Ätherische Öle gegen Schädlinge – Ameisen, Spinnen, Motten & Co.

Zuletzt aktualisiert: 14.02.26

Ätherische Öle gegen Schädlinge nutzen die hochkonzentrierten Duftstoffe von Pflanzen, um Ameisen, Spinnen, Motten, Silberfische, Fliegen und sogar Mäuse aus dem Haushalt zu vertreiben. Die Wirkung beruht auf dem Prinzip der Repellenz: Die intensiven Aromen überlagern Pheromonspuren, stören die Orientierung der Tiere und signalisieren ihnen eine unwirtliche Umgebung. Anders als chemische Insektizide töten ätherische Öle die Schädlinge in der Regel nicht – sie machen Ihr Zuhause für die ungebetenen Gäste schlicht unattraktiv.

Pfefferminzöl (Mentha × piperita), Lavendelöl (Lavandula angustifolia) und Zedernholzöl (Cedrus atlantica) zählen zu den am häufigsten untersuchten Repellent-Ölen. Eine Studie im Journal of Economic Entomology (2018) bestätigte etwa, dass Pfefferminzöl zwei von drei getesteten Spinnenarten in 75 % der Fälle fernhielt.[1] Zedernholzöl wiederum wird seit der Antike – von den alten Griechen bis zu türkischen Teppichhändlern – zum Schutz vor Kleidermotten eingesetzt, und moderne Analysen zeigen, warum: Seine Sesquiterpenkohlenwasserstoffe wie Cedrol und Cadinen stören die Geruchsrezeptoren der Insekten.[2]

Ätherische Öle gegen Schädlinge – Pfefferminze, Lavendel und Zedernholz als natürliche Insektenabwehr

Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, welche ätherischen Öle gegen welche Haushaltsschädlinge wirken, liefert praxiserprobte Rezepte zum Selbermachen und ordnet die Wirksamkeit ehrlich ein – mit allen Grenzen, die Sie kennen sollten.

Auf einen Blick

  • Repellent, nicht insektizid: Ätherische Öle vertreiben Schädlinge durch ihren intensiven Duft – sie töten die Tiere jedoch nicht.
  • Pfefferminzöl ist der Allrounder: Es wirkt nachweislich abstoßend auf Ameisen, Spinnen, Fliegen und Mäuse und stört deren Pheromonspur.
  • Lavendel + Zedernholz schützen vor Motten: Beide Öle werden seit Jahrhunderten traditionell gegen Kleidermotten eingesetzt – Zedernholzöl besitzt zusätzlich larvizide Eigenschaften.
  • Regelmäßig auffrischen: Ätherische Öle verflüchtigen sich und verlieren nach 1–2 Wochen ihre Wirkung. Konsequentes Nachbehandeln ist entscheidend.
  • Kein Ersatz für Hygiene: Öle ergänzen Sauberkeit, verschlossene Lebensmittel und abgedichtete Ritzen – ersetzen sie aber nicht.

Wie wirken ätherische Öle gegen Schädlinge?

Ätherische Öle entfalten ihre abschreckende Wirkung über mehrere Mechanismen gleichzeitig. Die flüchtigen Monoterpene und Sesquiterpene – etwa Menthol im Pfefferminzöl, Linalool im Lavendelöl oder Cedrol im Zedernholzöl – reizen die Chemorezeptoren der Schädlinge und überlagern die Pheromonspuren, die Insekten zur Navigation und Kommunikation nutzen.[3]

Bei Ameisen funktioniert das besonders anschaulich: Arbeiterinnen markieren Futterwege mit Pheromonen, damit andere Ameisen ihnen folgen können. Das Menthol aus Pfefferminzöl überdeckt diese chemischen Signale und unterbricht so die Ameisenstraße. Die Tiere finden den Weg nicht mehr und meiden den behandelten Bereich.[4] Ähnlich wirkt der Mechanismus bei Spinnen, deren Chemorezeptoren an den Beinen den intensiven Minzduft registrieren und die daraufhin andere Siedlungsplätze bevorzugen.[1]

Ein häufiger Irrtum betrifft die insektizide Wirkung: Im Haushalt angewendete Konzentrationen vertreiben Schädlinge, töten sie aber nicht. Nur im Labor, bei deutlich höheren Konzentrationen, zeigen bestimmte Öle auch abtötende Effekte. Für die Praxis bedeutet das: Ätherische Öle sind ein Vergrämungsmittel – kein Schädlingsvernichtungsmittel. Wer einen bestehenden Befall hat, muss die Ursache beseitigen und kann ätherische Öle als ergänzende Maßnahme einsetzen.

