Kardamomöl – Wirkung, Anwendung für Verdauung, Atemwege und Aromatherapie

Zuletzt aktualisiert: 18.02.26

Kardamomöl ist ein hochwertiges ätherisches Öl, das aus den Samen des Grünen Kardamom (Elettaria cardamomum) gewonnen wird. In der ayurvedischen Heilkunst und der Traditionellen Chinesischen Medizin zählt Kardamom seit über 3.000 Jahren zu den geschätztesten Gewürz- und Heilpflanzen. Nicht ohne Grund wird er als „Königin der Gewürze" bezeichnet – sein ätherisches Öl vereint ein einzigartiges Aromaprofil mit einer beeindruckenden Bandbreite an gesundheitlichen Wirkungen.

Das ätherische Kardamomöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den reifen Samenkapseln gewonnen und zeichnet sich durch seinen warm-würzigen, leicht süßlichen Duft mit frischen, eukalyptusartigen Noten aus. Die Hauptwirkstoffe – 1,8-Cineol (Eukalyptol) und α-Terpinylacetat – sind für die verdauungsfördernden, antimikrobiellen und entzündungshemmenden Eigenschaften verantwortlich.[1]

Kardamomöl – ätherisches Öl aus grünem Kardamom

In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte über Kardamomöl: von der Gewinnung über die Inhaltsstoffe und Wirkung bis hin zu konkreten Anwendungsgebieten, der richtigen Dosierung und Kaufempfehlungen. Alle Angaben sind durch aktuelle wissenschaftliche Studien belegt.

Gewinnung von Kardamomöl

Kardamomöl wird aus den Samenkapseln der Kardamompflanze (Elettaria cardamomum) gewonnen, die zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae) gehört. Die Pflanze stammt ursprünglich aus den tropischen Regenwäldern Südindiens und wird heute hauptsächlich in Guatemala, Indien, Sri Lanka und Tansania angebaut.

Wasserdampfdestillation

Die gängigste und qualitativ hochwertigste Methode zur Gewinnung von Kardamomöl ist die Wasserdampfdestillation. Dabei werden die reifen, getrockneten Samenkapseln mit heißem Wasserdampf durchströmt. Der Dampf löst die flüchtigen ätherischen Verbindungen aus dem Pflanzenmaterial, und das Öl-Wasser-Gemisch wird anschließend kondensiert und getrennt. Für einen Liter ätherisches Kardamomöl werden etwa 20–30 kg getrocknete Kardamomsamen benötigt, was den vergleichsweise hohen Preis des Öls erklärt.

CO₂-Extraktion

Eine moderne Alternative ist die überkritische CO₂-Extraktion. Dieses Verfahren arbeitet bei niedrigeren Temperaturen als die Dampfdestillation und bewahrt dadurch besonders hitzeempfindliche Wirkstoffe. CO₂-extrahiertes Kardamomöl hat ein breiteres Aromaprofil und wird vor allem in der Parfüm- und Lebensmittelindustrie geschätzt.[2]

Grüner vs. Schwarzer Kardamom

Wichtig zu unterscheiden: Für das ätherische Öl in der Aromatherapie und Naturheilkunde wird ausschließlich Grüner Kardamom (Elettaria cardamomum) verwendet. Schwarzer Kardamom (Amomum subulatum) hat ein rauchigeres Aroma und wird vorwiegend als Kochgewürz eingesetzt. Seine chemische Zusammensetzung unterscheidet sich deutlich, und er besitzt einen geringeren Gehalt an den therapeutisch relevanten Wirkstoffen.[1]

Kardamomöl Inhaltsstoffe

Die Zusammensetzung von ätherischem Kardamomöl variiert je nach Herkunft, Erntezeitpunkt und Gewinnungsmethode. Die folgende Übersicht zeigt die typischen Hauptinhaltsstoffe und deren Anteil im ätherischen Öl:

Ätherisches Kardamomöl – Zusammensetzung
Typische Zusammensetzung pro 100 % ätherisches Öl:
InhaltsstoffAnteil
α-Terpinylacetat30–40 %
1,8-Cineol (Eukalyptol)20–35 %
Linalool3–8 %
Linalylacetat2–7 %
Limonen2–5 %
Sabinen2–4 %
α-Terpineol1–5 %
Myrcen1–3 %
β-Pinen1–2 %
Geraniol0,5–2 %
Nerolidol0,5–1,5 %

Die beiden dominierenden Wirkstoffe – α-Terpinylacetat und 1,8-Cineol – machen zusammen über 50 % des ätherischen Öls aus und sind maßgeblich für die therapeutischen Eigenschaften verantwortlich. 1,8-Cineol ist auch in Eukalyptusöl der Hauptwirkstoff und erklärt die atemwegsbefreiende Wirkung von Kardamomöl. Linalool, das auch in Lavendelöl vorkommt, trägt zur beruhigenden und entspannenden Wirkung bei.[3]

Wirkung von Kardamomöl

Die Wirkung von Kardamomöl beruht auf dem synergistischen Zusammenspiel seiner zahlreichen bioaktiven Verbindungen. Die folgenden Wirkungen sind durch wissenschaftliche Studien belegt:

  • Verdauungsfördernde Wirkung: Kardamomöl gehört zu den am besten erforschten pflanzlichen Mitteln bei Verdauungsbeschwerden. Es stimuliert die Produktion von Verdauungsenzymen, fördert die Darmmotilität und wirkt krampflösend (spasmolytisch) auf die glatte Muskulatur des Magen-Darm-Trakts. Tierstudien zeigten signifikante gastroprotektive Effekte, die mit einer Reduktion der Magensäuresekretion und einer Stärkung der Magenschleimhaut einhergingen.[4]
  • Antimikrobielle Wirkung: Kardamomöl zeigt eine breite antimikrobielle Aktivität gegen grampositive und gramnegative Bakterien sowie gegen verschiedene Pilzstämme. In vitro hemmte es das Wachstum von Staphylococcus aureus, Escherichia coli, Candida albicans und weiteren Krankheitserregern. Die antimikrobielle Wirkung wird hauptsächlich auf 1,8-Cineol und α-Terpinylacetat zurückgeführt.[5]
  • Entzündungshemmende Wirkung: Kardamomöl hemmt die Freisetzung proinflammatorischer Zytokine und zeigt in experimentellen Modellen entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften. Eine Studie bestätigte, dass Kardamomextrakt die Aktivität von COX-2 und NF-κB signifikant reduzieren kann.[6]
  • Antioxidative Wirkung: Die im Kardamomöl enthaltenen Terpene und Phenole sind wirksame Radikalfänger. Studien belegen eine ausgeprägte antioxidative Kapazität, die oxidativen Stress reduzieren und zellschützend wirken kann.[7]
  • Blutdrucksenkende Wirkung: Eine klinische Studie an Patienten mit Bluthochdruck im Stadium 1 zeigte, dass die tägliche Einnahme von 3 g Kardamompulver über 12 Wochen den systolischen und diastolischen Blutdruck signifikant senkte und gleichzeitig die antioxidative Kapazität im Blut deutlich steigerte.[8]
  • Atemwegsbefreiende Wirkung: Der hohe Gehalt an 1,8-Cineol macht Kardamomöl zu einem wirksamen Mittel bei Atemwegsbeschwerden. Cineol wirkt schleimlösend (mukolytisch), bronchienerweiternd und entzündungshemmend auf die Atemwege. Dieser Wirkstoff ist auch in der Pharmazie als Bestandteil von Erkältungsmedikamenten etabliert.[9]
  • Stoffwechsel und Blutzucker: Tierstudien deuten darauf hin, dass Kardamom die Glukosetoleranz verbessern, die Insulinsensitivität steigern und das Lipidprofil positiv beeinflussen kann. Eine Meta-Analyse klinischer Studien bestätigte blutdrucksenkende, lipidmodulierende und glykämieregulierende Effekte bei Patienten mit metabolischem Syndrom.[10]

Anwendungsgebiete von Kardamomöl

Kardamomöl in der Aromatherapie

In der Aromatherapie zählt Kardamomöl zu den vielseitigsten ätherischen Ölen. Sein warm-würziger, zugleich frischer Duft wirkt sowohl belebend als auch beruhigend – je nach Anwendungskontext und Kombination mit anderen Ölen.

