit ätherischer Öle.

Naturrein, naturidentisch oder synthetisch – wo liegt der Unterschied?

Ätherisches Lavendelöl wird in drei grundlegend verschiedene Qualitätsstufen eingeteilt, die sich in Herstellung, Zusammensetzung und Eignung für therapeutische Zwecke stark unterscheiden – nur 100 % naturreine Öle enthalten das vollständige Wirkstoffspektrum der Pflanze und eignen sich für Aromatherapie und Hautpflege.

QualitätsstufeHerstellungInhaltsstoffeEignungPreis (10 ml)
100 % naturreinWasserdampfdestillation der BlütenÜber 100 natürliche VerbindungenAromatherapie, Hautpflege, medizinische Anwendung8–15 €
NaturidentischChemische Synthese einzelner Hauptkomponenten3–10 nachgebaute VerbindungenParfümerie, Raumbeduftung (eingeschränkt)3–6 €
Synthetisch / DuftölVollständig chemisch hergestelltKünstliche DuftstoffeNur Raumbeduftung – nicht auf der Haut anwenden1–4 €

Ein naturidentisches Öl enthält beispielsweise synthetisch hergestelltes Linalool und Linalylacetat – die beiden Hauptkomponenten von Lavendelöl. Es riecht ähnlich, doch die über 100 Nebenbestandteile fehlen. Diese Spurenstoffe wie Lavandulol, Terpinen-4-ol und β-Caryophyllen tragen wesentlich zur therapeutischen Gesamtwirkung bei.[2] Die Unterscheidung zwischen einem echten ätherischen Öl und einem Duftöl ist daher nicht nur eine Frage des Preises, sondern der Wirksamkeit.

Synthetische Duftöle sollten Sie niemals auf die Haut auftragen oder inhalieren. Sie können Hautreizungen verursachen und haben keinerlei therapeutischen Nutzen. Auf dem Etikett erkennen Sie sie häufig an Begriffen wie „Parfümöl", „Duftöl" oder „Fragrance Oil".

Was muss auf dem Etikett stehen?

Ein seriöses Etikett liefert mindestens sechs Informationen, anhand derer Sie die Qualität eines Lavendelöls beurteilen können – fehlt eine davon, ist Vorsicht geboten.

Pflichtangaben auf dem Etikett

  • Botanischer Name: Lavandula angustifolia (auch L. officinalis oder L. vera) muss angegeben sein. Steht dort Lavandula x intermedia, handelt es sich um Lavandin – ein anderes Produkt.
  • Reinheitsangabe: „100 % naturrein", „100 % rein" oder „pure essential oil". Vorsicht bei Formulierungen wie „mit echtem Lavendelöl" – das Produkt kann gestreckt sein.
  • Gewinnungsmethode: Wasserdampfdestillation ist der Standard für ätherisches Lavendelöl. Kaltpressung gibt es bei Lavendelöl nicht.
  • Pflanzenteil: Blüten bzw. blühende Spitzen (Sommités fleuries).
  • Herkunftsland: Frankreich (Provence, Haute-Provence), Bulgarien, Griechenland und Österreich gelten als Hauptanbaugebiete mit hoher Qualität.
  • Chargennummer (Lot/Batch): Ermöglicht die Rückverfolgbarkeit und den Abgleich mit einem GC/MS-Analysezertifikat.

Fehlen botanischer Name oder Herkunftsland, deutet das auf ein minderwertiges Produkt hin. Hochwertige Anbieter drucken zusätzlich das Destillationsdatum auf das Etikett – ein verlässliches Zeichen für Transparenz.

Was bedeutet Bio bei Lavendelöl?

Bio-zertifiziertes Lavendelöl stammt aus kontrolliert biologischem Anbau ohne synthetische Pestizide oder Kunstdünger – die Pflanzen werden nach den Richtlinien der jeweiligen Öko-Verordnung kultiviert, regelmäßig kontrolliert und das Endprodukt auf Rückstände geprüft.

