Ätherische Öle für die Haut

Zuletzt aktualisiert: 14.02.26

Ätherische Öle gehören zu den ältesten Hautpflegemitteln der Menschheit – und die moderne Forschung bestätigt vieles, was Heilkundige seit Jahrhunderten beobachten. Die lipophilen Pflanzenstoffe durchdringen die obere Hautschicht, wirken dort entzündungshemmend, antimikrobiell und regenerierend und können so eine Vielzahl von Hautproblemen positiv beeinflussen.[1] Gleichzeitig braucht jeder Hauttyp seine eigene Ölkombination: Was bei fettiger Haut regulierend wirkt, kann trockene Haut zusätzlich belasten.

Allein der globale Markt für ätherische Öle wurde 2024 auf rund 24,75 Milliarden US-Dollar geschätzt – ein Großteil davon entfällt auf Hautpflege und Kosmetik.[2] Die Bandbreite reicht von Lavendelöl als Allrounder über Teebaumöl bei unreiner Haut bis hin zu Weihrauchöl für reife Haut. Entscheidend für sichere Ergebnisse ist die korrekte Verdünnung in einem geeigneten Trägeröl und die Auswahl nach Hauttyp und Hautproblem.

Ätherische Öle für die Haut – Fläschchen mit Lavendel, Teebaum und Rose neben frischen Pflanzen

Dieser Artikel gibt Ihnen einen wissenschaftlich fundierten Überblick: Sie erfahren, wie ätherische Öle auf die Haut wirken, welches Öl zu Ihrem Hauttyp passt und welches Öl bei welchem Hautproblem am besten erforscht ist. Für jedes Einzelthema – von Falten über Akne bis Neurodermitis – finden Sie eine kurze Einordnung mit den jeweiligen Top-Ölen und einen Link zum ausführlichen Spezialisten-Artikel.

Auf einen Blick

  • Penetration: Ätherische Öle durchdringen das Stratum corneum über interzelluläre Lipidwege und erreichen tiefere Hautschichten innerhalb von Minuten.[3]
  • Wirkspektrum: Die Hauptwirkungen auf die Haut sind entzündungshemmend, antimikrobiell, antioxidativ und regenerationsfördernd.[1]
  • Hauttyp entscheidet: Trockene Haut profitiert von Lavendel und Kamille in Arganöl, fettige Haut von Teebaum und Rosmarin in Jojobaöl.
  • Verdünnung notwendig: Ätherische Öle werden grundsätzlich in einem Trägeröl verdünnt – übliche Konzentrationen liegen bei 1–3 % für die Gesichtspflege.
  • Am besten erforscht: Teebaumöl bei Akne und Lavendelöl bei Wundheilung zählen zu den am häufigsten untersuchten ätherischen Ölen in der Dermatologie.[4]
  • Individuelle Verträglichkeit: Vor der ersten Anwendung empfiehlt sich ein Verträglichkeitstest in der Ellenbeuge.

Wie wirken ätherische Öle auf die Haut?

Ätherische Öle entfalten ihre Hautpflege-Wirkung auf mehreren Wegen gleichzeitig. Ihre kleinen, lipophilen Moleküle – vor allem Terpene und Terpenoide – überwinden die Hautbarriere effektiv und transportieren Wirkstoffe in tiefere Gewebeschichten.[3] Dort interagieren sie mit Zellmembranen, Rezeptoren und Signalwegen.

Der Weg durch die Haut verläuft hauptsächlich über drei Mechanismen: Erstens lösen Terpene die geordnete Lipidstruktur zwischen den Korneozyten im Stratum corneum auf. Zweitens interagieren sie mit Proteinen der Interzellularräume und verändern deren Konformation. Drittens verbessern sie die Verteilung von Wirkstoffen zwischen den Hautschichten.[5] Nach dem Auftragen werden die Bestandteile rasch verstoffwechselt und reichern sich nicht im Organismus an.