  1. Duftlampe und Diffuser: 3–5 Tropfen Kardamomöl in einer Duftlampe oder einem Aroma-Diffuser verbreiten einen wohltuenden Raumduft, der die Konzentration fördert, geistige Klarheit schafft und gleichzeitig Stress abbaut. Kardamomöl harmoniert besonders gut mit Orangenöl, Zimtöl, Ingweröl und Rosenöl.
  2. Inhalation: Bei Erkältungen und Atemwegsbeschwerden können 2–3 Tropfen Kardamomöl in eine Schüssel mit heißem Wasser gegeben und die aufsteigenden Dämpfe unter einem Handtuch für 5–10 Minuten inhaliert werden. Das 1,8-Cineol befreit die Atemwege und lindert Husten.
  3. Stimmungsaufhellung: Studien zeigen, dass das Einatmen von Kardamomduft die Ausschüttung von Serotonin und Dopamin anregen kann, was stimmungsaufhellend und angstlösend wirkt.[11]

Kardamomöl als Massageöl

Als Massageöl entfaltet Kardamomöl eine wärmende, durchblutungsfördernde Wirkung, die Muskelverspannungen und Gelenkbeschwerden lindern kann.

  1. Muskelentspannung: 5–8 Tropfen Kardamomöl auf 30 ml eines Trägeröls (z. B. Mandelöl, Jojobaöl oder Sesamöl) mischen und in verspannte Muskelpartien einmassieren. Die krampflösende und wärmende Wirkung fördert die Entspannung und lindert Schmerzen.
  2. Bauchmassage bei Verdauungsbeschwerden: 3–4 Tropfen Kardamomöl in 20 ml Macadamiaöl verdünnen und den Bauch im Uhrzeigersinn sanft massieren. Diese Anwendung kann Blähungen, Krämpfe und Übelkeit lindern.
  3. Entspannungsmassage: In Kombination mit Lavendelöl und Sandelholzöl entsteht eine wohltuende Mischung für eine ganzheitliche Entspannungsmassage.

Kardamomöl für die Verdauung

Die verdauungsfördernde Wirkung von Kardamom ist seit Jahrtausenden bekannt und wissenschaftlich gut dokumentiert. Kardamomöl gehört zu den sogenannten Karminativa – Mittel, die bei Blähungen, Völlegefühl und Magen-Darm-Krämpfen Abhilfe schaffen.

  1. Bei Blähungen und Völlegefühl: 1–2 Tropfen Kardamomöl auf ein Stück Zucker oder in einen Teelöffel Honig geben und nach dem Essen einnehmen. Die spasmolytische Wirkung entspannt die Darmmuskulatur und fördert die Entgasung.[4]
  2. Bei Übelkeit: Das Einatmen von Kardamomduft oder das Auftragen von verdünntem Kardamomöl auf die Handgelenke kann Übelkeit effektiv lindern – auch bei Reisekrankheit oder schwangerschaftsbedingter Übelkeit (Rücksprache mit dem Arzt empfohlen).
  3. Bei Appetitlosigkeit: Kardamomöl regt die Produktion von Speichel und Magensäure an und kann dadurch den Appetit auf natürliche Weise steigern.

Im Vergleich zu Fenchelöl und Kamillenöl, die ebenfalls verdauungsfördernd wirken, bietet Kardamomöl den Vorteil einer zusätzlichen antimikrobiellen Wirkung gegen Magen-Darm-Erreger.

Kardamomöl für die Atemwege

Der hohe Anteil an 1,8-Cineol macht Kardamomöl zu einem wertvollen Naturmittel bei Atemwegsbeschwerden:

  1. Bei Erkältungen und Bronchitis: Inhalationen mit Kardamomöl lösen festsitzenden Schleim, erleichtern das Abhusten und wirken entzündungshemmend auf die Bronchialschleimhaut.[9]
  2. Bei Husten: 2 Tropfen Kardamomöl in 10 ml Kokosöl verdünnen und auf Brust und Rücken einreiben. Die ätherischen Dämpfe werden über Nacht eingeatmet und lindern den Hustenreiz.
  3. Zur Vorbeugung: Regelmäßiges Diffundieren von Kardamomöl in der Erkältungszeit kann die Raumluft von Keimen reinigen und die Atemwege schützen.