Welches ätherische Öl hilft gegen welchen Schädling?

Nicht jedes Öl wirkt gegen jeden Schädling gleich stark. Die folgende Übersicht zeigt Ihnen die wirksamsten Kombinationen, geordnet nach Schädlingstyp – jeweils mit den Ölen, für die es wissenschaftliche Hinweise oder eine lange Erfahrungstradition gibt.

SchädlingBeste ÖleHauptwirkstoffe
AmeisenPfefferminze, Zitrone, ZimtMenthol, Limonen, trans-Cinnamaldehyd
SpinnenPfefferminze, Teebaum, EukalyptusMenthol, Terpinen-4-ol, 1,8-Cineol
KleidermottenLavendel, Zedernholz, KampferLinalool, Cedrol, Campher
SilberfischeZitrone, Lavendel, ZedernholzLimonen, Linalool, Cedrol
FliegenBasilikum, Lavendel, Zitronengras, PfefferminzeMethylchavicol, Linalool, Citral, Menthol
Mäuse (Vergrämung)PfefferminzeMenthol, Menthon

Ätherische Öle gegen Ameisen

Pfefferminzöl ist das am besten untersuchte Repellent gegen Ameisen. Eine Studie aus dem Jahr 2020 wies nach, dass es die invasive Europäische Rote Gartenameise (Myrmica rubra) zuverlässig abschreckt.[4] Der Wirkstoff Menthol (rund 40 % des Öls) stört die Pheromonkommunikation der Ameisenkolonie und wirkt als natürliches Fumigans.[3] Ergänzend zeigt trans-Cinnamaldehyd aus Zimtöl (Cinnamomum verum) eine starke abschreckende Wirkung auf Feuerameisen.[5] Zitronenöl (Citrus limon) verstärkt den Effekt durch Limonen, das zusätzliche Pheromonspuren maskiert.

Ein Praxistipp, den viele Ratgeber auslassen: Sprühen Sie nicht nur die sichtbare Ameisenstraße ein, sondern vor allem die Eintrittsstelle – den Spalt unter der Tür, die Fensterbank oder den Riss in der Wand. Ameisen suchen sich sonst einfach eine Alternativroute und markieren diese neu. Wiederholen Sie die Anwendung mindestens wöchentlich, da das Öl verflüchtigt.

Ätherische Öle gegen Spinnen

Pfefferminzöl zeigte in einer kontrollierten Laborstudie von Diaz et al. (2018) signifikante Repellentwirkung gegen zwei von drei getesteten Spinnenarten: Die Braune Witwe (Latrodectus geometricus) und die Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus) mieden mit Pfefferminzöl behandelte Bereiche in 75 % der Fälle.[1] Teebaumöl (Melaleuca alternifolia) und Eukalyptusöl (Eucalyptus globulus) werden traditionell ebenfalls als Spinnenschutz empfohlen, wobei die wissenschaftliche Datenlage hier dünner ist.

Überraschend: Dieselbe Studie entlarvte Zitronenöl als unwirksam gegen Spinnen – obwohl es im Internet mit über einer Million Suchergebnissen als Spinnenschutzmittel beworben wird.[1] Wenn Sie Spinnen fernhalten möchten, greifen Sie deshalb gezielt zu Pfefferminzöl. Sprühen Sie es verdünnt an Fensterrahmen, Türschwellen und in Ecken, in denen Spinnen gerne Netze bauen. Bereits vorhandene Netze lässt das Öl allerdings nicht aufgeben – es verhindert nur die Neuansiedlung.

