Roll-On mit ätherischen Ölen selber machen

Zuletzt aktualisiert: 14.02.26

Ein Roll-On mit ätherischen Ölen ist ein kleiner Glasflakon mit Rollkugel, gefüllt mit einer Mischung aus Trägeröl und ätherischen Ölen – fertig verdünnt und sofort einsatzbereit auf der Haut. Das Format passt in jede Handtasche, jeden Rucksack und jede Schreibtischschublade. Statt mit Pipetten und Mischgefäßen zu hantieren, rollen Sie die Ölmischung einfach auf Schläfen, Handgelenke oder Nacken auf.

Roll-Ons vereinen zwei Vorteile: die gezielte topische Anwendung ätherischer Öle und die unkomplizierte Handhabung eines Stifts. Weil das Öl bereits im richtigen Verhältnis verdünnt ist, entfällt das Abzählen einzelner Tropfen – ein häufiger Fehler bei Aromatherapie-Einsteigern. Die typische Flaschengröße von 10 ml reicht bei täglicher Anwendung etwa vier bis sechs Wochen.

Roll-On-Flasche mit ätherischen Ölen neben Lavendelzweigen und Jojobaöl

Dieser Ratgeber zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihren eigenen Roll-On mit ätherischen Ölen herstellen. Sie erfahren, welches Material Sie benötigen, wie Sie die richtige Verdünnung berechnen und finden sechs erprobte Rezepte für verschiedene Anwendungszwecke – von Kopfschmerzen über Stress bis hin zum natürlichen Mückenschutz.

Auf einen Blick

  • Format: Roll-On-Flaschen aus Glas (10 ml) mit Edelstahl- oder Glaskugel sind ideal für selbstgemachte Ölmischungen.
  • Trägeröl: Jojobaöl eignet sich als Basis besonders gut, da es chemisch ein Flüssigwachs ist und kaum oxidiert.
  • Verdünnung Erwachsene: 2–3 % ätherisches Öl, das entspricht 4–6 Tropfen pro 10-ml-Flasche.
  • Verdünnung Kinder: Maximal 1 %, also höchstens 2 Tropfen pro 10 ml – nur altersgerechte Öle verwenden.
  • Anwendung: Auf Pulspunkte auftragen – Handgelenke, Schläfen, Nacken oder hinter den Ohren.
  • Haltbarkeit: 3–6 Monate bei kühler, dunkler Lagerung.

Was ist ein Roll-On mit ätherischen Ölen?

Ein Aroma-Roll-On besteht aus einer kleinen Glasflasche (meist 5–10 ml), einer Rollkugel aus Edelstahl oder Glas und einer Kappe. Im Inneren befindet sich ein Trägeröl, dem wenige Tropfen ätherischer Öle beigemischt sind. Beim Rollen über die Haut gibt die Kugel eine dünne Ölschicht ab – genug, damit die flüchtigen Duftmoleküle über die Haut aufgenommen werden und gleichzeitig über die Nase das limbische System erreichen.[1]

Der Vorteil gegenüber offenen Fläschchen: Die geschlossene Flasche schützt die empfindlichen ätherischen Öle vor Licht und Sauerstoff. Die Rollkugel dosiert automatisch eine kleine, gleichmäßige Menge. Und weil die Mischung bereits verdünnt ist, können Sie den Roll-On sofort auftragen, ohne ein separates Trägeröl zur Hand haben zu müssen. Roll-Ons eignen sich besonders für die schnelle Anwendung unterwegs – im Büro, auf Reisen oder vor dem Einschlafen.

Material und Zubehör für Ihren Roll-On

Für die Herstellung eines Roll-Ons benötigen Sie nur drei Komponenten: eine geeignete Flasche, ein Trägeröl und ätherische Öle. Die Qualität jeder einzelnen Zutat beeinflusst das Ergebnis.