Die vier wichtigsten Wirkprinzipien ätherischer Öle auf die Haut sind:

  • Entzündungshemmend: Bestandteile wie Linalool (Lavendel), α-Bisabolol (Kamille) und Boswelliasäuren (Weihrauch) hemmen proinflammatorische Enzyme wie Cyclooxygenase und Lipoxygenase.[6]
  • Antimikrobiell: Terpinen-4-ol (Teebaum), Thymol (Thymian) und Eugenol (Nelke) schädigen die Zellmembranen von Bakterien, Pilzen und Viren. Teebaumöl zeigt Aktivität gegen Hautpathogene wie Staphylococcus aureus und Cutibacterium acnes.[7]
  • Antioxidativ: Phenolische Verbindungen und Monoterpene neutralisieren freie Radikale und schützen so vor oxidativem Stress und vorzeitiger Hautalterung.[8]
  • Regenerationsfördernd: Lavendelöl beispielsweise stimuliert die Expression von TGF-β und fördert die Kollagensynthese (Typ I und III), was die Wundheilung beschleunigt.[9]

Eine ausführliche Erklärung des gesamten Wirkmechanismus – einschließlich der Aufnahme über das limbische System bei der Inhalation – finden Sie im Ratgeber zur Wirkung ätherischer Öle.

Welches ätherische Öl passt zu Ihrem Hauttyp?

Die Wahl des richtigen ätherischen Öls hängt entscheidend vom Hauttyp ab. Ein Öl, das bei öliger Haut regulierend wirkt, kann empfindliche Haut reizen. Die folgende Zuordnung basiert auf den bekannten Eigenschaften der Öle und häufig empfohlenen Kombinationen mit passenden Trägerölen. Testen Sie neue Öle immer zuerst an einer kleinen Hautstelle.

Trockene Haut – Feuchtigkeit bewahren und Barriere stärken

Trockene Haut produziert zu wenig Talg und verliert übermäßig Feuchtigkeit über die Hautoberfläche (erhöhter transepidermaler Wasserverlust). Ätherische Öle mit hautberuhigenden und barrierestärkenden Eigenschaften helfen, diesen Zustand auszugleichen. Lavendelöl (Lavandula angustifolia) ist dank seiner entzündungshemmenden Wirkung und guten Verträglichkeit eines der am häufigsten empfohlenen Öle für trockene Haut.[10] Kamillenöl (Matricaria chamomilla) beruhigt durch seinen Gehalt an α-Bisabolol gereizte, rissige Haut und lindert Spannungsgefühle.[11] Rosenöl (Rosa damascena) fördert die Hautfeuchtigkeit und wirkt zudem leicht adstringierend.

Empfohlene Trägeröle: Arganöl (reich an Vitamin E und Ölsäure, schnell einziehend) oder Avocadoöl (reichhaltig, ideal für sehr trockene Haut). Tragen Sie die Mischung abends auf die leicht feuchte Haut auf – so wird die Feuchtigkeit zusätzlich eingeschlossen.

Fettige Haut und Mischhaut – Talgproduktion regulieren

Fettige und Mischhaut neigt zu vergrößerten Poren, Glanz und Unreinheiten. Ätherische Öle mit sebumregulierenden und antibakteriellen Eigenschaften können die Talgproduktion ausbalancieren, ohne die Haut auszutrocknen. Teebaumöl (Melaleuca alternifolia) reduziert nachweislich Aknebakterien und wirkt entzündungshemmend – in klinischen Studien erwies sich ein 5 %-Gel als vergleichbar wirksam mit 5 % Benzoylperoxid, bei weniger Nebenwirkungen.[12] Rosmarinöl (Rosmarinus officinalis) wirkt adstringierend und kann übermäßige Talgbildung regulieren.

Empfohlene Trägeröle: Jojobaöl (ähnelt dem hauteigenen Sebum, nicht komedogen) oder Traubenkernöl (leicht, zieht schnell ein). Bei Mischhaut die Ölmischung nur auf die fettigen Zonen (T-Zone) auftragen und trockene Partien mit einem reichhaltigeren Trägeröl versorgen.