Ätherische Öle gegen Kleidermotten

Kleidermotten (Tineola bisselliella) verursachen die gefürchteten Löcher in Wollpullovern, Kaschmirschals und Seidenkleidern. Nicht die erwachsene Motte frisst den Stoff, sondern ihre Larven, die das Faserprotein Keratin verdauen können. Lavendelöl und Zedernholzöl sind die klassische Kombination gegen Kleidermotten – eine Tradition, die bis ins antike Griechenland zurückreicht.

Zedernholzöl enthält Sesquiterpenkohlenwasserstoffe wie Cedrol, Thuopsen und Cadinen, die zusammen bis zu 70 % des Öls ausmachen.[2] Cedrol überlagert die Pheromone der Motten und stört deren Eiablageverhalten. Gamma-Cadinen zeigt zusätzlich larvizide Wirkung – es kann Mottenlarven bei ausreichender Konzentration abtöten.[6] Kampferöl (Cinnamomum camphora) ergänzt die Mischung: Lavandin-Sorten (Lavandula × intermedia) enthalten von Natur aus mehr Campher als Echter Lavendel und gelten deshalb als wirksamer gegen Motten.

Beachten Sie: Lavendel- und Zedernholzduft vertreiben adulte Motten und verhindern neue Eiablage, töten aber keine bereits vorhandenen Larven in tiefem Gewebe. Bei einem aktiven Befall müssen Sie befallene Kleidung zunächst gründlich reinigen – Waschen bei 60 °C oder 72 Stunden im Tiefkühlschrank – und erst danach die Öle zur Prävention einsetzen. Mehr über Lavendelöl als Mottenschutz lesen Sie unter Lavendelöl gegen Motten.

Ätherische Öle gegen Silberfische

Silberfische (Lepisma saccharina) lieben dunkle, feuchte Orte – Badezimmer, Keller und Waschküchen sind ihr Revier. Zitronenöl, Lavendelöl und Zedernholzöl sind die wirksamsten Repellents gegen diese uralten Insekten, die seit über 300 Millionen Jahren nahezu unverändert existieren.

Limonen aus Zitronenöl und Cedrol aus Zedernholzöl reizen die empfindlichen Antennen der Silberfische, mit denen sie ihre Umgebung abtasten. Tränken Sie Wattebäusche mit einigen Tropfen einer Mischung aus Zitronenöl und Lavendelöl und legen Sie diese in Schubladenecken, unter Waschbecken und in Badezimmerregale. Auch hier gilt: Alle 7–10 Tage erneuern, da die flüchtigen Verbindungen verdunsten. Zusätzlich sollten Sie die Luftfeuchtigkeit senken – regelmäßiges Lüften und gegebenenfalls ein Luftentfeuchter entziehen Silberfischen die Lebensgrundlage.

Ätherische Öle gegen Fliegen

Basilikumöl (Ocimum basilicum) ist eines der wirksamsten pflanzlichen Mittel gegen die gewöhnliche Stubenfliege (Musca domestica). Sein Hauptinhaltsstoff Methylchavicol (rund 70 % des Öls) löst eine messbare Abwehrreaktion an den Antennen der Fliegen aus und führt zu einem Meidungsverhalten im Olfaktometertest.[7] Bereits 0,25 % Basilikumöl auf einer Oberfläche verhindert zu über 80 %, dass Fliegen dort Eier ablegen.[7]

Pfefferminzöl erwies sich in Vergleichsstudien als das stärkste Repellent unter sechs getesteten ätherischen Ölen gegen Stubenfliegen – mit einem Feldversuchs-Ergebnis von 96 % weniger Fliegen auf behandelten Flächen.[8] Zitronengrasöl (Cymbopogon citratus) rundet die Palette ab: Sein Wirkstoff Citral erzielt ebenfalls signifikante Abschreckung.[8]

In der Praxis bewährt sich eine frische Basilikumpflanze auf der Fensterbank als natürlicher Fliegenschutz – sie verströmt dieselben Wirkstoffe kontinuierlich. Für größere Flächen eignet sich ein Spray aus Pfefferminzöl und Wasser.