Die wichtigsten Bio-Siegel im Vergleich

SiegelStandardBesonderheiten
EU-Bio-SiegelEU-Öko-Verordnung (EU) 2018/848Mindeststandard für Bio in der EU; verbietet synthetische Pflanzenschutzmittel und Gentechnik; jährliche Kontrollen
DemeterBiodynamische LandwirtschaftStrengere Richtlinien als EU-Bio; ganzheitlicher Ansatz mit Kompostpräparaten; deutlich höherer Preis
NaturlandÖkologischer Landbau + SozialstandardsZusätzliche Vorgaben zu Verarbeitung und fairem Handel
ECOCERTFranzösischer KontrollstandardBesonders bei französischem Lavendelöl verbreitet; gleichwertig mit EU-Bio

„Bio" sagt jedoch nichts über die Sorte oder die therapeutische Qualität des Öls aus. Ein Bio-Lavandinöl ist zwar pestizidfrei, enthält aber mehr Campher als Echter Lavendel und eignet sich weniger für Aromatherapie und Hautanwendungen. Achten Sie deshalb immer auf die Kombination: Bio-Siegel UND botanischer Name Lavandula angustifolia.

Generelle Informationen zur Qualitätsbewertung ätherischer Öle finden Sie in unserem übergeordneten Ratgeber.

Wie liest man ein GC/MS-Analysezertifikat?

Eine GC/MS-Analyse (Gaschromatographie-Massenspektrometrie) ist das zuverlässigste Verfahren, um die chemische Zusammensetzung eines ätherischen Öls zu prüfen – sie trennt alle Einzelbestandteile auf und zeigt deren Konzentration in Prozent an, sodass Verfälschungen, Streckungen und Verwechslungen mit günstigeren Ölen erkannt werden können.[3]

Ein GC/MS-Bericht für echtes Lavendelöl aus Lavandula angustifolia sollte folgende Werte zeigen:

InhaltsstoffISO 3515:2002 BereichWarnsignal
Linalool20–45 %Über 50 % → möglicherweise synthetisch zugesetzt
Linalylacetat25–47 %Unter 20 % → möglicherweise Lavandin oder minderwertig
Campher0–1,5 %Über 3 % → Lavandin oder Speiklavendel beigemischt
1,8-Cineol (Eukalyptol)0–3 %Über 5 % → kein reines L. angustifolia
Lavandulylacetat0–8 %Fehlt komplett → fragwürdige Herkunft
Terpinen-4-ol0–8 %Über 10 % → untypisch für hochwertiges Lavendelöl

Die ISO-Norm 3515:2002 definiert diese Grenzwerte für echtes Lavendelöl und wurde 2023 bestätigt.[4] Das Europäische Arzneibuch (Ph. Eur.) setzt für pharmazeutische Qualität teils noch engere Grenzen. Beide Standards dienen als Referenz, um die Echtheit eines Lavendelöls zu überprüfen.

Seriöse Anbieter stellen das GC/MS-Zertifikat für jede Charge entweder auf ihrer Website zum Download bereit oder senden es auf Anfrage. Fehlt dieses Angebot, ist das ein Warnsignal. Einen vollständigen Überblick über die Herstellungsmethoden ätherischer Öle bietet unser separater Ratgeber.

Echter Lavendel oder Lavandin – Sortenunterschiede beim Kauf

Die häufigste Verwechslung beim Lavendelöl-Kauf betrifft Echten Lavendel (Lavandula angustifolia) und Lavandin (Lavandula x intermedia) – Lavandin ist eine natürliche Kreuzung aus Echtem Lavendel und Speiklavendel, liefert den 6- bis 7-fachen Ertrag und kostet deshalb nur einen Bruchteil, hat aber ein deutlich anderes Wirkprofil.[5]