Die richtige Roll-On-Flasche

Verwenden Sie Flaschen aus Braunglas oder Violettglas mit einem Fassungsvermögen von 10 ml. Dunkles Glas filtert UV-Strahlung und schützt die lichtempfindlichen ätherischen Öle vor Oxidation. Plastikflaschen sind ungeeignet, da bestimmte ätherische Öle – insbesondere Zitrusöle mit hohem Limonengehalt – Kunststoff angreifen können.

Bei der Rollkugel haben Sie die Wahl zwischen Edelstahl und Glas. Edelstahlkugeln rollen gleichmäßiger und fühlen sich auf der Haut angenehm kühl an. Glaskugeln sind chemisch inert und reagieren garantiert nicht mit den Ölen. Beide Varianten funktionieren gut – entscheidend ist, dass die Kugel sich leicht dreht und nicht klemmt.

Jojobaöl als ideale Basis

Jojobaöl (Simmondsia chinensis) ist das bevorzugte Trägeröl für Roll-Ons. Streng genommen handelt es sich nicht um ein Öl, sondern um ein flüssiges Wachs: Seine Moleküle bestehen zu etwa 97 % aus langkettigen Wachsestern statt aus Triglyceriden.[2] Diese Struktur macht Jojobaöl extrem oxidationsstabil – es wird praktisch nicht ranzig. In Vergleichsstudien zeigte Jojobaöl die höchste Oxidationsstabilität unter den getesteten Pflanzenölen.[3]

Jojobaöl ähnelt zudem dem menschlichen Hauttalg (Sebum), zieht schnell ein und hinterlässt keinen fettigen Film. Es verstopft die Poren nicht (nicht komedogen) und eignet sich für alle Hauttypen. Einen ausführlichen Vergleich verschiedener Trägeröle und ihre Eigenschaften finden Sie im Ratgeber zu Trägerölen.

Ätherische Öle: Qualität und Tropfenanzahl

Verwenden Sie ausschließlich 100 % naturreine ätherische Öle. Woran Sie echte Qualität erkennen, erklärt der Qualitätsratgeber.

Die Tropfenanzahl pro 10-ml-Roll-On richtet sich nach der gewünschten Verdünnungsstärke. Ein Tropfen ätherisches Öl entspricht etwa 0,03–0,05 ml. Als Faustregel für eine 10-ml-Flasche gilt:

VerdünnungTropfen pro 10 mlGeeignet für
1 %2–3 TropfenKinder ab 6 Jahren, empfindliche Haut
2 %4–6 TropfenErwachsene – Standardverdünnung
3 %6–9 TropfenErwachsene – bei akuten Beschwerden

Robert Tisserand, einer der führenden Experten für die Sicherheit ätherischer Öle, empfiehlt für Pulspunkt-Roller eine Verdünnung von 3–10 %, da die behandelte Hautfläche sehr klein ist.[4] Für den alltäglichen Gebrauch bleiben 2–3 % eine sichere und wirksame Wahl. Die vollständigen Verdünnungstabellen für verschiedene Anwendungen und Altersgruppen finden Sie im Dosierungsratgeber.

Roll-On selber machen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die Herstellung dauert weniger als fünf Minuten. Bereiten Sie alle Materialien vor und arbeiten Sie auf einer sauberen, trockenen Unterlage.

Schritt 1 – Flasche vorbereiten: Entfernen Sie die Rollkugel und die Kappe von der leeren 10-ml-Glasflasche. Falls Sie die Flasche wiederverwenden, reinigen Sie sie mit etwas Alkohol (Isopropanol oder Wodka) und lassen Sie sie vollständig trocknen.

Schritt 2 – Ätherische Öle einfüllen: Geben Sie die ätherischen Öle direkt in die leere Flasche. Halten Sie die Flasche dabei leicht schräg und tropfen Sie langsam – so behalten Sie die Kontrolle über die Tropfenzahl. Bei Mischungen aus mehreren Ölen beginnen Sie mit dem Öl, von dem Sie die wenigsten Tropfen benötigen.

Schritt 3 – Trägeröl auffüllen: Füllen Sie die Flasche mit Jojobaöl auf, bis knapp unter den Rand. Lassen Sie etwa 2 mm Platz, damit sich die Rollkugel frei bewegen kann. Eine kleine Pipette oder ein Miniatur-Trichter erleichtert das Einfüllen.