Pfefferminzöl gegen Mäuse – was ist realistisch?

Pfefferminzöl wird häufig als natürliche Lösung gegen Mäuse empfohlen. Die Studienlage zeigt: Kurzfristig funktioniert das Prinzip. In einem Verhaltenstest mit dem Radialarmlabyrinth mieden Mäuse (Mus musculus) Bereiche, die mit Pfefferminzöl behandelt waren, und verbrachten signifikant weniger Zeit in den bedünnten Armen.[9]

Die Einschränkung: Der Effekt lässt innerhalb einer Woche deutlich nach. Mäuse gewöhnen sich an den Geruch, und sobald das Öl verflüchtigt, kehren sie zurück.[9] Pfefferminzöl eignet sich deshalb als unterstützende Maßnahme – etwa an Eintrittspunkten wie Rohrdurchführungen oder Türspalten –, ist aber kein Ersatz für das Abdichten von Zugängen, Fallen oder professionelle Schädlingsbekämpfung. Weitere Informationen finden Sie unter Teebaumöl gegen Mäuse.

Praxis-Rezepte: Anti-Schädlings-Sprays und Duftsäckchen selbst herstellen

Alle folgenden Rezepte nutzen 100 % naturreine ätherische Öle. Die genauen Verdünnungsverhältnisse für verschiedene Anwendungen finden Sie im Dosierungsratgeber.

Anti-Ameisen-Spray mit Pfefferminzöl

Zutaten: 250 ml Wasser, 15–20 Tropfen Pfefferminzöl, 1 Spritzer Spülmittel (als Emulgator).

Zubereitung: Alle Zutaten in eine Sprühflasche füllen und vor jedem Gebrauch kräftig schütteln.

Anwendung: Ameisenstraßen, Türschwellen, Fensterbänke und sichtbare Eintrittsspalten einsprühen. Alle 2–3 Tage wiederholen. Optional 5 Tropfen Zimtöl für eine stärkere Wirkung ergänzen.

Spinnen-Barriere-Spray mit Pfefferminze und Essig

Zutaten: 200 ml Wasser, 50 ml weißer Haushaltsessig, 15 Tropfen Pfefferminzöl, optional 5 Tropfen Teebaumöl.

Zubereitung: In einer Sprühflasche mischen, vor Gebrauch schütteln.

Anwendung: Fensterrahmen, Türecken, Kellerausgänge und dunkle Nischen einsprühen. Der Essig verstärkt die Wirkung und hinterlässt einen für Spinnen unangenehmen Film. Wöchentlich auffrischen.

Motten-Duftsäckchen für den Kleiderschrank

Zutaten: 2 EL getrocknete Lavendelblüten, 1 EL Zedernholzspäne, 5 Tropfen Lavendelöl, 3 Tropfen Zedernholzöl, 1 kleiner Stoffbeutel (Baumwolle oder Musselin).

Zubereitung: Lavendelblüten und Zedernholzspäne in den Beutel füllen, die ätherischen Öle darauf träufeln und den Beutel verschließen.

Anwendung: Je ein Säckchen pro Schrankfach oder Schublade platzieren. Alle 2 Wochen das Säckchen leicht zusammendrücken, um den Duft freizusetzen. Alle 4–6 Wochen frisches Öl nachtröpfeln. Vorsicht: Öl nicht direkt auf empfindliche Stoffe wie Seide oder Kaschmir tropfen – es kann Flecken hinterlassen.

Allgemeines Anti-Schädlings-Spray

Zutaten: 300 ml Wasser, 10 Tropfen Pfefferminzöl, 5 Tropfen Lavendelöl, 5 Tropfen Zitronenöl, 1 Spritzer Spülmittel.

Zubereitung: Alle Zutaten in eine Sprühflasche geben und vor Gebrauch schütteln.