MerkmalEchter Lavendel (L. angustifolia)Lavandin (L. x intermedia)Speiklavendel (L. latifolia)
Campher-Gehalt0–1,5 %4–10 %10–30 %
Linalool20–45 %20–35 %25–50 %
Linalylacetat25–47 %20–38 %0–3 %
1,8-Cineol0–3 %4–8 %15–35 %
DuftFein-blumig, weich, süßKräftiger, leicht kampferigScharf, medizinisch, kampferbetont
Therapeutische EignungBeruhigung, Schlaf, Hautpflege, KinderRaumbeduftung, MuskelschmerzenAtemwege, Muskulatur (nur Erwachsene)
Preis (10 ml)8–15 €3–7 €5–10 €

Lavandin ist kein schlechtes Öl – es eignet sich hervorragend für Raumbeduftung und als Zutat in Reinigungsmitteln. Für die Aromatherapie, die Anwendung auf der Haut oder die Nutzung bei Kindern empfiehlt sich jedoch ausschließlich Echter Lavendel (Lavandula angustifolia). Der niedrige Campher-Gehalt macht ihn verträglicher und besser geeignet für empfindliche Haut.

Speiklavendel (Lavandula latifolia) wird wegen seines hohen 1,8-Cineol- und Campher-Gehalts eher bei Atemwegserkrankungen und Muskelschmerzen eingesetzt – für Beruhigung und Schlaf ist er ungeeignet.

Typische Fälschungen erkennen

Lavendelöl gehört zu den am häufigsten verfälschten ätherischen Ölen, weil der Preisunterschied zwischen echtem Lavandula angustifolia-Öl und günstigeren Alternativen erheblich ist – Studien zeigen, dass ein signifikanter Anteil der im Handel erhältlichen Lavendelöle nicht den ISO-Standards entspricht.[6]

Die häufigsten Formen der Verfälschung

  • Lavandin als „echtes Lavendelöl" verkauft: Die gängigste Fälschung. Lavandin-Öl kostet nur ein Sechstel bis Siebtel und wird oft als Lavandula angustifolia etikettiert. Erkennbar am höheren Campher-Gehalt (über 3 %) und dem schärferen Duft.[5]
  • Streckung mit synthetischem Linalool: Dem echten Öl wird synthetisches Linalool zugesetzt, um den Linalool-Anteil künstlich zu erhöhen. Erkennbar durch eine enantioselektive Analyse: Authentisches Lavendelöl enthält nahezu ausschließlich (R)-Linalool – synthetisches Linalool liegt als Racemat (50:50 R/S) vor.[7]
  • Verdünnung mit Trägerölen: Das ätherische Öl wird mit nicht-flüchtigen Ölen wie Mineralöl oder Pflanzenölen gestreckt. Einfacher Test: Tropfen Sie das Öl auf ein weißes Papier. Echtes ätherisches Öl verdunstet rückstandsfrei innerhalb weniger Stunden. Bleibt ein fettiger Fleck, ist es verdünnt.
  • Zugabe synthetischer Bestandteile: Künstlich hergestelltes Linalylacetat oder acetyliertes Ho-Holz-Öl wird zugesetzt, um das chemische Profil von echtem Lavendelöl zu imitieren.[7]

Der sicherste Schutz vor Fälschungen: Kaufen Sie bei Anbietern, die ein chargenspezifisches GC/MS-Zertifikat bereitstellen und den botanischen Namen klar deklarieren.

Wo kann man hochwertiges Lavendelöl kaufen?

Hochwertiges ätherisches Lavendelöl erhalten Sie in Apotheken, Reformhäusern, im Fachhandel für Aromatherapie und bei spezialisierten Online-Anbietern – jede Bezugsquelle hat spezifische Vor- und Nachteile hinsichtlich Beratung, Sortiment und Preisgestaltung.