Empfindliche und reaktive Haut – Reizungen minimieren

Empfindliche Haut reagiert schnell mit Rötungen, Brennen oder Juckreiz auf äußere Reize. Bei diesem Hauttyp ist besondere Vorsicht geboten: Verwenden Sie ausschließlich Öle, die für ihre gute Verträglichkeit bekannt sind, und beginnen Sie mit einer niedrigen Konzentration von maximal 1 %. Kamillenöl (besonders die deutsche Kamille mit hohem Bisabolol-Gehalt) gilt als eines der verträglichsten ätherischen Öle und kann Rötungen und Irritationen lindern.[11] Lavendelöl wird ebenfalls häufig für empfindliche Haut empfohlen, da es beruhigend und entzündungshemmend wirkt.

Empfohlene Trägeröle: Mandelöl (mild, hypoallergen) oder Hagebuttenkernöl (reich an Linolsäure, hautstärkend). Meiden Sie potenziell reizende Öle wie Zimtöl, Nelkenöl oder Oreganoöl. Ein Verträglichkeitstest in der Ellenbeuge (48 Stunden warten) ist bei empfindlicher Haut unverzichtbar.

Reife Haut – Zellregeneration und Elastizität fördern

Mit zunehmendem Alter sinkt die Kollagenproduktion, die Haut verliert an Elastizität und Feuchtigkeit, und feine Linien werden sichtbar. Ätherische Öle mit antioxidativer und zellerneuerungsfördernder Wirkung können diese Prozesse unterstützen. Weihrauchöl (Boswellia sacra) enthält Boswelliasäuren mit starker antioxidativer und entzündungshemmender Wirkung und wird traditionell zur Hautstraffung eingesetzt.[13] Rosenöl (Rosa damascena) gilt als eines der wertvollsten Öle für reife Haut – es fördert die Hautelastizität und schützt die Hautbarriere vor stressbedingtem Feuchtigkeitsverlust.[14]

Empfohlene Trägeröle: Hagebuttenkernöl (hoher Gehalt an trans-Retinsäure und Carotinoiden – unterstützt die Zellerneuerung[15]) oder Arganöl. Für optimale Aufnahme die Ölmischung abends nach der Reinigung auftragen, wenn die hauteigene Regeneration am aktivsten ist.

Normale Haut – Balance erhalten

Normale Haut zeigt ein ausgewogenes Verhältnis von Feuchtigkeit und Talgproduktion. Ätherische Öle dienen hier vor allem der Pflege und dem Schutz vor Umwelteinflüssen. Geraniumöl (Pelargonium graveolens) balanciert die Talgproduktion und verleiht ein frisches Hautbild. Lavendelöl eignet sich als vielseitiger Pflegezusatz, der zugleich entspannt.

Empfohlene Trägeröle: Jojobaöl oder Aprikosenkernöl (leicht, gut verträglich, zieht schnell ein). Eine Konzentration von 1–2 % ätherischem Öl im Trägeröl reicht für die tägliche Pflege normaler Haut aus.

Welches Öl bei welchem Hautproblem? – Vergleichstabelle

Die folgende Tabelle zeigt auf einen Blick, welche ätherischen Öle für welches Hautproblem am häufigsten empfohlen und untersucht werden. Die Angaben basieren auf verfügbaren In-vitro-Studien, Tiermodellen und – wo vorhanden – klinischen Studien. Beachten Sie, dass die meisten ätherischen Öle als ergänzende Pflege gedacht sind und eine dermatologische Behandlung nicht ersetzen.