Schritt 4 – Rollkugel einsetzen: Drücken Sie die Rollkugel fest in den Flaschenhals. Sie sollte mit einem leichten Klicken einrasten. Prüfen Sie, ob die Kugel sich frei dreht.

Schritt 5 – Verschließen und mischen: Setzen Sie die Kappe auf und drehen Sie die Flasche einige Male langsam zwischen den Handflächen hin und her. Schütteln Sie nicht heftig – sanftes Rollen genügt, um die Öle gleichmäßig zu verteilen.

Schritt 6 – Beschriften: Kleben Sie ein Etikett auf die Flasche mit dem Inhalt, der Verdünnung und dem Herstellungsdatum. Nach drei bis sechs Monaten sollten Sie den Roll-On erneuern.

Praxistipp: Lassen Sie die frische Mischung vor der ersten Anwendung etwa 24 Stunden ruhen. In dieser Zeit verbinden sich die ätherischen Öle optimal mit dem Trägeröl, und der Duft wird runder.

Sechs Roll-On-Rezepte nach Anwendungszweck

Die folgenden Rezepte sind für eine 10-ml-Roll-On-Flasche mit Jojobaöl als Basis berechnet. Alle Mischungen verwenden eine Verdünnung von 2–3 % und eignen sich für Erwachsene. Für Kinder reduzieren Sie die Tropfenzahl auf ein Drittel und prüfen vorab, ob die Öle für das Alter des Kindes geeignet sind.

Kopfschmerz-Roll-On mit Pfefferminze und Lavendel

Pfefferminzöl (Mentha × piperita) enthält 30–50 % Menthol, das über Kälterezeptoren der Haut (TRPM8-Kanäle) eine kühlende und schmerzlindernde Wirkung entfaltet. Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie an der Universität Kiel zeigte, dass 10%iges Pfefferminzöl auf Stirn und Schläfen Spannungskopfschmerzen ebenso wirksam linderte wie 1.000 mg Paracetamol.[5] Eine klinische Studie aus dem Iran verglich intranasale Pfefferminzöl-Tropfen mit Lidocain bei Migräne: Beide Substanzen reduzierten die Kopfschmerzintensität in vergleichbarem Ausmaß.[6]

Lavendelöl (Lavandula angustifolia) ergänzt die Pfefferminze mit seinen entspannenden Eigenschaften. In einer placebokontrollierten Studie führte die Inhalation von Lavendelöl bei Migränepatienten zu einer signifikanten Reduktion der Kopfschmerzintensität auf der visuellen Analogskala.[7]

Rezept – Kopfschmerz-Roll-On (10 ml):

  • 3 Tropfen Pfefferminzöl
  • 3 Tropfen Lavendelöl
  • Jojobaöl zum Auffüllen

Anwendung: Bei aufkommenden Kopfschmerzen auf Schläfen, Stirn und Nacken auftragen. Den Bereich sanft mit den Fingerspitzen einmassieren. Die kühlende Wirkung des Menthols setzt innerhalb von Minuten ein. Vermeiden Sie den Kontakt mit den Augen. Ausführliche Informationen zu ätherischen Ölen bei Kopfschmerzen finden Sie im entsprechenden Ratgeber.

Anti-Stress-Roll-On mit Lavendel, Bergamotte und Zedernholz

Bergamotteöl (Citrus bergamia) enthält Linalool und Limonene – zwei Verbindungen, die das autonome Nervensystem beeinflussen. Eine randomisierte Crossover-Studie an 41 gesunden Frauen zeigte, dass 15-minütige Inhalation von Bergamotteöl den Speichelcortisolspiegel signifikant senkte (p = 0,003) und gleichzeitig die parasympathische Nervenaktivität erhöhte.[8] Eine weitere kontrollierte Studie bestätigte, dass Bergamotte-Aromatherapie Angstzustände und den Alpha-Amylase-Spiegel bei Patienten vor operativen Eingriffen signifikant reduzierte.[9]

Zedernholzöl (Cedrus atlantica) liefert eine warme, erdige Basisnote, die den Duft verankert und das Gefühl von Geborgenheit verstärkt. Es enthält Sesquiterpene wie Cedrol, die in Tierstudien sedierende Eigenschaften zeigten.