BezugsquelleVorteileNachteile
ApothekePharmazeutische Qualität (Ph. Eur.); persönliche Beratung; RückverfolgbarkeitHöherer Preis; begrenztes Sortiment
Reformhaus / Bio-LadenBio-Qualität; kompetente Beratung; etablierte MarkenMittelhoher Preis; Sortiment variiert
Spezialisierte Online-ShopsGroße Auswahl; GC/MS-Zertifikate abrufbar; günstigere Preise; Chargen-InformationenKeine persönliche Beratung; Qualität vorab schwer prüfbar
DrogeriemärkteGünstig; leicht verfügbarOft naturidentisch statt naturrein; fehlende GC/MS-Daten; eingeschränkte Sorteninformation

Lavendelöl aus der Apotheke entspricht in der Regel dem Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) – das ist der höchste Qualitätsstandard für pharmazeutische Anwendungen. Für die innerliche Einnahme als Kapsel oder Tablette gelten besondere Regelungen – mehr dazu im Artikel zur innerlichen Anwendung von Lavendelöl.

Spezialisierte Online-Shops wie Aromatherapie-Fachhandlungen bieten häufig den besten Kompromiss aus Qualität, Transparenz und Preis. Achten Sie darauf, dass der Anbieter für jede Charge ein GC/MS-Zertifikat bereitstellt und den botanischen Namen, das Herkunftsland sowie die Gewinnungsmethode deklariert.

Was kostet gutes Lavendelöl?

Naturreines ätherisches Lavendelöl aus Lavandula angustifolia kostet je nach Herkunft, Bio-Zertifizierung und Anbieter zwischen 8 und 15 € für 10 ml – Preise unter 5 € pro 10 ml sind ein starkes Warnsignal für minderwertige Qualität, Streckung oder eine falsch deklarierte Sorte.

ProduktPreis (10 ml)Einordnung
Synthetisches Duftöl / Parfümöl1–4 €Kein ätherisches Öl; nur für Raumbeduftung
Lavandin-Öl (konventionell)3–7 €Naturrein, aber andere Sorte; weniger therapeutisch
Lavendelöl konventionell (L. angustifolia)6–10 €Naturrein; gute Qualität möglich
Bio-Lavendelöl (L. angustifolia)8–15 €Pestizidfreier Anbau; empfohlener Standard
Wildsammlung / Höhenlavendel Provence15–30 €Premium; feinstes Duftprofil; limitierte Mengen

Der Preis erklärt sich durch den Ertrag: Für 10 ml ätherisches Lavendelöl werden etwa 1–1,5 kg frische Lavendelblüten benötigt. Bei Bio-Anbau in Höhenlagen der Provence sinkt der Ertrag weiter, was den höheren Preis rechtfertigt. Wer Lavendelöl für Aromatherapie, Hautpflege oder therapeutische Zwecke verwenden möchte, sollte mindestens konventionelles naturreines Öl aus Lavandula angustifolia wählen – idealerweise in Bio-Qualität.

Möchten Sie stattdessen ein Lavendelöl-Mazerat für die Körperpflege selbst herstellen, finden Sie eine ausführliche Anleitung im Artikel Lavendelöl selber machen.

Die Kaufkriterien-Checkliste für hochwertiges Lavendelöl

Diese Checkliste fasst alle entscheidenden Qualitätskriterien zusammen und hilft Ihnen, beim Kauf systematisch die richtige Wahl zu treffen – drucken Sie sie aus oder speichern Sie sie für den nächsten Einkauf.

Nr.KriteriumWorauf achten
1Botanischer NameLavandula angustifolia auf dem Etikett
2Reinheitsangabe„100 % naturrein" / „100 % pure essential oil"
3GewinnungsmethodeWasserdampfdestillation
4PflanzenteilBlüten / blühende Spitzen
5HerkunftslandAngegeben (Frankreich, Bulgarien, Griechenland, Österreich)
6Bio-ZertifizierungEU-Bio, Demeter oder gleichwertiges Siegel
7GC/MS-ZertifikatVerfügbar auf der Website oder auf Anfrage
8ChargennummerLot/Batch auf dem Etikett für Rückverfolgbarkeit
9VerpackungBraunglas- oder Blauglassflasche mit Tropfeinsatz
10PreisMindestens 6 € pro 10 ml (Bio: 8–15 €)
11DuftFein-blumig, weich, nicht scharf oder kampferig
12PapiertestTropfen verdunstet rückstandsfrei innerhalb von Stunden

Erfüllt ein Produkt mindestens die Kriterien 1–5 und 7, können Sie von einem vertrauenswürdigen Lavendelöl ausgehen. Treffen zusätzlich die Punkte 6, 8 und 9 zu, halten Sie ein Premium-Produkt in den Händen.