Kardamomöl lässt sich bei Erkältungen gut mit Eukalyptusöl, Pfefferminzöl und Thymianöl kombinieren.

Kardamomöl für die Haut

In der Hautpflege bietet Kardamomöl dank seiner antimikrobiellen, entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften mehrere Vorteile:

  1. Bei unreiner Haut: Die antibakteriellen Wirkstoffe können Hautunreinheiten und Akne verursachende Bakterien bekämpfen. 2–3 Tropfen Kardamomöl in 30 ml Jojobaöl verdünnen und abends auf die gereinigte Haut auftragen.
  2. Für einen strahlenden Teint: Die antioxidativen Verbindungen schützen die Haut vor freien Radikalen und können einem fahlen, müden Hautbild entgegenwirken.[7]
  3. Bei Hautirritationen: Die entzündungshemmende Wirkung kann Rötungen und Reizungen lindern. Kardamomöl verdünnt mit Hagebuttenöl eignet sich als beruhigendes Pflegeöl für empfindliche Haut.
  4. Anti-Aging: Die antioxidativen Terpene und Phenole im Kardamomöl können die Hautalterung verlangsamen und die Hautelastizität unterstützen.

Hinweis: Ätherisches Kardamomöl darf niemals unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden. Verwenden Sie immer ein geeignetes Trägeröl und führen Sie vorab einen Verträglichkeitstest an einer kleinen Hautstelle durch.

Kardamomöl für die Haare

Kardamomöl kann die Kopfhaut- und Haargesundheit auf mehreren Ebenen unterstützen:

  1. Kopfhautpflege: Die antimikrobiellen und entzündungshemmenden Eigenschaften helfen gegen Schuppen, Juckreiz und Kopfhautirritationen. 4–5 Tropfen Kardamomöl in 30 ml Arganöl oder Kokosöl einmassieren, 30 Minuten einwirken lassen und gründlich ausspülen.
  2. Durchblutungsförderung: Die wärmende Wirkung von Kardamomöl stimuliert die Durchblutung der Kopfhaut und kann so die Nährstoffversorgung der Haarfollikel verbessern.
  3. Kräftigung und Glanz: Regelmäßige Anwendungen können das Haar kräftigen und für natürlichen Glanz sorgen. 2–3 Tropfen in die Haarspülung oder das Shampoo geben.

Kardamomöl für die Mundgesundheit

Kardamom wird in der ayurvedischen Tradition seit Langem zur Mundpflege eingesetzt. Das Kauen von Kardamomsamen nach den Mahlzeiten ist in Indien und den arabischen Ländern weit verbreitet – und das aus gutem Grund:

  1. Gegen Mundgeruch: Kardamomöl neutralisiert unangenehme Gerüche im Mund und bekämpft gleichzeitig die geruchsverursachenden Bakterien. Eine Studie zeigte, dass Kardamomextrakt die Keimbelastung im Mundraum signifikant reduzieren kann.[5]
  2. Kariesschutz: Die antibakteriellen Wirkstoffe können kariesverursachende Bakterien wie Streptococcus mutans hemmen.
  3. Ergänzung zum Ölziehen: 1–2 Tropfen Kardamomöl können dem Ölziehen mit Kokosöl oder Sesamöl zugesetzt werden, um die antimikrobielle Wirkung zu verstärken.