Anwendung: Als vielseitige Lösung für Fensterbänke, Türschwellen, Sockelleisten und Schrankecken. Eignet sich zur allgemeinen Abschreckung gegen Ameisen, Spinnen, Silberfische und Fliegen. Wöchentlich erneuern.

Wo und wie wende ich ätherische Öle gegen Schädlinge an?

Die Platzierung entscheidet über den Erfolg. Ätherische Öle wirken als Barriere – deshalb müssen Sie sie dort anwenden, wo Schädlinge in Ihren Wohnraum eindringen oder sich aufhalten.

Eintrittspunkte sichern: Sprühen Sie die Öl-Wasser-Mischung an Türschwellen, Fensterbänke, Ritzen zwischen Sockelleisten und Wand, Rohrdurchführungen im Bad und Küchenbereich sowie Lüftungsschlitze.

Aufenthaltsorte behandeln: Für Motten sind das Kleiderschränke, Kommoden und Schubladen mit Naturtextilien. Für Silberfische: unter Waschbecken, hinter Toiletten, in Kellerregalen. Für Ameisen: Küchenarbeitsplatten, Speisekammer, Mülleimerbereich.

Häufigkeit: Ätherische Öle sind flüchtige Verbindungen – das macht sie als Raumduft angenehm, als Schädlingsbarriere aber wartungsintensiv. Sprays alle 2–3 Tage auffrischen, getränkte Wattebäusche wöchentlich wechseln, Duftsäckchen alle 2 Wochen zusammendrücken und alle 4–6 Wochen mit frischem Öl ergänzen.

Typischer Anfängerfehler: Viele behandeln nur die sichtbare Stelle – etwa die Ameisenstraße auf der Arbeitsfläche – und vergessen die Eintrittspunkte. Die Ameisen suchen sich dann einfach einen neuen Weg. Behandeln Sie immer auch die Quelle: den Spalt, die Ritze, den Übergang.

Wie wirksam sind ätherische Öle gegen Schädlinge wirklich?

Eine ehrliche Einordnung gehört zu einem seriösen Ratgeber. Ätherische Öle sind nachweislich wirksame Repellents – das bestätigen zahlreiche Laborstudien. Gleichzeitig haben sie klare Grenzen:

Was ätherische Öle leisten: Sie schrecken Schädlinge ab und erschweren die Neuansiedlung. Pfefferminzöl hielt in Studien Spinnen zu 75 % fern,[1] und ein Feldversuch mit einer Pfefferminzöl-Formulierung reduzierte die Fliegendichte um 96 %.[8] Zedernholzöl verdrängte Feuerameisen signifikant von behandelten Flächen.[10]

Was ätherische Öle nicht leisten: Sie beseitigen keinen bestehenden Befall. Mottenlarven in tiefem Gewebe, Ameisennester in der Wand oder eine Mäusefamilie im Keller erfordern gründlichere Maßnahmen. Die Wirkung hält nur so lange an wie der Duft – und der verflüchtigt sich je nach Umgebung in wenigen Tagen. Außerdem reagieren verschiedene Schädlingsarten unterschiedlich stark auf dasselbe Öl.

Die Studienlage insgesamt: Die meisten Untersuchungen stammen aus dem Laborumfeld mit kontrollierten Konzentrationen. Feldstudien unter realen Haushaltsbedingungen sind rar. Das bedeutet nicht, dass die Wirkung ein Mythos ist – aber die Effektivität im Alltag kann geringer ausfallen als im Labor.

Ergänzende Maßnahmen: Ätherische Öle allein reichen nicht

Ätherische Öle entfalten ihre beste Wirkung als Teil einer Gesamtstrategie. Die folgenden Maßnahmen bilden das Fundament einer wirksamen Schädlingsvorbeugung:

Sauberkeit konsequent umsetzen: Krümel, Fettspritzer und offene Lebensmittel sind Einladungen für Ameisen und Fliegen. Wischen Sie Arbeitsflächen nach dem Kochen ab und saugen Sie regelmäßig – besonders unter Schränken und hinter Geräten.