HautproblemTop-ÖleHauptwirkungEvidenzlage
Falten / Anti-AgingWeihrauch, Rose, LavendelAntioxidativ, kollagenförderndIn-vitro + Pilotstudien
Akne / PickelTeebaum, Lavendel, RosmarinAntibakteriell, entzündungshemmend, talgregulierendMehrere RCTs
Neurodermitis / EkzemKamille, Lavendel, Teebaum (mit Vorsicht)Entzündungshemmend, juckreizlindernd, immunmodulierendTiermodelle + kleine Klinikstudien
Haare / HaarwachstumRosmarin, Pfefferminze, LavendelDurchblutungsfördernd, follikelstimulieredRCTs (Rosmarin vs. Minoxidil)
Narben / WundheilungLavendel, Weihrauch, ImmortelleKollagensynthese, GeweberegenerationTiermodelle + Pilotstudien
SchuppenflechteKamille, Weihrauch, TeebaumEntzündungshemmend, schuppenlösendEinzelne klinische Studien
PilzinfektionenTeebaum, Oregano, ThymianAntimykotischIn-vitro + kleine Klinikstudien

Ätherische Öle gegen Falten und Hautalterung

Hautalterung wird durch den Abbau von Kollagen, oxidativen Stress und UV-bedingte Schäden beschleunigt. Ätherische Öle mit antioxidativen Eigenschaften können diese Prozesse abschwächen. Weihrauchöl zählt dank seiner Boswelliasäuren zu den vielversprechendsten Kandidaten – es hemmt Enzyme, die Kollagen abbauen, und schützt Zellen vor oxidativer Schädigung.[13] Rosenöl fördert die Hautbarrierefunktion und kann stressbedingten Feuchtigkeitsverlust reduzieren. Hagebuttenkernöl – als Trägeröl eingesetzt – liefert zusätzlich natürliche Retinsäure und Carotinoide, die den Hauterneuerungsprozess unterstützen.[15]

Detaillierte Studienauswertungen, konkrete Anti-Aging-Rezepte und Anwendungsanleitungen finden Sie im Spezialisten-Artikel Ätherische Öle gegen Falten.

Ätherische Öle gegen Akne und Pickel

Akne entsteht durch ein Zusammenspiel aus übermäßiger Talgproduktion, verstopften Poren, bakterieller Besiedelung durch Cutibacterium acnes und Entzündungsreaktionen. Teebaumöl ist das am besten untersuchte ätherische Öl bei Akne: In einer randomisierten, doppelblinden Studie mit 60 Teilnehmern erwies sich ein 5 %-Teebaumöl-Gel als 3,55-mal wirksamer als Placebo bei der Reduktion der Gesamtläsionenzahl.[16] Sein Hauptwirkstoff Terpinen-4-ol macht etwa 40 % des Öls aus und wirkt antimikrobiell über eine Schädigung der bakteriellen Zellmembran.[17] Lavendelöl kann als entzündungshemmende Ergänzung die Rötung entzündlicher Pickel lindern.

Die vollständige Studienübersicht, Vergleiche mit konventionellen Aknetherapien und Praxisrezepte lesen Sie im Artikel Ätherische Öle gegen Akne.

Ätherische Öle bei Neurodermitis und Ekzemen

Neurodermitis (atopische Dermatitis) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die mit starkem Juckreiz, trockener Haut und gestörter Hautbarriere einhergeht. Konventionelle Behandlungen wie topische Glukokortikoide können bei Langzeitanwendung unerwünschte Wirkungen wie Hautatrophie verursachen – das erklärt das wachsende Interesse an pflanzlichen Alternativen.[4] Kamillenöl zeigt in Tiermodellen eine immunmodulierende Wirkung: Es senkt IgE- und Histaminspiegel und reduziert die Kratzfrequenz signifikant.[11] Lavendelöl hemmt die Makrophagen-Pyroptose über den Caspase-11-Signalweg und beschleunigt so die Heilung chronischer Entzündungen.[18]

Ausführliche Informationen zu Studien, sicheren Anwendungsmethoden und Rezepturen speziell für Neurodermitis finden Sie unter Ätherische Öle bei Neurodermitis.