Hinweise zu Nebenwirkungen und Lagerung

Auch hochwertiges naturreines Lavendelöl kann bei falscher Anwendung oder Lagerung Nebenwirkungen verursachen – insbesondere oxidiertes Öl erhöht das Risiko für Hautreizungen und Kontaktallergien. Führen Sie vor der ersten Anwendung auf der Haut immer einen Patch-Test durch. Vollständige Informationen zu Nebenwirkungen, Kontraindikationen und korrekter Dosierung finden Sie im Ratgeber zu Lavendelöl-Nebenwirkungen und Sicherheit.

Ätherisches Lavendelöl hält bei korrekter Lagerung – kühl, dunkel und luftdicht verschlossen in einer Braunglasflasche – etwa 3 bis 5 Jahre.[8] Im Vergleich zu Zitrusölen (1–2 Jahre Haltbarkeit) ist Lavendelöl relativ stabil, da es einen hohen Anteil an Estern und Monoterpenolen enthält, die weniger oxidationsanfällig sind als Monoterpene.[9]

Verwenden Sie nach dem Öffnen möglichst kleine Flaschen, um den Luftkontakt zu minimieren. Wenn das Öl seinen Duft verändert – schärfer, medizinischer oder unangenehmer wird –, ist das ein Zeichen für Oxidation. Oxidiertes Öl kann noch für die Raumbeduftung oder Reinigungsmittel verwendet werden, sollte aber nicht mehr auf die Haut aufgetragen werden.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich echtes Lavendelöl?

Echtes ätherisches Lavendelöl erkennen Sie am botanischen Namen Lavandula angustifolia auf dem Etikett, der Angabe „100 % naturrein", dem Herkunftsland und der Gewinnungsmethode (Wasserdampfdestillation). Es duftet fein-blumig und weich, nicht scharf oder kampferig. Der sicherste Nachweis ist ein GC/MS-Analysezertifikat, das Linalool (20–45 %) und Linalylacetat (25–47 %) gemäß ISO 3515 ausweist und einen Campher-Gehalt unter 1,5 % bestätigt.

Wo kann man Lavendelöl kaufen?

Lavendelöl können Sie in Apotheken (höchste pharmazeutische Qualität nach Ph. Eur.), in Reformhäusern und Bio-Läden, bei spezialisierten Aromatherapie-Online-Shops und in Drogerien kaufen. Apotheken und Fach-Online-Shops bieten die beste Kombination aus Qualität und Transparenz, da sie häufig chargenspezifische GC/MS-Zertifikate bereitstellen. In Drogerien sollten Sie besonders genau auf die Etikettierung achten, da dort auch naturidentische Produkte verkauft werden.

Was kostet gutes Lavendelöl?

Naturreines ätherisches Lavendelöl aus Lavandula angustifolia kostet zwischen 8 und 15 € pro 10 ml in Bio-Qualität. Konventionelles naturreines Lavendelöl liegt bei 6–10 € pro 10 ml. Preise unter 5 € für 10 ml deuten auf Lavandin-Beimischung, Streckung oder ein synthetisches Produkt hin. Premium-Wildsammlungen aus der Haute-Provence können 15–30 € pro 10 ml kosten.

Was ist der Unterschied zwischen Lavendelöl und Lavandinöl?

Lavendelöl stammt von Lavandula angustifolia (Echter Lavendel), Lavandinöl von Lavandula x intermedia (einer Kreuzung aus Echtem Lavendel und Speiklavendel). Lavandin enthält deutlich mehr Campher (4–10 % statt max. 1,5 %) und weniger Linalylacetat. Es duftet schärfer und eignet sich weniger für die Aromatherapie und Hautpflege. Lavandinöl ist 6- bis 7-mal günstiger in der Herstellung und wird deshalb häufig als „Lavendelöl" fehldeklariert.