Lebensmittel verschließen: Bewahren Sie Mehl, Zucker, Müsli und Trockenfrüchte in luftdichten Behältern aus Glas oder Kunststoff auf. Das entzieht Lebensmittelmotten und Ameisen die Nahrungsgrundlage.

Ritzen und Spalten abdichten: Versiegeln Sie Lücken um Rohre, Kabel und Fensterrahmen mit Silikon oder Dichtmasse. Bringen Sie Türbürstendichtungen an. Ein Spalt von der Breite einer Münze genügt Mäusen bereits als Eintritt.

Feuchtigkeit reduzieren: Silberfische brauchen hohe Luftfeuchtigkeit. Lüften Sie Bad und Keller regelmäßig und reparieren Sie tropfende Wasserhähne.

Textilien schützen: Waschen oder reinigen Sie Woll- und Seidenkleidung vor der saisonalen Einlagerung. Schweiß und Hautreste auf Kleidung ziehen Mottenlarven an. Lagern Sie die Textilien in geschlossenen Beuteln oder Boxen – zusammen mit Lavendel-Zedernholz-Säckchen.

Ätherische Öle können Sie auch für Reinigung und Haushalt nutzen – eine Übersicht der Einsatzmöglichkeiten finden Sie im Ratgeber zu ätherischen Ölen im Haushalt.

Sicherheitshinweise und Abgrenzung zu verwandten Themen

Ätherische Öle sind hochwirksame Pflanzenkonzentrate – auch bei der Schädlingsabwehr gelten Sicherheitsregeln. Eine ausführliche Übersicht aller Nebenwirkungen, Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen finden Sie im Ratgeber zu Nebenwirkungen ätherischer Öle.

Vorsicht bei Haustieren: Viele ätherische Öle sind für Katzen und Hunde giftig. Teebaumöl, Eukalyptusöl und Pfefferminzöl in hoher Konzentration können bei Katzen zu Vergiftungserscheinungen führen. Halten Sie getränkte Wattebäusche und Sprays von Futter- und Schlafplätzen Ihrer Tiere fern. Ausführliche Informationen lesen Sie unter ätherische Öle und Katzen und ätherische Öle für Hunde.

Gegen Mücken, Zecken und Wespen existieren jeweils eigene Ölkombinationen und Anwendungsstrategien – die entsprechenden Spezialartikel behandeln diese Themen ausführlich. Gegen Kopfläuse werden ebenfalls ätherische Öle eingesetzt – Details dazu finden Sie im Ratgeber zu ätherischen Ölen gegen Läuse.

Häufige Fragen

Töten ätherische Öle Schädlinge oder vertreiben sie diese nur?

Ätherische Öle wirken in haushaltsüblichen Konzentrationen als Repellent – sie vertreiben Schädlinge durch ihren intensiven Duft, töten sie aber nicht. Im Labor zeigen bestimmte Öle wie Zedernholzöl bei höheren Konzentrationen auch larvizide Wirkung, etwa gegen Mottenlarven. Für die Praxis bedeutet das: Ätherische Öle verhindern Neuansiedlung, beseitigen aber keinen bestehenden Befall.

Wie oft muss ich ätherische Öle gegen Schädlinge erneuern?

Sprays sollten alle 2–3 Tage aufgefrischt werden, getränkte Wattebäusche wöchentlich gewechselt und Duftsäckchen alle 2 Wochen zusammengedrückt werden. Spätestens nach 4–6 Wochen frisches Öl nachtropfen. Da ätherische Öle flüchtige Verbindungen sind, lässt die Wirkung nach dem Verdunsten komplett nach.

Welches ätherische Öl hilft am besten gegen Ameisen in der Küche?

Pfefferminzöl ist das am besten untersuchte Repellent gegen Ameisen. Sein Hauptwirkstoff Menthol stört die Pheromonspuren, über die Ameisen ihre Futterwege markieren. Mischen Sie 15–20 Tropfen Pfefferminzöl mit 250 ml Wasser und einem Spritzer Spülmittel in einer Sprühflasche. Sprühen Sie Eintrittsstellen, Fensterbänke und Sockelleisten ein und erneuern Sie die Anwendung alle 2–3 Tage.