Ätherische Öle für Haare und Haarwachstum

Haarausfall und dünner werdendes Haar betreffen Millionen Menschen. Ätherische Öle, die die Durchblutung der Kopfhaut fördern, können die Nährstoffversorgung der Haarfollikel verbessern. Rosmarinöl (Rosmarinus officinalis) wurde in klinischen Studien direkt mit Minoxidil 2 % verglichen und zeigte nach sechs Monaten eine vergleichbare Wirkung auf die Haarzahl. Pfefferminzöl (Mentha piperita) steigert über seinen kühlenden Effekt die lokale Durchblutung und kann das Haarwachstum anregen.

Studiendetails, Kopfhautmassage-Anleitungen und Rezepte für Haaröle finden Sie im Artikel Ätherische Öle für die Haare.

Ätherische Öle bei Narben und Wundheilung

Die Wundheilung durchläuft vier Phasen: Hämostase, Entzündung, Proliferation und Gewebeumbau. Ätherische Öle können mehrere dieser Phasen positiv beeinflussen. Lavendelöl beschleunigt im Tiermodell die Wundkontraktion und Granulationsgewebebildung durch Hochregulierung von TGF-β und vermehrte Kollagensynthese (Typ I und III).[9] Immortellenöl (Helichrysum italicum) wird in der traditionellen Aromatherapie häufig bei Narben und Hämatomen eingesetzt und weist antioxidative sowie entzündungshemmende Eigenschaften auf.

Alles Weitere zu Narbenpflege mit ätherischen Ölen – einschließlich Studien und Praxisrezepten – erfahren Sie unter Ätherische Öle bei Narben.

Weitere Hautthemen: Angrenzende Anwendungsgebiete

Neben den klassischen Hautpflegethemen gibt es weitere Hautbeschwerden, bei denen ätherische Öle unterstützend eingesetzt werden. Die folgenden Themen werden in eigenen Spezialisten-Artikeln ausführlich behandelt:

  • Schuppenflechte (Psoriasis): Weihrauch- und Kamillenöl zeigen in ersten klinischen Studien entzündungshemmende Effekte auf psoriatische Plaques – mehr dazu unter Ätherische Öle bei Schuppenflechte.
  • Cellulite: Durchblutungsfördernde Öle wie Rosmarin und Zypresse können in Kombination mit Massage das Hautbild vorübergehend verbessern – Details im Artikel Ätherische Öle bei Cellulite.
  • Sonnenbrand: Lavendelöl und Kamillenöl können die Rötung und Entzündung nach UV-Exposition lindern – ausführlich erklärt unter Ätherische Öle bei Sonnenbrand.
  • Juckreiz: Pfefferminzöl wirkt durch seinen Menthol-Gehalt kühlend und kann akuten Juckreiz dämpfen – mehr im Ratgeber Ätherische Öle gegen Juckreiz.
  • Herpes (Lippenherpes): Teebaumöl und Melissenöl besitzen antivirale Eigenschaften gegen Herpes-simplex-Viren – Näheres unter Ätherische Öle bei Herpes.
  • Warzen: Teebaumöl wird in der Erfahrungsmedizin häufig gegen Warzen eingesetzt – Studien und Anleitungen finden Sie unter Ätherische Öle gegen Warzen.
  • Hautpilz: Teebaumöl zeigt antimykotische Wirkung gegen Dermatophyten wie Trichophyton rubrum – ausführlich im Artikel Ätherische Öle gegen Pilz.

Trägeröle, Sicherheit und Qualität

Ätherische Öle werden nie unverdünnt auf die Haut aufgetragen. Als Basisöl dient immer ein Trägeröl, das die ätherischen Wirkstoffe verdünnt und gleichzeitig eigene pflegende Fettsäuren liefert. Die Wahl des Trägeröls richtet sich nach dem Hauttyp – leichte Öle wie Jojobaöl für fettige Haut, reichhaltige Öle wie Avocadoöl für trockene Haut.

Ätherische Öle dürfen nie unverdünnt auf die Haut – eine ausführliche Übersicht aller Sicherheitsregeln, Kontraindikationen und des Patch-Tests finden Sie im Ratgeber zu Nebenwirkungen ätherischer Öle.