Kardamomöl zum Kochen

Lebensmittelechtes Kardamomöl (als Aromaextrakt gekennzeichnet) ist eine praktische Alternative zu ganzen Kardamomsamen oder gemahlenem Kardamom:

  1. Getränke: 1 Tropfen Kardamomöl (Lebensmittelqualität) in Chai-Tee, Kaffee, goldene Milch oder Smoothies verleiht ein intensives, authentisches Kardamomaroma. Kardamom-Kaffee ist in den arabischen Ländern ein Kultgetränk.
  2. Desserts und Gebäck: In Kuchen, Keksen, Puddings und Eiscreme ersetzt ein Tropfen Kardamomöl eine Messerspitze gemahlenen Kardamom. Die Dosierung sollte sparsam erfolgen, da das ätherische Öl deutlich konzentrierter ist als das Gewürz.
  3. Herzhaft: In Currys, Reisgerichten und Eintöpfen ergänzt Kardamomöl die Aromenpalette und harmoniert mit Kurkumaöl, Ingweröl und Korianderöl.

Wichtig: Verwenden Sie zum Kochen ausschließlich Kardamomöl, das ausdrücklich als lebensmitteltauglich gekennzeichnet ist. Reine ätherische Öle für die Aromatherapie sind nicht für den Verzehr bestimmt.

Dosierung und Einnahme von Kardamomöl

Die richtige Dosierung von ätherischem Kardamomöl hängt von der Anwendungsart ab. Da ätherische Öle hochkonzentrierte Pflanzenwirkstoffe sind, ist eine sorgfältige Dosierung unerlässlich:

Dosierungsempfehlungen für Kardamomöl
AnwendungsartEmpfohlene Dosierung
Aromatherapie (Diffuser/Duftlampe)3–5 Tropfen auf 100 ml Wasser
Inhalation2–3 Tropfen in heißes Wasser
Massage (Verdünnung im Trägeröl)5–8 Tropfen auf 30 ml Trägeröl (ca. 1–2 %)
Hautpflege2–3 Tropfen auf 30 ml Trägeröl (ca. 0,5–1 %)
Haarpflege4–5 Tropfen auf 30 ml Trägeröl
Bad5–8 Tropfen in Emulgator (Milch, Sahne, Meersalz)
Mundspülung1–2 Tropfen in ein Glas Wasser
Innerliche Einnahme (nur Lebensmittelqualität)1 Tropfen in Honig oder auf Zucker, max. 2× täglich

Allgemeine Hinweise zur Einnahme:

  • Beginnen Sie stets mit der niedrigsten Dosierung und steigern Sie bei guter Verträglichkeit langsam.
  • Ätherisches Kardamomöl darf niemals unverdünnt eingenommen oder auf die Haut aufgetragen werden.
  • Für die innerliche Einnahme ausschließlich ätherisches Öl in Lebensmittelqualität verwenden und die Einnahmedauer auf maximal 2–3 Wochen begrenzen.
  • Kinder unter 6 Jahren, Schwangere und Stillende sollten vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen. Allgemeine Hinweise zur Anwendung ätherischer Öle in der Schwangerschaft finden Sie in unserem Ratgeber.

Kardamomöl Nebenwirkungen

Ätherisches Kardamomöl gilt bei sachgemäßer Anwendung als gut verträglich. Dennoch können in bestimmten Fällen Nebenwirkungen auftreten:

Hautreizungen und Sensibilisierung

Unverdünntes ätherisches Kardamomöl kann Hautreizungen, Rötungen und Kontaktdermatitis verursachen. Personen mit empfindlicher Haut oder bekannten Allergien gegen Ingwergewächse sollten vor der erstmaligen Anwendung einen Verträglichkeitstest (Patch-Test) durchführen: Einen Tropfen verdünntes Öl auf die Innenseite des Unterarms auftragen und 24 Stunden auf Reaktionen beobachten.

Magen-Darm-Beschwerden bei Überdosierung

Eine übermäßige innerliche Einnahme von Kardamomöl kann zu Übelkeit, Sodbrennen oder Durchfall führen. Die empfohlene Tagesdosis sollte nicht überschritten werden. Personen mit Gallensteinleiden sollten Kardamomöl nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen, da es den Gallenfluss anregen kann.[4]

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Kardamom kann die Wirkung bestimmter Medikamente beeinflussen. Insbesondere bei der gleichzeitigen Einnahme von blutdrucksenkenden, blutzuckerregulierenden oder gerinnungshemmenden Medikamenten sollte vorab ein Arzt konsultiert werden, da Kardamom diese Wirkungen verstärken kann.[8]

Allergische Reaktionen

Allergien gegen Kardamom sind selten, aber möglich – insbesondere bei bekannter Kreuzallergie gegen andere Ingwergewächse (Zingiberaceae) wie Ingwer oder Kurkuma. Bei Anzeichen einer allergischen Reaktion (Atemnot, Schwellungen, Hautausschlag) die Anwendung sofort abbrechen und ärztliche Hilfe aufsuchen.