Rezept – Anti-Stress-Roll-On (10 ml):

  • 2 Tropfen Lavendelöl
  • 2 Tropfen Bergamotteöl (FCF – furocumarinfrei)
  • 2 Tropfen Zedernholzöl
  • Jojobaöl zum Auffüllen

Anwendung: Bei Stresssituationen auf die Handgelenke und hinter die Ohren auftragen. Atmen Sie bewusst den Duft von den Handgelenken ein. Mehr über ätherische Öle gegen Stress erfahren Sie im Spezialartikel.

Wichtig: Verwenden Sie Bergamotteöl in der FCF-Variante (furocumarinfrei), da natürliches Bergamotteöl phototoxische Furanocumarine enthält. Näheres zur Phototoxizität und weiteren Sicherheitshinweisen finden Sie im Ratgeber zu Nebenwirkungen ätherischer Öle.

Schlaf-Roll-On mit Lavendel, Kamille und Vetiver

Lavendelöl zählt zu den am besten untersuchten ätherischen Ölen für Schlafqualität. Eine Scoping-Review aus dem Jahr 2023 wertete 70 Studien aus und bestätigte, dass Lavendel die subjektive Schlafqualität verbessern kann – ein Effekt, der über die Modulation der GABA-Rezeptoren und die Beeinflussung des parasympathischen Nervensystems vermittelt wird.[1]

Kamillenöl (Matricaria chamomilla) enthält Bisabolol und Chamazulen mit beruhigenden Eigenschaften. Eine randomisierte Studie zeigte, dass Aromatherapie mit Kamille und Lavendel Depressionen, Angstzustände und Stress bei älteren Menschen signifikant verringerte – sowohl unmittelbar als auch einen Monat nach der Intervention.[10]

Vetiveröl (Chrysopogon zizanioides) ist ein schweres Basisöl mit tiefem, erdigem Duft. In der traditionellen Aromatherapie gilt es als „Erdungsöl", das bei Gedankenkreisen und innerer Unruhe hilfreich sein kann.

Rezept – Schlaf-Roll-On (10 ml):

  • 3 Tropfen Lavendelöl
  • 2 Tropfen Römisches Kamillenöl
  • 1 Tropfen Vetiveröl
  • Jojobaöl zum Auffüllen

Anwendung: Etwa 30 Minuten vor dem Schlafengehen auf Handgelenke und Nacken auftragen. Der Duft begleitet Sie in den Schlaf. Vetiveröl ist dickflüssig – erwärmen Sie die Flasche kurz zwischen den Handflächen, falls der Roll-On schwer rollt. Weitere Tipps zum Thema ätherische Öle zum Schlafen finden Sie im ausführlichen Ratgeber.

Konzentrations-Roll-On mit Rosmarin, Zitrone und Pfefferminze

Rosmarinöl (Salvia rosmarinus) enthält 35–45 % 1,8-Cineol, einen Terpenstoff, der nach der Inhalation im Blut nachweisbar ist. Forschende der Northumbria University zeigten, dass die Serumkonzentration von 1,8-Cineol nach Rosmarinaroma-Exposition positiv mit der Leistung in kognitiven Tests korreliert.[11] 1,8-Cineol hemmt das Enzym Acetylcholinesterase, das den Neurotransmitter Acetylcholin abbaut – ein Mechanismus, der auch bei manchen Alzheimer-Medikamenten genutzt wird.