Verdünnen Sie das ätherische Öl auf 1–3 % in einem Trägeröl. Die genauen Verdünnungsverhältnisse für verschiedene Anwendungen und Altersgruppen finden Sie im Dosierungsratgeber.

Verwenden Sie ausschließlich 100 % naturreine ätherische Öle in therapeutischer Qualität. Woran Sie echte Qualität erkennen – von GC/MS-Analysezertifikaten bis zur korrekten botanischen Deklaration – erklärt der Qualitätsratgeber.

Häufige Fragen

Welches ätherische Öl ist am besten für die Haut?

Das hängt vom Hauttyp und Hautproblem ab. Lavendelöl (Lavandula angustifolia) gilt als vielseitigster Allrounder: Es wirkt entzündungshemmend, antimikrobiell und regenerierend und wird von den meisten Hauttypen gut vertragen. Für unreine Haut ist Teebaumöl die am besten untersuchte Option, für reife Haut eignen sich Weihrauch- und Rosenöl. Entscheidend ist immer die richtige Verdünnung in einem zum Hauttyp passenden Trägeröl.

Kann man ätherische Öle direkt auf die Haut auftragen?

Nein – ätherische Öle sollten grundsätzlich nicht unverdünnt (pur) auf die Haut aufgetragen werden. Die hochkonzentrierten Pflanzenstoffe können Hautreizungen, Rötungen oder allergische Reaktionen auslösen. Verdünnen Sie ätherische Öle immer in einem Trägeröl wie Jojobaöl, Mandelöl oder Arganöl. Für die Gesichtspflege empfiehlt sich eine Konzentration von 1–2 %, für Körperanwendungen bis 3 %. Die einzige häufig diskutierte Ausnahme ist die punktuelle Anwendung von Lavendel- oder Teebaumöl auf kleinen Stellen – doch auch hier empfehlen Dermatologen zunehmend die verdünnte Anwendung.

Wie schnell wirken ätherische Öle auf der Haut?

Ätherische Öle durchdringen die Hautbarriere innerhalb weniger Minuten. Bereits 20–40 Minuten nach dem Auftragen lassen sich Bestandteile wie Linalool (aus Lavendelöl) im Blutserum nachweisen. Die sichtbaren Pflegeeffekte – etwa bei Akne oder trockener Haut – zeigen sich jedoch erst nach regelmäßiger Anwendung über mehrere Wochen. In klinischen Studien zu Teebaumöl bei Akne wurden signifikante Verbesserungen nach 4–6 Wochen regelmäßiger Anwendung beobachtet.[16]

Welche ätherischen Öle sollte man bei empfindlicher Haut meiden?

Menschen mit empfindlicher oder reaktiver Haut sollten potenziell reizende ätherische Öle meiden. Dazu gehören Zimtrindenöl (hoher Zimtaldehyd-Gehalt), Oreganoöl (Carvacrol), Nelkenöl (Eugenol), Zitrusöle wie Zitronen- oder Grapefruitöl (phototoxisch bei Sonneneinstrahlung) sowie Pfefferminzöl in höherer Konzentration. Gut verträgliche Alternativen sind Kamille, Lavendel und Sandelholz. Führen Sie vor jeder Erstanwendung einen Patch-Test durch.

Sind ätherische Öle für die Hautpflege wissenschaftlich belegt?

Die Forschungslage ist unterschiedlich je nach Öl und Anwendungsgebiet. Teebaumöl bei Akne verfügt über mehrere randomisierte kontrollierte Studien (RCTs), die eine Wirksamkeit belegen. Lavendelöl bei Wundheilung und Kamille bei Ekzemen sind durch Tier- und Pilotstudien gestützt. Für viele andere Öle existieren bisher vor allem In-vitro-Daten und traditionelle Erfahrungsberichte. Ein systematisches Review aus 2025 kommt zu dem Schluss, dass ätherische Öle in der Dermatologie vielversprechend sind, aber mehr hochwertige klinische Studien benötigt werden.[2] Konsultieren Sie bei bestehenden Hauterkrankungen immer einen Dermatologen.