Kardamomöl kaufen – Worauf sollte man achten?

Die Qualität von ätherischem Kardamomöl variiert erheblich. Beim Kauf sollten folgende Kriterien beachtet werden:

  1. 100 % naturreines ätherisches Öl: Achten Sie auf die Bezeichnung „100 % naturreines ätherisches Öl" und den botanischen Namen Elettaria cardamomum auf dem Etikett. Synthetische Duftstoffe oder gestreckte Öle besitzen keine therapeutische Wirkung.
  2. Bio-Qualität: Bio-zertifiziertes Kardamomöl (z. B. EU-Bio, Naturland) stammt aus kontrolliert ökologischem Anbau ohne synthetische Pestizide und gewährleistet eine höhere Reinheit.
  3. Gewinnungsmethode: Dampfdestilliertes Kardamomöl ist die Standardqualität für die Aromatherapie. CO₂-extrahiertes Öl ist eine hochwertige, aber teurere Alternative mit einem komplexeren Duftprofil.
  4. Herkunft: Kardamomöl aus Guatemala und Südindien (Kerala, Karnataka) gilt als besonders hochwertig aufgrund der optimalen Wachstumsbedingungen und langen Anbautradition.
  5. Verpackung: Ätherische Öle sollten in dunklen Glasflaschen (braun oder blau) mit Tropfeinsatz verkauft werden, um sie vor Licht und Oxidation zu schützen.
  6. Chargennummer und Analyse: Seriöse Hersteller stellen Analysezertifikate (GC/MS-Analysen) zur Verfügung, die die genaue Zusammensetzung und Reinheit des Öls belegen.
  7. Preis: Hochwertiges ätherisches Kardamomöl kostet in der Regel 8–15 € pro 5 ml. Deutlich günstigere Angebote deuten auf Streckung oder synthetische Beimischungen hin.

Kardamomöl ist in Reformhäusern, Bio-Läden, Apotheken und in spezialisierten Online-Shops für ätherische Öle erhältlich. Für therapeutische Zwecke empfiehlt sich immer die Investition in ein Bio-Produkt mit nachgewiesener Reinheit.

Kardamomöl Alternativen

Je nach Anwendungszweck können folgende ätherische Öle als Alternative oder Ergänzung zu Kardamomöl in Betracht gezogen werden:

  1. Ingweröl: Ingweröl gehört wie Kardamom zur Familie der Ingwergewächse und besitzt ähnliche wärmende, verdauungsfördernde und entzündungshemmende Eigenschaften. Es ist etwas schärfer im Duft und wird besonders bei Übelkeit und Muskelschmerzen eingesetzt.
  2. Fenchelöl: Fenchelöl ist eine bewährte Alternative bei Blähungen, Koliken und Verdauungsbeschwerden. Es hat ein süßlich-anisartiges Aroma und wirkt krampflösend auf den Magen-Darm-Trakt.
  3. Eukalyptusöl: Eukalyptusöl teilt mit Kardamomöl den hohen Gehalt an 1,8-Cineol und ist besonders wirksam bei Atemwegserkrankungen, Erkältungen und verstopfter Nase.
  4. Kamillenöl: Kamillenöl ist eine milde Alternative für die Hautpflege und bei entzündlichen Beschwerden. Es eignet sich besonders gut für empfindliche Haut und für Kinder.
  5. Korianderöl: Korianderöl wird wie Kardamomöl traditionell bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt und besitzt antimikrobielle sowie krampflösende Eigenschaften.
  6. Nelkenöl: Nelkenöl ist eine kraftvolle Alternative bei Zahnschmerzen und Mundgesundheitsproblemen. Es hat eine stärkere schmerzstillende Wirkung, sollte aber wegen seiner Intensität vorsichtiger dosiert werden.