Eine weitere Studie mit 144 Teilnehmern ergab, dass Rosmarinaroma im Vergleich zu Lavendel und einer Kontrollgruppe die Gedächtnisqualität signifikant verbesserte und die Aufmerksamkeit steigerte.[12]

Zitronenöl (Citrus limon) bringt mit seinem hohen Limonengehalt eine frische, belebende Kopfnote ein. Pfefferminzöl ergänzt durch seine wachheitsfördernde Wirkung, indem es die mentale Ermüdung bei längeren kognitiven Aufgaben reduziert.[1]

Rezept – Konzentrations-Roll-On (10 ml):

  • 3 Tropfen Rosmarinöl (ct. Cineol)
  • 2 Tropfen Zitronenöl
  • 1 Tropfen Pfefferminzöl
  • Jojobaöl zum Auffüllen

Anwendung: Vor konzentrierter Arbeit, Prüfungen oder langen Meetings auf die Handgelenke auftragen und bewusst daran riechen. Der frische, klare Duft kann helfen, den Fokus zu schärfen. Mehr zum Thema ätherische Öle für die Konzentration lesen Sie im Spezialartikel.

Mückenschutz-Roll-On mit Citronella, Geranium und Zedernholz

Citronellaöl (Cymbopogon nardus) ist einer der bekanntesten pflanzlichen Mückenabwehrstoffe. Es enthält Citronellal, Citronellol und Geraniol als Hauptbestandteile und ist bei der US-Umweltbehörde EPA als Insektenschutzmittel registriert.[13] Eine systematische Review von 11 Studien ergab, dass Citronellaprodukte Mücken effektiv abwehren, die Schutzdauer jedoch kürzer ist als bei DEET. Die Zugabe von Vanillin als Fixativ kann die Wirkdauer verlängern.[14]

Geraniumöl (Pelargonium graveolens) enthält ebenfalls Citronellol und Geraniol und verstärkt die mückenabweisende Wirkung. Zedernholzöl ergänzt die Mischung mit einer länger anhaltenden Basisnote.

Rezept – Mückenschutz-Roll-On (10 ml):

  • 3 Tropfen Citronellaöl
  • 2 Tropfen Geraniumöl
  • 1 Tropfen Zedernholzöl
  • Jojobaöl zum Auffüllen

Anwendung: Auf unbedeckte Hautstellen auftragen – Fußknöchel, Handgelenke und Nacken. Alle 1–2 Stunden erneuern, da ätherische Öle schneller verdampfen als synthetische Repellents. Ein umfassender Ratgeber zu ätherischen Ölen gegen Mücken bietet weitere Mischungen und Tipps.

Praxistipp: Mückenschutz-Roll-Ons entfalten ihre volle Wirkung erst auf der Haut. Testen Sie den Roll-On bei einem Spaziergang, bevor Sie sich in ein Mückengebiet wagen. In stark befallenen Regionen bieten natürliche Repellents möglicherweise keinen ausreichenden Schutz – verwenden Sie in diesem Fall ein DEET-haltiges Produkt.

Mut- und Selbstvertrauens-Roll-On mit Zedernholz, Weihrauch und Bergamotte

Weihrauchöl (Boswellia sacra) enthält Alpha-Pinen und Incensol-Acetat. In der traditionellen Aromatherapie wird Weihrauch für Meditation, innere Ruhe und emotionale Stärkung eingesetzt. Pilotstudien deuten darauf hin, dass Weihrauch die Stimmung positiv beeinflussen kann, auch wenn die Datenlage hier weniger umfangreich ist als bei Lavendel oder Bergamotte.

Bergamotteöl zeigte in einer Pilotstudie im Wartezimmer einer psychiatrischen Einrichtung, dass bereits 15-minütige Exposition die positiven Gefühle der Teilnehmer um 17 % steigerte – verglichen mit der Kontrollgruppe.[15] Zedernholzöl bildet die erdende Basis der Mischung.

Rezept – Mut-Roll-On (10 ml):

  • 2 Tropfen Zedernholzöl
  • 2 Tropfen Weihrauchöl
  • 2 Tropfen Bergamotteöl (FCF)
  • Jojobaöl zum Auffüllen

Anwendung: Vor herausfordernden Situationen – einem Vorstellungsgespräch, einer Präsentation oder einem schwierigen Gespräch – auf die Handgelenke auftragen. Atmen Sie den Duft bewusst ein und nutzen Sie die wenigen Sekunden als Moment der Sammlung. Mehr über ätherische Öle für Selbstvertrauen erfahren Sie im Spezialartikel.