Quellen

  1. Dontje, A. E. W. K., et al. (2024). The Therapeutic Potential of Essential Oils in Managing Inflammatory Skin Conditions: A Scoping Review. Pharmaceuticals, 17(5), 571. doi:10.3390/ph17050571
  2. Gnaneswaran, T., Fotouhi, A., Lynam, K., Utz, S., & Daveluy, S. (2025). Essential Oils in Dermatology. Journal of Integrative Dermatology. doi:10.64550/joid.nt5zgk07
  3. Herman, A., & Herman, A. P. (2015). Essential oils and their constituents as skin penetration enhancer for transdermal drug delivery: A review. Journal of Pharmacy and Pharmacology, 67(4), 473–485. doi:10.1111/jphp.12334
  4. Kairey, L., Agnew, T., Bowles, E. J., Barkla, B. J., Wardle, J., & Lauche, R. (2023). Efficacy and safety of Melaleuca alternifolia (tea tree) oil for human health—A systematic review of randomized controlled trials. Frontiers in Pharmacology, 14, 1116077. doi:10.3389/fphar.2023.1116077
  5. Jiang, Q., Wu, Y., Zhang, H., Liu, P., Yao, J., Yao, P., Chen, J., & Duan, J. (2017). Development of essential oils as skin permeation enhancers: penetration enhancement effect and mechanism of action. Pharmaceutical Biology, 55(1), 1592–1600. doi:10.1080/13880209.2017.1312464
  6. Çalışkan, U. K., & Karakuş, M. M. (2020). Essential Oils as Skin Permeation Boosters and Their Predicted Effect Mechanisms. Journal of Dermatology & Skin Science, 2(3), 24–30.
  7. Hammer, K. A. (2015). Treatment of acne with tea tree oil (melaleuca) products: A review of efficacy, tolerability and potential modes of action. International Journal of Antimicrobial Agents, 45(2), 106–110. doi:10.1016/j.ijantimicag.2014.10.011
  8. Ribeiro, A. S., Siopa, J., Catarino, M. D., & Ferreres, F. (2024). Essential Oils as Dermocosmetic Agents, Their Mechanism of Action and Nanolipidic Formulations for Maximized Skincare. Cosmetics, 11(6), 210. doi:10.3390/cosmetics11060210
  9. Mori, H. M., Kawanami, H., Kawahata, H., & Aoki, M. (2016). Wound healing potential of lavender oil by acceleration of granulation and wound contraction through induction of TGF-β in a rat model. BMC Complementary and Alternative Medicine, 16, 144. doi:10.1186/s12906-016-1128-7
  10. Cavanagh, H. M. A., & Wilkinson, J. M. (2002). Biological activities of Lavender essential oil. Phytotherapy Research, 16(4), 301–308. doi:10.1002/ptr.1103
  11. Lee, S. H., Heo, Y., & Kim, Y. C. (2010). Effect of German chamomile oil application on alleviating atopic dermatitis-like immune alterations in mice. Journal of Veterinary Science, 11(1), 35–41. doi:10.4142/jvs.2010.11.1.35
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  13. Almeida-da-Silva, C. L. C., Sivakumar, N., Asadi, H., et al. (2022). Effects of Frankincense Compounds on Infection, Inflammation, and Oral Health. Molecules, 27(13), 4174. doi:10.3390/molecules27134174
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  15. Oarga-Porumb, D. P., Cornea-Cipcigan, M., & Cordea, M. I. (2024). Unveiling the mechanisms for the development of rosehip-based dermatological products: an updated review. Frontiers in Pharmacology, 15, 1390065. doi:10.3389/fphar.2024.1390065
  16. Nascimento, T., Gomes, D., Simões, R., & da Graça Miguel, M. (2023). Tea Tree Oil: Properties and the Therapeutic Approach to Acne—A Review. Antioxidants, 12(6), 1264. doi:10.3390/antiox12061264
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