Einen umfassenden Überblick über ätherische Öle und ihre Eigenschaften finden Sie in unserer Übersicht ätherischer Öle.

Quellen

  1. Ashokkumar, K., Murugan, M., Dhanya, M. K., & Warkentin, T. D. (2020). Botany, traditional uses, phytochemistry and biological activities of cardamom [Elettaria cardamomum (L.) Maton] – A critical review. Journal of Ethnopharmacology, 246, 112244. doi:10.1016/j.jep.2019.112244
  2. Marongiu, B., Piras, A., Porcedda, S., Falconieri, D., Maxia, A., Frau, M. A., Gonçalves, M. J., Cavaleiro, C., & Salgueiro, L. (2012). Supercritical CO₂ extract of Elettaria cardamomum (L.) Maton: Chemical characterization and antifungal activity. Journal of Essential Oil Research, 24(6), 569–573. doi:10.1080/10412905.2012.728092
  3. Noumi, E., Snoussi, M., Alreshidi, M. M., Rekha, P. D., Srivastava, G., Elkahoui, S., Addi, M., Valan Arasu, M., Al-Dhabi, N. A., & De Feo, V. (2018). Chemical and Biological Evaluation of Essential Oils from Cardamom Species. Molecules, 23(11), 2818. doi:10.3390/molecules23112818
  4. Jamal, A., Javed, K., Aslam, M., & Jafri, M. A. (2006). Gastroprotective effect of cardamom, Elettaria cardamomum Maton. fruits in rats. Journal of Ethnopharmacology, 103(2), 149–153. doi:10.1016/j.jep.2005.07.016
  5. Mutlu-Ingok, A., & Karbancioglu-Guler, F. (2017). Cardamom, Cumin, and Dill Weed Essential Oils: Chemical Compositions, Antimicrobial Activities, and Mechanisms of Action against Campylobacter spp. Molecules, 22(7), 1191. doi:10.3390/molecules22071191
  6. Souissi, M., Azelmat, J., Tahiri, H., Bergtold, P., & Grenier, D. (2020). Anti-inflammatory, antioxidant and antibacterial activities of cardamom (Elettaria cardamomum) extracts. Journal of Complementary and Integrative Medicine, 17(2). doi:10.1515/jcim-2019-0250
  7. Amma, K. P. A. P., Rani, M. P., Sasidharan, I., & Nisha, V. N. P. (2010). Chemical composition, flavonoid–phenolic contents and radical scavenging activity of four major varieties of cardamom. International Journal of Biological and Medical Research, 1(3), 20–24.
  8. Verma, S. K., Jain, V., & Katewa, S. S. (2009). Blood pressure lowering, fibrinolysis enhancing and antioxidant activities of cardamom (Elettaria cardamomum). Indian Journal of Biochemistry & Biophysics, 46(6), 503–506. PMID: 20361714
  9. Juergens, U. R. (2014). Anti-inflammatory properties of the monoterpene 1.8-cineole: current evidence for co-medication in inflammatory airway diseases. Drug Research, 64(12), 638–646. doi:10.1055/s-0034-1372609
  10. Aghasi, M., Koohdani, F., Qorbani, M., Nasli-Esfahani, E., Ghazi-Zahedi, S., Khoshamal, H., Keshavarz, A., & Sotoudeh, G. (2019). The effects of green cardamom supplementation on blood glucose, lipids and blood pressure in patients with type 2 diabetes and cardamom lovers: A randomized clinical trial. Phytotherapy Research, 33(1), 185–194. doi:10.1002/ptr.6212
  11. Mahdavikian, S., Rezaei, M., Modarresi, M., & Khatony, A. (2020). Comparing the Effect of Aromatherapy with Peppermint and Cardamom Essential Oils on Nausea and Vomiting after Abdominal Surgery. Journal of Caring Sciences, 9(1), 1–7. doi:10.34172/jcs.2020.001