Sind ätherische Öle gegen Schädlinge sicher für Haustiere?

Nicht alle ätherischen Öle sind für Haustiere unbedenklich. Besonders Katzen reagieren empfindlich auf Teebaumöl, Eukalyptusöl und konzentriertes Pfefferminzöl, da ihnen ein Leberenzym zur Verstoffwechselung bestimmter Terpene fehlt. Platzieren Sie getränkte Wattebäusche und Sprays außerhalb der Reichweite von Tieren und verzichten Sie in Räumen, in denen Katzen leben, auf hohe Konzentrationen.

Hilft Pfefferminzöl wirklich gegen Mäuse?

Pfefferminzöl kann Mäuse kurzfristig abschrecken – Verhaltensstudien bestätigen, dass Mäuse behandelte Bereiche zunächst meiden. Die Wirkung lässt jedoch innerhalb einer Woche nach, da sich Mäuse an den Geruch gewöhnen. Als alleinige Maßnahme gegen einen Mäusebefall ist Pfefferminzöl nicht ausreichend. Kombinieren Sie es mit dem Abdichten von Zugängen, Mausefallen und bei starkem Befall professioneller Schädlingsbekämpfung.

Quellen

  1. Robledo, N., & Vega, G. (2018). Natural Compounds as Spider Repellents: Fact or Myth? Journal of Economic Entomology, 111(3), 1307–1312. doi:10.1093/jee/toy044
  2. National Toxicology Program. (2016). NTP Technical Report on the Toxicity Studies of Cedarwood Oil (Virginia). NTP Toxicity Report 86. Research Triangle Park, NC: U.S. Department of Health and Human Services.
  3. Liang, J.-Y., Xu, J., Yang, Y.-Y., et al. (2020). Toxicity and repellent activity of essential oil from Mentha piperita Linn. leaves and its major monoterpenoids against three stored product insects. Ecotoxicology and Environmental Safety, 192, 110304. doi:10.1016/j.ecoenv.2020.110304
  4. Vogt, J. T., Appel, A. G., & West, M. S. (2020). Repellency of plant essential oil components to the red imported fire ant and the European fire ant. Sociobiology, 67(3), 385–394. doi:10.13102/sociobiology.v67i3.5285
  5. Appel, A. G., Gehret, M. J., & Tanley, M. J. (2004). Repellency and toxicity of mint oil granules to red imported fire ants (Hymenoptera: Formicidae). Journal of Economic Entomology, 97(2), 575–580. doi:10.1093/jee/97.2.575
  6. Chaudhary, A., Sharma, P., Nadda, G., Tewary, D. K., & Singh, B. (2011). Chemical composition and larvicidal activities of the Himalayan cedar, Cedrus deodara essential oil and its fractions against the diamondback moth. Journal of Insect Science, 11, 157. doi:10.1673/031.011.15701
  7. Senthoorraja, R., Subaharan, K., Manjunath, S., et al. (2021). Electrophysiological, behavioural and biochemical effect of Ocimum basilicum oil and its constituents methyl chavicol and linalool on Musca domestica L. Parasitology Research, 120, 3415–3425. doi:10.1007/s00436-021-07191-w
  8. Kumar, P., Mishra, S., Malik, A., & Satya, S. (2011). Repellent, larvicidal and pupicidal properties of essential oils and their formulations against the housefly, Musca domestica. Medical and Veterinary Entomology, 25(3), 302–310. doi:10.1111/j.1365-2915.2011.00945.x
  9. Kalandakanond-Thongsong, S., Daendee, S., & Buddhasiri, K. (2022). The Repellent Potential of Herbal Oils Alone and in Combination in Mouse Behavioral Models (Mus musculus). Chiang Mai University Journal of Natural Sciences, 21(3), e2022049.
  10. Eller, F. J., Vander Meer, R. K., Behle, R. W., et al. (2014). Bioactivity of cedarwood oil and cedrol against arthropod pests. Environmental Entomology, 43(3), 762–766. doi:10.1603/EN13270