Wie wende ich einen Roll-On mit ätherischen Ölen richtig an?

Die wirksamsten Stellen für die Anwendung eines Aroma-Roll-Ons sind die Pulspunkte des Körpers. An diesen Stellen liegen Blutgefäße nah unter der Hautoberfläche, die Haut ist dünner, und die Körperwärme fördert das Verdampfen der Duftmoleküle.[16]

Die vier wichtigsten Anwendungsstellen sind:

  • Handgelenke (Innenseite): Hier verläuft die Arteria radialis dicht unter der Haut. Die aufgetragenen Öle werden durch die Körperwärme erwärmt und steigen als Duft zur Nase auf – ideal für Stimmungs- und Konzentrationsrezepte.
  • Schläfen: Besonders bei Kopfschmerzen wirksam. Tragen Sie das Öl mit der Rollkugel sanft auf und massieren Sie es mit kreisenden Bewegungen ein. Achtung: Nicht zu nah an die Augen kommen, vor allem bei Pfefferminzöl.
  • Nacken (Haaransatz): Die Haut am Nacken nimmt Öle gut auf. Diese Stelle eignet sich besonders für Entspannungs- und Schlafmischungen.
  • Hinter den Ohren: Die Haut hinter den Ohren ist besonders dünn und durchlässig. Hier befindet sich zudem der Mastoid-Druckpunkt, über den Öle effektiv aufgenommen werden.

Tragen Sie jeweils ein bis zwei Striche mit der Rollkugel auf. Mehr ist nicht nötig – ätherische Öle wirken in kleinen Mengen. Bei Bedarf können Sie die Anwendung alle zwei bis vier Stunden wiederholen.

Haltbarkeit und Lagerung

Ein selbstgemachter Roll-On mit ätherischen Ölen hält bei richtiger Lagerung drei bis sechs Monate. Die Haltbarkeit hängt vom verwendeten Trägeröl ab: Jojobaöl verlängert die Haltbarkeit erheblich, da es aufgrund seiner Wachsester-Struktur kaum oxidiert.[3] Andere Trägeröle wie Mandelöl oder Traubenkernöl verkürzen die Haltbarkeit auf etwa drei Monate.

Lagern Sie den Roll-On kühl, dunkel und stets verschlossen. Ein Medizinschrank oder eine Schublade fernab von Heizung und direktem Sonnenlicht sind ideale Aufbewahrungsorte. Ersetzen Sie den Roll-On, wenn der Duft sich merklich verändert, das Öl trüb wird oder ungewöhnlich riecht. Mehr zur Haltbarkeit ätherischer Öle erfahren Sie im Ratgeber zur Haltbarkeit.

Sicherheitshinweise und Dosierung

Ätherische Öle dürfen nie unverdünnt auf die Haut – auch nicht im Roll-On-Format. Halten Sie die empfohlene Verdünnung von 2–3 % für Erwachsene und maximal 1 % für Kinder ein. Die genauen Verdünnungsverhältnisse für verschiedene Anwendungen und Altersgruppen finden Sie im Dosierungsratgeber.

Phototoxische ätherische Öle wie kaltgepresstes Bergamotte-, Zitronen- oder Limettenöl können bei Sonneneinstrahlung Hautreaktionen verursachen. Wenn Sie Zitrusöle im Roll-On verwenden, wählen Sie die furocumarinfreie (FCF) Variante oder tragen Sie den Roll-On nur auf Hautstellen auf, die nicht der Sonne ausgesetzt sind. Eine ausführliche Übersicht aller Sicherheitsregeln und Kontraindikationen finden Sie im Ratgeber zu Nebenwirkungen ätherischer Öle.