Wie lange ist Lavendelöl haltbar?

Ätherisches Lavendelöl hält bei korrekter Lagerung – kühl (15–22 °C), dunkel und luftdicht verschlossen in einer Braunglasflasche – etwa 3 bis 5 Jahre. Es ist stabiler als Zitrusöle, da sein hoher Ester-Anteil langsamer oxidiert. Zeichen für Oxidation sind ein veränderter Duft (schärfer, medizinischer), eine dickere Konsistenz oder Hautirritation bei zuvor verträglichem Öl. Oxidiertes Lavendelöl kann noch als Raumduft verwendet werden, sollte aber nicht mehr auf die Haut aufgetragen werden.

Quellen

  1. ISO 3515:2002/Cor 1:2004. Oil of lavender (Lavandula angustifolia Mill.). International Organization for Standardization. Confirmed 2023.
  2. Aprotosoaie, A. C., Hăncianu, M., Costache, I.-I., & Miron, A. (2014). Linalool: a review on a key odorant molecule with valuable biological properties. Flavour and Fragrance Journal, 29(4), 193–219. doi:10.1002/ffj.3197
  3. Beale, D. J., Morrison, P. D., Karpe, A. V., & Dunn, M. S. (2017). Chemometric Analysis of Lavender Essential Oils Using Targeted and Untargeted GC-MS Acquired Data for the Rapid Identification and Characterization of Oil Quality. Molecules, 22(8), 1339. doi:10.3390/molecules22081339
  4. Crișan, I., Ona, A., Vîrchea, L.-I., Lupitu, A., Manolescu, D. Ș., & Barbu-Tudoran, L. (2023). Essential Oil Standards for Lavandula angustifolia. Encyclopedia, 3(1), 432–440. doi:10.3390/encyclopedia3010028
  5. Tankeu, S. Y., Vermaak, I., Kamatou, G. P., & Viljoen, A. M. (2014). Vibrational spectroscopy and chemometric modeling: An economical and robust quality control method for lavender oil. Industrial Crops and Products, 59, 234–240. doi:10.1016/j.indcrop.2014.05.019
  6. Zhang, X., Cambrai, A., Miesch, M., Roussi, S., Raul, F., Qi, D., & Marchioni, E. (2021). A novel approach for lavender essential oil authentication and quality assessment. Analytical and Bioanalytical Chemistry, 413(16), 4315–4326. doi:10.1007/s00216-021-03386-z
  7. Cheng, B. C., Smylie, R., Liang, P., & Busfield, J. J. C. (2023). Botanical characterization and authentication of lavender essential oil using its volatile organic compounds and compound-specific carbon and hydrogen isotope ratio analysis. Food Control, 154, 110018. doi:10.1016/j.foodcont.2023.110018
  8. Tisserand, R., & Young, R. (2014). Essential Oil Safety: A Guide for Health Care Professionals (2nd ed.). Churchill Livingstone/Elsevier.
  9. Turek, C., & Stintzing, F. C. (2013). Stability of Essential Oils: A Review. Comprehensive Reviews in Food Science and Food Safety, 12(1), 40–53. doi:10.1111/1541-4337.12006
  10. Pokajewicz, K., Białoń, M., Svydenko, L., Fedin, R., & Hudz, N. (2021). Chemical Composition of the Essential Oil of the New Cultivars of Lavandula angustifolia Mill. Bred in Ukraine. Molecules, 26(18), 5681. doi:10.3390/molecules26185681
  11. European Pharmacopoeia (Ph. Eur.), 11th Edition (2023). Monograph: Lavender Oil (Lavandulae aetheroleum). Council of Europe, Strasbourg.
  12. Woronuk, G., Demissie, Z., Rheault, M., & Bhatt, S. (2011). Biosynthesis and Therapeutic Properties of Lavandula Essential Oil Constituents. Planta Medica, 77(1), 7–15. doi:10.1055/s-0030-1250136