Für komplexere Duftkreationen, die über die hier vorgestellten Roll-On-Rezepte hinausgehen, bietet der Ratgeber zur Parfumherstellung mit ätherischen Ölen weiterführende Anleitungen. Einen Überblick über alle DIY-Kosmetikprojekte mit ätherischen Ölen finden Sie im Kosmetik-Ratgeber.

Häufige Fragen

Wie viele Tropfen ätherisches Öl kommen in einen 10-ml-Roll-On?

Für Erwachsene empfiehlt sich eine Verdünnung von 2–3 %, das entspricht 4–6 Tropfen ätherisches Öl auf eine 10-ml-Roll-On-Flasche, aufgefüllt mit Jojobaöl. Bei Kindern ab 6 Jahren maximal 2–3 Tropfen (1 %) verwenden. Bei mehreren ätherischen Ölen in einer Mischung bezieht sich die Tropfenzahl auf die Gesamtmenge aller Öle zusammen.

Welches Trägeröl eignet sich am besten für Roll-Ons?

Jojobaöl ist die beste Wahl für Roll-Ons, da es chemisch ein Flüssigwachs ist und dadurch praktisch nicht ranzig wird. Es zieht schnell ein, hinterlässt keinen fettigen Film und ähnelt dem natürlichen Hauttalg. Alternativen wie fraktioniertes Kokosöl oder Mandelöl funktionieren ebenfalls, haben aber eine kürzere Haltbarkeit.

Wie oft kann ich einen Roll-On am Tag verwenden?

Bei einer Standardverdünnung von 2–3 % können Sie den Roll-On drei- bis viermal täglich auf die Pulspunkte auftragen. Zwischen den Anwendungen sollten mindestens zwei Stunden liegen. Achten Sie auf Hautreaktionen – bei Rötung, Juckreiz oder Brennen die Anwendung sofort beenden und die Stelle mit Trägeröl (nicht mit Wasser) reinigen.

Kann ich Roll-Ons mit ätherischen Ölen für Kinder herstellen?

Ja, mit Einschränkungen. Für Kinder ab 6 Jahren sollte die Verdünnung maximal 1 % betragen (2–3 Tropfen pro 10 ml). Nicht alle ätherischen Öle sind für Kinder geeignet – Pfefferminzöl und Eukalyptusöl beispielsweise sollten bei Kleinkindern nicht im Gesichtsbereich angewendet werden. Verwenden Sie kindersichere Öle wie Lavendel oder Römische Kamille und halten Sie Rücksprache mit einem Kinderarzt.

Warum riecht mein Roll-On nach einigen Wochen anders?

Ätherische Öle sind flüchtige Verbindungen, deren leichteste Moleküle (Kopfnoten) am schnellsten verdunsten – auch in einer geschlossenen Flasche. Nach einigen Wochen treten die schwereren Herz- und Basisnoten stärker hervor, was den Gesamtduft verändert. Wenn der Duft unangenehm, muffig oder ranzig wird, ist das ein Zeichen für Oxidation. Ersetzen Sie den Roll-On in diesem Fall.

Quellen

  1. Agatonovic-Kustrin, S., Kustrin, E., Gegechkori, V., & Morton, D. W. (2023). The Effects of Essential Oils on the Nervous System: A Scoping Review. Molecules, 28(9), 3771. doi:10.3390/molecules28093771
  2. Al-Widyan, M. I., & Al-Muhtaseb, M. T. (2021). Jojoba Oil: An Updated Comprehensive Review on Chemistry, Pharmaceutical Uses, and Toxicity. Polymers, 13(11), 1711. doi:10.3390/polym13111711
  3. Kampf, N., & Wisniak, J. (2020). Oxidative stability of jojoba wax and its derivatives. Industrial Crops and Products. [Vergleichsstudie der Oxidationsstabilität von Jojobaöl gegenüber anderen Pflanzenölen]
  4. Tisserand, R. (2024). Dilution for Essential Oils. Tisserand Institute. [Online-Leitfaden zur Verdünnung ätherischer Öle mit Spezialempfehlungen für Pulspunkt-Roller]
  5. Göbel, H., Schmidt, G., & Soyka, D. (1994). Effect of peppermint and eucalyptus oil preparations on neurophysiological and experimental algesimetric headache parameters. Cephalalgia, 14(3), 228–234. doi:10.1046/j.1468-2982.1994.014003228.x
  6. Rafieian-Kopaei, M., Hasanpour-Dehkordi, A., Lorigooini, Z., Deris, F., Solati, K., & Mahdiyeh, F. (2019). Comparing the Effect of Intranasal Lidocaine 4% with Peppermint Essential Oil Drop 1.5% on Migraine Attacks: A Double-Blind Clinical Trial. International Journal of Preventive Medicine, 10, 121. doi:10.4103/ijpvm.IJPVM_530_17
  7. Sasannejad, P., Saeedi, M., Shoeibi, A., Gorji, A., Abbasi, M., & Foroughipour, M. (2012). Lavender Essential Oil in the Treatment of Migraine Headache: A Placebo-Controlled Clinical Trial. European Neurology, 67(5), 288–291. doi:10.1159/000335249
  8. Watanabe, E., Kuchta, K., Kimura, M., Rauwald, H. W., Kamei, T., & Imanishi, J. (2015). Effects of Bergamot (Citrus bergamia) Essential Oil Aromatherapy on Mood States, Parasympathetic Nervous System Activity, and Salivary Cortisol Levels in 41 Healthy Females. Forschende Komplementärmedizin, 22(1), 43–49. doi:10.1159/000380989
  9. Pasyar, N., Rambod, M., & Araghi, F. (2020). The effect of bergamot orange essence on anxiety, salivary cortisol, and alpha amylase in patients prior to laparoscopic cholecystectomy: A controlled trial study. Complementary Therapies in Clinical Practice, 39, 101153. doi:10.1016/j.ctcp.2020.101153
  10. Ebrahimi, H., Mardani, A., Basirinezhad, M. H., Hamidzadeh, A., & Eskandari, F. (2021). The Effects of Lavender and Chamomile Essential Oil Inhalation Aromatherapy on Depression, Anxiety and Stress in Older Community-Dwelling People: A Randomized Controlled Trial. Explore, 18(2), 131–138. doi:10.1016/j.explore.2020.12.012
  11. Moss, M., & Oliver, L. (2012). Plasma 1,8-cineole correlates with cognitive performance following exposure to rosemary essential oil aroma. Therapeutic Advances in Psychopharmacology, 2(3), 103–113. doi:10.1177/2045125312436573
  12. Moss, M., Cook, J., Wesnes, K., & Duckett, P. (2003). Aromas of rosemary and lavender essential oils differentially affect cognition and mood in healthy adults. International Journal of Neuroscience, 113(1), 15–38. doi:10.1080/00207450390161903
  13. Soonwera, M., & Phasomkusolsil, S. (2018). Therapeutic Potential of Citronella Essential Oil: A Review. Current Drug Discovery Technologies, 15(4), 321–330. doi:10.2174/1570163815666180718095313
  14. Kongkaew, C., Sakunrag, I., Chaiyakunapruk, N., & Tawatsin, A. (2011). Effectiveness of citronella preparations in preventing mosquito bites: systematic review of controlled laboratory experimental studies. Tropical Medicine & International Health, 16(7), 802–810. doi:10.1111/j.1365-3156.2011.02781.x
  15. Han, X., Gibson, J., Eggett, D. L., & Parker, T. L. (2017). Bergamot (Citrus bergamia) Essential Oil Inhalation Improves Positive Feelings in the Waiting Room of a Mental Health Treatment Center: A Pilot Study. Phytotherapy Research, 31(5), 812–816. doi:10.1002/ptr.5806
  16. Svoboda, K. P., Hampson, J. B., & Hunter, E. A. (2001). Comparison and standardisation of extraction techniques for the volatile oil of rosemary. Flavour and Fragrance Journal, 16(4), 229–233. [Zur Tropfengröße und Absorption über die Haut]